Und? Das ist die kürzeste schwäbische Gesprächseröffnung, die ich kenne und die kein Thema von vornherein ausschließt. Albert Holz verwendete sie nicht selten, um ein Gespräch zu beginnen. Vorausschicken will ich, dass man der Person Albert Holz nicht gerecht werden würde, ihn nur aufgrund seiner Leistungen zu würdigen. Er war ein Mensch, wir sagen heute oft „oiner vom alta Schlag“ und da gehören einfach Geschichten mit und über ihn dazu. Privat war Rosemarie die Frau an seiner Seite und im „Geschäft“ war Helga Rassel seine jahrzehntelange Sekretärin. Und so beginne ich einfach zu erzählen — s wird scho rächt werra. Der Bericht erscheint wegen der großen Auswanderer-Reihe eine Woche vor seinem Geburtstag.

Schon in jungen Jahren fesch angezogen. Die junge Frau an seiner Seite möge sich bitte melden, da namentlich unbekannt (Archiv Müller)
Intro. Albert Holz, ein Oberkochener Kind, das im Brunkel das Licht der Welt erblickte, Ausbildung und sein ganzes berufliches Leben bei einer Firma durchlief, für seine Familie in der Katzenbachstraße ein Haus baute, viele Freunde hatte und sich bei seinen Kunden großer Beliebtheit erfreute sowie eine enge Beziehung zu „seinen“ Vertretern hatte. Er war gerne unter Menschen. Sei es unter seinen Freunden, mit der Kolpingsfamilie, dem Leitz-Freundeskreis, der Bagage, auf Vertretertagungen, auf den jährlichen Messeveranstaltungen (auf seiner „IHM“ in München und später auf der „HOLZ-Handwerk“ in Nürnberg), bei den Fachverbänden und besonders unter seinen Kunden.
Familienherkunft. Sein Elternhaus finden wir heute noch in der Nähe des Kochers in der Mühlstraße 10. Seine Großeltern waren die Hebamme „Hefattel“ Theresia Holz geb. Elmer *17.5.1876 / †10.5.1970 und Albert August Holz *29.4.1871 / †2.1.1959.

Mit seinem Mitarbeiter Claus Dieter Weick beim Tagesgeschäft (Archiv Müller)
Meilensteine – beruflich und privat
1936 — Am 3. Mai in Oberkochen geboren
1942 - Einschulung
1950 - Schulentlassung und Beginn einer 3jährigen Lehrzeit bei Emil Leitz in der Bahnhofstraße 7 als 14jähriger Bub
1953 - Er durfte mit 17 Jahren den Führerschein machen, weil der ehemalige Geschäftsführer Karl Kümmerle aufs Landratsamt nach Aalen fuhr und dort die Notwendigkeit für die Firma erläuterte
1959 — Umzug von der Bahnhofstraße in den Ölweiher 2 – heute Leitzstraße 2
1959 - Eingliederung Emil Leitz als Vertrieb SÜD in die Firmengruppe Gebr. Leitz
1966 - Hochzeit mir Rosemarie Barbara Honikel
1966 - Geburt der Tochter Petra
1967 - Erteilung der Prokura für Emil Leitz sowie später für die neuen Niederlassungen Troisdorf Vertrieb WEST und Bielefeld Vertrieb NORD
1968 - Einzug im neuen Haus in der Katzenbachstraße
1968 - Geburt des Sohns Andreas „Andi“
1971 - Gesamtprokura für Gebr. Leitz
1975 - 25jähriges Jubiläum bei Emil Leitz. Ein besonderer Gast war eingeladen – der erste Kunde, den Albert Holz einst besuchte – er war wohl auch eine Zeitlang als Vertreter unterwegs
1983 - Geschäftsführer Emil Leitz
1987 - Einweihung des Josefskapelle unterhalb des Rodsteins. Eine tolle Leistung der „Bagage“
1989 — Fall der Mauer und da musste rasch gehandelt werden. Abenteuerliche Reisen in spannenden Zeiten, um neue Servicestellen und Vertreter im Vertrieb SÜD und NORD zu installieren
1990 - 40jähriges Jubiläum bei Emil Leitz
1990 - Ehrenmedaille des Landes BaWü für sein 40jähriges
1990 — Ehrennadel in Gold für besondere Verdienste um das Glaser- und Fensterhandwerk
1996 - Albert-Leitz-Medaille in Gold. Dem Vernehmen nach war das die erste und wohl auch eine besondere Ausgabe
1999 - Albert verlässt die Firma offiziell am 19. Januar. Nach 27 Jahren als Verkaufsleiter Gebr. Leitz und 15 Jahren als Geschäftsführer Emil Leitz. Emil Leitz – das ist seine Erfolgsgeschichte und „Das Holzfenster“ seine Passion
2016 - Der Jahrgang 1936 feiert seine 80er. Jahrgänger waren u.a. die verstorbenen Paul Trittler, Bruno Balle, Sigrid Schoch, Manfred Fischer, Josef Pavcek, Gerhard Sengteller, Max Trittler
2021 - Am 2 — Mai, einen Tag vor seinem 85sten Geburtstag, verstarb Albert

1990 in der Fachpresse (Archiv Müller)
Erinnerungen von seinem Schul- und „Bagage“-Freund Bruno Brandstetter: „Mein Schulfreund in der Volksschule war Willi Sauter, der in Oberkochen gegenüber meinem Elternhaus wohnte. Diese Freundschaft ging 1942 mit dem Ende der Schulzeit langsam zu Ende. Der neue Freund wurde Albert. Wir gingen mit Bruno Balle in die Kaufmännische Berufsschule nach Aalen. Albert ging zu Leitz, Bruno zu Bäuerle und ich zu Edelmann. Wir 3 waren immer zusammen. Zuerst bei der kath. Schwabenjugend und ab 18 bei Kolping in Oberkochen. Doch nun zu Albert. Er war immer dabei, kein Anführer, kein Rädelsführer, kein Erfinder von Streichen – aber immer mitgemacht. Eine kleine Geschichte will ich zum Besten geben:
Es war wohl in der Zeit zwischen 1957 und 1960. Ich nannte einen grünen Lambretta-Motorroller mein Eigen. Auch besaß ich eine Kleinbildkamera und ein Foto-Entwicklungs-Labor. Das Entwickeln und das Erstellen von Abzügen, die am Schluss zum Trocknen an einer Schnur aufgehängt wurden, machte uns viel Spaß. Dann hatten Albert und ich DIE Idee: Wir könnten doch Fotos von Veranstaltungen und Versammlungen machen und dazu einen Bericht für die SchwäPo schreiben. Gesagt — Getan. Ran an den Speck. Rasch zu der oder dieser Veranstaltung, ein paar Bilder gemacht, einen schnellen Bericht geschrieben und am gleichen Abend noch mit der Lambretta nach Aalen zur Redaktion gefahren. Das gelang uns aber nur zwei Mal! Beim dritten Mal hieß es bei der Redaktion, dass wir keine Berichte mehr bringen dürften, da in Oberkochen der lokale Chefberichterstatter Robert Wolff sei. Tja, am Platzhirsch kamen wir halt nicht vorbei.
Erinnerungen eines ehemaligen Mitarbeiters:
Umwelt: Bei einem Termin (1974) im Schärfdienst München-Pasing bei den Herren Sanwald und Nagel entdeckte Herr Holz auf dem Grundstück eine dunkle Stelle. Nach Rückfrage stellte es sich heraus, dass hier Entharzungsmittel entsorgt wurde. O‑Ton Herr Holz: „Sorgen Sie dafür, dass so etwas nicht mehr gemacht wird, denn ich will wegen solcher Verstöße nicht in der Bildzeitung erscheinen.“
Sozial: Als ich 1982 in viel Eigenleistung mein Haus gebaut habe, hatte Herr Holz viel Verständnis dafür, dass ich pünktlich Feierabend machten musste. Nach dieser Zeit hatte er deutlich darauf hingewiesen, dass die Arbeit nun wieder im Vordergrund zu stehen hat.
Mach mal: Dieser Ausdruck war sehr häufig von ihm zu hören. Was das zu bedeuten hatte war oft unklar und mit einem Fragezeichen. Als Rentner habe ich Herr Holz gefragt, was er damit eigentlich sagen wollte. Kurz und knapp antwortete er: „Macht einfach und wenn es schief geht stehen wir zusammen.“
Religiöse Glaube: Bei der Mitarbeiterauswahl stand die Qualifikation schon im Vordergrund, aber der Familienstand und die kirchliche Zugehörigkeit hatten schon auch ihren Stellenwert. Nachdem ich einmal den Lebenslauf eines Bewerbers vorgetragen hatte, sagte Herr Holz „…und wenn er jetzt noch katholisch ist, dann passts.“
Sparsamkeit: Das klang schon in einigen Kommentaren durch, dass das eine Grundtugend war, auch gepaart mit Humor. Ein Paradebeispiel der lustigen Art war eine seiner „selbst gebastelten“ Visitenkarten.

eine selbst gebastelte sehr spezielle Visitenkarte zeigt seinen Humor (Archiv Müller)

er wird sie hoffentlich nicht allzu oft angewendet haben (Archiv Müller)
Als alter Leitz’ler habe auch ich, der „Billie“, einiges mit ihm erlebt:
- Es war die „Zeit der Assistenten“. Karl Wirth † hatte Roland Fürst, Manfred Mischak † den Edwin Franz † und Albert Holz den Karl Mühlberger. Und so trug sich einst folgende Geschichte zu, die eindeutig belegt, dass man bei Leitz durchaus telepathischen Fähigkeiten einsetzen konnte:
Karl kommt zu mir ins Büro mit den Worten „Du sollst mir die Unterlagen geben“. Darauf ich: „Welche Unterlagen“ und Karl zog wieder ab. Karl zu Albert: „Der Billie weiß von nichts.“ Albert zu Karl: „Der wois scho!“ Karl stand wieder in meinem Büro und sagte: „Du dätscht scho wissa“. Ich überlegte kurz, sah meine ganzen Ordner an, zog einen heraus, gab ihn Karl und der ging damit zu Albert, der kurz hineinschaute und sagte: „Geht doch!“
- Im dritten Lehrjahr, ich war inzwischen Disponent für den Produktbereich Sägen. Leitz fertigte damals noch keine Sägen, sondern ich musste das Standardprogramm beim Leuco in Horb und die Sondersägen bei Wigo in Neresheim bestellen. Es war im tiefsten Winter Anfang der 70er-Jahre, Albert stürmte in mein Büro: „Billie! Pack Deine Ordner, wir fahr’n zum Leuco nach Horb. Jetzt!“ Also, der Lehrling Billie nahm alle relevanten Ordner mit ins Auto und sortierte während der winterlichen Fahrt über die Schwäbische Alb auf der Rückbank alle offenen Aufträge, um für das Gespräch gewappnet zu sein. Wir trafen um die Mittagszeit in Horb ein und der Verlaufsleiter Horrer empfing uns mit den Worten: „Gehen wir doch erst mal Essen“, worauf Albert entgegnete: „Noi, I will jetzt meine Säga“. Also kein Essen, stattdessen Besprechungszimmer. Das Gespräch wogte hin und her, eine Einigung weit und breit nicht zu erkennen (es stand die Vermutung im Raum, dass Leuco die Endabnehmer bevorzugte und uns als Händler und Konkurrent bewusst hängen ließ), bis Albert irgendwann der Kragen platzte und er ausrief: „Billie! Jetzt sag halt au Mal was!“ Das verschlug dem Lehrling Billie komplett die Sprache. Fazit: Viel Lärm um nichts. Wir nahmen ca. 100 Sägen im Kofferraum als Good-Will mit und auf der Rückfahrt gab es dann doch etwas zum Essen. Die Lage wurde aber nicht besser. Die Konsequenz war, dass Leitz dann eine eigene Sägenfertigung in Unterschneidheim aufbaute
- Als ich 1978 nach meiner Marinezeit wieder zu Leitz zurückkam, führte mich meine erste Geschäftsreise wegen eines 2‑tägigen Seminars nach Stuttgart-Vaihingen. Ich überlegte am ersten Tag: Fahre ich nach Oberkochen zurück, um am nächsten Tag wieder früh im Hotel zu sein oder bleibe ich über Nacht? Ich entschied mich dafür im Hotel zu bleiben. Als ich dann meine Spesenabrechnung bei Albert abgab, schaute er sich das kurz an und sagte: „Das unterschreib ich Dir nicht, das Zimmer kostet ja mehr, als mein Zimmer bei der Handwerksmesse in München“. Oooops – da stand ich nun…
- Anfang der 80er Jahre war ich mit Albert auf Besuch bei unserer Niederlassung in Troisdorf und wieder trat Alberts Sparverhalten an den Tag. Wir übernachteten im Canisius-Haus. Ich kam abends auf das Zimmer und dachte mich trifft der Schlag. So ein Zimmer hatte ich bis dahin und auch später auf der ganzen Welt nicht gesehen. Die Tapete hing in Fetzen von der Wand und auch sonst „Zum Vergessen“ und nachts haben die noch Karneval gefeiert – ich bekam kein Auge zu. Erkenntnis: „Man fährt zwischen Weiberfastnacht und Faschingsdienstag nicht beruflich ins Rheinland“. Und Canisius ist für mich seitdem ein Synonym für übertriebene Sparsamkeit
- Einst bekamen wir einen neuen Mitarbeiter bei Emil Leitz, der es bis heute versteht, fast so gut wie HaPe Kerkeling, Leute, Sprachen und Dialekte nachzumachen. Bei seiner ersten Weihnachtsfeier gab er eine Probe seines Könnens ab und die ganze Truppe lachte sich halb tot. Als er gerade ins (Pseudo)Russische wechselte, trat Albert ein und war von seinem Mitarbeiter sehr beeindruckt und versprach ihm, dass man sich im neuen Jahr unbedingt zusammensetzen müsse, denn ein Mann, der Russisch beherrscht, müsse doch gefördert werden…..
- Gehaltsverhandlungen bei Emil Leitz liefen Ende der 70er tlw. etwa wie folgt ab. Vertreter zu Albert: „Ich habe im Wohnzimmer eine neue Holzdecke installiert…..“
- Früher leitete ich die jährliche Inventur bei Leitz und bei Karl Kümmerle lernten wir, dass wir am Samstag großzügig zu den Kollegen sein sollten, weil sie ja ihre Freizeit dafür hergaben. Also feierten wir nach der Inventur eine Grillparty mit Bier und Steaks am Ölweiher. Unser Ferienarbeiter Wolfgang Seitz (leider viel zu früh verstorben) fuhr mit dem Moped nach der Party nach Hause und sah wohl am Lindenbrunnen mehr als einen Baum und fuhr gegen einen der drei und brach sich dabei den Oberschenkel. Auf die polizeiliche Frage, wo er denn herkomme, gab er Auskunft: „Vom Leitz“ und dann nahmen die Dinge ihren Lauf und ich lernte was „Verletzung der Aufsichtspflicht“ heißt. Albert klärte die Sache mit dem Vater von Wolfgang und dem Anwalt Arthur Fischer und ich kam ohne Blessuren aus der Nummer heraus. Auch so war Albert – er ließ keine Kühe auf dem Eis, sondern sorgte dafür, dass die Dinge geregelt wurden
- Albert: „Wilfried Müller? Kenne ich nicht!““ Ach was, das ist der Billie?“ Den kennen wir und mit aus diesem Grund bin ich noch heute als der BILLIE bekannt
- Als ich mich Ende 1977 nach Marinezeit und Ausbildung zum Organisator wieder bei Leitz bewarb, lief Albert zu den alten Kollegen bei Emil Leitz und sagte: „Der Billie war doch gut oder? Der kommt wieder!“
- Das Englische war seine Sache nicht und so bezeichnete er immer das neue Software-Release als Relais. Relais oder Release – was solls – mir dädet scho wisse
- Und als es in einem heimatkundlichen Bericht über seinen Brunkel ging, war er mit Herzblut dabei

Das Großraumbüro Emil Leitz und Verkauf Gebr. Leitz in den 70ern – heute befindet sich dort ein kleines Museum (Archiv Müller). Linke Bildhälfte Personen vlnr: Claus Dieter Weick, Gustav Jäck, NN, Fritz Matuschek, Georg Sorg, Christa NN verh. Hubel, NN, Marlies Bösner verh. Schubert / Bildmitte: Karl Mühlberger und Gabriele Grundler / Rechte Bildhälfte: Conny Betzler verh. Hartmann, Günther Heldenmaier, NN, vermutlich Werner Stübing (Archiv Müller)
Albert Holz und seine Vertreter. Anton Balle erinnert sich an einen besonderen Abend.
Die folgende Geschichte spielte sich im Rahmen der „IHM“ in München ab. Die 80er waren noch rustikal. Rauchen in Lokalen war noch erlaubt und von vielen wurde auch noch kräftig gequalmt. Der Humor war mitunter noch deftig und die Vertreterschaft der Fa. Emil Leitz hatte schon einige „Hochkaräter“ in ihren Reihen. Albert Holz war Nichtraucher – hat aber in Geselligkeit doch mal gerne eine Kippe „geschnorrt“ und so wurde er an diesem Abend „ausgesucht“. Die Damen aus dem Messeservice haben doch tatsächlich 1 Zigarette mit einem „Ladycracker“ (früher sagte man Judenfurz dazu – isch heute vermutlich schtrengschtens untersagt) präpariert. Alle 30 Anwesenden wussten Bescheid – nur der Hauptakteur nicht. Die präparierte Zigarette wurde so in eine Zigarettenschachtel gesteckt, dass sie 2 cm herausragte und beim Griff an die Schachtel einfach genommen werden musste. Und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Der Gelegenheitsraucher griff zu – nahm ein auf dem Tisch liegendes Feuerzeug – zog an der Zigarette und sie explodierte wie geplant in seiner Hand. Albert Holz kippte vor Schreck fast vom Stuhl und der ganze Saal tobte vor Lachen. Mit einem „Ihr Saumenscher“ warf er den Rest der Zigarette weg und bestellte sich auf den Schreck erst mal einen „Underberg“.

Bei einer Emil-Leitz-Vertretertagung abends im Gasthof „Pflug“ während der Ehrung des Vertreters Günther Schmidt (Archiv Müller)
Auch die KI kennt Albert Holz: Albert Holz war eine prägende Persönlichkeit aus Oberkochen, die sowohl beruflich als auch gesellschaftlich tiefe Spuren hinterlassen hat.
Beruflicher Werdegang:
- Er arbeitete fast 50 Jahre lang für die Firma Leitz in Oberkochen, den führenden Hersteller von Präzisionswerkzeugen für die Holzbearbeitung.
- Nach seiner kaufmännischen Ausbildung begann er dort im Vertrieb und stieg über die Jahre zum Gesamtvertriebsleiter, Prokuristen und schließlich Geschäftsführer auf.
Er war maßgeblich am Aufbau der Vertriebs- und Servicegesellschaften beteiligt und wurde für seine Verdienste mit der Albert-Leitz-Ehrennadel (es war natürlich die Medaille) in Gold ausgezeichnet.
- Albert Holz hatte bei Leitz eine beeindruckende Karriere, aber sie war keineswegs frei von Herausforderungen. Hier sind einige der größten Hürden, die er laut Berichten gemeistert hat:
- Aufbau eines flächendeckenden Vertriebsnetzes In den 1960er- bis 1980er-Jahren war es eine enorme Aufgabe, die Vertriebs- und Servicegesellschaften in Deutschland aufzubauen. Holz war maßgeblich daran beteiligt, neue Standorte wie Troisdorf (West) und Bielefeld (Nord) zu etablieren – inklusive Personalaufbau, Logistik und Kundenbindung.
- Branchenvertretung und Messearbeit. Als Beirat in Fachverbänden und auf Messen wie der Ligna in Hannover, der IHM in München und der Holz-Handwerk in Nürnberg war er ein gefragter Ansprechpartner. Diese Rolle erforderte diplomatisches Geschick, Fachwissen und ein gutes Gespür für Branchentrends.
Persönliches Engagement:
- Albert Holz war tief in der Oberkochener Gemeinschaft verwurzelt. Er engagierte sich in der Kolpingfamilie und war Teil der Freundesgruppe „Bagage“, mit der er unter anderem die Josefs-Kapelle miterrichtete und pflegte.
- Er galt als warmherziger, hilfsbereiter Mensch, der stets für andere da war. Sein plötzlicher Tod im Mai 2021 – kurz vor seinem 85. Geburtstag – traf viele in der Gemeinde unerwartet.
Ein echtes Oberkochener Urgestein – beruflich brillant, menschlich geschätzt. Sein Erfolgsrezept? Fachliche Kompetenz, strategisches Denken – und ein echtes Herz für das Handwerk. So die KI!
Seine wichtigsten Freundeskreise waren:
Die Kolping-Familie. Im Jahr 2021 wurden Bruno Balle, Bruno Brandstetter, Alois Burkhardsmeier, Franz Brunnhuber, Albert Holz, Hariolf Seibold und Franz Weber für 65 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Im Kreise seiner Kolpingsfamilie (Archiv Müller)
Die Leitz-Freunde. Albert Holz, Wim Dissel (Holland), Manfred Dorigo (Italien), Hermann Haslauer (Österreich), Hans-Ruedi Neukomm (Schweiz). Die Truppe fuhr jährlich, zusammen mit den Ehefrauen, in Urlaub.
Die Bagage. Bruno Balle †, Bruno Brandstetter, Albert Holz †, Rudolf Hug †, Max Trittler † und Franz Weber †. Mit ihnen verbrachte er gerne seine knapp bemessene Freizeit.
Spuren? Was Gerd Hubel für Gebr. Leitz Oberkochen und Helmut Hammer für Gebr. Leitz Unterschneidheim waren – das war Albert Holz für Emil Leitz Oberkochen. Prägend! Emil Leitz ohne ihn? Das konnten wir uns viele Jahre einfach nicht vorstellen. Er hatte mir mal gesagt: „Beim Leitz geht’s mitunter rau zu, aber herzlich“ – und er sorgte dafür, dass das Zweite nicht auf der Strecke blieb.
Nachklang. Im Jahr 1972 fuhren wir anlässlich eines bemerkenswerten Lehrlingsausfluges mit dem Bus Richtung Königsee. Wie das früher so war, im hinteren Busteil saßen immer die Aufgedrehten und Angesagten, und bald stimmten wir das Lied von Manuela „Prost Onkel Albert, mach die Leinen los“ an – wir Lehrlinge mochten ihn und dachten auch damals im Bus an ihn. Er war nicht verkopft oder verkrampft – er war authentisch: Oiner vom Bronkel, der es geschafft hatte und wir Jungen merkten so etwas. Am Maifeiertag 2021 war er noch mit der „Bagage“ in der Josefs-Kapelle unterhalb des Rodsteins und am nächsten Tag, dem 2. Mai 2021, machte er einen Tag vor seinem 85sten Geburtstag für immer die Leinen los.
Nachtrag: Da er wusste, dass ich viel Zeit in der Schweiz verbringe und dort auch entsprechende Kontakte habe, gab er mir die Aufgabe, ihn zu informieren, sobald sein alter Weggefährte Hans Ruedi Neukomm verstorben sei. Diese Aufgabe konnte ich nicht mehr ausführen, da Hans Ruedi im 93sten Lebensjahr am 17. Jan 2022, verstorben ist.
Wilfried „Wichai“ Müller – Billie vom Sonnenberg