O, Heimat wir sind alle dein,
wie weit und fremd wir gehen.
Du hast uns schon im Kinder­schlaf
ins Blut hineingesehen.

Dieser Vers eines unserer innigs­ten Heimat­lie­der ist meinem Gedächt­nis nie entschwun­den. Er ist mir in seinem Sinn ein köstli­ches Geschenk, das ich stets bei mir trage. So war es für mich ein lieber und schöner Auftrag, ein Büchlein über meine Heimat Oberko­chen zu schrei­ben. Ich habe mich dabei bemüht, in — wenn auch kurzen — aber wesent­li­chen Zügen ein äußeres und ein inneres Bild aus Gegen­wart und Vergan­gen­heit unseres Heimat­dor­fes aufzuzeichnen.

Nachdem eine Ortschro­nik von Oberko­chen schon seit den Jahren nach dem ersten Weltkrieg nicht mehr aufge­fun­den werden kann, auch bei den Pfarr­äm­tern außer einer kleinen Chronik aus späte­ren Zeiten keine eigent­li­chen Pfarr­chro­ni­ken vorhan­den sind, mußte der Stoff für die Zeit aus frühe­ren Jahrhun­der­ten in der Haupt­sa­che aus den Staats­ar­chi­ven in Stutt­gart und Ludwigs­burg geholt werden. Hier liefer­ten ihn die Urkun­den des Amtes Kochen­burg, des ehema­li­gen Klosters der späte­ren Fürst­props­tei Ellwan­gen und des Kloster­amts Königs­bronn. Weite­re Fundstel­len waren die Pfarr- und Gemein­de­re­gis­tra­tu­ren, ferner die Oberamts­be­schrei­bung des Oberamts Aalen aus dem Jahre 1854 und die Vereins­li­te­ra­tur des Alter­tums­ver­eins Geislin­gen a. d. Stg. Auch erwäh­ne ich dankbar die Aufzeich­nun­gen des frühe­ren Oberleh­rers Alfons Mager, die ich zu einem guten Teil verar­bei­ten konnte.

Herrn Bürger­meis­ter Bosch sei an dieser Stelle ein beson­ders herzli­ches Dankes­wort gewid­met, denn ihm war die Schaf­fung einer Heimat­chro­nik bzw. eines Heimat­bu­ches ein Herzens­an­lie­gen, und er war es, der den ersten Schritt zur Handlung veran­laßt hat und mir stets seinen freund­li­chen Rat und seine Unter­stüt­zung hat angedei­hen lassen. Dieses Büchlein will nicht als die eigent­li­che Ortschro­nik betrach­tet sein, sondern als Heimat­buch, an welches die künftig zu führen­de Ortschro­nik, worin die laufen­den Begeben­hei­ten festzu­hal­ten sind, als zweiter Teil in einem beson­de­ren Band angeschlos­sen werden könnte.

Januar 1953

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