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	<title>Heimatbüchlein | Heimatverein Oberkochen</title>
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	<title>Heimatbüchlein | Heimatverein Oberkochen</title>
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		<title>Vorwort</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/vorwort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[S.Mueller.HVO]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 1953 23:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbüchlein]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="text-align: center;">O, Heimat wir sind alle dein,<br>wie weit und fremd wir gehen.<br>Du hast uns schon im Kinderschlaf<br>ins Blut hineingesehen.</p>
<p>Dieser Vers eines unserer innigsten Heimatlieder ist meinem Gedächtnis nie entschwunden. Er ist mir in seinem Sinn ein köstliches Geschenk, das ich stets bei mir trage. So war es für mich ein lieber und schöner Auftrag, ein Büchlein über meine Heimat Oberkochen zu schreiben. Ich habe mich dabei bemüht, in — wenn auch kurzen — aber wesentlichen Zügen ein äußeres und ein inneres Bild aus Gegenwart und Vergangenheit unseres Heimatdorfes aufzuzeichnen.</p>
<p>Nachdem eine Ortschronik von Oberkochen schon seit den Jahren nach dem ersten Weltkrieg nicht mehr aufgefunden werden kann, auch bei den Pfarrämtern außer einer kleinen Chronik aus späteren Zeiten keine eigentlichen Pfarrchroniken vorhanden sind, mußte der Stoff für die Zeit aus früheren Jahrhunderten in der Hauptsache aus den Staatsarchiven in Stuttgart und Ludwigsburg geholt werden. Hier lieferten ihn die Urkunden des Amtes Kochenburg, des ehemaligen Klosters der späteren Fürstpropstei Ellwangen und des Klosteramts Königsbronn. Weitere Fundstellen waren die Pfarr- und Gemeinderegistraturen, ferner die Oberamtsbeschreibung des Oberamts Aalen aus dem Jahre 1854 und die Vereinsliteratur des Altertumsvereins Geislingen a. d. Stg. Auch erwähne ich dankbar die Aufzeichnungen des früheren Oberlehrers Alfons Mager, die ich zu einem guten Teil verarbeiten konnte.</p>
<p>Herrn Bürgermeister Bosch sei an dieser Stelle ein besonders herzliches Dankeswort gewidmet, denn ihm war die Schaffung einer Heimatchronik bzw. eines Heimatbuches ein Herzensanliegen, und er war es, der den ersten Schritt zur Handlung veranlaßt hat und mir stets seinen freundlichen Rat und seine Unterstützung hat angedeihen lassen. Dieses Büchlein will nicht als die eigentliche Ortschronik betrachtet sein, sondern als Heimatbuch, an welches die künftig zu führende Ortschronik, worin die laufenden Begebenheiten festzuhalten sind, als zweiter Teil in einem besonderen Band angeschlossen werden könnte.</p>
<p>Januar 1953</p></div>
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		<title>Das äußere Dorfbild</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/das-aeussere-dorfbild/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[S.Mueller.HVO]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 1953 00:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbüchlein]]></category>
		<category><![CDATA[Dorfbeschreibung]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ein Schreiber, der vor hundert Jahren die landschaftliche Lage unseres Heimatdorfes geschildert hätte, müßte etwa so begonnen haben: »Hingeschmiegt an das Flüßchen Kocher liegt es da, das Dörflein Oberkochen, so recht das Bild eines schwäbischen Bauerndorfes unserer stillen Albtäler.« Der Schreiber von heute kann diese Formulierung nicht mehr treffen. Wohl liegt Oberkochen noch im Tal am Schwarzen Kocher, aber in Dörflein und Tal ist viel Neues gekommen: die Eisenbahn, die Fabriken mit ihren Maschinen, Motoren und Lastwagen und ihren vielen Menschen. Nicht bei allen Bewohnern herrschte über diese Wandlung in den früheren Jahren eitel Freude, denn sie liebten ihre bäuerliche Heimat in ihrer Stille und wünschten sie für immer so, wie sie zu den Zeiten der Väter gewesen war. Aber die in unserer Gegend in den Jahren 1880 bis 1890 begonnene Entwicklung der Industrie hatte auf ihrem Weg auch nach Oberkochen gefunden. Näheres darüber wird auf späteren Blättern dieses Büchleins ausgeführt. Jedenfalls können wir feststellen, daß der Zug dieser Entwicklung im Laufe der letzten 50 Jahre neben dem inneren auch dem äußeren Bild des alten Bauerndorfes Oberkochen den Stempel eines Industrieplatzes aufgedrückt hat. Dies zeigt sich insbesondere im Anwachsen der Zahl der Einwohner und der Gebäude. Trotzdem aber konnten diese Veränderungen bis heute das äußere Gesamtbild des Dorfes in seiner landschaftlichen Schönheit nicht mindern. Noch dürfen wir dies feststellen, Insbesonders bei einer Schau vom »Rodstein« her: Wie schön liegt das Dorf im Sonnenglanz, umrahmt von seinen wechselvollen Fluren und dem satten Grün der lieblichen Wiesentaler, durch die sich Kocher und Gutenbach schlängeln. In der Weite verlieren sich die prächtigen Wälder des Aalbuchs und der Härtsfeldberge. Nicht weniger schön ist der Blick von den anderen Bergen und Höhen aus, zum Beispiel vom Weingarten oder vom Tierstein. Nicht aufgezählt seien die vielen anderen Plätze an den Hängen und auf den Höhen, zu denen Dorf und Tal immer wieder in anderer Gestalt heraufgrüßen. Ja, schön ist dieses Heimatbild von Oberkochen, und was der evangelische Pfarrverweser Pfister zu Anfang der 70iger Jahre in einer sinnigen Versreihe als Abschiedsgruß geschrieben hat, spricht uns auch heute noch an:</p>
<p style="text-align: center;">Wie könnt ich dein vergessen,<br>mein schönes Kochertal.<br>Wie sollt ich euch nicht lieben,<br>ihr Berge allzumal.</p>
<p style="text-align: center;">Ein grüner Blättermantel<br>ist euer Sommerkleid.<br>Daran von Ährenfeldern<br>ein goldner Kranz sich reiht.</p>
<p style="text-align: center;">Im Wiesengrunde rauscht<br>durch blumenreiche Auen,<br>ein Bächlein hell und munter,<br>gar lieblich anzuschauen.</p>
<p style="text-align: center;">Wie oft hab ich vernommen,<br>vom Turm den Glockenschall,<br>die Bergeshalde sandte<br>zurück den Widerhall!</p>
<p style="text-align: right;">Franz Balle</p></div>
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		<title>Volkmarsberg und Rodstein</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/volkmarsberg-und-rodstein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[S.Mueller.HVO]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 1953 23:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbüchlein]]></category>
		<category><![CDATA[Dorfbeschreibung]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Aus dem Kranz der bewaldeten Berge, die Oberkochen umgeben, ragt der Volkmarsberg als der bekannteste und dem Naturfreund liebste hervor. Wer Oberkochen kennen will, muß auch den Volkmarsberg kennen. In 743 Meter Höhe bietet er dem Besteiger eine herrliche Rundschau, besonders gen Norden und Osten. Das Auge schweift über das weite Land hinüber zu den Hohenstädter, Büchelberger und Frickinger Höhen, zu den Limburger und Ellwanger Bergen. Das Kloster Neresheim, die Kapfenburg und der Ipf grüßen herüber, ebenso eine Anzahl Härtsfelder Dörfer. Den Berg umschließend, laden freundliche Albtäler zur Wanderung ein: Tiefental, Hagental, Wolfertstal und Essinger Tal. Auf seiner Hochfläche trägt der Berg eine leider mehr und mehr vom Wald überwucherte Wachholderheide. Sie bietet in den Sommer- und Herbstmonaten vielen Ausflüglern erholungsreiche Stunden. Aber auch im Winter ist sie das Ziel der Schisportler, die dort in neuerer Zeit eine Sprungschanze errichtet haben. Vor 100 Jahren war das Wacholdergebiet noch Ackerfeld, jedoch zwang die Wasserarmut zur Aufgabe solcher Bewirtschaftung. Die Kuppe krönt ein 23 Meter hoher, im Jahre 1929 vom Schwäb. Albverein erstellter Aussichtsturm, der seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der amerikanischen Besatzungsmacht für militärische Zwecke belegt und daher für die Öffentlichkeit verschlossen ist. Lehrer Klotzbücher grüßt den geliebten Berg u. a. in folgenden Versen:</p>
<p style="text-align: center;">Umrauscht von Buchenwäldern,<br>geschmückt mit Blumenflor,<br>so ragst du, Völkerberg,<br>zu stolzer Höh’ empor.</p>
<p style="text-align: center;">Und deine sanfte Kuppe<br>krönt ehern dort ein Turm,<br>auf Felsenquadern ruhend,<br>so trotzt er Wind und Sturm.</p>
<p style="text-align: center;">Gar mächtig schweift der Blick<br>von dort ins Land so weit,<br>das Auge ist entzückt<br>von soviel Herrlichkeit.</p>
<p style="text-align: center;">Ja, Berg, du Freudenspender,<br>dein denk ich für und für,<br>du Quell von Kraft und Frohsinn,<br>du unserer Heimat Zier.</p>
<p>Neben dem Volkmarsberg ist der Rodstein der Heimatberg, der bei dem Oberkochener im Gesamtraum seiner Heimat einen Lieblingsplatz einnimmt. Es wäre nicht zuviel, wenn man ihn zum Wahrzeichen des Dorfes erklären würde, denn wie ein treuer Wächter sieht er auf Oberkochen herab. Wenn er auch in alter Zeit keine Burg tragen durfte, so können wir doch, annehmen, daß die beiden Rodsteinfelsen schon bei unseren ältesten Vorfahren von gewisser strategischer Bedeutung waren. Jedoch wissen wir mit Bestimmtheit, daß im Laufe der Jahrhunderte ungezählte derer, denen Oberkochen Heimat war, immer wieder den Rodstein hoch gewandert sind, um deren liebliches Bild von dort aus zu schauen. Fragen wir die Männer die in den beiden Weltkriegen draußen waren, wie es war, wenn sie einsam auf Wache standen oder irgendwo mit ihren Kameraden »Im schönsten Wiesengrunde« sangen, wie dann dieses Heimatbild vom Rodstein vor ihre Seele getreten ist. Im Jahre 1861 ist auf dem Rodstein ein Holzkreuz errichtet worden. Bald sind es 100 Jahre her, daß dieses Zeichen der gottlichen Liebe segnend über Flur und Dorf hinschaut. Wir schenken denen ein liebes Gedenken, die es errichteten; sie taten es, weil sie ihre Heimat Oberkochen liebten und sie unter dem Schutz des Allerhöchsten wissen wollten.</p>
<p>Auch diesem Berg widmet Lehrer Klotzbücher besinnliche Verse:</p>
<p style="text-align: center;">Stätte, lieb und wonnetraut,<br>auf des Rodsteins Höhe.<br>Wo die Seele wundersam<br>fühlet Gottes Nähe.</p>
<p style="text-align: center;">Unten in dem tiefen Tal<br>nur Hasten und Gewühl,<br>hier oben heilige Stille.<br>Himmlisches Gefühl!</p>
<p style="text-align: center;">Freudig laß ich meine Blicke<br>schweifen in die Fern’,<br>doch auch richt ich sie mit Inbrunst<br>auf das Kreuz des Herrn,</p>
<p style="text-align: center;">das einst frommer Christen Sinn<br>hier oben hat erstellt<br>damit auf Rodsteins Höhe<br>es stille Hochwacht hält.</p>
<p style="text-align: center;">Dann drängt in solcher Stund<br>mir das Gebet vom Mund:<br>Herr laß doch über Tal und Land<br>segnend deine Gotteshand!</p>
<p style="text-align: right;">Franz Balle</p></div>
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		<item>
		<title>Das innere Dorfbild</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/das-innere-dorfbild/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[S.Mueller.HVO]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 May 1953 00:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbüchlein]]></category>
		<category><![CDATA[Dorfbeschreibung]]></category>
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					<description><![CDATA[Das innere Dorfbild Oberkochens wird noch bestimmt aus frühen Zeiten der Dorfwerdung. Einst waren die Häuser fast ohne Ausnahme einstockig, Sie waren auch alle mit Strohdächern bedeckt, deren letzte erst Ende des 19. Jahrhunderts durch Ziegeldächer ersetzt wurden. Von dem Hofraum der Kirchenschmiede, gegenüber der katholischen Kirche bietet sich dem Auge ein freier Blick über [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das innere Dorfbild Oberkochens wird noch bestimmt aus frühen Zeiten der Dorfwerdung. Einst waren die Häuser fast ohne Ausnahme einstockig, Sie waren auch alle mit Strohdächern bedeckt, deren letzte erst Ende des 19. Jahrhunderts durch Ziegeldächer ersetzt wurden. Von dem Hofraum der Kirchenschmiede, gegenüber der katholischen Kirche bietet sich dem Auge ein freier Blick über die ganze Länge der Hauptstraße, die den Hauptteil des Dorfes darstellt. Dieser übersichtliche Straßenzug mit seinen durchweg stattlichen Häusern und den beiden Kirchen vermittelt dem Beschauer das Bild eines großzügig angelegten Dorfes. Die Seitenstraßen, der Katzenbach und der Ortsteil im Brunnquell, wetteifern mit der Sauberkeit und Stattlichkeit der Häuser an der Hauptstraße. Auch die kleinen Gassen verraten den Ordnungs- und Schönheitssinn ihrer Bewohner.</p>
<p>Wenn heute eine weitschauende und ordnungsliebende Gemeindeverwaltung die alten Bekannten der Dorfstraßen: die Dunghaufen, die Holzbeigen und Leiterwagen, zu verdrängen sucht, dann wollen wir darüber nicht böse sein. Gewiß, die Buben aus der Zeit vor 50 und mehr Jahren können diese lieben alten Dorfbekannten nicht aus ihren Bubenaugen wegstreichen; waren sie ihnen doch zu ihren Spielen gar manchmal die Burg, die Schaukel oder das Turnreck. Doch diese Zeiten sind vorbei und die Buben von heute haben ihren Tummelplatz längst auf den Sportplatz verlegt. In der Erinnerung der einstigen Buben werden sie aber zeitlebens ein freundliches Plätzchen behalten. Mit ihnen werden nicht vergessen sein die lieben alten Dorfbrunnen. Viele Dorfgenossen von heute haben sie noch gekannt. Schade, daß sie nicht mehr da sind. Sie wären heute eine feine Bereicherung des Straßenbildes. Ihr Plätschern bei Tag und Nacht war ihr ständiger Gruß an Mensch und Tier. Wie mancher Dürstende eilte auf sie zu, um sich zu laben an heißen Sommertagen und wie oft waren sie der Ort für ein Geplauder wasserholender Frauen und Mädchen. Wer erinnert sich nicht mehr an das belebte Bild der Dorfstraße zur Zeit der Fütterung am Morgen und am Abend, wenn das Vieh eilends aus den Ställen zur Tränke lief. Da gab es manchmal ein Drängen und ein Schieben um den geduldigen Brunnen und nicht selten tobte ein Platzkampf, der damit endete, daß einer der Kämpfenden in den Brunnentrog plumpste. An den Plätzen wo sie standen, sieht man zum Teil noch ihre Spuren. Nur einer ist geblieben, der alte liebe Lindenbrunnen. Ihm ist die hohe Ehre zuteil geworden, Mahnmal zu sein für die gefallenen Söhne der Heimat.</p>
<p>Die Brunnen wurden in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts erstellt. Vorher mußte das Wasser aus dem Kocher und den Bächen geholt werden. Auch das Vieh mußte man dorthin zur Tränke treiben. Die Brunnen wurden meistens von sogenannten Nachbargemeinschaften gebaut. Es waren laufende Brunnen, die in den alten Protokollen als Springbrunnen bezeichnet sind. Die ganze Anlage bestand aus einer in die Erde eingelassenen hölzernen Röhre, deren oberer Teil etwa 2½ m über den Boden herausragte. In diesem »Deichel« war ein kleines abwärtsgerichtetes Rohr eingesetzt, durch welches das Wasser in einen eisernen Behälter, den Brunnentrog, geleitet wurde.</p>
<p>Das Dorf besaß neun Brunnen. Ihre Standorte waren:<br>
in der Kirchgasse: beim Hause Schlipf und beim Hause Winter (Ecke Pfarrgäßle),<br>
in der Langgasse: bei der Linde, vor dem »Rößle«, bei Fischer (Napoleon) und beim Hause Kopp im Kies,<br>
im Katzenbach: zwischen den Häusern Anton Gentner und Aloisius Balle<br>
im Feigengäßle, beim Hause Karl Gold (früher Weber, Kohlbeck) und vor dem Hause des Michael Gold (Marksenmichel).</p>
<p class="f16">Entsprechend seiner Lage und Größe ist Oberkochen schon in früheren Zeiten zum Marktflecken erhoben worden mit der Berechtigung, zwei Krämer- und zwei Viehmärkte abzuhalten. Die Entwicklung des Verkehrs und der Wirtschaft hat es mit sich gebracht, daß dieses Recht mehr und mehr verkümmert. Nur der Krämermarkt am Pfingstmontag hat sich erhalten. Ein eigentlicher Marktplatz befindet sich nicht in der Dorfmitte. Die beiden Kirchen, die Gastwirtschaften zum Hirsch, zum Ochsen, zum Lamm bilden mit dem Rathaus und dem Lindenbrunnen eine imponierende Dorfmitte mit eigener Note.</p>
<p class="f16">Als neuer Ortsteil präsentiert sich das »Dreißental« mit seinen Hängen und Höhen. Noch vor 50 Jahren führten aus diesem heimeligen Tal die Bauern ihren schönsten Klee und gutes Korn heim und am Waldrand ästen friedlich Rehe. Nun sind sie nicht mehr, die alten, lieben Raine, die Hecken und die Büsche. Auch das Juxenbäumle, auf dem die Unterklässler johlten und juxten, ist verschwunden.</p>
<p class="f16">Über seinem Standplatz hat sich vor dem zweiten Weltkrieg ein schmuckes Jugendheim erhoben. Nicht mehr ist auch das Fußwegle durch die oberen Gärten dem Kessel zu, auf dem die Jäger an stillen Sommerabenden ihren Pirschgang machten und auf dem der alte Ölurle so manchesmal mit seiner Ölbutte bedächtig dahinschritt nach Bartholomä, seinem Hauptabnehmerort.</p>
<p style="text-align: right;">Franz Balle</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Wasserquellen</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/die-wasserquellen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[S.Mueller.HVO]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 1953 23:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbüchlein]]></category>
		<category><![CDATA[Dorfbeschreibung]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ein besonderes Naturgeschenk sind die Quellen und die Wasserläufe, an denen Oberkochen liegt. Der Schwarze Kocher, kaum 2 km südlich des Dorfes entspringend, trifft als erste Ansiedlung auf Oberkochen und schenkt dessen Mühlen und Fabriken seine Wasserkraft. Vom Westen her, auch nur nach kurzer Wanderung auf Oberkochener Markung, strebt der Gutenbach dem Dorfe zu. Am westlichen Ortsausgang schickt er einen Teil des Wassers dem Katzenbach zu und mit dem Rest durchfließt er das liebliche Wiesental, das seinen Namen trägt, um als Nußbach bei der Kreuzmühle in den Kocher zu münden. Still und klein vollziehen der Edlenbach und der Erlenbach auf den Gewanden »Langenteich« und »Zwerenberg« ihre Daseinswanderung. Das Loachbrünnele und das Schönbrünnele beim hinteren Langert sind beliebte Trinkquellen, ebenso das Klebbrünnele am Fuße des östlichen Abhanges des Tiersteins im »Daffang«. Im Tiefental sprudelt in der Einsamkeit des Waldes die Hubertusquelle. Das Eichbrünnele an der Markungsgrenze gegen Essingen ist leider versiegt.</p>
<p style="text-align: right;"><em><strong>Franz Balle</strong></em></p></div>
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		<title>Erdgeschichtliches</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/erdgeschichtliches/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[S.Mueller.HVO]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 1953 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbüchlein]]></category>
		<category><![CDATA[Dorfbeschreibung]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Markung Oberkochen liegt im Gebiet des weißen Jura. Die Berge, die drei Haupttäler und 10 Nebentäler, tragen 166 verschiedene Flurnamen. In ihnen lebt uraltes Erinnerungsgut. Sie ragen wie Denkmale von längst hinaußgesunkenen Geschlechtern hinein in unsere Tage. Wer offenen Sinnes über die Fluren und durch die Wälder schreitet spürt den Hauch der Jahrhunderte aus ihnen. Oberlehrer Günter sei dafür gedankt, daß er die Namen unserer Fluren erforscht und zusammengetragen hat. Das Verzeichnis der Flurnamen befindet sich auf dem Rathaus.</p>
<p>Die Gesteinsschichten des weißen Jura lassen sich am Rodstein, am Langert und am besten am Hang des Volkmarsberges feststellen. Die Schichtung weist vier Stufen auf.<br>In der zweiten Stufe bildet sich der Quellkreis: Kocher, Katzenbach Luggenlohbrunnen, Gutenbach, Erlenbach und Eichertquelle. Hier lassen die unten liegenden Tone das Wasser nicht durch und es ist gezwungen, seinen Weg ans Tageslicht zu suchen.</p>
<p>Die dritte und vierte Stufe entsenden die Klebschmiedensteine und die Tiefentalquelle. Der Ursprung des Schwarzen Kochers wird gespeist von den Niederschlägen des Nördlichen Aalbuchs, von den Lauterburger Höhen bis zur Brunnenebene. In der südlichen Markungsgrenze Oberkochens vollzieht sich fast unmerklich in 508 m Meereshöhe an der europäischen Wasserscheide der flache Übergang der Flußtäler von Kocher und Brenz. Die Hochflächen und die Höhen tragen herrliche Laubwälder, deren Naturschönheit noch gesteigert wird durch interessante Felsen, Höhlen und Erdfälle. Von den Felsen kennen wir folgende Namen: großer und kleiner Rodstein, Langertstein, Kuckuckstein, Tiersteinfelsen und Lohstein, der Bergfelsen auf dem Volkmarsberg, Schmiedenstein an der Schmiedhalde, Griebigstein mit seiner Höhle, die in alten Zeiten manchem Flüchtigen Unterschlupf gewährte und der Katzenstein am Hang des »großen und des kleinen Wollenlochs«. Außer diesen wäre noch das neue und das alte Loch, auf dem Hohmahd zu nennen.</p>
<p style="text-align: right;">Franz Balle</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Das wirtschaftliche Dorfleben</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/das-wirtschaftliche-dorfleben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[S.Mueller.HVO]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 1953 23:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbüchlein]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Gebäude]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von außerordentlicher Bedeutung im Wirtschaftsleben des Dorfes war zu allen Zeiten der Wald. Von den ausgedehnten, in bester Pflege stehenden Waldungen, besitzen 93 Bürger, meist Bauern, 3000 Morgen Wald. Der übrige Wald ist im Eigentum des Staates, der Gemeinde und der katholischen Kirchengemeinde. Bei dem bürgerlichen Besitz handelt es sich um uralte Rechte, von denen noch später die Rede sein wird. Er steht im Eigentum der Realgenossenschaft Oberkochen, welcher im Jahre 1911 durch königliche Entschließung die Rechtsfähigkeit verliehen wurde. Die Verwaltung wird von einem Vorstand mit Stellvertreter, einem Rechner und zehn Verwaltungsratsmitgliedern besorgt. Besonders in früheren Zeiten war das Realrecht die zum Ackerbau notwendige Existenz zutat, weil der Ackerbau allein zum Lebensunterhalt nicht ausreichte. Oberkochen war einst in erster Linie ein Bauerndorf. Neben den landwirtschaftlichen Betrieben waren aber zu allen Zeiten solche Handwerksbetriebe vorhanden, wie sie im bäuerlichen Leben benötigt werden: Wagner, Schreiner, Sattler, Maurer, Schneider, Bäcker und Metzger.</p>
<p>Anders war es mit dem Hafner- und dem Bohrermachergewerbe. Beide kamen im Laufe des letzten Jahrhunderts auf. Während das Hafnergewerbe in den 80er und 90er Jahren seine größte Blütenzeit erlebte und heute bis auf den Betrieb Elmer Hans verschwunden ist, haben sich fünf Bohrermacherwerkstätten aus kleinsten Anfängen zu bedeutenden Werkzeug- und Maschinenfabriken entwickelt, Es sind dies folgende:</p>
<p style="text-align: right;"><em><strong>Franz Balle</strong></em></p></div>
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		<title>Firma J. Adolf Bäuerle, Maschinen- und Werkzeugfabrik</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/firma-j-adolf-baeuerle-maschinen-und-werkzeugfabrik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[S.Mueller.HVO]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 1953 00:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbüchlein]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Gebäude]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Firma J. Adolf Bäuerle ist Familienbesitz und beschäftigt heute etwa 700 Arbeiter und Angestellte. Im Jahre 1955 kann das Werk sein hundertjähriges Bestehen feiern. Der Gründer war Jakob Bäuerle, der Großvater der heutigen Besitzer. Von ihm berichtet ein Gemeinderatsprotokoll aus dem Jahre 1852, daß er die Kunst des Bohrermachers und des Mechanikergewerbes erlernt habe und nun um die Ausstellung eines Heimatbriefes bitte. Der Brief wurde erteilt mit dem Vermerk, der Bittsteller stehe in gutem Ansehen und gegen seine Rückkehr in die Heimat sei nichts einzuwenden. Aus der »Fremde« zurückgekommen, errichtete Jakob Bäuerle seine erste selbständige Betriebsstätte im Hause neben dem Gasthaus »zum Lamm« und stellte Handbohrer für Wagner und Schreiner her. Von den später beim Vater mitarbeitenden drei Söhnen übernahm der Sohn Adolf den Betrieb. Unter seiner Leitung wurde mit der Herstellung verschiedener Werkzeuge, und nach dem Ersten Weltkrieg mit der Fabrikation von Holzbearbeitungsmaschinen begonnen. Eine eigene Eisengießerei und andere neuzeitliche Betriebseinrichtungen zeigen einen hohen Entwicklungsstand. Seit zwei Jahrzehnten wird das Werk von den Söhnen des Adolf Bäuerle, den Herren Albert und Otto Bäuerle geleitet. Zweigbetriebe besitzt die Firma in Überlingen am Bodensee und in Unterböbingen, Kreis Schwäbisch Gmünd. Von der Firma J. Adolf Bäuerle darf behauptet werden, daß sie die älteste metallverarbeitende Betriebsstätte in Oberkochen ist, und daß sie den Ruhm beanspruchen kann, den Gründern weiterer vier Werkzeug- und Maschinenfabriken Lehrwerkstätte gewesen zu sein.</p>
<p style="text-align: right;"><em><strong>Franz Balle</strong></em></p></div>
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		<title>Firma Gebrüder Leitz, Werkzeugfabrik</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/firma-gebrueder-leitz-werkzeugfabrik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[S.Mueller.HVO]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 1953 23:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbüchlein]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Gebäude]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Vor etwas mehr als 50 Jahren stand am sogenannten Ölweiher am Fuße der Schmiedenhalde ein kleines Einfamilienhaus inmitten eines gepflegten Gärtchens, unmittelbar dabei ein kleiner Werkstattschuppen. Man nannte das Anwesen die »Schleifmühle«. Besitzer war Albert Leitz. Den Namen »Mühle« auf diesem Anwesen finden wir urkundlich schon um das Jahr 1498. Später, um das Jahr 1725, erscheint es als Öl- und Gipsmühle. Bis in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts war es eine Schleifmühle. In dieser alten Schleifmühle richtete Albert Leitz eine Bohrermacherwerkstätte ein und vollzog damit die Gründung der heutigen Firma Gebrüder Leitz. Begünstigt durch die in der damaligen Zeit begonnene industrielle Entwicklung war bald die Erstellung von besonderen Betriebsbauten und die Umstellung auf fabrikmäßigen Betrieb notwendig, Im Zuge der Entwicklung kaufte die Firma das gegenüber gelegene Ziegeleianwesen des Karl Gold und erstellte dort ein neues Wohnhaus. Die Firma ist Familienbesitz. Die Fabrikation, die auch hier als Erstlingsfabrikat den Handbohrer kannte, führte zum holzverarbeitenden Werkzeug‑, Maschinen- und Apparatebau.</p>
<p style="text-align: right;"><em><strong>Franz Balle</strong></em></p>
<p>&nbsp;</p></div>
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		<title>Firma Wilhelm Grupp, Werkzeug und Maschinenfabrik oHG</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/firma-wilhelm-grupp-werkzeug-und-maschinenfabrik-ohg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[S.Mueller.HVO]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 1953 00:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbüchlein]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft und Gebäude]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Firma Wilhelm Grupp wurde im Jahre 1890 gegründet. Wilhelm Grupp, der Vater der heutigen Besitzer, richtete in diesem Jahr seine erste kleine Bohrermacherwerkstätte im Erdgeschoß seines elterlichen Hauses in der Katzenbachstraße 65 ein. Doch schon nach wenigen Jahren war eine Verlegung in die größeren Werkräume nach der Mühlstraße notwendig. Die erste erweiterte Fabrikation der Firma erstreckte sich vom Handbohrer zum Maschinenbohrer. Der vorwärtsdrängenden Entwicklung der holzverarbeitenden Industrie entsprach die Firma ab 1914 durch eine Ausdehnung der Fabrikation auf allen von dieser benötigten Maschinen und Werkzeugen. Das heutige Fabrikanwesen an der Heidenheimer Straße wurde im Jahre 1914 erbaut. Als weiterer Fabrikationszweig kam hier die Herstellung von Holzbearbeitungsmaschinen hinzu. Die Leitung der Firma, die Familienbesitz ist, liegt heute bei den Herren Wilhelm, Christian und Heinrich Grupp. In Neresheim und Ebnat unterhält die Firma Zweigbetriebe.</p>
<p style="text-align: right;"><em><strong>Franz Balle</strong></em></p></div>
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