Die Geschich­te „meiner ehema­li­gen“ Firma, in der ich den Großteil meines beruf­li­chen Lebens tätig war

Wesent­li­che Innova­tio­nen bei Leitz (Auszug):

  • 1971 Nachschärf­ba­res Konstant­werk­zeug (Dufix / Exakt)
  • 1976 Polykris­tal­li­ner Diamant als Schneid­stoff für die Holzbearbeitung
  • 1993 Werkzeu­ge mit Daten­chip für alle relevan­ten Prozessdaten
  • 1998 wurde erstmals monokris­tal­li­ner Diamant als Schneid­stoff an Werkzeu­gen eingesetzt.
  • 2001 DFC Dust Flow Control – Werkzeu­ge mit verbes­ser­ter Späneer­fas­sung und dadurch saube­re Verarbeitungsprozesse
  • 2005 Schneid­stoff­be­schich­tun­gen zur Stand­we­ger­hö­hung (erste eigene Beschichtungsanlage)
  • 2007 RipTec: Fräsver­fah­ren zur Verbes­se­rung der Bearbei­tungs­qua­li­tät und Haltbar­keit von Holzfenstern
  • 2009 Whisper­Cut: Weltweit erstes Diamant­werk­zeug mit Alumi­ni­um-Grund­kör­per – leicht und leise
  • 2014 Mehrfach-Profil­frä­ser mit integrier­ter Profil­wech­sel­me­cha­nik (quattro­Form für 4 Profile)

Heuti­ge Größe des Leitz- Firmen­ver­bun­des bzw. der Bruck­la­cher Group. Gemein­sam mit den beiden recht­lich selbst­stän­di­gen Schwes­ter­kon­zer­nen Boehle­rit und Bilz bildet Leitz die global agieren­de „Bruck­la­cher Group“. Mit insge­samt 17 Produk­ti­ons­stand­or­ten, eigenen Vertriebs- und Service­ge­sell­schaf­ten in 38 Ländern an 139 Stand­or­ten sowie einem Partner­netz­werk ist die „Bruck­la­cher Group“ ein auf allen Konti­nen­ten vertre­te­ner Global Player. In der „Bruck­la­cher Group“ erwirt­schaf­ten weltweit über 4.000 Mitar­bei­ten­de einen Jahres­um­satz von rund 500 Millio­nen Euro.

Bauge­schicht­lich sind in der Frühzeit folgen­de Jahre für Leitz von Bedeu­tung. 1919/20 wurde anstel­le der Ziege­lei ein Schup­pen (Remise) gebaut. Leitz hatte sich zwischen 1891 bis 1919 von anfangs 2 auf nunmehr 6 Gebäu­de vergrö­ßert. 1929 ließ Fabri­kant Albert Leitz auch das alte Ziege­lei-Ökono­mie­ge­bäu­de samt Wohnhaus (Gebäu­de Nr. 191) abbre­chen und an seiner Stelle das noch heute bestehen­de Wohnge­bäu­de Leitz errich­ten. In einem Bauplan von 1940 ist dann auch der Schup­pen (Remise) verschwun­den. Große Umbau­ar­bei­ten fanden Ende der 50er oder Anfang der 60er Jahre statt. Das alte Pfört­ner­haus wurde abgeris­sen und ein neuer Empfang und Bereich für die Konstruk­ti­on geschaffen.

Abriss und Umbau des alten Pfört­ner­hau­ses (Archiv Leitz)

Abriss und Umbau des alten Pfört­ner­hau­ses (Archiv Leitz)

Weite­re bemer­kens­wer­te große Bauab­schnit­te (ab Ende der 70er Jahre) vollzo­gen sich in der Ära Dr. Bruck­la­cher. Eine neue Produk­ti­ons­stät­te mit einem Präsen­ta­ti­ons­zen­trum wurde auf der anderen Seite des Kochers in drei Bauab­schnit­ten errich­tet. Das alte Haupt-Gebäu­de wurde in diesem Zusam­men­hang grund­le­gend saniert, nachdem alle Produk­ti­ons­ab­tei­lun­gen sowie Waren­ein­gang, Lager und Versand in die neuen Gebäu­de auf der anderen Kocher­sei­te gezogen waren. Einige Jahre später wurde ein moder­nes Forschungs- und Entwick­lungs­zen­trum erstellt und auch der IT-Bereich bekam nun den Platz, den er dringend benötigte.

Neuer Empfang und Konstruk­ti­ons­bü­ro (Archiv Leitz)

Unter der Ägide von Dr. Corne­lia Bruck­la­cher wurde dem alten Oppold-Gebäu­de in der Nähe des Kreisels neues Leben einge­haucht. Im Jahr 2025 zog der Bereich Logis­tik (vom Lager bis zum Versand) in das sanier­te Gebäu­de. Eine moder­ne Lager- und Kommis­so­nier­an­la­ge wurde instal­liert. Der gesam­te IT-Bereich zog ebenfalls ein. Im EG befin­det sich ein moder­nes Medien-Center und in der obers­ten Etage hat die „Bruck­la­cher Group“ ihr zuhau­se. Die Anschrift änder­te sich in Leitz­stra­ße 1.

1958: Vierzehn­fa­mi­li­en­haus in der Heiden­hei­mer Straße 88 (Archiv Leitz)

Wohnungs­bau. Zwischen 1951 und 1963 wurden 5 Häuser mit insge­samt 33 Wohnun­gen errich­tet, um ihren Mitar­bei­tern ein Wohnan­ge­bot machen zu können. (1951: 6‑Familienhaus Guten­bach / 1957: 4‑Familienhaus Heiden­hei­mer Straße 86 / 1958: 14-Famili­en­haus Heiden­hei­mer Straße 88 und 90 / 1963: 5‑Familienhaus Jenaer Straße 35 sowie der Sanie­rung des Wohnblocks in der Aalener Straße 47). Das ehema­li­ge 4‑Familienhaus in der Aalener Straße 45 gehört heute der Stadt. Gemes­sen an der Mitar­bei­ter­zahl war das ohne Zweifel eine große Leistung in wirtschaft­lich guten Jahren.

Landwirt­schaft. Bemer­kens­wert ist, dass lange Zeit vorhan­de­ne Engage­ment der örtli­chen Indus­trie in der Landwirt­schaft. Die Unter­neh­mer­fa­mi­lie Leitz betrieb über eine länge­re Zeit einen beacht­li­chen Bauern­hof, der wegen seines hohen Milch­leis­tungs­stands zu den führen­den Betrie­ben weit und breit gehör­te. Später gab es noch etwas Bullen-Zucht mit etwas Klein­tier­hal­tung. Irgend­wann lohnte sich der ganze Aufwand aber nicht mehr und die Landwirt­schaft wurde aufgegeben.

Jubilä­en.

1976 – 100jähriges Jubilä­um. Gefei­ert wurde am Donners­tag, 21. Oktober. In diesem Zusam­men­hang zeich­ne­te Bürger­meis­ter Gustav Bosch drei Perso­nen mit der Golde­nen Stadt­mün­ze aus, da sich diese in beson­de­rer Weise für das Wirtschafts­le­ben unserer Gemein­de verdient gemacht haben: Die damals 86-jähri­ge Senior­che­fin Marie Leitz (Schwie­ger­toch­ter des Firmen­grün­ders), Hedwig Stützel (Witwe von Leonhard Stützel und Enkelin des Firmen­grün­ders) und Karl Kümmer­le (Geschäfts­füh­rer).

Viele Reden wurden gehal­ten, aber eine erhielt beson­ders kräfti­gen Beifall. Der Schwy­zer Geschäfts­füh­rer Hans-Rudolf Neukomm, der die Nieder­las­sung in Dieti­kon (CH), und später auch jene in Colmar (F) führte, beschrieb in launi­gen humor­vol­len Worten das schwä­bi­sche Unter­neh­mer­tum aus eigenen Erfah­run­gen beim Aufbau der Nieder­las­sun­gen in der Schweiz, in Frank­reich und in Italien.

Den Festvor­trag hielt damals Dr. Hermann Baumhau­er. Minis­te­ria­le Grüße entbot Annema­rie Griesin­ger. Für die IHK sprach Alt-Präsi­dent Dr. Konrad Theiss, für die Ostalb Landrat Gustav Wabro und für die Stadt Bürger­meis­ter Gustav Bosch. Für die Firma sprachen Karl Kümmer­le und Dr. Dieter Bruck­la­cher. Für die Beleg­schaft der Betriebs­rats­vor­sit­zen­de Anton Gutheiß.

Das 100jährige Jubilä­um im Jahr 1976 – Festred­ner, Bürger­meis­ter, Landrat, Geschäfts­füh­rung und Gesell­schaf­ter (Archiv Rathaus)

1986 – 110jähriges Jubilä­um. Gefei­ert wurde am Samstag, 20. Septem­ber. Tagsüber gab es einen Tag der offenen Tür, der von rund 2.000 inter­es­sier­ten Besuchern wahrge­nom­men wurde. Es wurde eigens ein Festzelt auf dem Firmen­ge­län­de aufge­stellt, welches dann abends mit rund 1.300 Gästen gefüllt war. Gemein­sa­mes Abend­essen, beglei­tet von den Origi­nal Kocher­ta­ler Musikan­ten. Modera­tor war Roland Fürst, der das Abend­pro­gramm eröff­ne­te. Die üblichen Reden schlos­sen sich an: Dr. Dieter Bruck­la­cher (Geschäfts­füh­rer) für die Firma, Harald Gentsch (Bürger­meis­ter) für die Stadt, Anton Gutheiß (Betriebs­rats­vor­sit­zen­der) für die Beleg­schaft. Danach wurde das Rahmen­pro­gramm fortge­setzt – mit der „Radport­grup­pe Aalen-Ebnat“, der „Leitz-Blaska­pel­le“, dem „Leitz-Männer­chor“. Zum Höhepunkt des Abends betra­ten Willi Seiler und Ruth Mönch, bekannt aus dem Fernse­hen, die Bühne. Am späte­ren Abend wurde das „Leitz-Lied“ vorge­stellt „Unsere Firma, die ist Spitze“ (Text und Musik von Wolfgang „Wolle“ Kriwa­nek). Spät am Abend traten noch die Auszu­bil­de­nen aus Unter­schneid­heim als Rockband auf und die Origi­nal Oberko­che­ner Musikan­ten unter Leitung von Jürgen Kresse beschlos­sen die Feier.

2001 – 125jähriges Jubilä­um. Zum Festakt traf sich eine illus­tre Gruppe bekann­ter Persön­lich­kei­ten: Dietrich Gentscher (ehem. Außen­mi­nis­ter), Karl-Heinz Böhm (Schau­spie­ler, humani­tä­rer Aktivist und Vors. Der Stiftung „Menschen für Menschen), Prof. Dr. Berthold Leibin­ger (Vors. Der Geschäfts­füh­rung Trumpf). „Wie sieht die Welt von morgen aus?“ Diese Frage versuch­te die Gruppe, moderiert vom ehem. ZDF-Chefre­dak­teur Klaus Bresser, zu beant­wor­ten. Auch Minis­ter­prä­si­dent Erwin Teufel und Wirtschafts­mi­nis­ter Walter Döring nahmen am Festakt teil. Am Freitag. 14. Septem­ber feier­ten rund 1.000 Leitzler im Festzelt einen schönen Abend. Am Samstag nahmen dann rund 2.000 Besucher die Chance war, Leitz von innen zu erkunden.

2026 – 150jähriges Jubilä­um. Am Samstag, 11. Juli 2026 wurde auf dem Gelän­de der Firma ab 18 Uhr ein Betriebs­fest mit den Beschäf­tig­ten und Rentnern abgehal­ten. Weite­re Veran­stal­tun­gen folgen im Oktober und November.

Jazz Lights. Diese Konzert­rei­he, die heuer zum 36sten Mal statt­fand, wurde 1991 von Dr. Dieter Bruck­la­cher ins Leben gerufen und vom damali­gen Bürger­meis­ter Harald Gentsch unterstützt.

Das erste Festi­val dauer­te vom 22. Febru­ar bis zum 3. März statt und bot ein spannen­des Programm:

Jazz Work-Shop mit Prof. Joe Viera / Jazz-Stamm­tisch im „Lamm“ / Die Geschich­te des Jazz in der Stadt­bi­blio­thek / Jazz Foto- und Plakat­aus­stel­lung im Rathaus-Foyer / Jazzkon­zert regio­nal im Rathaus Foyer / Chris Barber Jazz & Blues­band im Carl Zeiss-Saal / Young Jazz & Rock Genera­ti­on mit ihrem Bandlea­der Peter Traub! Im Carl Zeiss-Saal / A Tribu­te to Duke Elling­ton mit dem Heinz Sauer-Quartett im Carl Zeiss-Saal / Frühschop­pen mit den Stutt­gar­ter Dixie­land All Stars im Rathaus Foyer / Jazz im Rathaus mit Barab­a­ra Denner­lein und dem Wolfgang Lacker­schmid-Quartett / Gospel mit den Jackson Singers aus den USA in der ev. Versöhnungskirche 

Die musika­li­sche Ausrich­tung im Laufe der Zeit: Vom Dixie­land über Gospel- und Soul-Acts, zu Classic-Meets-Jazz-Konzer­ten (die Dieter Bruck­la­cher beson­ders liebte) bis zu Jazz, Funk, Soul und Fusion. Eine subjek­ti­ve Auswahl an Künst­lern sei hier kurz aufgeführt:

  • Count Basie Orches­tra – Die Band erhielt siebzehn Mal den Grammy Award
  • Dave Brubeck – Sein berühm­tes­ter Hit heißt „Take Five“
  • David Sanborn – US‑Saxofonist, Jazz‑Fusion‑Pionier
  • Duke Elling­ton Orches­tra – „Das Einzi­ge, was ich will, ist, dass meine Musik jetzt im Augen­blick gut klingt.“ 
  • Dutch Swing College Band – die frühe­re Dixie­land-Band schlechthin
  • Jaques Loussier – wer kennt nicht sein Meister­werk „Play Bach“
  • Klaus Doldi­ners Passport – Bekann­te Stücke u.v.a. die Filmmu­si­ken zu „Das Boot“ und „Tatort“
  • Manhat­tan Trans­fer – Grammy‑prämierter Vocal‑Jazz
  • Miriam Mekeba – geboren in Johan­nes­burg und ein Song für die Ewigkeit „Pata Pata“
  • Nigel Kenne­dy – ein Grenz­gän­ger und Exzen­tri­ker mit exzel­len­ter Musik von Bach bis Jimi Hnedrix
  • Paul Kuhn – eine deutsche Swing Legen­de, wer kennt ihn nicht „Den Mann am Klavier“
  • Till Brönner – Deutsch­lands bekann­tes­ter Jazz‑Trompeter

Hervor­zu­he­ben sind ungewöhn­li­che Locati­ons wie die „Carl-Zeiss-Kultur­kan­ti­ne“, die „Hammer­schmie­de Königs­bronn“ und die „Kapfen­burg“ sowie in „Werkhal­len“. Später kam dann noch ein Gitar­ren-Workshop mit Siegfried „Siggi“ Schwarz aus Heiden­heim dazu. Beliebt ist nach wie vor die Nachver­an­stal­tung im Ölwei­her-Saal (früher in der Leitz-Kanti­ne) nach dem Freitags­kon­zert (inzwi­schen am Freitag und Samstag), bei dem es nicht selten zu ungewöhn­li­chen Jam-Sessi­ons kam.

Preise, Auszeich­nun­gen, Platt­for­men. Die Jazz Ma! Young Stage ist Teil der gemein­sa­men Nachwuchs­in­itia­ti­ve JAZZma! der Stiftung Schloss Kapfen­burg und der Jazz Lights Oberko­chen. Sie dient dazu, junge Musike­rin­nen und Musiker zu fördern, ihnen profes­sio­nel­le Bühnen zu bieten und sie in das Festi­val­pro­gramm einzu­bin­den. Der Förder­preis der Familie‑Brucklacher‑Stiftung ist ein jährlich verge­be­ner, finan­zi­ell dotier­ter Preis, der heraus­ra­gen­de Leistun­gen fördert – je nach Jahr entwe­der im Bereich Kunst & Kultur (z. B. im Rahmen der Jazz Lights) oder im Bereich Wissen­schaft & Technik an der Hochschu­le Aalen. Der „Bruck­la­cher-Förder­preis für junge Musiker“, der im Rahmen der Jazz-Lights verlie­hen wird.

WeCare. Ein jährlich laufen­des Projekt, das Frau Dr. Corne­lia Bruck­la­cher im Jahr 2022 initi­iert hat. Ausge­hend von dem Gedan­ken: „Die Bruck­la­cher Group hat weltweit rund 4.000 Beschäf­tig­te, da können wir doch in all den Stand­or­ten, wo wir vertre­ten sind, etwas Gutes und Nachhal­ti­ges bewir­ken.“ Und so entwi­ckel­te sich das Projekt inzwi­schen über fünf Jahre hinweg. All Aktio­nen werden jährlich in einem Booklet mit Text und Bild dargestellt.

  • Bishe­ri­ges Fazit Über 700 Projek­te wurden von mehr als 19.000 freiwil­lig helfen­den Händen umgesetzt.
  • WeCare (das bedeu­tet „Wir kümmern uns“) fasst die weltweit existie­ren­den Aktivi­tä­ten in den Berei­chen Gesell­schaft, Sozia­les und Kultur sowie Arten‑, Natur und Umwelt­schutz zusammen.
  • Ziel ist es die Stärken und das Engage­ment der Unter­neh­men und aller Mitar­bei­ten­den zu stärken.
  • Wichtig sind beson­ders lokale Aktio­nen, denn Regio­na­li­tät ist ein Grund­pfei­ler des Projektes
  • Dazu ein paar Zahlen. Es wurden rund 19.000 Bäume gepflanzt, über 440 Liter Blut gespen­det, 8,2 Tonnen CO₂ einge­spart, 16 Tonnen Müll in der Natur einge­sam­melt und rund 400.000 € konnten generiert werden, um karita­ti­ve und sozia­le Einrich­tun­gen in den Regio­nen zu unterstützen.

Rolle und Einstel­lung der Gesell­schaf­ter. Die Gesell­schaf­ter waren sich immer einig, dass in Krisen­zei­ten die Heraus­for­de­run­gen immer gemein­sam mit der Beleg­schaft überwun­den werden sollten und zeigten immer großes Inter­es­se an den Vorgän­gen im Betrieb.

Wir können festhal­ten, dass die 150 Jahre Firmen­ge­schich­te im Grunde durch wenige aber entschei­den­de Perso­nen geprägt wurde: Albert Leitz sen., die Gebrü­der Leitz in Perso­na Albert jun., Emil und Fritz, Leonhard Stützel und Karl Kümmer­le sowie Dr. Dieter Bruck­la­cher. Die beiden prägen­den Geschäfts­füh­rer der Nachkriegs­zeit wurden beide zu Ehren­bür­gern ernannt: Karl Kümmer­le 1987 in Riedau und Dr. Dieter Bruck­la­cher 2004 in Oberko­chen. Er erhielt weite­re Ehrun­gen in beiden Ländern. Die Gesell­schaf­te­rin Monika Bruck­la­cher wurde 2019 ebenfalls in Riedau mit der Ehren­bür­ger­wür­de ausgezeichnet.

Wir können abschlie­ßend feststel­len, dass Leitz nach dem II. Weltkrieg von zwei Persön­lich­kei­ten maßgeb­lich geprägt und weiter­ent­wi­ckelt wurde: Karl Kümmer­le und Dr. Dieter Bruck­la­cher.  Aus diesem Grund abschlie­ßend noch zwei kurze Presse­be­rich­te anläss­lich ihres jewei­li­gen Todes:

Karl Kümmer­le ist kurz vor seinem 95. Geburts­tag im Jahr 2011 verstor­ben. Er war vom 1.7.1946 bis zum 31.07.1982 für Leitz tätig. Nach dem Tod von Albert Leitz im Jahr 1951 leite­te er gemein­sam mit Leonhard Stützel und später mit Dr. Dieter Bruck­la­cher das Unter­neh­men und war Geschäfts­füh­rer bis zum 31.07.1982. Die Zeit seines Wirkens war getra­gen von einer langfris­ti­gen Unter­neh­mens­stra­te­gie und geprägt von Dynamik und Expan­si­on sowie den Aufbau der Vertriebs- und Servicestruktur.

Karl Kümmer­le (Archiv Kuno Gold)

Dr. Dieter Bruck­la­cher verstarb am 27. Sep 2016 im Alter von 77 Jahren. Er führte die Firma von 1975 zusam­men mit Karl Kümmer­le und ab 1982 bis 2014 allein­ver­ant­wort­lich und zeich­ne­te für ein enormes Wachs­tum des Leitz-Firmen­ver­bun­des verant­wort­lich. Von 2004 bis 2007 war er VDMA-Präsi­dent. Von 1997 bis 2004 Vorstands­vor­sit­zen­der des VDMA Baden-Württem­berg. Von 2007 bis 2008 Vizeprä­si­dent des Bundes­ver­ban­des der Deutschen Indus­trie e.V. Träger des Verdienst­kreu­zes 1. Klasse des Verdienst­or­dens der Bundes­re­pu­blik Deutsch­land. Ehren­bür­ger der Stadt Oberko­chen. Preis­trä­ger Deutscher Maschi­nen­bau 2014.

Dr. Dieter Bruck­la­cher (Archiv Leitz)

Die Zeiten des ungestü­men Aufschwungs sind längst vorbei. Es herrscht ein Wettbe­werb der Verdrän­gung, ein Preis­kampf in einem globa­li­sier­ten Markt, in dem Leitz seine Stellung als weltwei­ter Markt­füh­rer erhal­ten bzw. ausbau­en muss. Super-Quali­tät half der Firma bisher immer, auch wenn das seinen Preis hat. Aber leider wird das auf der Welt nicht mehr überall so respek­tiert wie das früher der Fall war. Neu hinzu­ge­kom­men sind die Auswir­kun­gen der Globa­li­sie­rung, des Klima­wan­dels, Zollge­büh­ren als Wirtschafts­waf­fe, wirtschaft­li­che Abhän­gig­kei­ten im Bereich der Rohstof­fe als politi­sches Druck­mit­tel und der Wieder­be­le­bung von Kriegen als Mittel der Politik – die Zeiten werden wieder deutlich herausfordernder.

Daten zu den Famili­en­mit­glie­dern. Ein Besuch auf dem evange­li­schen Fried­hof und ein paar Recher­chen führten zu dem nachfol­gen­den Überblick

Gründer
Fried­rich Franz Leitz 1821 – 1890 68 Jahre aus Esslin­gen stammend
Fried­rich Franz Leitz 1849 – 1888 39 Jahre 1. Sohn von Fried­rich Franz

Erste Genera­ti­on
Albert Leitz sen. 1854 – 1916 62 Jahre 2. Sohn von Fried­rich Franz
Henri­ke Leitz geb. Bäuerle 1860 – 1921 61 Jahre Ehefrau von Albert

Zweite Genera­ti­on
Fritz Leitz 1882 – 1942 59 Jahre Sohn von Albert und Henri­ke
Martha Leitz geb. Frent­zen 1890 – 1939 49 Jahre Ehefrau von Fritz

Albert Leitz jun. 1880 – 1951 71 Jahre Sohn von Albert und Henri­ke
Marie Leitz geb. Nagel 1890 – 1986 96 Jahre Ehefrau von Albert jun.

Emil Leitz 1888 – 1967 79 Jahre Sohn von Albert und Henri­ke
Huber­ti­ne Leitz geb. NN – 1951 Ehefrau von Emil

Dritte Genera­ti­on
Hedwig Stützel geb. Leitz 1913 – 2004 91 Jahre Tochter von Albert und Marie
Leonhard Stützel 1900 – 1973 73 Jahre Ehemann von Hedwig

Otto Leitz 1920 – 1947 27 Jahre Sohn von Albert und Marie

Albert Leitz 1914 – 1931 17 Jahre Sohn von Emil und Hubertine

Doris Leitz 1921 – 1997 76 Jahre Tochter von Emil und Hubertine

Vierte Genera­ti­on
Regine Bengel *** Tochter von Hedwig und Leonhard
Horst Bengel *** 1928 – 2014 86 Jahre Ehemann von Regine Stützel

Monika Bruck­la­cher 1939 – 2022 83 Jahre Tochter von Hedwig und Leonhard
Dr. Dieter Bruck­la­cher 1939 – 2016 77 Jahre Ehemann von Monika Stützel

Fünfte Genera­ti­on
Angeli­ka Bengel-Feuer­lein *** Tochter von Horst und Regine

Franzis­ka Eichel geb. Bengel *** Tochter von Horst und Regine

Dr. Corne­lia Bruck­la­cher 1970 – Tochter von Dieter und Monika

*** bis zur Realtei­lung im Jahr 2009

Nächs­te Woche der letzte Teil der Trilogie.

Wilfried „Billie Wichai“ vom Sonnenberg

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