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	<title>Alltag | Heimatverein Oberkochen</title>
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	<title>Alltag | Heimatverein Oberkochen</title>
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		<title>Sitten und Bräuche</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2024 08:37:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbuch]]></category>
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					<description><![CDATA[Seite 451-458 (Alfons Mager, Karl Günter)]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>gesammelt von Karl Günter (gest. 1934) und Alfons Mager (gest. 1946)</em></p>
<p>Durch die Industrialisierung und Bevölkerungsumschichtung vor und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg in Oberkochen wurde das alte Brauchtum immer mehr verschüttet und fiel der Vergessenheit anheim. Hauptlehrer Günter hat in den Zwanzigerjahren eine ausführliche Sammlung volkstümlicher Überlieferungen in Oberkochen geschrieben, aus der die nachstehenden Aufzeichnungen aber nur solche Bräuche berücksichtigen, die für Oberkochen typisch sind und andererorts nicht in gleicher Weise gepflegt worden sind.</p>
<h2>Feste und Feiertage im Jahreslauf</h2>
<p>a) <strong>Nikolaustag</strong>. Am Abend des Nikolaustages (6. Dezember) kommt (vorwiegend in katholischen Häusern) der Nikolaus zu den Kindern. Vermummt in ein weißes Kleid oder einen langen Mantel, aus dem nur der lange weiße Bart hervorschaut, mit einem Sack oder Korb bepackt und einer Rute in der Hand, macht er mit einer Glocke die Kinder auf sein Kommen aufmerksam und bange. — In den letzten Jahren erscheint er auch in Bischofstracht mit einem Bischofsstab. In seiner Begleitung befindet sich dann der dunkel gekleidete Knecht Ruprecht. — Nachdem er vor der Türe nochmals geschellt hat, tritt er ein und sagt: »Ich bin der heilige Nikolaus und bin vom lieben Gott gesandt.« Sodann fordert er die Kinder zum Beten auf und fragt die Eltern, welche Kinder im vergangenen Jahr brav und gehorsam, welche böse und unfolgsam gewesen seien. Die Artigen beschenkt er mit Äpfeln, Nüssen und Kuchen, während die Ungehorsamen und Trägen leichte Rutenstreiche empfangen. Ist der Nikolaus wieder fort, so hört man die Kinder oft rufen: »D’r Nikolaus ist komme und hot mir Äpfel und Nüss’ verehrt, und wie er mi hot g’schlaga, han i recht wütich plärrt.« Früher zogen die Kinder am Nikolaustag im Ort herum von Haus zu Haus, wünschten den Leuten Gottes Segen, indem sie denselben zuriefen: »Guts Johr, guts Johr, daß ’s Korn gut g’rot bis Johr!« Dafür wurden sie mit Äpfeln, Nüssen und Backwerk beschenkt. Da diese Sitte erwünschte Gelegenheit zum Betteln gab, zogen mit der Zeit auch erwachsene Leute im Dorfe umher.</p>
<p>b) <strong>Klopftage</strong>. An den dem Weihnachtsfest vorausgehenden drei Donnerstagen warf man früher Erbsen an die Fenster, ohne Zweifel wohl als Warnung vor den in diesen Geisternächten umherschwärmenden überirdischen Wesen. Später war nur noch der letzte Donnerstag vor Weihnachten als Klopftag, hier »Anklopfet«, von Bedeutung. Ähnlich wie am Nikolaustag zogen auch an diesem Tage namentlich die Kinder ärmerer Leute bettelnd im Dorfe umher. Auch wurden die Kinder von ihren Paten mit Brezeln und »Zöpfen« beschenkt.</p>
<p>c) <strong>Weihnachtsfest</strong>. Am Weihnachtsfest trieben die Leute schon in aller Frühe, oft noch in der Dunkelheit, ihr Vieh zur Tränke. Einer suchte dem anderen zuvorzukommen. Nach dem Volksglauben sollen nämlich die Brunnen um diese Zeit Wein gegeben haben, und das Vieh, das davon getrunken hatte, das ganze Jahr schön und gesund geblieben sein.</p>
<p>Als Weihnachtsbaum diente früher neben dem Tannenbaum ein Linden oder Kirschbaumzweig, der, am Barbaratag (drei Wochen vor Weihnachten) geholt und ins Wasser gestellt, bis zum Christfest ausgeschlagen hatte.</p>
<p>d) <strong>Stephanus</strong>- oder Johannistag. Am Stephanus- oder Johannistag rechneten die Geschäftsleute unter sich und mit ihren Kunden für die im abgelaufenen Jahr hindurch gelieferten Waren und geleisteten Arbeiten ab.</p>
<p>e) <strong>Silvesterabend</strong>. Am Silvesterabend pflegte früher der Nachtwächter mit einigen Freunden vor den Häusern das Neujahr anzusingen. Sie wurden dafür mit Naturalien aller Art und auch mit Geld beschenkt.</p>
<p>f) <strong>Palmsonntag</strong>. Am Palmsonntag tragen die katholischen Kinder manchmal ziemlich große und mit Bändern geschmückte Palmzweige zur Kirche, um dieselben weihen zu lassen. Nach erfolgter Weihe werden dieselben im Garten so lange aufgesteckt, »bis es zum erstenmal donnert.« Dann werden die Zweige in den Stall, einzelne Kätzchen davon sogar auch in das Bett gebracht, um jede Krankheit von Menschen und Tieren fernzuhalten. Die Kinder erhalten von ihren Paten eine Brezel.</p>
<p>g) <strong>Osterfest</strong>. Am Osterfest erhalten die Kinder wie überall Süßigkeiten und Eier. Sehr beliebt war bei den Kindern das Aufkippen der Eier. Wessen Ei beim Zusammenstoßen der Spitzen einen Sprung oder ein Loch erhielt, hatte verloren. Er mußte sein Ei dem Sieger abtreten. Auch das Eierwerfen war bekannt. Von zwei Kindern hielt das eine ein Ei in der Hand, während das andere ein Geldstück in dasselbe zu werfen versuchte. Gelang es ihm nach dreimaligem Wurf, so erhielt er das Ei, mußte aber das Geldstück dem anderen Teil überlassen. Bei der katholischen Bevölkerung kennt man auch die sogenannte Ostertaufe, d.h. das Weihen der Fluren mit Wasser.</p>
<p>h) <strong>Erster Ma</strong>i. In der ersten Mainacht wird vielfach auch heute noch mutwilliger Scherz getrieben. Im Freien stehengebliebene Geräte werden von jungen Leuten heimlich versteckt, Wagen abgebrochen und die einzelnen Teile überall hingeführt. Auch stecken die ledigen Burschen ihren Mädchen »Maien« aufs Haus.</p>
<p>i) <strong>Himmelfahrtstag</strong>. Am Himmelfahrtsfest wurden, möglichst schon vor Sonnenaufgang, von ledigen Mädchen Himmelfahrtsblümchen, die hier Mausöhrle genannt werden, geholt und Kränzchen gewunden, um das Jahr über gegen Blitzschlag in der Stube aufgehängt zu werden. Ebenfalls schon in aller Frühe ging die katholische Bevölkerung auf den Rodstein zum Kreuz. Auch die verschiedenen Vereine beteiligten sich an dieser Prozession. Unter dem Kreuz wurden im Wechsel einige Kirchenlieder gesungen.</p>
<p>k) <strong>Pfingstmontag</strong>. Am Pfingstmontag wurde früher ein Vieh- und Krämermarkt abgehalten, der im Volksmund Zuckerles- oder Kräpflesmarkt genannt wurde. In den letzten Jahren erlebte dieser Pfingstmarkt wieder einen Aufschwung. Vieh wird aber schon viele Jahre lang nicht mehr aufgetrieben.</p>
<p>1) <strong>Martini</strong> (11. November) war der Wandertag der Dienstboten. Nachts kam zu den Kindern der Pelzmärtel, eine ähnliche Erscheinung wie der Nikolaus, und brachte ihnen Nüsse, Zwetschgen und Äpfel.</p>
<h2>Der menschliche Lebenslauf</h2>
<p>a) <strong>Ein Kind wird geboren</strong>. Das erste Geschenk, das die Mutter des Neugeborenen erhielt, und zwar ein Geldgeschenk, bekam sie von den Paten an der Taufe. Später wurde sie »heimgesucht«, d.h. die Paten brachten ihr eine Weinsuppe, andere Verwandte und Bekannte dagegen einen Hefekranz oder einen Gugelhopf.</p>
<p>Nach der kirchlichen Taufhandlung fand der Taufschmaus statt, an welchem neben den Paten auch noch die nächsten Verwandten teilnahmen (auch noch heute). »Kranzes« und Kaffee fehlten in der Regel nicht, doch begnügte man sich manchmal auch mit Käse, Weißbrot und Bier. Über den Verlauf einer Taufe berichtet uns Lehrer Günter: Kaum hatte ein Erdenbürger in der alten guten Zeit, die noch reich an idealen Gütern und voll Poesie war, das Licht der Welt erblickt, so wurde er feierlich und mit Musik in die Öffentlichkeit eingeführt. Vier Musikanten holten den Taufzug im Hause ab. Unter den rührenden Klängen des Däbelesmarsches, der in vielen Trillern und Schnörkeln an Lebhaftigkeit nichts zu wünschen übrig ließ, setzte sich der Taufzug in Bewegung. Nach der Musik kamen die Kinder der ganzen Verwandtschaft, dann der »Dote« (Gevatter) mit Hebamme, welch letztere den festlich herausgeputzten Täufling trug. Nach der Taufe ging der Zug in gleicher Ordnung wieder zurück, voraus die freudig schmetternde Musik. Solange der Zug zur und von der Kirche in Bewegung war, wurde fleißig geschossen. Beim folgenden Taufschmaus, zu dem stets Pfarrer und Lehrer geladen wurden, aß und trank man fleißig. Es wurden oft 25 bis 30 Pfund Käse verzehrt und dazu die nötige Menge Bier vertilgt. Bei Gesang und Scherz wurde den ganzen Nachmittag gefestet. In die Nachbarhäuser wurden Kaffee und Kranzes geschickt.</p>
<p>b) <strong>Verlobung und Hochzeit</strong>. Wenn zwischen den Partnern und deren Eltern gegenseitiges Einverständnis erzielt worden war, wurde der »Hochzeitstag«, die Verlobung, gefeiert. Von einer dazu berechtigten Gerichtsperson wurde an diesem Tag zwischen den Brautleuten, bzw. deren Eltern ein Ehevertrag niedergeschrieben, der außer den beiderseitigen Vermögensbeibringungen auch noch gewisse Rechte und Verpflichtungen der zukünftigen Ehegatten gegenüber den lebenden Eltern und Geschwistern enthielt.</p>
<p>Auswärtige Mädchen brachten früher ihre Aussteuer auf schön geschmückten Wagen, auf dem die Wiege mit Bett nie fehlen durfte, ins Dorf. Vorne saßen die Brautfräulein mit der Kunkel in der Hand, an der die verschiedenen Kindsaussteuerartikel wie Hemden und Kittel befestigt waren. Bei der Einfahrt ins Dorf suchten die Kinder den Brautwagen oft aufzuhalten, indem sie eine Schnur über die Straße spannten. Gegen ein kleines Lösegeld, das ihnen das Brautpaar spendete, ließen sie ihn wieder frei. Am Tag vor der Hochzeit fand der Einzug statt. Schon morgens zwischen zehn und elf Uhr zogen die hiezu beauftragten Kinder von Haus zu Haus, indem sie vor jedem sangen: »Sind Sie auch so freundlich eingeladen zu … s Einzug.« Im Laufe des Nachmittags wurde die Aussteuer von den Brautfräulein und den Freundinnen der Braut in das Haus des Bräutigams getragen und dort für jedermann zur Schau ausgestellt. Bei dieser Gelegenheit spielte die Musik den »Häddelesmarsch«. Nachmittags gegen 5 Uhr holte der Bräutigam seine Braut in sein Haus ab, während von einer Anzahl hiezu bestellter Burschen geschossen wurde. Alsdann gingen die Brautleute noch zu den nächsten Verwandten, um dieselben noch persönlich einzuladen zu der abends stattfindenden Einzugsfeierlichkeit. Außer diesen erschienen auch die Nachbarn, die Freunde und sonstige Bekannte. Jeder übergab dem Brautpaar ein Geschenk, wofür er auf Kosten des Bräutigams bewirtet wurde. Die auf den Einzugstag folgende Hochzeit wurde meist am Montag, Dienstag oder Donnerstag abgehalten. Der Hochzeitszug, dem die Musik voranschritt, bewegte sich vom Wirtshaus nach der Kirche. Der Musikkapelle folgten die Schulkinder, dann der Lehrer, welcher den Bräutigam an der Hand führte, dann die ledigen Mannsleute. Diesen folgte die Braut, welche links und rechts von einem Brautführer begleitet wurde. Ein jeder der beiden Brautführer trug in der rechten Hand einen blanken Hirschfänger, später einen langen, blank gezogenen Säbel. Den Schluß des Hochzeitszuges bildeten die Verwandten und Freunde der Brautleute, die — alle mit Rosmarinstengel versehen — paarweise miteinander gingen. Mit gezogener Waffe stellten sich die beiden Brautführer während der Trauung am Altar auf, der eine links, der andere rechts des Brautpaares. Während der Hochzeitszug von der Kirche zum Wirtshaus zurückkehrte, wurden Freudenschüsse abgefeuert. Nach Ankunft im Wirtshaus hob alsbald der Brauttanz an. Dreimal tanzten Braut und Bräutigam nach den Klängen der Musik im Saale umher, während die Gäste zuschauten. Vor dem Hochzeitsessen hielt der Lehrer eine Rede und beglückwünschte das Brautpaar. Gegen Abend wurde eine zweite Mahlzeit eingenommen. Wurde die Braut gestohlen, dann mußten die beiden Brautführer die Braut wieder auslösen, sie mußten den Dieben ein Lösegeld bezahlen, das sofort in Bier, Wein und ein gutes Essen umgesetzt wurde. Während des Nachmittags wurden verschiedene Spiele und Volkstänze aufgeführt, die leider größtenteils der Vergessenheit anheimfielen. Am Abend gingen diejenigen, die dem Brautpaar etwas schenken wollten, zur Hochzeit. Jedem Schenkenden wurde vom Brautpaar ein Wecken ausgehändigt. Gegen die zwölfte Stunde in der Nacht verließen Braut und Bräutigam die Wirtschaft. Ehe sie weggingen, nahmen die Brautführer der Braut das Brautkränzlein ab und sagen dabei:</p>
<p style="text-align: center;">Hopsa Lisele, d’Freud ist aus,<br>d’s Kränzte ra und d’s Häuble nauf!<br>D’s Häuble wär jo so net so schwer,<br>wenn i no ledig wär!</p>
<p>Die Braut ging ohne Brautkranz in ihr neues Heim. Am anderen Tag brachten die Brautführer der Braut das Brautkränzchen in die Wohnung, wo beide gut bewirtet wurden.</p>
<p>Sobald das Brautpaar die Wirtschaft verlassen hatte, durfte die Musik nicht mehr spielen; auch durfte nicht mehr getanzt werden, denn dies würde dem Brautpaar Unglück bringen, sagte man.</p>
<p>Die Sitte, daß am Hochzeitstage die fünf Ärmsten der Gemeinde auf Kosten des Brautpaares mit einem Essen bedacht wurden, blieb lange Zeit erhalten. Auch war es früher üblich, die Brautleute mit Bettkissen zu beschenken, die den Tag über zu den Fenstern des Hochzeitssaales herausgehängt und abends mit Musik nach Hause gebracht wurden.</p>
<h2>In Haus und Hof, Landwirtschaft</h2>
<p>a) <strong>Einbringung der Ernte</strong>. Früher war es Sitte, daß der Bauer mit allen Schnittern ein Gebet (Vaterunser) verrichtete, bevor man die Frucht schnitt. Ärmere Leute beschenkte man gerne mit einer Garbe. Zu dem Schnitter, der den letzten Halm auf dem Acker schnitt, sagte man: »Der hat Mockel«. Abends bekam dieser eine Dampfnudel mit nach Hause.</p>
<p>Der erste Garbenwagen wurde bei der Einfahrt ins Dorf von den Geistlichen mit der Schuljugend und den Erwachsenen empfangen und nach Gesang, Gebet und Ansprache durchs Dorf geführt.</p>
<p>Beim Einfahren des letzten Garbenwagens setzten sich die Schnitter auf denselben und stimmten fröhliche Lieder an. Ein mit bunten Papierstreifen geschmücktes Tännlein stand oben auf dem Wagen. Bei der Einfahrt in die Scheune wurde auch manchmal ein Lob- und Danklied gesungen.</p>
<p>Nach beendigter Ernte lud der Bauer seine Schnitter zur Belohnung ihres Fleißes zur »Sichelhenket« ein. In manchen Häusern gestaltete sich dieselbe zu einem kleinen Fest. In der Mitte des Zimmers wurde ein mit farbigen Tüchern und sonstigem Beiwerk geschmücktes Tännlein aufgestellt. Waren alle Schnitter versammelt, so begann das Essen: Nudelsuppe, Rindfleisch mit Beilagen, Sauerkraut und Schweinefleisch. Dampfnudeln und Bier durften nie fehlen. Auch fröhliche Gesänge wurden angestimmt, und wenn die Ernte besonders reichlich war, ließ der Hausvater noch einen Musikanten kommen, der zum Tanz aufspielte. Bis spät in die Nacht hinein dauerte oft dieses Vergnügen. Zuletzt wurden die Schnitter ausbezahlt, und dann ging jeder, nachdem er sich noch ein Taschen- bzw. Kopftuch vom Baume genommen hatte, freudig nach Hause. Der Sichelhenket entsprach die Flegelhenket, zu der der Bauer die Drescher beim Ausdrusch des Eingeheimsten einlud.</p>
<p>b) <strong>Austreiben des Viehes auf die Weide</strong>. Früher wurde das Vieh auf die Weide getrieben, wo es von Mitte Mai bis Ende Oktober hinein den ganzen Tag über blieb. Selbst bei Nacht wurde manchmal geweidet, allerdings nur das Arbeitsvieh, das dann am Morgen wieder eingetrieben wurde. Die Zeit des Austriebs wurde von den dazu bestellten drei Hirten jeden Morgen durch Blasen bekanntgegeben. Jedem Stück Vieh wurde eine Schelle angehängt. Die Hirten waren meist arme Leute, welche von der Gemeinde im Armenhaus untergebracht wurden, weshalb dasselbe auch manchmal »Hirtenhaus« genannt wurde. Ihre Belohnung richtete sich nach der Stückzahl des ausgetriebenen Viehes. Von Zeit zu Zeit wurden sie von den Eigentümern des Viehes mit einem Geschenk bedacht. Am Pfingstmontag erhielten sie den sog. Pfingsttrunk (Bier und Schnaps). An diesem Tag wurde auch das Vieh besonders ausgezeichnet und mit Kränzen geschmückt zur Weide getrieben. Abends wurde es samt den Hirten von den ledigen Mädchen, welche alle weiße Schürzen trugen, abgeholt und unter Gesang in das Dorf geleitet. Die zwei reichsten Mädchen führten dabei die Hirten am Arm.</p>
<p>c) <strong>Kauf und Verkauf</strong>. Wurde irgend ein Kauf oder Verkauf abgeschlossen, über den ein gerichtliches Erkenntnis erforderlich war, so fand in der Regel auf Kosten des Käufers bzw. des Verkäufers oder beider Teile ein sog. Leihtrunk statt. An diesem Leihtrunk nahmen außer den beteiligten Parteien auch die beim Abschluß des Kaufvertrages anwesenden Gemeinderatsmitglieder teil.</p>
<p>d) <strong>Knecht und Magd</strong>. Wer sich als Knecht oder Magd verdingte, erhielt ein »Haftgeld« in Höhe von zwei bis fünf Mark. Wurde aber aus irgend einem Grund der Dienst nicht angetreten, so mußte der doppelte Betrag des erhaltenen Haftgeldes an die Dienstherrschaft zurückerstattet werden.</p>
<p>e) <strong>Ausding</strong>. Die »Alten« bekamen ihren »Ausding«, der meistens in einem eigenen heizbaren Stübchen bestand. Zuweilen behielten sich die alten Bauern auch noch einige Äcker vor, welche der Sohn unentgeltlich anbauen und einheimsen mußte. In den meisten Fällen hatten die »Jungen« verschiedene Lebensmittel wie Milch, Schmalz, Mehl, Eier, Fleisch usw. an die »Alten« zu liefern. Auch für Holz hatte der Sohn oder Tochtermann zu sorgen. Das Haus und das ganze Gut erbte in der Regel der älteste Sohn. Die jüngeren Brüder und die Schwestern erhielten ihr bestimmtes Heiratsgut in barem Geld, das bis zur Verheiratung auf dem Hause des älteren Bruders gegen Verzinsung stehen blieb. Ledige Schwestern durften bis zu ihrem Tode im elterlichen Hause bleiben.</p>
<p>f) <strong>Gänse- und Ziegenhirte</strong>. Für die hier in ziemlicher Anzahl gehaltenen Ziegen und Gänse wurde ein besonderer Hirte angestellt. Seine Belohnung richtete sich nach der Stückzahl seiner Herde.</p>
<p>g) <strong>Schäfer</strong>. Die Pachtschäfer hatten von Seiten der Pferchbesitzer Anspruch auf freie Verköstigung (vier Glas Bier eingeschlossen) und erhielten außerdem für jedes Verschlagen des Pferchs zwölf Pfennig.</p></div>
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			</item>
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		<title>Sagen und Schwänke</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/sagen-und-schwaenke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2024 08:36:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Seite 440-450 (Alfons Mager, Karl Günter, Dietrich Bantel)]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>gesammelt von Karl Günter (gest. 1934), Alfons Mager (gest. 1946), Albrecht Gunzenhauser und Dietrich Bantel. Ein Teil der Sagen wurde in dem 1952 erschienenen Buch »Die Ostalb erzählt« veröffentlicht.</em></p>
<h2>Vorspann: Geschichten und Sagen</h2>
<p>»Geschichten und Sagen einer Landschaft bilden wie die Flurnamen ein wertvolles Erbe von unseren Vorfahren. Sie ergänzen die überlieferten Begebenheiten und lassen uns die Eigenart der Väter schauen. Dadurch lernen wir die Heimat näher kennen und liebgewinnen. Als Beitrag zur Heimatgeschichte seien deshalb auch die Geschichten und Sagen, die noch unter den biederen Alten am Schwarzen Kocher erzählt werden, hier angeführt. Da der weitaus größte Teil der Oberkochener Markung aus Wald und felsigen Bergen besteht, sind auch alle Geschichten und Sagen hiermit verknüpft.« So schrieb Hauptlehrer Günter über seine im Jahre 1928 verfaßte Sammlung von Geschichten und Sagen von Oberkochen. Seine ebenfalls 1928 entstandenen Aufzeichnungen über Geschichten und Sagen vom Volkmarsberg und seiner Umgebung beschließt er mit den Worten: »Diese Geschichten und Sagen wurden niedergeschrieben als Beitrag zur Heimatgeschichte. Sie sollen nicht verloren gehen, sondern noch lange bei den Bewohnern des Schwarzen Kochers fortleben.«</p>
<p>Zur Erfüllung dieses Wunsches wollen wir durch diese Schrift unseren Beitrag leisten.</p>
<h2>Der Oberkochener Jäger, Barbarossa und Napoleon</h2>
<p>In Oberkochen lebte vor Jahrhunderten ein Jäger, der den Kaiser Barbarossa auf seinen Jagden begleitete. Aber auch auf des Kaisers Heereszügen und bei der Schlacht von Legnano soll er dabei gewesen sein. Die Kunde, daß der Kaiser ertrunken sei, wollte damals in Oberkochen kein Mensch glauben, am wenigsten sein treuer Jäger.</p>
<p>Zwischen Sage und Wirklichkeit bewegt sich folgende Überlieferung. Niemand geringeres als Napoleon höchstpersönlich habe auf seinem Durchzug von Aalen nach Heidenheim in Oberkochen übernachtet. Übrigens hat der Oberkochener Hausname »Napoleon« mit diesem bis jetzt nicht belegten Besuch Napoleons in Oberkochen nichts zu tun.</p>
<h2>Der Bilzhannes</h2>
<p>Vor über hundert Jahren lebte auf der Bilz, dem Fichten- und Laubwald südwestlich des Volkmarsberges, ein gefürchteter Waldhüter, Bilzhannes genannt. Er war ein Original von einem Waldmenschen. Struppiges Haar und rötlicher Bart umrahmten das Gesicht. Dunkle, feurige Augen sprühten wie Blitze daraus hervor. Als echter Sohn der Natur bewohnte er ein Steinhaus, von dem jetzt noch die Grundmauern zu sehen sind. Auf der Bilz war damals eine fünf bis sechs Morgen große Fläche, mit Gestrüpp durchsetzt und von gewaltigen Buchen umgeben. Diese Lichtung diente auch als Viehweide. Das Haus stand bis Ende der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Im Auftrag des Forstamts hatte der Bilzhannes den Wald und das Wild zu beaufsichtigen. Mit den Wilderem soll er auf gutem Fuß gestanden sein und manche Rehe und Hasen seien ihm vor die Türe gelegt worden.</p>
<p>Bilzhannes kannte keine Furcht; als vorzüglicher Schütze und Weidmann war er weit bekannt. In den Ort herein kam er ziemlich selten, meist nur im Winter, um Brot und Branntwein zu holen. Mit rauhem grünem Kittel angetan und dickem Knotenstock in der Hand, fürchteten die Kinder den unheimlichen Mann. Die Mutter schüchterte sie ein mit den Worten: »Der Bilzhannes kommt und nimmt dich mit!« Seine Einkehr war bei Küfer und Schnapsbrenner Johann Schiebel in der Feigengasse. (1865 brannte das Haus ab). Der Heimweg ging übers Birkel und übers Brünnele, wo er öfters Rast hielt. Er war ein trinkfester Mann, erreichte aber ein hohes Alter.</p>
<p>Im Winter des Jahres 1810/11 kamen König Friedrich I. und Herzog Paul von Württemberg zu einer größeren Treibjagd auf den Albuch. Friedrich I. war bekanntlich ein mutiger und entschlossener Mann, aber auch von hartem, unbeugsamem Willen. Herzog Paul wohnte damals in Bartholomä und hielt sich oft in der Steinhüttenhöhle im Wental auf.</p>
<p>Die Jagd zog sich vom Volkmarsberg über die Bilz, den Wollenberg, Zang, Wental bis nach Steinheim hin. Bilzhannes war hier in seinem Element und hatte dem König einige prächtige Hirsche und Keiler vor die Büchse getrieben. Auch durch Wildbretführen und Beischaffen der Jagdwagen hatte er sich die Gunst des Landesherren und dessen Lob erworben. Die von Bilzhannes geführten Treiber sollen damals acht Tage nicht mehr heimgekommen sein. Der König nächtigte in seinem Jagdwagen und sei auch einigemal in das Bilzhaus gekommen, wo der alte Ofen des Mannes schrecklich rauchte. Als es ganz unerträglich wurde, rief der König: »Aber Hannes, du hast einen lumpigen Ofen, da hält es der Teufel nicht aus!«, nahm einen Baumast und warf damit den Ofen über den Haufen. Bilzhannes löschte die Glut und sah betrübt auf die Trümmer seines Wärmespenders. Seiner Not ohne den besten Freund in seiner Wintereinsamkeit gab er beredten Ausdruck. Der König beschwichtigte ihn und reichte ihm mehrere Silbertaler. Als Bilzhannes dann von einem königlichen Leibjäger erfuhr, daß das Tiefental herauf bereits ein Wagen im Anzug sei von Königsbronn mit einem neuen Ofen, äußerte er Freude und Dank. Einige Jahre später erhielt er von König Friedrich auch Begnadigung in einer Straftat gegen einen Förster. Diesen hatte er tätlich angegriffen, weil er sich von ihm bedrückt glaubte.</p>
<p>Einsam wie er lebte, soll er auch auf der Bilz gestorben sein. Alle Jäger und Holzmacher der Umgebung erwiesen ihm die letzte Ehre und gaben ihm ein Waldreis in sein Grab. Auf dem alten Friedhof in Oberkochen fand er seine Ruhe.</p>
<p>Alte Leute erzählten, daß man ihnen als Kinder beim Beerensammeln oft zurief: Macht, daß ihr sammelt und heimkommt, sonst erscheint der Bilzhannes!</p>
<p>In stürmischen Nächten soll heute noch auf der Bilz sein Geist erscheinen und die rauhe Stimme hörbar sein.</p>
<p>Neue Forschungen zur Bilz und zum Bilzhannes siehe BuG 1989 Nrn. 29, 31, 34, 35, 36, 37, 38, 40, BuG 1990 Nrn. 23, 51 und BuG 1991 Nr. 22.</p>
<h2>Der Holzwarts-Baschte</h2>
<p>Zu Anfang des letzten Jahrhunderts lebte ein Holzwart in Oberkochen namens Sebastian Gold. (Holzwart bedeutet soviel wie Forstwart oder Waldschütz). Er war von großer, kräftiger Gestalt, mit starkem Schnurrbart. Trotz seines militärischen Aussehens hatte er Gemüt und Humor. Nach der oben angeführten Treibjagd im Jahre 1811 versammelte der König alle Forstleute und Waldschützen um sich in Königsbronn, um für Verdienste Titel, Auszeichnungen und Geschenke zu verleihen. Bei den gestellten Fragen liebte er bündige und doch vollständige Antworten. Dabei war auch für Holzwart Sebastian Gold der Titel »Förster« vorgesehen. Als die Reihe an Gold kam, fragte der König: »Wie heißt du?« »Man heißt mich halt den Baschte!« erwiderte Gold. Über diese Antwort war der König unwillig, da er den ganzen Namen hören wollte und fuhr ihn an: »Wenn du nur der Baschte heißest, dann bist du der Baschte und bleibst der Baschte und damit baschta!« Ein langes Gesicht und große Reue sei bei Sebastian Gold zu beobachten gewesen, denn ein anderer habe den ihm zugedachten Titel dann erhalten.</p>
<p>Heute noch sagt man in Oberkochen bei ähnlichen Fällen: »Da geht es wie beim Holzwarts-Baschte !«</p>
<h2>Das Sixer-Feldle</h2>
<p>Südöstlich von der Bilz ist das Sixer-Feldle, das früher einem Bauern Six gehörte. Dieser war vom Unterland hierhergezogen, und er bewirtschaftete einen großen und schönen Hof im Katzenbach, Sixenhof genannt. Später verzog Six auf den Stützelhof bei Königsbronn. Er hatte das Sixer-Feldle angebaut und verkaufte es beim Wegzug an die Gemeinde. Jetzt ist dort eine Tannenkultur. (Daß der Name Sixer-Feldle von den sächsischen Truppen herrührte, die im Schmalkaldischen Krieg bei Oberkochen von Spaniern zurückgeschlagen wurden, ist demnach unrichtig.)</p>
<h2>Der Geltenbalthes</h2>
<p>Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts hauste auf der Bilz ein Hirte von besonders urwüchsiger Art. Sein eigentlicher Name war Balthasar Baumgärtner; im Volk wurde er allgemein nur der Geltenbalthes genannt. Von Georgi bis Martini hütete er dort im Gemeinde- und Staatswald das Geltvieh (Jungvieh) und kam vom Frühjahr bis zum Herbst nicht mehr ins Kochertal herab. Bei den hiesigen Bauern galt er viel, weil er die Tiere in treuer Obhut hielt und auch von der Tierheilkunde allerlei verstand. Bei seiner Umsicht, Energie und Körperkraft leistete er auch oft den Holzhauern und Forstleuten gute Dienste.</p>
<p>Im Anschluß an diese Geschichte berichtet Hauptlehrer Günter über die »Hülben« auf der Oberkochener Markung. Die Hülbe auf der Bilz war eine der größten in der Umgebung. Sie war mit einer dicken Lehmschicht ausgeschlagen, damit das Wasser zur Viehtränke länger gebraucht werden konnte. Solche Hülben befanden sich auch im Zollhau und Riesenhau. Dort stand ein Hof, der im Türkenkrieg verbrannt worden sein soll.</p>
<p>Bilz und Riesenhau waren früher die Hauptweideplätze der hiesigen Gemeinde. Als dann in späteren Jahren das Holz besser bezahlt wurde, hörten die Viehweiden auf, und die Hülben wurden eingeebnet. Die Ortsbewohner von Oberkochen zogen sich mit ihrer »Land- und Stallwirtschaft« auf ihre Höfe in das Kochertal zurück.</p>
<p>Beim Brunnen im Tiefental war früher ebenfalls eine große Hülbe, in welcher Forellenzucht getrieben wurde. Bis Anfang vorigen Jahrhunderts stand das Tiefentalhäuschen daneben und später am Waldrande eine gräumige Holzhütte. Diese wurde im Sommer bewohnt von Frau Christine Truckenmüller, welche die Talfelder hütete zum Schutze gegen das Wild.</p>
<h2>Die Hirten von Oberkochen und Ochsenberg</h2>
<p>Zur Zeit der Waldviehweiden waren auch Hirten der Gemeinde auf der »Rodhalde« und der »Büchelesplatte«. Die Waldungen reichten damals bis nahe an den Kocher her. Nach vorhandenen Urkunden entstanden zwischen den hiesigen Hirten und denen von Ochsenberg öfters blutige Streitereien. Sie hüteten das Kuhvieh, Jungvieh und trieben auch Pferde auf die Weide. Öfters sprangen die Tiere untereinander, waren kaum zu unterscheiden, und kein Teil wollte dann die Zugelaufenen herausgeben. Der Name »Kuhsteig« am Rodstein deutete heute noch auf jene Zeiten hin.</p>
<p>An einem Sonntagmorgen hatten die Ochsenberger Hirten den Kochenern einen Gaul weggenommen. Die Leute kamen eben aus der Kirche, als sie vom Rodstein herab Hilferufe vernahmen. Sogleich eilten sie hinauf, um ihren Ortshirten beizuspringen. Die Ochsenberger mußten den Gaul herausgeben, da sie bei der Keilerei unterlegen waren, und nahmen schnellstens Reißaus. Bei einem anderen Streit 1805 gab es blutige Köpfe. Da sich die Parteien nicht einigten, mußten sie zum Austrag und Vergleich vor dem kurfürstlichen Gericht in Kirchheirn/u.T. erscheinen.</p>
<p>Einer der bekanntesten Hirten der Rodhalde war Kaspar Müller, »Käsperle« genannt. Er war klein aber von zäher Natur und wohnte im strohgedeckten Hüttenhaus.</p>
<h2>Der Pulverturm</h2>
<p>Der Pulverturm liegt links an der Straße nach Königsbronn und fällt jedem Vorübergehenden auf. Der Name soll erst in jüngerer Zeit entstanden sein durch Pulversprengungen, die Wegarbeiter dort auszuführen hatten. In der Eisenzeit ums Jahr 1000 v.Chr. sei eine starke Volks- und Fliehburg droben gestanden, worauf frühere Wälle hindeuteten. Auch am Sturz der gegenüberliegenden Borzelhalde können heute noch Gräben von früheren Befestigungen verfolgt werden, ebenso an der Burghalde.</p>
<h2>Der Griebige Stein</h2>
<p>Auf dem Griebigen Stein, südlich vom Rodstein, rechts am Wege nach Ochsenberg, liegt ziemlich versteckt eine schmale Höhle. Die Sage erzählt, daß in früheren Jahrhunderten von hier ein unterirdischer Gang zu der Burg auf dem eine halbe Stunde entfernten Pulverturm geführt habe. Früher hätte der Gang noch eine Strecke verfolgt werden können. Bei der allgemeinen Franzosenfurcht 1848 haben einige Familien beschlossen, beim Herannahen der »Franzmänner« ihr Hab und Gut auf den Griebigenstein zu bringen. Waffenfunde aus dem 15. und 16. Jahrhundert sind auch noch zu erwähnen.</p>
<h2>Die Sage vom »Höhlendackel«</h2>
<p>Einige Alt-Oberkochener wissen zu berichten, daß vor noch gar nicht allzulanger Zeit der Jagddackel eines Oberkochener Weidmanns spurlos in der Griebigensteinhöhle verschwunden sei. Nach anderen Angaben soll es die Höhle im Kahlenbühl gewesen sein, die über lange Zeit bis fast in unsere Tage als Abfallgrube für Wildeingeweide benützt worden ist. Über geraume Weile fehlte der Dackel unentschuldigt. Für sein ebenso unerklärliches Wiederauftauchen gibt es auch zwei Varianten. Nach der ersten soll er durch einen unbekannten Schlupf in eine verstürzte Höhlenfortsetzung gelangt, von da durch den sagenhaften unterirdischen Verbindungsgang zum Pulverturm gereicht und dort im Bereich der mittelalterlichen Abschnittsbefestigung zum Vorschein gekommen sein. Nach der zweiten soll er gar auf unterirdische Weise bis zu den Königsbronner Klostermauern vorgedrungen sein und dort das Licht der Welt wiedererblickt haben.</p>
<p>Schüler des Gymnasiums haben 1979, im »Jahr des Griebigen Steins«, zu diesem mysteriösen Sagenstoff zusammen mit ihrem Lehrer ein Theaterstück verfaßt, das bei einem Schulfest öffentlich aufgeführt wurde und die enorme Glaubwürdigkeit dieser Geschichte in entsprechender Weise unterstrich.</p>
<h2>Der Schäfer vom Wollenberg</h2>
<p>Vom Wollenloch, der mehr als 50 Meter tiefen Doline auf dem Wollenberg, erzählt man in Oberkochen folgende Geschichte:</p>
<p>Es war in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Da hütete ein Schäfer vom Seegartenhof seine Schafe auf dem Wollenberg. Eintönig und lang war der Tag des Schäfers, und bis zum Abend meldete sich der Hunger. Darum wartete der Schäfer mit Schmerzen auf sein Weib, das ihm jeden Abend das karge Mahl in einem Korbe auf den Berg brachte. Eines Tages aber verspätete sich das Schäferweib, und der ob des langen Wartens schon übel gelaunte Schäfer war zudem mit dem gebrachten Essen nicht zufrieden. So gerieten die Schäfersleute in Streit miteinander. In seinem Zorn erschlug der Schäfer sein Weib mit der Schippe und warf es in das abgründige Wollenloch, um die Tat zu verdecken. Der Schäfer schwieg über den Mord. Das Verschwinden der Frau erregte wohl Aufsehen, aber niemand erfuhr ihr trauriges Schicksal.</p>
<p>Nach einiger Zeit fand man die Pantoffeln der Schäfersfrau in der Quelle bei der Ziegelhütte am Fuße des Wollenberges. Wie kamen die Pantoffeln in die Quelle bei der Ziegelhütte? Es entstand der Verdacht, der Schäfer könnte sein Weib ins Wollenloch geworfen haben und die unterirdischen Wasser könnten die Pantoffeln der Toten bis zu der Quelle geschwemmt haben, denn man vermutete schon damals eine unterirdische Verbindung zwischen dem Wollenloch und der Quelle. Zur Probe wurden Spreuer und Tierblut ins Wollenloch geschüttet. Beides kam in der Quelle wieder zum Vorschein. Der Schäfer leugnete die Tat hartnäckig, deren er bezichtigt wurde. Als man ihn verhaften wollte, flüchtete er ins Bayerische, und es ist auch nie mehr eine Nachricht von ihm in die Heimat gekommen.</p>
<h2>Engelstein — Wiesenkapelle</h2>
<p>In Sage und Geschichte spielte die Wiesenkapelle eine besondere Rolle. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war dort unter einer Mauerwölbung ein Bild des Schmerzensmannes an der Geißelsäule; das Bild stand im Rufe der Wundertätigkeit. 1765 wurde dann eine Kapelle gebaut, und das Bild erhielt einen Platz auf dem Hochaltar. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde es jedoch zerstört. Mönche der Abtei Ettal haben daraufhin ein neues aus Holz geschaffen. Im Jahre 1819 ließ ein Bauer die Kapelle erweitern.</p>
<p>Neben der Kapelle stand bis zum Jahre 1862 ein runder, schöner Felsblock. Er hatte eine Höhe von etwa vier Metern. In der Nacht vor dem Alexis-Tag (17. Juli) sei dort einst ein Engel erschienen, in weißem Gewand, die Hände segnend über das Kochertal ausgebreitet und umstrahlt von einem lichten Schein. Die Bauern deuteten diese Erscheinung als Vorzeichen für eine gesegnete, reiche Ernte. Der Felsblock soll auf diese Begebenheit hin den Namen Engelstein erhalten haben.</p>
<p>An diesem Tage kam noch bis in die jüngste Zeit eine kleinere Schar von Wallfahrern aus Affalterwang auf dem Härtsfeld zum »Geißelheiland« in der Wiesenkapelle. Am 4. Juli (Ulrichstag), früher hier Ratzenfeiertag genannt, erschienen Gläubige von Waldhausen in der Kapelle. Der »Geißelheiland« steht jetzt in der neuen Maria-Schutz-Kapelle im Weingarten.</p>
<p>Beim Bau der Eisenbahnlinie von Aalen nach Heidenheim im Jahr 1862 wurde der Engelstein von dem damaligen Maurermeister Wingert gesprengt. Die Anordnung hiezu ging von Schultheiß Wingert aus. Der Flurnamen rechts von der Halde hinauf heißt heute noch Engelstein.</p>
<p>Die Wiesenkapelle wurde 1950, bedingt durch die Errichtung des Sägwerks der Firma Bäuerle, abgebrochen. Herr Otto Bäuerle sen. stiftete an ihrer Stelle die heutige Kapelle »im Weingarten«, auch Maria-Schutz-Kapelle genannt. Sie wurde am 31. Juli 1950 geweiht.</p>
<p>Dennoch ist die Wiesenkapelle »unsterblich«: sie wird bis auf den heutigen Tag in der offiziellen Liste des Landesdenkmalamts, in der alle schutzwürdigen Objekte auf Oberkochener Gemarkung aufgeführt sind, als ein Gebäude geführt, das unter Denkmalschutz steht.</p>
<h2>Der Besenbinder vom Katzenstein</h2>
<p>In der kleinen Höhle unter dem Kreuz auf dem Rodstein hielt sich früher untertags ein Besenbinder namens Bösner auf. Er stellte Besen her und flocht Körbe. Hier und da soll er auch das Wild in Augenschein genommen haben, um sein kümmerliches Dasein durch einen saftigen Braten zu versüßen. Später handelte er mit Hafnergeschirr und wohnte im Haus von Karl Hägele, Landwirt. Zwei seiner Töchter zogen nach Amerika, seine Familie gibt es in Oberkochen nicht mehr.</p>
<p>Die Sagen vom Katzenstein<br>Am Abhang des Volkmarsberges, rechts vom »Zickzackweg« liegt ein Felsblock mit einer Nische, der seit alters der Katzenstein heißt. An diesem Katzenstein soll sich vor über hundert Jahren folgende Geschichte zugetragen haben:</p>
<p>Es war zur Erntezeit. Auf seinem Felde am Hang des Volkmarsberges, unterhalb des Waldes, schnitt der Hafnermeister Joseph Hug vom Katzenbach mit seiner Familie Getreide. Plötzlich sahen sie, wie eine jüngere, gut gekleidete Frau, die ein Bündel unter dem Arm trug, den Hang zum Walde hinaufeilte. Vielleicht eine Stunde später hörten sie vom Walde herab das Wimmern eines kleinen Kindes, und als der Hafner Hug den kindlichen Klagelauten nachging, fand er in der Nische des Katzensteins ein kleines Knäblein, eingewickelt in reinliche Windeln. Er empfand Mitleid mit dem armen Geschöpf und nahm es mit nach Hause, wo es gute Pflege fand. Die junge Frau, wohl die Mutter des verlassenen Knäbleins, wurde von einer Beerensucherin in der Nähe des Steines gesehen, war aber nirgends mehr aufzufinden. Man wußte nicht, ob das Kind getauft war und fand nur in den Windeln den Namen J.K. Hafner Hug ließ es taufen und gab ihm den Namen Joseph Katzenstein (nach ihm selbst und dem Fundort). Die Familie Hug zog den talentvollen Knaben auf. Später ging er in die Schweiz und man hörte nichts mehr von ihm.</p>
<h2>Die Schlittenscheißer</h2>
<p>Der Übername der Oberkochener führt in ein Gebiet, das sich bei nachbarlichen Neckereien großer Beliebtheit erfreut. Burschen aus Oberkochen spielten einem Wahlkandidaten einen üblichen Streich. Sie leerten ihm während seiner Wahlrede Jauche in seinen vor dem Gasthof (Hirsch) stehenden Schlitten. Daher werden die Oberkochener weit und breit die »Schliedascheißer« geheißen. Die Bewohner von Unterkochen (Bärenfanger) necken die Oberkochener mit »Haoka« oder »Schnaoka«.</p>
<h2>Der Bachbeck</h2>
<p>Viel Erheiterung und Spaß machte die Geschichte vom Bachbeck. Dieser war in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts Ortstagelöhner und Nachtwächter in Oberkochen. Eigentlich hieß er Xaver Schmid und war gebürtig von Donsdorf. Gerne ging er an kalten Tagen in die Werkstätten der Hafner, um sich zu wärmen und sich zu unterhalten. Bei seinem Drang nach Neuigkeiten wurde ihm mancher Bären aufgebunden. So war ihm eines Morgens mitgeteilt worden, heute werde der Bergfelsen vom Volkmarsberg mit zehn Pferden nach Oberkochen hinabgezogen, um für das Hüttenwerk Königsbronn verschottert zu werden. Dieses seltene Ereignis wollte er sich nicht entgehen lassen und er stand voller Erwartung den ganzen Tag in der Jägergasse und an der Hauptstraße, um das Ungetüm zu sehen. Da natürlich nichts kam, wurde er viel zum Besten gehalten.</p>
<h2>Der Klapperschlangenseff</h2>
<p>Aus der alten Hafnerzeit hat sich ein ergötzliches Vorkommnis überliefert; die Geschichte vom »Klapperschlangenseff«. Im Oktober des Jahres 1824 gingen ein Hafner- und ein Wagnergeselle von Oberkochen zu einer Kirchweih nach Hofherrnweiler, wo sie gut bewirtet wurden. Spät abends traten sie wohlgemut in dem frischen Herbstwind über Osterbuch und Finstertäle den Heimweg an. Am Waldabhang zum Wolfertstal bemerkten beide von einem Baum herab eine lange glänzende Gestalt, die sich hin und her bewegte. Plötzlich schrie der junge Hanfer auf und rief jammernd seinem erschrockenen Freunde zu: »Da hängt ja eine Schlange; ich bin gebissen worden; führe mich heim, sonst muß ich sterben!« Als auch der Wagner sich von dem perpendikelartigen Wesen überzeugt hatte, ein Klappern und Rascheln vernahm und sein Kamerad an der Hand blutete, glaubte auch er, eine gefährliche Viper angetroffen zu haben. Beide versicherten bei der Ankunft im Ort, im dortigen Walde halte sich eine Klapperschlange auf. Viele wurden hierdurch beunruhigt, und das Abenteuer wurde von der Gemeinde an das Oberamt berichtet. Dieses ließ durch Waldschützen und Holzfäller die seltsame Kunde untersuchen und im Walde nachforschen. Das Gelächter soll sehr groß gewesen sein, als an der bezeichneten Stelle ein herabhängender krummer Birkenast entdeckt wurde. Der bewegte sich im Winde und hatte das Geräusch und die Verletzung verursacht. Der furchtsame Hafnergeselle Josef Hug sei von da an der »Klapperschlangenseff« gewesen. Bald aber habe er sich, um seinem Spottnamen und den Sticheleien seiner Kameraden zu entgehen, von hier fortgemacht und sich nach Dischingen verheiratet.</p>
<h2>Die Geschichte von der »Judenangst«</h2>
<p>Der jüdische Viehhändler David H. aus Lauchheim, ein im Kochertal wohl bekannter Mann, hatte bei Landwirt Arnold hier zwei große Stiere gekauft. Mit einem Treiber wollte er die Tiere auf dem sog. Judenweg über Ebnat —Waldhausen — Hülen nach Lauchheim befördern. Unterwegs wurde eines der Tiere wild, riß sich los und sprang wie rasend rechts seitwärts in den Wald am Kahlenbühl. Der Jammer von Herrn H. war groß.</p>
<p>Längere Zeit wurde der Stier nicht entdeckt und verwilderte in den ausgedehnten Wäldern. Um des gefährlichen Ausreißers habhaft zu werden, wurde nach einigen Wochen vom Forstamt durch Jäger und Holzmacher eine Treibjagd abgehalten. Als Förster Ebert den Stier sichtete, habe sein Besitzer, der sich am Jagdzug beteiligte, laut aufgeschrieen und sei im Nu auf die nächste Tanne geklettert. Sorgsam und vorsichtig hielt er sich in den Ästen verborgen. Erst als Ebert berichtete, daß das Ungetüm erschossen sei, kam Herr H. erleichtert von seinem Hochstand herab. Der Stier wurde ausgehauen und das Fleisch als Wildbret verkauft. Damals war Oberförster Fröhner Vorstand des Forstamts Oberkochen. Als sein Nachfolger wurde bald darauf Oberförster Weiger berufen. Dieser war ein Forstmann vom alten Schrot und Korn und Meister im Jägerlatein. Mit Witz und Humor benannte er den Waldteil, in dem sich das Abenteuer abgespielt hatte, »Judenangst«.</p>
<h2>Eine gewonnene Wette</h2>
<p>Von einer früher eingegangenen Wette wurde vor 50 Jahren noch oft erzählt. Der damals noch lebende Bahnwärter Josef Holz ging 1895 mit dem Ochsenwirt Trick und dem Förster Weber eine Wette ein: Er wollte in 75 Minuten vom Ochsen auf den acht Kilometer entfernten Tauchenweiler und wieder zurück laufen. Die Wette galt 60 Liter Bier. Holz legte die Strecke über Berghäusle und Randweg zurück, stärkte sich noch im Tauchenweiler und saß nach 73 Minuten wohlbehalten wieder im Ochsen. Förster Weber hatte auf dem Tauchenweiler kontrolliert, ob Holz dort richtig ankam und die Bedingungen der Wette erfüllte. Zum Staunen seiner Partner war die Wette gewonnen und sie mußten bezahlen. Die beachtenswerte Leistung wurde im Kreise seiner Kameraden von dem hiesigen Militärverein gebührend gefeiert.</p>
<h2>Der Geist im Forsthaus</h2>
<p>Nach einer allgemeinen Sage soll im alten Forsthaus früher von Zeit zu Zeit ein Geist erschienen sein, der oft die ganze Nacht hindurch lärmte. Sogar am hellen Tag ließ er sich blicken und half den Hausbewohnern beim Feueranzünden und Kochen. Einmal soll er sogar die gerade beim Feuermachen beschäftigte Person in den Ofen geschoben haben. Als bei seiner späteren Erscheinung das Lied: »Jesus nimmt die Sünder an« gebetet wurde, kam ein blutüberströmtes Weib zur Türe herein, worauf der Geist für immer verschwunden sein soll.</p>
<h2>Die Katzenbachrutschel</h2>
<p>Im Katzenbach zeigte sich — nach dem hiesigen Volksglauben — bisweilen die Katzenbachrutschel, die ihre Freude daran fand, Leute, welche des Nachts spät nach Hause gingen, zu schlagen und zu ängstigen.</p>
<h2>Der Langertgockel</h2>
<p>Beim Langertbrunnen soll es spuken. Ein von einem Gockel gezogener Garbenwagen soll dort schon gesehen worden sein.</p>
<h2>Betrügerische Untergänger</h2>
<p>Frühere Untergänger, die einmal einen Grenzstein verrückten, mußten nach altem Volksglauben in der Zeit vom Adventsfest bis Weihnachten auf dem hiesigen Bahnhofsplatz »markten«. Sie schlugen sich dabei mit feurigen Haken und Schaufeln und machten sich gegenseitig allerlei Vorwürfe.</p>
<h2>Das 7. Buch Moses</h2>
<p>Auch in Oberkochen soll es früher nicht immer mit rechten Dingen zugegangen sein, da es bestimmte Personen gegeben habe, die durch den Besitz des »7. Buch Moses« zu übernatürlichen Kräften gekommen seien. Die betreffenden Personen waren gefürchtet. Sie sollen ihre Seele dem Teufel verschrieben und dadurch böse Macht über andere Menschen gehabt haben. So wird zum Beispiel berichtet, daß Gäulen auf unerklärliche Weise regelmäßig über Nacht Schwänze geflochten waren, oder frische und gute Milch schlagartig sauer oder blutrot geworden ist. Wer im Besitz eines solchen Buchs war, soll erst haben sterben können, wenn es ihm gelungen ist, das Buch einem anderen unter bestimmten Bedingungen, an die sich der neue Besitzer halten mußte, zu übergeben.</p>
<p>In einigen alten Bauerngemeinden glaubt man noch heute an diese geheimnisvolle Zaubermacht, die durch dieses Buch ausgeübt werden kann. Auch einigen Alt-Oberkochenern ist es noch heute nicht ganz geheuer, wenn die Sprache auf das 7. Buch Moses kommt.</p></div>
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		<title>Rathaus und städtische Einrichtungen</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2024 08:34:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Seite 419-439 (Albert Bahmann)]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Rathaus</h2>
<p>Kleinere Gemeinden verfügen selten über repräsentative oder historische Rathäuser. Oberkochen mußte bis zum Zweiten Weltkrieg dem Kreis dieser Kommunen zugerechnet werden, denn 1933 hatte der Ort ca. 1700 Einwohner und 1939 rd. 2000. Erst nach Kriegsende setzte eine enorme Steigerung der Einwohnerzahlen ein, bedingt durch die Niederlassung der Firma Carl Zeiss. Dies war auch der Grund, ein der Größe der heutigen Gemeinde gemäßes Rathaus 1964–1967 zu erstellen. Ein Rückblick auf die Geschichte des Oberkochener Rathauses ist auf eine verhältnismäßig kurze Zeitspanne beschränkt. 1840 wurde es erstmals erwähnt. Bis zur Säkularisation wurden die Verwaltungsgeschäfte im wesentlichen von den geistlichen Fürstentümern (Fürstpropstei Ellwangen und Kloster Königsbronn) abgewickelt. Erst danach entwickelte sich eine eigene kommunale Selbstverwaltung. Ein Rathaus war zunächst nicht verfügbar. In den Protokollen des Jahres 1816 ist vermerkt, der Nebenbau des Hirschwirts Scheerer mitten im Dorf sei um zehn Gulden und ein Klafter Holz als Magistratszimmer angemietet worden. Verhandelt wurde auch im »Hirschwirtshaus« sowie im »Ochsen«. Im Jahre 1840 entschlossen sich Gemeinderat und Bürgerausschuß, das Wohnhaus des verstorbenen Flurers und Bürgers Matthias Wiedenhöfer zu kaufen. Das Haus eigne sich von seiner Größe und frequentierten Lage her zu einem Rathaus. Am 17. September 1840 erwarb die Gemeinde das Gebäude Wiedenhöfer zum Kaufpreis von 2526 Gulden. Gleichzeitig genehmigten die bürgerlichen Kollegien die Umbauarbeiten vom Wohnhaus zum Rathaus und die Anschaffung der Einrichtungsgegenstände. Im Erdgeschoß wurde für den Amtsboten eine Wohnung bereitgestellt sowie ein Abstellraum für Feuerlöschgeräte usw. Gravierende Veränderungen wurden bis zum Jahre 1936 nicht vorgenommen. Es mangelte jedoch schon immer an einem geeigneten Sitzungssaal. Eine Erweiterung in Richtung Gasthof »Grube« bot sich an, die schließlich auch realisiert wurde. Im Erdgeschoß des Erweiterungsbaues schuf man Boxen zur Unterbringung der Feuerlöschgeräte, im ersten Stock den Sitzungssaal und einen weiteren Büroraum.</p>
<p>Anfang der 50er Jahre reichten die vorhandenen Büroflächen wegen der sprunghaften Steigerung der Einwohnerzahlen nicht mehr aus. Der Gemeinderat beschloß daher 1952, die seitherige Wohnung des Amtsboten im Erdgeschoß und den Abstellraum für Feuerlöschgeräte künftig der Gemeindeverwaltung als Büroräume zur Verfügung zu stellen. Doch auch dieser Zustand hielt nicht lange an. 1957 erwarb die Gemeinde das alte Forstamt, Gebäude Jägergäßle 2. Dieses eignete sich vorzüglich für Büros. Gemeindepflege, Ortsbauamt und Sozialamt wurden 1958 dorthin verlegt, weil die Räume im alten Rathaus einfach nicht mehr ausreichten. Das gleiche Problem trat beim Sitzungssaal auf. Auch hier wurde 1958 ein Erweiterungsbau angefügt, um die größere Zahl der Ratsherren unterbringen zu können. Dieser Sitzungssaal blieb beim Neubau der Oberkochener Bank erhalten und dient heute noch der Bank für den gleichen Zweck.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img fetchpriority="high" decoding="async" width="707" height="486" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s420.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11806"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Fast 8000 Einwohner zählte Oberkochen Anfang der 60er Jahre. Während einiger Jahre waren Zugänge von jährlich 500 Personen zu registrieren, was eine enorme Steigerung der Verwaltungsgeschäfte verursachte. Angesichts der regen Bautätigkeit reichten die bestehenden Büroräume des Baurechtsamts auch nicht mehr aus. Eine Verlagerung in das benachbarte Gebäude Heidenheimer Str. 12 (Eugen Winter) bot sich 1962 an. Von diesem Zeitpunkt an war die Verwaltung nun in drei verschiedenen Gebäuden untergebracht, ein Zustand, der auf Dauer nicht vertreten werden konnte. Der Neubau eines Rathauses kam immer mehr ins Gespräch.</p>
<p>Als erstes großes Problem stellte sich die Frage, wo soll es erstellt werden. Nach vielen Überlegungen standen der alte Rathausplatz und der Eugen-Bolz Platz am Ende der damaligen Goethestraße (heute Bürgermeister-Bosch-Straße) in der engeren Wahl. Der Gemeinderat war sich bewußt, mit der Festlegung des Platzes zugleich den künftigen geistigen Mittelpunkt der Gemeinde zu bestimmen. Am 6. November 1961 beschloß der Gemeinderat mehrheitlich, das neue Rathaus am Eugen-Bolz-Platz zu erstellen. Dort, inmitten eines im Endausbau von der Langertquelle bis zur Kreuzmühle reichenden modernen Wohngebietes, erhoffte man sich die bestmögliche städtebauliche Lösung. Die im Plangebiet »Ortsmitte« untersuchten drei Projekte hätten nach der Überzeugung der Mehrheit des Gemeinderats und der Verwaltung zu unüberwindlichen Schwierigkeiten geführt. Die mit einigen Grundstückseigentümern eingeleiteten Verhandlungen hatten gezeigt, daß zum Teil überhaupt keine Verhandlungsbereitschaft bestand, zum Teil nur bei einer Enteignung gewichen worden wäre. Die große Mehrheit des Gemeinderats und der Verwaltung glaubte, die in der Ortsmitte betroffenen Bürger dürfe man von ihren ererbten Grundstücken nicht verdrängen. Der Abschied vom Rathaus am gewohnten Platz mag in manchen treuen Altoberkochener Herzen betrübliche Gefühle geweckt haben. Solche Gefühle mußten jedoch auch für jene Bürger gelten, die aus der bisherigen Ortsmitte hätten weichen müssen.</p>
<p>Aber nicht nur Gefühle und nicht nur städtebauliche Ästhetik hatten die getroffene Entscheidung beeinflußt, sondern auch die dem Gemeinderat auferlegte Pflicht zur pfleglichen und wirtschaftlichen Verwaltung des Gemeindevermögens. Bei einem Neubau auf dem seitherigen Areal des alten Rathauses wären für Hinzuerwerb von Grundstücken nicht zu vertretende Aufwendungen angefallen. Der neue Rathausplatz ist die geographische Mitte der Stadt. Er ist Bindeglied zwischen der »Arbeitswelt« im Süden und den Wohngebieten im Norden. Neben der Platzwahl war die bauliche Lösung das zweite große Problem. Ausgangspunkt der Bauaufgabe war ein Raumprogramm unter Einbeziehung des Bürgersaales und der Vorentwurf für ein später zu bauendes, jedoch nicht mit dem Rathaus zusammenhängendes Hotel-Restaurant. Der Gemeinderat verzichtete auf einen Bauwettbewerb und übertrug die Planung an Professor Schweitzer aus Stuttgart. Der Plan des Architekten brachte eine klare Gliederung in zwei große Bauteile. Der waagrecht liegende Block ist ganz dem Bürger zugedacht, während der große darüber liegende Würfel die gesamte Verwaltung aufzunehmen hat. 1965 erfolgte die Grundsteinlegung, im März 1967 wurde das neue Rathaus bezogen. Es war, wie der damalige Bürgermeister Bosch in der letzten Sitzung des Gemeinderats im alten Rathaus formulierte, ein Umzug im übertragenen Sinne von der alten zur neuen Gemeinde, von der alten zur neuen Zeit.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="704" height="468" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s421.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11807"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>In der Zwischenzeit hat sich das Rathaus am Eugen-Bolz-Platz zu einem lebendigen Mittelpunkt des städtischen Lebens entwickelt. Die gedankliche Konzeption des Architekten und des Gemeinderates ist voll aufgegangen. Das Rathaus mit seinen Amtsräumen ist nicht nur der äußere Rahmen für einen hervorragend funktionierenden Verwaltungsapparat, sondern darüberhinaus ein Treffpunkt für den Bürger geworden. Ausschlaggebend dafür waren die vielfältigen kulturellen Veranstaltungen die im Rathaus dank seiner architektonischen Gestaltung durchgeführt werden können. Die beiden Ebenen des großzügig gestalteten Foyers lassen musikalische Veranstaltungen genauso zu wie Ausstellungen der verschiedensten Art. Der Sitzungssaal des Rathauses ist längst nicht mehr nur der geborgene Hort von einsamen Beschlüssen eines Gemeinderatsgremiums, vielmehr ist eine geradezu multifunktionale Nutzung eingetreten. Ob dort Trauungen durchgeführt werden, die Blutspenderauszeichnung oder die Sportler-Ehrung stattfindet, Vorträge der Volkshochschule zu gesundheitlichen Fragen, Reiseberichte oder Dichterlesungen, Liederabende oder Empfänge von der Stadt für Nobelpreisträger, Minister, Austauschschüler der Partnerstädte Montebelluna und Dives-sur-Mer oder andere, immer wieder steht der Sitzungssaal im Blickpunkt der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang muß der mit dem Rathausneubau zusammen geschaffene Bürgersaal als Bindeglied zwischen Rathaushotel und ‑restaurant und Rathaus selbst gesehen werden. Nach über 20jähriger Nutzung wurde er 1991 neu renoviert. Die »gute Stube« der Stadt stellt sich als solche wieder vor. Auch dort findet ein buntes Leben und Treiben statt. Firmenschulungen sind genauso gut aufgehoben wie Hochzeiten, Jazz-Konzerte, Vortragsveranstaltungen oder politische Vorträge und Parteitage. Rund 200 Gäste und Besucher finden dort Platz. Vom öffentlichen Leben unserer Stadt ist dieser wichtige Veranstaltungsort nicht mehr wegzudenken.</p>
<p>Genauso wie das Hotel am Rathaus mit dem ausgezeichneten Restaurant und der hervorragenden Küche. Mit dem Rathausneubau 1967 wurde das Hotel zunächst mit 27 Zimmern errichtet. 1975 wurde als erster Bauabschnitt ein Anbau für die Pächterwohnung und weitere 5 Zimmer erstellt. Dann schließlich 1988 die Vervollständigung der ursprünglichen Planung mit einer Aufstockung. Dadurch konnten weitere 11 Zimmer gewonnen werden, so daß das allseits beliebte Haus über 43 Zimmer mit 55 Betten verfügt. Das Restaurant mit Frühstückszimmer und 2 Nebenzimmern sowie einer Hotelbar vervollständigen das Angebot. Das Haus ist hervorragend geführt und ist ein echtes »Aushängeschild« der Stadt Oberkochen. Mit dem Rathauskomplex ist eine glückliche Kombination als wichtiges Angebot für den Dienstleistungsbereich unserer Stadt entstanden.</p>
<h2>Städtische Einrichtungen</h2>
<p>Jede Gemeinde verfügt über eine gewisse Anzahl öffentlicher Einrichtungen. Sie sind um so zahlreicher, je größer die Gemeinde ist. Manche Einrichtungen zählen zu den Pflichtaufgaben jeder Kommune. Je nach wirtschaftlichen Verhältnissen und der Aufgeschlossenheit des Gemeinderats werden auch Einrichtungen auf freiwilliger Basis geschaffen. Die wichtigsten städtischen Einrichtungen von Oberkochen werden nachstehend in kurzen Zügen vorgestellt.</p>
<h2>Schulwesen:</h2>
<p>Das Schulwesen ist in diesem Heimatbuch in Abschnitt I Ziff. 8 ausführlich behandelt. Es erübrigt sich, auf die Schulen als städtische Einrichtungen hier nocheinmal einzugehen.</p>
<h2>Feuerlöschwesen:</h2>
<p>Örtliche Löschmannschaften gab es bereits im Mittelalter, die von den Gemeindebehörden aufgestellt wurden. Erst 1885 verpflichtete die Württ. Landesfeuerlöschordnung die Gemeinden, für die Organisation einer ausgerüsteten und eingeübten Lösch- und Rettungsmannschaft zu sorgen. Die meisten Kommunen verfügen heute über eine Freiwillige Feuerwehr, so auch Oberkochen. Sie wurde im Jahre 1929 gegründet. Vorher bestand auch hier eine Pflichtfeuerwehr. Im früheren alten Rathaus, Gebäude Heidenheimer Str. 10, wurden der Feuerwehr Räume zur Unterbringung der Geräte zur Verfügung gestellt. Angesichts der ständigen Vergrößerung der Gemeinde reichten auch diese Räume auf lange Sicht nicht aus. Der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses war lange im Gespräch. Nach dem Verkauf des alten Rathauses an die Oberkochener Bank wurden die ersten Überlegungen für den Platz des neuen Gerätehauses angestellt. Die Mehrheit des Feuerwehrausschusses sprach sich für einen Neubau im ehemaligen Forstamtsgarten an der Dreißentalstraße aus. Dabei sollte möglichst eine Verbindung mit dem Gebäude Jägergäßle 2 (altes Forstamt) hergestellt werden. Der vom Stadtbauamt gefertigte Plan sah eine Fahrzeughalle mit vier Boxen und zwei Räume im umgebauten Gebäude Jägergäßle 2 vor. 1970 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus in Betrieb genommen. Schon nach wenigen Jahren mußten die Freiwillige Feuerwehr und der im gleichen Gebäude untergebrachte Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes erkennen, daß die damals neu geschaffenen Räumlichkeiten nicht ausreichten, die gestellten Anforderungen moderner und gut ausgerüsteter Hilfsorganisationen zu erfüllen. Die sanitären Anlagen und die Räume für Unterrichtszwecke waren viel zu klein. Der Gemeinderat anerkannte diese Misere und genehmigte den Umbau des Gebäudes Jägergäßle 2 einschließlich eines kleinen Erweiterungsbaues. Das erweiterte Feuerwehrgerätehaus wurde Ende 1982 fertiggestellt. Freiwillige Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz verfügen nun über ein modernes kleines Rettungszentrum. Die Geräteausstattung ist in der Kombination mit der Carl Zeiss-Wehr, auf die nachstehend eingegangen wird, sehr zufriedenstellend. So verfügt die Wehr über 4 Fahrzeuge, nämlich ein LF 16, ein LF 8 HTS, ein LF 8 und einen MTW. Gemeinsam mit den vier Fahrzeugen der Werkswehr Carl Zeiss ist somit ein optimaler Brandschutz gewährleistet.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="715" height="573" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s424.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11808"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_5 artikel-content top-push  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Zur Zeit besteht unsere Freiwillige Feuerwehr aus rund 40 aktiven Feuerwehrmännern die in 4 Gruppen aufgeteilt sind, unter der Leitung des seit 1974 im Amt befindlichen Feuerwehrkommandanten Josef Merz. Ganz beachtlich ist die Tatsache, daß die im Oktober 1991 zur Förderung des Nachwuchses gegründete Jugendfeuerwehr aus 20 Jugendlichen besteht. Unsere Feuerwehr ist deshalb besonders herauszuheben, da sie nicht nur in vorbildlicher Weise den Brandschutz gewährleistet sondern darüberhinaus auch im gesellschaftlichen Bereich »ihren Mann« steht. Zur Steigerung der Attraktivität des ursprünglich etwas skeptisch beobachteten Neubaugebiets »Heide« wurde vor vielen Jahren das »Heidefest« von der Feuerwehr initiiert und mit großartigem Erfolg bis zum heutigen Tag durchgeführt.</p>
<p>Im Jahr der Neuauflage dieses Heimatbuches hat sich die Feuerwehr eine große Aufgabe gestellt. So wird der Kreisfeuerwehrtag des Ostalbkreises im Zuge des 25jährigen Stadtjubiläums organisiert und durchgeführt. Über 10.000 Feuerwehrleute und Besucher werden erwartet. Eine machtvolle Demonstration für das so wichtige ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen Feuerwehren bei uns.</p>
<p>Bei der Darstellung des Feuerlöschwesens darf die Werksfeuerwehr der Firma Carl Zeiss nicht unerwähnt bleiben, obwohl es sich hier um keine städtische Einrichtung handelt. Sie steht jedoch als Verstärkung der Freiwilligen Feuerwehr bei Einsätzen jederzeit zur Verfügung. Die Werksfeuerwehr Carl Zeiss wurde bereits im Jahre 1900 auf Anregung von Professor Abbe gegründet und war für den Feuerschutz des Zeiss-Werks in Jena zuständig. Mit der Niederlassung der Firma Zeiss in Oberkochen nach dem Kriege wurde diese Tradition fortgesetzt und im Jahre 1948 eine neue Feuerlöschtruppe geschaffen.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="710" height="569" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s425.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11809"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Musikschule:</h2>
<p>Bereits Anfang der 70er Jahre war die Einrichtung einer eigenen Musikschule in Oberkochen im Gespräch. Schon damals besuchten Kinder die Jugendmusikschule in Aalen. Die Stadt Oberkochen hatte sich am Abmangel nach der Zahl der Schüler zu beteiligen. 1977 entschloß sich der Gemeinderat, ab Januar 1978 eine eigene Musikschule zu errichten. Mit 147 Schülern wurde die Arbeit aufgenommen. Heute zählt die Musikschule rd. 800 Schüler. Sie werden von 25 Lehrkräften unterrichtet. Der Unterricht wird weitgehend im Altbau der Dreißentalschule erteilt, wo auch diverse bauliche Verbesserungen vorgenommen wurden. Als gutes Omen kommunaler Zusammenarbeit ist das Engagement mit der Gemeinde Königsbronn zu werten. Schüler aus der Gemeinde Königsbronn können die hiesige Musikschule besuchen. Die Gemeinde Königsbronn beteiligt sich am Abmangel anteilmäßig nach der Zahl der Schüler.</p>
<h2>Stadtbibliothek:</h2>
<p>Zur Einrichtung einer Bücherei ist eine Gemeinde nicht verpflichtet. Wenn sie eine solche Einrichtung dennoch schafft, so nur deshalb, um die breiten Massen ans Buch heranzuführen. Schon 1952 beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Einrichtung einer Bücherei. Ein geeigneter Raum war jedoch damals nicht verfügbar. Erst mit der Fertigstellung des Mittelbaues der Dreißentalschule wurde das ehemalige evangelische Schulhaus, Gebäude Aalener Str. 19, frei. Hier fand die Ortsbücherei schließlich 1959 ihr erstes Domizil. Mit 1260 Bänden wurde damals begonnen. 1967 wurde die Bücherei ins Untergeschoß des neuen Rathauses verlegt. In den folgenden Jahren war dieser Raum durch die Erhöhung des Buchbestandes völlig überlastet, und die Bücherei war nicht mehr ausbaufähig. 1973 erwarb die Stadt von der evangelischen Kirchengemeinde die alte Kirche in der Heidenheimer Straße. Nach langem Hin und Her über die Verwendbarkeit dieses Gebäudes, sei es nun als Jugendhaus, als Musikschule oder als Bücherei, entschied der Gemeinderat, die alte Kirche zu erhalten und 1981 nach dort die Stadtbibliothek zu verlegen. Ein markantes Gebäude im alten Ortskern mußte in seiner Außenfassade nicht verändert werden. Gegenwärtig verfügt die Stadtbibliothek über mehr als 16 000 Medien. Im Durchschnitt der letzten Jahre verzeichnete sie über 40 000 Entleihungen.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="712" height="1067" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s427.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11810"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Kindergartenwesen:</h2>
<p>Bereits im Jahre 1910 wurde, der Gründung der katholischen Schwesternstation folgend, der erste Kindergarten eingerichtet. Er war zunächst in einem Raum im alten Schwesternhaus, Gebäude Aalener Str. 6, neben der katholischen Kirche, untergebracht. Wegen der stark angewachsenen Kinderzahl war eine Aufteilung auf zwei Räume im Jahre 1934 notwendig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch diese Räume durch das schnelle Anwachsen der Bevölkerungszahl zu klein. Die Gemeindeverwaltung sah sich veranlaßt, als weiteren Raum den Saal des heutigen Jugendhauses, Gebäude Aalener Str. 19, zur Verfügung zu stellen. Ein Spielplatz war im alten Forstamtsgarten eingerichtet. Diese räumliche Trennung des Kindergartens und des Spielplatzes konnte nur eine Notlösung darstellen. Der Gemeinderat beschloß schließlich, am Wiesenweg einen Kindergarten zu bauen, wo die Gemeinde bereits ein Grundstück erworben hatte. Der Neubau mit drei Gruppenräumen wurde 1952 in Betrieb genommen. 1973 wurden neue behördliche Richtlinien über die räumliche Ausstattung und den Betrieb von Kindergärten erlassen, besonders im Blick auf die auszubauende Vorschulerziehung. Nach diesen Richtlinien sollten sogenannte Gruppenbereiche geschaffen werden. Durch einen Erweiterungsbau wurde diesen behördlichen Forderungen entsprochen. Er wurde 1975 in Betrieb genommen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_5 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="707" height="542" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s428.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11811"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_8 artikel-content top-push  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der städtische Kindergarten reichte im Blick auf die ständige Erhöhung der Einwohnerzahlen nicht aus, sämtliche Kindergartenkinder einzuschulen. Die Firma Carl Zeiss richtete daher bereits 1951 im Gebäude Kapellenweg 3 einen eigenen Kindergarten ein, der 1956 ins Gebäude Turmweg 24 (Sonnenbergschule) verlegt wurde. Als das Progymnasium im Jahre 1958 dieses Gebäude bis zum Bezug des Neubaues am Hölderlinweg zugewiesen erhielt, mußte auch dieser Kindergarten aufgegeben werden. Die Firma Carl Zeiss entschloß sich, am Schubartweg selbst einen Kindergarten mit Kinderhort zu errichten, der 1960 seine Pforten öffnete und der evangelischen Kirchengemeinde zur Betreuung übertragen wurde. Aber auch nach Fertigstellung dieses Neubaues war eine Einschulung aller Kinder in die beiden verfügbaren Kindergärten nicht möglich. Schließlich erklärte die katholische Kirchengemeinde ihre Bereitschaft, einen eigenen Kindergarten zu erstellen. Zunächst richtete sie 1963 im Gebäude Turmweg 24 einen Interimskindergarten ein. Erst 1967 wurde der neue Kindergarten St. Michael an der damaligen Goethestraße (heute Bürgermeister-Bosch-Straße) in Betrieb genommen. Auch die Firma Carl Zeiss war gezwungen, ihren Kindergarten am Schubartweg zu erweitern. 1970 wurde der Erweiterungsbau zur Benützung übergeben. Die Neubauentwicklung der Stadt Oberkochen spielte sich seit den 70er Jahren überwiegend im Neubaugebiet »Heide» ab. Gerade junge Familien bauten sich in diesem Stadtteil ihr Eigenheim oder fanden dort in einer Mietwohnung ihr Zuhause. So war es abzusehen, daß über früher oder später dort ein Kindergarten erbaut werden mußte. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Kinder mit einem kostenlosen Busverkehr in die Kindergärten im Tal gebracht. Am 14. August 1987 war es soweit: ein wunderschöner zweiklassiger Kindergarten mit einer Hausmeisterwohnung konnte eingeweiht werden. Man dachte daran, daß wenn die Kinderzahl sich noch weiter erhöht, dies in dem vorhandenen großen Gymnastiksaal aushilfsweise bewältigen zu können. Niemand hätte damit gerechnet, daß dieser Zustand recht bald eintrat. Das Provisorium war nicht mehr zu halten, so daß bereits 1990 umgebaut werden mußte, um die 3. Kindergartengruppe aufzunehmen. Damit ist jetzt auch im Stadtteil »Heide« mit seinen rund 1 700 Einwohnern ein voll funktionierender Kindergarten vorhanden, der allen Kindern ab 3 Jahren den Besuch ermöglicht. Die z.Zt. erhobene Forderung, jedem Kind ab 3 Jahren in einer Stadt oder Gemeinde einen Kindergartenplatz zur Verfügung zu stellen, kann in der Stadt Oberkochen mit all ihren Kindergärten erreicht werden.</p>
<h2>»Schillerhaus« — Aalener Straße 19:</h2>
<p>Das ehemalige evangelische Schulhausgebäude Aalener Straße 19 hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zuletzt, so lesen wir in der 1. Ausgabe des Heimatbuches, wurde dieses Gebäude als Jugendhaus genützt. Die sich wandelnden Verhältnisse haben dazu geführt, daß in Oberkochen der Bedarf für ein solches Jugendhaus, das in reiner Selbstverwaltung mit entsprechender fachlicher Anleitung geführt wurde, nicht mehr vorhanden war. Somit wurde dieses Haus ohne jeglichen Protest mit einstimmigem Beschluß des Gemeinderates im Jahre 1990 geschlossen. Es galt, dieses Gebäude von Grund auf zu sanieren und gleichzeitig einen neuen Verwendungszweck zu finden. Dies konnte man schließlich auch erreichen. Das Haus dient nun zwei Herren: Der 1. Stock wird dem Heimatverein Oberkochen zur Verfügung gestellt. Ein junger Verein, der sich intensiv mit der Pflege der Heimatgeschichte auseinandersetzt. Dort sollen die Ergebnisse der Untersuchungen, der Funde und Sammlungen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Dort soll der Heimatverein seine Arbeit durchführen können. Im Jahr 1993 ist die Eröffnung geplant. Damit erhält Oberkochen zum erstenmal Raum, um sich selbst darzustellen. Wichtig ist ein solcher Treffpunkt auch deshalb, um dem Bürger die Sicherheit zu geben, ein Heimatgefühl entwickeln zu können; auch wenn die Geschichte Oberkochens keine großen historischen Höhepunkte verzeichnen kann, ist dies jedoch für das städtische Leben wichtig. Das Selbstwertgefühl und das eigene Wissen um die Bedeutung der Entwicklung und des Schaffens erscheint uns förderwürdig zu sein.</p>
<p>Im Erdgeschoß wird eine Raumsituation geschaffen, die ein Treffen aller interessierter Bürger ermöglicht. Vorwiegend soll dies tagsüber den Älteren zur Verfügung gestellt werden, die in eigener Verantwortung sich zwanglos treffen sollen und treffen können. Abends kann jeder Verein, jede Organisation, jeder Interessierte diese Räumlichkeiten mit dem großen Saal, der Cafeteria und der Küche nach Voranmeldung nutzen. So soll dieses Haus insgesamt zu einem Haus der Begegnung für alle Bürger, ob jung und alt, werden. Ein Wunsch, den der Gemeinderat bei der Beschlußfassung über die Verwendung des Gebäudes in dieser Weise geäußert hat, und von dem wir hoffen, daß er auch so eintreten wird.</p>
<h2>Aquafit — Freizeitbad:</h2>
<p>Nur in wenigen Wohnungen waren bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Wannenbäder installiert. Um der Bevölkerung eine Bademöglichkeit anzubieten, wurden von privater Seite entsprechende Schritte unternommen. So hatte die Familie Burkhardtsmaier im ehemaligen Gebäude in der Heidenheimer Straße einige Wannenbäder eingerichtet, die von der Bevölkerung zur Benutzung auch gerne angenommen wurden. Wegen der steigenden Einwohnerzahl nach dem Kriege sah sich die Gemeindeverwaltung genötigt, im Untergeschoß des neu erstellten Mittelbaues der Dreißentalschule ebenfalls Wannenbäder bereitzustellen. Im Laufe der Jahre wurde der Wunsch der Bevölkerung nach einem Schwimmbad immer stärker. Schon 1953 wurde über den Bau eines Hallenbades diskutiert. Auch an ein Freibad war gedacht, und zwar im Gewand »Zollacker«. Die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde erlaubten jedoch seinerzeit die Realisierung eines solchen Großvorhabens nicht. Im Zuge des Neubaues des Gymnasiums mit Turnhalle am Hölderlinweg wurde die Frage des Baues eines Schwimmbades erneut aufgeworfen. Die erste Planung sah lediglich ein Lehrschwimmbecken vor. In dramatischen Sitzungen wurde darüber gerungen, ob nicht doch eine Kleinschwimmhalle mit einer Beckengröße von 8 x 20 m die bessere Lösung wäre. Ein sportgerechtes Becken sei wegen des einmaligen hohen Bauaufwandes und der laufenden Betriebskosten nicht zu finanzieren. Die schließlich von Architekt Irion aus Stuttgart geplante und erbaute Kleinschwimmhalle wurde im Dezember 1962 als erstes Hallenbad im seinerzeitigen Kreis Aalen zur Benützung freigegeben.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_6 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="703" height="490" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s431.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11812"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_9 artikel-content top-push  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Natürlich wurde immer wieder der Wunsch geäußert, besonders an heißen Sommertagen, ein Freibad zu errichten. Schon 1963 beauftragte der Gemeinderat einen Architekten, einen Vorentwurf für ein Freibad im Gewand »Zollacker« zu fertigen. Bei näheren Untersuchungen zeigte sich allerdings, daß dort wegen der nahegelegenen Bundesstraße 19 mit erheblichen Nachteilen zu rechnen wäre. In den folgenden Jahren kamen dringendere Vorhaben auf die Stadt zu wie Rathausneubau usw. Erst 1970 waren dann wiederum drei Standorte im Gespräch, nämlich die Langerthalde, das Tiefental und erneut der Zollacker. Am 27. Mai 1974 entschied der Gemeinderat, die Langerthalde als Standort für ein künftiges Freibad zu bestimmen, weil Erschließungskosten, Besonnungsverhältnisse und ortsnahe Lage die günstigsten Voraussetzungen böten. Als dann die Bau- und Betriebskosten des planenden Architekten auf dem Tisch lagen, faßte der Gemeinderat 1980 den Beschluß, das Freizeitbad nicht weiter zu verfolgen. Es wäre ein zu großes Wagnis gewesen, solche finanziellen Belastungen bei der seinerzeitigen wirtschaftlichen Situation für die Zukunft einzugehen. Damit war zunächst ein Schlußstrich gezogen unter ein Projekt, das den Gemeinderat und die Bürgerschaft fast 20 Jahre beschäftigte. Im Jahr 1988 hat unsere Stadt Oberkochen dennoch ihr Freizeitbad erhalten. Das 25 Jahre alte Hallenbad war dringend sanierungsbedürftig. Die gesamten technischen Einrichtungen waren abgewirtschaftet, das Gebäude selbst mit der großen Fensterfront mußte erneuert werden. Vor die Alternative gestellt, das bestehende Bad lediglich zu sanieren, oder in diesem Zusammenhang ein den heutigen Ansprüchen gerechtes Freizeitbad zu schaffen, hat sich der Gemeinderat für die zweite Lösung entschieden. So ist heute das modernste Freizeitbad der Region in Oberkochen. In wunderschöner familiärer Atmosphäre zeigt sich jetzt die neu gerichtete Schwimmhalle mit Solarwiese und einer attraktiven Rutschbahn. Gleichzeitig ist ein Mutter-Kind-Bereich mit Sitzmöglichkeiten in der Halle eingerichtet. Durch einen Ausschwimmkanal gelangt man in das Freie, in ein neues Spaßbecken als Warmwasserbecken mit Wasserattraktivitäten wie Wasserpilz, Massagedüsen und Nackensprudler. Eine schöne Liegewiese im Freien komplettiert das Angebot gemeinsam mit der im Untergeschoß eingerichteten Saunalandschaft mit finnischer Sauna, Dampfsauna, Warmwasserbecken, Solarium, Ruheraum und Freihof. Wahrlich — eine Badelandschaft die für den Bürger der Stadt und deren Umgebung einen echten Freizeitspaß und darüberhinaus einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung darstellt.</p>
<h2>Abwasserbeseitigung:</h2>
<p>Die dichte Besiedlung der Gemeinden und die an die Hygiene gestellten Anforderungen zwangen die Kommunen, der Abwasserbeseitigung weitgehendste Beachtung zu schenken. Zu einer geordneten Abwasserbeseitigung gehört die Ableitung der Tageswässer von den Straßen und Grundstücken, ferner die Ableitung sämtlicher Abwässer aus Küchen, Waschküchen und Bädern und nicht zuletzt die Entfernung der Fäkalien durch die sogenannte Schwemmkanalisation. Bis zum Kriegsende bestanden in Oberkochen nur wenige Dolen im »Kies« und im »Brunnquell«, die in den Vorfluter »Kocher« mündeten. Anläßlich der Erstellung von Siedlungen beiderseits der oberen Dreißentalstraße vor dem zweiten Weltkrieg wurden diese Gebäude an eine öffentliche Dole angeschlossen. Fäkalien konnten jedoch noch nicht abgeleitet werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die gesamte Ortskanalisation zügig ausgebaut. Nur durch den Bau einer Sammelkläranlage war jedoch eine ausreichende Klärung der Abwässer möglich. Dieses Vorhaben kam in den Jahren 1956/57 zur Ausführung, und zwar lediglich mit dem mechanischen Teil. Von diesem Zeitpunkt an konnten nahezu alle Grundstücksbesitzer ihre Abwasser einschließlich der Fäkalien durch die Schwemmkanalisation zur Kläranlage ableiten. Der Reinigungsgrad des mechanischen Teils der Sammelkläranlage beträgt jedoch nur 30%. Da die Bestimmungen hinsichtlich der Einleitung von Abwässern in öffentliche Gewässer im Laufe der Jahre erheblich verschärft wurden, war der Bau des biologischen Teils der Kläranlage unumgänglich. Er wurde 1971 in Betrieb genommen. In den abgelaufenen Jahren wurden nun die Kommunen von den Wasserwirtschaftsbehörden immer mehr angehalten und gezwungen, Regenüberlaufbecken zu bauen, um die Verschmutzung der öffentlichen Gewässer noch mehr zu reduzieren. 1986 wurde vom Regierungspräsidium das Sanierungsprogramm »Oberer Kocher« verordnet. Ausgangspunkt war, daß bei einer Bestandsaufnahme im Sommer 1984 deutlich wurde, daß im Regierungsbezirk Stuttgart nicht mehr die Flüsse im industriellen mittleren Neckarraum am stärksten verunreinigt sind, vielmehr stellte sich der Kocher als der schmutzigste Fluß heraus. Für Oberkochen bestanden die Forderungen im Ausbau der Kläranlage sowie im Ausbau des Regenüberlaufbeckenvolumens zu 100%. Dies bedeutete, zu den beiden bereits fertiggestellten Regenüberlaufbecken den Bau weiterer sechs. Nahezu 14 Mio. DM mußten in all diese Maßnahmen gesteckt werden bis am 25. September 1992 mit der Inbetriebnahme der erweiterten Kläranlage sämtliche Forderungen des Regierungspräsidiums erfüllt werden konnten. Damit hat die Stadt Oberkochen durch die Bereitstellung all dieser Abwasserbeseitigungsanlagen zur Reinhaltung unserer Flüsse und Bäche in reichem Maße beigetragen. Oberkochen ist bis zu diesem Zeitpunkt vorbildlich.</p>
<h2>Bestattungswesen:</h2>
<p>Bis zum Jahre 1957 gab es in Oberkochen nur konfessionelle Friedhöfe. Ursprünglich lag der gemeinsame Friedhof um die katholische Kirche. Nach der Reformation legte die evangelische Kirchengemeinde einen eigenen Friedhof um ihre Kirche an. 1835 erhielt die evangelische Kirchengemeinde vom Königlichen Oberamt die Auflage, den Friedhof auf einen Platz außerhalb des Dorfes zu verlegen. Gewählt wurde das heutige Areal an der Katzenbachstraße. Dieser Friedhof wurde 1851 in Betrieb genommen. Auch die Katholische Kirchengemeinde erhielt 1835 die behördliche Anweisung, ihren Friedhof zu verlegen. Diese Maßnahme wurde ebenfalls 1851 durchgeführt, und die katholische Kirchengemeinde bestattete ihre Toten auf dem heutigen katholischen Friedhof beim Bahnhof. Der erhebliche Zuwachs an Einwohnern nach dem Zweiten Weltkrieg zwang die Gemeindeverwaltung, dem Bau eines neuen kommunalen Friedhofes näherzutreten, denn die beiden kirchlichen Friedhöfe reichten in naher Zukunft nicht mehr aus. Schon 1952 wurden Überlegungen hinsichtlich des Platzes angestellt. Zwei Areale wurden in Erwägung gezogen, einmal das Gewand Weingarten und zum anderen das Gelände im Gewand Loach-Tierstein. Verhältnismäßig schnell einigte man sich auf den Platz im Weingarten, der mehr Vorzüge aufwies als das Gelände im Loach. Nach Abschluß des Grunderwerbs im Jahre 1953 wurde Architekt Aldinger aus Stuttgart beauftragt, einen Vorentwurf zu fertigen. Das Bauprogramm sah die Friedhofanlage mit 1000 Reihengräbern, 150 Kauf- und 80 Kindergräbern vor, ferner eine Leichenhalle mit vier Zellen und die Aussegnungshalle für 350 Personen. Neben diesen Anlagen sollte gleichzeitig eine Kriegsopfergedächtnisstätte errichtet werden. 1955 begannen die Bauarbeiten, 1957 war die Anlage fertiggestellt. Bereits nach wenigen Jahren wurde erkannt, daß bei der fortschreitenden Belegung des städtischen Friedhofes etwa 1980 eine Erweiterung unumgänglich werde. Die erforderlichen Grundstücke waren bereits 1961 im Bebauungsplan für die Erweiterung ausgewiesen. An Architekt Brunken aus Stuttgart wurde schließlich die Planung übertragen, der der Gemeinderat 1978 zustimmte. Weitere 1130 Grabstellen wies diese Friedhofserweiterung aus. Die Bauarbeiten für den 1. Teil dieser Friedhofserweiterung wurden im Jahr 1979 begonnen und 1980 konnte dieser erste Erweiterungsteil mit rund 600 Grabstellen eingeweiht werden und wird seitdem auch belegt. Im Jahr 1992 wurde schließlich die gesamte Friedhofsanlage endgültig hergestellt. Dort konnten die restlichen rund 500 Grabstellen eingerichtet und angelegt werden. Damit ist gemeinsam mit den beiden kirchlichen Friedhöfen die Friedhofsituation der Stadt Oberkochen auf Jahre hinaus gesichert.</p>
<h2>Gasversorgung:</h2>
<p>Die Frage, ob Oberkochen mit Gas versorgt werden soll, wurde nicht nur in neuerer Zeit aufgeworfen. Bereits in den Jahren 1955 und 1964 waren entsprechende Untersuchungen im Gange. Als die Gasversorgung Süddeutschland GmbH in Stuttgart 1979/80 von Crailsheim bis in die Nähe von Ulm eine Ferngasleitung baute, wurde die Frage des Anschlusses wiederum akut. Die Gasversorgung Süddeutschland war auch bereit, eine Stichleitung von Essingen nach Oberkochen und Königsbronn zu bauen. Zunächst entwickelte sich eine interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Essingen, Königsbronn, Steinheim, Gerstetten und Oberkochen. Zu einem Zusammenschluß aller dieser Gemeinden kam es jedoch nicht. Nach Vorlage eines Wirtschaftsgutachtens und vor allem auf Grund der Bereitschaft der Industrie, Erdgas abzunehmen, beschlossen die Gemeinderäte aus Essingen und aus Oberkochen, zum Aufbau und zum Betrieb der Erdgasversorgung eine Kapitalgesellschaft mit der Bezeichnung »Gasversorgung Essingen-Oberkochen GmbH« zu bilden. Der Gesellschaftsvertrag wurde am 17. September 1980 abgeschlossen. Unverzüglich begann man mit der Einlegung der erforderlichen Versorgungsleitungen in die wichtigsten Straßenzüge. Bereits im September 1981 begann für Oberkochen das Erdgaszeitalter. Die Gärtnerei Brandstetter in der Katzenbachstraße war der erste Gasabnehmer. Zug um Zug wurden sämtliche Straßen in Oberkochen mit dem Erdgasnetz versorgt. Den entscheidenden Schritt konnte man im Jahr 1987 vollends erzielen, indem die Gasfackel auch im Stadtteil »Heide« entzündet werden konnte. Damit ist jetzt endgültig dafür gesorgt, daß jeder Haushalt in Oberkochen auf Wunsch mit Erdgas versorgt werden kann. Eine recht beachtliche Zahlenbilanz kann im Jahr 1993 berichtet werden: heute werden bei 8 700 Einwohnern in 3 990 Haushalten 1 227 Haushalte, das sind 31% der Bevölkerung, mit Erdgas versorgt. Bei Gewerbe, Industrie und öffentlichen Einrichtungen beträgt der Marktanteil über 80%. Für die Gasverteilung benötigt die GEO in Oberkochen allein ein Leitungsnetz in einer Länge von rund 40 km. 1992 wurden in Oberkochen 8,1 Mio. Kubikmeter Erdgas verkauft. Zweifellos war der Beschluß des Gemeinderats die Stadt an die Erdgasversorgung anzuschließen, eine Jahrhundertentscheidung, denn nun bietet sich neben Öl, Kohle und Elektrizität das Gas als neue Energiequelle an.</p>
<h2>Wasserversorgung:</h2>
<p>Die zentrale Wasserversorgungsanlage der Gemeinde Oberkochen wurde im Ersten Weltkrieg in Verbindung mit dem Bau der Landeswasserversorgung erstellt und an diese angeschlossen. Vorher mußte das für Haus und Hof benötigte Wasser, soweit keine privaten Wasserversorgungsanlagen vorhanden waren, an den öffentlichen Brunnen geholt werden. Diese wurden von verschiedenen ergiebigen Quellen gespeist und deren Wasser mittels Röhren zugeleitet. Das Dorf besaß seinerzeit neun Brunnen, und zwar zwei in der Aalener Straße, vier in der Heidenheimer Straße, zwei in der Katzenbachstraße und einen in der Feigengasse. Die seit 1916 bestehende zentrale Wasserversorgungsanlage genügte viele Jahre lang allen Ansprüchen. Mit der Bebauung des oberen Dreißentals in den Dreißiger Jahren wurden die Druckverhältnisse in den Höhenlagen immer schlechter, so daß die Gemeindeverwaltung während des Krieges einen Hochbehälter oberhalb der Weingartenstraße bauen ließ mit einem Fassungsvermögen von 300 cbm. Er wurde von der gemeindeeigenen Quellfassung am Luggenlohbrunnen über die Pumpstation am Wiesenweg gespeist. Auf Drängen der Landeswasserversorgung entschloß sich die Gemeindeverwaltung 1953, einen weiteren Hochbehälter mit einem Inhalt von ebenfalls 300 cbm beim Gebäude Turmweg 24 zu errichten, da das Wasser der Landeswasserversorgung nicht unmittelbar in das örtliche Leitungsnetz eingespeist werden durfte. Der rasche Anstieg der Einwohnerzahl und der hohe Wasserverbrauch der Industrie erforderten weitere Investitionen bei der Wasserversorgungsanlage. Bereits 1958 war der Bau eines zusätzlichen Hochbehälters akut, um vornehmlich die Versorgung der Firma Zeiss und des Baugebiets »Bühl-Gutenbach-Tierstein« abzusichern. Als Standort des neuen Behälters mit 1000 cbm Inhalt wurde ein Grundstück unterhalb der Maria-Schutz-Kapelle im Weingarten ausgewählt. Bereits elf Jahre später, im Jahre 1969, nahm man den vierten Hochbehälter in Betrieb. Die höher gelegenen Gebäude in der Lenzhalde und im Wolfertstal hatten keinen ausreichenden Wasserdruck. Daher wurde im Gewand Tierstein am Waldrand über dem Rathaus dieser Behälter mit einem Fassungsvermögen von 400 cbm errichtet. Damit verbunden war der Bau einer Pumpstation in der Tiefgarage des Rathauses als erster Bauabschnitt für die künftige Versorgung des Baugebiets »Heide« sowie die Einlegung einer zusätzlichen Druckleitung vom Rathaus bis zum Hochbehälter Tierstein. Der Stadtteil »Heide« bildet ein eigenes Versorgungsgebiet und wird über den 1972 fertiggestellten Hochbehälter »Heidekopf« mit einem Inhalt von 1000 cbm mit Wasser beliefert. 1982 modernisierte die Stadt die Quellfassung beim Luggenlohbrunnen durch den Bau eines kleinen Sammelbehälters und einer Entkeimungsanlage. Der aus dieser Quellfassung bezogene Eigenwasseranteil beträgt immerhin etwa 45%, während 55% vom Zweckverband Landeswasserversorgung zur Einspeisung kommen. Im Durchschnitt der abgelaufenen Jahre betrug die gesamte Wasserförderung der Stadt Oberkochen jährlich annähernd 800 000 cbm.</p>
<h2>Sportstätten:</h2>
<p>Zu einer der vornehmsten Aufgaben der Gemeinden und Städte gehört die Erstellung von Sport- und Freizeitstätten. Der Bau von Sportstätten hängt jedoch weitgehend von den finanziellen Möglichkeiten einer Gemeinde ab, aber auch von der Aufgeschlossenheit der Volksvertreter gegenüber dem Sport. Der Oberkochener Gemeinderat hatte sich beim Bau von Sportstätten nach dem Krieg vorbildlich und großzügig verhalten. Vor dem Krieg waren von privaten oder vereinsinternen Gruppen Bestrebungen im Gange, über einen Sportplatz zu verfügen. Bereits in den Zwanziger Jahren wurden von der Jugend des Turnvereins Oberkochen auf den Gutenbach- und Schwörzwiesen Fußballspiele unter weniger guten Voraussetzungen der Platzbeschaffenheit ausgetragen. Im Jahre 1930 gelang es, ein Gelände südlich der Firma Oppold als Sportplatz anzupachten.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_7 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="696" height="528" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s437.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11813"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Nach dem Kriege stand die Platzfrage wiederum im Vordergrund, da der seitherige Sportplatz inzwischen zu Kleingärten umgewandelt wurde. Durch Vermittlung der Gemeindeverwaltung konnte in den Katzenbachwiesen ein geeignetes Grundstück als Sportplatz angepachtet werden. Anfang der Fünfziger Jahre wurden Überlegungen angestellt, eine großzügige Sportanlage bei der Kreuzmühle zu schaffen. Im Rahmen des ersten Bauabschnitts wurde ein Rasenplatz angelegt, der 1953 in Betrieb genommen wurde. Bei der ständig steigenden Zahl der spotttreibenden Personen reichte dieser Platz nicht aus. Schon im Gesamtausbauplan war auch ein Hartplatz vorgesehen. Er wurde gebaut und 1959 übergeben. Zwei Jahre später wurden in einem weiteren Bauabschnitt die Aschenbahn und die leichtathletischen Anlagen erstellt. Unbefriedigend waren die bestehenden Umkleideräume und die sanitären Einrichtungen im Untergeschoß des Clubhauses. Über den Bau eines neuen Umkleidehauses wurde lange diskutiert. Dabei war die Frage akut, ob damit gleichzeitig eine Tribüne erstellt werden sollte. Bei sehr hart geführten Debatten im Gemeinderat wurde schließlich 1972 mehrheitlich beschlossen, die Tribüne zu erstellen und darunter die Umkleide- und Sanitärräume unterzubringen. 1973 waren die Arbeiten abgeschlossen. Im Zuge dieser Maßnahme wurde gleichzeitig das Kleinspielfeld angelegt. Kritik gab es häufig deshalb, weil nur ein Rasenspielfeld im Blick auf die zahlreichen ballsporttreibenden Mannschaften zur Verfügung stand. Die Stadt war grundsätzlich bereit, einen weiteren Rasenplatz anzulegen. Allerdings standen zunächst erhebliche wasserwirtschaftliche Bedenken im Raume, die schließlich beseitigt werden konnten. 1983 genehmigte der Gemeinderat den Bau eines weiteren Rasenplatzes, der 1984 fertiggestellt wurde.</p>
<p>Aber nicht nur der Sport im Freien war zu fördern, sondern auch der Hallensport. Bis zum Zweiten Weltkrieg war keine gemeindeeigene Turnhalle vorhanden. Der TVO erstellte 1913 an der Katzenbachstraße eine vereinseigene Halle. Sie wurde nach Kriegsende abgebrochen. Mit der Erweiterung der Dreißentalschule im Jahre 1951 wurde auch die erste kommunale Turnhalle, die Dreißentalhalle, in Betrieb genommen. Ähnlich verhielt es sich mit der Turnhalle beim Gymnasium, die ebenfalls im Zuge des Gymnasiumsneubaues 1962 errichtet wurde. Wie überall im Lande wurde auch in Oberkochen der Ruf nach einer Sporthalle immer lauter. Der Gemeinderat kam auch diesem Wunsche nach und genehmigte schließlich den Bau einer solchen Halle in der »Schwörz«. Die Sporthalle war Ende 1977 fertiggestellt. Mit unserem Kocherstadion hatten wir dieselben Probleme wie beim Hallenbad. Über 25 Jahre alt war die bestehende Anlage total abgenutzt und mußte dringend erneuert werden. Durch den glücklichen Umstand, daß im Jahr 1989 die Carl-Zeiss-Stiftung ihr 100jähriges Jubiläum feierte, war es möglich, aus dem Selbstverständnis und dem Stiftungsstatut heraus für die Bevölkerung der Stadt Oberkochen eine zweckgebundene Spende in Höhe von 3 Mio. DM zu erhalten. Dies war mehr als nur ein Grundstock, um das Kocherstadion völlig neu herstellen zu können. Ein zweites Rasenspielfeld wurde erstellt, die leichtathletischen Anlagen wurden auf den neuesten Stand gebracht mit einer Kampfbahn Typ B, mit Rasenspielfeld und sanierter Tribüne. Sämtliche leichtathletische Anlagen sind überwiegend in doppelter Ausstattung vorhanden. Ein neuer Kunstrasenplatz wurde genauso geschaffen wie ein völlig neues Umkleidegebäude einschließlich Neugestaltung des Stadioneingangsbereiches. (Initialzündung für die völlige Neugestaltung des Kocherstadions war eine Spende von Carl Zeiss-Stiftung anläßlich des 100jährigen Jubiläums). Mit den nunmehr vorhandenen Sportstätten dürfte eine mehr als ausreichende Grundlage vorhanden sein, den Breiten- und den Spitzensport in Oberkochen in gewünschtem Umfange ausüben zu können.</p>
<h2>Sonstige städtische Einrichtungen:</h2>
<p>Neben den bereits vorgestellten Einrichtungen verfügt Oberkochen auch noch über weitere öffentliche Einrichtungen, die von ihrer Größe und von ihrem Umfang her nicht so bedeutend sind. Zu erwähnen wären darunter die Märkte. Oberkochen erhielt bereits 1816 das Marktrecht zur Abhaltung von jährlich zwei Vieh- und Krämermärkten. Erhalten blieb bis heute jedoch nur der Pfingstmontagmarkt. Seit 1961 besteht auch der Wochenmarkt, der sich eines regen Zuspruches erfreut. — Im Rahmen der Volkshochschule werden Fortbildungskurse sowie Seminare und Vorträge auf den verschiedensten wissenschaftlichen und musischen Bereichen angeboten. — Eine wichtige Einrichtung im weiteren Sinne ist auch das seit 1953 herausgegebene Amtsblatt »Bürger und Gemeinde«, das fast sämtliche Haushaltungen abonnieren. Die Bürgerschaft wird hier über alle kommunalen Ereignisse ausführlich informiert. — Schließlich seien noch die Kinderspielplätze erwähnt, die in neuerer Zeit auf Grund baurechtlicher Bestimmungen einzurichten sind sowie der Festplatz »Schwörz«, der seit 1982 besteht.</p>
<h3><strong><em>Quellen:</em></strong></h3>
<p>Die Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg hat der Verfasser persönlich miterlebt und viele Angelegenheiten als Fachbeamter für das Finanzwesen bei der Gemeinde Oberkochen selbst bearbeitet. Alle übrigen Hinweise stammen aus Abhandlungen im Amtsblatt »Bürger und Gemeinde« seit dem Jahre 1953.</p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Albert Bahmann †</em></strong><br><strong><em>Bürgermeister Harald Gentsch</em></strong></p></div>
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		<title>Das Gesundheitswesen in Oberkochen</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/das-gesundheitswesen-in-oberkochen/</link>
		
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		<pubDate>Wed, 22 May 2024 08:27:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Seite 416-418 (Eberhard Sussmann)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_3 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Wahrscheinlich gab es in früheren Zeiten auch in Oberkochen eine »Badstub«, denn — warum sollen die Oberkochener es mit der Hygiene nicht genau so gehalten haben wie die Unterkochener!</p>
<p>Im ersten Gültbuch des Amtes Kochenburg von 1337 ist in Unterkochen eine Badstube aufgeführt. Diese Badestuben, so der Chronist, waren Erblehen und deren Betreiber sind über die Jahrhunderte bis 1847 durchweg namentlich bekannt.</p>
<p>Der erste Wundarzt, Franz Sinz, kam 1874 nach Unterkochen und hatte dort bis 1904 eine große Praxis, die sich auf das vordere Härtsfeld und bis Oberkochen erstreckte. Der erste praktische Arzt in Unterkochen, Dr. med. Karl Dischler, besuchte seine Oberkochener Patienten mit dem Pferde. Er war nur kurze Zeit in Unterkochen ansässig und verlegte seinen Sitz nach Heidenheim. Ihm folgte Dr. med. Hans Schmitt, ebenfalls wohnhaft in Unterkochen, der bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges das selbe Gebiet versorgte.</p>
<p>Zur gleichen Zeit um die Jahrhundertwende betreute von Königsbronn aus Dr. med. Liesching ebenfalls Oberkochener Einwohner. Ab 1913 übernahm Dr. med. Lubenau diese Praxis, die sich vom Härtsfeld über das Brenztal hinweg bis Bartholomae und bis in das Kochertal ausdehnte. Er war übrigens der erste Arzt, der Oberkochen per Automobil besuchte.</p>
<p>Seit 1906 besteht in Oberkochen eine Schwesternstation des Franziskanerinnenordens, dessen Mutterhaus in Reute, Oberschwaben, ist. Mit unermüdlicher Einsatzbereitschaft und reicher Erfahrung betreute in der Kriegs- und Nachkriegsnotzeit die allseits sehr geachtete und respektierte Ordensschwester Aspedia die Kranken und Alten des Ortes. In Schwester Raimunda hat der Orden seit 1977 eine sehr tüchtige Nachfolgerin gefunden.</p>
<p>Bis zur Eröffnung der ersten Apotheke in Oberkochen durch den Apotheker U. Irion im Jahre 1950 besorgten als »Apothekerboten« zwei verläßliche Oberkochener Rentner oft zweimal täglich mit der Eisenbahn die Rezepte der Patienten aus den zwei Aalener Apotheken.</p>
<p>Ich kam im Herbst 1944 von der Truppe nach Oberkochen und betrieb nach meinem Dienstschluß im Heidenheimer Wehrmachtslazarett bei den hiesigen Einwohnern eine wohl für alle Teile erfreuliche »Rauchfleisch- und Eierpraxis«. Aber es gab damals für mich auch traurige ärztliche Tätigkeit: Versorgung Schwerverletzter und Bergung von Toten nach Tieffliegerangriffen auf den Ort, den Bahnhof und auf Eisenbahntransporte. Am Kriegsende ordnete die amerikanische Militärbehörde an, daß ich die ärztliche Versorgung der damals etwa 1000 Fremdarbeiter in den Betrieben Oberkochens zu übernehmen habe. Als weitere Folge ergab sich daraus im Juni 1945 meine offizielle Niederlassung als erster Arzt in Oberkochen.</p>
<p>Der Anfang war — wie überall — schwer. Keine Instrumente, keine Medikamente, bescheidene Praxisräume, kein Fahrzeug. Mit einem geliehenen Motorrad fuhr ich meine ersten Patienten selbst zum Röntgen in die Krankenhäuser nach Aalen und Heidenheim. Anfangs gab es für die Behandlung und Hausbesuche oft noch kein Honorar, dafür aber hin und wieder einen guten Obstler. Bei einem Hausbesuch am Heiligabend wollte ein angesehener, alter Oberkochener Handwerksmeister mir auch Gutes antun. Im Bett liegend sagte er zu seiner Frau: »Mutter, gib dem Doktor einen Schnaps, aber vom Guten!« Mutter holte die Flasche hinter dem Bett hervor, schenkte ein und gab ihn mir. Ich trank und machte wohl ein recht dummes Gesicht. »Schmeckt er nicht, Doktor?« — »Nein!« — »Laß mal probieren, Mutter!« — »Heideblitz, du hast dem Doktor ja vom Weihwasser eingeschenkt!«</p>
<p>Bereits 1946 ließ sich ebenfalls vom Kriegsdienst entlassen, aus dem Sudetenland stammend, Dr. L. Borst als zweiter Arzt in Oberkochen nieder.</p>
<p>In den Nachkriegsjahren gehörte die Leitung der Hausgeburten noch generell zur Aufgabe eines praktischen Arztes mit Geburtshilfe. Eine Tätigkeit, die bei uns Ärzten oft mit viel zusätzlichem Einsatz aber auch mit Freude verbunden war. Ich erinnere mich an eine Nacht, in der im Altenteil des Geburtshauses, also in der gleichen Familie, ein langes Leben friedlich verlosch und fast gleichzeitig ein junges munter schreiend in die Welt trat. So leisteten wir damals zusammen mit der schon hochbetagten Hebamme Holz und ab 1948 mit ihrer Nachfolgerin Frau Hauber jährlich bei ca. 120 Hausgeburten in Oberkochen ärztliche Hilfe.</p>
<p>Als erste Zahnärztin in Oberkochen eröffnete Frau E. Gebert aus Danzig kommend 1948 ihre Praxis. Die Familientradition wird jetzt durch den Sohn, Dr. med. dent. H. Gebert seit 1952 und bereits durch den Enkel, Dr. med. dent. F. Gebert fortgesetzt.</p>
<p>Dr. med. dent. E. Meyer praktizierte von 1950 bis zu seinem Tode 1965. Zahnarzt H. Mangold war von 1965 bis 1973 hier tätig. Zahnarzt K.M. Riede praktiziert seit 1955. Dr. med. dent. D. Klemen ist seit 1967 in Oberkochen niedergelassen.</p>
<p>Im Jahr 1964 eröffnete Apotheker W. Mögel in Oberkochen die Kochertalapotheke.</p>
<p>Mit dem explosiven Wachstum des Ortes erfolgten auch weitere Arztniederlassungen. Als nächster Arzt eröffnete Dr. J. Jordan aus dem Sudetenland kommend 1950 seine Praxis. Ihm folgte 1956 das Arztehepaar, Drs. A. und M. Schwarz. Herr Assmuss war von 1966 bis 1981 hier niedergelassen. Dr. G. Osang praktizierte von 1969 bis 1973. Dr. F. Busch war als Internist von 1972 bis 1985 hier tätig. Alle bisher aufgeführten Ärzte haben mittlerweile ihre Praxis aus Altersgründen aufgegeben.</p>
<p>Zum jetzigen Zeitpunkt praktiziert in Oberkochen bereits die zweite Ärztegeneration. Es sind:<br>Dr. H. Brennenstuhl, Allgemeinarzt, niedergelassen seit 1974.<br>Dr. R. Borst, jun., Allgemeinarzt, niedergelassen seit 1977.<br>Dr. K. Holtz und A. Möhrle, Allgemeinärzte in Gemeinschaftspraxis, niedergelassen seit 1983.<br>Herr F. Rosenberg, Gynäkologe, niedergelassen seit 1984.<br>Dr. G. Joka, Internist, niedergelassen seit 1985.</p>
<p>Neben der Krankenstation des Katholischen Schwesternhauses, die mit dem kath. Krankenpflegeverein verbunden ist, besteht auch ein ev. Krankenpflegeverein. In ihm war Schwester Angelika von 1968–85 segensreich tätig. Jetzt leisten Schwester Ruth und Schwester Silvia pflegerische Hilfe. In nächster Zeit wird auf gemeinschaftlicher Basis eine Krankenpflegestation eingerichtet, in der ältere, vor allem alleinstehende Patienten statt im Krankenhaus hier ärztlich betreut werden können.</p>
<p>Im Juni 1932 gründeten hilfsbereite Bürger unter der Leitung von Paul Uhl in Oberkochen eine Sanitätskolonne. Die damalige Aus- und Weiterbildung erfolgte anfänglich noch in den Wohnungen der Männer. Daraus entstand der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes unter dem jetzigen Vorsitzenden Schönherr. Das DRK ist mit seiner aktiven Bereitschaft unter der Leitung von Wolfgang Kroh bei Unfällen, Notständen, Ausbildung in Erster Hilfe, Blutspendeaktionen, Altenbetreuungen u.s.w. mit viel selbstlosen Einsatz tätig. Hiesige Ärzte arbeiten seit 1945 im DRK, betreuen seit 1956 die hiesige Versehrtensportgruppe, machen sportmedizinische und flugmedizinische Untersuchungen und Beratungen.</p>
<p>Mit der Entwicklung Oberkochens vom Dorf zu einer weit über die Grenzen bekannt gewordenen Stadt ist gleichzeitig das Gesundheitswesen gewachsen. So ist auch das ärztliche Wirkungsspektrum laufend breiter geworden. Wie sich die Medizin von der kurativen, d.h. der heilenden immer mehr auf die praeventive Versorgung des Menschen ausrichtet, so reicht jetzt die ärztliche Tätigkeit von der Mutterschaftsberatung, der Säuglingsvorsorge, der sportmedizinischen Betreuung und anderen Vorsorgeuntersuchungen und ‑beratungen über die notwendige Behandlung von Krankheiten bis zur Rehabilitation der Patienten und der geriatrischen Betreuung älterer Menschen. Dazu wollen wir Ärzte Helfer und Heiler sein.</p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Eberhard Sussmann</em></strong></p></div>
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		<title>Dienstleistungseinrichtungen</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/dienstleistungseinrichtungen/</link>
		
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		<pubDate>Wed, 22 May 2024 08:26:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Seite 403-415 (Dietrich Bantel, Kurt Seidel)]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Postgeschichte Oberkochens</h2>
<p><strong>Vorgeschichte des Postwesens</strong><br><strong>bis 15. Jahrh.</strong><br>Verschiedene Systeme von Botenwesen. Kein geordnetes Zusammenwirken. (Keine Privatpost im heute üblichen Sinn)</p>
<p><strong>15. Jahrh.</strong><br>Grafen von Württemberg verlangten Botenleistungen als Frondienste. Außerdem landesherrliche Botengänger, reitende Boten.</p>
<p><strong>um 1600</strong><br>Unter den Herzögen Ludwig und Friedrich I. bekam das landesherrliche Botenwesen postmäßigen Charakter. Von Stuttgart aus wurden fünf Botenkurse eingerichtet. Der Oberkochen am nächsten liegende ging durchs Remstal nach Ellwangen und Ansbach. Landkutschen für Personenbeförderung</p>
<p><strong>1700–1806</strong><br>Ausbreitung der Reichspost — Errichtung von Taxisschen Postkursen und Postämtern</p>
<p><strong>1806–1819</strong><br>Vorübergehende Verwaltung der Posten als Lehen (Postlehensvertrag)</p>
<p><strong>1851–1920</strong><br>Württ. Post- und Telegraphenwesen in Staatsverwaltung. (Einbeziehung der Einrichtungen von Thurn und Taxis in die Verwaltung des württ. Staates 1.7.1851).</p>
<p><strong>1855</strong><br>Beginn einer selbständigen Postgeschichte in Oberkochen</p>
<h3>Postgeschichte Oberkochens ab 1855</h3>
<p><strong>1855</strong><br>Amtsblatt der K.-Württ. Verkehrsanstalten Nr. 8/1855 (15.2.1855):</p>
<p>Vom 1.3.1855 an wird die Gemeinde Oberkochen, Oberamt Aalen, mit Kreuzmühle, Schlackenwäsch, Öl-und Schleifmühle sowie Ziegelhütte dem Zustellbezirk der Postexpedition Königsbronn zugeteilt.</p>
<p><strong>1862</strong><br>Im Pfarrdorf Oberkochen wird eine Postablagestelle errichtet, die dem Postamt Aalen zugeteilt ist. Eine tägliche Landpostbotenverbindung wird hergestellt.</p>
<p><strong>1864</strong><br>Für Oberkochen wurde der Bahnmeister und Postexpeditor Honold bestimmt.<br>Mit der Betriebseröffnung der Eisenbahnstrecke Aalen-Heidenheim wird die Postablage in Oberkochen in eine Postexpedition umgewandelt.</p>
<p><strong>1875</strong><br>In Oberkochen wird eine Telegraphenstation mit vollem Tagesdienst für den allgemeinen Verkehr eröffnet (26. Juni 1875).</p>
<p><strong>1876</strong><br>Für die Postexpedition tritt die Bezeichnung Postamt</p>
<p><strong>1886</strong><br>Stationsmeister und Postexpeditor Bubeck in Oberkochen wird in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger ist Stationsmeister und Postexpeditor Danner.</p>
<p><strong>1892</strong><br>Das Postamt Oberkochen wird in eine Postagentur umgewandelt und dem Abrechnungspostamt Aalen zugeteilt.</p>
<p><strong>1903</strong><br>Am 20. Februar wird im Gasthaus zum Hirsch in Oberkochen eine Fernsprechanstalt mit öffentlicher Fernsprechstelle in Betrieb genommen.</p>
<p><strong>1908</strong><br>21. März: In Oberkochen wird der Eisenbahndienst vom Postdienst getrennt. Gleichzeitig vereinigen sich Postdienst und Fernsprechdienst. Der Telegraphendienst bleibt bei der Eisenbahn, tritt aber in ein Abrechnungsverhältnis zum Postamt Aalen.</p>
<p><strong>1921</strong><br>1. September: Der Telegraphendienst für den öffentlichen Verkehr geht auf die Postagentur Oberkochen über.</p>
<p><strong>1927</strong><br>Verhandlungen bezgl. Unterbringung der bisher in der Heidenheimer Straße im Gebäude nördl. neben »Bacchus« untergebrachten Postagentur (Posthalter Späth) im Gasthof »Hirsch« scheitern, — deshalb Neuplanung eines eigenen Postgebäudes beim Bahnhof. Begründung: u.a. Überdurchschnittlicher industrieller Paketausgang. (»Alle zur Aufgabe gelangenden Geschäftspakete enthalten Bohrer.«)</p>
<p><strong>25.10.1929</strong><br>Abnahme des Neubaus des Postgebäudes Bahnhofstraße 9 siehe weiter hinten: Abnahmebericht v. 25.10.1929.</p>
<p><strong>28.9.1953</strong><br>Anbau an das bestehende Postgebäude Richtung Heidenheimer Straße, baurechtliche Genehmigung für die Errichtung eines Schalterraums und eines Schaltervorraums. Errichtung 53/54.</p>
<p><strong>Dez. 1969</strong><br>Planung eines großen Erweiterungsbaus in der Bahnhofstraße Richtung Dr. Sussmann.</p>
<p><strong>1972</strong><br>Errichtung des Erweiterungsbaus, bestehend aus dem Einbau einer Postfachanlage im Altbau, Packerei, Raum für Briefeingang und Verladerampe</p>
<p><strong>21.5.1974</strong><br>Inbetriebnahme der Ortsvermittlung</p>
<p><strong>3.3.1975</strong><br>Der Neubau des Postamts Oberkochen wird in Betrieb genommen.</p>
<p><strong>17.7.1979</strong><br>Erweiterung (bereits 1974 geplant) der Ortsvermittlung</p>
<p style="text-align: center;"><em>Abschrift!</em></p>
<p style="text-align: center;">Verhandelt, den 25. Oktober 1929<br>zu Oberkochen</p>
<p style="text-align: center;">Anwesend: Postrat Dr. Reichert,<br>von der Oberpostdirektion Postbaurat Oßwald, Vorstand des<br>Postbauamts Stuttgart,</p>
<p style="text-align: center;">Architekt Henes in Aalen,<br>als örtlicher Bauleiter<br>Postamtmann Schmidt,<br>Vorstand des Postamts Aalen.</p>
<p>Die oben bezeichneten Vertreter der Oberpostdirektion haben heute das neuerstellte Postgebäude in Oberkochen dem bauleitenden Architekten abgenommen.</p>
<p>Das Gebäude, das unter I Nr. 34 im Grundbesitzverzeichnis der Deutschen Reichspost eingetragen ist, wird an den Vorstand des Postamts Aalen übergeben.</p>
<p><strong>Dabei wurde folgendes festgestellt:</strong></p>
<ol>
<li>Die im Schaltertisch eingebaute Wertkassette ist festzuschrauben.</li>
<li>Am Stempeltisch ist das Stempelkissen besser zu unterlegen.</li>
<li>An der Aborttüre im Erdgeschoß ist zur Vermeidung des Anstoßens an den Minimaxapparat ein Gummipuffer anzubringen.</li>
<li>Der künftige SA-Raum ist sowohl an der Decke als auch an den Wänden mit Ölfarbe gestrichen, während ein solcher Anstrich auf 2 m Höhe an den Wänden genügt hätte.</li>
<li>Im Massenschalter ist die Holzbrüstung durch eine Winkelschiene gegen Anstoßen zu schützen.</li>
<li>Die Beleuchtungskörper für die Allgemeinbeleuchtung in der Schalterhalle und im Betriebsraum sind zu groß, auch hätte eine geringere Anzahl von Brennstellen genügt; der Zustand kann jedoch belassen werden.</li>
<li>Die Schlösser an den Türen im Untergeschoß sind vom Schlosser kostenlos in Ordnung zu bringen.</li>
<li>a) Die gequollene Türe zum Kohlenraum ist nachhobeln zu lassen;<br>b) in diesem Raum ist die zu starke Glühbirne gegen eine solche mit geringer Kerzenstärke auszuwechseln.</li>
<li>Am Massenschalter wird über Kälte geklagt; Abhilfe könnte nur durch größere, verhältnismäßig hohe Kosten verursachende Maßnahmen getroffen werden, welche im übrigen auch architektonisch unbefriedigende Verhältnisse ergeben würden, zunächst wird daher von einer Änderung abzusehen, vielmehr darauf zu achten sein, daß das Abladegeschäft tunlichst schnell erledigt wird.</li>
<li>An der Sprechzelle im Windfang ist ein Emailschild »Telephonsprechzelle« angebracht; derselbe ist zu entfernen und durch den Maler »Fernsprecher« aufmalen zu lassen.</li>
<li>Am freistehenden Schreibpult in der Schalterhalle ist noch eine Versteifung anzubringen, um das Wackeln des Pultes zu verhindern.</li>
<li>In der Wohnung im 1. Stock hat sich das Linoleum an mehreren Stellen geworfen, weshalb es nachgelegt werden muß.</li>
<li>Die Treppe vom 1. Stock zum Dachraum ist in Eichenholz ausgeführt, während eine tannene Treppe genügt hätte.</li>
<li>Im Arbeiterraum ist für bessere Lüftung durch mögl. häufiges Öffnen des Fensters zu sorgen, auch ist das Schürloch am Ofen offen zu lassen, wenn nicht geheizt wird, damit ein möglichst häufiger Durchzug entsteht.</li>
<li>Am Äußern des Gebäudes ist über der Dienststundentafel noch ein gelber Postschild mit Hoheitszeichen anbringen zu lassen.</li>
<li>An der Südwest- und Südostseite ist im Anschluß an den von der Gemeinde hergestellten Gehweg ebenfalls ein solcher herzustellen; die Abschrankung an der Bahnhofstraße ist außerdem etwas abzuschrägen, nachdem die Auffüllung im Anschluß an diejenige des Nachbargrundstücks erbreitert ist.</li>
<li>Allgemein ist zu bemerken, daß das Gebäude sowohl am Äußern, als auch im Innern gut durchgebildet und planmäßig ausgeführt ist; auch der Bahnhofvorplatz hat durch die geschmackvolle Durchbildung und Farbwirkung erheblich gewonnen.</li>
</ol>
<p>(gez) Oßwald PBR<br>(gez) Schmidt PAmtm<br>(gez) Dr. Reichert PR<br>(gez) Henes Arch.</p>
<h3><strong><em>Quellen:</em></strong></h3>
<p>Vorgeschichte: Dietrich Bantel nach Unterlagen der OPD Stuttgart<br>Postgeschichte Oberkochen bis 1921: Girulat, PA Aalen, Abt. Öffentlichkeitsarbeit</p>
<p>Postgeschichte Oberkochen ab 1927: Dietrich Bantel nach Unterlagen aus Bauakten der Stadt Oberkochen in Zusammenarbeit mit Manfred Höflacher</p>
<p>Unterlagen aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg (St AL, E 78 II Bü 740 bzw. E 78 Bü 397)</p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Dietrich Bantel</em></strong>&nbsp;</p>
<h2>Wie die Eisenbahn nach Oberkochen kam</h2>
<p>Die systematisch aufgebaute und kritische Stadtgeschichte von Oberkochen muß auch die Entwicklung der Verkehrserschließung gebührend berücksichtigen. Schließlich bildete diese Tatsache wesentliche Voraussetzungen für die Gunst des Standorts und dessen weitere wirtschaftliche Entwicklung in der Folgezeit.</p>
<p>Die Geschichte der Eisenbahn in und um Oberkochen, genau genommen in den Tälern von Kocher und Brenz zwischen Aalen und Heidenheim, datiert nicht erst von dem Tage an, da das erste Dampfroß in Oberkochen empfangen werden konnte. Das Jahr, in dem die ersten Bestrebungen für einen Anschluß an den Schienenweg bekannt wurden, war bereits 1835.</p>
<p>Von den ersten Initiativen bis zur Erfüllung des Wunsches, an dem Band der länder- und völkerverbindenden Schienen angeschlossen zu werden, bedurfte es immerhin noch eines Zeitraumes von 29 Jahren. Dieser Rückblick auf die Eisenbahngeschichte »rund um Oberkochen« soll diese Dinge ins Gedächtnis zurückrufen. Das damalige Königreich Württemberg wurde durch das Beispiel seiner Nachbarstaaten angespornt. Nach vorbereitenden gründlichen Inspektionsreisen einheimischer Techniker nach Belgien und auf die Britischen Inseln reiften allmählich brauchbare Pläne heran. Durch das englische Beispiel angeregt, wurde zunächst an Kanalpläne gedacht und angeknüpft. Eine aus Beamten und technischen Fachkräften sich zusammensetzende Kommission hatte über die Ergebnisse der verschiedenen Exkursionen zu beraten. Diese Experten befürworteten dann im Jahre 1834 die Anlage einer »Eisenbahn von Stuttgart durch das Rems‑, Kocher- und Brenztal nach Ulm und von da aus an den Bodensee«.</p>
<p>Die entsprechenden und entscheidenden Impulse für die Entwicklung des geplanten Eisenbahnbaues bildeten ohne Zweifel die zielstrebige Initiative der Stadt Ulm.</p>
<p>Das dortige Bürgerkollegium, das sich vornehmlich aus Angehörigen des örtlichen Handelsstandes zusammensetzte, schnitt in einer Sitzung vom 22. September 1835 erstmals die Eisenbahnfrage an. Das Fazit dieser Sitzung war schließlich eine Resolution, in der mit allem Nachdruck gefordert wurde, daß die Stadt bei den in Aussicht stehenden Planungen unter allen Umständen gebührend berücksichtigt werden solle. Ulm sei über Jahrhunderte ein bedeutsamer Handelsplatz gewesen und möchte diese Stellung auch in Württemberg wieder erlangen. Noch im Dezember 1835 konstituierte sich die »Ulmer Eisenbahn-Gesellschaft«. Am 21. Dezember wurde das Direktorium dieser Gesellschaft gewählt. Sekretär wurde Dr. Dietrich Konrad Haßler. In dieser Eigenschaft verfaßte er ein Schreiben an den Rat der Stadt, das vom 26. Dezember datierte.</p>
<p>Für Ulm, »die in ihrem Wohlstand tief gesunkene Stadt«, so meinte Haßler, »sei die Eisenbahnfrage in der Tat eine Lebensfrage. Nur durch einen Eisenbahnanschluß kann Ulm wieder zu seiner früheren Bedeutung gelangen.« Sein engagiertes Eintreten für die Idee führte folgerichtig zu einem Ratsbeschluß, der spontan für den Bahnbau eine Summe von fl. 100 000, gestückelt in 1000 Aktien, aus der Stadtkasse zusicherte. Daran war allerdings eine grundlegende Bedingung geknüpft. Die Bahn sollte grundsätzlich über Plochingen, Göppingen und Geislingen führen. Die Stadt und das Direktorium verstanden es trefflich, die an dieser Route gelegenen Städte und vor allem Oberschwaben für diese Ziele zu interessieren und zu gewinnen. Dieser Umstand war für die weitere Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Sie sollte bei den nun folgenden Auseinandersetzungen immer wieder in die Waagschale geworfen werden. Das Bestreben der Stadt Ulm, die sich hier einig mit dem Rat und der ganzen Bevölkerung wußte, die Bedeutung verflossener Zeiten wieder zu gewinnen, war sogar ausschlaggebend für die zukünftige württembergische Verkehrspolitik. In Stuttgart wurden die Aktivitäten mit Aufmerksamkeit verfolgt und auch, was Anfangs- und Endpunkt betraf, unterstützt, galt es doch in erster Linie auch, die vielen immer noch offenen Ressentiments gegen Württemberg seit der Besitzergreifung im Jahre 1810 abzubauen oder mindestens zu mildern. Unabhängig davon hatte sich in Stuttgart eine Interessengemeinschaft gebildet, deren Ziel zunächst ein Bahnbau von Stuttgart an den Neckar nach Berg und anschließend nach Cannstatt war. Von diesem ursprünglichen mehr lokalen Vorhaben verfolgte dieser Kreis dann ein weitgespanntes Projekt. »Es sollte eine Eisenbahn durch Württemberg, von Heilbronn über Stuttgart nach Ulm und Friedrichshafen gebaut werden. Damit stimmte man, was die Endpunkte einer zu erbauenden Bahn betraf, mit den Vorstellungen überein, die eine in Ulm gegründete Gesellschaft entwickelt hatte. Über die Streckenführung gingen die Meinungen allerdings auseinander. Präferierten die Stuttgarter den Bau durch das Rems- und Brenztal, so wünschten die Ulmer eine Bahn in Neckar- und Fils-Tal mit der besondere bautechnische Schwierigkeiten bereitenden Albüberquerung bei Geislingen.«</p>
<p>Um diesen Streitpunkt eingehend zu besprechen und bei den gemeinsamen Zielen, der Eisenbahn etwas näher zu kommen, kam es nach vorangegangenen Sondierungsgesprächen mit Termin vom 3. Januar 1836. Die logische Folge dieser Zusammenkunft bildete schließlich die Fusion der beiden Interessengruppen unter der neuen Bezeichnung »Württembergische Eisenbahngesellschaft«. Unter diesem Namen trat sie fortan vor die Öffentlichkeit. Immerhin wurden in der Folgezeit Aktien von 9,5 Millionen Gulden gezeichnet. Die staatliche Konzessionserteilung, mit der die Interessenten fest gerechnet hatten, blieb aber aus. Das hatte zur Folge, daß sich verschiedene Geldgeber zurückzogen, zudem bald klar wurde, daß das angesammelte Aktienkapital niemals für die Verwirklichung des anspruchsvollen Vorhabens ausreichen würde.</p>
<p>Die Stuttgarter Instanzen hatten richtig erkannt, daß das Projekt am besten in den Händen des Staates aufgehoben sei. Somit kam es zur Liquidation der Gesellschaft zum 31. Mai 1838. Die systematischen Vorarbeiten machte sich der Staat immerhin zunutze. Klar war schon in jenen Tagen, daß bei württembergischen Planungen privatwirtschaftliche Interessen und Spekulationen nichts verloren hätten und somit für den Bau von Eisenbahnen nur das Staatsbahnprinzip in Frage kommen könne.</p>
<p>Oberbaurat Bühler und Staatsrat Seeger wurden 1836 auf staatliches Geheiß damit beauftragt, zwei Projekte im Detail auszuarbeiten. Für die Verbindung von Stuttgart nach Ulm wurden grundsätzlich zwei Varianten bearbeitet, die eine über das Neckar- und Filstal, die andere von Cannstatt über Schorndorf, Gmünd, Aalen, Heidenheim und Sontheim nach Ulm.</p>
<p>Die ausgearbeiteten Varianten wurden bald eine Diskussionsgrundlage. Fachleute von internationalem Ruf wurden dann damit betraut, die Projekte eingehend zu begutachten. Damit wurde immerhin der Weg zu einer baldigen Verwirklichung geebnet.</p>
<p>Aus Wien wurde zur kritischen Überprüfung und Begutachtung ein bekannter Eisenbahnbauer, der Generaldirektor der Kaiser Ferdinands-Nordbahn und der Wien-Gloggnitzer Bahn, Alois von Negrelli, nach Stuttgart berufen.</p>
<p>Das von ihm erstellte Gutachten wurde von einer Sonderkommission kritisch überprüft. Über das Resultat hatte sie der Kammer Bericht zu erstatten. Das Ergebnis verlief positiv und beide Kammern sandten die Beschlüsse vom 22. März 1843 an den königlichen Geheimrat. Die bald darauf folgende Antwort war ein »königliches Sanktions-Reskript, auf die Beschlüsse der Ständeversammlung zu dem Entwurf des Eisenbahngesetzes« vom 3. April 1843.</p>
<p>Das erwähnte Gesetz enthält als wichtigsten Punkt das Staatsbahnprinzip, wenn es im Satz 1 heißt, »Es ist Aufgabe des Staates, die Hauptbahn des Landes als unmittelbares Staatsunternehmen zu bauen«.</p>
<p>Damit nun aber alles in Ordnung gehen solle, wurde in der Person des international anerkannten Zivilingenieurs Charles Vignoles aus London ein weiterer Gutachter bestellt. Sein Resultat sprengte den Rahmen und füllte drei Folianten. Da diese Erkenntnisse eher einer Enttäuschung entsprachen, wurde als dritter und letzter Gutachter Ludwig Klein aus Wien berufen. Ihm wurden noch Karl Etzel aus Wien und Michael Knoll aus Stuttgart beigegeben.</p>
<p>Klein vertrat bei den ständigen Kontroversen den beachtenswerten Standpunkt, auch wenn an der Führung der ersten Eisenbahn des Landes durch Filstal nichts mehr zu ändern sei, so scheine es doch zweckmäßig und sinnvoll zugleich, ein Gegenprojekt zu erstellen. Das hatte erfreulicherweise zur Folge, auch den Weg auch die Täler von Rems, Kocher und Kreuz nach Ulm zu bearbeiten. Somit wurden die Eisenbahnpläne mit staatlicher Förderung trotz der Enttäuschung, nicht an der ersten Eisenbahn des Landes teilhaben zu können, gutgeheißen, denn die Sache kam wieder in das Gespräch.</p>
<p>Durch den Entschluß im Königreich Bayern, auf einen Anschluß und Übergang zu Württemberg in Nördlingen zu drängen, wurde stark für den Bau der Remsbahn in Richtung zu dieser benachbarten Bahn agiert. A. W. Beyse, »Civilingenieur und Architekt aus Cöln«, hatte im Auftrag der Anrainer des Brenz- und Remstales ein Gutachten angefertigt.</p>
<p>Die Baujahre der ersten Eisenbahnen in Württemberg datieren zwischen 1845 und 1853. Die Bahnen der ersten Zeit hatten sich durch eine günstige Finanzlage und gute Renditen ausgezeichnet. Dieser Umstand hatte schon bald zur Folge, daß Oberbaurat Gaab beauftragt wurde, unmittelbar mit weiteren Vorarbeiten zu beginnen und nachstehend aufgeführte Projekte zu entwickeln:</p>
<ol>
<li>Lonsee-Heidenheim-Aalen-Wasseralfingen,</li>
<li>Plochingen-Reutlingen-Rottenburg,</li>
<li>Eislingen-Gmünd-Aalen-Wasseralfingen.</li>
</ol>
<p>Das »Lonsee-Projekt« verdient bei der Eisenbahngeschichte von Oberkochen besondere Aufmerksamkeit. Dieser Schienenweg sollte von der »Ostbahn« Stuttgart-Ulm in Lonsee abzweigen und in seinem Verlauf über Weidenstetten, Altheim und Heldenfingen die Ulmer und Heidenheimer Alb überqueren und anschließend ab Heidenheim im Brenztal und ab Oberkochen dem oberen Kocher entlang in Richtung Aalen und Wasseralfingen führen. Der Hauptzweck war die Anbindung der Standorte der Eisenindustrie wie Heidenheim, Königsbronn, Unterkochen und Wasseralfingen. Wenn auch der Bereich zwischen Heidenheim und Aalen einen unumstrittenen Anspruch auf Anbindung an den neuen Schienenweg hatte, so konnte das für die Heidenheimer Alb weniger gesagt werden. Diese Bedenken schlugen sich auch in den Debatten vor der Kammer der Abgeordneten nieder.</p>
<p>In den eingehenden Beratungen vor den Ständen kam das Lonsee-Projekt sehr schlecht weg. Besonders die Herren von Varnbüler und Moriz Mohl machten aus ihrer Abneigung gegen dieses Vorhaben keinen Hehl. Mohl gab deutlich zu verstehen, daß sich nur in den Gegenden Bahnen lohnten, in denen ein großes Verkehrsaufkommen zu erwarten sei. Bei einer in Lonsee abzweigenden Bahn könne von diesem erforderlichen Aufkommen keine Rede sein. So wurde der Abschnitt von Lonsee über die Alb am 14. März 1857 aus der Vorlage gestrichen und hatte somit keine Aussicht mehr auf eine Berücksichtigung.</p>
<p>Stattdessen wurde die Strecke von Plochingen nach Rottenburg, die Grundlage der Oberen Neckarbahn, aus den »wichtigsten volkswirtschaftlichen und staatlichen Gründen« der Regierung zum Bau empfohlen. Damit wurde der zweite Bauabschnitt der württembergischen Staatseisenbahnen und die länger anhaltende Bauphase in die Wege geleitet und begonnen.</p>
<p>Die Regierung war sich im Jahre 1857 bereits darüber im klaren, daß eine Erweiterung des Schienennetzes unbedingt notwendig wäre. Es kam zu jener bekannten »Zukunftskarte über württembergische Eisenbahnen«, in welcher neben den bestehenden und den projektierten Bahnen auch solche eingezeichnet waren, »deren Bau in späterer Zeit, nach Zulassung der Umstände, in der einen oder anderen Richtung etwa möglich oder zu empfehlen sein dürfte.« Drei Systeme waren es, das des oberen Neckar, das der Bahnen zwischen Stuttgart, Nördlingen und Ulm und das der Hohenloher Bahnen. Den Ständen wurde noch im Jahre 1858 eine diesbezügliche Gesetzesvorlage eingebracht. Aus ihren Beratungen, in denen im allgemeinen dem Regierungsentwurf zugestimmt wurde, ging schließlich das »Gesetz (A) vom 17. November 1858, betreffend die weitere Ausdehnung des Eisenbahnnetzes«, hervor. Dieses sah folgendes Bauprogramm vor:</p>
<ol>
<li>von Heilbronn, dem Endpunkt der Nordbahn aus, über Öhringen und Hall nach Crailsheim;</li>
<li>von Crailsheim in südlicher Richtung über Heidenheim bis zur Ostbahn;</li>
<li>von Heilbronn an die badische Grenze gegen Neckarelz;</li>
<li>als Fortsetzung der oberen Neckarbahn von Reutlingen nach Rottenburg und sodann durch das Flußgebiet des oberen Neckar über Rottweil gegen die Landesgrenze;</li>
<li>im Anschluß an die Ostbahn vom Filstal oder von Cannstatt aus in nördlicher Richtung über Gmünd und Aalen gegen Nördlingen.</li>
</ol>
<p>Somit bildete nach einigen Jahren Ruhepause die aus Richtung Plochingen kommende Teilstrecke den ersten Bahnbau der mit dem Jahre 1859 einsetzenden weiteren Bauperiode, die sich dann in der Folge bis zu dem Jahre 1864 erstreckte. Sie war darauf ausgerichtet, weitere Teile des Königreiches an den Schienenweg anzuschließen, die es auf Grund ihrer wirtschaftlichen und sonstigen Bedeutung verdienten. Mit dieser systematischen Erweiterung war neben der binnenländischen Erschließung und der Anbindung an die Landesmetropole auch an verschiedene weitere Übergänge an die Nachbarländer gedacht worden.</p>
<p>Für den Anschluß des Heidenheimer Raumes an das Schienennetz war die Eröffnung der Remsbahn grundlegende Voraussetzung. Als am 25. Juli 1861 die erste Teilstrecke Cannstatt-Wasseralfingen über Waiblingen, Schorndorf, Schwäbisch Gmünd und Aalen feierlich eröffnet wurde, konnten auch die Voraussetzungen zum Bahnbau von Aalen aus geschaffen werden. Die Herstellung des Anschlusses der 2. Teilstrecke Wasseralfingen — Nördlingen an Bayern konnte auf Grund eines beiderseitigen Staatsvertrages erreicht werden. Allerdings knüpften die bayerischen Vertragspartner daran eine Bedingung, die für die württembergischen Partner sehr hart war und für Heidenheim und sein Umland ernste Schwierigkeiten heraufbeschwören sollte, wovon hier die Rede sein soll. Diese Bedingung war wesentlicher Bestandteil des erwähnten Staatsvertrages und zog für Württemberg verkehrspolitische Konsequenzen nach sich. In § 37 des Vertragstextes wurde zur Bedingung gemacht, »innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Jahren, vom Tage der Eröffnung der Cannstatt-Nördlinger Eisenbahn an, keine Schienenverbindung zwischen dieser und der Cannstatt-Ulmer Eisenbahn herzustellen oder herstellen zu lassen, durch welche die württembergische Bahnlinie von Nördlingen bis Friedrichshafen kürzer würde als die bayerische Bahnlinie von Nördlingen bis Lindau«.</p>
<p>Diese Sperrfrist dauerte vom 3. Oktober 1863, dem Tag der Eröffnung der Teilstrecke Wasseralfingen — Nördlingen, bis zum 2. Oktober 1875. Bayern verstand diese Spanne von zwölf Jahren sinnvoll zu nutzen, um noch bestehende Lücken des eigenen Streckennetzes in der Zwischenzeit zu schließen. Der Bau der Brenzbahn stand, von der ersten Teilstrecke Aalen — Heidenheim abgesehen, unter dem unglücklichen Stern dieser »Brenzbahnklausel«. Der erste Zug der Brenzbahn-Teilstrecke Aalen — Heidenheim, die übrigens nie blockiert wurde und somit auch nie in Frage gestellt war, bildete für Oberkochen wie auch die übrigen Anrainergemeinden einen höchst erfreulichen Anlaß. Der Eisenbahnanschluß von Oberkochen hatte städtebaulich zur Folge, daß die Station in Ostlage der Achse der Ortsstraße errichtet wurde. Zum Zugang zur neuen Station mußten lediglich zwei Häuser entfernt werden und zwar dort, wo heute die Straße zum Bahnhof fast rechtwinklig von der Hauptstraße abzweigt. Über den Tag des ersten Zuges, den 13. September 1864, existiert ein umfangreicher Bericht, den die »Schwäbische Kronik, des Schwäbischen Merkurs zweite Abtheilung«, unter dem 15. September 1864 veröffentlichte. Um dieses Ereignis und die Bedeutung, die man ihm in der Öffentlichkeit beigemessen hatte, richtig zu erfassen, sei dieser Bericht in seinem vollen Wortlaut publiziert. Er lautet:</p>
<p>»Heidenheim den 13. Sept. Der Himmel war uns gestern nicht günstig, aber das Eisenbahneröffnungsfest ist darum doch nicht zu Wasser geworden. Schon in der Frühe verkündeten Kanonen- und Böllerschüsse die Bedeutung des Tages, und die ganze Stadt war mit Ehrenpforten, Kränzen und Fahnen geschmückt. Als besonders schön verziert mag z.B. außer den Bahnhofsgebäuden selbst die Gasfabrik, das K. Forstamtsgebäude, das R. Meeboldsche Haus u.a. genannt werden. Morgens 6 1/2 Uhr ging der erste Zug mit bekränzter Lokomotive und bekränzten Wagen von Heidenheim ab nach Aalen zur Abholung der Festtheilnehmer aus Nördlingen, Bopfingen, Ellwangen, Wasseralfingen u.s.f., der um zehn Uhr in Heidenheim wieder eintraf. Auch alle an der Bahn liegenden Orte waren festlich geschmückt. Die Ankommenden wurden auf dem Bahnhof in Heidenheim mit Musik empfangen, durch die Mitglieder des Festkomites begrüßt und in die Stadt begleitet. Der Hauptzug aber sollte die Gäste aus Stuttgart, Cannstatt, Waiblingen, Kirchheim u.T., Schorndorf, Gmünd, Aalen u.s.f. bringen. Schon unterwegs wurden diese überall begrüßt und mit Musik empfangen, in Oberkochen von Jungfrauen mit Blumensträußen erfreut, in Unterkochen von Fabrikant Ebbinghaus mit Rheinwein etc. erfrischt, in Königsbronn durch die Aufwartung der am Bahnhof aufgestellten (etwa 200) Bergknappen, Veteranen, des Schützenvereins, der Festjungfrauen, und in Schnaitheim durch den Gesang der Schuljugend überrascht. Indessen hatte sich in der Stadt selbst der Festzug geordnet: die Schuljugend mit ihren Lehrern, der Turnverein, ein Zug der Jugendwehr, der Sängerklub, die mit den Farben der Stadt geschmückten Festjungfrauen, Beamte, das Komite und anwesende Gäste, die Schützengesellschaft, bis endlich eine Abteilung der Feuerwehr den Zug schloß. Leider strömte gerade in diesen Stunden der Regen am heftigsten, aber es wollte niemand zurückbleiben, und ganz besonders die Festjungfrauen, welche Blumensträuße überreichen wollten, verdienen für ihre Ausdauer und Aufopferung gelobt zu werden. Der um zwölf Uhr ankommende Zug brachte zahlreiche Gäste. Nach geschehener Begrüßung bewegte sich ein ganzer Wald von Regenschirmen der Stadt zu. Es folgten hierauf die Festessen in den Gasthöfen zum Ochsen, zur Traube und zum Schwanen. Zu der mehr offiziellen Festtafel im Ochsen waren von den Fabrikanten Heidenheims mit großer Liberalität zahlreiche Einladungen ergangen. Bald herrschte hier eine heitere, ungezwungene Stimmung, welche besonders durch eine ganze Reihe von Tischreden belebt wurde. Fabrikant K. Zoeppritz brachte Sr. Majestät dem Könige, der Königin und der K. Familie das erste mit Begeisterung aufgenommene Hoch, Staatsrath v. Sigel trank auf das Wohl der Stadt Heidenheim, Minister v. Linden auf das Wohl der Stände des Königreichs. Präsident Weber gedachte des großen deutschen Vaterlandes. Stadtschultheiß Winter gab einen interessanten Überblick über die industrielle Entwicklung der Stadt und dankte in herzlicher Weise der Staatsregierung, insbesondere dem Chef des Finanzdepartements, der Eisenbahndirektion, den Technikern, namentlich dem Herrn Baurath Morlok, für ihre Thätigkeit, durch welche in dem kurzen Zeitraume von 15 Monaten die Bahn hergestellt worden ist. Dr. Ammermüller brachte sein Hoch der Industrie der Stadt Heidenheim und des Bezirks und den vielen fleißigen Händen in denselben. R(echts-)K(onsulent) Freisleben ließ die anwesenden Mitglieder der Kammer der Abgeordneten, Direktor v. Linden die Fabrikanten Heidenheims, Präzeptor Held von Giengen den künftigen Bahnhof in Giengen leben. Minister v. Linden trank auf die Humanität der leitenden industriellen Häupter und auf die Bildung der Arbeiter. R.K. Hölder gedachte der politischen Seite und trank auf die Industrie des Fortschritts und der Freiheit. Noch viele andere Toaste ernsten und heiteren Inhalts belebten das Mahl. Der weitere Theil des Programms, unsern werthen Gästen die Stadt und den Schloßberg zu zeigen, wurde wegen des leidigen Regens einigermaßen beeinträchtigt. Heute ist der Himmel wieder heiterer, was der heutigen Festfahrt nach Wasseralfingen zugutkam. Mit dieser Eröffnung der Eisenbahn ist nun eine neue Epoche für unsere Stadt angebrochen; möge sie in jeder Beziehung eine glückliche seyn.«</p>
<p>Immerhin konnte mit der Strecke Aalen — Heidenheim der ersehnte Anfang gemacht werden. Die zweite Teilstrecke, der Abschnitt von Heidenheim nach Niederstotzingen über Herbrechtingen und Giengen, wurde am 25. Juni 1875, der daran anschließende Abschnitt von Niederstotzingen bis Langenau am 15. November 1875 eröffnet. Die Reststrecke von Langenau bis Ulm, die zudem bayerische Gebietsteile bei Elchingen durchquert, konnte schließlich kurz nach dem Ablauf der Sperrfrist, am 5. Januar 1876, in Betrieb genommen werden.</p>
<p>Die Brenzbahn ist auf ihrer gesamten Strecke als Hauptbahn mit Planum für ein zweites Gleis ausgeführt worden. Verantwortlicher technischer Leiter für den Bau der gesamten Brenzbahn war Oberbaurat Georg Morlok, der auch schon die Remsbahn erbaut hatte.</p>
<p>Beim Bahnbau waren Bauämter tätig, die ihre Sitze in Königsbronn, Giengen, Brenz und Langenau hatten.</p>
<p>Für die Hochbauten zuständig war das Hochbauamt in Aalen. Die Verwaltungsgebäude der verschiedenen Stationen der Brenzbahn sind schöne Beispiele für Hochbauten der damaligen Staatseisenbahnen, die vom Können ihres Erbauers Morlok Zeugnis ablegen. In Heidenheim hat sich, wenn auch heute zweckentfremdet, noch eine sechsständige Lokomotivremise, ein interessantes technisches Denkmal, erhalten.</p>
<p>Ein Blick auf die Eisenbahnkarte zeigt, daß um Heidenheim herum im Gegensatz zu anderen Gegenden des Landes Baden-Württemberg, Nebenbahnen fehlen. Leider wurde erst sehr spät die Frage einer sinnvollen Erschließung der Heidenheimer Alb durch Nebenbahnen durch eine generelle Projektstudie der Staatseisenbahnen untersucht. Da dies kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges geschah, konnten diese Überlegungen in der Folgezeit nicht mehr weiter verfolgt werden. Erschwert wurde dies noch durch die leidige Tatsache, daß nach der Überführung der Württembergischen Staatseisenbahnen in den größeren Verband der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft zum 1. April 1920 für solche Planungen kein Interesse mehr vorhanden war. Die vorgenannte Studie befaßte sich vor allem mit der Verbindung zwischen Heidenheim und Weißenstein und Gerstetten und Herbrechtingen bzw. Heidenheim mit mehreren Varianten und Kostenberechnungen. Das Dokument ist sehr wertvoll, weil es zeigt, wie man nach sieben Jahrzehnten ernstlich bemüht war, durch Neubaustrecken einen noch unerschlossenen Landstrich mit Schienenwegen auszustatten. Die Entwicklung in dieser Richtung wurde in der Zwischenzeit durch die sprunghaft angewachsene Motorisierung zunichte gemacht.</p>
<p>Der verkehrsgeschichtliche Spaziergang hat uns manche interessanten Entwicklungstendenzen aufgezeigt. Wenn auch die Struktur der heimischen Industrie in Oberkochen eisenbahnmäßig andere Strukturen aufweist als die benachbarten Stationen Unterkochen und Königsbronn, so bilden auch hier die Schienenwege wesentliche Bestandteile einer gesunden Infrastruktur.</p>
<p>Den Belangen der verladenden Wirtschaft kommen die Freiladegleise auf dem Bahnhofsplatz und der kurze Anschluß des Kaltwalzwerkes entgegen. Im Gegensatz zu den Empfangsgebäuden der Bahnhöfe Unterkochen und Königsbronn, die in ihren Fassaden die künstlerische Handschrift eines Georg Morlok verkörpern, ist das Gebäude in Oberkochen durch die unschöne Verkleidung der Außenwände entstellt. Dies ist bedauerlich, zumal auch das Bauwerk in Oberkochen in seiner architektonischen Grundform die gleichen Stilelemente besitzt wie die der Nachbarstationen. Oberkochen ist Schnellzug-Station.</p>
<p>Wenngleich Oberkochen in Ulm und in Aalen an den wichtigen Verkehr angeschlossen ist, so kann die junge Stadt dennoch glücklich sein, nach wie vor an einem wichtigen Schienenstrang zu liegen, der sich auch trotz der vielfältigen Bestrebungen zur »Ausdünnung« und zum »Rückzug aus der Fläche« auch in der Zukunft halten und behaupten wird. Die wichtigste Stütze hierfür bildet in erster Linie die krisenfeste Wirtschaft dieses Raumes in der ostwürttembergischen Region.</p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Dietrich Bantel, Manfred Höflacher, PA Aalen, Kurt Seidel</em></strong></p></div>
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		<title>Die Vereine in Oberkochen</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2024 08:23:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Seite 396-402 (Reinhold Bahmann)]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ein blühendes Vereinsleben war und ist seit jeher Spiegelbild einer lebendigen Gemeinde. Es lag auf der Hand, daß sich in Oberkochen nach dem II. Weltkrieg im Zuge einer wahren Bevölkerungsexplosion ein überaus vielfältiges Vereinsleben entwickelt hat. Der Schmelztiegel von Menschen aus allen vier Himmelsrichtungen, die in Oberkochen Arbeit und Brot gefunden hatten, beinhaltete eine Fülle verschiedener Interessen, Neigungen und Hobbys. So war es nicht verwunderlich, daß ein halbes Hundert Vereine im Laufe der Jahre gegründet wurden, um Mitglieder warben und schließlich auch den Namen der Stadt ins Land hinaustrugen.</p>
<p>Gemeinderat und Bürgermeister sahen diesem munteren Treiben ihrer Bürger mit Wohlwollen zu, auch wenn die Zahl der Bittsteller und derer, die für den Verein eine Bleibe, eine Übungsstätte oder einfach einen Raum zum Treff suchten, nicht eben gering war.</p>
<p>Nicht hoch genug einzuschätzen ist das vielfältige, ehrenamtliche Engagement einer Vielzahl von Bürgern, die tagein tagaus in ihren Vereinen — meist unentgeltlich — im Dienste der Jugend, der Sportförderung und der Kulturpflege zur Verfügung stehen. In den letzten Jahren hat die Stadt im Rahmen der Sportförderung sowie der Förderung der kulturellen Vereine erhebliche finanzielle Mittel bereitgestellt. Diese öffentlichen Mittel sind für alle Vereine eine bedeutende Erleichterung bei der Beratung ihrer Etats. So war es meist möglich, die vergleichsweise bescheidenen Vereinsbeiträge im Laufe der Jahre entweder überhaupt nicht oder aber nur gering anzuheben. Als »Hilfe zur Selbsthilfe« haben die Vereine Oberkochens schon vor vielen Jahren auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Bosch den »Örtl. Organisationsausschuß« gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die vielen Termine das Jahr über zu koordinieren, so daß unliebsame Terminüberschneidungen vermieden werden konnten. Robert Wolff und als dessen Nachfolger Jürgen Kresse standen und stehen diesem Gremium vor.</p>
<p>Daß aus der Fülle des zur Verfügung gestellten Materials nur ein kleines Spiegelbild des Vereinslebens gezeichnet werden kann, liegt auf der Hand. Anhand der vorliegenden Daten kann daher nur unvollständig berichtet werden. Der Übersicht wegen wurde eine Aufgliederung der verschiedenen Vereine nach Tätigkeitsgebieten vorgenommen.</p>
<h2>Die sporttreibenden Vereine</h2>
<p>Aus der Vielzahl der Sportarten, die sich im Laufe der Zeit als »in« herauskristallisiert haben, ist es nur eine kleine Zahl, die man in Oberkochen nicht auszuüben angeboten bekommt. Die Mehrzahl der Vereine Oberkochens sind auf dem sportlichen Sektor angesiedelt.</p>
<p>Mit der Fusion der bisher größten Vereine TVO und FCO zum TSV im Jahre 1986 ist ein langer Verhandlungsmarathon zu Ende gegangen. Daß diese Fusion zustande gekommen ist, kann als Sieg der sportlichen Vernunft bezeichnet werden.</p>
<p>Der Verein hat mit nunmehr ca. 2000 Mitglieder so viele Abteilungen, daß der gesamte sportliche Bedarf in Oberkochen abgedeckt wird.</p>
<p>Erfreulich, daß die ballspielenden Abteilungen, insbesondere Fußball und Handball an die Stärken früherer Tage haben anknüpfen können und heute in der Bezirks- bzw. Landesliga spielen. Der mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Fa. Carl Zeiss bewerkstelligte Ausbau des Carl-Zeiss-Stadions gibt den Sportlern alle Möglichkeiten. Eine ähnlich großzügige und moderne Sportanlage sucht im weiten Umkreis ihresgleichen.</p>
<p>Großveranstaltungen wie das Leichtathletiksportfest oder jüngst das Gastspiel von FC Carl Zeiss Jena wurden gemeinsam mit der Fa. Zeiss durchgeführt und haben sich regen Zuspruchs erfreut.</p>
<p>Ruhig ist es um den Boxclub seit dem Tode seines »Motors« Walter Spindler geworden. Dabei mag der Sport als solcher als auch sein manchmal sehr zwielichtiges Umfeld eine Rolle gespielt haben. Jedenfalls muß die Zukunft des BCO heute unter anderen Gesichtspunkten gesehen werden.</p>
<p>Überwiegend in der Jugendarbeit, und da im städtischen Hallenbad ist der Schwimmverein tätig. Eine Vielzahl von regionalen Meisterschaften geben Zeugnis von der guten Nachwuchsarbeit. Sportkegelclub, Miniaturgolfclub, Schachverein und Tennisclub frönen, wie der Vereinsname bereits ausdrückt, in aller Regel einer bestimmten, favorisierten Sportart. Dabei ist bemerkenswert, daß beispielsweise die Oberkochener Schachspieler seit Jahr und Tag mit den Besten der Region um Bauer und Dame kämpfen; Tennisclub und Miniaturgolfclub als relativ junge Vereine bereits über schmucke Anlagen verfügen, auf denen ihr Sport ausgeübt werden kann. Insbesondere der »weiße Sport« hat so viele Anhänger gefunden, daß die Verantwortlichen ob der Vergabe ihrer Sportstätten an die vielen begeisterten Sporttreibenden oftmals graue Haare bekamen. Die Tennisplätze am Kocherstadion sind zwischenzeitlich den stets wachsenden Mitgliederzahlen gegenüber nicht mehr gewachsen, so daß jetzt wieder neue Plätze angebaut werden müssen.</p>
<h2>Die kulturtreibenden Vereine</h2>
<p>Nicht zuletzt durch die Aktivitäten des Zeiss-Kulturrings ist Oberkochen als Musik‑, Gesangs- und Theaterstadt ein Begriff im Kreis. Nicht selten sind auf der Zeiss-Bühne berühmte Stars von Film, Funk und Fernsehen zu Gast. Diese Befruchtung von außen ist dabei angesichts der Leistungsfähigkeit beispielsweise der Stadtkapelle oder des Sängerbunds zwar wünschenswert, aber nicht zwingend notwendig.</p>
<p>Mit Recht als derjenige, der im öffentlichen Leben, bei freudigen und traurigen Anlässen am meisten und öftesten im Rampenlicht steht, darf sich die Stadtkapelle bezeichnen. Neben der Blasmusik hat in den vergangenen Jahren vermehrt konzertante Musik, aber auch durch die Big-Band präsentierte Tanzmusik Eingang in das Repertoire der Kapelle gefunden. Und — was wären die vielen Sommerfeste, das Stadtfest und manche Vereinsveranstaltung ohne den »guten Ton« der Musiker?</p>
<p>Dem nicht nachstehen möchte der Sängerbund, der anspruchsvolle Chormusik seiner Männer- und Frauenchöre auf seine Fahnen geschrieben hat. Größter Beliebtheit erfreuen sich die Auftritte der Chöre mit geistlicher Musik in den Kirchen, aber auch im Rahmen öffentlicher Konzerte. Neben diesen beiden, der Musik verschriebenen Vereinigungen, sollen selbstverständlich diejenigen nicht vergessen werden, die mit ihrer Musik die vielen kirchlichen Anlässe verschönern. Erinnert sei dabei nur an die an den kirchlichen Hochfesten aufgeführten Messen bedeutender Kirchenmusiker, die von den Kirchenchören beider Konfessionen wochen- und monatelange Übung erfordern. Kleinere, aus Musikern der Stadt und der nahen Umgebung zusammengesetzte Orchester — oder bei der Evang. Kirchengemeinde der Posaunenchor —, leisten hierbei wertvolle Assistenz. Das 1986 gegründete Kammerorchester Oberkochen ist der 49. ins Leben gerufene Oberkochener Verein. (Vor Fusion TVO/FCO zu TSV Oberkochen, 50. Verein)</p>
<p>Nicht zuletzt war es der Kath. Kirchenchor, der die ersten Bande nach Montebelluna, Oberkochens jüngster Partnerschaft, geknüpft hat.</p>
<p>Mit den Oberkochener Jazztagen, immer Ende März von der Stadt mit Unterstützung der Fa. Leitz veranstaltet, hat sich jüngst eine Veranstaltung etabliert, die Besucher aus dem ganzen Umland nach Oberkochen lockt. Internationale Jazzstars, hervorragende Bands und Solisten geben sich ein Stelldichein, und die Medien berichten ausführlich.</p>
<h2>Hilfs- und Wohltätigkeitsvereine, sonstige Vereine</h2>
<p>Wenn heute vielfach geklagt wird, daß die Kosten der öffentlichen Gesundheitspflege nicht mehr bezahlbar sind, wird dabei oft vergessen, daß im Stillen viele unbezahlte und kaum wahrgenommene Dienste geleistet werden. Oder was wäre beispielsweise ohne den vielfältigen Einsatz der DRK-Ortsgruppe, der Feuerwehren, die Krankenpflegevereine beider Konfessionen, der Arbeiterwohlfahrt, der DLRG oder des VdK?</p>
<p>Nicht nur bei Blutspendeterminen, bei kleinen und großen Veranstaltungen treten die Helfer des DRK ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Glücklich kann man sich schätzen, daß Oberkochen noch zu den Städten zählt, in denen die Schwesternstationen besetzt sind und kranken Menschen unzählige Stunden der Pflege und des Beistands zuteil werden.</p>
<p>Auch die Aufgaben der Feuerwehr haben sich im Zuge der Technisierung gewandelt. Heute steht neben den originären Aufgaben der Wehren Aufgaben im Bereich des Umweltschutzes und der Vorbeugung ganz oben.</p>
<p>Als einer der aktivsten Vereine der Stadt kann die Arbeiterwohlfahrt für sich in Anspruch nehmen, zusammen mit dem Hausfrauenbund die Rolle des Arbeitnehmers einerseits und die der Hausfrau und Mutter andererseits stets ins rechte Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt zu haben.</p>
<p>Auf dem Gebiet der Förderung begabter junger Menschen sowie der Bildung und Wahrung einer lebendigen Gymnasiumstradition sieht die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Gymnasiums Oberkochen ihre Aufgabe. Über 100 000 DM sind seit der Gründung des Vereins im Jahre 1966 von den über 600 Mitgliedern aufgebracht worden. Aus dem Leben des Gymnasiums ist diese Institution sicher nicht mehr wegzudenken.</p>
<p>Mehr als Interessenvertretung darf sich da schon der Gewerbe- und Handelsverein Oberkochen ansehen. Er vertritt die Interessen des Handels und Gewerbes, hat aber auch durch mancherlei Veranstaltungen, insbesondere in der Vorweihnachtszeit oder am 1. Mai auf sich aufmerksam gemacht. Wenngleich die Landwirtschaft in Oberkochen nur noch ein Schattendasein führt, so ist doch angesichts tiefgreifender Strukturprobleme dieses Berufsstandes eine Vertretung erforderlich, die in den Händen des Landwirtschaftlichen Ortsvereins liegt.</p>
<h2>Brauchtums‑, Natur‑, Wander- und Hobbyvereine</h2>
<p>Erlaubt ist, was Spaß macht — unter dieses Leitwort könnte man die Vielzahl der sonstigen in der Stadt tätigen Vereinigungen stellen. Und nachdem die Vereinswut der Deutschen ja schon fast sprichwörtlich ist; zudem nur 7 Personen für eine Gründung benötigt werden, sind die Clubs der Reihe und Zeit nach wie Pilze aus dem Waldboden geschossen. Deutliches Beispiel für einen Verein, der sich aus kleinsten Anfängen heraus zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil im Vereinsleben der Stadt entwickelt hat, ist die Narrenzunft »Schlaggawäscher«, die sich in einem Dutzend Jahren aus kleinsten Anfängen heraus, quasi aus einer Biertischlaune, nicht nur zu einer der größten Zünfte des Kreises, sondern des ganzen Landes entwickelt hat. Da nimmt es nicht mehr Wunder, wenn Aktive der Zunft auf dem dem Bildschirm auftreten oder der Landesvater höchstpersönlich seine Aufwartung macht. Eine echte Fasnachtstradition hat sich in der Stadt entwickelt: zu den Prunksitzungen kommen Gäste aus nah und fern, der Umzug am Fasnachtsdienstag zählt jedes Jahr über 10 000 Zuschauer, und der »Hemmadlodderumzug« oder das Kuttelessen gibt es in dieser Form eben nur in Oberkochen. Schlagg hoi!</p>
<p>Die Kolpinghütte auf luftiger Höhe hat sich im Laufe der Jahre zu einem äußerst beliebten Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt. Viele persönliche Anlässe finden dort ihre würdige Umrahmung; kurzum, die »Hütte« ist aus dem öffentlichen (und kulinarischen) Angebot in Oberkochen nicht mehr hinwegzudenken.</p>
<p>Daß der »Gesellenverein« Adolf Kolpings seine Aufgaben in Kirche und Gesellschaft darob nicht vernachlässigt hat, spricht für die Aktivität der Mitglieder und den Zusammenhalt im Verein. Kaum nachstehen da die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins und die Naturfreunde. Beide Vereine, die im Bezirk eine dominierende Rolle spielen, hatten dabei in der Vergangenheit wahrlich nichts zu lachen. Innerhalb kürzester Zeit zerstörten Feuersbrünste die Vereinsheime auf dem Volksmarsberg und am Tierstein. Daß ohne viel drumherum binnen weniger Monate auf den Brandplätzen neue, vergrößerte und den technischen Erfordernissen angepaßte Heime entstanden, läßt gleiche Rückschlüsse wie bei den Mitgliedern der Kolpingsfamilie zu. Wohl dem, so kann man sagen, der solch Tatkraft in seinen Reihen hat! Gartenfreunde und Kleintierzuchtverein haben in der Vergangenheit die Möglichkeit gehabt, kocherabwärts in den »Unteren Wiesen« heimisch zu werden. Das Angebot der Stadt wurde von beiden Vereinen genutzt und heute stehen neben den kleinen Schrebergärten moderne Zuchtanlagen, die mit dazu beigetragen haben, daß Züchtertiere Preise bis auf Bundesebene haben erringen können. Treffpunkt für alle »Feschtlesfreunde« ist alljährlich, wie könnte es anders sein, das »Laubenfest« der Gartenfreunde. »Hier ist gut sein«, hat schon mancher nach Einverleibung diverser kulinarischer Köstlichkeiten sinniert!</p>
<p>Leider sehr selten, dafür aber mit einem ungeheuren Aufwand präsentiert sich der Eisenbahnamateurclub Oberkochen seinen Freunden. Etliche Superlative haben die Vereinsarbeit in den zurückliegenden Jahren geprägt: größte Modelleisenbahnanlage Europas und anderes mehr sind kein Pappenstiel, insbesondere wenn man solche Objekte warten, auf- und abbauen muß.</p>
<p>Nicht immer frei von Nachwuchssorgen waren die Soldaten- und Kriegervereine. Solche Sorgen kennt man in Oberkochen glücklicherweise nicht. Aus einem Mauerblümchendasein hat sich die Soldaten-Kameradschaft zu einem Treffpunkt für manche Geselligkeit, aber auch für die Traditionspflege entwickelt.</p>
<p>Wie eingangs erwähnt, kann eine Beschreibung der Oberkochener Vereine bei der gegebenen Vielfalt nicht vollständig sein. Daher kann hier auch nicht von den vielen sonstigen Vereinigungen gesprochen werden, die gerne als Ort des gemütlichen Zusammenseins oder des unterhaltsamen Gesprächs aufgesucht werden. Erwähnt seien hierbei nur die zahllosen Altersgenossenvereine, Kegelclubs, Skatclubs oder Hobbysportgruppen. Man möge nicht böse sein, wenn in diesem Bericht nicht auf alle eingegangen werden konnte; es würde den Rahmen sprengen. Was wäre aber der bunte Jahreskalender ohne all unsere Vereine, mit ihren vielfältigen und eine breite Schicht ansprechenden Veranstaltungen? Erinnert sei nur an das alljährliche Stadtfest, das von den Vereinen unter Ägide einiger talentierter »Manager« ausgerichtet und von der Stadt unterstützt wird. Soweit der Wettergott es zuläßt, trifft sich alles was Beine hat und laufen kann, Ende Juni in der alten Ortsmitte. Es war und ist halt immer ein richtiges »Fescht« — möge es dieses auch bleiben!</p>
<p>Die Zahl der Vereinsmitglieder in Oberkochen ist um vieles höher als die Einwohnerzahl der Stadt. Ein gutes Zeichen, möchte man meinen. Und doch ist es so, daß es immer und überall stets die gleichen sind, die Arbeit verrichten, die organisieren, planen und durchführen. Die in Funktion stehenden, verantwortlichen Vereinsmitarbeiter — man meide das Wort »Vereinsfunktionäre« — würden sich da schon des öfteren eine breitere Mitarbeiterschar wünschen! Auf daß das Vereinsleben weiter wachse und gedeihe!</p>
<h2>Vereine und sonstige Organisationen in Oberkochen</h2>
<ol>
<li>Angelsportverein Oberkochen</li>
<li>Aquarienclub Oberkochen</li>
<li>Arbeiterwohlfahrt, Ortsverein Oberkochen</li>
<li>Bewirtschaftungsverein Volkmarsberghütte Oberkochen e.V.</li>
<li>Boxclub Oberkochen e.V.</li>
<li>Club de Petanque</li>
<li>Deutscher Amateur-Radio Club (DARC) e.V., Orstverband Oberkochen</li>
<li>Deutscher Hausfrauenbund, Ortsverband Oberkochen e.V.</li>
<li>Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), Ortsgruppe Oberkochen</li>
<li>Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Ortsverein Oberkochen</li>
<li>Eisenbahn-Amateurclub Oberkochen e.V.</li>
<li>Evangelischer Kirchenchor Oberkochen</li>
<li>Freiwillige Feuerwehr Oberkochen</li>
<li>Freundeskreis Sonnenbergschule</li>
<li>Gesellschaft der Freunde und Förderer des Gymnasiums in Oberkochen e.V.</li>
<li>Gewerbe- und Handelsverein Oberkochen</li>
<li>Heimatverein Oberkochen</li>
<li>Höhlen-Interessengemeinschaft Oberkochen</li>
<li>Kammerorchester Oberkochen</li>
<li>Katholische Frauengemeinschaft</li>
<li>Katholischer Kirchenchor Oberkochen</li>
<li>Kleintierzuchtverein Z 284 Oberkochen e.V.</li>
<li>Kolpingsfamilie Oberkochen/Bewirtschaftungsverein Kolpingshütte Oberkochen e.V.</li>
<li>Landwirtschaftlicher Ortsverein Oberkochen</li>
<li>Leistungsverbund Oberkochener Fachgeschäfte</li>
<li>Miniaturgolfclub Oberkochen</li>
<li>Musikverein »Stadtkapelle« Oberkochen e.V.</li>
<li>1. Oberkochener Narrenzunft »Schlagga-Wäscher« e.V.</li>
<li>Naturschutzbund Deutschland e.V., Ortsgruppe Oberkochen</li>
<li>Organisationsausschuß Oberkochen</li>
<li>Radclub Oberkochen</li>
<li>Sängerbund Oberkochen</li>
<li>Sektion Oberkochen des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.</li>
<li>Skatclub »PIK 7«</li>
<li>Soldatenkameradschaft Oberkochen</li>
<li>Sportkegelclub Oberkochen e.V.</li>
<li>Schachverein Oberkochen</li>
<li>Schmalfilmfreunde Oberkochen</li>
<li>Schützengilde Oberkochen 1955 e.V.</li>
<li>Schwäbischer Albverein e.V., Ortsgruppe Oberkochen</li>
<li>Schwimmverein Oberkochen e.V.</li>
<li>Tennisclub Oberkochen e.V.</li>
<li>Touristenverein »Die Naturfreunde«, Ortsgruppe Oberkochen e.V.</li>
<li>TSV Oberkochen</li>
<li>Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderter und Sozialrentner Deutschlands (VdK)</li>
<li>Verein Baden-Württ. Chincihillazüchter e.V.</li>
<li>Verein der Gartenfreunde Oberkochen e.V.</li>
<li>Verein für Naturheilweise und Homöopathie</li>
<li>Verein für Städtepartnerschaft Oberkochen</li>
<li>Viehversicherungsverein Oberkochen</li>
<li>Werkfeuerwehr Carl Zeiss</li>
</ol>
<p>Diese Liste wurde nach den Angaben der Stadtverwaltung 1992 erstellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Reinhold Bahmann</em></strong></p></div>
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			</div>
				
				
				
				
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			</div>
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			</item>
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		<title>Handwerk und Handel</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/handwerk-und-handel/</link>
		
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		<pubDate>Tue, 21 May 2024 12:42:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Seite 379-395 (Franz Uhl)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_6 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>»Im Anfang hieß Bürger Insasse einer Burg sein; Hörige hatten im Dienst eines Großen ihr Handwerk zu üben und durften im Schutz seiner Torwächter wohnen. Als danach die Burg eine Stadt hieß, weil aus dem Troß der Großen ein Hof und aus den Insassen eine Bürgerschaft wurde, hielten die Handwerker treulich die Schranken der Herkunft in Ordnung… Die Zunftehrbarkeit hielt Werkzeug und Arbeitsgebrauch heilig; wie die Schwertleite den Ritter, so machte der Zunftbrief den Meister; Geselle und Lehrling waren ihm Knappe und Page, und die Zunftstube war der Saal seiner Ehre… Denn nur auf ehrliche Arbeit durfte der Meister den Wohlstand gründen. Todsünde war Gewinn aus Handel und Zins, tauschen und täuschen galt gleich vor der Zunft. Stuben der Selbstgenügsamkeit standen im Schatten der höfischen Hallen, bescheidene Hände hielten dem Ritter die Steigbügel hin: aber die Zucht gab der Sitte die Tür, hier wie dort war der Mann noch ein Wort, die Ehrbarkeit war die redliche Magd der Ehre…«</p>
<p>Wen könnten die Verse des Erzählers Wilhelm Schäfer (1868–1952), die er »Die Zunft« überschrieb, nicht zum Nachdenken verleiten? Sie sollen hier in ein kleines Kapitel einführen, das man mit »Freud und Sorg rühriger Menschen im Handwerk und Handel« bezeichnen möchte. Handwerk und Handel heute, ein Schuß Geschichte und Zukunftsperspektive, aber ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit.</p>
<h2>Ein Blick zurück…</h2>
<p>zeigt uns zunächst, daß das Handwerk schon um die Jahrhundertwende neben der Landwirtschaft eine der wichtigsten Erwerbsquellen in Oberkochen war. So zählte man um 1910 in der etwa 1200 Einwohner großen Gemeinde neben einer Reihe von Bohrermacherwerkstätten (s. Vom Dorf zur Industriegemeinde) 64 selbständige Handwerksmeister in 21 verschiedenen Innungen:<br>17 Häfner: s. Häfnergeschichte<br>5 Schreiner: Karl Fischer, Michael Frank, August Hug, Josef Mauser, Karl Speth<br>5 Schuhmacher: Josef Brunnhuber, Karl Holz, Christian Kopp, Johann Kopp, Josef Trittler<br>3 Bäcker: Willibald Geissinger, Georg Wannenwetsch, Karl Widmann (Storchabeck)<br>3 Bierbrauer: Georg Nagel (Hirsch), Ludwig Trick (Ochsen), Eugen Winter (Schell)<br>3 Gärtner: Josef Brandstetter, Franz Holz, Anton Mahler<br>3 Metzger: Paul Betzler, Friedrich Reber, Jakob Schneider<br>3 Müller: Karl Elser (Kreuzmühle), Kaspar Scheerer (Untere Mühle), Stadelmaier (Ob. Mühle)<br>3 Schmiede: Karl Maier (Kirchenschmied), Paul Oppold, Josef Weber (Kohlschmied)<br>3 Wagner: Anton Bezler, Franz Bezler, Josef Holz<br>2 Küfer: Franz Gold, Anton Wunderle (der auch eine Mosterei betrieb)<br>2 Maurer: Anton Trittler, Franz/Johannes Wingert<br>2 Sattler: Christian Bauer, Karl Seitz<br>2 Schneider: Anton Fischer, Josef Anselm Strohmaier<br>2 Schlosser: Johannes Elmer, Michael Fritz<br>1 Glaser: Paul Wingert<br>1 Holzdrechsler: Josef Wingert<br>1 Mühlenbauer: Josef Mauser<br>1 Uhrmacher: Paul Hoffmann<br>1 Ziegler: Karl Gold<br>1 Zimmermann: Bernhard Brunnhuber<br>(Aufstellung nach C. Schrenk, Alt Oberkochen in BuG v. 7.9.84, S. 678)</p>
<p>Ein selbständiger Handel war zu dieser Zeit noch sehr schwach ausgeprägt. Waren des alltäglichen Bedarfs wurden in kleinen Lebensmittelgeschäften (Kolonialwarengeschäften) oder Gemischtwarenläden zum Kauf angeboten. Alles andere besorgten meist auswärtige Händler, die mit ihren Wagen von Ort zu Ort zogen. So war es auch zunächst das Handwerk, das sich in der Gemeinde organisierte und 1906 einen Handwerkerverein gründete. Mühlenbauer Josef Mauser, Glasermeister Michael Wingert, Schreinermeister Karl Fischer, Schuhmachermeister Johann Kopp und der Uhrmacher Karl Hoffmann nahmen die Sache in die Hand, nachdem die Württ. Landesregierung die Meisterprüfung wieder zur Pflicht gemacht und den Zusammenschluß aller Gewerbe- und Handeltreibenden zur Wahrung ihrer Interessen empfohlen hatte. Die steigende Zahl von Einzelhandelsgeschäften und eine zunehmende Branchenstreuung im Zuge der Einwohnerentwicklung verstärkte nun den Einfluß des Handels, was die Vorstandschaft unter Altglasermeister Paul Wingert (1923–1933) dazu bewogen haben mochte, dem Verein seinen heutigen Namen »Gewerbe- und Handelsverein Oberkochen« zu geben.</p>
<p>Während zwischen den beiden Weltkriegen viele Betriebe ihre Selbständigkeit aufgaben, kamen auch neue hinzu. So begann 1921 mit Willibald Mannes sen. ein zweiter Zimmermann im Untergeschoß seines Wohnhauses gegenüber der Unteren Mühle (Scheerer). 1922 richtete Ferdinand Burkhardtsmaier in der Langestraße, auch Langgasse genannt (heute: Heidenheimer Str.) ein Gipsergeschäft ein. 1926 ließ sich Erwin Wanner (Schaber) als erster hauptberuflicher Friseur nieder und löste Josef Elmer ab, der bislang so nebenher für den Großteil der Oberkochener Köpfe zuständig war. Im selben Jahr begann im elterlichen Haus, Katzenbachstraße 2, Paul Unfried eine Buchbinderei, ehe er 1929 das alte Mindersche Anwesen, Langestraße 176, erwarb, neu aufbaute und ein Ladengeschäft für Schreibwaren, Bücher und Spielwaren eröffnete. Paul Unfried erhielt auch die erste Genehmigung für eine Drogerie in Oberkochen. Das Geschäft ist heute das älteste noch bestehende Einzelhandelsgeschäft im Ort und wird vom Sohn des Gründers, Karl Unfried, geführt. Im Katzenbach gab es 1928 mit Paul Balle einen Fahrradmechaniker, der auf diesem Gebiet das Vielseitigkeitstalent Josef Elmer entlastet hat, der nicht nur Fahrräder reparierte und Installationsarbeiten aller Art ausführte, sondern auch mit dem »Dampflokomobil« Getreide drosch, eine Holzsäge betrieb, daneben die »Krone« bewirtschaftete und manches andere mehr. 1931 machte sich Clemens Grupp als Schreiner und Glaser im elterlichen Anwesen selbständig, 1934 gründete Walter Borst sen. seine Flaschnerei. Rudolf Lebzelter erwarb 1939 von der Firma Leitz das Gebäude Kreuzmühle 16 und baute es zu einer Wäscherei und Plätterei um.</p>
<p>Die Kriege selbst bildeten tiefgreifende Einschnitte, die viele Betriebe durch Kriegsdienstpflicht und Arbeitseinsatz, Inflation sowie der allgemein ungünstigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse ruinierten und zum Neuanfang zwangen. So kann man davon ausgehen, daß die heutige Struktur von Handwerk und Handel in Oberkochen im wesentlichen von der Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt ist.</p>
<h2>Schwieriger Neubeginn</h2>
<p>Recht beschwerlich war für viele ein Neuanfang in den ersten Nachkriegsjahren. Die noch aus der nationalsozialistischen Zeit überkommene Gewerbeordnung beinhaltete einen Passus zum Schutz des Einzelhandels und nicht jeder konnte beginnen, was er wollte. Wer ein Gewerbe betreiben durfte, mußte der Gemeinderat entscheiden. So berichtet Textilkaufmann Josef Krok über seinen Anfang 1945 in Oberkochen, nachdem er zuvor in Ellwangen abgewiesen worden war. Der Oberkochener Gemeinderat mit Bürgermeister Frank sei in seiner Entscheidung, ihm die Erlaubnis für ein Textilgeschäft zu geben, eingeengt gewesen. Die Ratsmitglieder hatten nämlich Schneidermeister Fischer, der sich noch als Soldat in Gefangenschaft befand, bereits die Zusage gemacht, bei seiner Heimkehr ebenfalls mit dem Textilgeschäft beginnen zu können. Ein kleiner Ort wie Oberkochen, der nun etwa 2500 Einwohner hatte, konnte nicht zwei Geschäften der gleichen Branche ausreichendes Auskommen sichern. Die Genehmigung sei schließlich doch gegeben worden, aber mit der Auflage, daß er nur die Artikel führen dürfe, die Schneider Fischer nicht führen wolle. Die Beschaffung des Startkapitals war ein weiteres Hindernis, verlangten die Banken doch für jede tausend Mark Kredit, dreitausend Mark Sicherheit. Ende der 40er Jahre war es dann mit dem Schutz des Einzelhandels vorbei. Die bestehende Gewerbeordnung wurde aufgehoben und die Gewerbefreiheit wieder eingeführt. Eine Genehmigung war nun nicht mehr notwendig, ein Gewerbe brauchte nur noch angezeigt zu werden. »Endlich ist der alte Zopf ab« mochte sich da manch einer gedacht haben, dessen Existenzgründung seither verhindert war. Inzwischen aber hatte sich die Firma Zeiss angesiedelt, die bald mehrere tausend Menschen beschäftigte. Eine ganze Reihe auswärtiger Geschäfte sah sich nun veranlaßt, in Oberkochen Filialen einzurichten. Viele hatten sich jedoch verkalkuliert und gaben wieder auf. Doch die ortsansässigen Geschäfte waren weiterhin beunruhigt und ein Brief des Gewerbe- und Handelsvereins an den Landesverband, in dem eine Klärung in der Frage der Gewerbefreiheit erbeten wurde, gibt uns davon Kunde. Es kursierte offenbar das Gerücht, daß die alte Gewerbeordnung mit Genehmigungspflicht wieder in Kraft gesetzt werden sollte, was die kleine Oberkochener Geschäftswelt beruhigt hätte. Aber es war eben nur ein Gerücht und Handwerk und Handel schienen einer ungewissen und unsicheren Zukunft entgegenzugehen.</p>
<p>Möglicherweise ist es diesem Umstand zu verdanken, daß man im Oberkochener Gewerbe schon früh um die Kunden zu kämpfen begann. Viele gute Ideen wurden, wie so oft, am Stammtisch geboren. Da hatte Elektro-Ingenieur Wilhelm Fritscher 1952 den Einfall, in einer Weihnachtsausstellung die Leistungsfähigkeit des Oberkochener Gewerbes zu zeigen, womit der Einwohnerschaft bewiesen werden sollte, daß die Oberkochener Geschäfte »mit einer großen Auswahl und der Vielseitigkeit ihres Warensortimentes von bester, einwandfreier Qualität und der gebotenen Preiswürdigkeit zu jeder Zeit in der Lage sind, allen Ansprüchen und Wünschen gerecht zu werden …, daß die Zeit vorbei ist, wo man es für unumgänglich notwendig hielt, die Einkäufe unter allen Umständen auswärts zu tätigen« (BuG v. 27.11.53). Interessant liest sich aus heutiger Sicht der Aufruf des Gewerbe- und Handelsvereins zu der Weihnachtsausstellung 1953 an gleicher Stelle: »Wer auswärts kauft, gibt sein Geld, das er durch seine Arbeit bei einem hiesigen Unternehmen verdient hat, einem, der mit unserer Gemeinde nichts zu tun hat, und der seine Gewerbesteuer an einem anderen Platz zahlt zum Nutzen einer fremden Gemeinde … Wir haben unsere Ausstellung so frühzeitig gelegt, daß jeder Aussteller leicht die Möglichkeit hat, Ihnen irgend einen besonderen Wunsch, etwa ein Extramuster, eine spezielle Packung oder eine Sondergröße so rasch zu bestellen, daß diese rechtzeitig vor dem Fest in Ihrem Besitz ist.« Robert Wolff fügt dem hinzu: »Beachten Sie, daß in den Wochen vor Weihnachten die ganze Auswahl zur Verfügung steht … Denken Sie auch an das Verkaufspersonal, das in dieser Zeit besonders stark beansprucht wird, denn auch diese Menschen sollen das Fest im Kreise ihrer Angehörigen, ohne völlig erschöpft zu sein, mit der inneren Bereitschaft feiern können.«</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="711" height="542" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s383.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11800"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Ausstellungen in der »Schell« waren die Sensation. Gewerbe- und Handelsvereine aus der Umgebung erkundigten sich danach, wie ein solcher Erfolg zustande kommen konnte und übernahmen die Idee.</p>
<p>Künftig wurden die Ausstellungen wegen der besseren Platzverhältnisse in die Dreißentalhalle verlegt, wo sie bis zum Ende der 50er Jahre durchgeführt wurden.</p>
<p>In diesen Jahren des Aufschwungs tätigten viele Geschäftsinhaber erhebliche Investitionen. Werkstätten und Verkaufsräume wurden vergrößert und modernisiert, Schaufensteranlagen erweitert und auch sonst ein Vergleich mit mittleren und größeren Städten keineswegs gescheut. Man wurde nicht müde, auf die Vorteile des Kaufes »am Platze« hinzuweisen, die sich vom problemlosen Umtausch ohne lange Anfahrt bis zur Steigerung des heimischen Gewerbesteueraufkommens erstreckten.</p>
<h2>Die goldenen 60er und 70er Jahre</h2>
<p>Eine bis Ende der 60er Jahre rasch ansteigende Einwohnerzahl (Oberkochen war in diesen Jahren die am schnellsten wachsende Gemeinde Baden-Württembergs) bot nun einer immer größeren Anzahl von Geschäften eine gute Existenzgrundlage. War es da 1968 nur ein Gerücht, daß in Oberkochen sogar ein Großeinkaufszentrum errichtet werden sollte? Jedenfalls sah sich der Gewerbe- und Handelsverein in diesem Jahr veranlaßt, dazu Stellung zu beziehen und ein diesbezügliches Ansinnen schon im Keim zu ersticken. Andererseits waren aber auch viele zum Aufgeben gezwungen, weil sie den Strukturwandel nicht mitvollziehen konnten, die Räumlichkeiten nicht mehr genügten, kein Nachfolger für den altershalber ausscheidenden Betriebsinhaber gefunden wurde oder weil es sich einfach nicht mehr lohnte. So findet man im Gewerbeverzeichnis von 1953 viele Namen, die den meisten noch bestens bekannt sein dürften:</p>
<p>die Textilhäuser Bolz und Fischer, Farben Burk und Eisen-Kayser, die Lebensmittelgeschäfte Gubi-Fischer, Gaissmaier, Held, Kopp und Meroth, Kolonialwaren Grupp, Uhren Maier, die Schuhmachergeschäfte Gold, Holz, Trittler, die Metzgermeister Friedle, Reber und Hausmetzger Betzler (Metzgers Paul), die Bäcker Brammen, Hug und Widmann (Storchabeck), Konditor Fleury, die Sattler Stangl und Holz, Maler Steier, Maurermeister Trittler, Flaschner Gerschon, die Schreiner Fischer, Hess und Scharek, Kirchenschmied Karl Maier, Friseur Wanner (Schaber), die Metallhandwerker Schnell, Schoch Sing, Welt u.a. Trotzdem ist das Gewerbeverzeichnis bis heute immer umfangreicher geworden. Bezieht man auch Kleinstgewerbe mit ein, so findet man dort ca. 250 Eintragungen, die dem Handwerk und Handel im weiteren Sinne zugerechnet werden können.</p>
<h2>Der Einzelhandel und seine Aktivitäten heute</h2>
<p>Oberkochen ist heute im Regionalplan als Kleinzentrum mit höchster Arbeitsplatzzentralität und einer zu versorgenden Bevölkerung von ca. 9 000 Einw. ausgewiesen. Das bedeutet, daß die Stadt im Bereich der Arbeitsplätze aus dem näheren und weiteren Umland sehr viele Menschen anzieht (Arbeitspendler), im Bereich der Dienstleistungen jedoch im wesentlichen (von Ausnahmen abgesehen) nur mit der Versorgung der ortsansässigen Bevölkerung rechnen kann. Trotzdem ergibt der Bestand an Einzelhandelsgeschäften ein erfreuliches Bild.</p>
<p>Insgesamt zählt man in der Stadt z.Z. 46 Einkaufsläden mit über 6500 qm Verkaufsfläche (vgl. Unterkochen 1535 qm, Königsbronn 1540 qm). Erste Ausleger haben sich jetzt auch schon auf der Heide festgesetzt, so eine Filiale der Konditorei Müller, jetzt Dickenherr, die dort die nötigsten Lebensmittel bereithält, sowie im Bankbereich die Kreissparkasse und Volksbank mit Agenturen.</p>
<p>Seit 1961 gehört zu Oberkochen auch ein Wochenmarkt mit seinem spezifischen Frischwarenangebot. Hier sind sowohl einheimische, als auch auswärtige Anbieter vertreten. Es begann zunächst in der Heidenheimer Str. zwischen Rathaus und »Rößle« (heute Oberkochener Bank und etwa Kochertalapotheke). Später wurde der Wochenmarkt in die Bahnhofstraße und von dort ins Jägergäßle verlegt, wo er regelmäßig samstags abgehalten wird. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Pfingstmarkt, der seit 1817 alljährlich am Pfingstmontag im vorderen Teil der Dreißentalstraße stattfindet und somit auf eine fast 170 Jahre alte Tradition zurückreicht.</p>
<h3>Einzelhandel in Oberkochen (Stand 1983)</h3></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="721" height="694" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s385.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11801"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3><strong><em>Quelle:</em></strong></h3>
<p><em>Standort‑, Markt- und Imageanalyse (Gewerbe- und Handelsverein Oberkochen)</em></p>
<p>Eine dominierende Stellung nehmen in der Stadt neben den Lebensmittelgeschäften vor allem die Elektrofachgeschäfte ein, die aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit auch viele Käufer aus dem Umland anlocken. Hier hat sich der Wegzug von Elektro-Starz nach Aalen sehr negativ ausgewirkt. Gerade diese Branche hat in der Vergangenheit bewiesen, daß allgemein etwas mehr Wettbewerb für die Oberkochener Geschäftswelt befruchtend sein könnte. Allein die Steigerung der Auswahl und weitere nicht nur die Einheimischen zum Kauf am Ort animieren und somit den Kaufkraftabfluß begrenzen, sondern möglicherweise sogar zu einer Steigerung des Zuflusses aus den Nachbargemeinden Königsbronn und Unterkochen führen, wo der Einzelhandel sehr viel schwächer ausgebildet ist.Vergleichsmöglichkeiten könnten</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_10 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="731" height="1119" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s386.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11802"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>nicht nur die Einheimischen zum Kauf am Ort animieren und somit den Kaufkraftabfluß begrenzen, sondern möglicherweise sogar zu einer Steigerung des Zuflusses aus den Nachbargemeinden Königsbronn und Unterkochen führen, wo der Einzelhandel sehr viel schwächer ausgebildet ist.</p>
<p>Wichtig dafür ist neben anderen Maßnahmen eine fußgängerfreundliche Innenstadt.</p>
<p>Die verkehrstechnischen Planungen, wie ein zweiter Verkehrsring in welcher Form auch immer, genügend günstige Parkmöglichkeiten u.a., liegen in den Schubladen auf dem Rathaus und warten auf ihre Verwirklichung, bevor der Zug für Oberkochen tatsächlich abgefahren ist.</p>
<p>Indessen ist man aber auch jetzt schon in Handel und Handwerk nicht untätig, wie zahlreiche Aktivitäten zeigen. Die Installierung einer Weihnachtsbeleuchtung sollte ein erster kleiner Schritt in die Richtung einer Attraktivitätssteigerung sein. Über Form und Ausführung dachte man sich beim Gewerbe- und Handelsverein die Köpfe heiß. Erste Reaktion in der Öffentlichkeit: »Was send denn des für Narrakappa, dia ka ma glei bis zom Fasnachtsomzug hangalassa.« Inzwischen hat man sich allseits daran gewöhnt, die Weihnachtsbeleuchtung ist zweifellos zu einer Bereicherung für das weihnachtliche Stadtbild geworden. Für frischen Wind sorgt seit 1980 zudem der Zusammenschluß von Geschäftsleuten zum »Leistungsverbund Oberkochener Fachgeschäfte«, dem heute 24 Geschäfte angehören. Klaus Weissenberg (früher Rosi Moden), Emil Vollmer und Dieter Sachse hatten diese Idee zum Zwecke gemeinsamen</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_11 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="712" height="521" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s387.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11803"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_18 artikel-content top-push  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Werbens. Was seit den endfünfziger Jahren schlummerte, wurde zu neuem Leben erweckt. Eine groß aufgemachte Leistungsschau von Handwerk und Einzelhandelsgewerbe in der Schwörzhalle zählte zu den ersten Aktivitäten und hat sich bis heute bewährt. In den folgenden Jahren kamen weitere Veranstaltungen hinzu. Blumenschmuckwettbewerb einschließlich Blumenball mit Modenschau soll zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen. Weihnachtsmarkt und Glückscheinaktionen, Trödlermarkt, Osteraktionen mit Eiergeschenken, lange Samstage und verkaufsoffene Sonntage während des Stadtfestes, die Einrichtung von Kurzparkzonen, gemeinsame Werbung und vieles andere soll die Bevölkerung anregen, die Einkäufe im Ort zu machen. 1984 wurde sogar der Maibaum vom Rathaus ins Geschäftszentrum verlegt, begleitet von einem fröhlichen Maibaumfeschtle. Ein schöner Brauch, wenn das Fest auch ab und zu einmal buchstäblich ins Wasser fallen sollte. Darüber hinaus wurde eine wissenschaftliche Standort‑, Markt- und Imageanalyse in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse z.Z. ausgewertet werden. Bringen diese Aktivitäten auch nicht immer den gewünschten Erfolg, so zeugen sie doch von einem starken Interesse seitens der Geschäftsleute, Oberkochen wenigstens die notwendigsten Einrichtungen über den Bereich des alltäglichen Bedarfs hinaus zu sichern und das sollte Anerkennung finden.</p>
<h2>Das Großhandelsgewerbe</h2>
<p>Im Bereich des Großhandelsgewerbes, das in Oberkochen ebenfalls mit einigen Firmen vertreten ist, ragt besonders die Eisengroßhandlung Günther &amp; Schramm heraus. 1930, in der Zeit der Weltwirtschaftskrise von Emil Schramm und Erich Günther gegründet, diente zunächst ein geliehenes Kuhgespann dazu, den Stahl vom und zum Bahnhof zu transportieren. Doch dann ging es stetig aufwärts, wobei 1944 ein Rekordumsatz mit fast 1,5 Mio. Reichsmark erzielt werden konnte. Nachdem der Betrieb bei Kriegsende von den alliierten Mächten beschlagnahmt und zerstört worden war, konnte 1946, zunächst unter der Treuhänderschaft von Johannes Frank, die Arbeit wieder aufgenommen werden. Mit Beginn der 50er Jahre nahm auch die Firma Günther und Schramm am »Wirtschaftwunder« teil und konnte in der Folgezeit ständig expandieren. Das Lieferprogramm der Firma umfaßt heute Blank‑, Edel- und Walzstahl in vielfältigen Legierungen. Anfang der 80er Jahre mußte die Lagerkapazität noch einmal erweitert werden. In Ermangelung geeigneter Baumöglichkeiten wich man nach Königsbronn aus, wo ein Neubau mit über 10 000 qm Lagerfläche entstanden ist. Die seit 1979 als GmbH geführte Firma mit ihren Geschäftsführern Willi Günther, Hermann und Walter Schramm beschäftigt heute mit Zweigbetrieb in Mannheim ca. 150 Mitarbeiter und zählt zu den größten Stahlhandelshäusern der Bundesrepublik.</p>
<p>In den Bereich Großhandel können zudem die noch jungen Firmen OWEMA, Werkzeuge und Maschinen GmbH sowie die Vertriebsgesellschaft Stark GmbH für Holz- und Metallverarbeitungsmaschinen gezählt werden, deren Handelsbeziehungen inzwischen weit über Oberkochen hinausreichen. Das Transportgewerbe ist in Oberkochen mit zwei internationalen Speditionen und einem Fuhrunternehmen vertreten, die erst nach dem 2. Weltkrieg gegründet wurden. Die Firma Petershans &amp; Betzler begann 1945 im Dreißental. An die Stelle des schon früh verstorbenen Mitbegründers August Betzlers trat 1950 Karl Uhl in das noch junge Unternehmen ein. Nach der Umsiedlung an die B 19 im Norden von Oberkochen gelang es Hermann Petershans und Karl Uhl, eine Spedition für den Güternah- und Fernverkehr aufzubauen, die schon bald internationalen Ruf erlangte und heute zu den leistungsfähigsten im süddeutschen Raum gezählt werden kann. Die Anfänge der Spedition August Fischer im Katzenbach gehen auf den Transport von Gruben- und Faserholz vom Wald zum Bahnhof zurück, der zunächst mittels eines Pferdefuhrwerks getätigt und anschließend von einem Holzvergaser übernommen wurde. Auch diese Spedition wurde 1945 gegründet und hat seither eine stetige Aufwärtsentwicklung genommen. Heute transportieren 10 Fernverkehrslastzüge hauptsächlich Eisen, Stahl und Schmiedeteile in die wichtigsten deutschen Industriezentren. Das noch relativ junge, erst 1960 gegründete Güternah- und Fernverkehrsunternehmen Manfred Maier hat sich auf die Beförderung von optischen Geräten spezialisiert, was in Oberkochen natürlich nahe liegt. Der alte »Henschel« wurde inzwischen von acht modernen Lastkraftwagen abgelöst. Baustoffhandel und Einsatz im Winterdienst ergänzen den Fuhrbetrieb, der heute 13 Mitarbeiter zählt. Das einige Jahre in der Kreuzmühle ansässige türkische Fuhrunternehmen K.K.R. internationale Transporte GmbH ist seit Sommer 1992 völlig spurlos aus Oberkochen verschwunden.</p>
<h2>Das Handwerk verändert sein Gesicht</h2>
<p>»Handwerk hat goldenen Boden« besagt ein altes Sprichwort und die darin liegende Wahrheit zeigt sich auch bei den Oberkochener Handwerksbetrieben. Daß Schäfers Zunftbeschreibung (s. Einleitung), wonach Gewinn aus Handel und Zins Todsünde sei, auch in diesem Punkt überholt ist, zeigt sich an der Vielzahl von Handelstätigkeiten in den verschiedensten Formen und Ausprägungen, die auch von den Oberkochener Handwerkern nebenbei oder manchmal sogar schwerpunktmäßig ausgeführt werden. Die Struktur des Handwerks hat sich in den letzten 80 Jahren beträchtlich verändert. Eine Zusammenstellung zeigt die heute selbständig in Oberkochen vertretenen Innungen:</p>
<p>1 Gipser: Bruno Balle<br>2 Bauunternehmen: Franz Wingert, Wohnbau GmbH Oberkochen<br>1 Landschaftsbauer: Linus Holz<br>2 Gärtner: Josef Brandstetter, Emil Vollmer<br>2 Installateure: Abele-Königer, Erwin Zipser<br>1 Isoliermeister: Franz Seitz<br>1 Zweiradmechaniker: Emil Elmer<br>2 Elektrohandwerker: Herbert Betzler, Elektra Blum<br>1 Flaschner: Walter Borst<br>4 Maler: Adolf Hausmann, Wilhelm Schönherr, Friedrich Sievers, Peter Stiebritz<br>2 Schreiner: Clemens Grupp, Rudolf Hug<br>1 Polsterer/Raumausstatter: Manfred Kaufmann<br>2 Zimmermeister/Treppenbauer: Bernhard Brunnhuber, Willibald Mannes<br>3 Schneider: Gerrit Helmle, Altinkalem Azimet, Dimitriu Foto<br>1 Mühlenbetrieb: Caspar Scheerer (Untere Mühle)<br>2 Fotographen: Mario Mercaldi, Rolf Stelzenmüller<br>6 Kfz-Handwerker: Karl u. Eberhard Balle, Alfred Bücher, Franz Fischer, Andreas Gänsler, Gustav Maier, Adolf Willer<br>1 Metzger: Hans-Peter Lerch<br>3 Bäcker/Konditoren: Anton Bezler, Adolf Dickenherr, Johannes Jäger<br>7 Friseure: Kilian Blenk, Gertraud Czech, Gold GmbH, Gebr. Erich und Helmut Hahn, Anita Hieber-Mikulle, Franz Hurler, Karl-Heinz Meyer<br>1 Wäscher und Plätter: Rudolf Lebzelter<br>2 Hutmacher: Helene Burger, Hilde Muckenhaupt<br>1 Schuhmacher: Dietmar Walter<br>1 Uhrmacher: Agathe Loibl<br>8 Mechaniker/Schlosser/Dreher: s. Beschreibung</p>
<p>Demnach sind aus dem örtlichen Handwerk gegenüber der Aufstellung um 1910 ganz verschwunden die Häfner (bis auf Kurt Elmer, der das Handwerk noch nebenberuflich betreibt), Schmiede, Braumeister, Sattler, Küfer, Wagner, Drechsler, Mühlenbauer, Ziegler und Glaser. Davon sind einige Zweige fast vollständig ausgestorben bzw. in andere Richtungen übergegangen. So werden Tonwaren heute in Keramikfabriken hergestellt, viele Aufgaben der Wagner und Schmiede hat das Kfz-Handwerk übernommen. Die Schneider findet man, wenn überhaupt, fast nur noch in Textilfabriken, der Sattler hat seinen Nachfolger im Polsterer gefunden.</p>
<p>Zählt man einmal die Innungen ab, deren Entwicklung in enger Verbindung mit dem Einzelhandelsgeschäft verlief und heute noch verläuft, bleibt im wesentlichen noch das Bau- und Metallhandwerk. Man darf feststellen, daß auch hier das Wirtschaftswunder nicht vor den Toren Oberkochens halt gemacht hat. Im Bereich des Metallhandwerks bestand ja bereits eine lange Tradition, vor allem durch die Bohrermacherwerkstätten, von denen sich viele zu namhaften Industriebetrieben entwickelten (s. Vom Dorf zur Industriegemeinde), andere aber aufgrund dieser Konkurrenz zum Aufgeben gezwungen waren. Die Mechanikerwerkstätten nun, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, verdanken ihre Existenz vor allem der Firma Zeiss, in deren Auftrag mechanische Teile gefertigt werden. Hierunter sind die Werkstätten Liersch, Schwimmer, Speth, Werner, Steckbauer und Fickert zu zählen, wobei der Letztgenannte seinen Betrieb mangels geeignetem Gelände nach Königsbronn verlegt hat. Eigenständige Entwicklungen nahmen die mechanischen Werkstätten Anton Grupp, ein Betrieb, der Schlosserarbeiten und Metallbau aller Art durchführt und Werner Stein, der unter dem Namen WESTO firmiert. Aus der kleinen Reparaturwerkstatt für alles ist inzwischen ein beachtliches Unternehmen auf dem Gebiet der medizinisch-technischen Hilfsmittel geworden. Ganz durch Zufall, wie der Betriebsinhaber erklärt, kann er heute für einen US Konzern den europäischen Markt mit »Chirurgengerät« beliefern.</p>
<p>Aber auch das Bauhandwerk entfaltete sich insbesondere nach dem Kriege sehr schnell, was vor allem auf zwei Säulen beruht. In den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten bedingte das große Wachstum der Gemeinde im Sog von Zeiss eine rege Bautätigkeit, die dann mit dem Ansteigen des allgemeinen Wohlstandes durch weitere Neubau-. Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen abgelöst wurde. Die dazwischenliegenden Jahre der Rezession konnten erfreulicherweise bei diesen Betrieben keine größeren Spuren hinterlassen. Es darf davon ausgegangen werden, daß das Oberkochener Handwerk tatsächlich »goldenen Boden unter den Füßen« hat.</p>
<h2>Gewerbegebiet »Schwörz«</h2>
<p>Beträchtliche Probleme bestanden allerdings schon seit vielen Jahren in fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten mangels geeigneter Grundstücke. Zwei glückliche Umstände führten schließlich 1975 dazu, durch das Gewerbegebiet »Schwörz« den bestehenden Engpaß wenigstens vorläufig abzumildern. Zum einen gelang es, von der niedergehenden Maschinenfabrik J. A. Bäuerle zwei größere Grundstücke zu erwerben, so daß nun fast die gesamte Fläche links und rechts des Kochers, zwischen Kapellenweg und Nordrampe in städtischen Besitz kam. Zum anderen konnte die Stadt einen größeren Zuschuß zur Erschließung vom Land Baden-Württemberg erhalten, nachdem das Gebiet des ehemaligen Landkreises Aalen 1975 zum Fördergebiet im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur« erklärt worden war. Die Erschließung vollzog sich sehr rasch, so daß bereits 1976 die ersten Betriebe bezogen werden konnten. Heute ist die »Schwörz« bis auf wenige Grundstücke, die jedoch verkauft sind, bebaut und man sollte sich schnellstens Gedanken über evtl. weitere gewerbliche Nutzflächen machen, die sich nur noch im Süden der Stadt anbieten, bevor noch mehr Betriebe Oberkochen den Rücken kehren.</p>
<h2>Oberkochener Handwerker haben Tradition</h2>
<p>Viele Jahrzehnte ungebrochene Tradition können eine ganze Anzahl von Handwerksbetrieben vorweisen, wovon den ältesten noch einmal besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Das Bauunternehmen Wingert konnte 1982 sein 200jähriges Firmenjubiläum feiern und ist damit der älteste noch bestehende Handwerksbetrieb in Oberkochen.</p>
<p>1782, dem Jahr, als Franz Anton Wingert die ersten Bauten errichtete, dürften alten Pfarrbüchern zufolge, in Oberkochen gerade 800 Seelen gelebt haben. Wer bauen wollte, mußte die Steine unter schwierigsten Bedingungen aus den Brüchen des heimischen Jurakalkes holen und mit Hammer und Meißel zu Quadern bearbeiten. Man findet diese Steinbrüche heute noch in den Hängen um Oberkochen. Einige dieser handbehauenen großen Sockelquader aus dieser Zeit befinden sich übrigens im Fundament der Kath. Kirche. Der Mörtel bestand hauptsächlich aus Straßenabraum, der sehr kalkig war. Später wurden zur Mörtelaufbereitung in Erdlöchern Kalksteine mit Holzfeuerung gebrannt und abgelöscht. Ab der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden immer höhere Anforderungen an das Unternehmen gestellt, da in der Zwischenzeit eine kleine Werkzeugindustrie heranwuchs. Johannes Wingert (1846–1929) beschäftigte damals bereit 10 Gehilfen und war an den Bauarbeiten der Bahnstrecke, die 1864 in Betrieb genommen wurde, maßgeblich beteiligt. In den Wintermonaten war man mit Waldarbeit beschäftigt und wenn an Wochenenden Musik zu Hochzeitsfesten gebraucht wurde, dann holte man auch gerne Maurermeistersgehilfen, die mit ihren Blasinstrumenten zum Tanz aufspielten. Heute stellt sich das Bauunternehmen Wingert, geführt von Franz Wingert sen. als moderner Baubetrieb mit einem der technischen Entwicklung entsprechenden Maschinenpark dar. Zu den Maurerarbeiten kam zwischenzeitlich der Beton- und Stahlbetonbau, der sorgfältigste Ausführung verlangt. Vor wenigen Jahren entstand im Gewerbegebiet »Schwörz« ein moderner Bauhof, der auf eine weitere Expansion des Unternehmens ausgelegt ist.</p>
<p>Gerade halb so alt, aber immerhin ins 107. Jahr seines Bestehens geht der Holzbaubetrieb Bernhard Brunnhuber, der vom Sohn des Maurers Sebastian Brunnhuber im Jahr 1879 in der damaligen »Langgasse« und heutigen Heidenheimer Straße als Zimmerei gegründet wurde. Die Vorfahren waren nach dem Dreißigjährigen Krieg als Söldner aus der Steiermark eingewandert und wurden hier seßhaft. Zur Zeit der Gründung baute man im 1100 Einwohner kleinen Oberkochen noch sehr wenig Häuser, so daß die Mitarbeit am Turm der kath. Kirche sehr bedeutsam war. Auch beim Zimmermeister und seinen Gesellen hing die Ernährung der Familie in den Wintermonaten von der Waldarbeit ab. 1903 wurde Bernhard Brunnhuber als selbständiger Zimmermeister in die Handwerkerrolle der Handwerkskammer Ulm eingetragen. Wohnhaus und Zimmerplatz lagen zu dieser Zeit im Bereich der Gemeindewaage. Erst der Verkauf eines Pferdes, das Brunnhuber 1910 auf dem Kalten Markt in Ellwangen gewonnen hatte, versetzte ihn in die Lage, 1911 das Grundstück zu erwerben, auf dem der Betrieb heute noch steht. Nach manchen, vor allem kriegsbedingten Krisenjahren ist die Firma Bernhard Brunnhuber heute ein modernes Holzbauunternehmen, das von Franz Brunnhuber umsichtig geleitet wird. Eine angegliederte Schreinerei, Kohlen- und Heizölhandlung sorgen für die nötige Krisensicherheit. Erst 1984 konnte auf ehemaligem Wigo-Gelände ein weiteres Geschäftsgebäude mit Lagerhalle in Betrieb genommen werden.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="711" height="698" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s393.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11804"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Für seine qualitativ hochwertigen und ästhetisch überzeugenden Treppen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist ein weiteres traditionsreiches Holzbauunternehmen, das seit 1921 besteht. Kurz nach dem ersten Weltkrieg trat ein aus Rammingen bei Ulm stammender junger Zimmergeselle namens Willibald Mannes in die Dienste der Firma Brunnhuber ein. Schon wenige Jahre später aber machte er sich selbständig und gründete in den Untergeschoßräumen seines Wohnhauses gegenüber der Unteren Mühle (Scheerer) eine Zimmerei. Da die Räumlichkeiten bald zu klein waren, wurde in den Jahren 1938/39 das Gebäude Kapellenweg 3 gekauft und umgebaut, bevor nach dem Zweiten Weltkrieg ein mächtiger Aufschwung zum Bau der jetzigen Betriebsanlagen führte. Seine heutige Prägung erhielt der Betrieb durch Zimmermeister und Architekt Willibald Mannes, der 1948 die Meisterprüfung ablegte und sich früh auf den Bau von Holztreppen aller Stilrichtungen spezialisierte. Als Autor von Fachbüchern, die in verschiedene Sprachen übersetzt worden sind, sowie als Leiter für Fachkurse, gibt er seine reichen Erfahrungen weiter und trägt so zu einem kontinuierlichen Fortschritt im Treppenbau bei. Die Glaserei Wingert war über hundert Jahre alt, bevor sie vor kurzem aufgrund unglücklicher Umstände ihren Betrieb einstellen mußte. Der Firmengründer, Michael Wingert, gehörte 1906 zu den Mitbegründern des Oberkochener Handwerkervereins. Sein Sohn Paul setzte sich von 1923 bis 1933 als Vorsitzender des Gewerbe- und Handelsvereins für die Belange von Handwerk und Handel ein.</p>
<p>Neben diesen traditionsreichen Handwerksbetrieben gibt es einige weitere, die in den nächsten Jahren ihre Firmenjubiläen begehen können und eine entsprechende Würdigung erfahren werden. Goldene Meisterbriefe erhielten in den letzten Jahren Schreinermeister Clemens Grupp, Altflaschenermeister Walter Borst und Altbäckermeister Karl Widmann (Storchabeck). Eine Ehrung ganz besonderer Art wurde der 19jährigen Andrea Sievers zuteil. Die Tochter von Malermeister Friedrich Sievers konnte 1978 den Preis einer Bundessiegerin im Malerhandwerk entgegennehmen und durfte sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen.</p>
<h2>Gute Beziehungen</h2>
<p>»Der Stand der Gewerbetreibenden ist mit der Gemeindeverwaltung besonders eng verbunden und beide sind Gebende und Nehmende zugleich«, sagte der frühere Bürgermeister Gustav Bosch anläßlich einer Ehrung beim Gewerbe- und Handelsverein. »Die wechselseitigen Beziehungen wären aber nur verstandesbetont«, führte er weiter aus (BuG v. 5.2.54), »wenn sie nur die Steuerpflicht auf der einen und die Vergabe von Aufträgen auf der anderen Seite einschlössen. Veranstaltungen wie diese, oder etwa die Weihnachtsausstellung seien dazu da, die an sich nüchternen Beziehungen mit dem warmen Atem menschlicher Berührung zu durchdringen, mit einer Wärme, die manches Eis wegschmelzen könne, oder gar nicht erst gefrieren lassen brauche, die scheinbare Härten und wirkliche oder vermeintliche Unvollkommenheiten verzeihen helfe, weil sie um Verständnis werbe.« Anläßlich der Stadterhebung 1968 hat man Bürgermeister Bosch durch den Vorsitzenden des Gewerbe- und Handelsvereins, Karl Reber, eine goldene Amtskette überreicht, die vom örtlichen Handwerk und Handel sowie Vertretern der freien Berufe und einigen auswärtigen Unternehmen, die mit der Stadt eng verbunden sind, gestiftet wurde. Möge dies als der sichtbare Ausdruck eines geordneten Verhältnisses zwischen Gewerbe und Stadtverwaltung gewertet werden. Auch bei den örtlichen Schulen nimmt man eine gute Zusammenarbeit mit Genugtuung und Dank zur Kenntnis. Schon seit vielen Jahren werden den Schülern für ihre berufsorientierenden Praktica Plätze in Handwerk, Handel und Industrie bereitgestellt, was letztlich wieder der ganzen Gemeinschaft zugute kommt.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Es bleibt zu hoffen, daß sich all diese bestehenden fruchtbaren wechselseitigen Beziehungen auch in die Zukunft fortpflanzen und vertiefen mögen, zum Wohl der Stadt und ihrer Bürger, die heute und in der Vergangenheit ihre Fähigkeiten, wie Einsatzbereitschaft. Fleiß, Geschick und gute Ideen unter Beweis gestellt haben.</p>
<p>»Gott segne das ehrbare Handwerk von Oberkochen«</p>
<h3><strong><em>Quellen:</em></strong></h3>
<p>»Bürger u. Gemeinde«, Amtsblatt der Stadt Oberkochen, Standort‑, Markt- und Imageanalyse (Gewerbe- u. Handelsverein Oberkochen)</p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Franz Uhl</em></strong></p></div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Oberkochener Originale</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/oberkochener-originale/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 May 2024 12:36:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Seite 373-378 (Willibald Grupp)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_7 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Original ist ja jeder Mensch. Dieser braucht aus der Gemeinschaft nicht unbedingt herauszuragen. Der Leser wolle mir Ungenauigkeiten da oder dort nachsehen.</p>
<p>1.) Im Schweizer Hof (Katzenbachstr. 3) wohnte der CHINA-MAX, ein stattlicher schnurrbärtiger Mann. Er war 1900 mit bei dem Expeditionskorps in China, das den dortigen Boxeraufstand — Ermordung des deutschen Gesandten — mit deutschen Fäusten niederschlug. Eine grüne Uniform mit einem großrandigen Schlapphut beeindruckte die Oberkochener, die großenteils von der großen Welt bestenfalls vom Schulunterricht her und da und dort aus der Zeitung etwas erfuhren. Übrigens: Sein Sohn Eugen, Fußballtorjäger beim TVO nach dem Zweiten Weltkrieg, war der »CHINA«; er verstand es, im Streitfalle sehr gut, boxend sich zu verteidigen.</p>
<p>2.) Vor etwa 60 Jahren lebte in dem mühlbergeleabwärts angebauten Gebäudeteil des Hohentwiel — HANS. Er war ein alter hagerer schon etwas gebrechlicher Mann mit einer dünnen Stimme. Wir Kinder kannten seinen bürgerlichen Namen nicht einmal. Eines Tages kamen zwei Dorfbuben, der Ludwig und der Hans, auf die große Idee, den Mann in seine burgartige Behausung (knarrende niedere Eingangstür, enge steile Stiege, winzige Fenster) einzusperren. Sie hatten bald einen passenden Prügel zur Hand, klemmten diesen unter die Türschnalle, gingen auf Sicherheitsabstand und hörten sich alsbald genußvoll das Zetern und Jammern und Schimpfen des Alten an. Dia Lausbuaba!</p>
<p>3.) Der MICHEL war ein Kleinstbauer im Brunkel drunten. Fabrikarbeit half ihm durchs Leben zu kommen. Eines Sommers Abend schlenderten etliche junge Oberkochener an Michels Minibauernhaus vorbei, schauten zur offenen Stalltür rein, und was sahen sie? Der brave Michel mühte sich beim Melken, das garnicht klappen wollte. Wahrscheinlich hatte er am warmen Abend sich ein gutes Bier genehmigt; er saß an der Rückseite der Kuh auf dem Melkschemel, versuchte so von hinten herein zwischen den Kuhfüßen die Euterstriche zu fassen, was ungemein schwierig — jedoch den paar Zuschauern ein Heidenspaß war.</p>
<p>4.) Wenn Kinder vor Tatendrang fast nicht zu bändigen waren, drohte man ihnen mit tiefer Stimme: »Wenn der GRUBWIRTSFRANZMANN kommt aus den Mazedonen!« Dies half fast immer. — Im Gasthaus »Grube« hängt im Gastraum ein schönes Bild von ihm, der im Ersten Weltkrieg in Mazedonien eingesetzt war.</p>
<p>5.) Der alte Fabrikant GRUPP marschierte täglich nach dem Mittagessen so gegen viertel zwei von der Wohnung zur über einen Kilometer entfernten Fabrik, in Richtung Königsbronn. So mancher Wanderbursche, Handwerksbursche war damals auf der Straße unterwegs; sie waren auf der »Walz«. Eines Tages wurde der einfach gekleidete Fabrikant mit hartgearbeiteten Händen von so einem Wandergesellen in Nähe der Fabrik angesprochen: »Grüß dich Kollege, woher? Wohin des Wegs? usw.« darauf der alte Herr: »Was? Kollege? — Dau staht mei Fabrik!« Und zum Kocherkanal weisend erklärte er, daß da lauter Benzin laufe, denn da drinnen habe ich eine Turbine, die die ganze Fabrik antreibt, lauter Benzin!« gab ihm ein Geldstück.… ade!</p>
<p>6.) Zur KLARA-BETE brachten im Sommer die Himbeerleute ihre Ernte. Die süße Ware wurde in Litern gemessen und bezahlt — Beerensammelstelle. So gab es bei den vielen kinderreichen Familien doch ein kleines Zugeld. Die Bete fuhr auch mit einem großrädrigen Kinderwagen Hafnereierzeugnisse zur Kundschaft in die Stadt. Sie war so — mit ihrer Gesprächigkeit verbunden — gewiß ein Oberkochener Original. Erzählt wird folgende familiäre Begebenheit: Die Bete war mit ihrer Ware auswärts. Ihr Mann, der KLARA, mußte des Abends die Kinder versorgen und schamberte nach dem Abendessen allesamt ins Bett. War da doch ein Kerlchen, das nicht parieren wollte. Mit etlichen Hieben aufs Gesäß klappte es doch. Als die Bete heimkam, die Kinderschar musterte, kam es auf: der widerspenstige Bub gehörte ja dem Nachbarn…</p>
<p>7.) Pfingstmarkt war in Oberkochen. Vor der alten Schultese (Schultheißin) ihrem Haus war ein LUKAS aufgestellt. Schon Vormittags stand der alte JOOSS — damals noch bei besten Manneskräften — beim Lukas, beäugte ihn — fragt der Lukas-Mann, ob er hauen wolle — »ja, schon, aber« — »i schlag dr n ja doch kaputt« — »Was?! Den haust du nit zemma! Kannst haua !« Der Jooß holt aus, haut darauf, es schellt oben kurz und schon ist er hin, der Lukas! Dem Lukasmann kommt das Weinen, packt die Trümmer ein, geht mit Schaden heim. —</p>
<p>Beim Jooß seiner Leich war der Sarg mit zwei gekreuzten Gewehren geschmückt — Jooß war Veteran von 1870 gewesen.</p>
<p>8.) Der POLIZEIDIENER (Gold) schellte 1914 in Oberkochen die Mobilmachung aus. Bei der Öschprozession, beim jährlichen Bittgang am Markustag nach Unterkochen, bei der Fronleichnamsprozession führte er die Spitze in Festuniform mit umgeschnalltem Säbel und dem Helm auf dem Kopf an. Er war eine stattliche, beleibte, schnurrbartbewehrte, würdige Amtsperson.</p>
<p>9.) Der PETER PAUL war Kirchenordner. Bei der Prozession zum Balles-Kreuz drohte über den Lindenfirst ein Gewitter hereinzubrechen. Wolkenschwärze, Blitz und Donner wirkten auf die Kreuz und Fahnen vorantragenden Ministranten und Kinder. Während die Erwachsenen am Kreuz noch zum Stationsgebet versammelt blieben, marschierten Kreuz, Fahnen und die Kinderschar flott dorfwärts — die Prozession drohte auseinanderzubrechen. Da jammerte der brave Ordner: Sapperament , sapperament, iatz gangat dia mit’m Kreuz zom Teifl!</p>
<p>10.) SAPPER, Landwirt und Schmied, war damals ein angesehener Gemeinderat; seine Meinung war geschätzt. Bei einer Gemeinderatssitzung war einer der Herren eingenickt. Über den behandelten Tagesordnungspunkt mußte abgestimmt werden. Der Eingenickte wachte jäh auf, wurde unmittelbar um sein Votum befragt. »I stimm wie Sapper!« war sein Bescheid. Dieser kluge Spruch lebte in Oberkochen bei passender Veranlassung noch viele Jahre fort.</p>
<p>11.) Der STOI-HANS wohnte im Katzenbach. Sein Broterwerb war das Steineklopfen. Längs des ganzen Tiefentalsträßles wurden in Zeitabständen vom Gäul-Bauer Gentner Kalkbruchsteine auf die Schotterplätze angefahren und etwa als Meterwürfel schön aufgeschichtet. Dann kam der Stoi-Hans mit Schlägel und Hammer und einem alten Polstersack zum Draufsitzen und hieb das ganze Zeug klein. So saß er viele Stunden klopfend auf dem langsam wachsenden Schotterhaufen und, wenn es endlich Feierabend war, ging er mit steifen Beinen heimwärts. Gerade die steife Gangart beeindruckte die Bauernkinder. STOI-HANS!</p>
<p>12.) Den SPETHEN-KARL weiß ich noch, wie er im Kies draußen auf seinem Hofe (Heidenheimerstr. 78) mit einer Spannsäge auf dem Sägbock Schlagholz kleinsägte. Ein langer weißer Vollbart markierte den alten Oberkochener Kleinlandwirt, ein blauer Schurz hob den Bauch zusammen und der alte vergilbte Strohhut schützte den kräftigen Kopf. Meine Schwester Ida erzählt, daß man bei der Feldarbeit im Tiefental oder im Langert oder im Gunderstal so manches Mal den Spethenkarl aus seinem Reisigschlag im drober stehenden Wald laut kräftig singen hörte. Das Lied vom Hohenzollern war seine Liebe. Und so läßt unsere Ida heute noch bei guter Laune zur Freude aller Mithörer den Spethenkarl herein.</p>
<p>13.) Dem Schuhmacherspaul sein Opa hieß WEBER: Neben der Schuhmacherei betrieb er Fischerei und Forellenzucht, bis hin zum Kocherursprung. Dort hatte er die Fischkästen und Reußen im Quellwasser liegen. Seine Kinder mußten zur Winterszeit, so der Frost es zuließ, in den Zuchtkästen die winzigen Fischlein sortieren — das gab kalte Hände bis in die Füße hinab! Doch der Forellenfang hatte eine gute Seite. Opa Weber hatte gute Kundschaft in hohen Ellwanger Beamtenfamilien. So bekam er nebenbei einen richtigen vornehmen Gehrock (Gasthintere). Diesen hatte Weber viele Jahre lang beim täglichen Kirchgang und auch bei vielerlei Gelegenheiten angezogen. Sogar am königlichen Hof in Stuttgart waren seine Kocherforellen geschätzt (königlicher Hoflieferant). Er wurde auch mal nach Stuttgart eingeladen und bekam einen Verdienstorden. So war Opa Weber einer der best angezogenen Männer Oberkochens gewesen.</p>
<p>14.) 1881 war der Schmiedjörgles Karl auf diese Welt gekommen. Bald nach 1900 absolvierte er in Ellwangen die Ackerbauschule. Eine grüne Uniform mit Hut trugen stolz diese Schüler. Als »gstudierter Bauer« kam der Schmiedjörgle auf den elterlichen Hof zurück (jetzt Kreissparkasse). Er wußte nun sein Gelerntes gut anzuwenden. Sein Rat war gut vier Jahrzehnte lang gefragt, gerne in Anspruch genommen, sei es, daß ein Stück Vieh am Auflaufen war (Trokar in den Pansen!) oder hatte eine Kuh eine kleine Rübe geschluckt, die im Schlund steckenblieb (Schlundrohr!) oder auch allgemein, die Bebauung der Felder betreffend. Die Schnupftabaksdus begleitete den seine Meinung stets hartnäckig verteidigenden Bauern in der Ortsmitte bis ins hohe Alter.</p>
<p>15.) Drei Jahre später ist der Schmiedjörgles-Paul geboren. Es gibt ein altes Foto, worauf er als Fahnenträger des Gesellenvereins auf den Stufen des Kölner Domes steht (1906). Um 1908 ging er nach England, nach London, richtete sich eine Autoreparaturwerkstatt ein, reparierte insbesonders die Autos der Londoner Polizei, gab auch Fahrunterricht. Sein prominentester Fahrschüler war der Vater der englischen Königin. Um 1925 hatte der Engländers Paul einen Reisigschlag auf der Heide droben. Noch war er krank geschrieben, doch schon so weit gesundet, daß es ihn in den Schlag hinauftrieb. Plötzlich hört er von der Spranzenmühle herauf Motorradgeknatter. Oh herrjeh, dös ischt ja dr Krankakontrolleur!</p>
<p>Saust heim; mitsamt den Kleidern schmeißt er sich ins Bett, zieht die Decke zum Hals, schnauft wie ein Kranker und schon ist der Kontrolleur im Zimmer, hat Bedauern wegen der harten Schnauferei und wünscht gute Besserung — die Stiefelspitzen unten im Bett hat er gottlob nicht gesehen! 1928 baute der Engländer weit hinten im Feld des Dreißentals sein Wohnhaus (Sperberstr. 17), trieb etliche Jahre mit Erfolg Seidenraupenzucht im Untergeschoß seines Hauses bis ihm die Arbeit mit den Raupen doch über den Kopf wuchs. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der OLLO (Ähnle) lange Zeit ein im Ort wohlbekannter Mopedfahrer mit einem herrlichen fliegenden weißen Vollbart. Im Langenburger Automuseum steht der englische Autoveteran von damals.</p>
<p>16.) Dem GRUPPA ÄHNLE, vor 150 Jahren geboren, mußte mit 28 Jahren ein Bein amputiert werden: Männer aus der Nachbarschaft wurden herbeigebeten, den kranken Mann auf dem Stubentisch daheim festzuhalten derweil der Doktor ohne Narkose (es gab sie eben nicht) am Oberschenkel den Fuß abschnitt und absägte. Ein massiver Hartholzfuß begleitete den Bauersmann fürderhin durchs Leben. Maria erzählt, daß sie als Kinder auch Fronleichnamsprozession gespielt hätten, indem sie Ähnles Holzfuß klauten und feierlich singend im Hofe vor dem Hause hoch erhoben herumtrugen. Im 82. Jahr wurde der Ähnle beim Grasabladen im Stadel in einen Zeh des gesunden Fußes gestochen; er bekam Blutvergiftung, er starb daran.</p>
<p>17.) Mein Vater, der GRUPPA FRANZ (1863–1925). Fortschrittlich war der Vater schon. 1904 haben italienische Maurer (Gastarbeiter!) im Viehstall eine Hurtisbetondecke eingebaut und Luggenlohbrunnenwasser ins Haus geleitet. 1916 kam der elektrische Motor in den Stadel. Futterschneiden, Rübenmahlen, Holzsägen, Dreschen wurden hiermit motorisiert. Eine Mähmaschine rationalisierte die vielen Sensenmänner (Schnitter) weg. Doch die 15 groß werdenden Kinder brauchten neben der Nahrung, die der zehn ha Hof gerade gab, auch Kleidung, bares Geld war rar! So entschloß sich der sangesfreudige Mann, Komiker, Unterhalter, Entertainer bei Vereinsveranstaltungen zu machen. Von Wasseralfingen bis Giengen hinauf hatte er seine Komikerabende, er sang seine einstudierten Lieder im Notenfrack, Notenhut, im Bauernhemd mit Zipfelmütze, brachte Spaß und Freude unters Volk; Hermann Spranz begleitete auf dem Klavier. Und so brachte der Vater in der so armen Nachkriegszeit doch etliche Märkle zu seinen Kindern heim, die mit freudigem Eifer dies Geld nachbeigten. Mutter erzählte, wie Vater 100 Reisigwellen mit dem Kuhgespann nach Aalen führte, nach dem Verkauf sich im »FUCHS« labte und stärkte — die Viecher bekamen ein Büschele Heu vor die Füße — bis er heimfahren wollte, war das Gespann weg! Die Kühe waren mit dem leeren Leiterwagen ohne irgendwo anzustoßen bis vor die Stalltüre zehn km weit heimmarschiert. Ein ander Mal kam Vater in den Wald gefahren zum Laub holen. Mutter hatte im voraus schon draußen Laubhaufen zusammengerecht. »ja Franz, wo hast denn deine Laubschild, deine Laubprügel???« Unterwegs im bergauf waren diese wichtigen Laubwagenutensilien vom Wagen gelottert. Franz hatte dies nicht bemerkt, er hatte unterwegs geschlafen, denn er hatte noch während des Zwölf-Uhr-Läutens mit dem Freund Schellmann in der Schelle einen Krug Bier ausgetrunken.</p>
<p>18.) Der Mädderleshannes. Einmal hatte der »Mädderleshannes« (Baierle) eine Reparatur am Dachfirst eines Stadels durchzuführen. Plötzlich brach ein Ziegel, auf dem er stand, in Stücke. Der Hannes verlor das Gleichgewicht und wargelte das steile Dach hinab, stürzte über die Rinne auf das Vordach eines kleinen Anbaus, wo er allerlei Unheil anrichtete, und von dort weiter auf den Boden. Dort angekommen stand er, ohne Schaden genommen zu haben, wieder auf, schüttelte sich, schaute prüfend an sich hinab und stellte fest: »Heidabemberle, jetz isch dr Schuurzbendl hee«</p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Nacherzählt DB (W. Grupp)</em></strong></p></div>
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		<title>Namensgeschichte Oberkochener Familien bis 1900</title>
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		<pubDate>Tue, 21 May 2024 12:34:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
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					<description><![CDATA[Seite 349-372 (Kuno Gold)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_8 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das eigene Woher zu kennen hat schon immer gelockt. Immer schon war es ein besonderer Anreiz in Erfahrung zu bringen, wie die Urgroßeltern und noch weitere Vorfahren geheißen haben, wo sie lebten und wo sie herstammten. So wird Namensgeschichte zur Familiengeschichte und gar ein Stück Dorfgeschichte.</p>
<p>In den folgenden Seiten zu blättern sei ein Spaziergang in die Vergangenheit, und er führt uns hinein in eine Vergangenheit, die uns zum Nachdenken stimmt, hinein in das Zeitalter des religiösen Fanatismus, dessen Auswirkung der große Glaubenskrieg war, der dreißig Jahre andauerte. Die Ereignisse und einige Zahlen besagen, daß auch die Randgebiete des großen Geschehens wohl sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden. Im Jahre 1634 war die Schlacht bei Nördlingen und elf Jahre später, das war also 1645, wurde die Kocherburg bei Unterkochen von den Schweden zerstört. Erst 1650 sind die letzten Schweden aus unserem Raume abgezogen. Ob Freund oder Feind, für die plündernden Horden ging es nicht um das Glaubensbekenntnis, danach wurde nicht gefragt. Es ging nur um Beute — es war Habgier. Im Jahre 1618 zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges hatte das Dorf am Quell des Kochers knapp 500 Einwohner — und Ende dieses unseligen Bruderkrieges waren es noch 120.</p>
<p>Die wichtigsten Quellen für diese Namensforschung sind die kirchlichen Archive, die Kirchenbücher. Diese Bücher sind Truhen, die mit Vergangenheit gefüllt sind und uns Einblick gewähren in das Werden und Tun unserer Vorfahren. Zwischen 1656 und 1658 wurde in beiden Pfarreien begonnen, das Tauf -, das Ehe- und das Sterberegister zu führen.</p>
<p>In drei Abschnitte sei diese Namensgeschichte geteilt und dem Alter nach geordnet.</p>
<ol>
<li>Namen, die vor dem 30jährigen Krieg in Oberkochen ansässig waren.</li>
<li>Namen aus dem Nachbarland Österreich, die heute noch in Oberkochen seßhaft sind.</li>
<li>Namen, die aus der näheren Umgebung zugezogen sind.</li>
</ol>
<p>Wenn im Einzelnen die ganze Ahnenreihe nicht aufgeführt werden kann, so soll wenigstens die Entstehungsspur aufgezeigt sein, zum Teil auch die Breite und die Bedeutung des Geschlechtsnamens in der damaligen Dorfgemeinschaft.</p>
<p>Die Ältesten sollen die Ersten sein. Allem voraus die Namen, die dem Schwert, der Hungersnot und der Pest entlaufen sind, die also den großen Bruderkrieg im oberen Kochertal überlebt haben.</p>
<p>Namen, die über den 30jährigen Krieg hinaus nachzuweisen sind</p>
<p><strong>1567</strong><br>Der erste geschriebene Bezler wurde 98 Jahre alt, er ist 1567 geboren und starb 1665 in Oberkochen. Es ist Jörg Bezler, der »Dochtermann« des Georg Glaser, ellw. Wirt zu Oberkochen. Im Jahre 1600 ist die Erbteilung und Jörg Bezler übernimmt eines der ellw. Wirtshäuser in Oberkochen, das Lamm.</p>
<p>Sein Sohn Johann Caspar, 1601 geboren (siehe Grabtafel, Kirchenmauer am Mühlbergle), und die nächsten zwei Nachkommen waren ebenfalls Lammwirt. Johannes Betzler ist erster ellw. Schultheiß nach dem 30jährigen Krieg.</p>
<p>Es war die Juliana Wiedmann, die wahrscheinlich bereits im Eheversprechen 1792 den Johannes Bezler dazu bewegen konnte, den Wohnsitz an ihren Geburtsort, ins »Rössle« nach Dewangen zu verlegen. Das ist der Anfang der Dewanger Bezler-Linie.</p>
<p>Der jüngste Sohn Peter Bezler, 1610 geboren, heiratet nach Unterkochen, in zweiter Ehe 1644 »sein anderes Weib«, die Margareta Schaup von Oberkochen. Sein Sohn Christoph war Dorfmüller in Unterkochen. Franziscus, einer der Söhne des Christoph, 1687 geboren, ist von Unterkochen nach Wiesensteig abgewandert. Er ist der Vater der Wiesensteiger Bezler-Linie. An Hausnamen waren »Kratzer« und »Hofmann« geläufig.</p>
<p><strong>1591</strong><br>Georgen Glaser, ellw. Wirt zu Oberkochen. Wein von Marbach verschätzt — Strafe.</p>
<p><strong>1610</strong><br>Joerg Bezler .… die Kanten für Wein sind zu klein — dafür er bestraft.</p>
<p><strong>1622</strong><br>gibt es in Oberkochen drei Wirte — Joerg Speth, Hirschwirt — Melchior Feyl, Ochsenwirt und Johann Caspar Bezler, Lammwirt.</p>
<p><strong>1593</strong><br>Im Jahre 1658 wurde im Könnigsbronnschen (ev.) Gemeindeteil begonnen, das Ehebuch zu führen. Zwei Hochzeiten sind in diesem Jahr geschrieben — und es waren zwei Brüder, die in diesem Jahr in den Stand der Ehe traten — Melchior Merz und Caspar Merz, Söhne des Hanß Merz, 1593–1675 in Oberkochen ansässig. Es war ein breites Geschlecht, sowohl in Oberkochen als auch in Unterkochen. Im Jahre 1885 ist der letzte dieser Sippe von Oberkochen abgewandert.</p>
<p><strong>1478</strong><br>ist Conrad Merz auf der unteren Mühle geschrieben. 1606 Dietrich Merz, ev. Schultheiß in Oberkochen.</p>
<p><strong>1614</strong><br>Caspar Merz und Hans Miller haben Streit an ihrem nebeneinanderliegenden Acker aufm Volkharsperg um 6 Beth.</p>
<p><strong>1597</strong><br>Melchior Rittelmann, 1597 geboren, ist der Stammvater der Rittelmann-Sippe. Sechs Generationen verbrachten ihr Dasein in Oberkochen. Im Familienleben von Alt-Oberkochen spielte dieser Geschlechtsname eine nicht unbedeutende Rolle. Doch mit dem Ableben des Joseph Rittelmann im Jahre 1842 ist dieser Familienname in Oberkochen erloschen.<br><strong>1478</strong> Joerg Rittelmann hat ein Gut am Bühl.<br><strong>1614</strong> Joerg Rittelmann und Claus Mayr, beide Eisenschmied zu Oberkochen.</p>
<p><strong>1601</strong><br>Der Müller Jeremias Raunest hat den grossen Glaubenskrieg in Oberkochen überlebt. Er ist 1601 geboren und starb 1676 im Alter von 75 Jahren. Zwei seiner Söhne sind nach Königsbronn und nach Heubach abgewandert. Der dritte seiner Nachkommen, ebenfalls Müller von Beruf, verblieb im Dorf. Auch sein Nachkomme war Müller und Königsbronnscher Schultheiß in Oberkochen. Mit seinem Ableben<br><strong>1739</strong> ist der Name Raunest aus den Büchern verschwunden.<br><strong>1390</strong> Joannes Raunest ist auf der unteren Mühle geschrieben.</p>
<p><strong>1606</strong><br>Der erste, der heute noch ansässigen Scheerer ist Balthasar 1606 geboren. Dessen Sohn Joachim und zwei weitere Nachfahren aus dieser Ahnenreihe waren Königsbronnsche (ev.) Schultheißen in Oberkochen. Einer dieser Schultheißen, ebenfalls Joachim mit Vornahmen (1722–1797), war Müller auf der Unteren Mühle und 24 Jahre Ortsvorsteher im evangelischen Gemeindeteil. Es gab zwei Hirschwirte mit dem Namen Scheerer und zwei Generationen Scheerer waren auf der Äußeren Ziegelhütte. In diesem zweigeteilten Dorf hatte der Name Scheerer schon eine besondere Bedeutung.</p>
<p>In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurden noch dreizehn Scheerer-Ehen geschlossen. Doch die Scheerer sind von Oberkochen abgezogen, zwei davon nach Amerika ausgewandert. Im Jahre 1860 gab es nur noch einen männlichen Scheerer, den Johann Caspar Scheerer, der 1874 die Untere Mühle übernahm, die an weitere drei Generationen vererbt wurde und heute noch im Besitz der Scheerer ist.<br><strong>1591</strong> ist eine Barbara Scheererin geschrieben.<br><strong>1608</strong> Melchior Scheerer, Pauer zu Oberkochen hat Schlägerei mit Melchior Feyel — Wirt zu Oberkochen, (Ochsen) — deswegen bestraft.<br><strong>1612</strong> Hannß Scheerer, wirtemb. Forstknecht zu Oberkochen.</p>
<p><strong>1612</strong><br>Christian Speth ist der Stammvater der heute noch Ansässigen dieses Geschlechtsnamens. Er starb 1683 einundsiebzig Jahre alt — ist also 1612 geboren. Der Name Speth war bereits vor dem unseligen Glaubenskrieg in Oberkochen, als auch in Unterkochen ansässig.</p>
<p><strong>1591</strong> Matheis Speth zu einem Richter angenommen.<br><strong>1612</strong> Jerg Speth zu Oberkochen hat am Johannistag zu Weihnachten Hanns Miller einen Königsbronnschen Pauren ein Rindt gemezget, deswegen er bestraft.</p>
<p><strong>1612</strong><br>Georg Veil, 1612 geboren, wurde 80 Jahre alt. Er starb 1692 als der Stammvater eines breiten Geschlechtes im Dorf Oberkochen. Neun Generationen dieses Namens verbrachten in lückenloser Folge ihr Leben im oberen Kochertal. Wohl eine erhebliche Anzahl der alten Geschlechter findet in der Ahnenreihe einen weiblichen Vorfahren mit dem Namen Veil. Doch dieser Familienname ist von Oberkochen abgewandert nach Ellwangen, Hüttlingen nach Augsburg und in die Schweiz.<br><strong>1605</strong> Melchior Feihl, Wirt zu Oberkochen bestraft, weil sein Sohn Hannß ein falschen Wein von Marbach gebracht.</p>
<p><strong>1613</strong><br>Sebastian Schaup, der Erste der verfolgbaren Ahnenreihe dieses Namens ist 1613 geboren. Er entstammt einem Geschlecht, das bereits vor dem 30jährigen Krieg der Tätigkeit des Getreidemahlens zugetan war.</p>
<p>Johannes Franz Schaupp wurde 1845 in Rottenburg zum Priester geweiht. Ein halbes Jahrhundert war er Pfarrer (Dekan) in Wäschenbeuren. Auch im Gemeindegeschehen war er eine Persönlichkeit.</p>
<p>Die Sippe Schaupp könnte heute in Oberkochen erheblich breiter sein, wenn nicht im Jahre 1883 drei Brüder, Franz, Anton und Aloys nach Amerika ausgewandert wären. Ihnen folgte noch ein Vetter Karl Schaupp. Bekannte Namen waren Schauppa-Häfner und der Stoihans.<br><strong>1582</strong> Joseph Schaup zahlt ewig unablässig Hellerzins am Sankt Gallustag für seine Mühle. Das war die Untere Mühle, zu jener Zeit ein Erblehen.<br><strong>1612</strong> Hanns Schaup von Oberkochen hat den Schultheißen von Unterkochen zuschlagen wollen — deswegen er bestraft.<br><strong>1617</strong> Sebastian Schaup, Müller zu Oberkochen, verkauft sein ingehabt Fahlmihl seinem Sohn, Wilhelm Schaup.<br><strong>1640</strong> Sebastian Schaup (Baschte), Obermüller zu Oberkochen kauft Obere Mühle (ellw.).…hinter dem Stadel von Hannssen Drittler.</p>
<p><strong>1615</strong><br>Den Namen Kopp gab es bereits zur Zeit als man die Kirchenbücher zu schreiben begann in zwei Linien — eine lutheranische und eine papistische. Etwa 1615 ist Georg Kopp geboren — er ist der Stammvater der evangelischen Linie, dessen Nachfahren heute noch in Oberkochen ansässig sind. In Springen, dem heutigen Königsbronn, und in Zang war die Sippe Kopp ebenfalls sehr breit und bedeutend. Ab 1650 waren die Springener Kopp über 100 Jahre auf dem Seegartenhof ansässig.</p>
<p>Sebastian Kopp, etwa 1635 geboren, ist der Erste der katholischen Linie, die bis 1800 so bedeutungsvoll war wie die lutheranische — doch sie ist um 1850 erloschen. Daß zwischen den Oberkochener und Königsbronner Kopp verwandtschaftliche Beziehungen bestanden, besagen die Tauf- und Trauzeugen.<br><strong>1478</strong> Melchior Kopp hat ein Gut am Buchwang.<br><strong>1583</strong> ist ein Koppsches Lehensgut geschrieben.</p>
<p><strong>1622</strong><br>Johann Jakob Gold 1622, und sein Bruder Johann Georg 1639 geboren sind die Stammväter der Sippe Gold. Der Altvordere, also der Vater dieser Brüder konnte bislang nicht findig gemacht werden. Diese Sippe Gold war über zwei Jahrhunderte das breiteste Geschlecht im oberen Kochertal. Sechs Linien Gold, nach dem Hausnamen benannt, gab es im Dorf Oberkochen — Goldenbauer — Holzwart — Küfner — Marks — Schmidjörgle und Ziegler.</p>
<p>Vier Schultheißen aus der Sippe Gold waren über ein Jahrhundert in der Amtsstube des Ellwängischen Dorfteiles tätig. Franz Bernhard Gold (1685–1729) war Schulmeister in Oberkochen. Drei seiner Nachfahren übten dieselbe Tätigkeit in Oberkochen aus. Sebastian Gold (1728–1798) und dessen Sohn Sebastian waren Ochsenwirt in Oberkochen. Ihre Nachfahren sind die Ziegler-Gold in Niesitz und die Ziegler-Gold in Unterkochen.</p>
<p>Anton Gold (1751–1809) heiratet 1774 in Dewangen eine Magdalena Schallmayer. Er ist der Stammvater der Fachsenfelder Linie, die sich in den Folgejahren nach Seitsberg, Treppach, Reichenbach und nach Hofen verbreitet. Zwei weitere Linien Gold kommen ebenfalls von Oberkochen. Es sind dies die Wäschenbeurer- Gold und die Kitzing-Linie Gold, die sich nach Barholomä und im Raum Schwäb. Gmünd verbreitet hat. Im Jahre 1741 sind nochmals drei Brüder Gold, Nachkommen des Johann Georg (1661–1725), nach Siebenbürgen ausgewandert.</p>
<p>Sechs Namensträger Gold sind in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nach Amerika ausgewandert.</p>
<p>Johann Michael Gold beginnt 1840 am Oelweiher die Innere Ziegelhütte zu errichten. Der Lehm, das Vormaterial, wurde noch mit Füßen getreten — barfuß geknetet und die Dachplatten wurden mit gespreizten Fingern geformt. Fünf junge Söhne waren die Belegschaft, die ihn in unermüdlicher Arbeit zum »Lettabaron« machten.</p>
<p><strong>1478</strong> übernimmt Lienhard Gold einen Lehenshof am Katzenbach.<br><strong>1556</strong> Hannß Gold hat ein Lehensgut zu oberst im Dorf in der Langgaß (Goldenbauer?)<br><strong>1627/28</strong> etwa zogen Josef, Jacob und Franz Gold von Oberkochen als Handwerksburschen in die Fremde nach Siebenbürgen. Josef war Proviantbäcker zu Karlsburg und ist 1656 unverheiratet gestorben. Jacob Gold war Schuhmacher in Klausenburg und starb 1661 und hinterließ vier arme Kinder.</p>
<p><strong>1640</strong><br>Der Erste der Sippe Eisele ist 1640 geboren. Er hatte drei Frauen und neunzehn Kinder. Seine männlichen Nachfahren waren Erzknappen. Das berufliche Leben und die familiären Verbindungen gingen zwischen Oberkochen und Königsbronn hin und her. Mit dem Tode des Georg Adam, im Jahre 1830, ist der Name Eisele ausgestorben.<br><strong>1478</strong> Klaus Eiselen tauscht Güter mit Kaspar Henlin.<br><strong>1556</strong> Stoffel Eysele hat ein württembergisches Lehensgut.</p>
<p><strong>1641</strong><br>Johann Melchior Blümle, der Vater der papistischen Linie ist 1641 geboren. Das Geburtsjahr des Ersten der lutheranischen Linie ist 1647. Es gab also schon in der Zeit, als man zu schreiben begann, zwei Linien Blümle, die noch 120 Jahre im Dorf Oberkochen verblieben. Der letzte war Martin, der 1769 dreißigjährig verstarb.<br><strong>1478</strong> Eberhard Leichenpach verkauft Güter an einen Bluömlein.</p>
<p><strong>1657</strong><br>Georgius ist der Erste der Ahnenreihe Trittler. Er ist der Vater des 1657 geborenen Hannß Drittler. Zur damaligen Zeit wurde dieser Familienname noch mit »D« geschrieben. Sicherlich hatte einer der Altvorderen nur den dritten Teil des »Zehnten« aufzubringen, also ein Drittel und so wurde er der Drittler. Im Sprachgebrauch gab es zwei Trittler-Linien, die schwarzen Trittler und die roten Trittler — erkennbar an der Haarfarbe. Max Anton Trittler, 1879 geboren, war als Freiwilliger in dem kaiserlichen Aufgebot, das 1900 mit dem Dampfer »Hannover« nach China anreiste zur Niederwerfung des Boxeraufstandes. Nach seiner Rückkehr war er der China-Max. Seine Nachfahren werden heute noch mit China angesprochen.<br><strong>1614</strong> … Ellwängischer Untertan und Paurs zu Osterbuchs Wolf Drittler, Ross-Caspar genannt — bestraft.<br><strong>1615</strong> sind Melchior Drittler und Sabine Merzin geschrieben.<br><strong>1625</strong> Der Paur zu Osterbuch Wolf Drittler hat Oxen im Hau aufm Langhart hirten lassen — gestraft.</p>
<p><strong>1662</strong><br>Der Familienname Fritz war bereits vor dem 30jährigen Krieg im Kochertal seßhaft. Christoph Fritz, 1662 geboren, ist der erste Geschriebene der Ahnenreihe, die heute noch in Oberkochen ansässig ist. Eine zweite Linie Fritz kam in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts von Unterkochen nach Oberkochen. Es bestanden immer schon verwandtschaftliche Beziehungen der Fritz zwischen den beiden Dörfern am Kocher.</p>
<p><strong>1611</strong> Martin Fritz und Thomas Strutsch beide Schmidtenknecht auf der Eisenschmidt zu Oberkochen haben den Nachtwächter Leonhard Streicher mit Fäusten geschlagen — daher bestraft.<br><strong>1612</strong> Gall Frizen zu Oberkochen Weib, hat an einem Sonntag Abends ihren Schopf scheren lassen, deswegen ist bestraft worden.</p>
<p>Die Fußnoten unter der jeweiligen Namensbeschreibung sind Nachweis, daß der betreffende Familienname bereits vor dem unseligen Glaubenskrieg im Dorf Oberkochen seßhaft war. Es sind dies Auszüge aus den Gült- und Salbüchern der Fürstprobstei Ellwangen und aus den Lagerbüchern der Klosterverwaltung Königsbronn. Text und Schreibweise ist zum Teil übernommen, wie’s geschrieben steht. Es reicht also zurück bis in jene Zeit, als die »Nachrichten« noch aus der Kunkelstube kamen.</p>
<p>Nachfolgend noch einige Auszüge aus den vorgenannten Quellen, die besagen, daß die allüblichen Namen Maier, Müller, Schmid und Weber auch schon vor dem 30jährigen Krieg in Oberkochen zu finden waren.</p>
<p><strong>1593</strong> Claus Mair hat Knecht geschlagen — dafür er bestraft.</p>
<p><strong>1609</strong> Hannß Zwibel von Oberkochen hat Wolf Mayer daselbst unter der Linde beim Tanz den Bart rausgerissen, deshalb der Zwibel bestraft worden.</p>
<p><strong>1556</strong> Caspar Miller hat ein Königsbronnsches Lehensgut.</p>
<p><strong>1597</strong> Erbteilung des Caspar Miller.</p>
<p><strong>1478</strong> Hannß Schmid hat das Gut des Dilgen Speth erstanden.</p>
<p><strong>1591</strong> Jacob Schmidt Oberkochen auf jungen Hau Gaintal gehütet — Strafe.</p>
<p><strong>1605</strong> Wolf Webers Hausfraw daselbst am St. Thomas-Tag die Stuben gefegt und nit in die Kirch khommen — bestraft.</p>
<p><strong>1612</strong> Jerg Weber von Oberkochen hat Jerg Spethen Hundt in Jerg Bezlers Wirtsbehausung bezechterweis ein Ohr abgeschnitten — bestraft.</p>
<p>Nur die Weber haben überlebt und blieben noch nach dem großen Krieg drei Generationen im Dorf Oberkochen. Die übrigen Namen sind nicht mehr geschrieben.</p>
<h2>Zuwanderungen aus Österreich nach 1648</h2>
<p>Die starke Entvölkerung Süddeutschlands, im besonderen auch unseres Raumes, durch den 30jährigen Krieg zog damals eine Vielzahl von Einwanderern aus den Österreichischen Bergländern an — aus Tirol und aus dem Salzburgischen, aus der Steiermark und aus Kärnten — auch aus Bayern. Fast ausnahmslos waren diese Zuwanderer katholischen Glaubens. Württemberg strebte die Einheit des Glaubens an und dies wurde den päpstlichen Neuansiedlern in der strengen Heidenheimer Herrschaft sehr deutlich gemacht. So wurde Oberkochen eine der ersten Stationen, in der der Eingewanderte bei seines Vaters Glauben bleiben durfte. Dies ist einer der Gründe, weshalb die Zuwanderung ins Dorf Oberkochen besonders stark war. Viele neue Namen wurden in den Büchern geschrieben, und mancher der alten Oberkochener findet, wenn er zurückblättert, einen Altvorderen aus dem Nachbarland Österreich.</p>
<p>Wie bedeutend die Zuwanderung aus dem Österreicher Land war, besagen einige Zahlen aus dem katholischen Ehebuch. So wurden<br><strong>1664</strong> neun Ehen geschrieben, und in sechs dieser Ehen war einer der Ehepartner aus dem Österreichischen.<br><strong>1666</strong> waren es fünf Ehen und drei Partner waren aus dem Nachbarland.<br><strong>1669</strong> war das Verhältnis sieben zu drei, d.h. in zehn Ehen waren sieben der Partner aus Österreich.</p>
<p>Das waren nur einige Beispiele. Diese Verhältnisse bestanden etwa 25 Jahre — in abgeschwächter Form noch weitere 20 Jahre. Es ist jedoch anzunehmen, daß um 1700 und Jahre danach ein Teil dieser Einwanderer aus dem Württembergischen, als »Abwanderer« kamen, die nicht »accomodieren« wollten, d.h. die sich weigerten zur protestantischen Landesreligion überzutreten.</p>
<p>Der Großteil dieser Zuwanderer ist Mitte 1700 wiederum von Oberkochen abgezogen. Doch es sind einige Namen bis heute im oberen Kochertal verblieben.</p>
<p><strong>1650</strong><br>Hanss Elmer kommt nach dem unseligen Glaubenskrieg aus dem Salzburger Ländle nach Oberkochen. Er verlebte etwa 30 Jahre im Oberen Kochertal und starb 1680 in Oberkochen. Sein Sohn, Martin Michael, heiratet 1688 eine Anna Bostler, ebenfalls aus dem Salzburgischen. Der älteste Sohn aus dieser Ehe, Georg Heinrich, 1701 auf der Bilz geboren, tritt 1724 in den Stand der Ehe mit Katharina Wittich, von Elchingen. Der Wohnsitz der Familie wird, wie so oft, der Geburtsund Heimatort der Frau. Das ist die Elchinger Linie der Elmer. Sein Bruder, Franz Bernhard Elmer, 1707, ebenfalls auf der Bilz geboren, ist der Stammvater der Oberkochener Linie.</p>
<p><strong>1664</strong><br>Balthasarus hieß er mit dem Vornamen, der den Namen Brandstetter im Jahre 1664 durch die Heirat der Anna Maria Linse nach Oberkochen brachte. Bereits 5 Jahre früher ist der Name Brandstetter zum ersten Mal geschrieben. Ein Adam Brandstetter läßt 1659 seine Tochter Maria taufen. Doch dieser Adam ist weitergewandert in Richtung Dinkelsbühl.</p>
<p>Die Vermutung liegt nahe, daß nicht nur der Balthas — sondern daß es zwei Brandstetter-Brüder waren — die 1650 aus der Steiermark (Schladming) ins Obere Kochertal auswanderten.</p>
<p><strong>1686</strong><br>Es waren zweifellos seine bereits in Zang ansässigen Namens-Verwandten, die den 1662 in Stafflach am Brennerpaß geborenen Marcus Burr bewegen konnten, von Tirol auf die Raue Alb auszuwandern. Er findet sie, seine Frau, auf dem Wollenberg. Die Hochzeit mit der Madlena Bronnhuber findet 1686 in Oberkochen statt. Trauzeuge ist Martin Burr, 1622 in Obernberg am Brenner geboren, und bereits vor 1654 in Zang seßhaft. So kam der Name Burr nach Oberkochen. Mitte vorigen Jahrhunderts ist diese Sippe Burr erloschen. Die später in Oberkochen ansässigen Burr sind von Essingen zugewandert, es sind Nachfahren der Zanger Linie.</p>
<p><strong>1688</strong><br>Christophon Bronnhuber ist als Vater des Georgius Bronnhuber geschrieben, der 1688 eine Maria Anna Schorländer von Aufhausen heiratet. Christophon aus Tyrol zugewandert, ist der Stammvater der heute ansäßigen Brunnhuber. Eigenartig sind die Hausnamen der Brunnhuber. Anfang 1800 waren zwei Brüder dieses Namens im Dorf am schwarzen Kocher wohnhaft. Es war der Bernhard und der Heinrich Brunnhuber. Aus diesen Vornamen wurden die Hausnamen. In den letzten 150 Jahren sprach niemand vom Michael oder Josef Brunnhuber, sondern vom Bernhards-Michel und vom Heiners-Josef.</p>
<p><strong>1703</strong><br>Die zweite Sippe Schmid — vulgo Kölle — heute noch in Oberkochen seßhaft, kommt aus Tirol. Joannes Schmid »Tyrolensy« 1665 im Distrikt Kitzbühl geboren, heiratet 1703 in Oberkochen eine Regina Schönherr. Ihr Vater Leonhard Schönherr ist als Wirt des »Roten Ochsen in Oberkochen« geschrieben. (Erste Sippe Schmid siehe 1661, Seite 360).</p>
<p>Im engen Tal am oberen Kocher war die landwirtschaftliche Nutzfläche nicht besonders breit und ergiebig. So bot einem Teil der Eingewanderten nur noch der Wald eine Bleibe und einen Lebensunterhalt in der Tätigkeit als Holzmacher oder Köhler. Aus der bereits bekannten Holzmacherhütte wurde die Holzmacherkolonie und im weiteren Verlauf eine Siedlung, in der nicht nur der »Holzmacher« hauste, sondern auch sein Eheweib lebte und wo auch Kinder zur Welt gebracht wurden.</p>
<p>Aus der Namens- und Familiengeschichte wird nun Dorfgeschichte. Die Forschung zeigt, daß auf der Waldung Bilz eine derartige Siedlung bereits vor 1690 ihren Anfang nahm. In den, zwischen 1685 und 1698 geschlossenen Ehen, sind vier Ehepaare geschrieben, die später als Anwohner der Bilz ausgewiesen sind. Es war Pfarrer Braun, ab 1702 in Oberkochen, der den Eintragungen im Taufbuch den Geburtsort Bilz hinzufügte. Diese genauere Geburts- und Wohnortbezeichnung wurde in den folgenden drei Jahrzehnten beibehalten. Es ist anzunehmen, daß die vor 1702 Geborenen, zumindest ein Teil davon, ebenfalls auf der Bilz das Licht der Welt erblickten.</p>
<p>Einige Auszüge aus den Kirchenbüchern sollen uns zurückführen in jene Zeit — in das damalige Geschehen.</p>
<p>Christianus Bihler, Salisburgensis heiratet 1685 Catharina Elsbingerin. Von den vier Kindern die getauft wurden, ist eines auf der Bilz geboren.</p>
<p>Michael Elmer, aus dem Salzburgischen heiratet 1688 die Anna Bostler von der Bilz. Drei von acht Kindern sind auf der Bilz geschrieben. Joannes Knobel de Bartholomä heiratet 1696. Seine Ehefrau wird Walburga Walterin. Drei Kinder sind geschrieben, wovon zwei auf der Bilz zur Welt kamen.</p>
<p>Matthäus Schiele, Tyrolensis macht durch die Heirat 1698 die Catharina Häsin (Has) zu seiner Ehegattin. Dieser Ehe entstammen vier Kinder, davon sind drei auf der Bilz geboren.</p>
<p>Martin Lintner hat mit seinen zwei Ehefrauen Margaretha und Elisabetha ab 1691 acht Kinder, wovon vier auf der Bilz geschrieben sind.</p>
<p>Wolfgang Feichtenbeiner, Salzburger, mit seinem Eheweib Theresia auf der Waldung Bilz wohnend, hat vier Kinder, zwei davon sind 1703 und 1706 auf der Bilz geboren.</p>
<p>Christian Spieshoffer, Sylva Bilz, hat mit Margaretha seinem Eheweib ab 1702 drei Kinder, die auf der Bilz zur Welt kamen.</p>
<p>Bartholomäus Feichtenbeiner aus dem Salzburgischen zugewandert, auf der Waldung Bilz wohnend, hat mit seiner Ehefrau Eva ab 1696 sechs Kinder, wovon zwei auf der Bilz geboren wurden.</p>
<p>Joseph Wenghofer de Werffen, Salzburger Landt heiratet 1711 die Anna Elmerin de Biltz.</p>
<p>Andreas Lettner de Schlabingen/Steyermarkt heiratet 1711 die Margaretha Lintner von Westhausen.</p>
<p>Wie diesen Aufzeichnungen zu entnehmen ist, waren es im Jahre 1705 acht Familien, die gleichzeitig auf der Bilz lebten. In fünf Jahren, von 1703–1708 sind auf dieser Siedlung 18 Kinder geboren worden.</p>
<p>Etwa 20 Jahre bestand diese Holzmachersiedlung Bilz. Doch in den Jahren nach 1715 wird der Hau Bilz kaum mehr erwähnt. Die Holzhauerkolonie verlegte die Siedlung auf den Boowang. Der Grund mochte wohl sein, den Wohnort dem Arbeitsgebiet näherzubringen. Namen, die bislang auf der Bilz ansässig waren wurden ab 1714 auf dem Bowang geschrieben. Einige Auszüge aus dem kath. Ehebuch sollen Namen und die Herkunft dieser Ansiedler aufzeigen.</p>
<p>Matthäus Moser von Schlabing aus Steyrmarckt heiratet 1714 eine Appolonia Ruppin von Schlabing. Trauzeugen: Matthäus Schiele vom Hau Baw-Wang und Andreas Lettner vom Hau Baw-Wang.</p>
<p>Georgius Maurer de Luitasch/Tyrol heiratet 1716 die Maria Schiele vom Hau Bau-Wang. Trauzeuge: Thomas Kitzbüchl aus Tyrol.</p>
<p>Michael Stainer vom Bauwang heiratet 1718 die Anna Brandstetterin von Schlabing. Trauzeuge: Andreas Lettner vom Bauwang.</p>
<p>Joannes Kitzbüchler de Kopfstain/Tyroly heiratet 1719 die Maria Magdalena Elmer de Bilz. Trauzeuge: Andreas Lettner de Bawang.</p>
<p>Marcus Graller vom Bow-Wang heiratet 1722 die Anna Spiesshofferin vom Bow-Wang. Trauzeugen: Vitus Bopp de Bibersohl und Martin Ernsberger vom Bow-Wang.</p>
<p>Jacobus Gayer vom Bowang heiratet 1724 die Maria Maurerin de Bowang. Trauzeugen: Andreas Lettner und Georgius Maurer ambo de Bowang.</p>
<p>Zwischen 1718 und 1728 dürften es etwa fünf bis sechs Familien gewesen sein, die auf dieser Siedlung gleichzeitig ihr Dasein verbrachten.</p>
<p>Doch wo ist dieser Bowang? Einfach war es nicht ihn findig zu machen. Das alte Oberkochen hatte ihn vergessen. Nach langem Forschen und Suchen die Erkenntnis: es muß am Buchwang gewesen sein. (nicht Buchenwang) Die letzte Bestätigung für diese Erkenntnis gab mir das Gespräch mit einer »Alt-Oberkochenerin« — um die Jahrhundertwende geboren.</p>
<p>Nach der Erläuterung und der Lagebeschreibung — Wolfertstal — Essinger Feld — Lache — am Buchwang, nordöstlich vom Eichert Brünnele kam die Antwort: »Ach soo Du moischt da Bowang. Dau hascht recht. Mei Ehle hat äwll wieder gsait, da henda häbs ausgseha wia beim Deifl!«</p>
<p>Das waren die Überbleibsel der zerfallenen Holzmacherhütten.</p>
<p>Etwa 15 Jahre hausten die Holzmacher und Köhler auf dem Hau Bowang. Die letzten Trauzeugen vom »Bowang« sind 1731 geschrieben, und ab 1733 ist das Holzmacherleben wieder auf der Bilz zu finden. Doch die Gemeinschaft war nicht mehr so groß wie 20 Jahre zuvor. Bis zum Jahre 1735 waren es noch drei bis vier Familien und um 1740 hat sich die Holzmachersiedlung aufgelöst. Einzelne Anwohner gab es noch Jahrzehnte später. Der letzte war Johann Bernhard Wenghofer, der 1825 im 64sten Lebensjahr auf der Bilz verstarb.</p>
<p>Daß auf dem Wollenberg (Wanne) schon vor Jahrhunderten Felder bewirtschaftet wurden, besagt ein Auszug aus den Ellwanger Büchern,</p>
<p>1465 Jtem ettlich Mäder und Äcker ligen jenhalb von Oberkochen genant der Wollenberg. Gelt ettwan bei 4 Gulden, frag wer die hab.</p>
<p>Vermutlich war dies auf dem Waldteil Wanne, wo in der Zeit, als man von der Bilz auf den Bowang umzog, einige Holzmacher und Köhler ihre Hütte bauten und auch Jahre verblieben.</p>
<p>Michael Pfatinger von Hohenaschau/Bavaria heiratet 1714 Elisabetha Ederin vom Wollenberg. Trauzeuge: Josephus Wenghofer von der Bilz. Joannes Dexner vom Hau Holzmacher heiratet 1712 Margaretha Dasbochin von Bargau. Trauzeugen: Anna Elmer von der Bilz und Georgius Neubacher vom Wollenberg.</p>
<p>Joannes Georgius Bronnhuber vom Hau Wollenberg heiratet 1728 Maria</p>
<p>Salome Spiegelsberger vom Hau Wollenberg. Trauzeugen: Sebastian Schaup (Baschte) und Franz Gold de Oberkochen.</p>
<p>Matthäus Widmann von der Bilz heiratet 1735 die Eva Brunnhuberin von dem Wollenberg. Trauzeugen: Joannes Gold und Sebastian Kopp de Oberkochen.</p>
<p>Sicher stammt dieser, in unserem Raume geläufige Spruch aus jener Zeit: Descht a Waldechter!</p>
<h2>Zuwanderungen aus Nachbargemeinden</h2>
<p><strong>1640</strong><br>Der Name Kieninger war nach dem großen Glaubenskrieg in Oberkochen sehr breit vertreten. Der erste Geschriebene ist Johann Melchior, 1640 geboren. Eine lückenlose Ahnenreihe gibt es nicht. Es war ein stetes Hin und Her zwischen Ober- und Unterkochen und dem Härtsfeld. So kam um 1690 Johann Joseph, Sohn des Hohmüllers Johannes Kieninger, von Unterkochen nach Oberkochen und übernimmt die obere Mühle.</p>
<p>Wenige Jahre später werden zwei weitere Brüder im oberen Kochertal seßhaft. Das Müllergewerbe war den Kieningers sicher angeboren, denn zwei Nachfahren des etwa 1700 vom Grauleshof zugewanderten Johannes Kieninger waren auf der Ölmühle in Oberkochen.</p>
<p>Um 1800 sind noch fünf Familien geschrieben, doch nach 1850 gab es keinen Kieninger mehr in Oberkochen.</p>
<p><strong>1655</strong><br>Im Salbuch von Schwäb. Gmünd ist der Name Wingert bereits 1532 und 1538 geschrieben, doch wo der erste Oberkochener Wingert herkommt, ist noch nicht gefunden. Dieser Leonhard Wingert ist am 1.1.1700 gestorben. Einer seiner Söhne, der Matthäus, 1655 in Oberkochen geboren, heiratet 1682 in Nenningen (Lauterstein) eine Katharina Bommen (Baum) und zieht 1684 wieder zurück nach Oberkochen. Das sind die Stammväter der heute ansässigen Wingert. Eine der hervorragenden Persönlichkeiten ist der Maurermeister Michael Wingert (1826–1899). Er war 40 Jahre von 1849 bis 1889 Schultheiß in Oberkochen.</p>
<p><strong>1661</strong><br>Christophorus Schmid von Mögglingen findet sein Eheweib in Oberkochen (keine Beleidigung, so hieß sie damals). Anno 1661 war in Oberkochen die Hochzeit mit der Margaretha, Tochter des 1597 in Oberkochen geborenen Melchior Rittelmann. Christophorus lebt die ersten Ehejahre in Mögglingen. Doch sie konnte ihn bewegen, den Wohnsitz der Familie nach Oberkochen zu verlegen. Fünf Generationen dieser »Mögglinger Schmid« waren im oberen Kochertal ansässig, doch Mitte des vorigen Jahrhunderts ist diese Schmid-Sippe erloschen.</p>
<p><strong>1675</strong><br>Er findet seine Braut in Oberkochen, der Adam Grupp, 1650 in Donzdorf geboren und tritt 1675 in Oberkochen in den Stand der Ehe mit der Anna Linse. Der Geschlechtsname Linse war bereits vor dem 30jährigen Krieg in Oberkochen ansässig. Wie aus den Büchern zu ersehen ist, war dieser Adam im damaligen Ellwängischen Ortsgeschehen eine Person, die Bedeutung hatte.</p>
<p>Das ist der Anfang der katholischen Sippe Grupp (evang. Sippe 1719)</p>
<p><strong>1680</strong><br>Die Dorothea Rittelmann brachte einen neuen Namen vom weißen an den schwarzen Kocher. Sie heiratet 1680 den Wigelius Stöckle von Unterkochen. Das Ehepaar bleibt — wo die Hochzeit stattfand — und mit ihm der Name Stöckle. Er blieb fünf Generationen in Oberkochen. Der Letzte war der Häfner Josef Stöckle, der 1851 kinderlos verstarb.</p>
<p><strong>1685</strong><br>Wieder kam ein neuer Name aus Mögglingen. Sie, die Catharina Rittelmann hat ihn, den Leonhard Kratzer bewogen, nach der Eheschließung im Jahre 1685 in ihrem Heimatort im Oberen Kochertal zu verbleiben. Zu Gevatter (Trauzeuge) stand damals bereits ein Jörg Bezler. In den Folgejahren waren die Tauf- und Trauzeugen immer wieder dieselben — Bezler zu Kratzer und Kratzer zu Bezler. Es muß also ein verwandtschaftliches Verhältnis bestanden haben.</p>
<p>Nur zwei Generationen verblieb der Name Kratzer in Oberkochen, doch er ist als Hausname heute noch geläufig und gar oft gebraucht.</p>
<p><strong>1691</strong><br>Nach der Hochzeit mit der Margarethe Schuhmacher übersiedelt der 1667 in Sixenhof-Essingen geborene Georg Holz nach Oberkochen. Sein Sohn Johann Georg kam 1712 in Oberkochen zur Welt. Nach dem Ableben des Vaters heiratet er in Zang die Christina Weber und verbleibt am Geburtsort seiner jungen Frau. Der Versuch, Holz in Oberkochen anzupflanzen, ist mißlungen!</p>
<p>Dieser Johann Georg ist der Stammvater der Zanger Linie Holz. Doch seine Schwester Maria Agnes brachte es fertig, die zweite Sippe Grupp (evangelisch) in Oberkochen ansässig zu machen (siehe 1719).</p>
<p><strong>1695</strong><br>Der Ludimagister Heinrich Scherr, kam 1695 samt seiner Hausfrau nach Oberkochen — woher steht nicht geschrieben. Nur wenige Jahre konnte er die Tätigkeit des Schulmeisters ausüben, denn er starb bereits 1707 im Alter von 42 Jahren — er ist also 1665 geboren und brachte den Familiennamen Scherr nach Oberkochen.</p>
<p><strong>1701</strong><br>Von Fleinheim kam der 1673 geborene Melchior Schneider. Er machte 1701 die Barbara Brosi zur Ehefrau. Der Großvater der Barbara war »Sonntag« Brosi. Und weil der Vorname »Sonntag« absolut ungewöhnlich und so seltsam ist, wurde er zum Hausnamen der Sippe Schneider.</p>
<p><strong>1702</strong><br>Der Name Widmann, auch Wiedemann geschrieben, kommt von Essingen. Melchior Widmann, 1683 in Essingen geboren, tritt 1702 in den Stand der Ehe mit Catharina Scheerer. Für seinen Bruder Jerg war die Anreise nach Oberkochen etwas umständlicher. Er findet seine Braut auf dem Ochsenberg und heiratet 1707 in Oberkochen die Anna Maria Hizler.</p>
<p><strong>1707</strong><br>Johann Adam Balle von Simmisweiler tritt 1707 in Oberkochen in den Stand der Ehe mit der Theresia Veil von Oberkochen, und verlegt seinen Wohnsitz ins Obere Kochertal. Seine Vorfahren sind der Melchior Balle von Simmisweiler — dessen Vater wiederum war Caspar Balle vom Birkhof — Unterkochen, 1615 geboren.</p>
<p><strong>1708</strong><br>Er war während seiner Brautschau auch in Oberkochen, der 1685 in Wasseralfingen geborene Melchior Müller. Und er fand sie, die ebenfalls 1685 in Oberkochen geborene Maria Litzl. Die Hochzeit findet 1708 in Oberkochen statt. Ob sie ihn überredet hat, oder ob ihm das Obere Kochertal so sehr gefiel, steht nicht geschrieben — er blieb in Oberkochen und mit ihm der Name Müller.</p>
<p><strong>1709</strong><br>Der Beck, Johann Melchior Baumgärtner, 1670 in Ebnat geboren, heiratet 1709 die Juliana Naser, Tochter des damaligen Hirsch-Wirts (Taferne) und verbleibt in Oberkochen — es waren 6 Generationen die blieben. Mit dem Tode des Karl Friedrich Baumgärtner, 1952, ist dieses Geschlecht in Oberkochen erloschen.</p>
<p><strong>1710</strong><br>Die Lucia Kopp, Tochter des Thomas Kopp, brachte den Namen Hecker nach Oberkochen. Sie gab dem Melchior Hecker, 1687 in Albeck geboren, anno 1710 das Ja-Wort und konnte ihn bewegen in ihrem Heimatort Oberkochen zu verbleiben. Er und vier weitere Generationen verblieben in Oberkochen.</p>
<p><strong>1715</strong><br>Ab dem Jahre 1715 ist Johann Georg Honold, 1692 in Königsbronn geboren, Ludimagister in Oberkochen (evang.). Er war 19 Jahre Schulmeister und starb sehr früh mit 42 Jahren. Sein Vater, in Gerstetten geboren, war ebenfalls Schulmeister in Königsbronn. Zwei Nachfahren des Johann Georg, beide mit dem Vornamen Jeremias, waren ebenfalls Schulmeister in Oberkochen.</p>
<p><strong>1719</strong><br>Die lutheranische Sippe Grupp kommt ebenfalls aus Donzdorf (siehe 1675). Der Weg führte über Essingen, wo ihr Glaubensdenken umgeformt wurde, nach Oberkochen. Georg Adam Grupp, 1698 in Essingen geboren, heiratet 1719 die Agnes Holz in Oberkochen. Sein Sohn, Name auch Georg Adam, übernimmt 1777 den Seegartenhof, und dessen Nachkomme Joachim ist 18 Jahre auf der Unteren Mühle geschrieben. Die nächste Generation, zwei Brüder Joachim (1797–1875), »Schulzenbauer« genannt, und Georg Adam (1817–1893) sind ab 1849 auf dem Stürzelhof bei Königsbronn seßhaft. Das ist der Anfang der Königsbronner Grupp-Linie.</p>
<p>Wilhelm Grupp, einer der Nachfahren des ersten Georg Adam, beginnt 1890 mit der Fertigung von Holzbohrern. Aus diesem Handwerksbetrieb wurde die Werkzeug- und Maschinenfabrik WIGO, Wilhelm Grupp Oberkochen.</p>
<p><strong>1720</strong><br>Er kam von Bartholomä, der Andreas Fischer, 1686 geboren, der den Geschlechtsnamen Fischer ins Obere Kochertal brachte. Im Jahre 1720 tritt er in den Stand der Ehe mit der Barbara Burr. Um zu bekunden, wo er herkommt, taufte er seinen ersten Sohn Bartholomäus. Dieser Andreas ist der Urvater der gesamten Oberkochener Sippe Fischer — ausgenommen der Pflugwirts-Fischer, die nach der Jahrhundertwende von Edelstetten — bayr. Schwaben nach Oberkochen kamen.</p>
<p><strong>1722</strong><br>Die Hochzeit der Anna Maria Raunest mit dem Johann Melchior Schumacher, 1701 in Essingen geboren, brachte den Namen Schumacher von der Rems ins obere Kochertal. Es waren fünf Generationen, die in Oberkochen verblieben, doch die sechste Generation — es waren fünf Geschwister — ist 1865 bis 1890 von Oberkochen abgewandert. Ein weiterer Namensträger, Johann Martin, ist 1887 nach Amerika »entwichen«. Die Ehescheidungserklärung kam aus der »Neuen Welt«.</p>
<p><strong>1723</strong><br>Von Unterkochen kommt der Name Deininger. Im Jahre 1723 heiratet Antonius Deininger die Anna Maria Kopp und verlegt seinen Wohnsitz, wie dies schon so oft geschah, an den Geburtsort seiner Ehefrau, nach Oberkochen.</p>
<p><strong>1731</strong><br>Der Stammvater der ganzen Sippe Hug in Oberkochen ist der Hafnergeselle Joseph Hug, 1709 in Großpföhren bei Donaueschingen geboren. Während seiner Wanderjahre lernt er in Oberkochen die Maria Katharina Abele kennen.</p>
<p>Im Jahre 1731 wird die Hochzeit gefeiert — und wahrscheinlich gefiel ihm nicht nur seine junge Frau — sondern auch das Dörflein im oberen Kochertal. Er blieb in Oberkochen und mit ihm der Name Hug.</p>
<p><strong>1758</strong><br>Es war der Zeug- und Waffenschmied, Johann Christoph Bäuerle, 1735 geboren, der den Namen Bäuerle von Essingen nach Oberkochen brachte. Er heiratete 1758 in Oberkochen die Ursula Sünder. Einer seiner Nachfahren, der Christoph Jakob, war der Gründer der Werkzeug- und Maschinenfabrik J.A. Bäuerle, Oberkochen. Er hatte noch drei erwachsene Geschwister, die zwischen 1861 und 1866 nach Amerika auswanderten.</p>
<p><strong>1762</strong><br>Bereits vor und nach dem Großen Glaubenskrieg ist der Familienname Weber in Oberkochen geschrieben. Doch der Vorfahre der heute in Oberkochen ansässigen Sippe Weber erblickte 1737 in Lautern das Licht der Welt. Johann Weber tritt 1762 in Oberkochen in den Stand der Ehe mit Maria Ursula Fletschinger; deren Vorfahren sind aus dem Salzburgischen zugewandert.</p>
<p><strong>1779</strong><br>Michael Holz, 1755 in Lautern am Rosenstein geboren, ist der Quartiermacher der katholischen Sippe Holz. Durch die Heirat der Lucia Obersteiner im Jahre 1779 wurde er Lammwirt in Oberkochen und der Tochtermann des damaligen Lammwirts Joseph Obersteiner.</p>
<p>Für seinen Bruder Johannes, 1764 geboren, war dadurch die Brautschau in Oberkochen nicht nur eine schöne, sondern auch eine angenehme Sache. Und er fand sie, die Maria Magdalena Margaretha Schmid (Kölle) — 1794 war die Hochzeit. Michael und Johannes sind die Söhne des Bräumeisters Anthon Holz und der Maria Magdalena Fohler von Lautern. Johannes ist der Stammvater der katholischen Sippe Holz.</p>
<p><strong>1779</strong><br>Jakob Mahler, Sohn des Heckenbinders Johann Mahler, ist 1749 in Elchingen geboren. Er fand seine Braut, die Maria Anna Frei in Oberkochen, die er 1779 zum Traualtar führt und verbleibt danach im Oberen Kochertal.</p>
<p><strong>1779</strong><br>Georg Widenhöfer kam zur Heirat nach Oberkochen. Maria Katharina Merz wird 1779 seine Ehefrau. Hansjerg ist der Sohn des Webers Jacob Widenhöfer und der Margaretha Grupp von Essingen. Kurz war der Aufenthalt der Widenhöfer im Kochertal, denn bereits 1866 ist Mathias und 1875 Johann Jacob nach Amerika ausgewandert.</p>
<p><strong>1784</strong><br>Franz Joseph Hägele kam mit seiner Jungvermählten, Maria Theresia Oberdorfer, an die obere Kocherquelle. Er brachte den Namen Hägele von Iggingen auf die Schlackenwäsche und somit nach Oberkochen.</p>
<p><strong>1795</strong><br>Der Name Beiswenger kommt von Mulfingen bei Leinzell. Elisabeth Widmann tritt 1795 in den Stand der Ehe mit Johann Georg Beiswenger. Der Wohnort wird Oberkochen. Die vierte Generation dieser Sippe — es waren drei Geschwister — ist nach Stuttgart abgewandert.</p>
<p><strong>1800</strong><br>Johann Balthasar Wirth, 1770 in Essingen geboren, gibt der Anna Böckle 1800 in Oberkochen das Ja-Wort und verbleibt am Trauort. Er ist der Sohn des Andreas Wirth und der Dorothea geborene Grupp von Essingen.</p>
<p><strong>1804</strong><br>Hofmann, ein Geschlechtsname der in Oberkochen erloschen ist — als Hausname jedoch heute noch gebräuchlich. Kaspar Hofmann 1754 in Dorfmerkingen geboren, bringt diesen Namen 1804 durch die Heirat der Maria Ursula Gold nach Oberkochen.</p>
<p><strong>1807</strong><br>Der Zimmermann Johann Schoch 1761 als Sohn des Michael Schoch in Bartholomä geboren, kam auf Brautschau nach Oberkochen. Er findet seinen Wunsch in der Anna Maria Barbara Gold — heiratet sie 1807 und verlegt seinen Wohnsitz nach Oberkochen.</p>
<p><strong>1811</strong><br>Aus der Nachbargemeinde Königsbronn kommt der Name Jooß — dort bereits 1642 geschrieben. Ludwig Christoph Jooß heiratet 1811 die Katharina Barbara Hecker von Oberkochen und verlegt seinen Wohnsitz von der Brenz ins obere Kochertal.</p>
<p><strong>1815</strong><br>Balthasar Kolb, 1788 in Essingen geboren — Sohn des Matthäus Kolb und der Anna Brucker, brachte den Namen Kolb durch die Eheschließung im Jahre 1815 nach Oberkochen. Er heiratet die Margaretha Eisele und verbleibt an ihrem Geburtsort am Kocherursprung.</p>
<p><strong>1818</strong><br>In Elchingen ist er 1795 geboren, der Franz Joseph Minder, Sohn des Bauern Anthon Minder, der den Namen Minder nach Oberkochen verpflanzte. Er heiratet 1818 die Anna Maria Veil, Witwe des Bauern Johann Jakob Brandstetter, und bleibt im Dorf am Kocherursprung.</p>
<p><strong>1818</strong><br>Der Schneider Jacob Beiswanger, 1786 in Heubach geboren, findet seine Ehefrau im oberen Kochertal. Regina Margareta Widenhöfer gibt ihm 1818 das Ja-Wort. Vier Generationen verblieben in Oberkochen.</p>
<p><strong>1819</strong><br>Michael Bassler von Bartholomä, war — wie sein Vater — Schäfer. Er ist 1796 geboren, heiratet 1819 die Anna Margareta Seitzinger von Oberkochen und verbleibt im oberen Kochertal. Vier Generationen waren es, die blieben. Die letzten waren der Basslers Reinhold und die Basslers Erika.</p>
<p><strong>1820</strong><br>Ulrich Frank, Bürger und Söldner in Waldhausen, heiratet 1740 eine Anna Maria Bezler von Oberkochen. Eine Generation später erfüllt der Sohn Nikolaus Albert den Wunsch der verwitweten Oberkochener Mutter, wieder im Kochertal leben zu dürfen und übersiedelt mit Familie vom Härtsfeld nach Oberkochen. Sein Urenkel Richard Frank war 28 Jahre, von 1905 bis 1933, Schultheiss in Oberkochen.</p>
<p><strong>1822</strong><br>Von Zang kommt der Name Sapper, dort bereits 1620 geschrieben. Johann Conrad, 1798 in Zang geboren, heiratet 1822 in Oberkochen eine Anna Maria Schmid und zieht zum Geburts- und Wohnort seiner Frau, Oberkochen-Katzenbach.</p>
<p><strong>1825</strong><br>Heinrich Seitz, 1798 in Unterkochen geboren, feiert seine Hochzeit 1825 in Oberkochen mit der Maria Katherina Gold, Tochter des Krämers Joseph Anton Gold. Das war eine Einheirat; er übernimmt den Kramladen (Krämerei), Haus Nr. 64, heute Katzenbachstr. 2.</p>
<p>Der Bruder der Maria Katharina war Johann Michael Gold. Er war Österreichischer Registrator in Mailand, später in Wien. Im Jahre 1880 kam der »Weaner Onkel« in die Heimat zurück und starb 1882 im Alter von 91 Jahren.</p>
<p><strong>1825</strong><br>Franz Xaver Winter ist 1798 in Auernheim geboren. Er übersiedelt nach der Eheschließung mit der Maria Anna Wengemayer im Jahre 1825 nach Oberkochen und brachte den Namen Winter ins obere Kochertal. Gebräuchliche Hausnamen sind »Jörg« und »Scheerbauer«.</p>
<p><strong>1831</strong><br>Xaver Uhl, 1801 in Niesitz geboren, Sohn des Johannes Uhl, sucht seine Braut in Oberkochen. Er fand sie — heiratet 1831 die Maria Victoria Hug und zieht nach Oberkochen. Der zweite Zugewanderte dieses Namens ist der Hafner Landolin. Maria Anna Minder brachte ihn durch die Eheschließung 1877 vom Härtsfeld runter ins Kochertal.</p>
<p><strong>1836</strong><br>Johann Nepomuk Bairle von Großkuchen, 1803 dort geboren, findet seine Frau ebenfalls in Oberkochen. Er heiratet 1836 die Maria Katharina Magdalena Fritz und verbleibt in Oberkochen.</p>
<p><strong>1840</strong><br>Der Hafnergeselle Michael Kleebauer brachte diesen Familiennamen von Ebnat, also vom Härtsfeld ins Obere Kochertal. Er heiratet 1840 die Katharina Mahler von Oberkochen und bleibt am Geburtsort seiner Frau.</p>
<p><strong>1840</strong><br>Der Mühlenbauer, damals Mühlarzt geschrieben, Johann Friedrich Mauser, 1807 in Eybach geboren, findet seine zweite Frau in Oberkochen. Er heiratet 1836 die Anna Maria Gold aus der Holzwart-Linie und übersiedelt 1840 von Eybach nach Oberkochen. Der Name Mauser ist jedoch wieder von Oberkochen abgezogen.</p>
<p><strong>1841</strong><br>Der Huf- und Wagenschmied Franz Joseph Mayr, Sohn des Bauern Anton Mayr und der Elisabeth Kinzler von Großkuchen, feiert 1841 Hochzeit in Oberkochen. Er tritt in den Stand der Ehe mit Magdalena</p>
<p>Schmid (Hausname Kölle), Wohnort wird Oberkochen. Die Nachfahren sind die Maier, Kirchenschmied und Rössleswirt.</p>
<p><strong>1841</strong><br>Die Maria Anna Fritz brachte eine weitere Sippe Schmid nach Oberkochen. Sie konnte ihn, den Franz Xaver Schmid nach der Eheschließung im Jahre 1841 bewegen, am oberen Kocher zu verbleiben. Franz Xaver ist 1814 in Donzdorf geboren als Sohn des dortigen Ochsenwirts Mathias Schmid. Drei Generationen der »Bachbecka-Schmid« verblieben am Kocher. Der Letzte war der Juhans.</p>
<p><strong>1843</strong><br>Leonhard Gutknecht, 1816 in Zang geboren, ist der Sohn des Feldhirten Matthäus Gutknecht von Zöschingen. Er heiratet 1843 eine Magdalena Deininger von Oberkochen und wie so oft konnte sie ihn bewegen in ihrem Heimatort zu verbleiben.</p>
<p><strong>1844</strong><br>Nach der Hochzeit mit Elisabeth Bezler von Oberkochen zieht der Huf- und Wagenschmied Xaver Oppold, 1817 als Sohn des Xaver Oppold in Röhlingen geboren, nach Oberkochen. Er ist der Großvater des Karl August Oppold, der 1896 in der Hufschmiede seines Vaters mit der Fertigung von Holzbohrern begann und der Gründer der Werkzeugfabrik A. Oppold, Oberkochen, ist.</p>
<p><strong>1845</strong><br>Franz Friedrich Leitz, 1821 in Esslingen als Sohn des Friedrich Matth. Leitz und der Maria Dorothea Stahl geboren, kommt während seiner Wanderjahre 1845 nach Oberkochen. Er heiratet daselbst im Jahre 1850 die Barbara Kopp. Der Sohn Albert Leitz gründet 1876 die Württembergische Bohrerfabrik A. Leitz, Oberkochen — das heutige Unternehmen Gebr. Leitz, Oberkochen.</p>
<p><strong>1846</strong><br>Der Vorfahre der heute noch ansässigen Holz, evangelischer Religion, kommt ebenfalls vom Sixenhof. Es ist dies Balthas Holz, 1805 geboren, der im Jahre 1846 die Maria Magdalena Hecker zur Ehefrau macht. Er verbleibt in Oberkochen — Hasagäßle.</p>
<p><strong>1849</strong><br>Die vierte Sippe Schmid kam Mitte vorigen Jahrhunderts nach Oberkochen. Joseph Schmid, Bauer von Michelfeld hei Bopfingen, tritt 1849 in den Stand der Ehe mit der Kreszentia Balle und verbleibt dort, wo die Hochzeit gefeiert wurde — in Oberkochen.</p>
<p>Sein Sohn Jakob — Sechters Jakob — betätigt sich als Bohrermacher. Er ist der Gründer der Werkzeugfabrik Jakob Schmid, Oberkochen. Michelfeld liegt unweit von Oberdorf am Ipf, wo die Sechta in die junge Eger fließt — und von dieser Sechta wurde der Hausname Secht(a)er abgeleitet.</p>
<p><strong>1850</strong><br>Jeremias Völker, 1823 in Zang geboren, Sohn des Johann Georg Völker, tritt 1850 mit Magdalena Bassler in den Ehestand. Der Wohnsitz des jungen Ehepaares wird der Geburtsort der Ehefrau — Oberkochen. Und der Name Völker wurde in Oberkochen heimisch.</p>
<p><strong>1855</strong><br>Der Bäckermeister Xaver Geissinger, 1827 in Unterkochen geboren, bringt den Namen Geissinger nach Oberkochen. Er heiratet 1855 die Katharina Gold, Küfner-Linie, und übernimmt die Bäckerei in der Kirchgass. Drei Bäckergenerationen verblieben in Oberkochen, doch der Geschlechtsname Geissinger ist von Oberkochen abgewandert bzw. erloschen.</p>
<p><strong>1865</strong><br>Von Dankoltsweiler kommt der Name Schellmann. Er ist 1831 geboren, der Bräumeister Anton Schellmann, der 1865 die Viktoria Staudt, Tochter des Gassenwirts Franz Staudt zur Ehefrau macht. Die Gassenschenke zwischen Schmidjörgle (heute Kreissparkasse) und Oppolds Paul (Reisebüro Schön) mußte 1863 der Bahnhofstraße weichen. Im Jahre 1864 fuhr der erste Eisenbahnzug von Aalen nach Heidenheim.</p>
<p><strong>1870</strong><br>Der Bäcker Georg David Wannenwetsch, 1840 in Zang zur Welt gekommen, tritt 1870 in den Stand der Ehe mit Maria Magdalena Wiedenhöfer und zieht nach Oberkochen ins Beckagässle. Der Sohn Karl Wannenwetsch, 1873 geboren, erlernte den Beruf des Bohrermachers und ist der Gründer der Werkzeugfabrik Karl Wannenwetsch, Oberkochen — heute KWO.</p>
<p><strong>1873</strong><br>Georg Wick, 1845 in Wildenhof (Pfarrei Abtsgmünd) geboren, heiratet 1873 in Neuler die Viktoria Schaup von Oberkochen. Und wie so oft konnte sie ihn bewegen, den Heimatort an ihren Geburtsort zu verlegen. Bereits ein halbes Jahr nach der Hochzeit war der Name Wick in Oberkochen ansässig.</p>
<p><strong>1877</strong><br>Vom Ungeheuerhof bei Backnang kommt Johann Gottlob Reber, dort 1850 geboren. Dorothea Katharina Schneider, Tochter eines Sonntags-Metzgers, gibt ihm 1877 das Ja-Wort. Er übernimmt das Gasthaus und Metzgerei zum Lamm. Drei Generationen Reber waren Lammwirt in Oberkochen.</p>
<p><strong>1877</strong><br>Georg Staudenecker bringt diesen Geschlechtsnamen 1877 durch die Heirat der Veronika Gentner, Witwe des Joseph Bezler, nach Oberkochen. Georg ist 1850 in Elchingen geboren.</p>
<p><strong>1879</strong><br>Der Name Lense kommt von Iggenhausen im damaligen Oberamt Neresheim. Als junger Hafnergeselle heiratet Johann Lense 1879 die Viktoria Dammbacher aus Ebnat. Die Hochzeit findet in Oberkochen statt und das Ehepaar blieb am Trauort. Dieser Johann Lense ist der Großvater des Karl Lense, der im Jahre 1933 in Baiersbronn den Titel des Deutschen Skimeisters im Skimarathon erringen konnte.</p>
<p><strong>1880</strong><br>Der königliche Waldschütz Joseph Ebert wird kurz nach der Eheschließung im Jahre 1880 nach Oberkochen versetzt. Er, 1851 in Rindelbach geboren, heiratet in zweiter Ehe die Franziska Geissinger von Oberkochen und bringt den Namen Ebert ins Obere Kochertal.</p>
<p><strong>1880</strong><br>Johann Melchior Elser war Schultheiss in Ochsenberg. Sein Sohn Karl Veit, 1852 geboren, brachte den Namen Elser nach Oberkochen. Er übernahm im Jahre 1880 die Haagmühle — später Kreuzmühle genannt — etwa 1 km nordöstlich vom damaligen Ortsrand.</p>
<p><strong>1880</strong><br>Der Hafnergeselle Joseph Kochendorfer kommt von Iggenhausen, dort 1856 geboren. Er heiratet 1880 in Aalen die Maria Katharina Fischer von Oberkochen, Tochter des Hafners Sebastian Fischer.</p>
<p><strong>1881</strong><br>Er ist 1843 geboren, der Aloys Schlipf, der von Elchingen zugewandert ist. Josepha Müller wird durch die Heirat im Jahre 1881 seine Ehefrau. Und der Name Schlipf wurde in Oberkochen eingebürgert.</p>
<p><strong>1888</strong><br>Von Heubach kommt der Name Nagel. Der Bierbrauer Johann Georg Nagel, 1861 in Heubach geboren, kam 1888 mit seiner Jungvermählten, Marie geb. Waibel, nach Oberkochen und übernimmt das Gasthaus zum »Hirsch«. Zur damaligen Zeit wurde in der ehemaligen Taverne noch Bier gebraut.</p>
<p><strong>1893</strong><br>Maximilian Neuhäuser, 1868 in Unterkochen geboren, macht die »Schneidersbäbe« zu seiner Frau (Maria Barbara Wingert). Die Hochzeit findet 1893 in Unterkochen statt. Kurze Zeit später wird der Wohnort vom weißen Kocher an den schwarzen Kocher verlegt. Der Vater des Maximilian war Johann Jakob Neuhäuser, 1843 in Kösingen geboren.</p>
<p><strong>1896</strong><br>Franz Xaver Gentner, 1865 als Sohn des Joh. Nepomuk Gentner geboren, verehelicht sich 1896 in Oberkochen mit der Maria Anna Balle und bleibt im Oberen Kochertal. Der Name Gentner kam von Ebnat nach Oberkochen.</p>
<p><strong>1897</strong><br>Johann Jakob Werle ist 1875 in St. Wendel bei Trier geboren. Er heiratet 1897 eine Maria Gold (Linie-Marks) und verbleibt in Oberkochen.</p>
<p><strong>1898</strong><br>Von Unterkochen kommt der Name Joas. Nach der Eheschließung im Jahre 1898 mit der Karoline Müller von Oberkochen, zieht der Hermann Joas ins Obere Kochertal.</p>
<p><strong>1898</strong><br>Anton Oed ist 1869 in Apfelbach bei Mergentheim geboren. Er heiratet 1898 die Maria Rosalia Fischer und verlegt seinen Wohnsitz an den Geburtsort seiner Ehegattin, nach Oberkochen.</p>
<p>Neue Namen brachte immer wieder der Wald, richtig ausgedrückt, die Menschen, die mit dem Wald zu tun hatten, die ihn hegten und pflegten. Es waren die Waldstreifer, Forstknechte, Waldschützen, Forstwarte, Wildmeister, Jäger, reisige Förster und Revierförster. Doch diese zugewanderten Namen sind im Normalfalle nur für kurze Zeit im Dorf verblieben.</p>
<p>Um die Breite und die Bedeutung der einzelnen Geschlechtsnamen im Dorf Oberkochen aufzuzeigen, seien nachfolgend die Zahlen der in Oberkochen geschlossenen Ehen in den vergangenen zweieinhalb Jahrhunderten — von 1656 bis zum Jahre 1900 — wiedergegeben.</p>
<table style="width: 52%;" width="52%">
<tbody>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Namensträger</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">der Anfang</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">Zahl der Ehen</td>
<td style="width: 23.2092%;">Seite — Absatz</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">&nbsp;</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">&nbsp;</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">&nbsp;</td>
<td style="width: 23.2092%;">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Bäuerle</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1758</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">8 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">363–5</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Balle</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1707</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">14 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">362–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Bairle</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1836</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">4 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">366–5</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Bassler</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1819</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">4 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">365–7</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Baumgärtner</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1709</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">12 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">362–4</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Beißwanger</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1818</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">7 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">365–6</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Beißwenger</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1795</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">4 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">364–6</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Bezler</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1567</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">59 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">350–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Blümle</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1641</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">5 rk 5 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">354–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Brandstetter</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1664</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">28 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">356–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Brunnhuber</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1688</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">14 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">357–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Burr</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1686</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">15 rk 8 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">357–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Deininger</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1723</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">12 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">363–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Ebert</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1880</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">1 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">369–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Eisele</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1640</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">10 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">354–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Elmer</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1650</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">17 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">356–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Elser</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1880</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">3 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">369–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Fischer</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1720</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">35 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">363–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Frank</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1820</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">3 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">365–8</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" width="168">Fritz</td>
<td style="width: 21.2034%;" width="130">1662</td>
<td style="width: 25.2149%;" width="159">23 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">354–4</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Geißinger</td>
<td style="width: 21.2034%;">1855</td>
<td style="width: 25.2149%;">2 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">368–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Gentner</td>
<td style="width: 21.2034%;">1896</td>
<td style="width: 25.2149%;">1 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">369–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Gold</td>
<td style="width: 21.2034%;">1622</td>
<td style="width: 25.2149%;">92 rk 3 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">353–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Grupp</td>
<td style="width: 21.2034%;">1675</td>
<td style="width: 25.2149%;">17 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">361–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Grupp</td>
<td style="width: 21.2034%;">1719</td>
<td style="width: 25.2149%;">25 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">362–7</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Gutknecht</td>
<td style="width: 21.2034%;">1843</td>
<td style="width: 25.2149%;">3 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">367–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Hägele</td>
<td style="width: 21.2034%;">1784</td>
<td style="width: 25.2149%;">4 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">364–5</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Hecker</td>
<td style="width: 21.2034%;">1710</td>
<td style="width: 25.2149%;">17 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">362–5</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Hofmann</td>
<td style="width: 21.2034%;">1804</td>
<td style="width: 25.2149%;">7 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">365–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Holz</td>
<td style="width: 21.2034%;">1779</td>
<td style="width: 25.2149%;">11 rk 6 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">364–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Holz</td>
<td style="width: 21.2034%;">1846</td>
<td style="width: 25.2149%;">6 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">367–5</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Honold</td>
<td style="width: 21.2034%;">1715</td>
<td style="width: 25.2149%;">9 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">362–6</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Hug</td>
<td style="width: 21.2034%;">1731</td>
<td style="width: 25.2149%;">21 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">363–4</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Joas</td>
<td style="width: 21.2034%;">1898</td>
<td style="width: 25.2149%;">-</td>
<td style="width: 23.2092%;">370–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Jooß</td>
<td style="width: 21.2034%;">1811</td>
<td style="width: 25.2149%;">8 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">365–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Kieninger</td>
<td style="width: 21.2034%;">1640</td>
<td style="width: 25.2149%;">28 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">360–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Kleebauer</td>
<td style="width: 21.2034%;">1840</td>
<td style="width: 25.2149%;">4 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">366–6</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Knochendorfer</td>
<td style="width: 21.2034%;">1880</td>
<td style="width: 25.2149%;">-</td>
<td style="width: 23.2092%;">369–4</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Kolb</td>
<td style="width: 21.2034%;">1815</td>
<td style="width: 25.2149%;">8 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">365–4</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Kopp</td>
<td style="width: 21.2034%;">1615</td>
<td style="width: 25.2149%;">37 rk 37 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">352–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Kratzer</td>
<td style="width: 21.2034%;">1685</td>
<td style="width: 25.2149%;">3 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">361–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Leitz</td>
<td style="width: 21.2034%;">1845</td>
<td style="width: 25.2149%;">2 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">367–4</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Lense</td>
<td style="width: 21.2034%;">1879</td>
<td style="width: 25.2149%;">1 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">369–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Mahler</td>
<td style="width: 21.2034%;">1779</td>
<td style="width: 25.2149%;">7 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">364–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Maier</td>
<td style="width: 21.2034%;">1841</td>
<td style="width: 25.2149%;">2 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">366–8</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Mauser</td>
<td style="width: 21.2034%;">1840</td>
<td style="width: 25.2149%;">3 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">366–7</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Merz</td>
<td style="width: 21.2034%;">1593</td>
<td style="width: 25.2149%;">4 rk 24 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">350–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Minder</td>
<td style="width: 21.2034%;">1818</td>
<td style="width: 25.2149%;">5 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">365–5</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Müller</td>
<td style="width: 21.2034%;">1708</td>
<td style="width: 25.2149%;">18 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">362–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Nagel</td>
<td style="width: 21.2034%;">1888</td>
<td style="width: 25.2149%;">1 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">369–6</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Neuhäuser</td>
<td style="width: 21.2034%;">1893</td>
<td style="width: 25.2149%;">-</td>
<td style="width: 23.2092%;">369–7</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Oed</td>
<td style="width: 21.2034%;">1898</td>
<td style="width: 25.2149%;">1 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">370–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Oppold</td>
<td style="width: 21.2034%;">1844</td>
<td style="width: 25.2149%;">3 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;">367–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Raunest</td>
<td style="width: 21.2034%;">1601</td>
<td style="width: 25.2149%;">3 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">351–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;">Reber</td>
<td style="width: 21.2034%;">1877</td>
<td style="width: 25.2149%;">1 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;">368–6</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Rittelmann</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1597</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">13 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">351–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Sapper</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1822</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">4 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">366–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Schaupp</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1613</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">27 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">352–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Scheerer</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1606</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">28 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">351–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Schellmann</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1865</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">2 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">368–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Scherr</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1695</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">7 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">361–5</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Schlipf</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1881</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">1 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">369–5</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Schmid</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1661</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">&nbsp;</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">360–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">&nbsp;</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1703</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">&nbsp;</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">357–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">&nbsp;</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1841</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">&nbsp;</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">367–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">&nbsp;</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1849</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">16 rk 5 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">367–6</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Schneider</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1701</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">9 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">361–6</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Schoch</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1807</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">8 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">365–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Schumacher</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1722</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">14 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">363–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Seitz</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1825</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">5 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">366–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Speth</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1612</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">14 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">351–4</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Staudenecker</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1877</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">2 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">368–7</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Stöckle</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1680</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">5 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">361–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Trittler</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1657</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">25 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">354–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Uhl</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1831</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">7 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">366–4</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Veil</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1612</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">47 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">352–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Völker</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1850</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">4 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">368–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Wannenetsch</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1870</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">1 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">368–4</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="22">Weber</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="22">1762</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="22">24 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="22">364–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="24">Werle</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="24">1897</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="24">1 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="24">369–9</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Wick</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1873</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">&nbsp;</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">368–5</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Widenhöfer</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1779</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">8 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">364–4</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Widmann</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1702</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">25 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">362–1</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Wingert</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1655</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">25 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">360–2</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Winter</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1825</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">5 rk</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">366–3</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 29.2264%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="29%" height="23">Wirth</td>
<td style="width: 21.2034%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="21%" height="23">1800</td>
<td style="width: 25.2149%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="25%" height="23">11 ev</td>
<td style="width: 23.2092%;" valign="MIDDLE" nowrap="nowrap" width="23%" height="23">364–7</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><em><strong>Kuno Gold</strong></em></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schultheißen und Bürgermeister durch 185 Jahre</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/schultheissen-und-buergermeister-durch-185-jahre/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 May 2024 12:30:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Heimatbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=14590</guid>

					<description><![CDATA[Seite 342-346 (Dietrich Bantel)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_9 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Alltag</h2>
<p>&nbsp;</p></div>
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<div class="et_pb_title_container">
<h2>Schultheißen und Bürgermeister durch 185&nbsp;Jahre</h2>
<p>&nbsp;
</p></div>
</div>
</div>
</div>
<p>Am 10. November 1987 werden es 185 Jahre, daß die Gefürstete Propstei Ellwangen und damit der ellwangische Ortsteil von Oberkochen württembergisch wurde (sanktioniert im Reichsdeputationshauptschluß vom 25. Februar (1803). Die im Amt befindlichen beiden Schultheißen, der ellwangische Johann Sebastian Gold und der württembergische Kaspar Scheerer, führten es gemeinsam weiter bis 1819. Gold schied dann offenbar altershalber aus. Schultheiß Scheerer führte das Amt allein weiter bis 1830.</p>
<p>Sein Nachfolger war bis 1849 der »Chirurg und Schultheiß« Sigmund Jonathan Maier (geboren 1793, gestorben 1852). Schon vor seiner Ernennung zum Schultheißen durch die Regierung (auf Grund des Verwaltungsedikts vom 1. März 1822, wonach die Gemeinde drei Bewerber vorschlagen konnte) hat er die Gemeinderatsprotokolle als »Aktuarius« mitunterzeichnet.</p>
<p>Der nächste, ebenfalls ernannte Schultheiß war der Maurermeister Michael Wingert (geboren 16. Juli 1826, gestorben 5. Dezember 1899); er versah sein Amt vom 5. Mai 1849 bis 27. Juli 1889.</p>
<p>Ihm folgte sein Schwiegersohn Johannes Bezler (geboren 4. Januar 1861, gestorben 25. Februar 1901), ab 26. September 1889, ebenfalls noch auf Lebenszeit ernannt nach den Bestimmungen des Verwaltungsedikts von 1822. Nachfolger war der erste von der Bürgerschaft auf Grund des Gesetzes vom 21. Mai 1891 auf Lebenszeit gewählte Schultheiß Alois Butscher (geboren 26. Februar 1876, gestorben 6. April 1903), ab 20. April 1901.</p>
<p>Der nach ihm gewählte und am 28. Mai 1903 in sein Amt eingesetzte Schultheiß Franz Anton Bucher (geboren 8. Dezember 1874) schied bereits am 28. Februar 1905 wieder aus.</p>
<p>Dann folgte am 1. April 1905 der auf Grund des vorgenannten Gesetzes von 1891 ebenfalls auf Lebenszeit von der Bürgerschaft gewählte Schultheiß (ab 1930 Bürgermeister) Richard Frank (geboren 12. März 1879), auf Grund der politischen Veränderungen zur Ruhe gesetzt im Dezember 1933.</p>
<p>Ihm folgte der auf Grund des Gesetzes v. 28. Juni 1933 von der Regierungsbehörde auf Lebenszeit ernannte Bürgermeister Otto Heidenreich (geboren 21. August 1899), ausgeschieden im Jahre 1945 auf Grund der veränderten politischen Verhältnisse.</p>
<p>Bürgermeister a.D. Frank führte sodann die Geschäfte des Bürgermeisters bis März 1946 und wurde durch den vom Gemeinderat auf zwei Jahre gewählten Bürgermeister Rudolf Eber (geboren 14. April 1914) abgelöst.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Bürgermeister und Ehrenbürger</h2>
<h3>Gustav Bosch (12.11.1914 bis 31.12.1979)</h3>
<p>Gustav Bosch, die markanteste Bürgermeisterpersönlichkeit in der Geschichte Oberkochens, wurde am 1. Februar 1948 für sechs Jahre zum Bürgermeister gewählt und am 5. März 1948 in sein Amt eingesetzt. Wiederwahlen, jeweils für zwölf weitere Jahre, erfolgten am 18.10.1953 und am 5.12.1965. Bürgermeister Gustav Bosch verstarb kurz nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand, aus deren Anlaß ihm der Gemeinderat in dankbarer Würdigung seiner Verdienste um die Stadt Oberkochen während einer 30jährigen Amtszeit das Ehrenbürgerrecht, die höchste Auszeichnung, die eine Gemeinde vergeben kann, verlieh.</p>
<p>Text des Ehrenbürgerbriefs vom 17.2.1978</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_17 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="749" height="438" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s345.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11797"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_26 artikel-content top-push  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Ehrenbürgerbrief</h2>
<p>Der Gemeinderat der Stadt Oberkochen verleiht durch einstimmigen Beschluß vom 17.2.1978 Herrn Bürgermeister Gustav Bosch in dankbarer Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um die Stadt Oberkochen das Ehrenbürgerrecht.</p>
<p>Gegründet in christlicher Wesensart, verwurzelt in humanistischer Denkweise, geprägt durch großes Wissen und Können, hat Herr Bürgermeister Bosch in dreißigjähriger Amtszeit Wachsen und Werden der Stadt Oberkochen entscheidend gestaltet. Sein unermüdliches Wirken und sein stets nur vom Gemeinwohl bestimmtes Handeln waren richtungsweisend für die Entwicklung Oberkochens zu einer Stadt weltweiter industrieller Bedeutung, bewahrten Oberkochen aber auch den Charakter einer liebenswerten Heimat aller Bürger.<br>Herr Bürgermeister Bosch hat sich um Oberkochen verdient gemacht.</p>
<p>Oberkochen, den 17.2.1978.</p>
<p>Für die Stadt Oberkochen gez. Eber, 1. stellvertretender Bürgermeister</p>
<p>Gemeinderat: Eber, Brunnhuber, Metzger, Balle, Kenntner, Unfried, Mannes, Bantel, Fischer, Schrenk, Bettler, Schoen, Griebisch, Piesch, Böttger, Kölbl, Weiss, Stohr.</p>
<p>Berichterstatter im Gemeinderat: Bahmann, Kranz, Feil, Hug, Höflacher, Kümmel, Ribarek</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_18 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="350" height="557" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s346.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11798"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_27 artikel-content top-push  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Unsere Ehrenbürger</h2>
<p>Karl Fröhner (1844–1898)<br>Oberförster<br>Ehrenbürger am 13.4.1893</p>
<p>Franz Breitenbach (1819–1900)<br>Pfarrer<br>Ehrenbürger am 20.8.1894</p>
<p>Emil Bucher (1870–1949)<br>Pfarrer<br>Ehrenbürger am 11.9.1909</p>
<p>Carl Weiger (1843–1911)<br>Oberförster<br>Ehrenbürger am 11.11.1909</p>
<p>Josef Schmid (1887–1960)<br>Fabrikant und Gemeinderat<br>Ehrenbürger am 6.11.1953</p>
<p>Albert Bäuerle (1901–1979)<br>Fabrikant<br>Ehrenbürger am 27.8.1955</p>
<p>Dr. rer. pol., Dr. rer. nat. h.c. Gerhard Kühn (??)<br>Mitglied des Vorstandes der Firma Carl Zeiss<br>Ehrenbürger am 28.6.1968</p>
<p>Dr. Ing., Dr. Ing. E.h. Heinz Küppenbender (??)<br>Mitglied des Vorstandes der Firma Carl Zeiss<br>Ehrenbürger am 28.6.1968</p>
<p>Gustav Bosch (1914–1979)<br>Bürgermeister<br>Ehrenbürger am 24.2.1978</p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Dietrich Bantel</em></strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_19 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="741" height="1055" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/hm-buch-s348.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11799"></span>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
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