„d‘ Becke“ – Sieglin­de Bezler von der Bäcke­rei Bezler im Dreißen­tal
Dui kennt en Haufa vrzäh­le, wenn se denn wett… ond wenn’s bloß dui G’schicht vom „nie gemal­ten Bild an der Hauswand“ ihrer alten Bäcke­rei wär.

„Bedell­er“ – Thomas Gentner aus der Heiden­hei­mer Straße 27 (ois von zwoi Backschtoi­hei­ser bei oas)
Enkel von Alt-Bürger­meis­ter Frank. Sein Leitspruch: “Bedell­er bedah­lt” – Bestel­ler bezahlt. Das ist eine lusti­ge Geschich­te: „Im August 1970 waren Thomas Gentner, Eberhard Haag, Lothar König, Wolfgang Elmer und Gerhard Bahmann in Dalma­ti­en im Zeltur­laub. Am ersten Tag gingen sie direkt nach der Ankunft in die kleine Beiz bei der Rezep­ti­on. Dort bestell­te Gerhard eine Runde Bier. Als es ans Zahlen ging, fragte der Ober, wer die Runde bezah­le. Thomas sagte: „Bedell­er bedah­lt“. Seit diesem Zeitpunkt heißt er eben „Bedell­er“!“

„Beeca“ – Hubert Wunder­le aus dem Kapel­len­weg 14/1
Der Name geht auf die Frisur „Vokuh­i­la“ zurück – vorne kurz und hinten lang. Hubert ließ sich seine Haare damals so schnei­den und dann hieß es: „Du siehst ja aus wie ein Beatle-Charly“. Das war zu lang und zu umständ­lich, also entstand flugs durch Kompri­mie­rung der „Beeca“. Näbba­bei – das war wieder die Modefri­sur im Jahr 2023.

„Benno-Karle“ – Karl Gold aus dem Silcher­weg 22
Sohn des frühe­ren Gemeindepflegers.

„Benzin“ oder „Tankstel­la-Balle“ – Karl Balle aus der Katzen­bach­stra­ße 8
Am 17. Septem­ber 1954 heißt es im Proto­koll des Gemein­de­rats: „Gegen das Bauge­such des Mecha­ni­kers Karl Balle auf Errich­tung einer Tankstel­le vor Gebäu­de 8 der Katzen­bach­stra­ße (Zehnt­sta­del) werden Einwen­dun­gen nicht erhoben.“ Und so betrieb er diese jahrzehn­te­lang
mit Werkstatt und hatte viele Stamm­kun­den. Seine Nachkom­men sind dann in die Aalener Straße 82 umgezo­gen und betrei­ben dort eine Tankstel­le, eine Wasch­stra­ße und eine Kfz-Werkstatt.

„Beppo“ – Micha­el Bernl­öhr aus der Heiden­hei­mer Straße 34
 „d Berg“ und „dr Turm“ – Unser Hausberg, der Volkmars­berg, dessen Namen­s­her­kunft bis heute im Dunklen liegt
Nahezu alle, die ihre Heimat mal wieder besuchen, zieht es zu einer Wande­rung hinauf auf den Berg. Es lässt sich nicht erklä­ren, es steckt tief in einem drin. Weit über die Region hinaus bekannt ist unser Hausberg mit seiner Höhe von 743 m ü. N., der zum Wandern und Radfah­ren einlädt. Die Schutz­hüt­te des Schwä­bi­schen Albver­eins mit einem schönen rundum Panora­ma. Mit seiner Heide­land­schaft ist der Volkmars­berg ein vielbe­such­tes und durch­wan­der­tes Natur­schutz­ge­biet mit reicher Flora. Vom 23 Meter hohen Aussichts­turm bietet sich dem Besucher ein herrli­cher Rundblick. Bei schönem Wetter und guter Sicht ist die Alpen­ket­te zu sehen. Die Wachol­der­hei­de auf der Hochflä­che ist eine frühe­re Schaf­wei­de, die teilwei­se vom Wald zurück­er­obert wurde. Sie ist seit 1928 unter Natur­schutz gestellt. Der unbewal­de­te Teil des Natur­schutz­ge­biets präsen­tiert sich heute als parkähn­li­che Wachol­der­hei­de, die von alten BuchenEichen und Linden belebt wird. Ich will hier nicht alles wieder­ho­len, denn vieles lässt sich nachle­sen im Bericht „90 Jahre Volkmars­berg­turm“ vom 22. Mai 2020 (ohne Nummer) und in den Berich­ten 18, 558 und 560 sowie die Berich­te 155, 156 und 309 zum Bau der Volkmars­berg­stra­ße sowie auf der Website unseres Schwä­bi­schen Albvereins.

Die Ursprün­ge des Volkmars­berg­tur­mes — ein Vermes­sungs­turm (Archiv Müller)

Der Turm mit erster Hütte — 1961 endete seine US-Besat­zungs­zeit (Archiv Müller)

„s Bergheim“ – Gebäu­de im Turmweg 24
Erbaut wurde es während des 1000jährigen Reichs für 40 Tsd. RM im Jahr 1938 als HJ-Heim (HJ = Hitler­ju­gend). Es war damals das einzi­ge im Altkreis Aalen. Auch Oberko­chen hat eine gern verges­se­ne braune Nazi-Vergan­gen­heit. Die Mädels vom KHD = Kriegs­hilfs­dienst beleg­ten bis Kriegs­en­de die oberen Räume. 1944 wurde daraus ein KLV-Lager für Kinder, die im Rahmen der KLV=Kinderlandverschickung zur Erholung aus zerbomb­ten Großstäd­ten aufs Land kamen. Als ich noch beim Leitz arbei­te­te, hatte ich eines Tages einen Vertre­ter­be­such. Nach Ende des geschäft­li­chen Gesprächs fragte er mich, ob ich das Bergheim kenne. Natür­lich – als alter Sonnen­berg­ler. Wir fuhren hinauf, er schau­te sich alles an, zeigte emotio­na­le Anzei­chen der Erinne­rung und sagte, dass er 1944 hier als Kind aus Stutt­gart mehre­re Wochen herge­schickt worden war. Der Krieg ging im Mai 1945 zu Ende. Jetzt bekam das Bergheim andere Gäste. Es wurde ein Männer­wohn­heim für Flücht­lin­ge, die hier oft ihre erste Anlauf­adres­se hatten. Wenn wir die alten Melde­da­ten anschau­en, so war hier ein ständi­ges Kommen und Gehen. 1952 wurde am 10. Juni der erste Carl-Zeiss-Kinder­gar­ten dort oben einge­rich­tet. Nach dem Krieg nutzte auch die kath. und evang. Jugend diese Räume. Bis zur Einwei­hung des Rupert-Mayer-Hauses 1967 war dort auch der kath. Kinder­gar­ten unter­ge­bracht. Ein weite­rer Einschnitt erfolg­te im April 1958: Das Progym­na­si­um als Außen­stel­le des Schub­art-Gymna­si­ums zog mit einer Klasse ein und blieb bis 1962. Denn nun war das neue Progym­na­si­um in seiner ersten Ausbau­stu­fe fertig. Da aber manche Oberkoch­ner Schulen zu klein waren, nutzten sie einige Räume bis 1971. Danach wurde das Bergheim Domizil der 1970 gegrün­de­ten Sonnen­berg­schu­le. Die Tage des Bergheims sind gezählt – der Abriss ist bereits beschlos­sen. An der Stelle sollen 3 Gebäu­de mit 20 Wohnun­gen und 1 Kanzlei entstehen.

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1938: Richt­fest des HJ-Heims am Turmweg 24 – ein geschichts­träch­ti­ges Gebäu­de in Oberko­chen (Archiv Müller)

„(Bernhards) Bernhärd­le“Bernhard Brunn­hu­ber aus der Heiden­hei­mer Straße 55
Konschtruk­teur mit Hut (in meiner Erinne­rung oft mit Stroh­hut), Archi­tekt im Neben­be­ruf und bekannt mit dem markan­ten Spruch „Kies – Ich komme” (aus dem Vatikan herkom­mend – nicht aus Rom, sondern aus „dr Gruab“). Er war der Vater vom „Bundes-Schorsch“ – unserem Ehren­bür­ger und Ex-Bundes­tags­ab­ge­ord­ne­ten Georg Brunn­hu­ber. Die Vernied­li­chung mit dem schwä­bi­schen „le“ wurde wohl notwen­dig, weil es noch andere Brunn­hu­bers mit dem Vorna­men Bernhard gab. Eine Zumutung war für ihn der Boden­rütt­ler (eine mächti­ge, sich bemerk­bar machen­de Formma­schi­ne) der Bäuerle-Gieße­rei. Um 6 Uhr morgens erwach­te die Maschi­ne und damit alle umlie­gen­den Häuser. Da konnte es schon vorkom­men, dass s‘ Bernhärd­le erregt zum Fenster hinaus­rief: „Ei‘r Bude mach‘ I scho au no zua.“ Das dauer­te aber bis 1974 und nicht Bernhard, sondern die Umstän­de, schlos­sen die „Bude“, also die altehr­wür­di­ge Gieße­rei. Wie das Bild beweist, war er ein begeis­ter­ter Bergstei­ger und Bergwan­de­rer. Er erklet­ter­te sowohl die Zugspit­ze als auch den Watzmann. In den letzten Jahren war sein Wander­ge­biet das Ziller­tal. Dort war er mehrmals im Jahr und ist dort meistens von Hütte zu Hütte gewan­dert. Seine Geschwis­ter waren „Bernhards­franz, Bernhards­jo­se­fi­ne, Bernhard­san­na, Bernhardspaul und Bernhards­mat­hil­de“.

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Bernhard Brunn­hu­ber – s Bernhärd­le aus em „Kies“ — die Berge waren seine zweite Heimat (Archiv Brunnhuber)

„Bernhards-Franz“ – Der alte Franz Brunn­hu­ber der Zimme­rei in der Heiden­hei­mer Straße 82
Niemand sagte Franz Brunn­hu­ber, sondern man bestell­te die Kohlen beim „Bernhards Franz“. Der nachfol­gen­de Chef, der auch Franz hieß, wurde nicht mehr so genannt. Dazu empfeh­le ich den Bericht 694 über den „Kies“.

„Bernhards-Michel“ – Micha­el Brunn­hu­ber
Er war Bahnar­bei­ter und ist in den 1920er oder 30er-Jahren nach Unter­ko­chen gezogen.

„Besen­bin­der“
In der kleinen Höhle unter dem Kreuz auf dem Rodstein hielt sich früher unter­tags ein Besen­bin­der namens Bösner auf. Er stell­te Besen her und flocht Körbe. Hier und da soll er auch das Wild in Augen­schein genom­men haben, um sein kümmer­li­ches Dasein durch einen safti­gen Braten zu versü­ßen. Später handel­te er mit Hafner­ge­schirr und wohnte im Haus des Landwirts Karl Hägele. Zwei seiner Töchter zogen nach Ameri­ka, seine Familie gibt es in Oberko­chen nicht mehr.

„Biath­lon“ – einst eine Oberko­che­ner Spezia­li­tät
Dieser Sport bleibt in Oberko­chen auf immer mit der Familie Fickert verbun­den. Biath­let Hartmut Arnold (geb. Fickert), Mitglied des TV Oberko­chen, wurde 1976 in Ruhpol­ding Deutscher Jugend­meis­ter – dreimal nahm er an der Weltmeis­ter­schaft der Junio­ren teil. Er erinnert sich dabei an Zeiten seines Sportes in denen man „manch­mal zwei Stunden lang überhaupt kein Publi­kum gesehen hat“. Seine Schwes­ter Heidrun (heute Miese) war die erste Frau, die einen Biath­lon-Wettbe­werb absol­vier­te. „Das war damals schon ein echtes Kurio­sum“, erinnert sie sich an ihren ersten Platz im Fünf-Kilome­ter-Sprint wie auch an ihre Teilnah­me am berühm­ten Engadin-Skimarathon.

Die KI fasst das Ganze mal zusam­men
Die Anfän­ge im TV Oberkochen

  • In den 1960er Jahren war der TV Oberko­chen ein klassi­scher Breiten­sport­ver­ein: Turnen, Leicht­ath­le­tik, Skisport.
  • Winter­sport hatte in der Region Ostalb eine gewis­se Tradi­ti­on – Langlauf und Schie­ßen waren populär, und genau hier entstand die Grund­la­ge für Biathlon.
  • Kinder und Jugend­li­che wurden früh an den Sport heran­ge­führt, unter ihnen die Geschwis­ter Hartmut und Heidrun Fickert.

Hartmut Arnold geb. Fickert – der Weg ins natio­na­le Rampenlicht

  • Geburts­jahr: 1958 in Ellwangen
  • Schule: Bis 1974 Gymna­si­um Oberko­chen, danach Jugend­dorf-Chris­to­pho­rus­schu­le in Berch­tes­ga­den (Sport­schu­le für Wintersportler)
  • Verein: Seit 1963 Mitglied im TV Oberko­chen, wo er seine sport­li­che Laufbahn begann
  • Schon als Schüler am Gymna­si­um Oberko­chen zeigte Hartmut großes Talent.
  • 1976 gewann er in Ruhpol­ding die Deutsche Jugend­meis­ter­schaft – ein Meilen­stein für den Verein.
  • 1977 folgte der Titel als Deutscher Junio­ren­meis­ter mit der Staffel.
  • Damit war er einer der ersten Athle­ten aus Baden-Württem­berg, der in der Biath­lon­sze­ne bundes­weit Beach­tung fand.

Heidrun Miese geb. Fickert – Pionie­rin im Frauenbiathlon

  • Während Biath­lon für Frauen noch nicht olympisch etabliert war, wagte Heidrun den Schritt in diese junge Disziplin.
  • Sie gehör­te zu den frühen Athle­tin­nen, die den Sport in Deutsch­land prägten – ein mutiger Weg, da Frauen­bi­ath­lon erst in den 1980er Jahren richtig Fahrt aufnahm.
  • Ihr Engage­ment machte Oberko­chen zu einem Ort, der gleich zwei Talen­te in dieser Sport­art hervorbrachte.

Bedeu­tung für Oberkochen

  • Auch wenn Oberko­chen nie ein Biath­lon­zen­trum wie Oberhof oder Ruhpol­ding wurde, brach­te es durch die Fickerts zwei Namen in die natio­na­le Szene.
  • Der TV Oberko­chen kann stolz darauf sein, dass seine Nachwuchs­ar­beit Athle­ten hervor­brach­te, die überre­gio­na­le Bedeu­tung erlangten.
  • Für die Stadt bleibt die Biath­lon-Geschich­te ein Stück Identi­tät: ein kleiner Ort, der durch seine Sport­ler Teil einer großen Tradi­ti­on wurde.

Reich­lich zur Geschich­te des Winter­sports bei uns gibt es in den Berich­ten 699 und 710.

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Hartmut Arnold das Oberko­che­ner Aushän­ge­schild im Biath­lon (Jubilä­ums­schrift T.V.O.)

„Biba“ – Eckart Irion aus der Dreißen­tal­stra­ße 26
Er ist der jüngs­te Sohn des Apothe­kers Ulrich Irion aus der Volkmars­berg-Apothe­ke. Von Beruf Pflan­zen­züch­ter, Landwirt, Forschungs­lei­ter und ÖkoKon­trol­leur in Unterreit/Bayern (Hof Grub). Im Fernse­hen (BR), in der Reihe „Unter unserm Himmel“ lief 2003/2004 ein Film über ihn mit dem Titel „Der Ähren­mann “. In Oberko­chen hielt er am 12. Mai 2005 im Schil­ler­haus einen Vortrag zum Thema “Dinkel und Emmer – fast verges­se­ne Getrei­de“, zu dem er auch eigenes gebacke­nes Brot mitbrach­te. Siehe auch Bericht 479.

In einer Beschrei­bung zu dem o.g. Film (ist auf You Tube bestimmt zu finden) heißt es:
„Eckart Irion ist ein beson­de­rer Mann mit einem beson­de­ren Beruf: er erforscht und züchtet neue Getrei­de­sor­ten. Dabei arbei­tet er nicht mit gentech­ni­schen Metho­den, sondern hält sich an das uralte Prinzip der Ausle­se. Und er hat ganz andere Ideale als die moder­ne Agrar­in­dus­trie, die darauf abzielt, einige wenige Hocher­trags­sor­ten zu züchten, die möglichst univer­sell einsetz­bar sind und möglichst resis­tent gegen Ungezie­fer und Krank­hei­ten. Das lässt sich oft nur indirekt errei­chen, indem man Resis­ten­zen gegen bestimm­te Herbi­zi­de, Pesti­zi­de und Insek­ti­zi­de erzeugt, also einen Chemie­ein­satz mit einkal­ku­liert. Eckart Irions Ziel hinge­gen ist eine gesun­de Landwirt­schaft – ohne schäd­li­che Chemie. Er setzt auf die Steige­rung der natür­li­chen Wider­stands­kraft, die er durch eine jahre­lan­ge geziel­te Ausle­se der besten und kräftigs­ten Pflan­zen erreicht. Natür­lich geht es auch ihm um eine Steige­rung des Ertra­ges – aller­dings nicht um jeden Preis. Der Stand­ort ist dabei ein entschei­den­der Faktor: je nach Boden­be­schaf­fen­heit, Lage und Klima sind andere Getrei­de­ar­ten geeig­net, und so züchtet Eckart Irion viele verschie­de­ne Sorten mit spezi­fi­schen Eigen­schaf­ten: neben Roggen, Weizen und Hafer neuer­dings auch den Emmer, eine rund 8.000 Jahre alte heimi­sche Weizen­art, die irgend­wann in Verges­sen­heit geraten ist.“

Ab 2010 Aufbau der Beratungs­stel­le für Reinkar­na­ti­ons­ar­beit und Bezie­hungs­fra­gen im Leben­di­gen.
Im Jahr 2021 erhielt er die bayri­sche Staats­me­dail­le für sein Lebens­werk im Öko-Landbau.

Vita Eckart Irion
(Quelle BESQUATI ‑Eckart Irion — Beratungs­stel­le für Reinkar­na­ti­ons­ar­beit und Beziehungsfragen)

  1. Etappe: In den ersten 15 Jahren meines Lebens waren Garten, Wald, Natur für mich sehr wichtig. Dann kam die Phase, wo mich das Menschen-Sein immer mehr inter­es­sier­te und beschäf­tig­te. Vor und nach dem Abitur führten mich meine Wege bei Pädago­gik, Psycho­lo­gie, Medizin, Musik vorbei, freudi­ge Wege, verschlun­ge­ne Wege oder auch Sackgas­sen – es waren meine Wege.
  2. Etappe, ab 1974: Landwirt­schafts­stu­di­um an der Univer­si­tät Hohen­heim, Fachrich­tung Pflan­zen­bau, Spezia­li­sie­rung Pflan­zen­züch­tung. Andere Gesichts­punk­te hinzu­neh­men, aus einem anderen Blick­win­kel hinschau­en, war schon damals mein Anlie­gen: Im biody­na­mi­schen Landbau fand ich diese Ergän­zun­gen – das Thema laute­te, den Blick weiten.
  3. Etappe, ab 1979: Beruf­li­cher Einstieg in die biody­na­mi­sche Pflan­zen­züch­tung, Einar­bei­tung in die Roggen- und Weizen­züch­tung bei Ilsabe Mutzen­be­cher und Selbstän­dig-werden in Hof Grub, d.h. Pflan­zen­züch­tung inner­halb eines biody­na­mi­schen Hofes: Es ist ein faszi­nie­ren­der Vorgang, man hat die Ernte vor sich liegen, Körner und Ähren von verschie­de­nen Pflan­zen und Linien, wählt aus, was man haben will, wo innere Energie vorhan­den ist. Man berei­tet den Boden für die Aussaat vor, sät die Samen aus, d.h. man legt die Samen — und das sind leben­di­ge Impul­se — in die Erde, übergibt sie dem Leben der Erde. Sie lässt es wachsen und man selbst beglei­tet es liebe­voll, erlebt wie die Fülle des Sommers heran­wächst und in der Reife sich konzen­triert, zusammenzieht. 
  4. Etappe, ab 2008: Beruf­li­che Krise, Hinder­nis­se auf meinem Weg, das heißt, innehal­ten, hinschau­en, hinhö­ren, den Blick weiten, wie kann das Bishe­ri­ge sich verwan­deln: Ausbil­dung in Reinkar­na­ti­ons-thera­pie bei Gabi und Mathi­as Wendel in München.
  5. Etappe, ab 2010: Aufbau der Beratungs­stel­le für Reinkar­na­ti­ons­ar­beit und Bezie­hungs­fra­gen im Leben­di­gen. Die Erdung = Arbeit an der Erde und an den Pflan­zen bleibt, wenn auch in kleine­rem Umfang.
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Eckart „Biba“ Irion – ein Sohn des ersten Apothe­kers in Oberko­chen – Ulrich Irion (Archiv Irion)

„Biebe“ – Günther Harner aus dem Hecken­ro­sen­weg 5
Das Boxen in Oberko­chen erleb­te in den 60ern eine Flaute. In den 70er ging es mit den Neuzu­gän­gen vom VfR Aalen — die Gebrü­der Peter und Erich Schich­ta, Günther Harner und Helmut Rudat an vorders­ter Front – wieder aufwärts. Es kam wieder Leben in den Ring und 1973 beherrsch­te der BCO eindeu­tig die Box-Szene im Ländle. Der BCO war in die Bundes­li­ga aufge­stie­gen.
Die KI weiß dazu folgen­des: „Günther Harner, ein Name, der in der Welt des Boxens wider­hallt, hat einen unver­gess­li­chen Eindruck im Sport hinter­las­sen. In der Blüte­zeit des Boxens in Oberko­chen, den 70er und 80er Jahren, füllte der Boxclub Oberko­chen (BCO) Hallen und Arenen. Unter den bemer­kens­wer­ten Boxern befan­den sich Günter Harner und Helmut Rudat, die an vorders­ter Front standen.“ Sein Sohn Micha­el ist ausge­bil­de­ter Osteo­path mit eigener Praxis in Aalen. Davor beglei­te­te dieser einige Jahre lang als persön­li­cher Physio­the­ra­peut den Formel-1-Rennfah­rer Micha­el Schumacher.

„die Bielit­zer“ – vertrie­ben aus ihrer Heimat und in Oberko­chen heimisch gewor­den
Dazu schrieb der bekann­te Robert Michalik die Berich­te 279 und 280. Daraus ein paar Auszü­ge: „Bielitz-Biala war eine schle­si­sche Kreis­stadt und eine deutsche Sprach­in­sel in der ehema­li­gen Monar­chie Öster­reich-Ungarn. Die Stadt liegt am Nordrand der Beski­den, dem nordwest­li­chen Ausläu­fer der Karpa­ten. Das Grenz­flüss­chen Bielke trenn­te das öster­rei­chi­sche Schle­si­en und Galizi­en und bilde­te die Volks­gren­ze. Bielitz blieb die einzi­ge deutsche Stadt mit überwie­gend deutscher Bevöl­ke­rung in Polen bis zum Kriegs­be­ginn im Jahr 1939. Da die Russen kurz vor der Stadt standen, wies man die Firma an, Teile dieser Produk­ti­on nach Oberko­chen auszu­la­gern. In den Kriegs­jah­ren arbei­te­te die Produk­ti­on (Lafet­ten­bau) der Firma J. A. Bäuerle teilwei­se mit der Fa. Gustav Josephy in Bielitz zusam­men. Einige Betriebs­an­ge­hö­ri­ge von Oberko­chen hatten zuvor die Firma Josephy in Bielitz besich­tigt. In großen Kisten wurden viele Geräte, Maschi­nen und Materi­al für den Lafet­ten­bau von Bielitz nach Oberko­chen trans­por­tiert. Eine Gruppe von 14 Fachar­bei­tern kam Ende Febru­ar 1945 hier an. Ein kleiner Stab von Ingenieu­ren, Techni­kern und Meistern war schon zuvor als Vorkom­man­do angekom­men. Die zugereis­ten Fachar­bei­ter waren mit Marsch­be­fehl ausge­rüs­tet; sie hatten den Befehl, nach Ankunft in Oberko­chen sich sofort zu melden und die Produk­ti­ons­ar­beit aufzu­neh­men. Die Neuan­kömm­lin­ge, es war der 14. Febru­ar 1945, erhiel­ten in der Kanti­ne der Fa. Bäuerle ein warmes Mittag­essen. Zum Übernach­ten waren im Saal des Gasthofs »Grüner Baum« Stock­werk­bet­ten als Notla­ger für die erste Zeit aufge­schla­gen. Die Pächter­fa­mi­lie Betz bemüh­te sich, den Bielit­zern den Neuan­fang zu erleich­tern. Auch der damali­ge Bürger­meis­ter Heiden­reich war den Bielit­zern in allen Belan­gen sehr behilf­lich. Im Lauf der Tage kamen weite­re Perso­nen aus Bielitz an. Ich möchte nun einige Namen von Perso­nen nennen, die seiner­zeit allein oder im Rahmen der Famili­en­zu­sam­men­füh­rung hierher nach Oberko­chen kamen und größten­teils in unserem Städt­chen oder dessen Umkreis die zweite Heimat gefun­den haben.
Es waren bis 1946, (vor 80 Jahren) die Famili­en Urban­ke, Bathelt, Mickler, Michalik, Stana, Wallosch­ke, Dubiel, Scharek, Piesch, Böhn, Englert, Homa, Janot­ta, Schwarz, Zipser, Hess, Staschek, Steckel, Wenzel, Jakobschy, Schymik, Zender, Bartel­muss, Lehrer, Gürtler, Kaiser, Biesok, Kwasny, Buchmann, Woldschlä­ger, Niesyt, Jenker u. a.“

„Bier iiiebr d Schtro­aß“ – offenes Bier über die Straße verkau­fen
Im Mittel­al­ter, tranken viele Menschen Bier nicht aus Genuss, sondern weil es gesün­der war als Wasser. Das sogenann­te Dünnbier war nahrhaft, kräfti­gend und deutlich unbedenk­li­cher als Brunnen- oder Quell­was­ser. Heute bekom­men die Braue­rei­en Proble­me, weil nicht mehr genug Bier getrun­ken wird. Wir schau­en uns aber die Zeit an, als man Bier wegen des Genus­ses trank.
Früher, also viel früher, eher ganz früher, also vor ganz langer Zeit, war es noch üblich das Bier „offen“ zu holen. Meist wurden die Buben mit einem Bierkrug losge­schickt, um das Feier­abend-Bier zu holen.
Josef Wunder­le weiß, dass im Sommer die Buben mal den Schaum vom kühlen Bier getrun­ken haben, so dass der Ehle (oder Ähle) den Schwund sehr wohl bemerk­te und die Buben nochmals zum Wirt rüber­schick­te und nachschen­ken ließ.
Josef „Sepp“ Merz erzähl­te mir einst die Geschich­te vom „Wasser“alfinger Bier: Früher konnte man in verschie­de­nen Gasthäu­sern an einem Schal­ter Fassbier im Krügle kaufen. Auch ich musste ab und zu mal für meinen Opa im „Grünen Baum“ Bier holen. Damit meinem Opa nichts passiert, habe ich immer einen kleinen Probe­schluck genom­men – denn ich war ja sein persön­li­cher unbekann­ter Vorkos­ter. Zwischen dem „Grünen Baum“ und dem „Sparkas­sen-Wingert“ verlief ein kleines Gässchen zum dorti­gen Schlacht­haus. Da konnte ich an einem Wasser­hahn das verblie­be­ne Bier wieder auffül­len. Zuhau­se, als Opa das einwand­frei getes­te­te Bier probier­te sagte er weise und vielsa­gend: „Hesch m’r heit‘ wiedr a WASSER-alfin­ger broacht?“
Auch Reinhold Bahmann woiß ebbes: Das „Rössle“ ist stark mit meinen ersten Kindheits­er­in­ne­run­gen verbun­den. Musste ich doch abends für meinen Golden­bau­er-Opa eine Maß Bier holen. Dazu gab es ein kleines Fenster durch den man mitge­brach­ten Krug hinein­reich­te und aus dem der volle Krug wieder heraus­ge­reicht wurde.
Brand­stet­ters Bruno erinnert sich, dass gelegent­lich auch Bier im Café Gold in Milch­kan­nen geholt wurde, wenn es ein Famili­en­fest gab.
Jürgen Kempf schick­te mir aus seinem Archiv eine Karte adres­siert an „Herrn Maier z. Rößle
in Königs­bronn“ mit folgen­dem Text:
„Schicken Sie mir heute Donners­tag Abend Bier nicht wie das letzte­mahl es ist ganz warm angekom­men so kann ich keins mehr verkau­fen — K. Gold“
Der Ton des Wirtes K. Gold (Gaststät­ten­zu­ord­nung ist unklar) ist etwas gereizt, aber damals war es ja nicht einfach, Bier zu kühlen und trotz­dem wollte niemand warmes Bier. Die Postkar­te ist nach dem Poststem­pel in Oberko­chen am 30.08.1894 abgeschickt worden und noch am gleichen Tag laut Ankunfts­stem­pel in Königs­bronn angekom­men. Leider wissen wir nicht, ob es mit dem „Rößle“ zu einer Einigung gekom­men ist.

Und wenn ich etwas aus den Zeiten brauche, an die keiner mehr denkt, dann ist Joachim „Schrei­ber­le“ Fischer der richti­ge Mann, in diesem Fall aus dem Jahr 1747, als die Gemein­de noch konfes­sio­nell geteilt war. Die damali­ge Sprache, schlicht­weg eine Heraus­for­de­rung (wie mögen einst unsere Nachfah­ren sprechen). Es wurde eine gericht­li­che Befra­gung durch­ge­führt. Es ist nicht ganz klar was verbo­ten war. Ging es um fehlen­de Konzes­sio­nen oder war das Problem, dass evange­li­sches Bier aus Königs­bronn im katho­li­schen Teil Oberko­chens verkauft wurde?
Verbot­te­nes bier abhol­len bey Melchi­or Schnei­der württem­ber­gisch zu Oberko­chen:
Nachdem bei Amt glaub­bahr vorge­kom­men, welcher gestal­ten? sich einige Untertha­nen unter­fre­chet, wider das herrschaft­li­che Verbott a: 1 fl 30 x von dem württem­ber­gi­schen Bürger­meis­ter Melchi­or Schnei­der kein solches Bier, so er von Königs­bronn nach Oberko­chen überfüh­ret, aus seinem Haus über Gasse zutrag, vihl weniger in densel­ben zur zechen, und nun nachfol­gend­te Untertha­nen verglei­chen unter­zo­gen haben sollte, als wurden selbe folgend­ter vernoh­men, und zwarn

Georg Schaupp  Es seye wahr, das Bier abholen lassen, allei­nig erhof­fe er eine gnädi­ge Straf
Caspar Gold Er habe ein halbes Bier bei dem Schnei­der getrun­ken, gestal­len? er dem Leonhard Schnei­der bey dem Schnei­der wegen Verfer­ti­gung eines Bacho­fen gesuhet und der Schnei­der ihme befra­get, ob ihm ein halbes Bier belieb­te, worüber er ihm eines bey bringen lassen.
Franz Bezler Er habe zwar keines abgeholet, wohl aber des Schnei­ders Weib ihm derglei­chen selbst­en in das Haus gebracht.
Ernst Eyres­ser  Ja, habe eines holen lassen weilen der Micha­el Bezler lieder­li­ches Bier braue.
Johan­nes Gold Habe allda gezecht mit dem Flurer und zwar nur ein halbes Bier.
Franz Künin­ger  Ja, habe derglei­chen abholen lassen.
Jerg Wöhrle Ist ganz berau­schet und vor Amt dessert­we­gen nicht erschei­nen können solle jedoch Bier abgeholet haben so er Confirm­iret.
Johan­nes Bezler geste­he er das er alda bey einem Leib kauff gewesen, allein seye er ein armer mann und nichts im Vermö­gen mithin kein Gelt da vorge­ge­ben
Caspar Burr Er habe kein Bier hollen lassen, wohl aber habe er alda einen Brand­wein, und mit nichten Bier getrun­ken
Anton Veil Er habe keinen Tropfen weder getrun­ken noch holen lassen, der württem­ber­gi­sche Jäger ware in seinem Haus gewesen, welcher durch seine Baas 3 Maas bier in sein Haus bringen lassen
 Andre­as Fischer Ja, könne es nit laugnen, weile er ein Nachbaur? seye
 Caspar Schnepf  Er habe dem Schnei­der geschaf­fet, und alda ein Glas Brand­wein und Bier bei ihm getrun­ken
 Franz Veil Ja, habe eines holen lassen weilen sein Weib als ein Kindbet­te­rin solches ?er-dulten können
 Leonhard Schmid Habe zum öfteren alda getrun­ken
 Melchi­or Tritt­ler Ja, habe alda Bier abholen lassen

„Bierhal­la­wirt“ – Anton Fischer aus der Heiden­hei­mer Straße 71
Die „Bierhal­le“ ist die ältes­te Wirtschaft in Aalen und einer der Pächter war Anton Fischer. Er wohnte unter dieser Anschrift (dem frühe­ren Mauser-Haus). Der Name ging auf die Kinder über z.B. auf seine Tochter Maria, die dann „Bierhal­la­wirts-Maria“. Anton verun­glück­te tödlich an dem nahege­le­ge­nen Bahnüber­gang (heute nicht mehr vorhanden).

Die Geschich­te der Bierhal­le geht bis in das Jahr 1686 zurück. Baltha­sar Simon benann­te seine Braue­rei damals „Grüner Baum“. Seine 3 Söhne nannte er, nach den Hl. Drei Königen, Caspar, Melchi­or und Baltha­sar. Auch Chris­ti­an Daniel Fried­rich Schub­art verkehr­te hier. 1816 verleg­te Johann Georg Simon seine Braue­rei nach Ellwan­gen. Neuer Chef wurde ein Wagen­seil aus Bopfin­gen. Das Gebäu­de kam durch Erbschaft in den Besitz der Fam. Böhrin­ger und durch Heirat an den Bierbrau­er Chris­ti­an Schmid vom Sophien­hof (bei Essin­gen). Seit 1876 wurde erstmals der Begriff „Bierhal­le“ verwen­det. Um 1901 übernahm der Oberko­che­ner Anton Fischer die Bierhal­le und sorgte für die damali­ge Zeit für traum­haf­te Umsät­ze – in Jahr 1908 stehen 1.000 Hekto­li­ter zu Buche. Der bekann­tes­te Pächter war vermut­lich der einst stadt­be­kann­te Kroate „Dodo“, der ab 1990 rund 25 Jahre lang das Wirts­haus führte. Mehr Infos unter dem Link Bierhal­le — Bar NOIR — Kocher­bo­te (bierhalle-aalen.de) und in dem heraus­ra­gend gestal­te­ten Buch „Bürger Bauer Stamm­tisch­ho­cker“ von Erwin Hafner (leider vergriffen).

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Die Bierhal­le in der Aalener Fußgän­ger­zo­ne hat auch eine Verbin­dung zu Oberko­chen (Archiv Müller)

„Bierhal­la­wirts-Rosa“ – Rosa Wunder­le aus der Heiden­hei­mer Straße 70
Vorstand des Frauen­chors beim Sänger­bund und Frau von Franz Wunderle.

Jetzt erscht a Bier ond nao gat’s weitr – „Billie vom Sonnenberg“

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