Maßgeb­lich am Erfolg betei­ligt waren nachfol­gend aufge­führ­te Führungs­per­so­nen (die Auflis­tung erfolgt nament­lich A‑Z und ist meine subjek­ti­ve Auswahl):

Prof. Walter Wilhelm Johan­nes Bauers­feld * 23. Jan. 1879 in Berlin † 28.10.1959 in Heiden­heim (Foto: Archiv Zeiss Jena)

Prof. Dr. Walter Bauers­feld, Geboren: 23. Januar 1879 in Berlin; gestor­ben am 28. Oktober 1959 in Heiden­heim an der Brenz. Studi­um des Maschi­nen­baus an der TH Berlin‑Charlottenburg, Diplom 1902; Promo­ti­on 1904. Ab 1908 Mitglied der Geschäfts­lei­tung bei Carl Zeiss Jena. 1927–1945 außer­or­dent­li­cher Profes­sor für Physik an der Univer­si­tät Jena; nach 1945 Honorar­pro­fes­sor in Stutt­gart. Ab 1919 entwi­ckel­te Bauers­feld das erste Plane­ta­ri­um; 1923 wurde es im Deutschen Museum München vorge­stellt. Nach 1945 Mitauf­bau der optischen Werke in Oberko­chen. Er genoss als Erfin­der des Plane­ta­ri­ums Weltruhm.

Dr. Ing Peter H. Grass­mann * 21. Nov. 1939 in München (Foto: Archiv Zeiss Jena)

Dr. Ing. Peter H. Grass­mann. Geboren: 21. Novem­ber 1939 in München. Aufge­wach­sen in Dresden und Bayern; frühe Prägung durch natur­wis­sen­schaft­li­ches Umfeld. Studi­um der Physik an der TU München. Promo­ti­on 1968 am Max‑Planck‑Institut für Physik im Bereich Plasma­phy­sik (bei Werner Heisen­berg). Forschungs­auf­ent­halt am MIT, Cambridge/USA.

Er ist ein deutscher Physi­ker, Top‑Manager und später Wirtschafts­ethi­ker, der sowohl bei Siemens als auch bei Carl Zeiss zentra­le Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se leite­te. Beson­ders bekannt wurde er durch die Sanie­rung der Carl Zeiss Gruppe in den 1990er‑Jahren. Er spiel­te in der Zeiss‑Geschichte der 1990er‑Jahre eine Schlüs­sel­rol­le: Er war der Manager, der die Sanie­rung, Neuord­nung und strate­gi­sche Neuaus­rich­tung der Carl‑Zeiss‑Gruppe nach der deutschen Wieder­ver­ei­ni­gung durch­setz­te. Sein Wirken gilt als entschei­den­der Wende­punkt der moder­nen Zeiss‑Historie: Er sicher­te das Überle­ben der Zeiss‑Gruppe. 1994 stand Zeiss Jena kurz vor dem Zusam­men­bruch. Grass­manns Sanie­rung verhin­der­te die Zerschla­gung. Seine Zeit in Oberko­chen dauer­te bis 2001.

Er legte durch seine Arbeit die Basis für späte­re Weltmarkt­füh­rer­schaf­ten in der

  • Halblei­ter­op­tik → Grund­la­ge für ASMLs Aufstieg
  • Medizin­tech­nik → späte­rer Erfolg von Zeiss Meditec
  • Messtech­nik → global führend
  • Zudem moder­ni­sier­te er die Stiftungs­struk­tur und führte Zeiss in eine moder­ne, global ausge­rich­te­te Unter­neh­mens­form – ohne die Stiftungs­prin­zi­pi­en Ernst Abbes aufzugeben

Ausgangs­la­ge: Zeiss nach der Wiedervereinigung

Nach 1990 befand sich die Zeiss‑Gruppe in einer histo­ri­schen Ausnahmesituation:

  • Zwei Unter­neh­men trugen den Namen „Carl Zeiss“: Zeiss Oberko­chen (Stiftungs­un­ter­neh­men, Westdeutsch­land) und VEB Carl Zeiss Jena (DDR‑Kombinat).
  • Die wirtschaft­li­che Lage in Jena war kritisch, die Struk­tu­ren veral­tet, die Märkte weggebrochen.
  • Die Stiftung suchte eine Führungs­per­sön­lich­keit, die Techno­lo­gie, Manage­ment und Restruk­tu­rie­rung beherrschte.
  • Am 17. März 1994 erklär­te der Stiftungs­kom­mis­sar vor den Führungskräften
    • Treuhand­mit­tel sind aufgebraucht
    • Das Eigen­ka­pi­tal reicht noch für ein Jahr
    • Mit Jena schreibt die Stiftung Verluste
    • Auch ohne Jena ist die Situa­ti­on unbefriedigend
    • Es ist sofort zu handeln
    • Es ist keine Zeit für Diskussionen
    • Exter­ne Hilfe ist erforderlich
  • Am 20. Oktober 1994 erklär­te der Stiftungs­kom­mis­sar im Hotel Fonta­na in Stutt­gart-Vaihin­gen: „Zeiss ist ein Sanierungsfall!“
  • Am 9. Novem­ber 1994 stand in den Zeitun­gen: „Peter Grass­mann wird neuer Chef bei Zeiss“.
  • 1994 wurde Peter Grass­mann vom Stiftungs­kom­mis­sar Hermann Franz als Vorstands­vor­sit­zen­der berufen, um Zeiss zu sanieren. 

Die Lage in Oberko­chen war 1994 mehr als angespannt. Es ging um alles. Mein Bruder, Harald „Boxer“ Müller war als gebür­ti­ger Oberko­che­ner mit einem Fernseh­team aus Stutt­gart in seinen Heimat­ort geschickt worden, um die Demos ins Fernse­hen zu bringen. Diese fanden in Stutt­gart-Vaihin­gen vor dem Hotel Fonta­na (heute Pullmann Stutt­gart Fonta­na, bis heute mein Stamm-Hotel, wenn ich in Stutt­gart bin) und in Oberko­chen statt. Am 26. Oktober 1994 demons­trier­ten 4.500 Zeiss-Mitar­bei­ter für den Erhalt ihrer Arbeits­plät­ze; am 10. Novem­ber 1994 erneut 3.500 vor dem Vorstands­haus in Oberkochen.

  • Es ging um bis zu 3.000 Stellen, davon über 1.500 im Westen.
  • Auf Plaka­ten standen Slogans wie „Aufbau Ost, Abbau West – wir sagen nein“.
  • Die Stimmung war aufge­heizt, weil viele glaub­ten, die Integra­ti­on von Zeiss Jena sei Ursache der Krise. 
  • Der damali­ge Betriebs­rats­vor­sit­zen­de Edwin Michler warnte vor einer Eskala­ti­on kurz vor einer entschei­den­den Sitzung am 20. Oktober 1994.
  • Die Region Ostalb „zitter­te“, weil Zeiss der wichtigs­te Arbeit­ge­ber war.
  • Der Vorstands­spre­cher Jobst Herrmann trat in dieser Phase zurück. 
  • 1996 wurde das Werk Bopfin­gen mit 100 Beschäf­tig­ten geschlossen. 

Die Protes­te zeigten auch einen deutli­chen Konflikt zwischen den Standorten:

  • Viele Beschäf­tig­te in Oberko­chen glaub­ten, die Verlus­te in Jena seien der Haupt­grund für die Krise.
  • In Jena wieder­um protes­tier­ten Beschäf­tig­te gegen weite­re Kürzun­gen und verwie­sen auf bestehen­de Verein­ba­run­gen, die Entlas­sun­gen eigent­lich ausschlie­ßen sollten. 

Grass­manns strate­gi­sche Maßnah­men in den Jahren 1994 bis 1998

Sanie­rung des Stand­orts Jena.

  • Rückfüh­rung in profi­ta­bles Arbeiten
  • Neuord­nung der Geschäftsbereiche
  • Vorbe­rei­tung späte­rer Ausgrün­dun­gen (z. B. Jenop­tik, Zeiss Meditec) 

Integra­ti­on zweier Unter­neh­mens­kul­tu­ren. Er musste zwei sehr unter­schied­li­che Syste­me zusammenführen:

  • Westdeut­sche High‑Tech‑Strukturen
  • Ostdeut­sche Großkombinat‑Strukturen Dies war ein sozial, organi­sa­to­risch und politisch hochkom­ple­xer Prozess.

Bedeu­tung für Oberko­chen und die Ostalb: Grass­mann hatte für Oberko­chen eine zentra­le, fast existen­zi­el­le Bedeu­tung, weil er in den 1990er‑Jahren die Sanie­rung und strate­gi­sche Neuaus­rich­tung von Carl Zeiss leite­te – und damit den wichtigs­ten Arbeit­ge­ber der Stadt stabi­li­sier­te und moder­ni­sier­te. Die Stabi­li­sie­rung des Unter­neh­mens war für die Region wirtschaft­lich überle­bens­wich­tig, da Zeiss der größte Arbeit­ge­ber der Ostalb ist. Oberko­chen ist eng mit Zeiss verbun­den – wirtschaft­lich, sozial und kultu­rell. Grass­manns Kurswechsel

  • beruhig­te die Lage in Oberkochen
  • verhin­der­te massi­ve Arbeits­platz­ver­lus­te und eine mögli­che Zerschla­gung des Konzerns
  • stabi­li­sier­te die Region Ostalb
  • machte Oberko­chen zu einem Hightech‑Zentrum
  • und legte die Basis für das späte­re Wachstum

Ohne seine Eingrif­fe wäre Oberko­chen in nahezu allen Belan­gen wohl kaum wiederzuerkennen.

Bedeu­tung für die Zeiss‑Geschichte: Warum war Grass­mann so wichtig für die Lösung der Krise? Weil er gleich­zei­tig Manager, Strate­ge und Vermitt­ler war:

  • Er brach­te Erfah­rung aus der Siemens‑Medizintechnik mit.
  • Er verstand die Bedeu­tung der Stiftungskonstruktion.
  • Er konnte zwischen Oberko­chen, Jena, Politik und Beleg­schaft vermitteln.

(Quellen TAZ, Schwä­bi­sche Post, KI, Wikipe­dia und Schwä­bi­sche Zeitung)

Seit seinem Ausschei­den bei Carl Zeiss ist der Träger des Verdienst­or­dens 1. Klasse der Bundes­re­pu­blik als Politik- und Wirtschafts­be­ra­ter, Autor und Wirtschafts­ethi­ker tätig. Peter H. Grass­mann, der in der Nähe von München lebt, gilt als Verfech­ter einer werte­re­gu­lier­ten Markt­wirt­schaft, ohne die der Kapita­lis­mus langfris­tig nicht überle­ben werde.

Zu dem Thema hat er auch drei Bücher geschrie­ben: „BurnOut – Wie wir eine aus den Fugen gerate­ne Wirtschaft wieder ins Lot bringen“ und „Plateau 3 – Zukunft verer­ben – Werte­re­gu­lier­te Markt­wirt­schaft und Bürger­de­mo­kra­tie“. Grass­mann ist unter anderem Mitglied des Beirats der Deutschen Umwelt­stif­tung, sitzt im Vorstand der Umwelt-Akade­mie und in den Kurato­ri­en des Vereins Mehr-Demokra­tie und des Forums ökoso­zia­le Markt­wirt­schaft. Sein neues­tes Buch „Demokra­tie neu denken“ veröf­fent­lich­te er im Alter von 86 Jahren im Jahr 2025.

In diesem Buch beschreibt er u.a. seine Arbeit bei Zeiss wie folgt: „… Die spekta­ku­lärs­te Entschei­dung war, bei Carl Zeiss in das kapital­in­ten­si­ve Feld der Extrem­op­ti­ken für die Chip-Indus­trie zu inves­tie­ren. Diese Indus­trie ist sehr zyklisch. Die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft bewegt sich in starken Spitzen auf und ab. Die notwen­di­gen Reinraum­fa­bri­ken waren zu finan­zie­ren im Finanz­ver­bund mit der Schwes­ter­fir­ma Schott. Deren Vorstand war gegen dieses Engage­ment. Ich aber antwor­te­te: „Wir machen das!“ Der Finanz­vor­stand, der für beide Firmen zustän­dig war, erklär­te darauf­hin seinen Rücktritt bei Carl Zeiss. Damit ohne Finanz­vor­stand, aber mit dem Rücken­wind der Kapital­kraft von ASML konnten wir in die Hochleis­tungs­op­ti­ken für die Chip-Indus­trie einstei­gen. Diese Millio­nen teuren Optiken waren und sind die Basis des hollän­di­schen Produ­zen­ten von Lithog­ra­hie-Syste­men ASML, der aufgrund dieser Entschei­dung in den Folge­jah­ren zu einer der erfolg­reichs­ten Aktien­ge­sell­schaf­ten Europas aufstieg und dies bis heute ist…“ (mit Erlaub­nis von Dr. Peter Grassmann)

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Paul Henrichs * 3. Jan. 1882 in Aachen † 7. Nov. 1962 – Zum 50sten Dienst­ju­bi­lä­um am 22.3.1951 (Foto: Archiv Zeiss Jena)

Kaufmann Dr. Paul Henrichs. Geboren: 3. Januar 1882 in Aachen; gestor­ben: 7. Novem­ber 1962. 1901: Beginn der kaufmän­ni­schen Lehre bei Carl Zeiss Jena. Frühe Karrie­re: Ausbil­dung im In- und Ausland; mit 24 Jahren Leiter der Zeiss‑Niederlassung London. Nach dem Ersten Weltkrieg: Aufbau der natio­na­len und inter­na­tio­na­len Vertriebs­or­ga­ni­sa­ti­on von Zeiss. 1926: Eintritt in die Geschäfts­füh­rung von Carl Zeiss. 1934: Mitglied der Geschäfts­lei­tung des Jenaer Glaswerks Schott & Gen. 1941: Bevoll­mäch­tig­ter der Carl‑Zeiss‑Stiftung. Nach 1945: Mitwir­kung beim Wieder­auf­bau der Zeiss‑Unternehmen in Oberko­chen; später u. a. Aufsichts­rats­vor­sit­zen­der der Zeiss Ikon AG. Er war einer der prägen­den Manager der deutschen Feinmechanik‑ und Optik­in­dus­trie. Er profes­sio­na­li­sier­te den inter­na­tio­na­len Vertrieb von Zeiss, führte das Unter­neh­men durch Krisen­zei­ten und spiel­te nach 1945 eine Schlüs­sel­rol­le beim Wieder­auf­bau der westdeut­schen Zeiss‑Strukturen.

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Dr. Micha­el Kasch­ke * 18. Jun. 1957 in Greiz (Foto: Archiv Zeiss Oberkochen)

Prof. Dr. Micha­el Kasch­ke. Geboren: 1957 in Greiz (Thürin­gen). Studi­um der Physik an der Friedrich‑Schiller‑Universität Jena. Promo­ti­on und Habili­ta­ti­on 1986/88 im Bereich Laser­phy­sik. Forschungs­auf­ent­hal­te in den USA (u. a. IBM New York). Ab 1992 bis 2020 in Führungs­po­si­tio­nen bei Zeiss, lebt seitdem in Oberko­chen. Er ist ein deutscher Physi­ker, Techno­lo­gie- und Wissen­schafts­ma­na­ger und ehema­li­ger Vorstands­vor­sit­zen­der der Carl Zeiss AG. Er gilt als einer der prägen­den Gestal­ter der moder­nen Zeiss‑Gruppe und war maßgeb­lich daran betei­ligt, das Unter­neh­men techno­lo­gisch, organi­sa­to­risch und global neu auszu­rich­ten Er gilt als einer der wichtigs­ten Zeiss‑Manager der letzten Jahrzehn­te. Er prägte das Unter­neh­men durch:

  • Techno­lo­gi­sche Fokus­sie­rung (Halblei­ter­op­tik, Medizin­tech­nik, Mikroskopie)
  • Globa­li­sie­rung des Konzerns
  • Sanie­rung der Augen­op­tik und Börsen­gang der Medizintechnik
  • Beschleu­nig­te Digita­li­sie­rung der Geschäfte 
  • Stärkung der Innovationskultur

Unter seiner Führung entwi­ckel­te sich Zeiss zu einem der erfolg­reichs­ten High‑Tech‑Konzerne Europas. Heute Gesell­schaf­ter und Mitglied des Aufsichts­rats der Robert Bosch GmbH, Mitglied der Leopol­di­na und Präsi­dent des Stifter­ver­ban­des für die deutsche Wissenschaft.

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Dr. Gerhard Kühn * 3. Jan. 1902 † 1990 – aufge­nom­men am 27.3.1962 anläss­lich seines 60sten Geburts­tags (Foto: Archiv Zeiss Jena)

Dr. Gerhard Kühn (Ehren­bür­ger in Oberko­chen). Geboren 1907. Gestor­ben 1988. Studi­um der Physik; Promo­ti­on im Bereich Optik. Ab den 1930er‑Jahren wissen­schaft­li­che Tätig­keit bei Carl Zeiss Jena. Nach 1945 führen­de Rolle beim Wieder­auf­bau der Forschungs­ab­tei­lun­gen. Später Direk­tor für Forschung und Entwick­lung. Kühn gehör­te zu jener Genera­ti­on von Zeiss‑Wissenschaftlern, die die Optik­for­schung in Deutsch­land nach dem Zweiten Weltkrieg neu struk­tu­rier­ten. Seine Arbeit stärk­te die inter­na­tio­na­le Wettbe­werbs­fä­hig­keit von Zeiss und prägte die Entwick­lung moder­ner optischer Mess‑ und Analysegeräte.

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Heinrich „Heinz“ Küppen­ben­der („Küpp“) * 23. Jan. 1901 in Waldni­el † 5.Jul. 1989 – aufge­nom­men zum 25sten Dienst­ju­bi­lä­um am 1.9.1952 (Foto: Archiv Zeiss Jena)

Dr. Heinz Küppen­ben­der (Ehren­bür­ger in Oberko­chen). Geboren: 23. Febru­ar 1901 in Waldni­el; gestor­ben: 4. Juli 1989. Studi­um des Maschi­nen­baus an der TH Aachen, Diplom 1924; Assis­tent 1926–1927. Ab 1927: Tätig­keit bei Carl Zeiss Jena. 1929–1941: Chefkon­struk­teur bei Zeiss Ikon in Dresden. 1941: Mitglied der Geschäfts­lei­tung von Carl Zeiss Jena. 1947–1972: Techni­scher Leiter bei Carl Zeiss Oberko­chen. 1966–1970: Mitglied der Bildungs­kom­mis­si­on des Deutschen Bildungs­ra­tes. Küppen­ben­der war einer der wichtigs­ten techni­schen Köpfe der Zeiss‑Gruppe im 20. Jahrhun­dert. Seine Arbeit an der Contax‑Kamera und seine jahrzehn­te­lan­ge techni­sche Leitung in Oberko­chen machten ihn zu einer Schlüs­sel­fi­gur der deutschen Optik‑ und Kamera­ge­schich­te. Er verkün­de­te im Jahr 1957 erstmals eine Jahres­ab­schluss­prä­mie in Höhe von 3 % des Jahresgehaltes.

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Dr. Dieter Kurz * 4. Feb. 1948 in Tübin­gen – aufge­nom­men beim Presse­emp­fang im Jahr 2006 im Gespräch mit Wolfgang Schmidt (Foto: Archiv Zeiss Jena)

Dr. Dieter Kurz. Geboren: 1948 in Tübin­gen. Studi­um der Physik an der Univer­si­tät Tübin­gen. Promo­ti­on 1976 im Bereich Festkör­per­phy­sik. Ab 1979 bis 2010 bei Carl Zeiss in verschie­de­nen techni­schen und strate­gi­schen Funktionen.

Er ist ein deutscher Physi­ker, Techno­lo­gie­ma­na­ger und ehema­li­ger Vorstands­vor­sit­zen­der der Carl Zeiss AG. Er zählt zu den prägen­den Führungs­per­sön­lich­kei­ten der moder­nen Zeiss‑Geschichte und führte das Unter­neh­men durch eine Phase tiefgrei­fen­der techno­lo­gi­scher und struk­tu­rel­ler Erneue­rung. Er gilt als einer der zentra­len Archi­tek­ten des moder­nen Zeiss‑Konzerns. Er prägte das Unter­neh­men durch:

  • Techno­lo­gi­sche Exzel­lenz und klare Innovationsstrategie
  • Stabi­li­sie­rung und Wachs­tum in einer Phase globa­ler Marktveränderungen
  • Stärkung der Halblei­ter­op­tik, die heute das wichtigs­te Zukunfts­feld von Zeiss ist
  • Moder­ni­sie­rung der Stiftungsstrukturen

Unter seiner Führung entwi­ckel­te sich Zeiss zu einem globa­len High‑Tech‑Akteur mit klarer strate­gi­scher Ausrichtung.

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Dr. Wolfgang Pfeif­fer * unbekannt – aufge­nom­men am 5.6.1979 (Foto: Archiv Zeiss Jena)

Dr. Wolfgang Pfeif­fer. Geboren: 1929. Gestor­ben: 2003. Studi­um der Physik, Promo­ti­on im Bereich Optik. Ab den 1950er‑Jahren bei Carl Zeiss Oberko­chen. Aufstieg über Forschung, Entwick­lung und Produkt­ma­nage­ment in die Unternehmensführung.

Er war ein deutscher Physi­ker, Technologie‑Manager und langjäh­ri­ges Mitglied der Geschäfts­füh­rung von Carl Zeiss. Er zählt zu den zentra­len Gestal­tern der Zeiss‑Entwicklung in der Nachkriegs­zeit und prägte insbe­son­de­re die Berei­che Mikro­sko­pie, Optik­for­schung und strate­gi­sche Unter­neh­mens­füh­rung. Er gilt als einer der intel­lek­tu­el­len und strate­gi­schen Köpfe der Zeiss‑Gruppe. Er prägte das Unter­neh­men durch:

  • Stärkung der wissen­schaft­li­chen Exzellenz
  • Moder­ni­sie­rung der Mikroskopie‑ und Optikforschung
  • Strate­gi­sche Weiter­ent­wick­lung des Konzerns
  • Gestal­tung der Zeiss‑Strukturen in der Zeit der Wiedervereinigung

Sein Wirken trug wesent­lich dazu bei, dass Zeiss in den 1980er und 1990er Jahren seine Positi­on als globa­ler Techno­lo­gie­füh­rer behaup­ten konnte.

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Dr. Horst Skolu­dek * 26. Mai. 1927 in Penzig † 11. Nov. 2020 – aufge­nom­men am 19.8.1961 (Foto: Archiv Zeiss Jena)

Dr. phil. nat. Horst Skolu­dek. Geboren: 26. Mai 1927 in Penzig (heute Piensk, Polen). Gestor­ben: 11. Novem­ber 2020 im Alter von 93 Jahren. Studi­um der physi­ka­li­schen Chemie, Physik, Minera­lo­gie und Betriebs­wirt­schaft in Jena, Göttin­gen und Frank­furt; Promo­ti­on 1960 zum Dr. phil. nat. Er war kein lauter Visio­när, sondern ein strate­gi­scher Realist

  • der boden­stän­dig war
  • klar in Entscheidungen
  • loyal zum Unternehmen
  • und mit einem starken Verant­wor­tungs­ge­fühl gegen­über Mitarbeitern
  • Sein Stil prägte die Unter­neh­mens­kul­tur nachhaltig.

Er war einer der prägen­den Indus­trie­ma­na­ger der deutschen Optik­bran­che und über Jahrzehn­te eine zentra­le Führungs­per­sön­lich­keit bei Carl Zeiss Oberko­chen. Als Vorstands­spre­cher (1982–1992) führte er das Unter­neh­men durch Inter­na­tio­na­li­sie­rung, wirtschaft­li­che Erneue­rung und – beson­ders bedeu­tend – durch die Wieder­ver­ei­ni­gung der Zeiss‑Betriebe in Ost und West.

Skolu­dek war für Carl Zeiss einer der wichtigs­ten strate­gi­schen Gestal­ter der Nachkriegs­zeit. Seine Bedeu­tung liegt vor allem in drei Berei­chen: Moder­ni­sie­rung, Inter­na­tio­na­li­sie­rung und der Wieder­ver­ei­ni­gung der Zeiss‑Unternehmen nach 1990. Seine Rolle war nicht nur die eines Managers, sondern die eines Trans­for­mers: Er führte Zeiss aus einer technisch exzel­len­ten, aber organi­sa­to­risch veral­te­ten Struk­tur in ein global wettbe­werbs­fä­hi­ges Hightech‑Unternehmen. Skolu­dek erkann­te früh, dass Zeiss zwar technisch führend war, aber zu sehr wie ein akade­mi­sches Insti­tut funktio­nier­te. Unter seiner Führung wurde Zeiss

  • markt­ori­en­tier­ter – stärke­re Ausrich­tung auf Kundenbedürfnisse
  • profes­sio­nel­ler im Manage­ment – klare Verant­wort­lich­kei­ten, moder­ne Führungsstrukturen
  • finan­zi­ell robus­ter – Aufbau großer Rückstel­lun­gen, hohe Investitionen

Er verwan­del­te Zeiss von einem „Hochschul­in­sti­tut mit Werkstät­ten“ in ein inter­na­tio­na­les Techno­lo­gie­un­ter­neh­men und er war einer der ersten Zeiss‑Manager, die global dachten. Seine Stati­on in New York (1966–1969) prägte ihn – und später das Unternehmen.

Er trieb maßgeb­lich voran:

  • den Aufbau starker US‑ und Asien‑Präsenzen
  • die Profes­sio­na­li­sie­rung des weltwei­ten Vertriebs
  • die Positio­nie­rung von Zeiss als globa­ler Premiumanbieter

Damit legte er die Grund­la­ge für die heuti­ge inter­na­tio­na­le Stärke des Konzerns.

Die Wieder­ver­ei­ni­gung der Zeiss‑Betriebe war sein größtes Vermächt­nis. Nach 1990 mussten die jahrzehn­te­lang getrenn­ten Unter­neh­men Zeiss Oberko­chen und Zeiss Jena wieder zusam­men­ge­führt werden – wirtschaft­lich, organi­sa­to­risch und kultu­rell. Er war der Archi­tekt dieses Prozesses:

  • Er verhan­del­te mit Politik, Treuhand und Belegschaften
  • Er setzte auf Koope­ra­ti­on statt Konfrontation
  • Er bewahr­te die Marke Zeiss vor einer Zerschlagung

Unter seiner Führung (1982–1992) gab es eine starke wirtschaft­li­che Wirkung:

  • stieg der Umsatz von 500 Mio. DM auf 2,4 Mrd. DM
  • inves­tier­te Zeiss 1 Mrd. DM in Zukunftstechnologien
  • wurden 800 Mio. DM Pensi­ons­rück­stel­lun­gen aufgebaut

Teil 3 der Zeiss-Story nach der Sommerpause

Immer auf der Suche, auch nach Firmen-Geschich­ten – Billie vom Sonnenberg

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