Die Zusammensetzung der Belegschaft im Jahr 1951. Gesamt: 2.300 Beschäftigte, davon sind 25% Jenenser, 33% Einheimische und 42% Flüchtlinge.
Die Einwohnerzahl in Oberkochen stellte sich seinerzeit wie folgt dar. 1939: ca. 2.011 / 1945: ca. 2.300 / 1951: ca.3.800 / 1968: 8.568
Die „Coburger“ kamen im Jahr 1951. (basierend auf einem Bericht des früheren Stadtrates Wesselmann)
Sie kamen mit allem, was sie hatten, und das war nicht viel. Die Oberkochener, damals noch nicht so geografisch bewandert wie heute, waren der Meinung: „Die kommen auch von drüben“. Nach dem Krieg hatte sich die Fa. Carl Zeiss in Coburg in einer leerstehenden Fabrikhalle unter dem Namen „Opton“ etabliert. Aber die Rahmenbedingungen in Coburg waren schlecht und letztendlich war es auch nur ein Übergangsstandort und strategisch überhaupt kein guter Standort für ZEISS:
- Industrielle Infrastruktur — Coburg hatte 1946–1951 kaum große Maschinenbau‑ oder Präzisionsfertigungsbetriebe. Es fehlten Zulieferer, spezialisierte Werkstätten und ein industrielles Umfeld, wie es Zeiss für Optik, Feinmechanik und Glasverarbeitung brauchte.
- Fachkräftebasis — Die Region war eher handwerklich geprägt. Für Zeiss waren aber hochqualifizierte Feinoptiker, Glaschemiker und Präzisionsmechaniker nötig. Diese Fachkräfte ließen sich in Oberkochen und im Raum Heidenheim deutlich leichter anwerben.
- Verkehrsanbindung — Coburg lag 1946–1951 am Rand der amerikanischen Besatzungszone, direkt an der Grenze zur sowjetischen Zone. Das war logistisch ungünstig und politisch riskant.
- Strategische Lage — Die Amerikaner wollten Zeiss bewusst weit weg von der innerdeutschen Grenze ansiedeln. Oberkochen/Heidenheim war sicherer, zentraler und besser ausbaubar.
Die arbeitenden „Coburger“ in dieser Fabrik waren Thüringer, Sudetendeutsche, Ostpreußen und Oberfranken sowie echte Coburger. Aber eines Tages war es soweit. Die Geschäftsstelle wurde geschlossen und nur ein Teil der rund 300 Beschäftigten wurde von Oberkochen übernommen. Namentlich waren das nachfolgend aufgeführte Personen (teils mit teils ohne Familien):
- Bartel
- Bauer
- Buckel
- Büttner
- Dietzel
- Ernst A.
- Ernst G.
- Ernst W.
- Fischer H.
- Gischel
- Greiner
- Hackel E.
- Hahn
- Herdeegen
- Höllein
- Hopfe
- Jakob
- Jüttner
- Knopf
- Korn
- Krausser
- Küchler
- Mönch
- Morawitz
- Müller F.
- Müller H.
- Müller W.
- Nyenhuis
- Oursin
- Pareigat
- Peterreit
- Pyttel
- Ramming
- Reichmuth
- Reimann
- Reul
- Rüster
- Sauerteig C.
- Seiler
- Singer
- Söllner
- Sonnenberg
- Scharnowell
- Schelbert
- Schier
- Schikore
- Schmidt K.
- Schneppe
- Schubert
- Steier
- Straub
- Ulbrich
- Walesch
- Weidmann H.
- Werner G.
- Wesselmann
- Winter
- Wojatschke
- Ziel
- Zwerenz
Der größte Teil ist in Oberkochen geblieben. Einige wurden von ZEISS in andere Orte versetzt, andere sind weggezogen und manche sind zu örtlichen Firmen gewechselt. Aber sie sahen sich alle als „Coburger“ und haben auch später noch den Zusammenhalt gepflegt.

Klein-Coburg bzw. die Veste Coburg von Oberkochen (Archiv HVO Bantel)
Ein großer Teil der 1951 Angekommenen konnte in gerade erbaute neue Wohnungen in der Brunnenhalde einziehen – eine Seltenheit und durchaus beneidet. Man nannte die Häuser „Klein-Coburg“ oder „Veste Coburg“. Die Zugänge zu den Häusern waren anfangs durchaus grenzwertig. Und einige meines Jahrgangs haben dort als Kinder ihre erste Heimat in Oberkochen gefunden. Und wenn wir ein Schulzeit-Treffen in Oberkochen haben, versäumt es der eine oder die andere nicht, kurz dort oben vorbeizuschauen.
Wie für die Jenenser, war es auch für die Coburger, in dem kleinen Dorf Oberkochen neu anzufangen, nicht so einfach.
Jena: Die nach Oberkochen gelangten Zeissianer aus Jena dürften vor allem ihre urbane Heimatstadt, die kulturelle und soziale Infrastruktur, die eingespielte Betriebsgemeinschaft sowie den hohen Lebensstandard und die Arbeitskultur des Jenaer Zeiss-Werks vermisst haben. Jena war 1945 eine Stadt mit 60.000–70.000 Einwohnern und einem ausgeprägten städtischen Leben. Zeiss Jena war eine „Élite-Schmiede“ mit extrem hohen handwerklichen Standards, jahrzehntelang gewachsenen Teams und einer starken Identität als „Zeissianer“. Die Mitarbeiter waren es gewohnt, „ins Geschäft zu gehen“ – sauber gekleidet, mit Krawatte, mit einem Selbstverständnis von Präzision und Professionalität. In Oberkochen fanden sie zunächst Provisorien, improvisierte Werkstätten und eine völlig neue Organisationsstruktur vor. Zudem war Zeiss Jena nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein Mythos, geprägt von Ernst Abbes Sozialreformen und einer über 100-jährigen Tradition.
Es gab die Friedrich‑Schiller‑Universität mit studentischem und akademischem Leben, wissenschaftliche Institute, Vorträge, akademisches Leben sowie Theater, Konzerte, Kinos, Lesungen, studentische Kultur, Vereine und eine städtische Infrastruktur, Wohnungen, Straßenbahn, Märkte, Cafés.
Da wirklich alles in Oberkochen anders war, erfreuten sie sich doch an unserer Ostalb-Natur. Diese war durchaus ähnlich, nur die Täler deutlich enger. Auch hier gilt, dass die Integration durch ein gutes Miteinander im Beruf und in der Freizeit als gelungen zu bezeichnen ist. Ich sage immer, Integration ist zum großen Teil gelungen, wenn die Leibspeisen der Migrierten bei uns ein neues Zuhause gefunden haben. Zu erwähnen sind die Thüringer Rostbratwürste sowie Kloß mit Soß.

Jena in längst vergangenen Zeiten 1911 (Foto: Zeiss Archiv Jena)
Coburg: Eine ehemalige Resident Coburg-Gothaer-Herzöge, mit Burgen, Schlössern, Theater, gepflegten Gasthäusern und Hotels, mit altehrwürdigen Schulen wie der Oberrealschule, dem humanistischen Gymnasium, Lyzeum, Seminaren u.v.a.m.
Heute lässt sich sagen. Beide Gruppen haben sich integriert, das Miteinander mit den Alt-Einheimischen ist eine Erfolgsgeschichte, wenn es auch anfangs mächtig gehakt hat. Es wurden Häuser gebaut, Kinder großgezogen. Die Kinder sind hier zu Schule gegangen, es wurde untereinander geheiratet und die Landschaft tat ein Übriges. Es ist rückwärts betrachtet eine Erfolgsgeschichte und nicht als selbstverständlich zu betrachten. Alle haben voneinander profitiert. Als ich die Namen der Familien aufgeschrieben habe, merke ich, dass mir die meisten Namen aus meiner Kindheit und Jugend geläufig sind und tlw. wurden es meine Mitschüler. Besonders der SKO Sportkegelclub Oberkochen hatte früher einige Coburger in seinen Reihen. Es wurde eine intensive Beziehung zu einem Coburger Club gepflegt, die in Mannschaftskämpfen und gegenseitigen Besuchen gipfelte. Wenn meine Recherchen stimmen, gibt es den Coburger Club von damals nicht mehr. In den 70er Jahren war Coburg eine Kegler-Hochburg und der Verein spielte sogar in der Bundesliga.
Aus meinen Reisen nach Coburg sind mir die Coburger Bratwürste, die auf Kiefernzapfen gegrillt wurden (ein echter Genuss), sowie fränkische Braten und Klöße in Erinnerung geblieben.

Die echte Veste Coburg (Wikipedia — Von Carsten Steger — Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=108179310)
Der Bundespräsident Theodor Heuss bei Carl Zeiss. Am 1. 1954 besuchte er Oberkochen, genauer gesagt, die Firma ZEISS. Da war der ganze Ort auf den Beinen. Im Werkhof hielt er eine viel beachtete Rede, aus der ich folgenden Satz zitiere: „In keiner Gemeinde wird das Schicksal des geteilten Deutschlands so sichtbar wie in Oberkochen.“ Erwähnt wurde auch, dass seit dem 17. Juni 1953 rund 3.500 neue Einwohner aus Mitteldeutschland zu uns kamen. Im gleichen Zeitraum wurden ca. 1.000 Wohnungen gebaut. Er würdigte die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Ortes.
Während seines Besuches herrschte eine festliche Stimmung im Ort. Für die Bevölkerung war dieser Besuch von großer Bedeutung und die Gemeinde erfuhr durch diesen Besuch ein hohes Maß an Anerkennung.

Lehrer Hölldampf und Lehrer Maikler mit ihren Schülern der Volksschule warten auf den Bundespräsidenten (Archiv Müller)
Kurze Zusammenfassung der damaligen Rede:
- Heuss betonte den 1. Mai als Tag der Arbeit, der nicht ideologisch vereinnahmt werden dürfe.
- Er verstand ihn als Tag der Würde der Arbeit, der sozialen Verantwortung und des friedlichen Miteinanders.
- Er lobte die Fachkompetenz, Disziplin und Innovationskraft der Beschäftigten.
- Der Wiederaufbau von Zeiss in Oberkochen sei ein Symbol für den Aufstieg Deutschlands.
- Heuss betonte, dass wirtschaftlicher Erfolg immer mit sozialer Verpflichtung verbunden sei.
- Er sprach über die Notwendigkeit einer sozial ausgewogenen Politik, die sowohl Leistung als auch Solidarität fördert.
- Die Rede enthielt klare Hinweise auf die Bedeutung der Demokratie, der Freiheit und der Verantwortung jedes Einzelnen.
- Heuss verband wirtschaftlichen Fortschritt mit der Stärkung demokratischer Kultur.
- Er sprach über die ethische Grundlage des neuen Deutschlands: Gerechtigkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Abkehr von den Irrwegen der Vergangenheit.

Bürgermeister Gustav Bosch begrüßt den Bundespräsidenten Theodor Heuss vor dem Zeiss-Werk am 1.5.1954 (Archiv Müller)

Auf dem Firmengelände von drei jungen Mädchen begrüßt – war früher so üblich (Archiv Müller)
Eine kurze Time-Line zur Firmengeschichte des Standortes Oberkochen
1945 – Umsiedlung aus Jena
- /25. Juni 1945: Eine Kolonne amerikanischer Militärlastwagen bringt die Führungskräfte von Carl Zeiss und Schott mit Familien aus Jena nach Heidenheim/Oberkochen, um sie vor der sowjetischen Besatzungszone zu schützen. Die Unterbringung erfolgt zunächst in sehr schlechten Bedingungen.
1946 – Start des neuen Werks
- August 1946: Die ersten Zeiss‑Mitarbeiter beginnen im „neuen Werk“ in Oberkochen zu arbeiten – damals ein kleines Industriedorf mit ca. 2.300 Einwohnern.
- Beginn des vollständigen Neuanfangs bei Null: kaum Infrastruktur, Materialknappheit, Provisorien.

Zeiss Oberkochen im Jahr 1946 (Foto: Archiv Zeiss Jena)
1950er – Aufbauphase & Ost‑West‑Konflikt
- Ab 1950 entsteht ein internationaler Wettbewerb zwischen Carl Zeiss Oberkochen (West) und VEB Carl Zeiss Jena (Ost). Beide treten weltweit als konkurrierende Marken auf.
- Oberkochen entwickelt sich zu einem modernen Industriestandort mit wachsender Belegschaft und neuen Produktionsgebäuden.

Zeiß Opton Vertretertagung Ausland im Jahr 1950 – aufgenommen vor dem Martha-Leitz-Haus (Foto: Archiv Zeiss Jena)
1957 – Integration weiterer Standorte
- Die R. Winkel GmbH in Göttingen wird Teil der Carl‑Zeiss‑Stiftung (relevant für das spätere Fertigungsnetzwerk).
1960er/1980er – Expansion & Technologieführerschaft
- Oberkochen wird zum Hauptstandort der westdeutschen Zeiss‑Linie, insbesondere in Präzisionsoptik, Mikroskopie und Messtechnik.
- Starker Ausbau der internationalen Vertriebsnetze trotz Konkurrenz mit Jena.
1990 – Wiedervereinigung & Zusammenführung
- Mit der deutschen Wiedervereinigung endet der jahrzehntelange Ost‑West‑Wettbewerb zwischen Oberkochen und Jena. Die Strukturen werden schrittweise zusammengeführt.
1990er – Globalisierung
- Zeiss baut weltweit neue Vertriebs- und Produktionsstandorte auf. Oberkochen bleibt zentrale Steuerungsstelle.
2000er/heute – Konzernsitz & High‑Tech‑Cluster
- Oberkochen ist heute Sitz der Carl Zeiss AG und eines der wichtigsten High‑Tech‑Zentren für Optik, Lithographie und Messtechnik.
- Das ZEISS Museum der Optik in Oberkochen zeigt über 170 Jahre Innovationsgeschichte.
Drei Kurzportraits der maßgebenden Persönlichkeiten, ohne die es ZEISS in Jena und in Oberkochen überhaupt nicht geben würde.

Carl Zeiss * 11. Sep. 1816 in Weimar † 3.12.1888 in Jena – aufgenommen im Jahr 1850/51 (Foto: Zeiss Archiv Jena)
Kurzporträt: Carl Zeiss (1816–1888) Carl Zeiss war ein deutscher Mechaniker und Unternehmer, der 1846 in Jena eine kleine Werkstatt für optische und mechanische Instrumente gründete und damit den Grundstein für das bis heute weltweit führende Unternehmen ZEISS legte.
Carl Zeiss wurde am 11. September 1816 in Weimar geboren, als fünftes von zwölf Kindern einer Handwerkerfamilie. Sein Vater war Kunstdrechsler am Weimarer Hof, was Zeiss früh mit präzisem Handwerk und technischen Geräten in Berührung brachte.
Zeiss absolvierte ab 1834 eine Ausbildung zum Mechaniker in Jena und besuchte parallel naturwissenschaftliche Vorlesungen an der Universität. Nach Wanderjahren kehrte er zurück und erhielt 1846 die Konzession für eine eigene Werkstatt in Jena.
In seiner Werkstatt fertigte Zeiss zunächst Thermometer, Lupen und andere Geräte, wurde aber vor allem durch hochwertige Mikroskope bekannt. Die Zusammenarbeit mit dem Physiker Ernst Abbé ab den 1860er Jahren revolutionierte den Mikroskopbau, da Abbé erstmals wissenschaftliche Berechnungen für optische Systeme einführte. Dies machte ZEISS zu einem internationalen Qualitätsmaßstab.
Carl Zeiss starb am 3. Dezember 1888 in Jena. Kurz darauf gründete Ernst Abbé die Carl-Zeiss-Stiftung (1889), die bis heute Forschung, Bildung und soziale Projekte fördert und die Unternehmensstruktur prägt.

Ernst Karl Abbé * 23. Jan. 1840 in Eisenach † 14. Jan. 1905 in Jena – als Student 1860 (Foto: Zeiss Archiv Jena)
Kurzporträt: Ernst Abbé (1840–1905) Ernst Abbé war ein deutscher Physiker, Optiker, Unternehmer und Sozialreformer, der gemeinsam mit Carl Zeiss und Otto Schott die Grundlagen der modernen wissenschaftlichen Optik schuf. Seine Arbeiten revolutionierten den Mikroskopbau und prägten die industrielle Entwicklung Jenas nachhaltig.
Ernst Abbé wurde am 23. Januar 1840 in Eisenach in einfachen Verhältnissen geboren. Dank Stipendien konnte er Mathematik, Physik, Astronomie und Philosophie in Jena und Göttingen studieren. 1861 promovierte er in Göttingen, 1863 habilitierte er sich in Jena.
Abbé trat 1866 in die Werkstatt von Carl Zeiss ein, um die optische Qualität der Mikroskope wissenschaftlich zu verbessern. Seine bahnbrechende Theorie der Abbildung im Mikroskop machte ihn zum Begründer der wissenschaftlichen Optik und verschaffte ZEISS einen technologischen Vorsprung. Ab 1870 war er Professor in Jena.
1876 wurde Abbé Teilhaber der Firma Zeiss, nach Zeiss’ Tod 1888 deren alleiniger Leiter. Gemeinsam mit Otto Schott gründete er 1884 das Glastechnische Laboratorium Schott & Genossen – Ursprung der heutigen SCHOTT AG. Unter seiner Führung wuchs das Unternehmen von wenigen Dutzend auf rund 1.400 Mitarbeitende.
Abbé war seiner Zeit weit voraus:
- Einführung des 8‑Stunden‑Tages
- Gewinnbeteiligung, Pensionsansprüche, bezahlter Urlaub
- Förderung von Bildung und sozialer Verantwortung
1889 gründete er die Carl‑Zeiss‑Stiftung, die bis heute die Unternehmen ZEISS und SCHOTT prägt.

Otto Schott * 17. Jan. 1851 in Witten † 27. Aug. 1935 in Jena – aufgenommen im Jahr 1911 (Foto: Zeiss Archiv Jena)
Kurzporträt Otto Schott: Otto Schott (1851–1935) war ein deutscher Chemiker, Glastechniker und Unternehmer, der als Begründer des modernen Spezialglases gilt. Er entwickelte neuartige optische und technische Gläser und gründete 1884 gemeinsam mit Ernst Abbé und Carl Zeiss das Glastechnische Laboratorium Schott & Genossen, aus dem die heutige SCHOTT AG hervorging.
- Pionier des Spezialglases — Schott erforschte systematisch die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Glas und entwickelte neue Glasarten wie Lithiumglas und später Borosilikatglas.
- Gründer des Jenaer Glaswerks — 1884 gründete er mit Abbé und Zeiss das Labor, das zum Weltzentrum der optischen Glasentwicklung wurde.
- Erfinder des Borosilikatglases — Ab 1887 entwickelte er hitze- und chemikalienbeständige Gläser, die als „Jenaer Glas“ weltbekannt wurden.
- Wirtschaftlicher Innovator — Seine Entwicklungen ermöglichten Fortschritte in Optik, Laborwesen, Beleuchtungstechnik und später in der pharmazeutischen Verpackung.
- Geboren: Dezember 1851 in Witten (Westfalen)
- Studium: Chemie in Aachen, Würzburg und Leipzig
- Promotion: 1875 in Jena über Glasfabrikation
- Durchbruch: Entwicklung neuartiger Lithiumgläser ab 1879
- Umzug nach Jena: 1882, Beginn der Zusammenarbeit mit Ernst Abbé
- Tod: August 1935 in Jena
- Optische Industrie: Seine Gläser ermöglichten erstmals präzise Linsen ohne Farbfehler — entscheidend für Mikroskope und optische Geräte.
- Thermometerglas: Entwicklung des Normalthermometerglases (1886).
- Borosilikatglas: Grundlage für Laborgeräte, Haushaltsglas und pharmazeutische Verpackungen.
- Unternehmensentwicklung: Das Jenaer Glaswerk wuchs bis 1909 auf über 1.000 Mitarbeitende.
Seine Erfindungen prägen bis heute Laborforschung, Optik, Haushaltstechnik, Medizintechnik und Pharmaindustrie.

Zwischendurch wieder ein Bild vom Portiersbereich Haus (Foto: Archiv Zeiss Jena)
Teil 4 der Zeiss-Story in Kürze
Immer auf der Suche, auch nach Firmen-Geschichten – Billie vom Sonnenberg