FRÜHE AUSWANDERER

Caspar Pfaud­ler (1861–1889), deutsch-ameri­ka­ni­scher Braumeis­ter. (* 4. April 1861 in Oberko­chen; † 6. Juni 1889 in Buffa­loNew York) war ein deutscher Braumeis­ter und Mitbe­grün­der der Pfaud­ler-Werke.

Caspar Pfaud­lers Grab in Buffa­lo (zur Verfü­gung gestellt von Robert Fischer Fa. Pfaudler)

Auf der Platt­form WIKIWAND finden wir dazu folgen­des: Caspar Pfaud­ler wurde als fünfzehn­tes von insge­samt sechzehn Kindern geboren. Seine Eltern Micha­el Pfaud­ler (Zimmer­mann und Ölmül­ler) und Barba­ra Pfaud­ler wander­ten im Dezem­ber 1864 mit den vier noch leben­den Kindern über Antwer­pen in die Verei­nig­ten Staaten aus. Die Familie kam am 1. März 1865 in New York City an.

Einer Idee folgend, den Gärvor­gang von Bier durch Vakuum zu beschleu­ni­gen, suchte Caspar Pfaud­ler nach einem Behäl­ter, der im Gegen­satz zu den damals üblichen Holzfäs­sern in der Lage war, hohem Druck und Vakuum stand­zu­hal­ten. Er fand in Stahl­tanks mit email­lier­ter Innen­flä­che die bahnbre­chen­de Lösung für das Problem.

In Nordame­ri­ka fand Caspar Pfaud­ler mutige Gründungs­part­ner mit entspre­chen­dem Weitblick für seine Idee und gründe­te mit ihnen die Pfaud­ler-Vakuum-Fermen­ta­ti­on Process Co., die später in „The Pfaud­ler Co.“ umbenannt wurde. Im Jahre 1884 begann diese Gesell­schaft in Roches­ter im Bundes­staat New York ihre Pionier­ar­beit: den Bau der ersten glas-email­lier­ten Stahltanks.

Die ursprüng­li­che Idee der Gärbe­schleu­ni­gung durch Vakuum setzte sich später in der Praxis zwar nicht durch, aber der email­lier­te Behäl­ter bewies sehr bald seine hausho­he Überle­gen­heit gegen­über den bis dahin üblichen Holzfäs­sern. Die gläser­nen Innen­wän­de erfor­der­ten nur einen Bruch­teil der Pflege­ar­bei­ten und boten darüber hinaus eine Garan­tie für gleich­blei­ben­de Quali­tät des Bieres.

Die Behäl­ter waren damals als sogenann­te Ringtanks konstru­iert. Einzel­ne Ringe von etwa einem Meter Länge und mit einem Durch­mes­ser von bis zu drei Metern wurden mit Bördel­flan­schen zu Behäl­tern verschie­de­ner Länge zusammengeschraubt.

Caspar Pfaud­ler starb sehr jung am 6. Juni 1889, im Alter von 28 Jahren, in Buffa­lo in seiner Residence No. 852 Michi­gan­street. Sein Name hat mit den Pfaud­ler-Behäl­tern überlebt. 1907 wurde ein Werk in Schwet­zin­gen gegrün­det und der Stand­ort wurde in den 90er-Jahren nach Waghäu­sel verlegt. Außer­dem betreibt Pfaud­ler mehre­re Service­sta­tio­nen in deutschen Chemie­parks wie Lever­ku­sen, Höchst, Ludwigs­ha­fen und Seelze. Die Firmen in den USA und Deutsch­land gehören heute zu einer indischen Unter­neh­mens-Gruppe mit Sitz in Mumbai.

1883 gab es einige wichti­ge Ereignisse…..

  • Der deutsche Passa­gier­damp­fer Cimbria sinkt nach einer Kolli­si­on bei Borkum, 437 Menschen sterben.
  • Richard Wagnerstirbt in Venedig
  • William Frede­rick Cody, bekann­ter als Buffa­lo Bill, führt seine Wildwest-Show in Omaha/(Nebraska) erstmals auf und geht sodann auf Tournee.
  • Der erste Orient-Express startet vom Pariser Ostbahn­hof zur Fahrt nach Warna am Schwar­zen Meer, wo die Reisen­den ein Schiff nach Konstan­ti­no­pel nehmen können.
  • Der deutsche Reichs­tag macht die Kranken­ver­si­che­rung zur Pflichtversicherung.
  • Beim Versuch, für ein Preis­geld von £ 12.000 die Whirl­pool Rapids des Niaga­ra River zu durch­schwim­men, wird Matthew Webb von einem Strudel in die Tiefe gezogen. Vier Tage später wird seine Leiche gefun­den. Rund acht Jahre zuvor war es Webb als Erstem gelun­gen, den Ärmel­ka­nal ohne Hilfs­mit­tel zu durchschwimmen.

.….. und in Oberko­chen machte sich der 18-jähri­ge!!! Franz Xaver Schaupp auf den Weg nach Ameri­ka. Geboren wurde er am 8.3.1865 als Sohn der Eheleu­te Dyoni­sius Xaver Schaupp *1830 † 1899 (Wegknecht in Oberko­chen) und Maria Anna Barba­ra geb. Mauser * 1837 † 1878. (Im Heimat­buch finden wir den Hinweis, dass auch seine Brüder Anton und Alois mit ihm zusam­men im gleichen Jahr in die USA auswan­der­ten. Anton wäre 14 und Alois 17 gewesen; ob das sein kann? Die waren damals mutiger als wir heutzutage)

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Franz Xaver Schaupp als junger Mann (Family Research)

Folgen­de Geschwis­ter von Franz Xaver habe ich bei Recher­chen gefunden:

  • Aloisia Mathil­de Schaupp * 1860 † 1860
  • Aloisia Mathil­de Schaupp * 1862 † 1863
  • Josef Anton Schaupp * 1860 † 1876
  • August Anton Schaupp * 1866 † 1940
  • Maria Anna Schaupp * 1867 † 1867
  • Fried­rich Alois Schaupp * 1869 † unbekannt
  • Caroli­ne Barba­ra Schaupp * 1870 † 1871
  • Rosa Pauli­ne Schaupp * 1871 † 1872
  • Maria Anna Schaupp * 1873 † 1873
  • Johan­nes Paul Schaupp * 1875 † 1952
  • August Julius Schaupp * 1876 † 1953

Nachdem Franz 7 Jahre in den USA, damals noch der „Wilde Westen“, gelebt hatte (wo, ist nicht übermit­telt) machte er sich mit sechs weite­ren Männern auf, um 160 Morgen (entspricht 40 ha) im Gebiet des Flusses „Queets“ *** (im Staat Washing­ton, nicht Washing­ton D.C.!) zu überneh­men. Er war in dieser Männer­grup­pe der Jüngs­te und soll auch der Eigen­wil­ligs­te gewesen sein. Weil im Zelt nicht für alle Platz war, machte er sich allein auf den Weg. Die India­ner beobach­te­ten ihn argwöh­nisch und blieben auf Distanz – bis auf einen, mit dem er über eine lange Zeit freund­schaft­lich verbun­den blieb. Mit seiner Axt machte er sich daran eine Block­hüt­te zu errich­ten. Da er lange als Zimmer­mann in Duluth Minne­so­ta gearbei­tet hatte, fiel ihm die Sache nicht schwer. Zum nächs­ten SALOON oder zum DOC waren es sicher Tage, wenn nicht gar Wochen. Es war nicht außer­ge­wöhn­lich, dass er morgens in seinem Bett Schlan­gen oder Stink­tie­re fand, die es sich auch gemüt­lich machen wollten. Seine Kolle­gen hatten nach ein paar Monaten von dieser Einöde genug und verlie­ßen ihn – nicht ohne ihn vorher zu überre­den, doch mit ihnen mitzu­kom­men. Aber Franz Xaver blieb – er wollte bleiben, die von den Behör­den gefor­der­te Zeit durch­hal­ten, um seinen Besitz­an­spruch geltend machen zu können.

Um seine Zeit etwas einzu­ord­nen: Es war die Zeit von Butch Cassidy und Sundance Kid, die in seinem Alter waren. Älter waren Billy the Kid, Doc Holli­day, Wyatt Earp, Johnny Ringo, Pat Garret und Wild Bill Hickock. 1889 war der „Oklaho­ma Land Run“ und 1890 das berüch­tig­te „Massa­ker am Wounded Knee“ (die US-Armee tötete ca. 250 Lakota-India­ner). Die trans­kon­ti­nen­ta­le Eisen­bahn von New York nach San Francis­co wurde 1869 eröff­net und damit verlor der berühmt berüch­tig­te Oregon-Trail seine Anzie­hungs­kraft. Die Wirtschafts­mäch­ti­gen zu jener Zeit waren: Corne­li­us Vander­bilt, J.D. Rocke­fel­ler, Andrew Carne­gie und J.P. Morgan. Der Bundes­staat Washing­ton an der Westküs­te (nicht zu verwech­seln mit Washing­ton D.C. an der Ostküs­te) mit seiner Haupt­stadt Olympia hatte früher folgen­de Einwohnerzahlen:

  • 1850 – 201 Einwohner
  • 1870 – 955 Einwohner
  • 1890 – 232 Einwohner
  • 1910 – 1.141.990 Einwohner
  • 2020 – 7.705.281 Einwoh­ner (heute ist die größte Stadt Seattle)

Dem Repor­ter der „Tacome News Tribu­ne“ berich­te­te er 66jährig im Jahr 1931 von den waghal­si­gen Kanufahr­ten auf dem Queets-River. Er war der erste Weiße, der diesen Fluss ohne Hilfe der India­ner allein durch­quer­te. Die India­ner waren über sein Paddel erstaunt, denn diese manövrier­ten immer mit einer Stange. Auch rette­te er einmal einen India­ner aus dem reißen­den Fluss. Auf seinen wenigen Reisen in den zivili­sier­ten Teil der Gegend lernte er Maria Leipin­g­er * 1870 † 1942 aus Mühlheim bei Tuttlin­gen kennen, die in einer Gärtne­rei arbei­te­te. Flugs wurde am 29.10.1891 in Tacoma (Washing­ton) gehei­ra­tet. Auf dem Rückweg ins Siedlungs­ge­biet wurden beide am Strand von Tacoma vom Wasser überrascht und der Wagen schwamm 2 Stunden lang im Wasser. Seine junge Frau fand das gar nicht so schlimm und bezeich­ne­te die Reise im Nachhin­ein sehr außer­ge­wöhn­lich und spannend. Sie lebten noch 7 Jahre auf der Farm, die Franz Xaver erbaut hatte. Insge­samt lebte er 40 Jahre in Tacoma. Er starb am 2. Juli 1950 in Seattle und wurde in Tacoma beerdigt. Ein beson­de­res Leben, ein beson­de­rer Mensch und oiner aus Obrkocha!

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Franz Xaver Schaupp, der sich in Ameri­ka durch­kämpf­te und es dort auch in die Zeitung schaff­te (Archiv Müller)

Folgen­de Kinder von Franz Xaver und Magda­li­ne Lina Leibin­ger habe ich bei Recher­chen gefunden:

  • Barba­ra Ann Schaupp * 1892 † 1893
  • Helen Matil­da Schaupp * 1894 † 1955
  • Elsie Eliza­beth Schaupp * 1894 † 1965
  • Marie Magda­le­ne Schaupp * 1897 † 1968
  • Anna There­sa Schaupp * 1902 † 1970
  • Frank Joseph Schaupp * 1906 † 1950

*** Heute lesen wir über diese Gegend: Ein abgele­ge­ner Schatz auf der olympi­schen Halbin­sel in Washing­ton, der Haupt­strom des Queets ist einer der am besten geschütz­ten Flüsse des Landes. Von den südli­chen Gletschern des Mt. Olympus fließt der Queets 53 Meilen wild und ungestaut bis zur Pazifik­küs­te. Abgese­hen von seinen tiefs­ten Berei­chen im Quinault-India­ner­re­ser­vat fließt der Queets vollstän­dig durch den Olympic Natio­nal­park, einschließ­lich der abgele­gens­ten Regen­wäl­der des Parks, einge­bet­tet in ein majes­tä­ti­sches Gletschertal.

Im Amtsblatt finden wir die Geschich­te der „Ameri­ka­ne­rin“ Kreszen­tia Gold aus der Aalener Straße 32. Im Jahr 1962 war sie die ältes­te Einwoh­ne­rin und verstarb am 14. Febru­ar mit fast 95 Jahren. Ohne Zweifel eine beson­de­re Frau. Schau­en wir kurz auf ihr Leben: „Geboren am 9. Mai 1867 als 4tes Kind des Micha­el Gold (Holzwart) und seiner Frau Kreszen­tia geb. Weber. Mit 19 Jahren !!!, also 1886, wander­te sie nach New York aus. Während des I. Weltkriegs kam sie zurück. Kurze Zeit später ging sie wieder in die USA, um 1933 endgül­tig zurück­zu­keh­ren. Sie gehör­te zu den Menschen, die durch zwei Geldent­wer­tun­gen ihr Vermö­gen verlor, aber nicht ihre Frohnatur.“

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Kreszen­tia Gold – auch „Die Ameri­ka­ne­rin“ genannt (Archiv Müller)

Der Metzgers­knecht Eugen Betzler wander­te im Jahr 1891 mit seiner Frau Barba­ra nach Nord-Ameri­ka aus. Der Gemein­de­rat geneh­mig­te nach einge­hen­der Prüfung diesen Plan. Aus diesem Grund baten sie um Entlas­sung aus der württem­ber­gi­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit und dem hiesi­gen Gemein­de­ver­band. Der Gemein­de­rat beschloss folgen­des zu bezeugen:

Dass Eugen Betzler am 2. März 1867 zu Oberko­chen geboren ist und seit dem 22. Novem­ber 1890 mit Barba­ra geb. Mall, geboren am 3. Januar 1872, zu Heufel­den Oberamt Ehingen, verehe­licht ist. Kinder aus der Ehe sind keine vorhan­den. Dass Betzler und seine Ehefrau die Württ. Staats­an­ge­hö­rig­keit und das hiesi­ge Gemein­de­bür­ger­recht auf Grund Abstam­mung bezw. Verhei­ra­thung besit­zen. Dass beide der katho­li­schen Confes­si­on angehö­ren. Dass Eugen Betzler seine Militär­pflicht durch 3‑jährige Dienst­zeit und 1 Jahr als Kapitu­lant *** Genüge geleis­tet hat und nunmehr zur Reser­ve beurlaubt ist *** Ein Kapitu­lant war ein Soldat, der sich freiwil­lig verpflich­te­te, über die gesetz­li­che Dienst­zeit hinaus in der Armee zu dienen. Dies galt beson­ders in der preußi­schen bzw. deutschen kaiser­li­chen Armee bis 1918. Nach Ablauf der regulä­ren Dienst­zeit (zwei bis drei Jahre) konnte ein Soldat seine freiwil­li­ge Weiter­ver­pflich­tung (Kapitu­la­ti­on) erklä­ren. Die Dienst­zeit musste mindes­tens auf vier Jahre verlän­gert werden, oft sogar bis zu zwölf Jahre. Dass Betzler und seine Ehefrau in keiner Unter­su­chung befan­gen sind und hierorts kein Hinder­nis bekannt ist, welches den Austritt des Betzler und seiner Ehefrau aus dem Württ. Staat und hiesi­gen Gemein­de­ver­band im Wege stünde. Dass Betzler und seine Ehefrau ein in Kleidungs­stü­cken bestehen­des Vermö­gen und Reise­geld von 400 Mark expertieren.

„Englän­der-Paul“ – Paul Anton Gold „Schmid­jörg­le. Um 1908 ging er nach England, nach London, richte­te sich eine Autore­pa­ra­tur­werk­statt ein, reparier­te insbe­son­de­re die Autos der Londo­ner Polizei, gab auch Fahrun­ter­richt. Sein promi­nen­tes­ter Fahrschü­ler war der Vater der engli­schen Königin. Er kehrte wohl im ersten Quartal 1919 nach dem Krieg nach Oberko­chen zurück und zog mit seiner Frau und seinem Anton in das kleine Häusle hinter der Schrei­ne­rei Clemens Grupp ein. Alles weite­re aus seinem beein­dru­cken­den Leben finden wir im Bericht 751 über das Dreißental.

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Das Bild beschreibt Frieder Brach­mann wie folgt: Mein Ähle Paul Gold, genannt Englän­ders Paul / Seine Frau Katha­ri­na, geb. Grupp, die ältes­te ihrer ca. 13 Geschwis­ter und meine Oma / Ihr Sohn Paul, geb. in London, hier genannt Katre Paul, zur Unter­schei­dung gegen­über Gruppa Paul, später Schuh­ge­schäft Dreißen­tal. Wuchs quasi mit seinen Onkeln Grupp Clemenz, Anton und Co. Auf / Das ältere Mädchen ist meine Mutter Elly, 1920 in Deutsch­land geboren / Das jünge­re Mädchen ist Flory, die Schwes­ter meiner Mutter und somit meine Tante

Volkmar Schrenk, unser ehema­li­ger Direx am hiesi­gen Gymna­si­um, recher­chier­te zum Thema folgen­des:
In jenen Jahren wander­ten Leute, denen die Heimat keine wirtschaft­li­che Perspek­ti­ve bot, ins »Land der unbegrenz­ten Möglich­kei­ten« aus. Dies geht z. B. deutlich aus einem Abschieds­schrei­ben in der Zeitung hervor, in dem zwei Auswan­de­rer zurück­blei­ben­den Freun­den und Bekann­ten wünschen, dass »sie nicht wie wir, veran­lasst durch Mangel an Arbeit, sich genötigt sehen, die teure Heimat zu verlas­sen und mit Weib und Kind über dem Meer Brot zu suchen, das uns in unserem Vater­land nicht mehr gereicht wurde«.

Selte­ner war, dass ein gestan­de­ner Mann die Heimat hinter sich ließ, wie der Oberko­che­ner Bäcker Munz, der »infol­ge der Auswan­de­rung nach Ameri­ka sein Besitz­tum« zum Verkauf ausschrieb, und was er zu bieten hatte, war nicht eben wenig: »Ein zweisto­cki­ges Wohnhaus mit neu einge­rich­te­ter Bäcke­rei, einem halben Morgen Wiesen und drei Morgen Ackerland«.

Nahezu in sämtli­chen Ausga­ben der Aalener Zeitung finden sich Insera­te, die Schiffs­ver­bin­dun­gen für Auswan­de­rer nach Ameri­ka anprie­sen. Als beson­ders attrak­tiv galt die Reise mit der »Englisch-ameri­ka­ni­schen-Schiff­fahrts­li­nie, die ab London in gut 20 bis 28 Tagen New York erreich­te. Doch durften Auswan­de­rer nicht »franzö­si­schen Abschied« nehmen, sie mussten sich ordnungs­ge­mäß beim Oberamt abmel­den und die verschie­dens­ten Aufla­gen zu erfül­len. So waren u.a. die Vermö­gens­ver­hält­nis­se offen zu legen und wenn sie in finan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten steck­ten, wurden per Zeitungs­an­zei­ge für sie bürgen­de Perso­nen gesucht. Wenn notwen­dig erließ das Oberamt einen Gläubi­ge­r­auf­ruf, nachdem 30 Tage zu warten waren, ob Ansprü­che angemel­det würden. Erst wenn alle Aufla­gen erfüllt waren, stell­te das Oberamt einen Pass aus, gab seinen Segen und veröf­fent­lich­te die Namen der Auswanderer.

So werden am 22. Juli 1859 unter 14 Auswan­de­rern nach Nordame­ri­ka auch »Jakob Schee­rer und Jakob Schuh­ma­cher genannt«, während nach Bayern nur eine Person auswan­der­te. (Ja es gab eine Zeit, da war Bayern tatsäch­lich ein Auswanderungsland!!)

AUSWANDERERLISTEN

Unter rund 70 Wagemu­ti­gen aus dem Oberamt finden sich im Jahr 1866 auch vier Oberko­che­ner Familien: 

  • Meißner, Georg Jakob mit Familie
  • Späth, Johann Georg 
  • Weber, Josef mit Frau
  • Wieden­hö­fer, Matthi­as mit Familie

Gefun­den im Landes­ar­chiv Baden-Württemberg 

  • Dick, Johan­nes geb. 1841, ev., ledig, Schlei­fer Gesel­le, emigriert mit 2 Kinder 1860 in die USA
  • Dölker, Maria Katha­ri­na ev., ledig, geb. 1822 ausge­wan­dert 1852 in die Schweiz 
  • Grupp, Georg Adam ev., ledig, emigriert mit 1 Kind ausge­wan­dert 1852 in die USA 
  • Mausner, Johann Ulrich, Chirurg ausge­wan­dert 1804 in die Schweiz 
  • Tritt­ler Catha­ri­na mit ihrem Bräuti­gam *** mögli­cher­wei­se identisch
  • Tritt­ler, Maria Katha­ri­na ausge­wan­dert 1786 nach Ungarn *** mögli­cher­wei­se identisch
  • Meier, Martin aus Ulm ausge­wan­dert 1786 nach Ungarn
  • Schaupp, Jakob geb. 1793, kath., Hafner Meister, zuletzt wohnhaft in Neckar­sulm, emigriert mit Frau und 6 Kinder 1854 nach Australien

Gefun­den in Auswan­de­rer­lis­te nach Sarata / Bessarabien ***

  • Baugärt­ner, Georg Baltha­sar geb. 28.01.1778, Nagel­schmied mit Frau Elisa­beth Maylan­der geb. 21.04.1784 und adoptier­ter Tochter Marga­re­tha geb. 1811 ausge­wan­dert 1820

Er gehör­te als Klein­häus­ler ohne eigenen Hof zu den Gründer­fa­mi­li­en in Sarata und wohnte im und bewirt­schaf­te­te den Hof Nr. 14

*** Das frühe­re Bessa­ra­bi­en deckt sich heute weitge­hend mit dem westlich des Dnister liegen­den Teil der Republik Moldau, nur der Süden (Budschak) sowie der äußers­te Norden (um Chotyn) gehören zur Ukrai­ne. Sarata (ukrai­nisch und russisch Сарата, rumänisch Sărata) ist eine Siedlung städti­schen Typs im Rajon Bilho­rod-Dnistrow­skyj der ukrai­ni­schen Oblast Odessa mit etwa 5.000 Einwohnern.

Gefun­den in Unter­la­gen Oberamt Aalen

  • Meißner, Georg Jakob mit Familie ausge­wan­dert 1866
  • Munz, NN (Bäcker) ausge­wan­dert 18xx
  • Schee­rer, Jakob ausge­wan­dert 1859
  • Schuma­cher, Jakob ausge­wan­dert 1859
  • Späth, Johann Georg ausge­wan­dert 1866
  • Weber, Josef mit Frau ausge­wan­dert 1866
  • Wieden­hö­fer, Mathi­as mit Familie ausge­wan­dert 1866

Gefun­den bei Deutsche Digita­le Bibliothek

  • Betzler, Eugen ausge­wan­dert 1891
  • Betzler, Georg ausge­wan­dert 1871
  • Elmer, Josef Wilhelm ausge­wan­dert 1903
  • Fritz, Johann Anton ausge­wan­dert 1890
  • Fritz, Josef Paul ausge­wan­dert 1887
  • Gold, Alois ausge­wan­dert 1882
  • Gold, Franz Micha­el ausge­wan­dert 1882
  • Grasbon, Hugo ausge­wan­dert 1912
  • Grupp Jakob ausge­wan­dert 1871
  • Grupp, Melchi­or ausge­wan­dert 1871
  • Jooß, Johann Chris­ti­an ausge­wan­dert 1882
  • Kienin­ger, Johann Konrad ausge­wan­dert 1906
  • Schel­ling, Albert ausge­wan­dert 1854
  • Schoch, Josef ausge­wan­dert 1889
  • Schoch, Karl ausge­wan­dert 1892
  • Starz, Hermann ausge­wan­dert 1882
  • Veil, Anton ausge­wan­dert 1880
  • Vellna­gel, Heinrich ausge­wan­dert 1883
  • Weber, Johann ausge­wan­dert 1902
  • Wieden­hö­fer, Johann Jakob ausge­wan­dert 1873

Gefun­den in Hambur­ger Passa­gier­lis­ten 1850 bis 1934

Ankunfts­ort New York, USA:

  • Babst, Marie geb. 1841 (allein­ste­hend) ausge­wan­dert 1861
  • Bäuerle, Marie geb. 1840 (allein­ste­hend) ausge­wan­dert 1840
  • Behler, Babet­te geb. 1871 (Ehefrau) ausge­wan­dert 1891
  • Behler, Eugen geb. 1867 (Schlach­ter) ausge­wan­dert 1891
  • Betzler, August geb. 1830 ausge­wan­dert 1862
  • Betzler, Carl geb. 1839 (Schuh­ma­cher) ausge­wan­dert 1862
  • Betzler, Josef geb. 1845 (Metzger) ausge­wan­dert 1868
  • Betzler, Joseph geb. 1855 ausge­wan­dert 1862
  • Brand­stet­ter, Aloise geb. 1825 (Ehefrau) ausge­wan­dert 1863
  • Brand­stet­ter, Franz geb. 1823 (Landmann) ausge­wan­dert 1863
  • Brand­stet­ter, Johan­nes geb. 1857 (Kind) ausge­wan­dert 1863
  • Brand­stet­ter, Marie geb. 1856 (Kind) ausge­wan­dert 1866
  • Fischer, Caroli­ne geb. 1868 (allein­ste­hend) ausge­wan­dert 1899
  • Fritz, Josef geb.1855 (Tisch­ler) ausge­wan­dert 1872
  • Hecker, Barba­ra geb. 1839 (Ehefrau) ausge­wan­dert 1866
  • Hecker, Georg geb. ca. 1846 (Arbei­ter) ausge­wan­dert 1869
  • Hecker, Johann geb., 1898 ausge­wan­dert 1926
  • Hecker, Ulrich geb. 1829 (Sohn) ausge­wan­dert 1866
  • Helmer, Gottlieb geb. 1839 ausge­wan­dert 1862
  • Hipp, Narzi­sz geb. 1905 (Mecha­ni­ker­ge­sel­le) ausge­wan­dert 1928
  • Hirsch, Josef geb. 1836 (Schus­ter) ausge­wan­dert 1861
  • Hunnold, Katha­ri­na geb. 1842 ausge­wan­dert 1862
  • Kopp, Katha­ri­na geb. ca. 1844 ausge­wan­dert 1862
  • Mauser, Franz geb. ??? (Arbei­ter) ausge­wan­dert 1867
  • Mauser, Johan­nes geb. ??? (Arbei­ter) ausge­wan­dert 1867
  • Reiser, J.H. geb. 1847 (Bergmann) ausge­wan­dert 1863
  • Sauer, Dorothea geb. 1909 (allein­ste­hend) ausge­wan­dert 1927
  • Schaub, Johann geb. 1829 ausge­wan­dert 1862
  • Schaupp Alois geb. 1869 (Schus­ter) ausge­wan­dert 1887
  • Schlich­ter, Gottfried geb. 1846 ausge­wan­dert 1862
  • Schlich­ter, Louise geb. 1840 ausge­wan­dert 1862
  • Schübel, Micha­el geb. 1834 (Küper) ausge­wan­dert 1866
  • Speth, Christ. geb. 1847 (Bergmann) ausge­wan­dert 1863
  • Starz, J.G. geb. 1845 (Bergmann) ausge­wan­dert 1863
  • Stauden­ecker, Franzis­ka geb. 1912 (allein­ste­hend) ausge­wan­dert 1929
  • Uhl, Eugenie geb. 1913 (allein­ste­hend) ausge­wan­dert 1930 
    • 26.04.1913 / 09.01.2009 war zweimal verhei­ra­tet: Zuerst mit Eugen Wecken­mann verhei­ra­tet (kinder­los), dann seit 26.08.1941 mit Kurt Andre­as Hugo Schmitz (1 Kind Joan Schmitz geb. 07.02.1950 New York)
  • Uhl, Maria Eugenie geb. 1907 (aus Arbon / Thurgau CH) ausge­wan­dert 1929 
    • 14.05.1907 / gest. 10.11.1994, war mit Alfons Bonaven­tura verhei­ra­tet, kinderlos

Anmer­kung 1: Die Eltern der beiden Uhl-Schwes­tern waren Karl Adolf Uhl geb. 29.09.1882 gest. 24.02.1971 und Karoli­ne Barba­ra geb. Kochen­dor­fer geb. 04.12.1882 gest. 03.04.1920. Sie hatten noch 2 weite­re Kinder: Adolf Max und Gregor Karl

Anmer­kung 2: Karl Adolf Uhl heira­te­te nach dem Tod seiner ersten Frau Helene geb. Steiner. Sie hatten auch 4 Kinder: Helene Pauli­ne, Ewald Otto, Max Josef und Anna Pauli­ne. Aber auch diese starb bereits 1955.

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Haus Wiesen­weg 1 (Roland Miltner: Vor dem Haus stehen meine Großel­tern Helene und Adolf Uhl mit meiner Mutter Anna (auf dem Arm) und den Brüdern Ewald und Gregor — der größe­re (überlas­sen von Roland Miltner).

  • Völker, Carl geb. 1879 (Schlos­ser­ge­sel­le) ausge­wan­dert 1899
  • Wieden­ho­fen, Carl geb. 1850 (Landmann) ausge­wan­dert 1875

Ankunfts­ort Toron­to, Canada:

  • Flurer, Maria geb. 1888 ausge­wan­dert 1927
    • Mit ihrem Mann Fred John (former­ly Johann F.) am 10.10.1941 in die USA eingewandert
  • Uhl, Franz geb. 1908 (Landmann, Taglöh­ner) ausge­wan­dert 1930

Ankunfts­ort Buenos Aires, Argentinien:

  • Dürr, Babet­te geb. 1887 (verhei­ra­tet) ausge­wan­dert 1927
  • Vogler, Josef geb. 1902 (Bäcker) ausge­wan­dert 1924

Wilfried „Wichai“ Müller – Billie vom Sonnen­berg – Der Nicht-Ausgewanderte

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