Werner Hilgart an der Deutschen Schule Alamog­ordo (DAS), New Mexico 2003–2005. „Hätten Sie denn Lust, weiter für uns zu arbei­ten?“ fragte mich mein Schul­rat am Telefon kurz vor der Schlie­ßung in Fontaine­bleau. „Es gäbe eine Stelle in El Paso, Texas und eine in Alamog­ordo, New Mexico zu beset­zen.“ Eine „richti­ge“ Schule als Schul­lei­ter zu führen wäre neu für mich. Ob ich das schaf­fen würde? Natür­lich hatte ich Lust und wir bespra­chen das Angebot mit unserem Jüngs­ten, der mitkom­men würde und in der Familie. Immer­hin würden mehr als 8000 Kilome­ter zwischen uns und dem Rest der Familie liegen. Die Entschei­dung fiel aber recht schnell: „Wir gehen nach Ameri­ka“. Fast wäre aber nichts daraus gewor­den, denn mein Oberschul­amt Tübin­gen teilte mir auf meine Anfra­ge mit, dass meine „Beurlau­bung mit Bezügen“ nur noch für zwei Jahre erwei­tert werden könne. „7 Jahre Leiter der Sprachen­ab­tei­lung der Volks­hoch­schu­le Boden­see­kreis, 3 Jahre Fontaine­bleau, da blieben nur noch 2 Jahre, bis die erlaub­ten 12 Jahre voll seien. Das würde sich nicht lohnen“. Manch­mal hilft Vitamin B, denn es hat doch geklappt, denn mein Bonner Chef hatte mit dem Verant­wort­li­chen im Oberschul­amt zusam­men studiert.

Deutsche Schule in Alamog­ordo mit drei Schul­bus­sen und Lehrer­park­platz. Das Gebäu­de mit dem blauen Dach ist die Turnhal­le (überlas­sen von Werner Hilgart)

In Alamog­ordo hatte es Proble­me mit dem Schul­lei­ter gegeben und dahin hätte man mich gerne geschickt. Also Alamog­ordo, New Mexico „Land of Enchant­ment“ wie es die Einwoh­ner nennen und die Verzau­be­rung begann im Moment unserer Ankunft dort und das hatte auch mit Karl May zu tun. Als Jugend­li­cher hatte ich die Karl May Bücher verschlun­gen. Winne­tou, der Häupt­ling der Mesca­le­ro Apachen war mein Held. In Alamog­ordo lebte ich in unmit­tel­ba­rer Nachbar­schaft zur Reser­va­ti­on der „Mesca­le­ro Apache Nation“, die Llano Estaca­do war fast greif­bar nah und an der Univer­si­tät von Alamog­ordo konnte man Sprach­kur­se für Apache belegen. Wir haben die Reser­va­ti­on einige Male besucht und waren auch anläss­lich einer Initia­ti­ons­fei­er junger Mädchen dort. Bis zum Einbruch der Dunkel­heit war man Gast und wurde in die aus jungen Bäumen errich­te­ten Hütten zum Essen und Mitfei­ern einge­la­den. Mit Einbruch der Dunkel­heit kamen die jungen Mädchen aus ihren Schwitz­hüt­ten, in denen sie den Tag verbracht hatten. Dieser Teil der Feier mit Tänzen der Mädchen und verschie­de­nen Ritua­len war nur für Stammes­an­ge­hö­ri­ge und man wurde gebeten, die Reser­va­ti­on zu verlas­sen. Natür­lich wussten die Natives nicht wer Karl May war und auch die Namen Winne­tou oder Old Shatter­hand und ihre Bekannt­heit in Deutsch­land riefen nur Verwun­de­rung hervor. Es gab eine Einfüh­rung für alle neuen Schul­lei­ter in Bonn. Dort lernte ich auch Micha­el kennen, der Schul­lei­ter der Deutschen Schule El Paso (In El Paso befand sich das „Takti­sche Ausbil­dungs­zen­trum für Raketen­ab­wehr“) werden sollte und wir freun­de­ten uns schnell an. Wir arbei­te­ten in den USA oft zusam­men und da er vorher schon Konrek­tor einer größe­ren Schule gewesen war, lernte ich viel von ihm. Diese Freund­schaft hält bis heute an.

Fasching bot die Gelegen­heit sich mal anders darzu­stel­len (überlas­sen von Werner Hilgart)

Der Flug zur Wohnungs­su­che fing schon mit einer Panne an. Der Anschluss von Atlan­ta nach El Paso klapp­te nicht und ich musste im Hotel übernach­ten. In Alamog­ordo gab ich Bescheid, dass ich erst einen Tag später ankom­men würde. Dann klapp­te alles, ich kam in El Paso an, fuhr mit dem Mietwa­gen 140 km nach Alamog­ordo und warte­te am verein­bar­ten Treff­punkt, einem verlas­se­nen Super­markt am Rande der Stadt. Spooky! In der Aufre­gung hatte ich auch total verges­sen, Renée, von der Verspä­tung zu verstän­di­gen und sie hatte sich natür­lich Sorgen gemacht, da sie nichts von mir gehört hatte. Sie hatte dann den Konrek­tor angeru­fen, der sie beruhi­gen konnte. Ab da funktio­nier­te alles prima. Ich lernte die neue Schule, die Kolle­gen /Kolleginnen kennen und die Verwal­tung der Luftwaf­fe auf der Airba­se. Mein Konrek­tor stand mir hilfreich zur Seite und die Menschen in der deutschen Verwal­tung waren ausge­spro­chen freund­lich und zuvor­kom­mend. Das blieb auch so während unseres ganzen Aufent­hal­tes. In Alamog­ordo fand damals die gesam­te Ausbil­dung der Phantom- und Torna­do-Piloten der Luftwaf­fe statt. Die deutsche Luftwaf­fe hatte sich in der Hollo­man Airforce Base einge­mie­tet, einer Luftwaf­fen­ba­sis, die wie eine kleine Stadt mit fast 10.000 Menschen in der Wüste war. Ideale Flugbe­din­gun­gen bei über 300 Sonnen­ta­gen im Jahr, gerin­ger Luftfeuch­tig­keit und einer Höhe von 1320 m. 2019 zog sich die Luftwaf­fe zurück. Die deutsche Gemein­de umfass­te fast 3000 Menschen und war die größte in den USA. Wir wohnten nicht im „deutschen Viertel“, sondern zogen ganz bewusst in eine ameri­ka­ni­sche Nachbar­schaft. Die Schule hatte rund 200 Schüler/innen und rund ein Dutzend Lehrer/innen. Unter­richt ab der ersten Klasse bis zur 10. Klasse mit drei Niveau­prü­fun­gen HS, RS und Gym. Einige Kinder gingen danach noch ein Jahr auf die Alamog­ordo High School um dort den Abschluss (Gradua­ti­on) der ameri­ka­ni­schen High School zu machen. Natür­lich hatten wir auch die bekann­ten gelben Busse, die morgens alle Schüler/innen abhol­ten und auch wieder bis fast vor die Haustü­re brach­te. Ich fuhr am Anfang einmal mit und war bestürzt, als die Kinder einfach aus dem Bus spran­gen, ohne den Verkehr zu beach­ten! Ich wollte schon etwas sagen, da bemerk­te ich, dass der Verkehr komplett still­stand. Ein Schul­bus hat an beiden Seiten ein rotes Stopp­schild. Wenn das ausge­klappt ist, hält man besser an. Das kann sonst sehr, sehr teuer werden. Der Bus fährt auch erst los, wenn alle einen Sitzplatz haben. Nie würde ein Kind im Schul­bus stehen, es wird dann eben auf den nächs­ten gewar­tet. Dieses System der ausschließ­lich für den Schüler­trans­port benutz­ten Busse, dass es auch in Frank­reich gab, hätte ich auch gerne bei meinen Kindern in Deutsch­land gesehen. Nur wer für die Luftwaf­fe oder unsere Schule arbei­te­te, erhielt ein Arbeits­vi­sum. Ehepart­ner und Famili­en­mit­glie­der bekamen ein norma­les Visum für diese Zeit. Die Ehepartner/innen meiner Kollegen/Kolleginnen durften also nicht arbei­ten in den USA und mussten ihren Job für die 3–5 Jahre des Auslands­ein­sat­zes in Deutsch­land aufge­ben. Da nur Ehepart­ne­rin­nen ein Visum für diese lange Zeitdau­er bekamen, heira­te­ten die oft sehr jungen Piloten­an­wär­ter kurz vorher. Das ging dann in den USA nicht immer gut, wie sich öfters heraus­stell­te. Im August 2003 war es dann soweit. Der Umzug nach den USA. Alles war vorher schon in Contai­nern verpackt worden und befand sich auf dem Seeweg. Wir flogen von München über Atlan­ta nach El Paso und von dort mit dem Mietwa­gen nach Alamog­ordo in unsere neue Wohnung, „251, Eagle Loop“. Bis die Contai­ner ankamen, wohnten wir auf der Base in einem kleinen Häuschen. In den USA haben die größe­ren Militär­ba­sen alle „Lodging facili­ties“, entwe­der kleine Hotels oder Apart­ments. Das war später bei Reisen ganz praktisch, da wir mit unseren ameri­ka­ni­schen Militär­aus­wei­sen immer auf einer Base sehr kosten­güns­tig wohnen konnten. Überhaupt konnte man mit einem Militär­aus­weis fast in jedem Hotel einen „milita­ry discount“ bekom­men. Auf der Base gibt es Läden, Restau­rants, Sport­an­la­gen, Kinder­gär­ten und Schulen wie in einer Stadt und ameri­ka­ni­sche Militär­an­ge­hö­ri­ge verlas­sen ihre Base selten oder nie. Das Militär ist in den USA, anders als bei uns, sehr angese­hen und Militär­an­ge­hö­ri­ge erhal­ten einige Vortei­le. Wir haben auf der Base in El Paso die umgespritz­ten Fahrzeu­ge für den zweiten Irakkrieg gesehen aber auch die immer größe­re werden­de Wand mit den vielen Fotos der getöte­ten Solda­ten. Als George W. Bush anläss­lich eines Besuchs eine Rede in Alamog­ordo hielt, zogen wir es vor, eine Schüler­auf­füh­rung der ameri­ka­ni­schen Schul­kin­der im Theater zu besuchen. Die Banner, die am Eingang einiger Städte hingen „We are proud of our soldiers“, die vielen „Stars and Stripes-Flaggen“ in den Vorgär­ten, das morgend­li­che Gelöb­nis an die Flagge im Kinder­gar­ten „We pledge allegi­ance to the flag“ sind für Deutsche doch sehr ungewohnt. Wenn man länger im Land lebt, beginnt man diesen Patrio­tis­mus, der von klein auf gelebt wird, zu verste­hen. Man muss ihn nicht deshalb nicht akzep­tie­ren, aber man sollte sich immer vor Augen führen, dass man nur Gast in einem fremden Land ist. Man sollte zuhören lernen und ein Gespräch nur dann begin­nen, wenn man davon ausgeht, dass unser Gegen­über Recht haben könnte. Erst wenn man seine Strom­rech­nung, seine Miete und seine Wasser­rech­nung zahlen musste, war der Aufent­halt in einem fremden Land kein Urlaub mehr. Dass ich diese Rechnun­gen per Scheck einmal im Monat mit dem Auto im jewei­li­gen Büro oder Amt beglei­chen musste, war aller­dings sehr ungewohnt! Überhaupt ging man nirgend­wo­hin zu Fuß.

Die ersten Wochen auf Base fingen schon gut an. Wir mussten den Militär­aus­weis für meine Frau und unseren Sohn abholen, ohne den man die Base nicht betre­ten konnte und den man ständig bei sich tragen musste. Als wir aus dem Büro kamen, stand da ein Militär-Cop mit verspie­gel­ter Sonnen­bril­le. „How are you doing today?“ begrüß­te er uns freund­lich. Dabei hielt er einen Notiz­block in der Hand und während er mir mitteil­te, gegen welche Regeln ich versto­ßen hätte, riss er drei Zettel ab und gab sie mir, immer noch äußerst freund­lich, als ob er sich mit mir über das Wetter unter­hal­ten würde.

Ich hatte die Einfahrt zum Büro verpasst und war umgekehrt, hatte dabei zum einen Doppel­strei­fen überfah­ren, zum anderen dabei in eine falsche Spur einge­bo­gen und hatte zu dem das Zeichen eines Officers überse­hen. Für das dritte Verge­hen hätte ich mich in der nächs­ten Woche wegen einer Anzei­ge vor Gericht zu melden. Die beiden anderen waren Geldstra­fen. Glück­li­cher­wei­se wohnte im Apart­ment neben uns ein deutscher Offizier, der kurz vor seiner Heimrei­se war. Er kannte den Chief der Militär­po­li­zei ganz gut und erspar­te mir den Gerichts­ter­min. Um die 80 $ Strafe kann ich aber nicht herum. Diese Episo­de wurde dann später vom Leiter der Luftwaf­fe bei meiner offizi­el­len Vorstel­lung während einer Gradu­ie­rungs­fei­er, die für die jungen Piloten nach erfolg­rei­chem Abschluss ihrer Ausbil­dung statt­fand, als lusti­ge Einla­ge verwendet!

Nachdem die Contai­ner angekom­men waren, zogen wir in unser neues Haus um. Beantra­gung einer „landli­ne“ für das Telefon. Ortsge­sprä­che waren zwar umsonst, aber um Gesprä­che mit außer­halb zu führen brauch­te man die. Anmel­dung für Wasser, Strom und Gas, Eröff­nung eines Bankkon­tos, wobei die übliche Überprü­fung der „credit histo­ry“ bei den uns entfiel, da sich die Bundes­wehr darum kümmer­te, wie sie uns bei allem super unter­stütz­te, ob Flugbu­chun­gen, Zulas­sun­gen für Autos, notwen­di­ge Papie­re etc., Elektro­ge­rä­te mit 110 Volt kaufen, Möbel ergän­zen usw. Mit unseren Nachbarn kamen wir bald ins Gespräch. Vergil und Betty waren aus Monta­na herge­zo­gen, wo sie eine Farm und ein Restau­rant hatten, in der sogar John Wayne zu Gast gewesen war. New Mexico ist aufgrund seiner klima­ti­schen Verhält­nis­se eine belieb­te Gegend für ameri­ka­ni­sche Rentner und in unserem Viertel gab es etliche davon.

Bei meiner offizi­el­len Amtsein­füh­rung war auch der „Princi­pal“ der Alamog­ordo Highschool dabei. In den nächs­ten zwei Jahren sollte aus diesem Besuch eine rege Zusam­men­ar­beit werden. Schüler/innen beider Schulen besuch­ten sich gegen­sei­tig im Unter­richt, wir tausch­ten Lehrma­te­ri­al aus und wurden zu Football- und Basket­ball­spie­len einge­la­den. Überhaupt ist der Sport nicht mit unserem Schul­sport vergleich­bar. Er nimmt im Leben der Schule eine entschei­den­de Rolle ein. Zum einen spiel­te sich das Sozial­le­ben meist in der Ganzta­ges-Schule ab und Sport­ver­ei­ne sind Schul­sport­ver­ei­ne. Zum anderen zeigte sich dabei ein ausge­präg­tes „Wir-Gefühl“, das schon früh zu einem Patrio­tis­mus für das eigene Land beiträgt. Bei den Spielen sind die Stadi­en oder Hallen voll von Mitschüler/innen aber auch mit Eltern. Wer einmal eine „Pep Rally“ am Tag vor einem Spiel miter­lebt hat (eine Anfeue­rung für die Spieler/innen) kann das emotio­nal verste­hen. Bei uns wäre das eher schwer vorstellbar.

Unser Sohn hatte inzwi­schen seine „drivers licen­se“ gemacht. Eine kurze Zulas­sungs­prü­fung bestand aus 18 Fragen, von denen 15 richtig beant­wor­tet werden mussten, danach erhiel­ten wir eine Liste zum Nachweis für 50 Stunden beglei­te­tes Fahren. Eine schrift­li­che Prüfung berei­te­te er mit einem Handbuch selbst vor und ein Lehrer oder Pfarrer musste dann die ordnungs­ge­mä­ße Durch­füh­rung der Prüfung bestä­ti­gen. Das erledig­te einer meiner Kolle­gen. Eine kurze Fahrt im Hof des „Sheriffs Office“ und das wars. Das Ganze hat nicht einmal 100 $ gekos­tet. An der Highschool konnte man übrigens einen Kurs zum Erwerb des Führer­scheins belegen und erhielt dafür einen halben Punkt, der für das „High School Certi­fi­ca­te“ angerech­net wurde Der Führer­schein wurde nach unserer Rückkehr im Landrats­amt Boden­see­kreis zu seinem 18. Geburts­tag umgeschrie­ben und bis dahin hatte sein ameri­ka­ni­scher Führer­schein Gültigkeit.

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Einmarsch aller Schüler/innen mit der Marching Band, die „Pomp and Circum­s­tances“ spiel­te (überlas­sen von Werner Hilgart)

Er besuch­te ein Jahr die High School und machte dort seinen Abschluss. Einmarsch aller Schüler/innen mit der Marching Band, die „Pomp and Circum­s­tances“ spiel­te. Mit einer feier­li­chen Zeremo­nie und „Cape and Gown“ wie wir dies vorher nur aus US-Fernseh­se­ri­en kannten. Neu war für uns, dass drei Jets bei der Überga­be über das Stadi­on donner­ten wie beim Super­bowl. Alamog­ordo war halt eine große Airba­se und da wären wir wieder bei Stolz und Patrio­tis­mus. Als gelade­ne Gäste durften meine Frau und ich auf der Tribü­ne der Ehren­gäs­te Platz nehmen und waren so direkt am Geschehen.

Auch der „Mayor“ (Bürger­meis­ter) von Alamog­ordo war mit seiner Frau bei der Feier. Rosma­rie hieß sie und hatte einen unver­kenn­bar bayri­schen Akzent. Ihr Vater war im Zuge der Geheim­ak­ti­on „Paper­clip“ nach Alamo gekom­men und arbei­te­te mit anderen Wissen­schaft­lern wie Wernher von Braun am US-Raumfahrtprogramm.

Aber schon vorher waren deutsche Wissenschaftler/innen unter der Leitung von J. Robert Oppen­hei­mer in Los Alamos, nicht weit von Alamog­ordo, am „Manhat­tan Project“ betei­ligt. Am 16. Juli 1945 um 5:29:45 wurde der erste Atombom­ben­test in der „White Sands“ Wüste durch­ge­führt. Unsere Busfah­re­rin erzähl­te von ihrer Mutter, die, wie viele Einwoh­ner, den 12 km hohen Pilz direkt gesehen haben. Der Zusam­men­hang mit dem Anstieg der Krebs­er­kran­kun­gen in Alamog­ordo und Umgebung wurde lange Zeit verschwie­gen. Farmer berich­te­ten über Ernte­aus­fäl­le und der Sand wurde durch die Hitze zu grünli­chem Trini­trit verschmol­zen. Die Entfer­nung zu Alamog­ordo beträgt nur etwa 120 km. Das Gebiet liegt auf Militär­ge­län­de, aber zweimal im Jahr, am ersten Samstag im April und im Oktober, darf man es besich­ti­gen. Unser Physik­leh­rer hat bei einem Besuch verbo­te­ner­wei­se einen Geiger­zäh­ler mitge­nom­men. Das Gerät zeigte eine klare Strah­lung an.

Der Militä­ri­sche Geist­li­che schenk­te mir ein Lieder­buch und sprach ein Gebet. Nach der Feier meinte der „Princi­pal“ der Highschool, dass so etwas an einer ameri­ka­ni­schen Schule aufgrund der Trennung von Kirche und Staat nicht möglich wäre. Er hätte so eine Feier auch gerne gehabt. In Alamog­ordo gab es fast 20 verschie­de­ne Kirchen­ge­mein­den, deren Namen ich mir nicht gemerkt habe. Irgend­wie, dachte ich, kann hier „jeder nach seiner Façon selig werden“. Als mir erzählt wurde, dass auf dem Hof einer der reiche­ren Gemein­den, ganz in der Nähe der Deutschen Schule, Harry Potter-Bücher verbrannt worden waren, weil sie Hexerei enthiel­ten, hatte ich dann doch Zweifel. Manche Kleri­ka­len sind extrem, haben aber leider großen Einfluss auf die Politik. Schon in der Einfüh­rung in Bonn hatte man uns nicht umsonst gewarnt und darauf hinge­wie­sen, bei Gesprä­chen religiö­se und politi­sche Themen eher zu vermei­den. Dabei kam man schnell in ein Gespräch: Wenn man jeman­den auch nur kurz anschau­te, kam sicher ein „How are you doing today“ oder „Where are you guys from?“ In Deutsch­land würde man eher wegschau­en. Sozia­ler Kontakt lässt sich leicht herstel­len. Es muss nicht immer gleich eine tiefe Freund­schaft daraus werden und für manche mag das oberfläch­lich erschei­nen, aber uns kam das erst einmal entge­gen. Wir haben uns immer gerne mit Menschen unter­hal­ten und einige sind auch Freun­de gewor­den! Mit dem Wirt von meinem Stamm­ca­fé „Moby’s“ und seiner Familie habe ich heute noch Kontakt.

Auch die Kunden­freund­lich­keit im Super­markt, Restau­rants und Läden gefiel uns. Meine Frau beleg­te einen Sprach­kurs bei Walmart, der außer am 25. Dezem­ber rund um die Uhr immer offen hatte. Es gab etliche Mitarbeiter/innen die gern halfen und die Abwechs­lung genos­sen, jeman­dem ausführ­lich und gedul­dig Dinge zu erklä­ren und ihr den Weg zum gesuch­ten Produkt zu zeigen. Das Englisch meiner Frau verbes­ser­te sich mit jedem Besuch bei Walmart. Niemand musste an der Kasse einpa­cken, das taten die „Bag-packers“. Natür­lich wussten wir, dass der Verdienst dieser Menschen oft nicht zum Leben reich­te und viele mehre­re Jobs hatten, selbst Lehrer. Doch als wir in Deutsch­land zurück waren, warte­ten wir anfangs oft an der Kasse, dass jemand unsere Einkäu­fe einpa­cken würde.

Was passiert bei uns, wenn es aus dem Lautspre­cher tönt „Wir öffnen Kasse 2“? Auf der Base gab es einen großen Super­markt. Vor den 8 Kassen gab es eine einzi­ge Schlan­ge und sobald eine Kasse frei wurde, wurde man vom Perso­nal freund­lich genau dorthin verwie­sen. Kein Gedrän­ge, kein Wettrennen.

Die Flaggen der USA und Deutsch­lands wehten vor der Deutschen Schule. Überhaupt gab es im Stadt­bild unzäh­li­ge Flaggen. Auch vor der „Alamog­ordo High School“, wo sie morgens von Schülern in Uniform aufge­zo­gen wurde. „AFJROTC“ („Air Force Junior Reser­ve Officer Training Corps“) hieß eine Spezi­al­klas­se, in welcher der Nachwuchs für die Airforce spezi­el­len Zusatz­un­ter­richt erhielt. Uniform und Ausrüs­tung, einschließ­lich einem nicht schuss­fä­hi­gen Gewehr. Man stelle sich das an unserem alten Oberko­che­ner Gymna­si­um vor! An der „DSA” lief der Unter­richt nach dem Lehrplan von NRW, der keinen Dienst an der Waffe vorsah.

Die Aufga­ben eines Schul­lei­ters waren neu für mich. Die Verant­wor­tung gegen­über meinen Kolleginnen/Kollegen, den Schüler/innen und deren Eltern, die Planun­gen für das Schul­jahr einschließ­lich der Stoff­ver­tei­lungs­plä­ne, die regel­mä­ßi­gen Gesprä­che mit dem leiten­den Offizier auf Base, aber auch mit den lokalen Behör­den. Es klapp­te doch ganz gut nach dem Motto „Geht nicht gibt’s nicht“. Der Englisch-Unter­richt mit Schüler/innen, die in einem englisch­spra­chi­gen Umfeld lebten, machte viel Spaß.

Am Ende des Schul­jah­res stand „meine“ erste Abschluss­prü­fung bevor. Ich war genau­so nervös wie unsere Schüler/innen. Aus Deutsch­land kam ein Schul­rat, der uns die schrift­li­chen Prüfungs­auf­ga­ben für die verschie­de­nen Niveaus übergab und später einen Teil der mündli­chen Prüfun­gen beauf­sich­tig­te. Dieser Kontrol­le sind alle Schulen im Ausland unter­wor­fen. Alles ging gut und nachdem alle Zeugnis­se unter­schrie­ben und gestem­pelt waren, ging ich allei­ne durch die leeren Flure. Geschafft!

Der Schul­lei­ter der Realschu­le Tettnang mit dem ich studiert hatte und der in Puebla/Mexico an der Deutschen Schule im Auslands­schul­dienst gewesen war, hatte für Schüler/innen die Möglich­keit geschaf­fen, ihr Prakti­kum zur Berufs­ori­en­tie­rung (BORS) für 2–3 Wochen auch im Ausland zu absol­vie­ren. Schon in Fontaine­bleau hatten wir zusam­men­ge­ar­bei­tet und Schüler/innen in Prakti­ka vermit­telt. Der Komman­dant der „Hollo­man Airba­se“ gab sein Okay, der deutsche Komman­dant ebenfalls, wir suchten Famili­en, bei denen die Jugend­li­chen wohnen konnten und holten am Flugha­fen von El Paso unsere ersten Prakti­kan­ten ab, die auf der Base in der Verwal­tung und im techni­schen Bereich arbei­ten würden. Dieses Inter­na­tio­na­le „Bors“ haben wir nach meiner Rückkehr an die Realschu­le Tettnang mit Chile, Puebla (VW-Werk) Mexico, Alamog­ordo (Deutsche Luftwaf­fe), Türkei, Polen, Frank­reich weiter­ge­führt. Wir beide dachten einfach inter­na­tio­nal und das hatte sicher mit unseren Erfah­run­gen zu tun. Die Eltern der Kinder, die diese Prakti­ka machen konnten, waren nach deren Rückkehr immer erstaunt über das gewon­ne­ne Selbst­ver­trau­en ihrer Kinder. Aber das ist eine andere Geschich­te. Zurück zu Alamogordo.

Die mexika­ni­sche Hausmanns­kost lernte ich durch das Reini­gungs­per­so­nal kennen und lieben. Nach Unter­richts­en­de began­nen die Frauen ihre Arbeit und ich hatte oft noch im Büro zu tun. In ihrer Pause packten sie das mitge­brach­te Essen im Lehrer­zim­mer aus. Da meine Tür immer offen war, boten sie mir irgend­wann an, sich zu ihnen zu setzen. Die „Tamales“ waren zum Dahin­schmel­zen! „Enchil­la­das, Quesadil­las, Burri­tos…“ was für kulina­ri­sche Lecker­bis­sen. Die Frauen arbei­te­ten übrigens gerne in der „DSA“, da sie Verträ­ge mit dem deutschen Militär hatten und überdurch­schnitt­lich verdien­ten. Es war immer picobel­lo sauber. Als wir nach zwei Jahren unser Haus überga­ben, bat ich eine der Frauen, die komplet­te Endrei­ni­gung zu erledig­ten und zahlte ihr 100 $, obwohl sie kein Geld wollte. Der Makler meinte, er hätte noch nie ein so sauber überge­be­nes Haus gesehen.

El Paso Texas mit seinem Flugha­fen war die nächs­te größe­re Stadt. Überquer­te man die „Bridge of the Ameri­cas“ über den Rio Grande befand man sich in Juarez Mexico. Wir waren öfters in El Paso, wenn wir Freun­de und Familie, die uns besuchen kamen, am Flugha­fen abhol­ten oder ihnen diese pitto­res­ke Stadt mit ihrem starken mexika­ni­schen Einschlag zeigten. Es gab ein bemer­kens­wer­tes Museum von Frieda Kahlo. Einen Bäcker, der deutsches Brot und Brezeln backte und einen der größten Harley David­son-Laden gab es auch. Als der damali­ge Vertei­di­gungs­mi­nis­ter Struck, der ein begeis­ter­ter Motor­rad­fah­rer war, die Deutsche Schule in El Paso besuch­te, hielt ihm das Proto­koll einen halben Tag frei, weil er diesen Laden besuchen wollte.

Über die Brücke ging es direkt nach Mexiko. Aller­dings empfahl es sich, nicht von der „Touris­ten­mei­le“ abzuwei­chen, da Juarez ein Drogen­um­schlag­platz war und die Stadt eine extrem hohe Mordra­te aufwies. Wo sich die Touris­ten beweg­ten, war es ungefähr­lich. Es war leicht nach Mexiko zu kommen, aber schwie­rig ohne Papie­re wieder zurück­zu­dür­fen. Wir haben das selbst erfah­ren, als franzö­si­sche Freun­de, die uns besuch­ten, ihre Papie­re in Alamog­ordo verges­sen hatten. Fast hätten sie die Warte­zeit bis zur Beschaf­fung ihrer Papie­re in der Zelle der „Border Control“ verbrin­gen müssen. Es dauer­te mehre­re Stunden und bedurf­te der Hilfe unserer Militär­aus­wei­se und ein paar Telefo­na­ten das Problem zu lösen.

In den großen Ferien unseres zweiten Jahres unter­nah­men wir eine größe­re Reise in das Land der Natives, nach Arizo­na, Colora­do und New Mexico: „Acoma People, Navajo, Zuni, Hopi, Jicaril­lo Apache und People of Taos“. Wir besuch­ten das „Gallup Inter-Tribal Ceremo­ni­al“, das alljähr­lich im August statt­fin­det, den „Canyon de Chelly“, das „Monument Valley“ und den „Grand Canyon“. Unsere Erinne­run­gen sind heute noch sehr leben­dig und präzi­se. Für meine Schüler/innen in Tettnang hatte ich eine Präsen­ta­ti­on erstellt, die für sie manche Vertre­tungs­stun­de zum Erleb­nis werden ließ. Über all diese Orte wurden viele Bücher geschrie­ben, aber man muss sie selbst erlebt haben. Das Wort „unbeschreib­lich“ gilt hier in seiner eigent­li­chen Bedeu­tung. Aber ich will versu­chen, zumin­dest meine stärks­ten Eindrü­cke zu beschreiben.

Acoma Sky City: Auf einem Felsen­pla­teau fast unzugäng­lich und deswe­gen lange Zeit nicht besiegt. Neben dem Einfluss christ­li­cher Religi­on auch india­ni­sche Tradi­ti­on. Beim Reini­gen der Kirche, lässt man zum Beispiel immer einen Rest der zusam­men­ge­kehr­ten Erde, der als Teil der Ahnen angese­hen wird, in einer Ecke liegen. Bevor man selbst trinkt, werden einige Handvoll Wasser der Erde gespritzt. Der Fried­hof, den wir nicht besuchen durften, hatte, wegen des Platz­man­gels, mehre­re Schich­ten von Gräbern.

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Canyon de Chelly, Cliff Dwellings: Im Reser­vat der Navajos gelegen (überlas­sen von Werner Hilgart)

Canyon de Chelly, Cliff Dwellings: Im Reser­vat der Navajos gelegen. Ein Ort, der mystisch auf uns wirkte, wie aus der Zeit genom­men. Nur in Beglei­tung eines Native Guide durfte man den Canyon betre­ten, denn dort wohnen noch Navajo Famili­en und der Grund ist ihnen heilig. Die Behau­sun­gen der „Anaza­si“ sind in Nischen oder Höhlen der Fels gebaut und weder von unten noch von oben direkt zugäng­lich. Man weiß bis heute nicht sicher, warum diese über tausend Jahre alten Siedlun­gen aufge­ge­ben wurden. „Mesa Verde“ im südwest­li­chen Colora­do ist die wohl bekann­tes­te. Hier lebten ab dem 11. Jhd. Zwischen 1000 und 1500 Menschen.

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Anfang des 20. Jahrhun­derts kam eine Welle US-ameri­ka­ni­scher Künst­ler von der Ostküs­te nach Taos (überlas­sen von Werner Hilgart)

Taos, ein Energie­zen­trum der Erde: Das Pueblo wurde an einem für das Pueblo Volk heili­gen Ort erstellt. Für die Natives fließt heili­ges Wasser von einem heili­gen Berg, das nie versiegt. Der Ort galt als für sie eines der Energie­zen­tren der Erde. Taos war ein Treff­punkt während der Hippie Zeit und heute haben sich einige bekann­te Filmstars dorthin zurück­ge­zo­gen. Die Gestel­le, die man rechts sieht, dienten zum Trock­ner der Jagdbeu­te. Die Wohnun­gen waren ursprüng­lich nur über Leitern erreich­bar. Petro­gly­phen zeugen von der archai­schen Besied­lung und sind in ganz New Mexiko anzutref­fen. Kurz nach unserer Rückkehr entdeck­ten Archäo­lo­gen in White Sands Fußspu­ren und Knochen­res­te einer ganzen Familie, die wohl die ältes­ten Zeugnis­se von Menschen in Ameri­ka sein könnten und die Theorie von der Besied­lung über die Bering­stra­ße in Frage stellen würde.

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Für jeden, der schon einmal dort war, ein beson­de­res Erleb­nis (überlas­sen von Werner Hilgart)

Grand Canyon: Den muss man selbst erlebt haben. Schwer zu beschrei­ben. Einfach schau­en und staunen. Wir hatten Glück mit dem Wetter, am nächs­ten Tag lag Schnee und man konnte den Wander­weg nicht benut­zen. Im Antelo­pe Canyon ergibt sich ein beson­de­rer Effekt, wenn die Sonne senkrecht über der höhlen­ar­ti­gen Forma­ti­on steht. Man wird zum Licht­we­sen! Unbedingt besuchen, wenn man in der Gegend reist.

Bei all den großar­ti­gen Begeg­nun­gen und Erleb­nis­sen in den Reser­va­ten haben wir auch die Armut gesehen. Die „Native Ameri­cans“ die Einzi­gen, die sich eigent­lich „Ameri­ka­ner“ nennen dürfen, leben in Gebie­ten, die durch fremde Ausbeu­tung von Rohstof­fen ständig verklei­nert wurden. Ihrer Ressour­cen beraubt, bleibt ihnen heute kaum eine Möglich­keit ihren Lebens­un­ter­halt zu bestrei­ten. Aber wir haben stolze, tradi­ti­ons­be­wuss­te Menschen kennen­ge­lernt. Wer weiter inter­es­siert ist und mehr wissen will, gibt einfach die Begrif­fe in seinen Rechner ein. Zu New Mexiko selbst gibt es auf Facebook eine Gruppe „Pictures of New Mexico“ mit über 100.000 Mitgliedern.

An einem Dezem­ber­mor­gen war unsere Veran­da mit Schnee bedeckt. Mittags war es dann schon wieder warm. Schnee gab es nur dieses eine Mal und nur kurz. Im Winter konnte man aller­dings, direkt aus dem Pool kommend, seine Skikla­mot­ten einpa­cken und war nach einer relativ kurzen Fahrt mitten im besten Pulver­schnee­ge­biet in „Ruido­so“ oder „Cloud­croft“. Die Höhen­la­ge von Alamog­ordo machte das möglich. Zwischen den Ausläu­fern der Rocky Mounta­ins in einer hohen, wüsten­ar­ti­gen Talebe­ne. Bei einer Luftfeuch­tig­keit von ungefähr 20% war auch die Hitze von über 35 Grad eher erträg­lich. Der Sternen­him­mel war wegen der gerin­gen Licht­ver­schmut­zung und den selte­nen Wolken einfach gigantisch.

Nach zwei erfüll­ten Jahren fuhren wir quer durch die USA nach New York, verkauf­ten dort unser Auto und flogen zurück nach Deutsch­land. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was ist das Fazit unseres Ausland­auf­ent­hal­tes? Der Horizont wird weiter, nicht nur geogra­phisch. Nicht meinen, man müsse das Rad neu erfin­den, wenn andere schon gute Lösun­gen gefun­den haben. Zuhören und lernen, sich auf den jeweils anderen einlas­sen. Immer mit dem Gedan­ken, dass keine Kultur besser oder schlech­ter ist, nur anders, ohne deswe­gen alles akzep­tie­ren zu müssen, aber nie so tun, als wisse man alles besser. Wir haben so viele verschie­de­ne Menschen und andere Kultu­ren kennen­ler­nen dürfen und dafür sind wir dankbar.

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Die Tarahu­ma­ra in Nordme­xi­ko, heute im Würge­griff der Drogen­kar­tel­le (überlas­sen von Werner Hilgart)

Zum Schluss ein Bild aus Juarez, Mexico. Unsere Schule hat an einem Hilfs­pro­jekt „Helping Hands“ für die „Tarahu­ma­ra“ teilge­nom­men. Die „Tarahu­ma­ra“ (auch „Rarámu­ri“ genannt) sind ein indige­nes Volk aus dem Norden Mexikos, berühmt für ihre außer­ge­wöhn­li­che Ausdau­er und ihre Fähig­kei­ten als Langstre­cken­läu­fer, oft über Hunder­te von Kilome­tern in den Bergen und Schluch­ten der Sierra Madre. Jetzt verarmt in Juarez. Ein festes Schul­ge­bäu­de wurde gebaut, ein Arzt schaut nach ihnen, achtet auf Hygie­ne und Gesund­heit und wir sind mit Schüler/innen vor Weihnach­ten mit Geschen­ken zu ihnen gefah­ren. Nachdem die Deutschen aus Alamog­ordo fort sind, weiß ich nicht, wie es dort weiter­ge­gan­gen ist.

Wilfried „Wichai“ Müller – Billie vom Sonnen­berg – Der Nicht-Ausgewanderte

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