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	<title>Schulen, Kindergärten | Heimatverein Oberkochen</title>
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	<title>Schulen, Kindergärten | Heimatverein Oberkochen</title>
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		<title>Bericht 760: Ein paar Details zu besonderen Lehrern – Teil 9 und Ende</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2022 22:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Josef Menzl.</strong></p>
<p>Dem Lehrer Menzl wurden bereits die eigenständigen Berichte mit den Nummern 665 und 666 gewidmet. Dazu hat mich jetzt noch eine E‑Mail mit seinem weiteren Lebensweg von seinen beiden Söhnen erreicht. Damit können wir den Lebenslauf ihres Vaters nun vervollständigen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Josef Menzl – einst Lehrer in Oberkochen, später in Kirchheim / Teck (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Erinnerung an Hauptlehrer Josef Menzl – erzählt von seinen Söhnen Werner und Helmut.</strong></p>
<p>So manchem wird unser Vater noch in Erinnerung geblieben sein, der bis 1956 an der Volkschule in Oberkochen unterrichtet hat, und als Gemeinderat und in verschiedenen Vereinen aktiv war. Nach dem 2. Weltkrieg war er als Heimatvertriebener aus dem damaligen Egerland, zusammen mit seiner Frau Maria, nach Oberkochen gezogen. Neben seiner normalen beruflichen Tätigkeit bildete er sich zum Mittelschullehrer fort und bemühte sich schließlich um eine solche Stelle, die er 1956 in Kirchheim unter Teck fand. Im Laufe seines 23jährigen Wirkens unterrichtete er dort eine Vielzahl von Fächern: Deutsch, Englisch, Mathematik, Physik, Chemie, Maschinenschreiben, Stenografie. Es war für ihn anfangs allerdings schwierig, an seinem neuen Wirkungsort eine Wohnung für die Familie zu finden. So bezog er zunächst allein ein möbliertes Zimmer. Nach einem Jahr war eine passende Wohnung gefunden und seine Frau und wir Söhne konnten nachkommen. 1958 erwarb er ein älteres Bauernhaus, das er umbauen und renovieren ließ, wobei auch viel Eigenarbeit notwendig war.</p>
<p>Nachdem an seiner Schule die Stelle des Rektors frei wurde, bewarb er sich um diesen Posten und wurde 1966 zum Schulleiter ernannt. Damit begannen harte Berufsjahre. Die ersten beiden waren gleich Kurzschuljahre, wodurch der Beginn des Schuljahres von April in den September verlegt wurde. Allein der aus dem Rhythmus geratene Schulbetrieb brachte schon einiges an Mehrarbeit mit sich. Mit den geburtenstarken Jahrgängen stieg auch die Zahl der Mittelschüler enorm an. Das Schulgebäude wurde zu klein, einige Klassen wurden daher ausgelagert. Nachdem in einem anderen Stadtteil ein Schulneubau bezugsfertig wurde, ohne dass die dortige Schulleiterstelle schon besetzt war, musste unser Vater für eine Übergangszeit diese beiden weit auseinander liegenden Schulen gleichzeitig leiten. Mit den bescheidenen technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit gelang ihm dabei eine organisatorische Meisterleistung.</p>
<p>Und noch eine Neuerung fiel in diese Zeit. Diese Schulart, zwischen der einer Hauptschule und der eines Gymnasiums wurde nun Realschule genannt. So erhielt die neu erbaute Schule den Namen „Teck-Realschule“, die ältere Schule unter der weiteren Leitung unseres Vaters wurde jetzt zur „Freihof-Realschule“. Neben seinen Aufgaben als Schulleiter übernahm er zu der Zeit auch noch einen Lehrauftrag für Mathematik am damaligen Fachpädagogischen Institut in Kirchheim, das es immer noch gibt, allerdings unter anderem Namen.</p>
<p>In den folgenden Jahren wurden wegen der immer noch ansteigenden Schülerzahlen auf dem Freihof aufwändige Um‑, An- und Neubauten notwendig, die Vater mit viel Sachkenntnis und Verhandlungsgeschick initiierte und begleitete. Neben seiner Kompetenz schätzten die Schüler, Eltern und das Kollegium an ihm vor allem seine verständnisvolle, freundliche und umgängliche Art sowie seine Hilfsbereitschaft. Nach seiner Pensionierung im Sommer 1979 verbrachte er einen ruhigen Lebensabend. Er widmete sich der Gartenarbeit und zeigte sich weiterhin am Weltgeschehen und in vielen Bereichen interessiert. Leider machten ihm in den letzten Lebensjahren diverse gesundheitliche Probleme immer stärker zu schaffen. Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb unser Vater nach einem prall gefüllten Lehrer-Leben am 11. März 1999 im hohen Alter von 85 Jahren.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Horst Riegel (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Horst Hubertus Riegel.</strong></p>
<p>Er kam am 2. Mai 1963 an das hiesige Gymnasium und in einem Vorstellungsbericht finden wir folgenden Daten und Fakten:</p>
<p>Geboren wurde er am 15. Juni 1932 in Breslau. Im Nachbarkreis Trebnitz verbrachte er die Volksschulzeit und die ersten 3 Jahre der höheren Schule, bevor die Vertreibung begann. Die führte ihn nach Regensburg, wo er 1951 seine Reifeprüfung ablegte. Durch ein Austauschstipendium gelangte er an das Lafayette College nach Easton in Pennsylvania, wo er Biologie und Mathematik studierte. Abenteuerlustig machte er sich zwischen dem Ende des Sommersemesters und der Abfahrt von New York auf eine 8‑wöchige Tour durch 33 der damals 48 Bundesstaaten. Nach seiner Rückkehr studierte er an Universität Erlangen Biologie, Chemie und Geographie und daneben ein wenig Mathematik. 1958 bestand er in Erlangen das 1. Staatsexamen und 1962 das 2. Staatsexamen in Nürnberg. Ab 1961 ging es auf Schulen in Baden-Württemberg. Als Vertretung auf das Gymnasium für Jungen in Stuttgart-Vaihingen sowie auf das Hohenlohe-Gymnasium in Öhringen. Geheiratet wurde 1960, aber noch ist die Familie getrennt – er in Oberkochen und der Rest der Familie im bayrischen Nördlingen. Aber auch das Problem wurde gelöst. Am Gymmi in Oberkochen war er 24 Jahre lang der stellvertretende Schulleiter.</p>
<p>Auch im Heimatverein war er nach seiner Pensionierung engagiert und das Heimatmuseum im Schillerhaus war sein besonderes Lebenselixier in seiner Freizeit. Dort gab es mit ihm zahllose Führungen und er war ein profunder Kenner der Heimatgeschichte. Jahrelang pochte er bei jeder Hauptversammlung, dass jetzt endlich mal jemand konkret über die Zeiten des III. Reichs in Oberkochen schreiben müsse, aber das traf auf taube Ohren. Die Sache war „oifach z‘ hoikl“. Nachhaltig hat Horst Riegel die museale Didaktik des Heimatmuseums geprägt und sich um Ausstellungen und Sonderausstellungen verdient gemacht. Horst Riegel verstarb am 18. November 2017 im Alter von 85 Jahren.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="947" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber760-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11952"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Friedrich Ruoff (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Friedrich Ruoff.</strong></p>
<p>War ein Lehrer, den ich gut kannte, da er anfangs in meiner Nachbarschaft wohnte, schräg gegenüber im Haus Sonnenbergstraße 21 mit Ehefrau Gudrun und den Kindern Thomas und Inga und Karin.</p>
<p>Er stammte aus Heubach, wurde dort am 9. April 1928 geboren und besuchte dort auch die Grund- und Oberschule bis 1943. Die Lehrervorbereitung begann 1943 in Schwäbisch Hall und wurde durch einen kurzen Kriegsdienst und Gefangenschaft unterbrochen. Nach dem Krieg machte er das Abitur und vollendete seine Lehrerausbildung 1953, wo er am Pädagogischen Institut seine 1. Dienstprüfung ablegte. Zuerst ging es dann nach Rüsselshausen bei Bad Mergentheim, bevor er 1957 an die Dreißentalschule kam. Er unterrichte häufig die Klassen 3 und 4, aber auch die Oberklassen in Physik, Chemie und Mathematik. Am 1. Dezember 1966 erfolgte die Ernennung zum Konrektor. Sein 25jähriges Dienstjubiläum konnte er am 6. Juni 1973 feiern.</p>
<p>Lehrer Ruoff war mit seiner Physik AG dafür verantwortlich, dass der heutige Prof. Dr. Thomas Vilgis, trotz seinem damaligen Scheitern bei der Aufnahmeprüfung für das Gymmi in Oberkochen, erfolgreich seinen Weg ging und später eine beeindruckende Karriere hingelegte. Prüfungsaufgaben wie: „Ein Bauer hat für seine 16 Rinder noch Futtervorräte für 105 Tage, als er zwei Rinder verkauft. Wie lange recht der Vorrat jetzt?“ waren nicht die Sache von Thomas Vilgis. Seine Welt war die der Formeln, wie sich später herausstellen sollte, und er damit den Beweis antrat, dass man auch mit Hauptschule Professor werden konnte.</p>
<p>Seit 1987 war er Mitglied im Heimatverein und arbeitete dort emsig im Bereich der Digitalisierung der heimatkundlichen Berichte und dem Aufbau eines digitalen Fotoarchivs. Leider sind die Dinge in die Zeit gekommen und so nicht mehr brauchbar. Er trat im Verein so auf wie sein Wesen war: Bescheiden, liebenswürdig, dabei aber zielstrebig und ausdauernd. Er verstarb am 2. Dezember 2012 im Alter von 78 Jahren. Seine Tochter unterrichtet heute an derselben Schule, an der er einst wirkte.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="785" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber760-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11953"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Adolf Schellmann (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Adolf Schellmann.</strong></p>
<p>Stammte aus Oberkochen und war aber nur kurzfristig als Lehramtsanwärter an der alten katholischen Volksschule im alten Schwesternhaus (heute Edith-Stein-Haus) tätig. Seine Eltern besaßen die Schankwirtschaft mit Brauerei in „Dr Schell“, der Bahnhofsrestauration in der heutigen Bahnhofstraße Nr. 3. Er wurde am 19. Februar 1869 geboren. Seine Berufung fand er in der Leitung der Volksschule in Rechberghausen, die er bis zu seiner Pensionierung 1934 leitete. Im Jahr 1954 feierte er seinen 85ten Geburtstag.</p>
<p><strong>Kurt Schmieg.</strong></p>
<p>Er legte seine 1. Dienstprüfung im Jahr 1943 an der Lehrerbildungsanstalt in Esslingen ab. Seine erste Stelle fand er 1948 in einer zweiklassigen Schule in Schweindorf auf dem Härtsfeld, deren Schulleiter er ab 1953 war. Seit 1. Januar 1954 war er an der Dreißentalschule und unterrichtete in ununterbrochener Reihenfolge die Klassen 5 und 6 als Klassenlehrer. Wegen seiner vorzüglichen Englischkenntnisse unterrichtete er selbstredend Englisch an der Hauptschule. Der Aufbau und die effektive Umsetzung des Sprachlabors in den Unterricht lag daher auch in seinen Händen. Außerschulisch brachte er den Englischunterricht zur Firma Carl Zeiss und in die Volkshochschule.</p>
<p>Im Jahr 1. August 1976 verließ er Oberkochen und ging als Konrektor an die Grund‑, Haupt- und Realschule nach Königsbronn, deren Schulleiter er am 9. November 1983 wurde.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Volkmar Schrenk (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Volkmar Schrenk.</strong></p>
<p>Schlechthin das Gesicht und die prägende Gestalt des hiesigen Gymnasiums. Wir schreiben den 6. Februar 1962 als sich folgende Herren zu einer kleinen Feier zusammenfanden:</p>
<p>Bürgermeister Bosch mit Gemeindeammann Bahmann, das überschaubare Lehrer-Kollegium und Regierungsschulrat Dr. Schmid, der Studienrat Volkmar Schrenk die Ernennungsurkunde zum Studiendirektor. Damit begann eine ungeahnte Entwicklung des damaligen Progymnasiums zum heutigen EAG Ernst-Abbe-Gymnasiums.</p>
<p>Im April 1959 wurde die Außenstelle des Schubart-Gymnasiums in der Aalener Straße 19 in eine selbständige Anstalt umgewandelt und zog in das alte HJ-Heim im Turmweg 24 ein. Es erfolgte der Ausbau in eine 6‑klassige Schule, die sich bald einen guten Ruf erarbeitete. Das Umfeld in Oberkochen war durch das Zusammenspiel von einer aufgeschlossenen Bevölkerung, einem umtriebigen Bürgermeister, zusammen mit einem engagierten Gemeinderat und der dazugehörigen Verwaltung, äußerst günstig und führte bald zu einem kräftigen Wachstum und Ausbau.</p>
<p>Kaum im Ruhestand, nach 30 Jahren der schulischen Leitung am Gymnasium in Oberkochen, bekam er von Landrat Dr. Winter am Vorabend seines 63. Geburtstages das Bundesverdienstkreuz verliehen. In seiner Laudatio führte der Landrat aus, dass es Hr. Schrenk nie darum ging, berühmt zu werden oder Aufsehen zu erregen, seine Intention war schulisch etwas zu erreichen, das Gymnasium auf eine hohe Stufe hinzu entwickeln und sich für seine Mitmenschen einzusetzen. 30 Jahre lang war er „Chef“ und führte die Schule vom Turmweg bis zum Tierstein – ein Werk, das sich bis heute sehen lassen kann. Selbstredend unterrichtete er auch sein Lieblingsfach Mathematik – „was zu beweisen war“ (sein Spruch, den ich nie vergessen werde, denn den mussten wir unter jede geometrische Aufgabe als Abschlusssatz schreiben). Zudem war der Schulchor eine Herzensangelegenheit für ihn und zusammen mit Otto Fischer brachten sie wirklich Außergewöhnliches zustande.</p>
<p>Nicht genug Aufgaben? Er fand noch Zeit sich 14 Jahre im Gemeinderat einzubringen. Der Schüleraustausch mit der französischen Partnergemeinde Dives-sur-Mer musste Jahr für Jahr organisiert werden. Mitglied im Kirchengemeinderat und Leiter des evang. Kirchenchors waren ihm wichtige Aufgaben in der Gemeinde sowie ein engagiertes Arbeiten im Heimatverein mit 116 interessanten heimatkundlichen Berichten. Kurz ein imposanter Mensch, der große Fußstapfen hinterlassen hat, wie der Nachfolger feststellen durfte. Geboren wurde er am 13. Januar 1927 und gestorben ist er am 14. April 2007 im Alter von 80 Jahren.</p>
<p><strong>Wolfgang Schwab.</strong></p>
<p>Der Physiklehrer unseres Gymnasiums begann ebenfalls im Jahr 1961 als Assessor seine Laufbahn in unserer Stadt. Geboren wurde er im Jahr 1932 in Möckmühl im Kreis Heilbronn. Die Eltern zogen 1940 über Uhingen nach Göppingen, wo er die Volksschule und das Hohenstauffen-Gymnasium besuchte. Nach dem 1952 abgelegten Abitur ging er an die Technische Hochschule Stuttgart und belegte die Fächer Physik und Mathematik. Nach der 1. Staatsprüfung war er an Gymnasien in Ludwigsburg und Esslingen tätig. Am 18. September 1965 wurde er zum Studienrat befördert und unterrichtete Physik und Mathematik. Inzwischen verstarb auch er am 7. Aug. 2022.</p>
<p><strong>Albert Seckler.</strong></p>
<p>Einer der jungen modernen dynamischen Assessoren, die in den 60er Jahren ans Progymnasium nach Oberkochen kamen. Er wurde am 10. September 1937 in Gotha geboren. Die Familie zog umgehend nach Stuttgart-Vaihingen. Der Vater starb jedoch 1941 in Russland. Seit 1944 wohnte die Familie in Ellwangen und so besuchte er auch dort das Peutinger-Gymnasium von 1947 bis 1956. An den Universitäten Tübingen, Mönchen und Freiburg studierte er Latein, Griechisch und Geschichte. Das 1. Staatsexamen absolvierte er in Freiburg. Danach ging es an das Georgii-Gymnasium nach Esslingen und bis 1963 an „sein“ Gymnasium zurück nach Ellwangen.</p>
<p>Studienfahrten 1958 und 1963 führten ihn nach Italien und Griechenland. Seit 1. März 1963 unterrichtete er in Oberkochen die Fächer Latein, Deutsch und Geschichte.</p>
<p>1983 feierte der Gymnasialprofessor sein 25jähriges Dienstjubiläum. Schulisch engagierte er sich als Fachberater und als Multiplikator bei der Lehrplanreform sowie als Beratungslehrer, Personalvertreter und Pressereferent. Da er bei uns Griechisch nicht unterrichten konnte, absolvierte er eine Weiterbildung zur Lehrbefähigung der katholischen Religion. Überörtlich war der Verstorbene als Referent und Leiter von Fortbildungen für Gymnasiallehrer und Schulleiter tätig. Zudem war er Mitglied verschiedener Kommissionen des Oberschulamts. Nicht wenige seiner Schüler erinnern sich noch gerne an seine Rom-Fahrten, die er mit seinen Klassen unternahm.</p>
<p>Am 19. Juni 1964 übernahm er als Nachfolger von Rektor Hagmann das örtliche Bildungswerk, später VHS genannt und leitete diese bis 1974. Zudem brachte er sich außerordentlich engagiert in der katholischen Kirchengemeinde ein. Auch als Autor des mehrfach aufgelegten Oberkochen-Buches und im Heimatbuch können wir seine Spuren finden. Er verstarb am 23. September 2011 im Alter von 74 Jahren.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="836" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber760-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11955"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_6 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Udo Streu (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Ulrich Streu</strong></p>
<p>wurde am 6. Dezember 1937 in Danzig geboren. 1952 fand er, zusammen mit Schwester und Mutter, eine neue Heimat. Das Abitur legte er am Hellenstein-Gymnasium ab. Die 1. Dienstprüfung legte er am PI in Schwäbisch Gmünd ab, unterrichtete dann ein Jahr lang an der Bohl-Schule in Aalen. Es folgte eine Zeit in Heuchstetten, wo er zwei Jahre lang Kinder aller neun Schuljahre in einem Klassenraum unterrichtete. In dieser Zeit lernte er Constanze Armbruster kennen, die in Gerstetten unterrichtete. Nach Absolvierung der 2. Dienstprüfung wurde im Frühjahr 1965 geheiratet. Es folgte die Versetzung für beide an die zweiklassige Volksschule Ochsenberg. 1969 wurde er Schulleiter und Rektor der Grund- und Hauptschule Bondorf bei Böblingen. Seit 1. Dezember 1971 agierte er in Oberkochen als Nachfolger von Georg Hagmann. Die damalige Einsetzungsfeier wurde von Oberstudienrat Otto Fischer mit seinem Chor umrahmt.</p>
<p>Am 3. Februar 1984 endete seine Zeit in Oberkochen, denn er wurde vom Minister in Stuttgart als stellvertretender Leiter des Seminars für schulpraktische Ausbildung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Lörrach bestellt. In den Reden, die diesem Abschied gehalten wurde, ging es immer wieder um eines: Er war wohl ein ungewöhnlicher, nahezu unheimlich, dynamischer Rektor, der viel bewegte und erreichte. In diesen 13 Jahren, in die viele Reformen fielen, bedurfte es wohl eines solchen Rektors, um die Schule so umzugestalten, dass sie am Ende „gut dastand“ und einen guten Ruf hatte. Obwohl er nur eine schlichte Abschiedsfeier wollte, wurde dieser Abschied dann doch angemessen, mit allem Drum-Herum zelebriert.</p>
<p><strong>Rudolf Thiem.</strong></p>
<p>Auch er gehörte zu den Männern der sog. Ersten Stunde am hiesigen „Gymmi“. Geboren wurde er am 2. Oktober 1928 in der Gemeinde Ribnik (Bezirk Olmütz, heute Olomouc) im Sudetenland (dem heutigen Rybnik in Tschechien). Dort besuchte er die Volksschule und später das Gymnasium in Mährisch-Neustadt (heute Unicov Tschechien). 1944 musste auch er mit 16 in den Krieg ziehen und kam anschließend in Kriegsgefangenschaft und Internierung in Böhmen. Danach kehrte er nach Ribnik zurück und im Herbst 1946 landete er zusammen mit seiner Mutter in Baden-Württemberg und musste erstmal wieder auf die Schulbank, um das Versäumte nachzuholen und 1951 in Stuttgart das Abitur zu machen. Sein Vater kam erst 1954 aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause. Es schloss sich ein Studium in Tübingen und Freiburg an. Ab 1956 unterrichtete er als Referendar und Assessor an den Gymnasien in Schorndorf und Fellbach die Fächer Deutsch, Englisch und Latein. Am 23. August 1963 wurde er zum Studienrat ernannt und unterrichtete in Oberkochen Deutsch, Englisch und Erdkunde. Nach 25jähriger Lehrtätigkeit ging er krankheitsbedingt in den Vorruhestand. Er war Fachleiter für Deutsch und Englisch und war intensiv mit der Oberstufenreform am EAG in Oberkochen befasst.</p>
<p>Er wohnte erst in Oberkochen und später in Ochsenberg. Die Philatelie war eines seiner Steckenpferde – hier machte er sich in Fachkreisen einen Namen als Motivsammler.</p>
<p>Privat engagierte er sich bei den Sudetendeutschen, schrieb Berichte in der monatlichen Zeitschrift für die Sudetendeutschen (der Sternberger Heimatpost) und organsierte häufig die regelmäßigen Treffen „seiner Ribniker“, oft in Ochsenberg und einmal sogar in Unicov, wo er einst zur Schule ging. Nachdem er sein altes Gymnasium mit englischer und deutscher Literatur versorgte, bot man ihm sogar an als „Gast“ in seinen Fächern vor Ort zu unterrichten. Über seinen Heimatort Ribnik erstellte er eine Ortschronik.</p>
<p>Völlig außergewöhnlich die Liebe zum japanischen „Haiku“. Er veröffentlichte häufig eigene Haikus und thematische Abhandlungen darüber, über die „Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V.“ in der Deutschen Haiku-Zeitschrift.</p>
<p>Japanische Haiku bestehen meistens aus drei Wortgruppen von 5 – 7 – 5 Silben. Im Deutschen werden Haiku meist dreizeilig geschrieben. Nachstehend zwei Veröffentlichungen von Rudolf Thiem:</p>
<ul>
<li>Am Ende des Weges hier / wartet die letzte Fähre.</li>
<li>Gewitterwolken / im Rückspiegel leuchten noch / Zyanen und Mohn</li>
</ul>
<p>Er starb am 20. April 2008 in Dossenheim im Alter von 79 Jahren kurz bevor ich ihn besuchen konnte. Er hinterließ seine Frau Ursula, die beiden Kinder Klaus und Helga und 5 Enkel.</p>
<p><strong>Franz Uhl.</strong></p>
<p>Nachdem die Schulleiterstelle an der Tiersteinschule nach dem Abgang von Anton Nuding ein halbes Jahr vakant war, bekam sie einen neuen Schulleiter – den Uhla-Franz aus Oberkochen. Er absolvierte nach einer Ausbildung zum Speditionskaufmann auf dem zweiten Bildungsweg das Lehramtsstudium an der Gmünder PH. Nach Schulstellen in Heidenheim, Aalen und an der Dreißentalschule wurde Uhl 1986 zum Rektor der Tiersteinschule berufen und er bekleidete dieses Amt bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2013. Gradlinig wie er ist, war es sein Ziel, mit 63 aufzuhören und auch all die Ehrenämter anzugeben und es einfach mal ruhiger im Kreis der Familie angehen zu lassen. „Einmal Freiheit und das Häusle am Meer in Spanien genießen, wie ich sie wohl zeitlebens noch nie hatte“ das wollte er. Auch wenn Covid 19 das ein oder andere nicht zuließ, ich bin sicher, er genießt seine freie Zeit ausgiebig.</p>
<p><strong>Außerhalb der Schule war in vielerlei Hinsicht in der Gemeinde und im Kreis tätig (Kein Anspruch auf Vollständigkeit, denn wer hat schon den kompletten Überblick – nur er ????:</strong></p>
<ul>
<li>Sechs Wahlperioden (seit 1984) gehörte er der CDU-Fraktion des Gemeinderats an, seit 1987 als Fraktionsvize und von 2009 bis 2013 als Vorsitzender.</li>
<li>26 Jahre gehörte Uhl dem GEO-Aufsichtsrat an</li>
<li>32 Jahre lang leitete er die Volkshochschule Ostalb</li>
<li>War Mitautor von Lehrbüchern sowie beim Heimatbuch</li>
<li>Er ist Träger der Konrad-Adenauer-Medaille</li>
<li>sowie der Verdienstmedaille der Stadt Oberkochen</li>
<li>und erhielt die Ehrennadel des Gemeindetags</li>
<li>ehrenamtlich tätig im Kuratorium der Bürgerstiftung Oberkochen</li>
<li>als ehrenamtlicher Leiter der VHS führte er rund 20 Bildungsreisen durch die Welt durchund nach seiner Pensionierung er ist Hospizhelfer im Kinderhospiz-Dienst der Malteser</li>
</ul>
<p>Das alles kann man auch erreichen „wenn man im 70. Lebensjahr noch im selben Haus wohnt, in dem man geboren wurde“, wenn man es einfach nur oft genug verlassen hat.</p>
<p>»&lt;</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="462" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber760-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11956"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Das Uhl’sche Haus in der Heidenheimer Straße, Geburts- und Wohnhaus von Franz Uhl (Archiv Müller)</em></p>
<p>Gerade von diesem, seinem Geburts- und Wohnhaus aus (einst mit einer Miste vor dem Haus, im Amtsdeutsch Dunglage genannt), konnte er die ganzen Veränderungen in Oberkochen sehen und verfolgen. Wie sich die bäuerliche Gemeinde, durch die noch 1945 die Panzerkolonnen der US-Armee donnerten und die GI’s den Kindern am Straßenrand mit Kaugummis und Trockenmilchpäckchen zuwarfen, im Laufe der Jahrzehnte entwickelte und heute ein weltweit bekannter Standort für Hochtechnologie geworden ist.</p>
<p><strong>Helmut Wagner.</strong></p>
<p>Ihm war nur ein kurzes Leben vergönnt, aber viele erinnern sich noch an ihn. Am 15. April 1976 verstarb er nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von nur 33 Jahren. Die Schüler und Kollegen waren geschockt und konnten es kaum glauben. Er war seit 1966 Werklehrer und Sporterzieher an der Dreißentalschule und ob seiner toleranten kameradschaftlichen Art äußerst beliebt. Seine Liebe galt dem Volleyball und mit großem Engagement setzte er sich dafür ein, dass die Erlasse für den Sportunterricht umgesetzt wurden und dass er modernisiert wurde. Und so kämpfte er mit seinen Schülern dafür, dass dieses Fach auch eine Wertschätzung an der Schule erhielt. Er setzte es durch, dass seit 1972 die Klassen 8 und 9 nicht mehr im Klassenverband sondern in Neigungsgruppen unterrichtet wurden. Unter seiner Führung wurde die Volleyball-Mannschaft seiner Schule württembergischer Schulmeister und seine Mannschaft siegte auch oft bei „Jugend trainiert für Olympia“.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_7 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="501" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber760-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11957"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_8 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Kollegium Dreißentalschule im Jahr 1965 (Archiv Müller)</em></p>
<p><em>Untere Reihe sitzend: Braun, Kny, Forster, Hagmann, Geiger, Timm, Herrmann, Westphal</em><br><em>Mittlere Reihe stehend: Zielonka, Erben, Ulmer, Börner, Bischler, Wientzek, Jensen, Lindner, Batzill, Holz, Gradner, Heitele, Ruoff</em><br><em>Hintere Reihe stehend: Jungk, Burghard, Kalmbach, Ulrich, Schmieg, Happ, Franz, Nowotny, Seel, Gunzenhauser, Heller</em></p>
<p><strong>Abgesang.</strong></p>
<p>Basta, Aus und Ende. Das war’s jetzt definitiv mit Schulen und Lehrkräften. Wer jetzt noch nicht genug hat, kann sich ja mal wieder die „Feuerzangen-Bowle“ anschauen, die im Fernsehen in der Winterzeit todsicher wieder als 127te Wiederholung zu sehen sein wird.</p>
<p>So Müller, setzen: 2+ für’s Schreiben und 1+ mit Sternchen* für’s Recherchieren und Sammeln.</p>
<p><strong>Abschließend noch zwei Sprüche.</strong></p>
<p>Zuerst der für erfolgreiche Lehrer. Konrad Lorenz gab zum Besten: „Ich habe meinen Schülern beigebracht, dass sie mir kein Wort glauben dürfen, sondern alles selbst nachprüfen müssen“. (Das hat allerdings genau so der Buddha auch schon gelehrt!) S koscht halt viel Zeit ????.</p>
<p>Wenn der Lehrer in seinem Bemühen nicht so erfolgreich war, konnte ein Unterrichtsdialog schon einmal so verlaufen: „Wer kann mir die Weinsorte nennen, die am Fuß des Vesuvs wächst?“ „Ganz einfach“, sagt Peter „Das ist der Glühwein ????!“ Da ist manchmal halt Hopfen und Malz verloren – auch beim Wein.</p>
<p><strong>Liebe LeserInnen dieser heimatkundlichen Reihe.</strong></p>
<p><strong>Mit diesem Bericht Nr. 760, dem letzten aus der 9teiligen Serie über „Schulen und ihre Lehrkräfte“ geht etwas zu Ende, was so nicht hätte sein müssen.</strong></p>
<p><strong>Ich will hier nicht näher auf die Gründe eingehen, denn diese sind vereinsintern und müssen dort auch gelöst werden. Ich habe die Hoffnung, dass es irgendwie, vielleicht in anderer Art und Weise, weitergehen kann – sicher bin ich aber nicht. Aus vielen Rückmeldungen zu den Berichten weiß ich, dass diese Reihe, die Dietrich Bantel einst begonnen hatte, viel Anklang in der Leserschaft gefunden hat und auch die Veröffentlichungen im Internet und auf Facebook fanden regen Zuspruch.</strong></p>
<p><strong>Ich hatte die Ehre und Freude mit 120 Berichten in 16 Jahren zum Erfolg der Reihe „Oberkochen – Geschichte, Landtag, Alltag“ beitragen zu dürfen.</strong></p>
<p><strong>Ich sage DANKE für die lange Treue und hege die Hoffnung, dass bis Jahresende die notwendigen Entscheidungen getroffen sein werden.</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller,</strong></p></div>
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			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 759: Ein paar Details zu besonderen Lehrern – Teil 8</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-759-ein-paar-details-zu-besonderen-lehrern-teil-8/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 22:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=18565</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_1 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Unsere Lehrer.</strong></p>
<p>Nach den Damen kommen nun die Herren. Was auffällig sein wird – über die männlichen Lehrkräfte wird mehr zu berichten sein, da es mehr Männer gab und die Berichterstattung umfangreicher war. Dann schauen wir mal was ich so gefunden habe. Auch hier wende ich die Sortierregel A‑Z an und wenn jemand nicht aufgeführt ist, so ist das nicht mangelnder Respekt, sondern Mangel am Recherchematerial. Los geht’s:</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_8 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="533" height="624" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber759-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11949"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_10 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Dietrich „Didi“ Bantel (Archiv HVO)</em></p>
<p><strong>Dietrich Bantel.</strong></p>
<p>Geboren wurde er am 25. Juli 1935 in Stuttgart. Als jungen Lehrer verschlug es ihn 1962 ans Gymnasium Oberkochen, wo er bis 1995 Lehrer für Bildende Kunst und Englisch gewesen ist und sich bei den Schülern einer veritablen Beliebtheit erfreute. 1974 wurde er zum Gymnasialprofessor ernannt.</p>
<p>Auch die klassische Musik war ihm in Anliegen. Er leitete als erster Geiger ein Streichquartett, das wöchentlich in seiner Wohnung probte. Schule war ihm aber nicht genug. Er war umtriebig und hat sich vielfältig ins Gemeindeleben eingebracht. Sei es in der Kommunalpolitik als Gemeinderat für die BGO (heute: Freie Bürger Oberkochen FBO) von 1968 bis 1993. Als treibende Kraft 1971 bei der Ausgrabung des Römerkellers mit „seinen“ Schülern, bei der Gründung des Heimatvereins und dem Aufbau des Heimatmuseums (1987 bis 2008). Ab 1984 arbeitete er auch als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes. Auch das 1986 erschienene „Heimatbuch“ hätte wohl ohne ihn nicht das Licht der Welt erblickt. Immer an vorderster Front und so erhielt er im Laufe der Jahre einige Ehrungen:</p>
<ul>
<li>2011 Die Ehrenbürgerschaft in Oberkochen</li>
<li>1993 Das Bundesverdienstkreuz</li>
<li>Die Ehrenmedaille des Gemeindetags Baden-Württemberg</li>
<li>Die Bürgermedaille der Stadt Oberkochen</li>
</ul>
<p>Bis zu seinem Tod waren ihm der Heimatverein, der ihn nach dem Vorstandwechsel zum Ehrenvorsitzenden ernannte, und die Kontakte zu seinen ehemaligen Schülern, im Besonderen zum sog. „Sechser-Club“, ganz besonders wichtig.</p>
<p>Zwei heimatkundliche Berichte sind zu erwähnen, in denen er einiges über sich erzählte: Im Bericht 600 schildert er „Wie ich nach Oberkochen kam“ und im Bericht 615 erzählt er „Über das Kinderfest und den Kessel“.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_9 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="872" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber759-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13500"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_11 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Gottlob Braun (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Gottlob Braun.</strong></p>
<p>Der Mann war eine Institution und überaus lange am selben Ort – seinem Oberkochen. Geboren wurde er am 1. September 1901 in Dornstetten im Schwarzwald und gestorben ist er am 23. Juli 1984 im Alter von 82 Jahren. Dazwischen lag ein reich gefülltes Leben als Pädagoge. Im Jahr 1967 versammelte sich zu seinem Abschied in den Ruhestand alles was Rang und Namen hatte, um ihm den Respekt zu erweisen, den er sich in Oberkochen, auch außerhalb der Schule erworben hatte. Nach 42 Jahren als Lehrer war aber noch nicht Schluss, denn er arbeitete auf Bitten der Schule noch bis 1975 nebenamtlich in den Fächern Musik und Religion. Also hat der Mann letztendlich 50 Jahre lang als Pädagoge gearbeitet.</p>
<p>Er besuchte die Volksschule, das Gymnasium und die Aspirantenschule, bevor er von 1916 bis 1922 das Lehrerseminar in Nagold absolvierte. Nach einigen harten Jahren bekam er 1925 die erste Anstellung als Praktikant. Es schlossen sich die damals üblichen Wanderjahre eines Lehrers an. Sein Weg führte ihn nach Garrweiler, Dornhan, Grömbach und Freudenstadt bevor er 1934 mit seiner jungen Familie nach Oberkochen kam und als Schulleiter in das damalige evangelische Schulhaus (mit einer Klasse für alle) in der Aalener Straße 19 zog (heute Heimatmuseum). 1936 wurden die katholische Schule aus dem Schwesternhaus und seine evangelische Schule zusammengelegt und es entstand die Dreißental-Volksschule (der Backsteinbau, auch „Fuchsbau“ genannt), an der er bis 1954 als Klassenlehrer fungierte. Am 12. Oktober 1954 erfolgte seine Ernennung zum Konrektor.</p>
<p>Während des II. Weltkrieges wurde er für ein Jahr an die Hauptschule in Schorndorf abgestellt. Während dieser Zeit zog er sich während eines Dienstunfalls beim Skilaufen eine Verletzung zu, deren Folgen ihn wohl sein Leben lang begleitet haben. Seine besondere Liebe galt den musischen Fächern und so bereicherte er auch viele Schulfeste mit Flötengruppen und Schülerchor. Im privaten Bereich engagierte er sich stark im Schwäbischen Albverein und dem Bund für Vogelschutz. Unvergessen sind seine regelmäßigen Berichte im Amtsblatt über die Flora auf dem Volksmarsberg und rund um Oberkochen. Auch im Kirchengemeinderat war er tätig, ebenso wie als Chorleiter und Organist. Er hatte ein Gespür für das Echte. Leeres Geschwätz, Pathos und Oberflächlichkeit waren ihm zuwider.</p>
<p><strong>Dr. Sigurd Enders.</strong></p>
<p>Er wurde am 8. Februar 1926 in einer Kolonisten-Siedlung in Galizien (heute Süd-Polen und West-Ukraine geboren. Den größten Teil seiner Jugend verbrachte er jedoch in Bielitz, wo er das Volks- und Gymnasium besuchte. In den letzten beiden Kriegsjahren wurde er Soldat, geriet in amerikanische Gefangenschaft, aus der er sich einen Tag später davonmachte. Mit diesem Trumpf in der Hand, konnte er gegenüber vielen anderen, frühzeitig sein Studium an der Karl-Franzens-Universität in Graz in Österreich aufnehmen. Dort legte er auch seine Staatsprüfung ab und promovierte im Folgejahr. Eine Aufnahme in den österreichischen Staatsdienst war wegen seiner deutschen Staatsangehörigkeit unmöglich, deshalb begann er seine berufliche Laufbahn in Rheinland-Pfalz und war zuletzt in Frankenthal tätig, bevor er zu uns kam. Er betrieb seine Versetzung nach Oberkochen aus gesundheitlichen Gründen und meinte bei seiner Vorstellung: „Wenn mich nicht alles täuscht, ist Oberkochen eine Versetzung wert.“</p>
<p>Da füge ich hinzu, dass das aber nicht so war. Er wurde hier nicht glücklich. Die Schüler und er kamen miteinander nicht zurecht. Sein Unterricht war, sagen wir mal „nicht zeitgerecht“. Oft wurde er zur Zielscheibe von Streichen und grenzwertigen Boshaftigkeiten bis hin zum „Schalten seiner eigenen Todesanzeige“. Da war das Maß für ihn sicher voll und er verließ Oberkochen. Obwohl er ständig kränkelte, ist er doch einer der ältesten geworden. Wohnhaft im Haag am Hausruck in Oberösterreich – wenn er noch lebt, dann ist er inzwischen 96 Jahre alt, was wiederum belegen würde, dass kränkelnde Menschen nicht selten sehr alt werden. „Inzwischen hat mir sein Sohn Ulrich mitgeteilt, dass er am 2. Okt. 2013 gestorben ist.“</p>
<p><strong>Albrecht Gunzenhauser.</strong></p>
<p>Ein wahres pädagogisches Schwergewicht unter all den Oberkochner Lehrkräften, der seinen beruflichen Bogen bis hin zum Schulrat schlug. Er stammt aus einer kinderreichen Familie aus Ulm-Söflingen und absolvierte dort auch einen Großteil seiner Schulzeit. Seine 1. Dienstprüfung legte er 1952, wie viele andere auch, am damaligen Pädagogischen Institut in Esslingen ab und begann seine Laufbahn an der Knabenvolksschule in Ellwangen. Am 1. September 1953 erfolgt die Versetzung als 22jähriger Junglehrer an die Schule im Dreißental. Am 3. November 1965 wurde die Tiersteinschule eingeweiht. Er leitete die Schule ab dem ersten Tag kommissarisch und erhielt zum 23. September 1966 die Ernennungsurkunde zum offiziellen Rektor und Schulleiter.</p>
<p>1976 konnte er sein 25jähriges Dienstjubiläum feiern. Dr. Saller vom Schulamt Gmünd lobte seinen Sachverstand und sein Engagement für „seine“ Schule sowie seine positiven Bande, die er zwischen den Oberkochner Schulen und Kollegien sowie den Eltern und Schülern knüpfte. Als Seminarleiter lag ihm immer eine praxisnahe Ausbildung der Junglehrer am Herzen. Aus den häufigen Reformplänen der damaligen Zeit versuchte er das „Machbare“ umzusetzen und so bekam die Tiersteinschule im Laufe der Jahre einen sehr guten Ruf. Von Seiten der Eltern hieß es, dass die Kinder gerne in die Schule gingen und das ist schon ein Prädikat.</p>
<p>Außerhalb der Schule engagierte er sich in der evangelischen Kirchengemeinde, sowie als Leiter des Kirchen- und des Posaunenchores.</p>
<p>Am 23. März 1981 versammelte sich alles was Rang und Namen hatte, um ihn von seiner Tiersteinschule zu verabschieden. Nein, noch nicht in den Ruhestand. Er wechselte die Seiten und wurde Schulrat beim Staatlichen Schulamt in Schwäbisch Gmünd mit Schwerpunkt für die Grundschulen in Schwäbisch Gmünd und Lorch.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_10 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="815" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber759-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13501"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_12 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Georg Hagmann (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Georg Hagmann.</strong></p>
<p>Zum 28. April 1954 wurde die Stelle des Rektors, die bis dato Herr Maikler innehatte, an der Volksschule im Dreißental neu besetzt. Aus dem Lehrerkollegium machte sich der eine oder andere Hoffnung auf diesen Posten, aber er wurde mit einem Auswärtigen besetzt. Dr nui Rektor kam also vom Härtsfeld, aus Ebnat.</p>
<p>Geboren am 5. Oktober im Jahr 1906 aus Ummendorf im Kreis Biberach. Er besuchte die dortige Volksschule und absolvierte anschließend das Gymnasium in Ellwangen. Die 1. Dienstprüfung absolvierte 1931 er nach dem einjährigen Besuch der Lehrerbildungsanstalt in Schwäbisch Gmünd. Nach Aufenthalten u.a. Schnürpflingen, in Grünkraut, in Burgrieden, in Zuffenhausen, in Äpfingen legte er die 2. Dienstprüfung in Matzenbach ab. In Ingoldingen heirate er und 1943 ging es mit der jungen Familie nach Ebnat. Zwischen 1939 und 1947 gibt es bei der Durchsicht der beiden Berichte im Amtsblatt (zur Amtseinführung und zur Pensionierung) ein paar Unklarheiten. Einerseits wird vom Dauereinsatz, während einer 8jährigen (!) gesamten Kriegszeit (da wurde die Gefangenschaft einfach miteingerechnet), überwiegend an der Front berichtet, andererseits wurde er 1943 zum Schulleiter (bis 1954) in Ebnat befördert. Wie auch immer, die meiste Zeit des Krieges verbrachte er in Finnland und nach dem Krieg bis 1947 in französischer Gefangenschaft.</p>
<p>Von 1950 bis 1954 leitete er (jetzt aber richtig) die damals vierklassige Volksschule in Ebnat. Dem Zeitgeist entsprechend findet sich im Begrüßungsbericht im Amtsblatt eine größere Abhandlung zu den Themen ORDNUNG und UNTERORDNUNG sowie LEISTUNG. Wichtig war ihm wohl auch, dass gute Schüler nicht durch schlechte Schüler in ihrer Entwicklung gehemmt werden dürfen. Jahrzehnte später ist das etwas anders geworden. Vielleicht auch ein Indiz dafür, dass heute immer mehr Eltern, so sie es finanziell vermögen, ihre Kinder auf eine Privatschule schicken.</p>
<p>Auch kulturell hinterließ er in unserer Gemeinde seine Spuren. Von 1958 bis 1964 war er Leiter des hiesigen Bildungswerks. Daneben betreute er bis zu seinem Wegzug die Schmalfilmfreunde und prägte auch den Theaterring sehr stark. Jahrelang war er auch Personalratsvorsitzender im Bezirk Aalen sowie im Ausschuss des Kreislehrerverbandes tätig. 1971 zog er mit seiner Frau in das umgebaute elterliche Haus in Ummendorf und so schloss sich sein Lebenskreislauf.</p>
<p>Eines seiner Lieblingsprojekte war das Kinderfest und hier besonders die Version „Volkmarsberg“. Ganz wichtig waren ihm immer die unvergesslichen Lieder zu Beginn des Festes „Geh‘ aus mein Herz und suche Freud…“ und zum Abschluss des Festes am Waldrand an der Brunnenhalde „Kein schöner Land in dieser Zeit….“. Ich erinnere mich aber noch gut, an mein letztes Kinderfest mit ihm, als er fast schon allein am Waldrand stand, so gut wie keiner mehr stehen blieb, um DAS LIED zu singen. Die Zeiten begannen sich zu ändern und das „Fest der Feste auf dem Hausberg“ verschwand dann auch nach und nach – letztendlich ein paar Jahre nach ihm – im Jahr 1979.</p>
<p>Es ist sehr interessant, im Jahr 1954 einmal einen detaillierten Blick auf die damaligen Klassen zu werfen. 13 Lehrkräfte unterrichten 13 Klassen. Das waren deutlich andere Zeiten – kaum mehr vorstellbar, aber es ging, wohl auch weil Schüler und Lehrer und die Zeit anders waren:</p>
<ul>
<li><strong>Klasse 1a</strong> Lehrerin Essig mit 46 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 1b</strong> Lehrerin Timm mit 37 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 2</strong> Lehrer Gunzenhauser mit 72 Schülern !!!!!</li>
<li><strong>Klasse 3</strong> Lehrerin Hils mit 52 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 4</strong> Lehrer Schmieg mit 71 Schülern !!!!!</li>
<li><strong>Klasse 5a</strong> Lehrer Heller 39 Schüler</li>
<li><strong>Klasse 5b</strong> Lehrer Rektor Hagmann mit 36 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 6a</strong> Lehrer Hölldampf mit 44 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 6b</strong> Lehrer Maikler mit 52 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 7a</strong> Lehrer Menzl mit 50 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 7b</strong> Lehrer Braun mit 57 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 8a</strong> Lehrer Höfel mit 39 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 8b</strong> Lehrer Zweig mit 29 Schülern</li>
</ul>
<p><strong>Summa summarum 626 Schüler</strong></p>
<p><strong>Rudolf Heller.</strong></p>
<p>Ein Lehrer der besonderen Art. Er war zunächst an verschiedenen Grund- und Hauptschulen in Nordwürttemberg tätig, bevor er 1956 nach Oberkochen kam. Im Laufe der Jahre wollte er es nochmal wissen und setzte sich, unter großen persönlichen Opfern, wieder auf die „Schulbank“, um eine Fachgruppenprüfung erfolgreich zu bestehen, um dann 1969 auf das Oberkochner Gymnasium zu wechseln. Seine Fächer, die er dort unterrichtete waren Bildende Kunst, Musik und Ethik. Die Fächer „Technik und Werken“ wurde an der Schule stark von ihm geprägt und die Arbeiten seiner Schüler gewannen zahlreiche Preise und Auszeichnungen. So durfte der engagierte Oberstudienrat Heller 1987 sein 40jähriges Dienstjubiläum feiern.</p>
<p>Darüber hinaus kannten wir ihn als langjährigen Organisten der katholischen St. Peter und Paul-Kirche sowie als emsigen Organisator und Antreiber für die berühmten Kinderfeste und die Weihnachtsfeiern für die Senioren in unserem Ort. Wie man liest, unterrichtete er in seiner langen Laufbahn wohl um die 3.000 Schüler. Das ist schon eine Hausnummer. An der Dreißentalschule wirkte er 16 und am hiesigen Gymnasium 20 Jahre. Auch die Ölmalerei mit verschiedenen Techniken, in denen er versuchte, sein Wesen auszudrücken, war ihm eine Herzensangelegenheit.</p>
<p>Er hätte so viel aus „alten Zeiten“ zu erzählen gehabt. Trotz mehrerer Versuche meinerseits, war er dazu leider nicht zu bewegen und so blieb es bei gelegentlichen Gesprächen während der Freitags-Sauna, bei der er immer (solange es eben noch ging) ein gern gesehener Gast war. Und so ist es eben in dieser Berichtsreihe: „Schüler erzählen gerne, Lehrer eher nicht.“</p>
<p><strong>Alfons Herrmann.</strong></p>
<p>Auch diese Lehrerfamilie wohnte anfangs, ab 1957, im Lehrerhaus Sonnenbergstraße 21; Ruoffs im ersten Stock und Hermanns (Ehefrau Elisabeth und die Töchter Mechthild, Roswitha und NN) im EG. Er unterrichtete bis 1966 an der Dreißentalschule, bevor er an die Tiersteinschule wechselte und dort 13 Jahre Unterricht erteilte und 1979 als Konrektor in den Ruhestand ging. Dort lehrte er auch das Fach Religion.</p>
<p>Neben der Schule war er von 1962 bis 1975 Mitglied im örtlichen Gemeinderat. Dem katholischen Kirchengemeinderat gehörte er seit 1962 an. Er starb 21. Juli 1989 im Alter von 73 Jahren.</p>
<p><strong>Hans-Jürgen Herrmann.</strong></p>
<p>Noch einer der 60er-Jahre-Assessoren, der in Oberkochen heiratete, lehrte und im Dreißental heimisch wurde. Er kommt aus „Hoarna“ oder „Hoidna“ – sprich Heidenheim, ging dort auf das Hellenstein-Gymnasium, um es 1960 mit dem Abitur in der Tasche zu verlassen. Es zog ihn an die Universitäten in Tübingen und Freiburg, wo er die Fächer Französisch, Geschichte und Geographie belegte. Er unterbrach die Studienzeit, um das Schuljahr 1962/63 als Deutsch-Assistent am Lycee Anatole-le-Braz in ST. Brienc (F) zu verbringen. Dieser Aufenthalt sowie weitere Reisen ab 1958 nach Frankreich vertieften seine Kenntnisse über Kultur, Sprache und Land des Nachbarlandes. Während der Studienzeit war er zeitweise in der Jugendarbeit in Deutschland und Frankreich tätig. Seine erste Stelle in Deutschland fand er am Freihof-Gymnasium in Göppingen. Nach der 2. Dienstprüfung kam er in unsere Gemeinde. Verheiratet ist er praktischerweise mit einer Lehrerin – Gisela Herrmann geb. Fischer (ur-oberkochnerisch aus dem Dreißental) – da fällt das gegenseitige Verständnis für die Anforderungen des Lehrerberufes nicht so schwer. Wir Schüler mussten uns erst an den dynamischen französisch-sprechenden Assessor gewöhnen – hatten wir doch vorher einen eher gemütlichen deutsch-französischen Unterricht bei Otto Krug genossen. Auch die Stadt und der Partnerschaftsverein benötigten seine Sprachkenntnisse, wenn Gäste aus Dives-sur-Mer bei uns weilten.</p>
<p><strong>Siegfried Höfel.</strong></p>
<p>Ein geliebter und verehrter Lehrer, der Grundschule und obere Klassen konnte. Im Jahr 1958, am Samstag, den 8. November, im Alter von 38 Jahren, erlitt er mitten im Unterricht einen Schlaganfall und verstarb kurz danach. Auch wenn er nur 7 Jahre im Dreißental tätig war, so hinterließ er doch Spuren und seine Namen taucht heute noch oft in Erinnerungen der damaligen Schülerschaft auf. Er hatte eine harmonische liebenswerte Art, die auch das Kollegium schätzte.</p>
<p>Sein Lebensweg war der typische eines Heimatvertrieben seiner Generation. Geboren wurde er am 30. März in Seimeny in Bessarabien (heute zu Moldau und Ukraine gehörig), wo er auch die Volksschule besuchte. Von 1932 bis 1936 besucht er ein Lehrerseminar, darunter auch 3 Jahre lang ein Knabengymnasium, um sich auf den Beruf des Lehrers vorzubereiten. Seine erste Anstellung bekam er in Andrejewka (heute Ukraine), die aber durch den Kriegsbeginn abrupt beendet wurde und er in den Krieg ziehen musste. Er geriet 1945 in englische Gefangenschaft. Zwischenzeitlich fand seine vertriebene Familie in Aalen ihre neue Heimat. In Aalen-Unterrombach war er von 1947 bis 1949 als Hilfslehrer tätig, bevor er sich von 1949 bis 1951 auf das Pädagogische Institut in Schwäbisch Gmünd begab. Nach Ablegung der 1. Dienstprüfung ging er als Stellvertreter (heute würde man wohl Springer sagen) an die Volksschule Unterkochen. 1951 kam er nach Oberkochen, wo er 1956 eine dauerhafte Anstellung bekam und 1958 war sein Lebensweg bereits zu Ende.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_11 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="1151" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber759-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11945"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_13 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Anton Hölldampf (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Anton Hölldampf.</strong></p>
<p>Ein Name, der nach Energie klingt. Er war mein Nachbar und bewohnte das Lehrerhaus im Sonnenberg mit der Hausnummer 23. Von 1952 bis 1961 war er an der Dreißentalschule tätig, bevor er am 1. April 1961 auf eigenen Wunsch nach Heubach versetzt wurde. Er unterrichtet im Dreißental ausschließlich die Oberklassen, von denen es im Abschiedsbericht hieß, dass es „eine schwere Aufgabe war, für die Jungs in diesem schwierigen Alter Lehrer und Erzieher zu sein“. Außerhalb der Schule hat er sich sehr stark für den Aufbau der Gemeindestelle des Bundesluftschutzverbandes engagiert. Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft durfte 1957 wieder gegründet werden und als Nachfolger von Karl Elmer fungierte er bis zu seinem Abschied aus unserer Gemeinde. Ich empfand ihn als sehr angenehmen Nachbarn mit seiner netten Ehefrau Klara, die uns Kinder oft mit Bananenmilch versorgte, die sie in einer modernen amerikanischen Küchenmaschine herstellte. Ein weiterer Bewohner des Hauses war ein großer ruhiger Hund mit weißem Fell und hörte auf den Namen Adrian.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_12 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="872" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber759-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11946"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_14 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Leo Klotzbücher (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Leo Klotzbücher.</strong></p>
<p>Ein Lehrer des alten Schlags, des ganz alten Schlags. Und ja, es gibt unter der Leserschaft noch ehemalige SchülerInnen, die sich an ihn erinnern – besonders an seine besondere Art.</p>
<p>Geboren wurde er am 4. Juli 1887 in Lautern unterhalb des Rosensteins. Aufgewachsen im Haus der Eltern, die eine Molke betrieben und eine Landwirtschaft hatten. Diesem Ort blieb er sein Leben lang innig verbunden. Von 1901 bis 1906 besuchte er das katholische Lehrerseminar in Schwäbisch Gmünd. Seine Wanderjahre führten ihn nach Berlichingen, Böhmenkirch, Pfullingen, Bersbach und Wurmlingen. In Ebersberg (Kreis Backnang) fand er seine erste ständige Anstellung. Während des I. Weltkrieges war er von 1916 bis 1918 Soldat im Infanterieregiment 125 „Kaiser Wilhelm“ in Frankreich und Italien.</p>
<p>In Oberkochen wirkte er 25 Jahre lang als Lehrer (von 1926 bis 1951). Anfangs zog er in die Lehrerwohnung im „Fuchsbau“ im Dreißental ein. Er war der Nachfolger von Oberlehrer Wörner, der nach Ellwangen versetzt wurde. Damals war die Schule noch rein katholisch und es lehrten 4 Lehrer.</p>
<p>Schulleiter war damals Alfons Mager, der ebenfalls im Schulhaus wohnte. Wie dem Amtsblatt zu entnehmen ist, sind wohl rund 1.300 Schüler im Laufe der Jahre vor seinem Pult gesessen.</p>
<p>Seiner kath. Kirchengemeinde diente er zudem 27 Jahre lang als Organist. Sein erster Auftritt war das Fronleichnamsfest 1926, das er mit Bravour meisterte. 1953 löste ihn Rudolf Heller ab. Die Liebe zur Natur und eine tiefe Heimatverbundenheit waren ein wesentlicher Charakterzug, das auch in vielen seiner Gedichte zum Ausdruck kam, auch wenn sie aus heutiger Sicht doch sehr rührselig, vielleicht sogar kitschig wirken. Selbstredend, dass er jahrzehntelang Mitglied im Schwäbischen Albverein und im Bund für Vogelschutz war. Am 26. Mai 1964 konnte er zusammen mit seiner Frau Antonie geb. Fäßler (damals wohnhaft im Enzianweg 3) das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Am 9. November 1978 verstarb er hochbetagt im Alter von 91 Jahren. Ein paar Tage vorher spielte er noch mit Inbrunst die Orgel in der katholischen Kirche.</p>
<p><strong>Lassen wir ihn abschließend noch mit einem seiner Gedichte zu Wort kommen:</strong></p>
<p>„Ja, Dörflein lieb, Stätte lieb und traut / wo meine Wiege stand / ein schön’res Plätzchen gibt‘s wohl nicht / im weiten Schwabenland / Drum denk ich stets in Treue Dein / Oh Heimatdorf am Rosenstein / Und wenn nach diesem Lebenslauf / ich schließ die Augen zu / dann möge mir der liebe Gott / verleih’n die ewige Ruh‘ / doch meine Ruhstatt möge sein / im Heimatort am Rosenstein“</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Otto Krug (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Otto Krug.</strong></p>
<p>Von seiner Schülerschaft liebevoll „BotJug“ genannt, kam er mit Familie am 11. April 1960 nach Oberkochen. Er erhielt damals die 2te ständige Lehrstelle am hiesigen Progymnasium, das damals noch am Turmweg 24 beheimatet war. Geboren wurde er am 7. Februar 1920 in Gamburg a. d. Tauber. Es war ihm wichtig zu erwähnen, dass seine Eltern und Großeltern Bauern und Handwerker waren. Von 1930 bis 1938 besuchte er das Gymnasium in Tauberbischofsheim, das er mit dem Abitur in der Tasche verließ. In der damaligen Zeit schloss sich Arbeitsdienst, Wehr- und Kriegsdienst an, gefolgt von der üblichen Kriegsgefangenschaft. Danach begann er mit dem Studium der Neuphilologie (konkret Französisch, Englisch und Geschichte) an der Universität in Erlangen und 1950 legte er die Staatsprüfung für das höhere Lehramt ab. Als Studienreferendar war er in Heidelberg tätig und als Assessor an einer katholischen Privatschule in Bruchsal. 1953 erhielt er einen Lehrauftrag am Burghardt-Gymnasium in Buchen im Odenwald an der er 1955 zum Oberstudienrat befördert wurde. Im Rahmen einer Familienzusammenführung bat er um Versetzung nach Oberkochen. Er war der erste, der mit seiner Klasse ein Schullandheim besuchte. Später sollten Studienfahrten nach Rom, Berlin und Prag folgen. Am Aufbau der Schule stand er an vorderster Front und engagierte sich als Personalrat und Betreuer des Rechnungswesens. Die Installation des Sprachlabors geht auf ihn zurück und auch die Partnerschaft mit Dives-sur-Mer brauchte ihn wegen seiner Französisch-Kenntnisse. Auch im Bildungswerk hatte er einige Jahre mitgearbeitet. Beim Abschied, im Jahr 1983, betonte Schulleiter Schrenk, dass die ruhige stille Art und sein Gespür für das Wesentliche im Kollegium vermisst werden würde. Auch sei ihm der Abbau von Rücksichtslosigkeiten und Aggression ein Herzensanliegen gewesen. Leider ist ihm keine erbauliche Zeit als Pensionär geblieben. Vier Monate nach seiner Pensionierung verstarb er nach kurzer schwerer Krankheit am 2. Dezember 1983. Für mich speziell war er auch ein außergewöhnlicher Lehrer, der sich um alle kümmerte und für seine Schülern immer das Beste wollte und ich bin, (aus eigener Erfahrung) sicher, dass er auch im Konvent sich immer auf die Seite der schwächeren Schüler stellte.</p>
<p><strong>Anton Maikler.</strong></p>
<p>Ebenfalls ein Urgestein der hiesigen Schule im Dreißental. Am 16. April 1963 ging der Oberlehrer nach 44 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand. 10 Tage vorher wurde er im Festsaal der Schule offiziell verabschiedet. Er begann seine Tätigkeit als selbständiger Lehrer am 1. August 1919 in Justingen. Jenem Albdorf, das als erstes die Pumpenwasserversorgung einrichtete und damit für die gesamte Wasserversorgung bahnbrechend wirkte. Nach Oberkochen kam er mit seiner Familie am 8. September 1940 und zog in die Lehrerwohnung im 3. Stock des „Fuchsbaus“, dem roten Backsteingebäude in der Volksschule im Dreißental. Es war die freigewordene Stelle des Oberlehrers Mager, die er nun innehatte. Er gehörte zu denen, die zweimal zu den Waffen gerufen wurden, um in beide Weltkriege zu ziehen und diese auch zu überleben. Im zweiten wurde ja noch 1944 jeder einberufen „der laufen konnte“. Nach dem Krieg waren die Zeiten schwierig, besonders an den Schulen, so auch in Oberkochen: „Steigende Schülerzahlen, fehlende Lehrkräfte und beengte Raumverhältnisse“. Das alles musste gemanagt werden. Oberlehrer Maikler unterrichtete in diesen Zeiten Klassen mit über 100 Schülern !!! Engagement und Auftreten in der Öffentlichkeit lag dem schweigsamen und grüblerisch veranlagten Pädagogen nicht. Er ging in Vorbereitung und Unterricht auf und kümmerte sich auch besonders um die Schwächeren. Und bis zum letzten Unterrichtstag hinterfragte er sich immer, ob er noch irgendetwas besser machen könnte und stand daher allen Reformbewegungen aufgeschlossen gegenüber. Er leitete die Volksschule von 1949 bis 1954. Danach übernahm Rektor Hagmann die Schule. Im Laufe der Jahre baute er ein Haus in der Sonnenbergstraße, dass heute von Sonja Heim mit Familie bewohnt wird.</p>
<p>Aber auch das Fernweh hat ihn einmal gepackt. 1927 ging er im Alter von 40 (da wird der Schwabe ja gewöhnlich g’scheit ????) ins Ausland an die Deutsche Schule in Bogota in Kolumbien und blieb dort bis 1935. Wirklich beeindruckend. Er starb am 17. September 1974 in Langenfeld und wurde in Oberkochen beerdigt. In einer Grabrede (die wohl Rudolf Eber hielt) wurde nochmals darauf hingewiesen, dass er, wie wohl viele Oberländer, markant, schweigsam, nach innen gerichtet und es ihm nicht gegeben war, in der Öffentlichkeit große Worte zu machen. Er war zeitlebens ein Suchender nach ständigen Verbesserungen und die Frage nach Vergütung von geleisteten Überstunden war seine Sache nicht. Lehrer sein mit Leib und Seele – alles andere kam danach.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="431" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber759-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-11948"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Das Kollegium des Gymnasiums im Jahr 1969 (Archiv Müller)</em></p>
<p><em><strong>Sitzend 1te Reihe vlnr:</strong> Schröpel, Wick, Thiem, Zimmer, Kühn, Schrenk, Ulrich Oberkampf, Klappenecker</em><br><em><strong>Stehend 2te Reihe vlnr:</strong> Schnapper, Seckler, Seckler, Bantel, Bantel, Jäger, Krug, Hermann, Rapp, Riegel</em><br><em><strong>Stehend 3te Reihe vlnr:</strong> Enders, Sauerer, Herrmann, Fäser, Hohmuth, Schwab, Thiem, Heller, Fischer</em></p>
<p><strong>…. und der wirklich allerallerletzte Teil zum Thema in Kürze.</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 758: Ein paar Details zu besonderen Lehrerinnen – Teil 7</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-758-ein-paar-details-zu-besonderen-lehrerinnen-teil-7/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Sep 2022 22:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=18562</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_2 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Unserer Lehrerinnen.</strong></p>
<p>Jetzt will ich noch drei Teile zu den Lehrkräften nachlegen. Einen über die weiblichen und zwei über die männlichen Lehrkräfte. Da kann ich aber nicht anders und will erst mal eine persönliche Ansicht abgeben: In unserer Kindheit gab es für die Grundschule (Klassen 1 bis 4) Lehrerinnen und Lehrer. Ich halte das für nicht ganz unproblematisch, wenn Kinder vom Kindergarten bis einschl. Klasse 4 ausschließlich von weiblichen Pädagogen unterrichtet werden. Warum das so ist, hat sich mir nicht erschlossen, aber ich gehe davon, dass mir das die Leserschaft sicher erklären kann. Ist es die Gehaltsstruktur, die Männer in Kindergärten und Grundschulen nicht auftreten lässt? Oder ist das von den Kulturministerien politisch so gewollt? Sei’s drum – aus meiner Sicht brauchen Kinder beide Versionen der Spezies „Pädagoge“ – auch in jungen Jahren ????.</p>
<p>Doch jetzt zum Thema. Ich wähle einige Lehrkräfte subjektiv aus (abhängig davon, ob ich genug Material beim Recherchieren gefunden habe) und stelle sie mal etwas persönlicher vor. Der Betrachtungs-Zeitraum endet 1990 und die Reihung geht, wie wir’s in der Schule gelernt haben nach A‑Z.</p>
<p><strong>Zwischenbemerkung zum Thema A‑Z.</strong></p>
<p>In unserer deutschen Sprache haben wir es mit 26 Buchstaben, 3 Umlauten und dem Eszett ß, davon 6 Vokale (Selbstlaute) und 21 Konsonanten (Mitlaute) zu tun.</p>
<p>Da haben es die chinesischen Schüler schon deutlich schwerer. Es gibt kein Alphabet, sondern rund 100.000 Schriftzeichen! Für den täglichen Gebrauch sind dennoch 3.000 bis 5.000 Zeichen notwendig. Und damit das Sprechen auch nicht so einfach ist, denn es handelt sich um eine tonale Sprache, unterscheiden wir auch noch 5 Tonhöhen.</p>
<p>Da sage noch jemand – Deutsche Sprach‘, schwere Sprach‘ ????.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="648" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber758-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13493"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Lehrerkollegium der Tiersteinschule</strong> im Jahr 1969 (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><em><strong>1te Reihe stehend vlnr:</strong> Humpf, Zielonka, Timm, Gunzenhauser, Jensen, Fahr</em><br><em><strong>2te Reihe stehend vlnr:</strong> Bäuerle, Erben, Bischler, Wurst, Schultz, Kalmbach, Herrmann</em></p>
<p><strong>Lehrkräfte</strong></p>
<p>werden heute nicht mehr vorgestellt und man weiß im Grunde nichts mehr über sie. Früher war es üblich, dass sich Neueintritte ins Lehrerkollegium im Amtsblatt vorstellten und bei Dienstjubiläen und Geburtstagen ein kurzer Bericht über sie erschien und dass sie als Verstorbene einen Nachruf erhielten. Zudem galt die sogenannte „Residenzpflicht“ – will sagen: Man wohnte an dem Ort, an dem man auch arbeitete, und war damit im Ort bekannt.</p>
<p>Diese Dinge sind heute alle verpönt. Bei Nachfrage erschallt sofort das Unwort „DATENSCHUTZ“. Das geht inzwischen so weit, dass es keine Bilder mehr für Lehrerkollegien und Abschlussklassen gibt und schon dreimal nicht mit Namen. Wenn schon ein Elternpaar ein Foto seines Kindes verbietet, darf vermutlich die ganze Klasse wegen Diskriminierung nicht aufs Bild. Weit isch’s komma – aber in den sozialen Diensten kennen wir alle keine roten Linien. Bis auf die Lehrerschaft, denn die tut gut daran, sich an diesem „Daten-Zirkus“ erst gar nicht zu beteiligen – denn nicht selten, steht bei fast jedem Tun einer Lehrkraft der Rechtsanwalt der Eltern unsichtbar daneben. Da könnte man Sachen erzählen woran der gesunde Menschenverstand manchmal verzweifeln möchte.….</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="400" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber758-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13494"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_19 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Das Lehrerkollegium 1962 an der Dreißentalschule</strong> (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><em><strong>Sitzend vorn vlnr:</strong> Kny, Zilonka, Timm, Grassel, Forster, Hagmann, Geiger, Braun, Bischler, Maikler</em><br><em><strong>2te Reihe stehend vlnr:</strong> Bazill, Gunzenhauser, Jungk, Ruoff, Kalmbach, Heller, Holz, Westphal, Burghard</em><br><em><strong>3te Reihe stehend vlnr:</strong> Franz, Thiele, Heitele, Herrmann, Erben, Schmieg, Gradner, Ulrich, Sund, Strobel</em></p>
<p><strong>Ludmilla Bischler.</strong></p>
<p>Auch eine Lehrerin, die bleibende Eindrücke hinterlassen hat und sich wohl auch sehr um begabte Kinder aus sozial schwächeren Familien gekümmert hat. Im Februar 1937 hat sie ihr Abitur abgelegt, danach studierte sie 4 Semester Pädagogik an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Nach der 1. Dienstprüfung im Herbst 1939 lehrte sie an den Volksschulen in Runsdorf und in Gößnitz. Nach Ablegung der 2. Dienstprüfung im März 1945 blieb sie in Gößnitz. Auch sie kam 1956 in den Altkreis Aalen und lehrte bis 1959 an der Volksschule in Fachsenfeld, bevor sie zum 1. April 1959 ins Dreißental nach Oberkochen wechselte. Am 1. Nov 1965 wechselte sie ebenfalls an die Tiersteinschule. Dort engagierte sie sich stark in den 3. und 4. Klassen und bereitete nicht wenige von den SchülerInnen auf das Gymnasium vor. Auch sie hatte ab und an mit körperlichen Beschwerden zu tun, was sie aber nicht hinderte, ihren Lehrauftrag engagiert auszufüllen. Rektor Gunzenhauser bedankte sich bei ihrem Abschied 1975 für ihre gute Arbeit und bat sie den Kontakt zur Schule beizubehalten. Sie starb am 30.12.1989 im Alter von 72 Jahren.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="598" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber758-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13495"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Margot und Hans Düver (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Margot Düver.</strong></p>
<p>Am 24. November 1978 konnte sie im Rahmen einer Lehrerkonferenz ihr 25jähriges Dienstjubiläum feiern. Wie viele ihrer Generation hatte sie in jungen Jahren ein bewegtes Leben, das sie von Elbing in Westpreußen (Heute Elblag in Polen) nach Weiler im Kreis Heilbronn führte. Von 1947 bis 1951 besuchte sie die Lehrerbildungsanstalten in Stuttgart und Markgröningen. Nach der Reifeprüfung erfolgte das Studium mit Abschluss der 1. Dienstprüfung am Pädagogischen Institut in Esslingen. Ihre erste Stelle war die Volksschule in Oberkochen. Nach weiteren Einsätzen in Cleebronn und Lauffen legte sie an der Hölderlinschule in Lauffen ihre 2. Dienstprüfung ab. Über eine Kurzstation in Aalen fand sie dann am 1. April 1966 ihr pädagogisches Zuhause an unserer hiesigen Dreißentalschule. Sie betreute sehr oft die Abschlussklassen, ging mit in die Schullandheime und engagierte sich bei den Betriebspraktika. Auch sie gehörte zu den beliebten und geachteten Pädagogen in unserer Gemeinde. Verheiratet war sie mit Hans Düver, der bei Gebr. Leitz Leiter der Konstruktion war; ein Hobby-Künstler, dessen Bilder sicher auch heute noch in einigen Haushalten hängen und dessen Liebe dem Skifahren, dem Skiverein und dem Lift am Volkmarsberg galten.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_18 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="660" height="610" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber758-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13496"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_21 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Frau Erben mit ihren Schulkindern vor dem alten Schulhaus, dem Fuchsbau (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Eva-Maria Erben.</strong></p>
<p>Kommen wir nun zu meiner ersten Klassenlehrerin in Klasse 1 und 2 an der Volksschule im Dreißental in den Jahren 1959 und 1960. Am 28. Mai 1974 konnte sie ihr 25jähriges Dienstjubiläum feiern und wurde gleichzeitig in den Ruhestand verabschiedet. Ihre pädagogische Ausbildung begann sie in ihrer schlesischen Heimat in Bolkenhain (Bolkow in Polen) und beendete sie an den pädagogischen Instituten in Künzelsau und Esslingen. Bevor sie nach Oberkochen kam, lehrte sie an Schulen in Westhausen, Lippach, Stödtlen, Ellwangen, Rosenberg, Hohenberg und Matzenbach. Von 1958 bis 1965 war die Dreißentalschule ihre pädagogische Heimat. 1965 wechselte sie zur Tiersteinschule. Rektor Gunzenhauser wünschte sich zum Abschied als hauptamtliche Lehrerin eine Rückkehr als Pädagogin in Teilzeit – wenn es Gesundheit und familiäre Anforderungen zuließen. Gunzenhauser hob ihre außerordentliches Engagement bei der Organisation und künstlerischen Gestaltung von Schulfeiern hervor und vergaß auch nicht auf ihre Kollegialität und eine ausgeprägte Geselligkeit hinzuweisen. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kümmerte sie sich um ihre Kinder, auf dass keines den Anschluss verpasse. Da hat sie auch oft den Kontakt zu den Eltern gesucht, wenn sie den Eindruck hatte, etwas durch Nachfrage klären oder bewirken zu können. Verheiratet war sie mit Bruno Erben, ebenfalls einem guten engagierten Pädagogen, der, das muss ich erwähnen, wunderbar auf der grünen großen Wandtafel herrliche Bilder malen konnte. Leider starb sie allzu jung am 16. Juni 1991 im Alter von 64 Jahren.</p>
<p><strong>Gisela Herrmann.</strong></p>
<p>Wahrscheinlich hat sie gehofft, dass dieser „journalistische Kelch“ an ihr vorübergehen möge ???? – aber weit gefehlt. Als Oberkochnerin aus dem Dreißental muss man hier einfach aufgeführt werden. Im Jahr 1973 wurde sie als neue Klassenlehrerin der 4a an der Dreißentalschule eingesetzt. Geboren wurde sie am 21. Sep. 1944 in Heidenheim und besuchte anfangs die Volksschule im Dreißental. Nach dem Abitur am Schubart-Gymnasium in Aalen studierte sie an der Pädagogischen Hochschule PH in Schwäbisch Gmünd, an der sie 1966 die 1. Dienstprüfung ablegte. Es folgte eine Reihe an schulischen Einsätzen im Kreis Backnang und an der Ostschule in Heidenheim, bevor ihr Weg sie über die Friedensschule in Unterkochen an die alte Stätte im Dreißental zurückführte. Sie war auch die Klassenlehrerin in den ersten Schuljahren meines Sohnes Sascha. Heute sitzen wir manchmal bei Kaffee und Kuchen oder einem guten Glas Weißwein mit ihrem Mann (meinem früheren Französisch-Lehrer) zusammen und plaudern über dies und das sowie über die alten schulischen Zeiten – jeder von seiner Warte aus. Das ist gute gepflegte Nachbarschaft. Natürlich muss erwähnt werden, dass sie aus einer alten Oberkochner Familie mit Namen Fischer entstammt. Und zwar der Schreinerei Fischer in der Dreißentalstraße 4 (heute frisch umgebaut durch Rainer Kaufmann).</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_19 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="765" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber758-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13497"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_22 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Dreißentalstraße im Jahr 1953 – Haus ganz rechts Schreinerei Fischer (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Doris Jensen.</strong></p>
<p>Sie wurde 1938 in Schwäbisch Hall geboren. Nach dem Abitur am Mädchen-Gymnasium in Stuttgart-Bad Cannstadt studierte sie an der Pädagogischen Hochschule in Stuttgart, an der sie 1961 die 1. Dienstprüfung ablegte. Anschließend unterrichtete sie an den Grund- und Hauptschulen in Oberndorf am Ipf und in Markgröningen. Von 1963 bis 1966 lehrte sie an der Dreißentalschule und war, soweit ich mich erinnere, auch die Klassenlehrerin meines Bruders Harald. 1967 wurde sie an die Tiersteinschule versetzt und 1977 wieder zurück an die Schule im Dreißental, wo sie nun auch evangelischen Religionsunterricht erteilte. Ich habe sie als junger Bub beim Zeitungsaustragen immer als sehr spendable Person erlebt. Sie legte immer reichlich „Trinkgeld“ auf die übliche Abo-Gebühr. Auch sie starb viel zu früh im Alter von 72 Jahren am 5. August 2010.</p>
<p><strong>Gabriele Jungk.</strong></p>
<p>Auch sie ist vielen als langjährige Lehrerin in Oberkochen im Gedächtnis geblieben. Da ich sie nie kennengelernt habe, weiß ich nicht, ob sich ihre Wiener Herkunft in ihre Sprache bemerkt machte oder nicht. Bis zum Abitur und der 1. Dienstprüfung blieb sie ihrer Heimatstadt treu. Zusätzlich machte sie noch eine Ausbildung zur Kindergärtnerin (einfach ein herrliches Wort). Ihre erste Stelle war sicher eine Herausforderung: Eine einklassige Stelle für alle 8 Schuljahre in Kunitz bei Jena. Nach dem Krieg war erst mal Schluss mit Lehrtätigkeit, da sie sich nicht in dem erforderlichen Maß politisch engagierte. So war sie eine Zeitlang als Bibliographin an der wissenschaftlichen Auskunftstelle der Universität Jena tätig. So wie ich das sehe, „hat sie dann rüberjemacht“, denn ab Dezember 1956 finden wir sie als Lehrkraft im Altkreis Aalen. Seit 1957 unterrichtete sie an der Dreißentalschule, 1963 erfolgte die Beförderung zur Oberlehrerin und feierte dort auch 1974 ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Im Jahr 1981 wurde sie, nach fast 25 Jahren in Oberkochen, feierlich von Rektor Streu und dem Schulamtsdirektor Müller in den Ruhestand verabschiedet. Sie hatte wohl ausgezeichnete Kontakte zur Schüler- und Elternschaft. Ihre Arbeit war an 9.600 Schultagen von großem Engagement getragen. Der Schüler Markus Brenner übergab ihr einen Bildband, die Feierstunde wurde von der Flöten‑, Tanz- und Orff-Gruppe gestaltet sowie mit einem szenischen Spiel in englischer Sprache vervollständigt. Auch Gabriele Jungk starb am 10.10.1991 relativ jung im Alter von 69 Jahren.</p>
<p><strong>Margot Kalmbach.</strong></p>
<p>Über 20 Jahre prägte sie den Sport- und Kunstunterricht an der Tiersteinschule. 1989 wurde sie mit einer großen Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Die Laudatio hielt der Schulleiter Franz Uhl und Schulamtsdirektor Hans Meroth (beide sind Oberkochner Buben). Uhl beschrieb sie als überaus gewissenhaft, mit fachlichem Können und künstlerischem Geschick und Phantasiereichtum ausgestattet, die alle ihre Fähigkeiten in den Dienst der Schule stellte und so eine außergewöhnliche Pädagogin war. Gerne engagierte sie sich auch außerschulisch bei Sportveranstaltungen. Uhl dankte ihr für Menschlichkeit und Kollegialität.</p>
<p>PS: Wer sich Hans Meroth interessiert wird im Internet einen Nachruf der Heidenheimer Zeitung finden „Nachruf Hans Meroth – Ein Leben lang engagiert für Bildung und Kultur“. Der ehemalige Bergschulrektor und Schulamtsdirektor Hans Meroth ist im Februar 2021 mit 86 Jahren gestorben.</p>
<p><strong>Herdula Herta Kny.</strong></p>
<p>Ein äußerst seltener Vorname. Sogar Wikipedia stößt hier an seine Grenzen und bringt nur ein vages Anlehnen an Herta zustande, wie sie auch in Oberkochen geführt wurde. Sie wurde am 17. April 1922 im Sudetenland geboren und aufgrund der damaligen dortigen politischen Verhältnisse, war sie schon früh gezwungen während ihrer Ausbildung mehrfach einen Ortswechsel vorzunehmen. Über Prag kam sie nach Mies in Ostböhmen, wo sie, trotz aller kriegsbedingten Erschwernissen, die 1. und 2. Dienstprüfung ablegte. 1945 kam für auch für sie die Flucht nach Bayern und der Neuanfang in der Oberpfalz. 1949 zog sie zu nach Thüringen. Und wieder stand eine Flucht an – dieses Mal nach West-Berlin. Von dort kam sie 1956 nach Oberkochen und das Fahrwasser des Lebens wurde von nun an etwas ruhiger. Im Jahr 1961 wurde sie, nach einem aufregenden unsteten Pädagogenleben, an der Schule im Dreißental Beamtin auf Lebenszeit. Während der Feier wurde explizit erwähnt, dass es ihr durch ihre mütterliche Art gelang, Angst und Nöte aus der Schule zu verbannen und die Kinder zu spielerischem Lernen anzuleiten. Der damalige Elternbeiratsvorsitzende Dr. Schulle beschrieb sie als gute gerechte und beliebte Allround-Lehrerin, die eine ganze Schülergeneration positiv beeinflusst habe. Ihre Pensionierung erfolgte im Alter von 57 Jahren und sie verstarb am 19. Mai 1999 im Alter von 77 Jahren.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="642" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber758-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13498"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Herta Kny mit Schülerinnen (Archiv Kny)</em></p>
<p><strong>Gertrud Schmid.</strong></p>
<p>Viele werden sich an sie nicht erinnern, aber als echte Oberkochnerin muss an sie erinnert werden. Geboren 1940, wohnte sie mit ihren Eltern Jakob Schmid und Fanny geb. Gold sowie mit ihren Geschwistern Peter und Hildegard in der Dreißentalstraße 17. Das Haus wurde durch Granatenbeschusses beim Einmarsch der US-Army im April 1945 schwer beschädigt. Jetzt lassen wir Gertrud selbst zu Wort kommen und ihren beeindruckenden Lebenslauf zu schildern:<br>„Wir Schulanfänger gingen damals in die ehemalige evangelische Schule in der Aalener Straße (heute Heimatmuseum) in den Unterricht bei Lehrer Gottlieb Braun. Er zeigte sich beeindruckt von meinen Zeichnungen, die ich stets neben die Rechenaufgaben auf der Schiefertafel kritzelte und meinte, ich solle doch auf Papier malen. Aber damals, in den Jahren 1947/48 gab es kein Papier! Später kam ich dann zu Lehrer Leo Klotzbücher an die Dreißentalschule, der aus dem Stegreif gewünschte Gedichte an die Tafel schrieb.</p>
<p>1951 machte ich die Aufnahmeprüfung am Mädchengymnasium in Aalen. Es folgte das Abitur im Jahr 1960 auf dem Aalener Schubartgymnasium. Ich fuhr täglich 9 km mit der Bahn nach Aalen, um dann noch vom Bahnhof aus runde 2 km bis zur Schule zu Fuß zu gehen.</p>
<p>Da aus finanziellen Gründen ein Universitäts- oder Kunststudium nicht in Frage kam und damals händeringend Lehrer gesucht wurden, meldete ich mich in Schwäbisch Gmünd zum Lehramtsstudium an. 1962 absolvierte ich die 1te Dienstprüfung und die anschließend erste Dienststelle war in Steinheim am Albuch. Der Lehrauftrag beinhaltete den Unterricht in einer 6ten Klasse mit 57 Schülern für aller Fächer, außer Religion und Sport. 1963 folgte ein Einsatz in Schlossberg, damals eines der verrufensten Dörfer in der Gegend. In der Klasse, die zu unterrichten war, befanden sich auch einige geistig schwer behinderte Kinder. 1964 ging es dann weiter an eine Zweiklassenschule nach Unterriffingen. An die Schule angeschlossen war ein Kinderheim mit Kindern aus Problemfamilien, das von Nonnen geführt wurde. 1965 bestand ich erfolgreich die 2te Dienstprüfung. Erst jetzt durfte ich den Dienstort wählen – ich entschied mich für Oberkochen. Aber ich wurde nach Wasseralfingen versetzt, wo ich für zwei erste Klassen mit jeweils 40 Schülern im Schichtunterricht verantwortlich war. 1967 ging es dann doch nach Oberkochen mit genau der gleichen Aufgabe und Schülerzahl wie in Wasseralfingen.</p>
<p>Da ich meine berufliche Ausbildung abgeschlossen hatte, wollte ich mich endlich meiner künstlerischen Weiterbildung widmen und nahm Privatstunden beim Kunstmaler Wanner in Aalen.</p>
<p>1969 ließ ich mich beurlauben, um eine Stelle als „assistant teacher“ an einer Highschool ind Stafford / England anzutreten. 1970, zurück in Oberkochen, übernahm ich eine dritte Klasse als Klassenlehrerin, nebenbei gab ich Englischkurse für Mitarbeiter der Firma Carl Zeiss. 1973 ging es noch Montevideo / Uruguay. Ich unterrichtete dort als Klassenlehrerin an der Deutschen Schule die Fächer Kunst und Musik, auch für spanischsprachige Klassen. Die Ferien nutzte ich zum Reisen. Von 1978 bis 1987 war ich an Schulen in Reutlingen tätig (Ohmenhausen und Mittelstadt), dem damaligen Wohnsitz meiner Schwester Hildegard Feinäugle. 1987 wechselte ich an die Hohbuchschule, einer ehemaligen Ausbildungsschule der Pädagogischen Hochschule, wo ich bis zu meiner Pensionierung im Jahr 2004 blieb.</p>
<p>Ferienzeit war für mich immer Reisezeit und so besuchte ich über die Jahre viele Länder auf allen Kontinenten. Die Eindrücke auf diesen Reisen boten mir reichlich Stoff und Inspiration für die meisten meiner Bilder. Meine Werke, inzwischen rund 450 an der Zahl, habe ich in Öl oder in Gouache gemalt. (Das ist ein wasserlösliches Farbmittel aus gröber vermahlenen Pigmenten unter Zusatz von Kreide. Als Bindemittel wird Gummi arabicum verwendet). Meine Bilder durfte ich zwischen 1986 und 2015 in einigen Ausstellungen zeigen.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="608" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber758-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13499"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Oberkochen in Öl von Getrud Schmid (Archiv Schmid)</em></p>
<p><strong>Rosa Timm.</strong></p>
<p>An sie hingegen werden sich viele erinnern. Auch ich hatte mit ihr zu tun und ich bilde mir ein, sie in der 3. und 4. Klasse in Musik gehabt zu haben. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, hat sie in unserer Klasse den ersten Klassensprecher (aber nur für das Fach Musik wählen lassen) und der hieß (heißt immer noch so ????? Eckart Irion). Von 1936 bis 1948 war sie an 19 Schulen tätig. Die Gründe für die häufigen Wechsel sind unbekannt, aber womöglich der damaligen besonderen Zeit geschuldet. Am 1. April 1948 erhielt sie die sechste Lehrstelle an der hiesigen Volksschule. Nach 18 Jahren ließ sie sich 1966 auf eigenen Wunsch an die Tiersteinschule versetzen. Obwohl ihr Gesundheitszustand sie öfters zu, auch längeren, Pausen zwang, war sie bis zu ihrer Pensionierung mit Leib und Seele Lehrerin und hat sicher gute Eindrücke bei Schülern und Eltern hinterlassen. Sie starb am 25. Juli 1994 im Alter von 81 Jahren.</p>
<p><strong>Hildegard Ulrich.</strong></p>
<p>Ich erinnere mich gut an sie aus meiner Zeit am Gymnasium. Sie hatte es nicht leicht mit uns Buben und Mädchen der 60er Jahre. Wir waren nicht ihre Schüler – sie nannte uns Kinderchen! Und sie musste auch einiges aushalten, da sie eben nicht gut dagegenhalten konnte. Denn die Kinderchen waren manchmal etwas anstrengend und suchten rote Linien.</p>
<p>Sie stammte aus der sächsischen Oberlausitz (Die größte Stadt ist Görlitz, damit wir das etwas einordnen können). Ihr Vater war Arzt. Nach dem Abitur studierte sie weit weg von der Heimat in Marburg und Heidelberg, und zwar die Fächer Deutsch, Englisch und Erdkunde. Nach dem Staatsexamen trat sie in Schlesien in den Schuldienst ein und wurde dort auch zur Studienrätin ernannt. Nach dem Krieg war sie eine längere Zeit nicht als Lehrerin tätig. Nach ihrer Übersiedlung in den Westen durfte sie rasch wieder in den höheren Schuldienst eintreten. Bevor sie 1961 nach Oberkochen ins „Bergheim“ kam, war sie am Hans-Baldung-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd tätig. Im Laufe der Jahre wurde sie Fachleiterin für Erdkunde und ging den Weg bis zum sogenannten „Vollgymnasium“ mit. 1975 wurde sie im Rahmen einer Feier in den Ruhestand verabschiedet.</p>
<p><strong>Elisabeth Zielonka.</strong></p>
<p>Im Jahr 1977 wurde eine weitere sehr beliebte Lehrerin in den Ruhestand verabschiedet. Das gesamte Kollegium, Rektor Gunzenhauser, Elternbeiratsvorsitzende Kämmerer und Oberamtmann Bahmann geizten nicht mit lobenden Worten. Schüler ehrten sie mit einem Gedicht und der Chor gab der ganzen Veranstaltung einen festlichen Rahmen.</p>
<p>Sie war eine „Bielitzerin“. Das sagt den alten Oberkochnern noch viel, denn es kamen viele Bielitzer in den Kriegswirren nach Oberkochen, weil es zwischen dem Ort und der Fa. Bäuerle eine tiefe gewachsene Beziehung gab. Nach der 1. Dienstprüfung in Bielitz führte sie ihr Weg an verschiedene Schulen in Oberschlesien. 1944 absolvierte sie die 2. Dienstprüfung erfolgreich in Kattowitz. Seit 1951 wirkte sie im Kreis Aalen in den Schulen in Hüttlingen, Wössingen und Eggenrot und seit November 1960 in Oberkochen im Dreißental. Sie gehörte mit zu den ersten Lehrkräften an der Tiersteinschule, deren Aufbau sie ab 1965 kräftig mitgestaltete. Auch sie gehörte zu den Lehrkräften, die trotz teils großer gesundheitlicher Probleme ihre Lehrtätigkeit mit großem Willen trotzdem engagiert ausübte und sich um die Kinder kümmerte. Sie wurde sehr alt und starb am 1. Januar 2007 im hohen Alter von 91 Jahren.</p>
<p><strong>Jetzt noch ein Blick auf das Jahr 1962 und die Daten an der Dreißentalschule, die damals sage und schreibe 794 SchülerInnen hatte und die Klassenteiler waren herausfordernd und die Wohnadressen – überhaupt kein Problem:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Klasse 1a</strong> – Evelyn Sund (Lerchenstr. 9) mit 66 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 1b</strong> – Irene Strobel (Lerchenstr. 9) mit 69 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 2a</strong> – Elisabeth Zielonka (Jenaer Str. 27) mit 37 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 2b</strong> – Anton Maikler (Sonnenbergstr. 17) mit 36 Schülerinnen !</li>
<li><strong>Klasse 2c</strong> – Eva-Maria Erben (Lenzhalde 8) mit 39 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 3a</strong> – Gabriele Jungk (Gerhart- Hauptmann-Weg 77) mit 39 SchülernKlasse 3b – Rosa Timm (Nelkenweg 12) mit 41 Schülerinnen !</li>
<li><strong>Klasse 3c</strong> – Rudolf Heitele (Schulhaus) mit 39 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 4a</strong> – Albrecht Gunzenhauser (Kapellenweg 7) mit 45 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 4b</strong> – Ludmilla Bischler (Enzianweg 7) mit 39 Schülerinnen !</li>
<li><strong>Klasse 4c</strong> – Friedrich Ruoff (Sonnenbergstr. 21) mit 43 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 5a</strong> – Kurt Schmieg (Kapellenweg 5) mit 33 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 5b</strong> – Gottlob Braun (Aalener Str. 19) mit 29 Schülerinnen !</li>
<li><strong>Klasse 6a</strong> – Edgar Westphal (Enzianweg 7) mit 46 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 6b</strong> – Georg Hagmann (Sperberstr. 16) mit 38 Schülerinnen !</li>
<li><strong>Klasse 7a</strong> – Rudolf Heller (Im Mahd 4) mit 35 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 7b</strong> – Herta Kny (Adalbert-Stifter-Weg 15) mit 52 Schülerinnen !</li>
<li><strong>Klasse 8a</strong> – Gerfried Ulrich (Sonnenbergstr. 23) mit 34 Schülern</li>
<li><strong>Klasse 8b</strong> – Alfons Herrmann (Lenzhalde 16) mit 34 Schülerinnen</li>
</ul>
<p><strong>Handarbeit und Hauswerk:</strong> Maria Holz (Enzianweg 7) und Margot Kalmbach (Heideweg 10)<br><strong>Gymnastik:</strong> Helga-Heidi Thiele (Schulhaus)<br><strong>Religion kath.:</strong> Konrad Forster (Bühlstr. 33) Ralf Grassel (Bühlstr. 33) Stefanie Bazill (Heidenheimer Str. 82)<br><strong>Religion evang:</strong> Peter Geiger (Aalener Str. 23/1) Lore Gradner (Jenaer Str. 8) Gustav Franz (Adalbert-Stifter-Weg 12)</p>
<p>Das waren sie – die Lehrerinnen unserer Kindheit und Jugendzeit. Ich bedauere die zukünftigen Schreiber, die meine Arbeit möglicherweise eines Tages fortsetzen wollen und feststellen werden – da gibt’s gar nichts mehr zu recherchieren – weil keiner mehr etwas öffentlich von sich gegeben hat und Bilder gibt’s auch keine mehr. Schade – das ist halt der Lauf der Zeit…….. Immer mehr und doch nichts.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 757: Unsere Schulen und LehrerInnen – Teil 6 „Nachsitzen“</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-757-unsere-schulen-und-lehrerinnen-teil-6-nachsitzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2022 22:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=18559</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_3 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Nachsitzen.</strong></p>
<p>Nach Abschluss der Serie erreichte mich noch einiges an Material, das ich nicht vorenthalten möchte. Da es um Schule geht, nenne ich das nicht Zugabe oder Nachschlag, sondern „Nachsitzen“ ????.</p>
<p>Da haben wir zuerst einmal eine Ergänzung von <strong>Reinhold Bahmann</strong>. „Auch ich hatte natürlich eine Zeit am (Pro-) Gymnasium mit allerhand Streichen über die ich ergänzend berichten möchte:</p>
<p>Johannes Hils war am Progymnasium ein kleiner, untersetzter Lehrer aus Ellwangen, den wir getriezt haben, wo wir nur konnten. Er hatte sich einen neuen VW gekauft und schwärmte davon, obwohl das Auto für ihn ein unbekanntes Wesen war. Einmal haben wir den Wagen an der Antriebsachse minimal mit Ziegelsteinen hochgebockt, so dass diese keine Bodenhaftung mehr hatten und er somit nicht wegfahren konnte. Er gab Gas, dass es nur so eine Freude war, ohne sich auch nur einen cm fortzubewegen. Außer sich vor Angst und Wut, stand er vor dem Wagen und hat den Service angerufen. Der hat die Sachlage natürlich schnell erfasst. Ihr könnt Euch vorstellen was danach in der Schule los war. Die Übeltäter konnten nicht ermittelt werden und die Leserschaft wartet gespannt auf das Outen der Übeltäter ????.</p>
<p>Dr. Sigurd Enders war, wie Billie schon geschrieben hat, ein ganz besonderer Lehrer. Die erste Arbeit in Deutsch war eine super 1 die zweite eine glatte 5. Wir haben dem Mann an seinem neu gebauten Haus an der Lenzhalde eines Nachts die provisorische Holztreppe weggetragen, dadurch konnte er das Haus nicht mehr verlassen, ohne den Hang hinunterzurutschen. Irgendjemand hat ihn dann aus seiner misslichen Lage befreit.</p>
<p>Frank Dietzsch bekam einen Eintrag, weil er dem Doc Enders widersprochen hatte. Enders nannte Tokio mit 1,5 Mio. Einwohnern, obwohl es damals geschätzt ein Vielfaches davon war. Er unterrichtete aus Manuskripten seines Vaters, die schon vergilbt waren.</p>
<p>In unserer Klasse waren u.a. neben Frank Dietzsch (übrigens ein Supersportler), heute Kinderarzt in Calw, Albert Möhrle, Detlef Schönmetzer, Norbert Westphal und Wolfram Schröder (Berlin).“</p>
<p>Auch <strong>Rudi Fischer „Schreiberle“ aus Mosbach</strong> woiß no ebbes: „Wenn ich den Bericht so lese, fällt mir auf, dass der Lehrer Wolfgang Göggerle nicht erwähnt wurde. Er war Lehrer an der Dreissentalschule. Der Jahrgang 1938 wurde von ihm in der 6. Klasse unterrichtet. Nach dem Krieg waren auch Elly Brachmann und Julius Metzger eingesetzt, da ein eklatanter Lehrermangel herrschte.</p>
<p>1944 ging ich bei Frau Schweikardt in die 1. Klasse. Wurde die womöglich nicht genannt, weil man da morgens zum Gruß noch „Heil Hitler“ sagte? Außerdem war Frau Stelzer auch Lehrerin in Oberkochen im ev. Schulhaus, so um 1948. Da gab es noch Fleißzettel. Wenn ich bis Samstag sechs davon gesammelt hatte, durfte ich im damaligen Martha-Leitzhaus die Wochenschau sehen, danach mussten wir Kinder das Kino verlassen. So war das damals.“</p>
<p><strong>Wolfgang Ritter aus Dinkelsbühl</strong> ergänzt: „Zum Bericht 721 ergibt sich ein persönlicher Bezug. Auch ich war 2 Jahre später, im Jahr 1961, ABC-Schütze bei Frau Erben in der Dreissentalschule. Und mit meiner ersten Lehrerin Frau Erben erlebte ich eine nette Episode in den ersten Schulwochen:</p>
<p>Meine Eltern zogen 1957 wegen der neuen Arbeitsstelle des Vaters bei der aufstrebenden Firma Zeiss von Dinkelsbühl nach Oberkochen. Wie ich mich erinnere, hatten wir zugezogene Franken anfangs – heute würde man sagen – „Integrationsprobleme“ innerhalb der vielen neuen Mitbewohner in der Neubausiedlung. Einerseits beäugten uns die Einheimischen, also die „Schwaoba“, ob unseres fränkischen Dialekts misstrauisch, andererseits waren wir für die anderen Neu-Zugezogenen (mein Vater sprach oft von „Flüchtlingen“ oder „Preißn“, obwohl sie vermutlich mehrheitlich aus Thüringen stammten) irgendwie etwas Besonderes, da wir weder Schwaben noch Heimatvertriebene waren.</p>
<p>Ich wuchs in einem wohlbehüteten Elternhaus auf, von den Eltern wohl immer darauf bedacht, dass mir von den Fremden nichts Böses angetan wurde. Und am ersten Schultag stand ich dann – sprachlich vollkommen unvorbereitet für meine künftige Bildungslaufbahn – im Klassenzimmer und verstand buchstäblich kein Wort und die Welt ohnehin nicht mehr. Das ging wohl etliche Tage so, bis mein Vater von Frau Erben in die Schule bestellt wurde, um zu klären, was mit dem Sohn „nicht stimme“ – die gemachten Hausaufgaben waren tags darauf meist völlig „daneben“ und in der Schule muss ich wohl ziemlich abwesend und unaufmerksam gewesen sein. Und dann stellte sich heraus, dass ich aufgrund „innerdeutscher“ Sprachprobleme dringend Nachhilfe brauchte. Und die bekam ich dann von Frau Erben höchstpersönlich. Sie bzw. ihr Mann stammten wohl aus Oberfranken (?), d. h. sie beherrschte den fränkischen Dialekt. Und so praktizierte sie diskret und unauffällig in dankenswerter Weise in den nächsten Wochen eine Art Simultanunterricht und legte dabei immer ein besonderes Augenmerk auf mich und pushte mich bildungsmäßig auf das Klassendurchschnittsniveau, während sie den Rest meiner Klasse hochdeutsch unterrichtete. Und nach wenigen Monaten, also in Null Komm Nix, beherrschte ich vier deutsche Dialekte in Wort und Schrift – fränkisch, hochdeutsch, thüringisch und schwäbisch – solide Kommunikationsbasis für mein weiteres Schul- und Berufsleben. Kann man sich heute noch so ein engagiertes, uneigennütziges und vorbildliches Entgegenkommen einer pädagogischen Lehrfachkraft vorstellen?“</p>
<p>Das ist die Gelegenheit ein paar fränkische Wörter loszuwerden (die könnten glatt vom Bademeister Büttner stammen ????):</p>
<ul>
<li>A weng – ein wenig</li>
<li>Allmächd! – Allmächtiger Gott!</li>
<li>Broudwoschd – Bratwurst</li>
<li>Gardofflsubb’n – Kartoffelsuppe</li>
<li>Gwerch – Unordnung, Durcheinander</li>
<li>Herzkaschber – Herzinfarkt</li>
<li>Sabberlodd – oha, nicht schlecht</li>
<li>Waadschn – Ohrfeige</li>
<li>Weggla – Brötchen</li>
<li>Woschd – Wurst</li>
</ul></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="820" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber757-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13488"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_26 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Einschulung von Martina Weißbach (Archiv Spitzner)</em></p>
<p><strong>Und dann hätten wir da noch Martina Spitzner geb. Weißbach</strong>. Sie ist eine Tochter des Ingenieurs Gerhard Weißbach und seiner Ehefrau Ilse, seinerzeit wohnhaft in der Jenaer Straße 7. (Einwohnermeldebuch 1959) Sie wurde später selbst Lehrerin, heute im Ruhestand und hat noch einiges Interessantes zusammengetragen.</p>
<p>Aus der 2. Klasse fand ich den kleinen Aufsatz (wie auch von Sabine Hartwig beschrieben) Aufsatz zum Kinderfest, in meiner Version mit einem Bild auf der Rückseite. Auf dem Volkmarsbergfestplatz standen immer drei verschieden hohe Kletterbäume mit Spielsachen für die verschiedenen Jahrgänge, von denen ich es leider nie schaffte, etwas herunterzuholen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_23 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="812" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber757-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13489"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_27 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Unverkennbar – es geht ums Kinderfest (Archiv Spitzner)</em></p>
<p><em>„<strong>Das Kinderfest</strong>. Am Samstag feierten wir unser Kinderfest. Morgens gingen wir zur Kirche. Nach dem Gottesdienst war die Verlosung. Am Nahmittag gingen wir auf den Volkmarsberg. Wir spielten verschiedene Spiele. Um 4 Uhr bekamen wir Wurst und Wecken. Dann durften wir unsere Luftballone fliegen lassen. Um 6 Ihr gingen wir wieder nach Hause. Es war ein sehr schönes Kinderfest.“</em></p>
<p>Aus der 2. Klasse habe ich weitere Aufsätze entdeckt, wie z.B. „Beim Schuster Walter“, den es in Oberkochen im Dreißental gegenüber vom „Sogas“ tatsächlich gab und der die auf der Rückseite aufgelisteten Werkzeuge und Materialien noch verwendete.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_28 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>„<strong>Beim Schuhmacher Walter.</strong> Paul hat einen Schuh. Der Schuh hat ein großes Loch. Da schaut die kleine Zehe heraus. Paul geht zum Schuhmacher. Der Schuhmacher flickt es. Nun kann die kleine Zehe nicht mehr durch das große Loch schauen. Da freut sich der Paul. Der Schuster macht unsere Schuhe wieder ganz. Dazu braucht er allerlei Werkzeug: einen Hammer, eine Zange, Nägel, ein Messer (Kneip), eine Nähmaschine, Faden, eine Borste (Nadel), eine Ahle, eine Feile, Leder, Leisten und Schusterpech.</em></p>
<p>Der Aufsatz: „Sigrun hat einen Maikäfer mit in die Schule gebracht“ ist jedenfalls ein echtes Zeitzeugnis, genauso wie „Die Ferien waren schön“, die wir in der 2. Klasse ebenfalls von der Tafel abgeschrieben haben.</p>
<p><em>„<strong>Sigrun hat einen Maikäfer in die Schule gebracht.</strong> Damit wir den Maikäfer gut sehen können, darf er auf der Bank krabbeln. Der Maikäfer hat einen dicken Kopf. An dem Kopf sitzen zwei Augen und zwei Fühler. Der Maikäfer hat zwei paar Flügel. Das obere Paar ist braun und hart. Das untere Paar ist durchsichtig. Der Maikäfer hat sechs Beine. Mit ihnen hält er sich an den Blättern fest. Der Maikäfer ist braun.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_24 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="560" height="780" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber757-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13491"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_29 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Aufsatz mit Bild – Sigrun hat einen Maikäfer in die Schule gebracht (Archiv Spitzner)</em></p>
<p><em>„Die Ferien waren schön. Die Ferien sind vorbei und wir gehen wieder zur Schule. Am ersten Tag erzählten wir von unseren Ferienerlebnissen. Hansi war an der Nordsee. Er brachte uns viele schöne Muscheln mit. Carola war bei ihrer Oma in Jena. Ursel hat in den Ferien ein Schwesterchen bekommen. Einige Kinder waren in der Wilhelma, andere fuhren ins Gebirge. Bei schönem Wetter gingen wir zum Baden. Es waren schöne und lange Ferien.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_25 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="560" height="795" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber757-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13492"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_30 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Aufsatz mit Bild – Die Ferien waren schön (Archiv Spitzner)</em></p>
<p>Aus der 2. Klasse habe ich noch einen Aufsatz über einen Schulausflug, bei dem wir nach Ochsenberg gewandert sind und eine Beschreibung meines Schulweges. Ich wohnte wie Sabine in der Jenaer Straße, die ich bei Interesse noch einscannen könnte.</p>
<p>Dann habe ich noch ein Aufsatzheft aus der 4. Klasse. Da sind ein Zahnarztbesuch (mit „Lachgas“) und ein Schulausflug mit Herrn Heitele beschrieben, der sicher mit dazu beigetragen hat, dass ich selbst Lehrerin geworden bin (seit diesem Schuljahr im Ruhestand).</p>
<p>PS: Leider ist der Kontakt mit Frau Spitzner zwischenzeitlich abgebrochen und so müssen wir auf die angekündigten Aufsätze verzichten.</p>
<p><strong>Danach hat sich noch Prof. Dr.-Ing. Wilfried Koch gemeldet</strong> und eine schöne Anekdote geliefert:</p>
<p>Ihre Beiträge im Amtsblatt lese ich regelmäßig mit großem Interesse und großer Freude. Auch dem, was Sie am 7. Januar über Gedichte geschrieben, kann ich voll zustimmen. Eine Anekdote hierzu, die Ihre Aussagen nur unterstreicht, möchte ich noch zuliefern:</p>
<p><strong>Ort: EAG, Klasse 5 oder 6 / Zeit: zwischen 2000 und 2002.</strong></p>
<p>Mein Sohn fragt die Lehrerin: „Wann lernen wir mal ein Gedicht?“ Antwort der Lehrerin (Frau Rohlfes): „Hauptschüler lernen Gedichte, Gymnasiasten reden über Gedichte“. Das sagt wohl alles……</p>
<p><strong>Und dann haben wir noch die Erinnerungen des Joachim Fischer aus Backnang:</strong></p>
<p>Gelegentlich halt, so wie eben ein Rentner noch die Zeit entbehren kann, stöbere ich in den „Kochamr Seiten“ auf der Website des HVO herum. Billie – Weitermachen! Es kostet viel Zeit sie zu erstellen, die ich, wie ich es mir einbilde, nicht habe – aber zum Lesen reicht es dann doch immer noch.</p>
<p>Bei der Aufzählung der typisierten schwäbischen Ausdrücke habe ich dann einen vermisst, der mich immer wieder an das Problem mit dem Verstehen des schwäbischen Dialekts in Oberkochen erinnert. Ich wills erzählen:</p>
<p>Es muss in der siebten Klasse der Volksschule in Oberkochen gewesen sein. Lehrer Menzl fragte mich also, warum ich wieder meine Hausaufgabe nicht erledigt hatte; was ja wirklich des Öfteren der Fall war. Und so entspann sich der folgende Dialog eines nicht schwäbisch verstehenden Lehrer mit einem Schüler, der erwartete, dass er verstanden wird:</p>
<p><em>“Warum hast wieder deine Aufgaben nicht gemacht?”</em><br><em>“I hann Brigala bägga miasa!”</em><br><em>“Was hast du?”</em><br><em>“Brigala bäggt!”</em><br><em>“Bri ga la — was?”</em><br><em>“Ha — bäggt”</em><br><em>“Was hast du?”</em></p>
<p>Kleine Pause. Ich konnte nicht verstehen, warum er es nicht verstand. Ich wusste nicht wie ich ihm das „Brigala bägga“ erklären könnte. Da stand mein Nebensitzer, der Herbert Rech, auf und sagte:</p>
<p><strong>„Kleinholz gehackt, Herr Menzl“</strong></p>
<p>Lehrer Menzl hat’s nun verstanden. Ob er jetzt dann begriff, was Brigala sind, weiß ich nicht (hätte mich auch nicht interessiert) – denn ich war baff! Meine damalige Verwunderung über dieses plötzliche, von einem Schwaben(!) ins Hochdeutsche transformierte „Brigala“, hält heute noch an. Und ich glaube diese Erinnerung bleibt bei mir, auch wenn es schon längst koine Brigala mehr gibt. Selbst Kleinholz ist heute schon zum fremden Wort geworden.</p>
<p>PS: Neugierig, wie der Billie mitunter nun mal ist, begab er sich auf die Suche nach dem Wort und wurde fündig. Brigala , Sanskrit बृगल bṛgala, Brocken, Stück. Brigala ist ein Sanskrit Substantiv sächlichen Geschlechts und wird übersetzt mit Brocken, Stück.</p>
<p>Da staunt der Schwabe, wo er so seine Wörter unterwegs aufgeglaubt hat ????.</p>
<p>Und so schließen wir das heutige Nachsitzen und freuen uns auf drei weitere Lehrer-Berichte über besondere Lehrerinnen und Lehrer.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 726: Unsere Schulen und LehrerInnen – Teil 5</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-726-unsere-schulen-und-lehrerinnen-teil-5/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2020 23:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Jetzt lassen wir noch Sabine Hartwig zu Wort kommen.</strong></p>
<p><strong>Erster Schultag.</strong> Im Jahr 1961 war mein erster Schultag in der Dreißentalschule. Nach der feierlichen Begrüßung der Erstklässler in der Schule, trafen meine Mutter und ich uns mit unseren ehemaligen Nachbarn, der Familie Schoch in deren Wohnzimmer, ein paar Stufen über dem „Spar“-Lebensmittelladen in der Dreißentalstraße. Zur Feier des Tages und zur Erinnerung an den Ersten Schultag ihres Sohnes Uli und mir gab Frau Schoch Nusshörnle und Nährbier aus. Ich hatte eine Zuckertüte, wie die Schultüte, die den angehenden Ernst des Lebens versüßen sollte, auch genannt wurde, die mit grünem Glanzpapier bezogen war und einem schönen Oblatenbild von „Schneeweißchen und Rosenrot“ geschmückt. Darin waren Buntstifte und einige Süßigkeiten, in Erinnerung ist mir wegen ihrer Schönheit die Tüte selbst geblieben.</p>
<p><strong>Klasse 1c bei Frau Wurst.</strong> Das Klassenzimmer meiner Klasse 1c war im Mittelbau des Schulgeländes links und mit Fenstern nach vorn. Unsere Klassenlehrerin war Fräulein Goßner, eine große kräftige früh ergraute Frau aus Rumänien, mit einer lauten Stimme und einem rollenden R, die die über 40 Schüler jederzeit fest im Griff hatte. Damals war das „Handanlegen“, wie von einigen anderen auch schon angemerkt wurde, noch nicht verboten. Aus diesem Grund war es üblich, Kinder, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatten, mit heruntergezogenen Hosen über das Lehrerpult zu legen und eindringlich körperlich zu ermahnen. Fräulein Goßner heiratete und trug danach den Ehenamen Wurst, unter dem sie noch vielen Schülergenerationen bekannt ist.</p>
<p><strong>Ich kann mich an folgende Mitschüler in der Grundschule erinnern.</strong></p>
<p><strong>Buben:</strong> Rolf Maier, Norbert Strese, Detlef Hergesell, Herbert Rauer, Peter Hirsch, Richard Burger, Gerhard Schuster, Thomas Vilgis, Hans Joachim Bayer, Rainer Juraschka, Stefan Opitz.</p>
<p><strong>Mädchen:</strong> Sigrun Eichentopf, Maria Blobel, Helga Moser, Gabi Kadura, Doris Englert, Gabi Krumbein, Gabi Cziollek, Ute Geritzen, Viola Zilger, Rita Janowitz, Sylvia Rau, Hildegard Barth, Ursula Gold, Annemarie Trittler, Dorothea Kommander, Barbara Czerner, Martina Betzler, Martina Weissbach, Doris Laidler, Adelinde Leis, Inge Keil, Conny Müller, Monika Seyffarth, Carola Kessler, Ingeborg Wendt, Andrea Geiger, Sieglinde Wirkner, Erika Krenz, Ursula Porzig, Elisabeth Ebert.</p>
<p><strong>Aus dem Unterricht.</strong> Damals war die Tiersteinschule noch nicht gebaut und auch die Kinder aus der neugebauten Carl Zeiss Werkssiedlung und den nördlichen Ortsteilen wie Adalbert-Stifterweg mussten ein bis zweimal am Tag zu Fuß den Schulweg ins Dreißental zurücklegen. Es war nicht üblich, dass die Kinder von Eltern begleitet, geschweige denn chauffiert wurden. An den ersten Schultagen ging mal die Mutter mit, bis sichergestellt war, dass ich den Weg allein finde, danach ging es allein und mit Mitschülern aus der Nachbarschaft, in meinem Fall waren das Sigrun, Helga und Rolf. Wir hatten soweit ich mich erinnere dienstags und donnerstags auch nachmittags Unterricht, die etwas lockereren Fächer Musik und Malen. Zumindest in der ersten Klasse hatten wir auch noch samstags bis Mittag Unterricht. Auch der Samstag war noch Arbeitstag, es galt die 6‑Tage-Woche und mein Vater musste auch samstags bis zur Mittagszeit beim „Zeiss“ arbeiten. Zum Schreiben haben wir in den ersten Monaten noch eine Schiefertafel mit einem weißen Stift, dem Griffel, benutzt. Die Tafel war mit Erstklässler-Hilfslinien bedruckt und wenn es nicht schön genug geschrieben war, oder Fehler drin waren, ging die Mutter oder die Lehrerin mal schnell mit dem Schwamm drüber und dann mussten wir nochmal von vorne anfangen. Heute nur noch eine Redensart, früher bitterer Schüleralltag. Unser Lesebuch trug noch den Titel “Fibel”. Die Hauptdarsteller waren Hans und Lotte. Ich habe wenig angenehme Erinnerungen an die Grundschulzeit, vornehmlich ein unangenehmes ängstliches Gefühl im Bauch, den Geruch von Lederranzen, in denen das Vesper aus Butterbrot und Apfel transportiert wurde, der Geruch der Schulmilch in kleinen Glasflaschen mit Aludeckeln, die im Winter in Gestellen an die Heizkörper gehängt wurde, um dann etwas lauwarm noch weniger gut zu schmecken. Aus dem Lesebuch erinnere ich mich an eine witzige Geschichte (genau genommen war es ein Auszählreim) von „der kleinen Dickmadam“: Eine kleine Dickmadam / fuhr mal mit der Eisenbahn. / Dickmadam, die lachte, / Eisenbahn, die krachte. / Eins, zwei, drei, / und du bist frei! Bespaßung war im Unterricht normal nicht vorgesehen. Man musste sich für Antworten auf Fragen der Lehrerin mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger melden und wenn man aufgerufen wurde, aufstehen. Aufgestanden wurde auch bei Unterrichtsbeginn, wenn die Lehrerin das Klassenzimmer betritt: „Guten Morgen, Frau Wurst. Guten Morgen, Kinder.“ Nach der Schiefertafel kam das dunkelblaue Schreibheft mit weißem Namensschild in DIN A5. Nach jedem Text, den die Lehrerin im Unterricht diktierte oder nach den Hausaufgaben musste eine Zierleiste eingefügt werden, in eine Zeile des Hefts also eine Deko mit der Fantasie überlassenen Zierlinien, farbig ausgemalt. Dafür hat mir immer die Geduld gefehlt und ich habe die Zierleisten lieblos gehudelt, was mir kein Lob einbrachte.</p>
<p><strong>Sportunterricht.</strong> Wir hatten Sportunterricht bei Fräulein Ulmer. Das Turnzeug war ein schwarzes Leibchen, Tanktop würde man es heute nennen und eine schwarze Hose aus dehnbarem Material — Helanca! Oft habe ich das Turnzeug entweder zuhause oder in der Turnhalle vergessen, dann musste ich es holen gehen, was mir sehr peinlich war. Vor Beginn des Unterrichts mussten wir uns der Größe nach aufstellen, es hatte noch etwas Paramilitärisches an sich. Verleidet wurde mir damals für mein weiteres Leben der Ballsport mit dem Spiel Völkerball, einem Wettkampf, bei dem die Spieler der gegnerischen Mannschaft (sind es die Feinde von anderen Völkern?) mit einem Ball (z.B. in die Magengrube) abgeschossen werden. Seitdem mir das passierte, weil ich nicht schnell genug reagieren konnte und mir die Luft wegblieb, hatte ich Angst vor Bällen und habe dann damit freiwillig nur noch gegen die Wand an unserem Haus gespielt.</p>
<p><strong>Evangelische Religionslehre.</strong> Ich nahm am evangelischen Religionsunterricht bei Herrn Franz teil. Ich habe ihn stets freundlich in Erinnerung, er war nicht zornig, wenn er an Schüler, die ihre Liedverse nicht gelernt hatten oder schwätzten, seine brachialen Strafen austeilte. In der Ecke stehen und dabei einen schweren Holzstuhl hochhalten oder nur“ in der Ecke stehen“, um vor der Klasse gedemütigt zu werden. Auch das kollektive im „Chor sagen“: „Wir sind die Dummenkönige“ war schon sehr daneben. Angesichts dieser drohenden Konsequenzen tat man gut daran, die Verse zu lernen, so dass ich als nachhaltig Gottlose bei sehr seltenen gelegentlichen Gottesdienstbesuchen noch heute auswendig beim Singen mithalten kann. Meine Liebe zur Kirchenmusik hat wohl da ihre Wurzeln. Sein Unterricht war jedoch spannend. In seinem Vortrag der biblischen Geschichten wurden die Personen und Ereignisse lebendig, die sich mir für immer eingeprägt haben. Nach seiner Darbietung der Geschichten haben wir diese bildlich in unseren Heften dargestellt. Später gab es Geschichten von den Missionaren in Guinea, bei denen Menschenfressern eine Rolle spielten und anderen Abenteuern, welche diese bei ihrer Arbeit erlebten. Herr Franz war einer der ersten umweltbewussten Menschen, an die ich mich erinnere. Er brachte uns bei, beim Händewaschen das Wasser nicht laufen zu lassen, sondern abzustellen, um das Wasser, das bei Menschen in anderen Ländern mangelt und kostbar ist, nicht zu verschwenden. Ich denke am Waschbecken noch oft an ihn.</p>
<p><strong>Handarbeitsunterricht</strong> nur für Mädchen fand im Souterrain statt. Wir lernten Sticken, Stricken und Häkeln und mir fiel es immer schwer, mich an das Schweigegebot während der Stunde zu halten. Es ist doch so nett beim Stricken ein bisschen zu plaudern. Aber das war nicht erlaubt und wenn ich den Mund überhaupt nicht halten konnte, musste ich öfters allein vor dem Unterrichtsraum auf dem Flur sitzen. Frau Kalmbach hatte eine nette Art, uns vom Schwätzen abzuhalten, indem sie uns Geschichten von „Murmeli“, dem kleinen Murmeltier vorlas. Ich stand mit den Handarbeitslehrerinnen meistens auf Kriegsfuß und mochte die Handarbeiten damals nicht, erst 10 Jahre später bin ich auf den Geschmack gekommen und dank der Grundlagen, die mir beigebracht worden waren, bin ich heute eine begeisterte Textilhandwerkerin mit Wolle und Stoff.</p>
<p><strong>Klasse 3c und 4c.</strong> Unser Klassenlehrer in der 3. und 4. Klasse war Herr Heitele. Er trug im Unterricht immer, wie die meisten Lehrer einen weißen Arbeitsmantel, um seine Kleidung vor dem Kreidestaub zu schützen. Ich erinnere mich am besten an seinen Heimatkundeunterricht. Wir lernten, eine Landkarte und einen Fahrplan bzw. ein Kursbuch zu lesen. Wir froren einmal im Winter auf dem Fensterbrett Wasser ein, bis das Eis das Glas sprengte. Wir säten Sonnenblumen und beobachteten das Keimen und Wachstum der Pflanze. Wir machten mit dem Zug Ausflüge in die Reichsstadt Aalen besichtigten die historischen Häuser und erfuhren einiges über das Leben im Mittelalter und zur Römerzeit am Limes. Wir lernten die Arbeit der Bauern und der Handwerker kennen und erfuhren, wie ein Haus gebaut wird. Viel Weltwissen für das ganze Leben.</p>
<p><strong>Ordnung im Schulalltag.</strong> In der großen Pause mussten sich alle in den Schulhof begeben, zuvor gab es noch Gelegenheit bei Herrn Burkhard, dem leicht aufbrausenden Hausmeister im grauen Arbeitsmantel, aus einem großen Weidenwäschekorb Brezeln oder Wecken vom „Storchenbäck“ für 10 Pfennig als Vesper zu kaufen. Bis heute gehört Laugenbrezel mit Milch zu meinen Lieblingsvespern. Beim Klingeln zum Ende der Pause mussten sich alle Schüler klassenweise in Zweierreihen vor den Türen aufstellen und geordnet und ohne zu Lärmen durch die Flure, vom Lehrer angeführt, zurück ins Klassenzimmer zu gehen. Mir fiel vor ein paar Jahren noch ein Blatt in die Hände, wo ich als notorische Schwätzerin mit ungelenker Schrift zehn Mal schreiben musste: „Ich darf im Gang nicht lärmen.“</p>
<p><strong>Kinderfest.</strong> Höhepunkt des Schuljahrs vor den Sommerferien war schon damals das Kinderfest auf dem Volkmarsberg. Jede Klasse hatte ein Thema, zu dem sie Verkleidungen oder Accessoires auf den Berg trugen. Diese wurden von den Lehrern ausgegeben und waren von den Eltern zu basteln. Ich habe diese Anweisungen wohl öfter erst im letzten Moment meinen Eltern bekanntgegeben, die dann in Panik gerieten und in aller Schnelle etwas improvisieren mussten. Einmal hatte in unserer Klasse jeder Schüler ein Schild mit einer deutschen Münze zu tragen. Mein Papa hat mir eine wunderschöne Zwei Pfennig Münze aus Pappe gebastelt, mit kupferfarbenem Bucheinbandpapier bezogen und an einem Holzstecken angebracht. Alle Kinder bekamen auf dem Berg einen Wecken und eine Wurst als Vesper, beides wurde aus riesigen Weidekörben ausgegeben und hat immer wunderbar geschmeckt und ich esse heute noch gern einen frischen Wasserwecken mit einer kalten Wurst und erinnere mich dabei an das Kinderfest. Mit dem Rektor Hagmann als Dirigenten wurde gemeinsam aus vielen hundert Kehlen gesungen. “Geh‘ aus mein Herz und suche Freud” und am Schluss: “Kein schöner Land in dieser Zeit”. Mit diesem Ritual und dieser Musik verbinde ich bis heute mein Heimatgefühl für Deutschland, es ist meine schönste Erinnerung an die Grundschulzeit in Oberkochen.</p>
<p><strong>Der früh verstorbene Michael Gold erinnert sich (von mir leicht überarbeitet) im Jubiläumsheft zum 25ten in Auszügen an die Tiersteinschule:</strong></p>
<p>…..“und wenn eure Eltern mit Sensen und Dreschflegeln kommen, ist mir das Wurst“ so lautete ein oft gebrauchtes geflügeltes Wort von Alfons Hermann, wenn wieder mal jemand seine Geduld über Gebühr strapaziert hatte, bevor es die Quittung mit dem Zeigestock auf den Hosenboden gab. Da fragt man sich wie viele Zeigestöcke manche Lehrer und Pfarrer in ihrem Berufsleben wohl gebraucht haben mögen. Nun war Lehrer Hermann auch im Werfen mit demselben olympiareif. Ein Temperamentsausbruch übermannte ihn, als er den Stock an die Tür werfen wollte. Der Wurf war technisch einwandfrei, jedoch – Tür und Tor standen offen und das Wurfgerät schlug gegenüber in einer Glastür ein, die sich mit Getöse verabschiedete. Selten habe ich in meinem Schülerleben einen Lehrer so kleinlaut gesehen – vom Herrmann zum Herrmännchen. Berüchtigt waren auch die kurzzeitigen Arreste im Handarbeits-Vorbereitungsraum. Was die Sache milderte, war der Umstand, dass man sich aus den dort befindlichen Schnüren hervorragende Lassos zum Cowboyspiel knüpfen konnte…..Unvergessen auch die Proben im Schulchor, wo er sich als Leiter öfters den Xylophonschlegel in den Mund schob, um uns zu zeigen, wie weit man den Mund beim Singen (aber nur dort) aufzumachen hatte….Unvergessen auch die morgendliche Begrüßung, zu der wir nach dem Morgenlied täglich im Einmaleins geprüft wurden. Wer’s wusste, durfte sich setzen (scheint an OKO-Schulen ein beliebtes und erfolgreiches Spiel gewesen zu sein) und wir haben davon profitiert. Dann gab es noch das Frl.<strong> Elisabeth Zielonka</strong>, die uns mit Schönschreibübungen traktierte und zu jeder Arbeit eine Note für Schrift vergab. Geholfen hat es nicht und jede noch so gute Arbeit konnte mit einer „5“ für Schrift befleckt werden. Allgemein gefürchtet waren ihre Tatzen, die sie für Vergehen aller Art freigiebig verteilte. Ah, da haben wir den Beweis, die Damen konnten das also auch. Pädagogik hatte damals eben auch eine körperliche Komponente. Bis eines Morgens ein ruchloses Verbrechen aufgedeckt wurde, das bis heute nicht aufgeklärt werden konnte: Der Zeigestock hatte sich über Nacht in mehrere kleine, nun unbrauchbare, Teile vervielfältigt. Bleibt noch die Erinnerung an eine Lehrerin, die mit ihrer Klasse nach Ebnat wandern wollte und in Unterkochen landete – Heimatkunde war wohl nicht ihr Fach.</p>
<p><strong>Ein paar Daten zu den alten Lehrer- und Lehrerinnen. Tätigkeitsdaten beziehen sich nur auf Oberkochen. Die Wohnangaben sind in der Regel die ersten Angaben, die zu finden waren. Die folgenden Listen erheben keinen Anspruch auf Vollzähligkeit und beinhalten z.T. auch damals „in Ausbildung befindliche“ und „nebenberufliche“ Kräfte:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>40er und 50er Jahre und vorher</strong></span></p>
<p>In den ganz alten Zeiten waren folgende Lehrer tätig: <strong>Christoph Jakob Adam, Bernhard Arno, Konrad Balluff, Jakob Heinrich Bitz, Karl Günter, Ferdinand Gutmann, Alfons Mager und NN Schneider. Ignaz Ubrecht</strong> war von 1929 bis 1944 in unserer Gemeinde tätig und hat sich große Verdienste erworben. Gottlob Braun wohnte im heutigen Schillerhaus in der Aalener Straße 19 und lehrte seit 1934. Er schrieb auch jahrelang für das Amtsblatt heimatkundliche Berichte über unsere Natur. <strong>Anton Maikler</strong> (auch „Grinsen“ genannt) stammte aus Oggelshausen (Saulgau) und kam 1940 aus Böblingen zu uns. Ab 1949 wurde er zum Rektor der Volkschule befördert. Wohnhaft war er in der Sonnenbergstraße 17. <strong>Josef Menzl</strong> war ein sehr guter Lehrer, der nach dem Krieg, ab 1946, viel in Oberkochen bewegte und, wie viele nach ihm, auch im Gemeinderat tätig war. Seine Wohnung hatte er in der Weingartenstraße 54 und stammte aus Lohm im Sudetenland. Mit Kollege Zweig verließ er einige Jahre später Oberkochen, weil sich beide Hoffnungen auf die Rektorenstelle gemacht hatten, die dann aber an Georg Hagmann vergeben wurde. <strong>Siegfried Höfel</strong>, ebenfalls in der Sonnenbergstraße 17 wohnhaft, kam aus Seimeni (Bessarabien), tat seinen Dienst von 1947 bis zu seinem frühen Tod 1958.<strong> Rosa Timm</strong> aus der Dreißentalstraße, geboren in Schwäbisch Gmünd, war seit 1948 an der Schule. <strong>Hans Zweig</strong> stammt aus Bierlingen (Horb) wohnte im Mahd 4 und unterrichtete seit 1949. <strong>Hildegard Thomayer</strong> ist gebürtig aus Haid (Sudetenland), startete 1952 mit einer Klasse 1, die 70 Schüler hatte und wohnte in der Dreißentalstraße 38.<strong> Schwester Regis</strong> aus der Schwesternstation unterrichtete Handarbeit seit 1952.Mein markanter Nachbar und Kegelclubbruder meines Vaters <strong>Anton Hölldampf</strong>, lebte mit Frau Klara und mit einem großen gutmütigen weißen Hund namens Adrian in der Sonnenbergstraße 23/1 und war seit 1952 an der Schule. <strong>Waltraud Hils</strong> kam aus Biberach und lebte im Kapellenweg 26 und lehrte seit 1953. <strong>Rudolf Heller</strong>, ein Lehrer, der viele Spuren in unserer Gemeinde hinterlassen hat, wohnte seinerzeit im Jägergässle 5, kam aus Hüttlingen und lehrte ab 1953 (später auch am Gymnasium). Dafür nahm er als Erwachsener noch anstrengende Weiterbildungen in Kauf, um als Gymnasiallehrer arbeiten zu dürfen. Ein Organist aus Leidenschaft und lange Zeit ein gern gesehener Sauna-Kollege in der Freitagsgruppe. 1953 begann <strong>Albrecht Gunzenhauser</strong> sein Wirken. Er wohnte in der Feigengasse 8, stammte aus Ulm und hinterließ große Fußstapfen, in die 1981 Franz Uhl an der Tiersteinschule erfolgreich stieg. <strong>Kurt Schmieg</strong> aus Westernach wohnte zuerst in der Gartenstraße 10 und begann seinen Dienst im Januar 1954.<strong> Ursula Wolters</strong> wurde 1954 von Waldhausen nach Oberkochen versetzt. Ende April 1954 kam <strong>Georg Hagmann</strong>, der in Oberkochen prägend tätig war und sich durch das Kinderfest und dem Abschusslied am Waldesrand „Kein schöner Land in dieser Zeit….“ in unseren Erinnerungen verewigt hat. 1955 kam die aus Bömisch-Kannitz stammende<strong> Gerhild Thiel</strong> und wohnte in der Lerchenstraße 9. <strong>Maria Holz</strong> aus Crailsheim wurde 1955 neue Lehrerin für Hauswirtschaft und Turnen (HWT), kam aus Marlach. Im selben Jahr begann <strong>Hanna Lange</strong> aus Heidenheim und ließ sich in der Lerchenstraße 3 nieder. Im Jahr 1956 kam die unvergessene <strong>Herta Kny</strong>, gebürtig aus Strachowitz, an die Schule und wohnte anfangs im Nelkenweg 2. Ebenfalls ab 1956 lehrte <strong>Maria Fehnl</strong> gebürtig aus Komotau und wohnhaft in Aalen. In der Sonnenbergstraße 21 zog<strong> Friedrich Ruoff</strong>, aus Heubach stammend, 1957 ein (Eine Tochter von ihm traf ich vor einiger Zeit als Lehrerin in der Dreißentalschule). Die Wienerin <strong>Gabriele Jungk</strong> ließ sich im Finkenweg 11 nieder und begann ihre Tätigkeit 1957. Die Aalenerin <strong>Dorothea Feihl</strong> begann im Jahr 1957. Ab 1957 unterrichtete der Aalener Lehrer <strong>Josef Wagner</strong>. Im Sonnenberg 21 zog der Lehrer <strong>Alfons Hermann</strong> 1957 ein. Der Gebieter über einen gefürchteten Rohrstock. Ob er wohl im Gemeinderat und zuhause auch so pädagogisch wertvoll auftrat wie in der Klasse? Und dann kam das Jahr 1959 und eine beeindruckende Persönlichkeit nahm seine Tätigkeit auf – <strong>Volkmar Schrenk</strong> aus Oberurbach und mit ihm arbeiteten folgende Lehrkräfte am hiesigen Progymnasium: <strong>Albert Diebel, Sigrid Bauer, Dr. Ilse Klieforth und Ilse Ehmann</strong>. Auch an der Volksschule finden wir 1959 neue Namen<strong>: Eva-Maria Erben</strong> (Lenzhalde 8),<strong> Adalbert Uhl</strong> (Sperberstraße 16), <strong>Ludmilla Bischler</strong> (Heidenheimer Straße 33), <strong>Hilde Köhler</strong> (Lerchenstraße 9),<strong> Ilse Keller</strong> als HWT.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="842" height="458" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13203"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1965 Das damalige Kollegium der Dreißentalschule (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Reihe 1:</strong> Braun, Kny, Pfarrer Forster kath., Hagmann, Pfarrer Geiger ev., Timm, Hermann, Westphal<br><strong>Reihe 2:</strong> Zielonka, Erben, ?, ?, Bischler, ?, Jensen, ?, ?, Holz, ?, Heitele, Ruoff, Heller<br><strong>Reihe 3:</strong> Jungk, Hausmeister Burghard, Kalmbach, Ulrich, Schmieg, Fahr, Franz, Nowotny, Rettenmaier, Gunzenhauser</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="665" height="451" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13204"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1959 Das kleine Kollegium am Progymnasium Oberkochen im Bergheim (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Vorn:</strong> Schrenk, Kliefoth, Dibel<br><strong>hinten:</strong> Vikar Klein kath., Ehmann, Bauer verh. Stadelmaier, Pfarrer Gottfroh ev.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>60er Jahre</strong></span></p>
<p><b>Otto Krug</b>, gebürtig aus Gamburg a.d. Tauber sowie&nbsp;<b>NN Dolderer</b>&nbsp;und&nbsp;<b>NN Heßdörfer</b>&nbsp;stießen 1960 zu Schrenk’s Mannschaft. Die Volksschule wurde 1960 wie folgt verstärkt:&nbsp;<b>Helga Ritter</b>&nbsp;und&nbsp;<b>Friederike Wieland</b>&nbsp;(beide Lerchenstraße 9).1961, das Progymnasium rüstet auf. Es kommen das Fräulein&nbsp;<b>Hildegard Ulrich</b>&nbsp;(in der Oberlausitz beheimatet),&nbsp;<b>Johannes Hils</b>&nbsp;(1922 in Breslau geboren),&nbsp;<b>Rudolf Thiem</b>&nbsp;(Jhrg 1928 aus Ribnik / Sudetenland) und&nbsp;<b>Wolfgang Schwab</b>&nbsp;(1932 gebürtig aus Möckmühl). Auch an der Volksschule finden wir 1961 neue Namen:&nbsp;<b>Elisabeth Zielonka</b>&nbsp;und&nbsp;<b>Gerfried Ullrich</b>&nbsp;sowie HHT&nbsp;<b>Margot Kalmbach</b>. Der Lehrkörper (das Wort hat mir schon immer gefallen) wurde 1962 erweitert. Es kamen&nbsp;<b>Horst Riegel, Diedrich Bantel</b>&nbsp;(aus der Landes-Hauptstadt auf den Spuren seiner Vorfahren) und&nbsp;<b>Lotte Kunrath</b>&nbsp;(Jhrg 1940 gebürtig aus Zaim / Sudetenland) ans Gymmi und&nbsp;<b>Evelyn Sund</b>&nbsp;sowie&nbsp;<b>Irene Strobel</b>, die in der Lerchenstraße 9 logierten. 1963 finden wir&nbsp;<b>Albert Seckler</b>&nbsp;als Neuzugang, der sich in den folgenden Jahren in unserer Gemeinde vielfältig einbrachte und vielen Schülern als Lehrer, der Via Appia folgend, mit seinen germanischen Latein-Klassen in Rom einfiel. Im Jahr 1964 finden wir in der Volksschule neue Gesichter:&nbsp;<b>Eva-Maria Wientzek, Angela Lindner, Wilhelmine Wurst, Diether Schimmel, Doris Jensen und Karin Ulmer</b>&nbsp;(Aalener Aushilfe für Gymnastik). 1965 kamen&nbsp;<b>Ludwig Nowotny, Herta Börner und Eckhard Sehl</b>&nbsp;dazu. Am Gymnasium begannen&nbsp;<b>NN Rapp und NN Lorenz</b>&nbsp;ihren Dienst und&nbsp;<b>Renate Zimmer und Ursula Thiem</b>&nbsp;begannen als Aushilfskräfte. 1966 taucht in den Unterlagen erstmal&nbsp;<b>Jörg Fäser</b>&nbsp;auf, der bei den Schülern einen hohen Beliebtheitsgrad erreichte, weil er einfach anders war. Im gleichen Jahr begannen an der Volksschule drei neue Lehrer: Die gebürtige Oberkochnerin&nbsp;<b>Gertrud Schmid, Bruno Erben und Isidor Rettenmaier</b>, der in Oberkochen überaus nachhaltig wirkte und anfangs in der Volkmarsbergstr. 18, in der Sonnenbergstraße 23 und später im Tiersteinweg 12 wohnte. 1968 kam&nbsp;<b>Hans-Jürgen Hermann</b>&nbsp;ans Gymmi, um uns von „BotJug‘s“ Französisch zu kurieren. Ebenfalls neu waren&nbsp;<b>NN Bertsch, NN Sauerer, NN Hohmuth, NN Stadelmaier und HHT NN Müller sowie Frau NN Wick, Frau</b>&nbsp;<b>NN Geiger, NN Schnapper und Edith-Susi Bantel.</b>&nbsp;Die Volksschule wurde mit&nbsp;<b>NN Haug, Margot Düver, NN Reu, NN Höcherl, HHT NN Dressel und NN Skudnik</b>&nbsp;verstärkt. 1969 beginnt in der Volksschule&nbsp;<b>Frau Edinger, Frau Kling, Frau Ehinger und Frau Lehmann, NN Barth und Frau Vierkorn</b>. Am Progymnasium gibt es auch neue Kräfte:&nbsp;<b>NN Schröpel, NN Kühn und HHT Gabi Jäger</b>, die aber nicht lange blieb, weil sie eine unverrückbare Linie überschritten hatte – eine zu enge Beziehung zwischen Lehrer und Schüler.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="346" height="486" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13205"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1954 Der neue Rektor Georg Hagmann – er blieb bis 1971 (Archiv Rathaus)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>70er Jahre</strong></span></p>
<p><strong>Rektor Hagmann</strong>, von der Dreißentalschule geht 1971 in Pension und zieht ins elterliche Haus nach Ummendorf. Neuer Rektor wird <strong>Ulrich Streu</strong>. Im gleichen Jahr macht meine Klasse (ohne mich) das Abitur in Oberkochen. Die Jahrgänger 1952/1953 und die Abiklassen 1971 und 1972 treffen sich noch heute jährlich zu einem Schulzeit-Treff, den ich regelmäßig organisiere. Wie überall werden die Infos (Vornamen, Zuzüge, Geburtsdaten u.ä.m.) über die Lehrer weniger und weniger und so kann ich oft nur, sehr unpersönlich, die Nachnamen auflisten:</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_29 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="730" height="445" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13206"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_35 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1963 „Mein“ Lehrerkollegium am neuen Progymnasium am Tiersteinweg (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Vorn:</strong> Frau Seckler, Pfarrer Geiger, Schrenk, Pfarrer Forster, Ulrich<br><strong>Hinten:</strong> Schwab, Riegel, Enders, ?, Bantel, ?, Krug, Fischer, Thiem</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>(Pro)Gymnasium</strong></span></p>
<p class="f16"><b>Frauen</b>&nbsp;Arnold, Bantel, Boe, Bulling, Gentner, Hurlebaus, Jäger, Koalick, Kühn, Seckler, Stern, Thiem, Ulrich, Wagner, Wegiel, Weymer, Wick, Zimmer</p>
<p class="f16"><b>Herren</b>&nbsp;Bantel, Berger, Boe, Dr. Enders, Fahr, Fäser, Fetzer, Fischer, Heller, Hermann, Hohmuth, Ketterer, Klebes, Dr. Knödler, Krug, Post, Preis, Rapp, Riegel, Ritter, Sauerer, Schrenk, Schnapper, Schwab, Seckler, Stillenburg, Strohmayer, Thiem, Wagner, Widenmann, Winter</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Dreißentalschule:</strong></span></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_30 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="778" height="504" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13207"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_36 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Lehrerin Kny mit einer Mädchenklasse hinter dem Schulhaus (Archiv Kny)</p>
<p><strong>Frauen</strong> Düver, Edinger, Endner, Grupp, Heinrich, Heller, Hermann, Holz, Jensen, Jungk, Kappe, Kny, Krieg, Lehmann, Neuer, Pusch, Reu, Rudolph-Rup, Schewsky, Schmid, Schmieg, Schwark, Seibold, Skudnik, Vierkorn, Wiedenmann, Wurst.</p>
<p><strong>Herren</strong> Barth, Bonnet, Brand, Büttner, Elser, Erben, Fahr, Heitele, Hutter, Kislat, Kümmel, Münch, Rettenmaier, Ruoff, Schmieg, Schönherr, Streu, Wacker, Wagner, Wiedenmann.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Tiersteinschule:</strong></span></p>
<p>1965 beginnt die Geschichte dieser Schule unter dem ersten Rektor Gunzenhauser, der die Schule in unserem Betrachtungszeitraum prägte. Die meisten Lehrkräfte folgten ihm aus der Dreißentalschule und in späteren Jahren gingen auch manche wieder zurück.</p>
<p><strong>Frauen:</strong> Eleonore Baumann, Irmgard Bäuerle, Ludmilla Bischler, Herta Börner, NN Buchheim, Gertraude Dukek, Dora Enders, Eva-Maria Erben, Marga Gold, Maria Holz, Hildegard Humpf, Sigrid Ittner, Doris Jensen, Margot Kalmbach, Evelyne Kappe, Uta Knoblauch, Rosemarie Köder, Katharina Krug, Christel Mayer-Rosa, Gerlinde Moritz-von-der-Heide, Elke Neuer, Helga Pusch, Gertrud Schmid, NN Schulz, Dietlinde Sehl, Rosa Timm, Elisabeth Viereck, Wilhelmine Wurst, Elisabeth Zielonka, Helga Zimmer-Gross.</p>
<p><strong>Herren:</strong> Alexander Baumhauer, Oskar Gulden, Albrecht Gunzenhauser, Alfons Hermann, Gerhard Schönherr, Eckhard Sehl.</p>
<p><strong>Rektoren.</strong></p>
<p><strong>Dreißentalschule (Zusammenlegung Dreißental und Tierstein 08/2017)</strong></p>
<ul>
<li>Georg Hagmann (von 1954 bis 1971)</li>
<li>Ulrich Streu (von 08/1971 — 07/1984)</li>
<li>Walter Staudenmaier (von 02/1985 bis 07/2007)</li>
<li>Birgit Reißmüller (von 08/2007 bis 07/2011)</li>
<li>Martin Latosinszky (von 08/2011 bis 02/2013)</li>
<li>Michael Ruoff (von 03/2013 bis 04/2014 kommissarisch)</li>
<li>Michael Ruoff (von 05/2014 bis …)</li>
</ul>
<p><strong>Tiersteinschule (Zusammenlegung Dreißental- und Tiersteinschule 08/2017)</strong></p>
<ul>
<li>Albert Gunzenhauser (von 1965 bis 1981)</li>
<li>Anton Nuding (von 1981 bis 1986)</li>
<li>Franz Uhl (von 1986 bis 2013)</li>
<li>Eva Bihlmaier, vormals Framke (von 08/2013 bis 07/2015)</li>
<li>Britta Siegert, vormals Barth (von 08/2015 bis 08/2016 kommissarisch)</li>
<li>Britta Siegert und Maria Grimm (von 09/2016 bis 07/2017)</li>
</ul>
<p><strong>Gymnasium (früher PGO, heute EAG)</strong></p>
<ul>
<li>Volkmar Schrenk (1959 bis 1989)</li>
<li>Lothar Freiburg</li>
<li>Helmut Strecker (von 2005 bis 12/2009)</li>
<li>Hans-Ulrich Wörner (von 01/2010 bis 06/2011 kommissarisch)</li>
<li>Hans-Ulrich Wörner (von 07/2011 bis …)</li>
</ul>
<p><strong>Sonnenbergschule</strong></p>
<ul>
<li>Hermann Weigold (von 09/1970 bis 09/1972 kommissarisch)</li>
<li>Hans Joachim Gentner (von 10/1972 bis 06/1984 kommissarisch)</li>
<li>Hans Joachim Gentner (von 07/1984 bis 07/1986 Sonderschulrektor)</li>
<li>Ulrich Elser (von 08/1986 bis 07/1987 kommissarisch)</li>
<li>Ulrich Didszus (von 08/1987 bis 07/2007 Sonderschulrektor)</li>
<li>Hubert Neuburger (von 08/2007 bis 07/2018 Sonderschulrektor)</li>
<li>Uwe Waible (von 08/2018 bis 11/2018 kommissarisch)</li>
<li>Uwe Waible (von 12/2018 bis 07/2020 Sonderschulrektor)</li>
<li>Kathrin Rieck (von 07/2020 kommissarisch bis ….)</li>
</ul>
<p><strong>Hausmeister.</strong></p>
<p>Sie waren eine besondere Kaste an der Schule. Von der alten harten Schule bis zum gutmütigen Onkel waren da alle Schattierungen zu finden:</p>
<p><strong>Dreißentalschule:</strong> Leonhard Burghard, Sepp Merz</p>
<p><strong>Tiersteinschule:</strong> Klaus Schlipf, Alfons Högler</p>
<p><strong>(Pro)Gymnasium:</strong> Herbert Riede</p>
<p><strong>Religionsunterricht</strong></p>
<p>war damals ein viel gewichtiger Teil des täglichen Schulablaufes und wurde von den nachstehenden Personen erteilt). <strong>Katholisch:</strong> Rudolf Hager (Pfarrer), Konrad Forster (Pfarrer), Rudolf Vogt (Pfarrer), Jan Snoeren (Pfarrer), Johannes Klein (Vikar), NN Grassel (Vikar), Marcell Gekle (Vikar), Helmut Waibel (Vikar), NN Klappenecker (Vikar), Peter Winter (Vikar), NN Höhnle (Vikar),Maria Abbuntiata (Schwester), Elisabeth Nadler (Katechetin), Stefanie Batzill (Katechetin), NN Heller (Lehrer), NN Krug (Lehrer), NN Roder (Diakon). <strong>Evangelisch:</strong> Georg Fiedler (Pfarrer), Hans Heinrich Gottfroh (Pfarrer), Peter Geiger (Pfarrer), NN Kurz (Pfarrer), Alfred Happ (Vikar), Lore Gradner (Vikarin,) Christa Kirsch (Katechetin), Else Bippus (Katechetin), Charlotte Schedler (Katechetin), Gustav Franz (Lehrer), NN Fahr (Lehrer), Gottlob Braun (Lehrer), Doris Jensen (Lehrer), Dora Enders (Lehrer), Vikar NN Oberkampf, Vikar NN Haug, Katechetin NN Schulz.</p>
<p><strong>Geburts- und Sterbedaten nach Geburtsjahr sortiert (soweit aus den alten Amtsblatt-Ausgaben ersichtlich oder sonst bekannt) aller Schulen (wenn kein Sterbedatum eingetragen ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie oder er noch nicht gestorben ist):</strong></p>
<p>Konrad Balluff 00.00.1799 / 00.00.1859 = 60<br>Christoph Jakob Adam 00.00.1801 / 00.00.1864 = 63<br>Alfons Mager 00.00.1878 / 00.00.1946 = 68<br>Karl Fischer 10.11.1878 / 08.03.1963 = 85<br>Ignaz Umbrecht 00.00.1880 / 00.00.1956 = 76<br>Karl Günter 00.00.1887 / 00.00.1934 = 47<br>Leo Klotzbücher 04.07.1887 / 09.11.1978 = 91<br>Anton Maikler 14.07.1897 / 17.09.1974 = 77<br>Gottlob Braun 01.09.1901 / 23.07.1984 = 83<br>Hans Zweig 27.12.1901 /<br>Georg Hagmann 05.10.1906/<br>Rosa Timm 25.02.1913 /<br>Hildegard Thomayer 26.05.1913 /<br>Josef Menzl 06.01.1914 / 31.03.1999 = 85<br>Elisabeth Zielonka 20.10.1915 / 01.01.2007 = 92<br>Anton Hölldampf 13.09.1915 /<br>Alfons Hermann 01.02.1916 / 21.07.1989 = 73<br>Otto Krug 07.02.1920 / 02.12.1983 = 63<br>Siegfried Höfel 30.03.1920 / 08.11.1958 = 38<br>Gabriele Jungk 06.04.1922 / 10.10.1991 = 69<br>Herdula Kny 17.04.1922 / 19.05.1999 = 77<br>Ursula Wolters 25.08.1924 /<br>Maria Holz 11.11.1924 /<br>Gerlinde Thiel 24.05.1925 /<br>Kurt Schmieg 31.07.1925 /<br>Edgar Westphal 16.11.1925 / 20.03.2008 = 83<br>Maria Fehnl 15.02.1926 /<br>Eva-Maria Erben 31.08.1926 / 16.06.1991 = 65<br>Volkmar Schrenk 13.01.1927 / 14.04.2007 = 80<br>Irmgard Kallenbach 21.03.1927 / 01.12.1981 = 54<br>Rudolf Heller 28.04.1927 / 04.06.2020 = 93<br>Waltraud Hils 07.01.1928 /<br>Friedrich Ruoff 09.04.1928 / 02.12.2006 = 78<br>Josef Wagner 31.08.1930 /<br>Albrecht Gunzenhauser 27.12.1930 /<br>Rudolf Heitele 10.04.1932 / 06.09.1999 = 67<br>Horst Riegel 15.06.1932 / 18.11.2017 = 85<br>Hanna Lange 15.09.1933 /<br>Jörg Fäser 30.08.1934 / 19.06.2016 = 82<br>Dietrich Bantel 25.07.1935 / 06.03.2018 = 82<br>Albert Seckler 10.09.1937 / 23.09.2011 = 74<br>Ulrich Streu 1937 /<br>Doris Jensen 03.07.1938 / 05.08.2010 = 72<br>Helmut Wagner 00.00.1943 / 15.04.1976 = 33</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_31 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="798" height="556" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13209"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_37 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Lehrer Maikler mit der Mädchen-Abschlussklasse 1958 im altehrwürdigen Fuchsbau (Archiv Rathaus)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_32 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="798" height="556" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13209"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_38 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Lehrer Schmieg mit der Buben-Abschlussklasse 1958 im altehrwürdigen Fuchsbau (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Schluss.</strong></p>
<p>Daten und Fakten zu sammeln war einfach nur eine monatelange Fleißarbeit. An persönliche Erinnerungen zu kommen war schon weit schwieriger, da ein öffentlicher Aufruf überhaupt zu keiner Reaktion führte. Nur die persönliche Anfrage im Bekannten- und Freundeskreis brachte dann doch einiges zusammen und dafür danke ich allen ehemaligen SchülerInnen sehr, denn ohne Erinnerungen und Geschichten ist so ein Bericht schlicht und einfach nicht realisierbar. Deshalb besten Dank an alle, die mich mit Text und Bild unterstützt haben, die im Text erwähnt sind und andere, die im Stillen zugearbeitet haben.</p>
<p>Mir hat es beim Schreiben sehr viel Spaß gemacht und Euch hoffentlich beim Lesen und Erinnern. Abschließend noch eine kleine knitze Bemerkung mit einem Augenzwinkern. Wir haben es schon weit gebracht – in über 100 Jahren von der Schiefertafel zum I‑Pad und beide haben wohl fast die gleiche Abmessung.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_33 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="773" height="530" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13211"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_39 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1954 Die Lehrer Hölldampf und Maikler während des Besuchs von Theodor Heuss (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Wohnsituation.</strong></p>
<p>Natürlich war die Situation auf dem Wohnungsmarkt auch für die Lehrerschaft schwierig, zumal es damals noch die sog. Residenzpflicht gab. Das bedeutete, dass die Lehrkräfte dort wohnen mussten, wo sie auch unterrichteten. Immer mehr Menschen zogen nach Oberkochen, überwiegend wegen der überaus positiven Entwicklung der Firma Carl Zeiss. Diese brachten Kinder mit oder sorgten zudem für noch mehr Kinder (die geburtsstarken Jahrgänge machten sich auf den Weg in die Gesellschaft) und die Lehrer, die zwangsläufig auch immer mehr wurden, weil auch die Schulen größer und mehr wurden, brauchten Platz zum Wohnen. Bevor die Lehrer mit ihren Familien eigene Häuser in den neuen teuren und sonnigen Wohngebieten bauen konnten, wohnten sie, wie die meisten anderen auch, zur Miete, die damals noch wirklich bezahlbar war – anders als heute.</p>
<p><strong>Die Sonnenbergstraße.</strong></p>
<p>Das war die Straße der Lehrer. Als Kind derselben habe ich das natürlich hautnah miterlebt, gab es doch in unserer Straße gleich drei Häuser für die Lehrer:</p>
<p><strong>Das Haus mit der Nr. 17</strong></p>
<p>beherbergte die Familien Höfel und Maikler (Amalie, Anton, Hans-Jürgen und Maria), Spätere Bewohner waren Azzara, Fischer, Gauss, Högler, Jäger, Kühnle, Peschel, Prinz, Schlatterer und nicht zu vergessen – wieder mal ein junger und überaus beliebter Lehrer – Götz Hopfensitz. Heute gehört das Haus der Familie Seims.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_34 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="778" height="518" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-11.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13212"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_40 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das Lehrerhaus Sonnenbergstraße 17 – früher Maikler (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Im Haus Nr. 21</strong></p>
<p>wohnten Alfons und Elisabeth Herrmann mit den drei Töchtern Mechthild, NN und Roswitha (später Lenzhalde 16) sowie Friedrich und Gudrun Ruoff mit den Kindern Karin, Thomas und Inga (später bei den Birken 5). Solange ich im Sonnenberg wohnte, schaute ich die letzten Jahre immer mit Wehmut auf dieses Haus – irgendwie erinnerte es mich an das Lied „vom alten Haus von Rocky Tocky“. Das Haus wurde 1956 von der Baugemeinschaft Trittler / Wingert zum Preis von 18.877 DM erbaut. Die Zimmerarbeiten wurden für 5.440 DM von der Arbeitsgemeinschaft Mannes / Brunnhuber und die Dachdeckerarbeiten von der Fa. Kratky für 997 DM sowie die Flaschnerarbeiten von der Arbeitsgemeinschaft Gerschon / Borst ausgeführt. Die Gemeinde konnte ein öffentliches Baudarlehen in Höhe von 22.000 DM für die Finanzierung in Anspruch nehmen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_35 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="738" height="515" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-13.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13214"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_41 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das Lehrerhaus Sonnenbergstraße 21 – früher Herrmann / Ruoff (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Haus Nr. 23</strong></p>
<p>In den Unterlagen der jetzigen Besitzer Agnes und Dr. Ralf Wichard findet sich eine Bauzeichnung aus dem 1951, so können wir davon ausgehen, dass das Haus aus dem Jahr 1952 stammt. Wichards haben das Haus 1997 von der Stadt gekauft und Tipp Topp hergerichtet. Anfangs waren die Wohnungen kleiner (50er 15 qm, 60er 22 qm, 70er 26 qm bis heute mit 47 qm Wohnfläche je Einwohner) und so wurden die linke und die rechte Seite damals separat vermietet. Links wohnten: Der Polizist Alois Fuchs mit seiner Berta, später die Lehrer Dietlinde und Eckard Sehl. Auf der rechten Seite: Anton und Klara Hölldampf, Horst und Berthi Fahr sowie Gerfried Ullrich. Später belegte das ganze Haus die Familie Rudolf und Ottilie Heitele mit den Kindern Thomas, Eva-Maria und Jutta. Heiteles kamen 1963 nach Oberkochen. Vorher lebten sie in Dirgenheim, wo Rudolf von 1959 an aufwendig unterrichtete. Das bedeutete — 8 Klassen in einem Zimmer, wobei 1 Klasse sogar nur aus 1 Schülerin bestand. Aber auch dieses Kind musste auf Weisung der Schulbehörde unterrichtet werden. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Heiteles wohnten bis 1997 in diesem Haus. Damit ging die „Lehrer-Zeit“ im Sonnenberg zu Ende. Viele Lehrer wohnten auch im Enzianweg und später in den neuen Wohngebieten rund ums Gymnasium.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_36 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="778" height="518" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber726-12.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13213"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_42 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das Lehrerhaus Sonnenbergstraße 23 – früher Fuchs / Sehl bzw. u.a. Hölldampf / Heitele (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Außerhalb der Sonnenbergstraße.</strong></p>
<p>wohnten die Lehrerfamilien (Quelle Einwohnermeldebücher 1959 und 1965) wie folgt;</p>
<p class="f16"><b>Bantel Dietrich</b>&nbsp;im Enzianweg 7 /&nbsp;<b>Bischler Ludmilla</b>&nbsp;in der Heidenheimer Str. 33 /&nbsp;<b>Braun Gottlob</b>&nbsp;in der Aalener Str. 19 /&nbsp;<b>Düver Margot</b>&nbsp;im Johan-Sebastian-Bach-Weg 10 / D<b>r. Enders Sigurd</b>&nbsp;im Enzianweg 1 /&nbsp;<b>Erben Bruno und Eva-Maria</b>&nbsp;in der Lenzhalde 8 /&nbsp;<b>Fischer Otto</b>&nbsp;im Schubartweg 17 /&nbsp;<b>Gunzenhauser Albrecht</b>&nbsp;in der Volkmarsbergstr. 17/1 und im Kapellenweg 7 /&nbsp;<b>Hagmann Georg</b>&nbsp;in der Sperberstr. 16 /&nbsp;<b>Heller Rudolf</b>&nbsp;im Mahd 4 und in der Lenzhalde 24 /&nbsp;<b>Jensen Doris</b>&nbsp;im Hölderlinweg 12 /&nbsp;<b>Jungk Gabriele</b>&nbsp;im Gerhard-Hauptmann-Weg 77 /&nbsp;<b>Klotzbücher Leo</b>&nbsp;im Enzianweg 3 /&nbsp;<b>Krug Otto</b>&nbsp;in der Meisengasse 1 /&nbsp;<b>Riegel Horst</b>&nbsp;in der Volkmarsbergstr. 2 /&nbsp;<b>Schmieg Kurt&nbsp;</b>in der Kapellensteige 5 /&nbsp;<b>Schrenk Volkmar</b>&nbsp;im Tiersteinweg 12 /&nbsp;<b>Schwab Wolfgang</b>&nbsp;in der Langertstr. 8 /&nbsp;<b>Seckler Albert</b>&nbsp;in der Schillerstr. 18 /&nbsp;<b>Thiem Rudolf</b>&nbsp;im Adalbert-Stifter-Weg 22 /&nbsp;<b>Timm Rosa</b>&nbsp;im Nelkenweg 12 / das Frl.&nbsp;<b>Ulrich Hildegard</b>&nbsp;in der Schillerstr. 22 /&nbsp;<b>Westphal Edgar</b>&nbsp;im Enzianweg 7 /&nbsp;<b>Wick Franz</b>&nbsp;im Enzianweg 1 und in der Lenzhalde 41 /&nbsp;<b>Zielonka Elisabeth</b>&nbsp;in der Jenaer Str. 27 und&nbsp;<b>Zimmer Renate</b>&nbsp;in der Lenzhalde 23 (Kein Anspruch auf Vollständigkeit und keine Gewähr mit ohne Gewehr).</p>
<p><strong>Ein Mathelehrer wollte auf seine Zeit zurückblicken.</strong></p>
<p>Es soll ja eigentlich nicht nur ein Schüler-Rückblick sein, sondern auch ein Lehrer-Blick wäre sicher auch ganz interessant und amüsant. Bis zur Abgabe meines Berichtes ist aber leider von ihm noch nichts eingegangen. Sollte dennoch im Herbst noch ein Bericht ‚durch die Lupe des Lehrers gesehen, eintreffen, werde ich das einfach im Jahr 2021 nachreichen. Seine Liebe zur Mathematik lässt sich an seiner Autonummer ablesen. Es hat ihm die Zahl „PI 3,14…“ angetan. Für die korrekte Anzeige ist aber sein Nummernschild etwas zu klein. Hat doch ein Franzose die Zahl bis auf 2,7 Billionen stellen ausgerechnet. Man braucht Aufgaben im Leben. „PI“ bedeutet auf Thai „Geist“. So weit hergeholt ist das nicht, denn diese Zahl hat schon etwas geisterhaft Geheimnisvolles an sich. Nicht umsonst übt diese Zahl bis heute eine große Faszination aus. Wer sich im Detail für die Zahl PI interessiert ist bei diesem Link bestens aufgehoben<em> http://www.pi-zahl.de</em>.</p>
<p>Wer noch etwas beitragen, anmerken, kritisieren will oder sich sonst wie beteiligen mag – nur zu. Die Kontaktdaten sind bekannt. Mit pädagogischen Grüßen grüßt der „Billie vom Sonnenberg“. Ich hoffe, dass es nun nicht heißt “Müller, setzen, ungenügend“, sondern eher „Wilfried, das war gut, dafür gibt’s eine 1 mit Sternchen“.</p>
<p>Das war der letzte Bericht im Jahr 2020. Schau’n wir mal was das kommende Jahr 2021 für uns bereithält, dem wir uns dann stellen müssen. Euch allen eine gute Zeit, schöne Weihnachten. Ab Januar 2021 melde ich mich mit neuen Berichten zu alten Zeiten zurück.</p>
<p>Danke sage ich allen, die hin und wieder ihre gut gemeinte Kritik oder notwendige Korrekturen geschickt haben. Die schweigende Mehrheit meisten hält es wohl auf gut schwäbisch: „Net g’schimpft isch g’lobt g’nuag.“ Jetzt habe ich a bissle übertrieben, denn auch ein Lob flattert doch dann und wann ins Haus. Und denen, die etwas zu berichten hätten, rufe ich zu – meldet euch, denn irgendwann geht das Feuer aus, wenn kein neues Holz geliefert wird – in diesem Sinne – Bleibet gsond.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Den „Fuchsbau“ erhalten</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/den-fuchsbau-erhalten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 23:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=20430</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_5 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
				<div class="et_pb_row et_pb_row_5 beitrag-row">
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				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_43 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Warum das Rote Backsteingebäude im Schulzentrum Dreißental eine wichtige Rolle spielt.</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_37 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="390" height="454" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/fuchsbau01-1.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-20608"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_44 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der sogenannte „Fuchsbau“: Backsteingebäude der Dreißentalschule. Foto: ls</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_45 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Stadt Oberkochen hat sich das Prädikat „Familien- und kinderfreundliche Stadt“ auf die Agenda geschrieben. Ein qualitativ hochwertiges Beispiel ist hierfür neben dem weiteren Ausbau der Kindertagesstätten die Entwicklung der Schulen.</p>
<p>In Sachen Kindertagesstätten ist neben den städtischen Kitas am Gutenbach und im Wiesenweg in Kooperation mit dem Unternehmen Carl Zeiss eine dritte Einrichtung im neuen interkommunalen Gewerbegebiet geplant. Eine lange, aber konstruktiv geführte Diskussion war der Entwicklung des Schulzentrums im Dreißental vorausgegangen.</p>
<p>Der Gemeinderat hatte im März 2017 beschlossen, die Tiersteinschule und die Dreißentalschule am Standort Dreißental zusammenzulegen. Die Alternative „Standort Tierstein“ wurde letztlich aus Kostengründen und wegen der schwierigen Verkehrsanbindung verworfen. Der Erweiterungsbau im Dreißental ist in wenigen Monaten fertig. Mehrere weitere Bauabschnitte folgen, darunter auch die Sanierung des roten Backsteingebäudes, das eine lange Geschichte aufweist.</p>
<p><strong>Die Bekenntnisschulen</strong></p>
<p>Jahrhundertelang gehörte der Schulunterricht zu den Aufgaben der Pfarrer beider Konfessionen. In den geschichtlichen Annalen sind die ersten wirklichen Schulhäuser beider Konfessionen nicht dokumentiert. Die katholische Kirchengemeinde soll bereits im 17. und die evangelische im 18. Jahrhundert ein Schulgebäude besessen haben. Im ehemaligen katholischen Schulhaus aus dem 18. Jahrhundert waren ab 1906 die Krankenschwestern der Franziskanerinnen von Reute untergebracht. Nach der Säkularisierung und der Vereinigung des Dorfs unter der Herrschaft des Königsreichs Württemberg hatte dann die bürgerliche Gemeinde für einen Teil der Kosten aufzukommen. Ohnehin nur mit knappen Einnahmen gesegnet, fiel ihr das angesichts zweier konkurrierender Bekenntnisschulen nicht leicht.</p>
<p>Die evangelische Kirche konnte 1861 an der Aalener Straße, fast direkt gegenüber der damaligen evangelischen Kirche, ein neues Schulhaus errichten. Das Gebäude beherbergte bis zur von den Nationalsozialisten erzwungenen Auflösung 1936 die evangelische Schule und bis 1937 die Überreste der katholischen Schule.</p>
<p>Zurück zum „Fuchsbau“: Nach langem Zögern hatte sich die katholische Schulgemeinde entschlossen, im Jahr 1900 ein neues Schulhaus zu bauen. Die Finanzierung des Bauvorhabens an der Dreißentalstraße bereitete großes Kopfzerbrechen, denn die Finanzkraft der katholischen Schulgemeinde war gering. Die katholische Pfarrgemeinde war überdies zu dieser Zeit mit dem Neubau von St. Peter und Paul an ihre Grenzen gestoßen, denn obwohl die Mehrzahl der Einwohner nach wie vor katholisch war, gehörten viele steuerlich starke Inhaber, aber auch Mitarbeiter der aufstrebenden Industriebetriebe zur evangelischen Kirche.</p>
<p><strong>Jetzt Musikschule, später Hort</strong></p>
<p>Dank der Übernahme einer Bürgschaft der Gemeinde zugunsten der Pfarrgemeinde konnte die Finanzierung dennoch gesichert und gegen 1900 mit dem Bau am damaligen Ortsrand begonnen werden. Das wegen seiner roten Ziegelfassade im Volksmund „Fuchsbau“ genannte Gebäude bildete praktisch den Kern und den Altbau der heutigen Dreißentalschule.</p>
<p>Dieses geschichtsträchtige Gebäude sollte unbedingt erhalten werden. Im Backsteinbau hat die Musikschule Oberkochen-Königsbronn ihr Domizil. Die Gesamtplanung sieht vor, dass der „Fuchsbau“ in einem gesonderten Bauabschnitt von September 2022 bis August 2023 saniert wird. Die Musikschule wird – zusammen mit dem sonderpädagogischen Zentrum – längst in der dann sanierten Tiersteinschule zu Hause sein. In den „Fuchsbau“ ziehen zum Schuljahresbeginn 2023 dann vier Hortgruppen für insgesamt 100 Kinder ein. Die Nachfrage nach Schulkindbetreuung – auch während der Ferien – steigt kontinunierlich.</p>
<p><strong>Lothar Schell, Schwäbische Post</strong></p></div>
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		<title>Bericht 725: Unsere Schulen und LehrerInnen – Teil 4</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-725-unsere-schulen-und-lehrerinnen-teil-4/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2020 23:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=17878</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_6 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Eine sehr liebe Mitschülerin, der ich bis heute besonders verbunden bin, Edeltraud Meroth geb. Schüler, schreibt:</strong></p>
<p>Ich weiß nicht sehr viel über die damaligen Lehrer zu sagen. Die meisten empfand ich als Gegner, die mich vorführten und bloßstellten, auch wenn sie das wahrscheinlich nicht wirklich persönlich so meinten. Motiviert oder angeleitet fühlte ich mich nur durch meine Grundschullehrerin Ludmilla Bischler.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_38 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="788" height="545" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber725-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13191"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_47 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Klassenzimmer Dreißentalschule 1958 (Archiv Rathaus)</p>
<p>Sie war aus dem Osten nach Oberkochen gekommen und fühlte sich im Schulbetrieb in der Dreißentalschule, wie sie mir (ich glaube 1980 bei einem Besuch) erzählte, auf ziemlich einsamem Posten. Sie war diejenige, derentwegen ich überhaupt auf das Gymnasium gehen konnte. Meine Eltern waren trotz meiner Gymnasiums-Empfehlung dagegen (wegen der Kosten, zum Beispiel für die Bücher, denn Lehrmittelfreiheit gab es noch nicht), dass ich die Schule wechseln sollte. Da nahm Fräulein Bischler das Heft in die Hand und besuchte meine Eltern zu Hause. Sie hat sie dann überredet, mich aufs Gymnasium zu schicken und hat ihnen versprochen, die Bücher für mich zu bezahlen. Das hat sie dann auch gemacht. Ich glaube zwei Jahre lang, bis dann die Lehrmittelfreiheit kam. Ich habe sie dann einmal 1980 besucht, als sie krank in ihrer Wohnung im Lehrerhaus an ihr Sauerstoffgerät „gefesselt“ war, und habe mich bei ihr für ihr Engagement bedankt und meine Erinnerung mit ihr abgeglichen. Und da hat sie mir erzählt, dass es ihr immer ein besonderes Vergnügen gewesen war, Kinder, die nicht viele Chancen auf Bildung hatten, zu fördern. Das hat sie nicht nur mit Geld gemacht. Ich erinnere mich, dass ich und andere Kinder sie manchmal nach Hause begleiten durften und wir dann mit ihrem Wellensittich spielen durften – so hat sie uns „hörig“ gemacht! Ich fand sie und ihr Wohnzimmer mit lauter Büchern einfach nur toll. An den Unterricht bei ihr erinnere ich mich gerne und mit angenehmem Gefühl. Im Gegensatz zum Religionsunterricht bei Pfarrer Forster, der ein Choleriker war und mit seinem Schlüsselbund warf, wenn er sich durch irgendjemandes Schwätzen gestört fühlte. Ich musste mal vor Fronleichnam am Nachmittag für das Schwesternhaus einen Schlüssel im Pfarrhaus abholen. Als ich geklingelt hatte, dauerte es ein Weilchen, dann ging die Tür auf und ehe ich mich versah, verpasste er mir eine ordentliche Backpfeife und schrie mich an, was mir einfiele, ihn in seinem Mittagsschlaf zu stören. Im Gymnasium habe ich dann leider auch keinen Lehrer erlebt, von dem ich das Gefühl hatte, er wäre mir wohlgesonnen – selbst bei Didi Bantel wusste ich nie, ob sein Lob nicht beinhaltete, mich vorzuführen. Ich erinnere mich an eine Szene, als er ein Bild von mir vorzeigte und sinngemäß sagte „das ist ja mal ein Familienfoto“, alle lachten – ich hatte nicht nur „Vater, Mutter, Kind“ gezeichnet, sondern dazu noch 5 weitere Geschwister. Und nach meiner Erinnerung beinhalteten schulische Kommentare von Lehrern immer auch „Anzügliches“ über meine Familiensituation. So empfand ich das zumindest und fand das immer sehr ungerecht. Also habe ich „dicht gemacht“ und mich nicht für meine Lehrer interessiert und die Schulzeit ging dann auch Ende der 60er in Oberkochen zu Ende.</p>
<p><strong>Wilfried ergänzt:</strong> Ich habe Edeltraud und Peter im Laufe der Jahrzehnte nie aus den Augen verloren und habe sie gelegentlich an Peter’s journalistischen Zwischenhalten besucht – in Stuttgart und München. In Hamburg hat es nie geklappt und in Berlin werden wir es noch schaffen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang gerne an Peter’s Bericht über die Mineralwasser in Deutschland (das hat seinerzeit für Furore gesorgt), an seinen Bericht über Oberkochen, der hier nicht bei jedem gut ankam, aber doch vieles auf den Punkt traf (den ich nicht vorenthalten möchte und auf der Website des HVO hinterlegt ist) und muss sagen, ich habe es immer toll gefunden, dass der Peter Meroth aus Oberkochen und der Arno Luik aus Königsbronn für den „Stern“ arbeiteten. Nicht wenige Oberkochener SchülerInnen sind draußen in der Welt ihren Weg gegangen, ohne dass die Heimatstadt groß Notiz davon genommen hat.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Bericht von Peter Meroth</span></strong></p>
<p><strong>Mein Schulfreund Christoph Stumpf erzählt über seine Zeit an der Dreißentalschule 1958 — 1967:</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_39 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="762" height="522" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber725-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13192"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_48 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Unsere Lehrerin Eva-Maria Erben mit einer Ersten Klasse (Archiv Kosak)</p>
<p><strong>Klassenlehrer in der 1. und 2. Klasse</strong> war Eva-Maria Erben. Sie war mit Leib und Seele Lehrerin, die sich geradezu mütterlich um ihre Kinder kümmerte. Sie war einfühlsam und gerecht, aber auch konsequent. Wenn es nötig war, konnte sie auch streng sein und durchgreifen, so dass sie uns jederzeit voll im Griff hatte. Ihr Mann, Bruno Erben, der auch Lehrer war (aber nicht in Oberkochen), hatte für uns zur Begrüßung am ersten Schultag ein wunderbares farbiges Osterhasenbild an die grüne Schultafel gemalt, von dem ich sehr beeindruckt war.<strong> Klassenlehrer in der 3. und 4. Klasse</strong> war Albrecht Gunzenhauser. Er war eine Lehrerpersönlichkeit wie sie im Buche steht. Er strahlte eine natürliche Autorität aus und schaffte trotzdem ein gutes Vertrauensverhältnis zu uns Schülern. Außerdem war er ein Schriftexperte. Er schrieb wie gestochen an die Tafel und trimmte uns vor allem im Fach „Schönschreiben“ auf ein sauberes Schriftbild. (Kleiner Einschub: Das war wohl eine geachtete Lehrerpersönlichkeit, denn schon dem späteren Schulleiter Franz Uhl sagte seine Mutter: „Franzl, bei dem musch aufpassa“.) <strong>Klassenlehrer in der 5. und 6. Klasse</strong> war Edgar Westphal. Er war ein Lehrer, der seinen Beruf geradezu mit preußischem Pflichtbewusstsein ausfüllte. Dementsprechend erzog er auch uns zu Disziplin und Ordnung. Ohne arrogant zu wirken, ließ er uns immer spüren, dass er sich selbst für den besten aller Lehrer hielt und eigentlich zu schade für die Volksschule sei. Konsequent wechselte er später ans Gymnasium in Aalen. <strong>Klassenlehrer in der 7. bis 9. Klasse</strong> war Gerfried Ullrich. Er überspielte seine eigene Unfähigkeit durch Überheblichkeit, Aggressivität und Großkotzigkeit. Wir alle spürten das, aber keiner wagte dagegen anzugehen, weil jeder wusste, dass er das zu büßen haben würde. Er war der schlechteste Lehrer, den ich in Oberkochen hatte.<strong> Unsere Fachlehrer waren für Englisch</strong> Kurt Schmieg und NN Nowotny; <strong>für Werken</strong> Rudolf Heller und Alfons Herrmann; <strong>für Religion</strong> Stefanie Batzill und Vikar Grassel sowie Vikar Helmut Waibel und Pfarrer Konrad Forster;<strong> für Musik d.h. Flöte</strong> Ludmilla Bischler und<strong> für Sport</strong> NN Wagner.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_40 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="751" height="452" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber725-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13193"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_49 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Abschlussklasse 1967 Jahrgang 1952 Buben (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Von hinten links nach rechts vorn</strong></p>
<ul>
<li>Olaf Walter, Heinz Morawitz, Wolfgang Steinmaier, Christoph Stumpf, Harald Wosch, Volkmar Kessler, Rudolf Pavlat, Erhard Schmidt, Werner Streck, Werner Müller, Ralf Haas, Udo Hauser</li>
<li>Peter Morawitz, Peter Reinsperger, Wolfgang Ulrich, Friedrich Henck, Gerald Lange, Michael Heuler, Karl Cytil, Günter Maslo, Willi Motzer, Willibald Hug, Günter Bücherl, Helmut Hirrle, Dieter Kosak, Horst Wojatschke, Lehrer Ulrich</li>
<li>Gerhard Winkler, Reinhold Metzger, Uwe Lärz, Heinz Keil, Richard Milson, Dieter Kuhn, Willi Gremerath, Frieder Schrader, Karl-Heinz Pietsch</li>
</ul></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_41 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="810" height="440" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber725-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13194"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_50 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Abschlussklasse 1967 Jahrgang 1952 Mädchen (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Von hinten links nach rechts vorn</strong></p>
<ul>
<li>Margita Hanisch, Ilona Graf, Thekla Winter, Christel Weintauer, Lore Widmann, Genoveva Weishäupl, Adelinde Minder, Martina Greiner, Gabi Schauder, Angelika Ziemons, Lore Vogt, Sieglinde Artmann</li>
<li>Ingeborg Rupp, Irmgard Gold, Elisabeth Czivisz, Inge Stiebritz, Stefanie Gold, Waltraud Fürst, Barbara Heselich, Lilo Fröhlich, Monika Schwarzinger, Eugenie Köhler, Frau Düver</li>
<li>Renate Rapp, Marion Kessler, Dagmar Rau, Margit Müller, Ulrike Schönwälder, Hannelore Daszenies, Annegret Strödel, Brigitte Urbanke, Edeltraut Beiswenger, Charlotte Henck</li>
</ul>
<p><strong>Mathematik – ein Fach, das einfach herausgehoben werden muss.</strong></p>
<p>Physik ist wenn’s knallt und Chemie wenn’s stinkt. Und wenn man‘s nicht versteht ist es Mathe! Und damit es noch weniger verstehen, hat man die höhere Mathematik eingeführt. Zu Beginn ein kleiner Witz, der uns verdeutlicht, dass Mathe nicht für alles brauchbar ist.</p>
<p>Der Lehrer erklärt: „Wenn 10 Maurer zum Bau eines Hauses 100 Tage brauchen, dann brauchen 100 Maurer für dieselbe Arbeit nur 10 Tage.“ Ein Schüler antwortet: „Wenn 1 Schiff nach New York 5 Tage braucht, dann brauchen 5 Schiffe nur 1 Tag.“</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_42 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="741" height="489" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber725-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13196"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_51 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das mathematisch-musisch-künstlerische Dreigestirn (Fischer, Schrenk und Bantel) des Progymnasiums bei einem Kinderfestumzug durch die Aalener Straße (Archiv Müller)</p>
<p>Unser Direx&nbsp;<b>Volkmar Schrenk</b>&nbsp;gab bei uns auch Mathematik und kam immer mit großen Linealen und Geo-Dreiecken bestückt, mit mächtigem und langem Schritt, in die Klasse und nahm den Raum mit seiner Größe komplett ein. Er hatte einfach eine starke Präsenz, die das Klassenzimmer ausfüllte. Dreisatz, Mehrsatz, Algebra, Geometrie und immer mussten wir vor der Ergebnisermittlung eine Überschlagsrechnung und nach unserem Ergebnis den Satz schreiben:&nbsp;<i>„W.z.b.w. – Was zu beweisen war.“</i>&nbsp;Und wer Probleme hatte oder machte, erhielt schon mal die Aufgabe, 100 Mal den Satz des Pythagoras zu schreiben – Die Summe der Flächeninhalte usw. usf. ….“ – gefolgt vom Höhensatz und vom Kathetensatz.</p>
<p class="f16"><b>Otto Fischer</b>, Mr. Dynamite. Mathe hatte bei ihm immer eine sportliche Note. Türe auf, Schüler auf – großes Einmaleins. Wer das richtige Ergebnis wusste, durfte sich setzen. Bei den letzten zu sein, die noch standen, war einfach Sch……eibenhonig. Von dieser Kunst, der optimierten Kopfrechnung, habe ich mein Leben lang profitiert. 25 x 25 = 625. Sehr Gut – Setzen. Es wundert mich heute nicht, dass es junge Leute gibt, die einen Rechner brauchen, um das Ergebnis für 3 x 7 zu ermitteln.</p>
<p class="f16">Auch die&nbsp;<b>Mengenlehre</b>&nbsp;verdient ein paar besondere Anmerkungen. Mit der Parole (von Frankreich ausgehend) „Nieder mit Euklid – Tod den Dreiecken“ wollte man ab Ende der 50er Jahre die Neue Mathematik, die ihren Ursprung in den USA hatte, durchsetzen, da sich die „Alte Mathematik“ mit folgenden Übungen (voll aus dem Leben gegriffen) ins Abseits gestellt hatte:&nbsp;<i>„Jane ist 20 Jahre älter als Mary, in 10 Jahren wird Jane doppelt so alt sein wie Mary. Wie alt ist Mary?“</i>&nbsp;Wir und ganz besonders unsere Eltern wurden kurzzeitig (wie lange weiß ich nicht mehr) mit diesen Symbolen traktiert. Zur Erinnerung: 6+1=7 ist eine einfache Sache, aber nicht mehr, wenn das Ergebnis wie folgt lautet&nbsp;<i>„Die Menge der Zahlen, die die Eigenschaft besitzt, genau um 1 größer zu sein als 6, enthält genau ein Element, nämlich 7“</i>. Klingt fast so wie ein Politiker vor dem Mikrofon ☺.</p>
<p><strong>Zusammenfassend kann man die Entwicklung des Mathe-Unterrichts mit folgenden lustigen Beispielen dokumentieren:</strong></p>
<p class="f16"><i><b>Hauptschule 1950:</b>&nbsp;Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 20 DM. Die Erzeugungskosten betragen 4/5 des Erlöses. Wie hoch ist der Gewinn?</i></p>
<p class="f16"><i><b>Realschule 1960:</b>&nbsp;Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 20 DM. Die Erzeugungskosten betragen 16 DM. Berechne bitte den Gewinn!</i></p>
<p class="f16"><i><b>Gymnasium 1970:</b>&nbsp;Ein Bauer verkauft eine Menge Kartoffeln (K) für eine Menge Geld (G). G ist die Menge aller Elemente g, für die gilt: g ist eine Mark. In Strichmengenform müsstest du für die Menge G zwanzig Strichlein (////////////////////) machen, für jede Mark eines. Die Menge der Erzeugniskosten (E) ist um vier Strichlein (////) weniger mächtig als die Menge G. Zeichne das Bild der Menge E als Teilmenge der Menge G und gib die Lösungsmenge (L) an für die Frage: Wie mächtig ist die Gewinnmenge?</i></p>
<p class="f16"><i><b>Multikulturelle Gesamtschule 1990:</b>&nbsp;Ein Landwirt verkauft einen Sack Kartoffeln für DM 20,-. Seine Erzeugungskosten, einschließlich Steuern, betragen DM 25,-. Er vermietet daraufhin seinen Bauernhof an den Staat als Asylantenheim für DM 80 000 pro Jahr und da er jetzt arbeitslos ist, bezieht er im Monat noch DM 2 000 Arbeitslosengeld. Frage: Wer mistet jetzt den Stall aus?”</i></p>
<p class="f16"><i><b>Freie Waldorf-Schule 1995:</b>&nbsp;Male einen Sack Kartoffeln und singe ein Lied dazu.</i></p>
<p class="f16"><i><b>Autonome Erlebnisschule 1995:</b>&nbsp;Ein Bauer bietet auf dem Ökomarkt Biokartoffeln an. Nehme eine Kartoffel in die Hand. Wie fühlt sie sich an? Wie riecht sie? Schabe etwas Erde ab, zerreibe sie zwischen Deinen Fingern. Atme den Geruch tief ein. Schließe Deine Augen und versetze Dich in die Kartoffel. Du bist Erde. Fühle die Feuchtigkeit, die Dunkelheit … Komme jetzt zurück und öffne die Augen.</i></p>
<p class="f16"><i><b>Integrierte Gesamtschule 1999:</b>&nbsp;Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 50,-. Die Erzeugerkosten betragen 40,-. Der Gewinn beträgt 10,-. Unterstreiche das Wort “Kartoffeln” und diskutiere mit deinen 15 Mitschülern aus anderen Kulturkreisen darüber. Waffen sind dabei nicht erlaubt.</i></p>
<p class="f16"><i><b>Projekt- und fächerübergreifender Unterricht 1999:</b>&nbsp;Kauft Euch beim Landhandel 6 Kartoffelsäcke und bringt sie zum Sportunterricht zum Sackhüpfen mit. Entstandene Löcher werden im Textilunterricht gestopft. Greift das Thema im Gemeinschaftskundeunterricht auf. Präsentiert das Ergebnis eures Projektes bei einem kalten Buffet mit Kartoffelsalat.”</i></p>
<p class="f16"><i><b>2005 Hauptschule (Aus DM sind nun mittlerweile EURO geworden):</b>&nbsp;Ey — was geht hier ab? Voll krass — ey! Da verkauft ein Bauer nen Sack Kartoffeln. KONKRETT für 16 Euro. Is ganz einfach — weißt du — der Anbau der Kartoffeln kostet Geld — ey — KONKRETT 12 Euro. Alda — weißt du — da macht er Gewinn! KONKRETT — er hat mehr Geld in der Tasche. Wie viel ist das — ganz KONKRETT? Weißt du — Voll krass! Tu mich mal die Fanta.…”</i></p>
<p class="f16"><i><b>Schule 2006 (nach Überarbeitung der Rechtschreibreform):</b>&nbsp;Ein agrargenetiker ferkauft ein sagg gatoffeln für 6,25 €. Die kosden bedragen 5 €. Der gewin bedregt 1,25 €. Aufgabe: margiere den term gardoffeln und maile die losung im pdf-format an dein Leerer.</i></p>
<p class="f16"><i><b>Schule 2018 in Berlin:</b>&nbsp;Sorrie, es gipt keine gartoffeln meer! Nur noch pom fritt bei mc donels. Es lebe der fordschridd!</i></p>
<p class="f16"><i><b>Schule 2020:</b>&nbsp;Endlich – Ruhe vor dem Lehrer. Habe keinen PC und kein Internet zu Haus und der Lehrer ist IT-mäßig auch nicht so toll drauf.</i></p>
<p class="f16"><i>Abschließend noch die Sicht meines Sohnes Sascha wie er Mathe während seiner Schulzeit empfunden hat: „Zwei Goldfische wanderten durch die Wüste. Einer war rot, der andere dünn. Wieviel wiegt die Palme, wenn es regnet? Und später hatte er im Studium im Fach Wirtschaftsmathematik eine glatte „1“. Sachen gibt’s ☺.</i></p>
<p><strong>Nachtrag.</strong></p>
<p class="f16">2018 habe ich bei unserem Schulzeit-Treff, solidarisch mit den anderen, auch im „Vilotel“ geschlafen und was soll ich sagen, da liege ich im Bett und schaue an die Decke und werde mit einer Formel überfallen, die ich nicht mal lesen, geschweige denn nachvollziehen kann. Ob sie überhaupt stimmt? Gottseidank hatte ich in dieser Nacht keine Alpträume ☺. Das Bild aus dem Vilotel, zeigt lt. Prof. Dr. Michael Kaschke die Linsenformel in einer sehr einfachen Darstellung. Mir Schwoaba hent in oaserer Kindheit au a Lensaformel d’hoim g’lernt: Die oine wäret aussortiert ond die andere g’kocht ☺.</p>
<p class="f16"></p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="672" height="504" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber725-07-rotated.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13197"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Mathe sogar vor dem Schlafengehen im Vilotel – die Linsenformel (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Spaß beiseite, Ernst komm her</strong></p>
<p>– jetzt kommt noch der Matheunterricht aus dem 1000jährigen Reich. Dazu nur ein paar Bilder ohne einen Kommentar – da selbstredend. Diese Unterlagen stammen aus dem Essinger Museum.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_44 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="690" height="448" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber725-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13199"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_53 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Alle rechnen – die Hitlerjugend… (Museum Essingen)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_45 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="690" height="448" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber725-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13199"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_54 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>… der Bund deutscher Mädels… (Museum Essingen)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_46 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="678" height="555" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber725-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13200"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_55 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>…die Schüler….am Ende haben sich alle verrechnet (Museum Essingen)</p>
<p>Wie sollte Schule sein?</p>
<p>Dazu lesen wir einen Scolasso-Bericht vom Schüler<strong> Franz Schaupp</strong> der damaligen Klasse 2b (1964):<em> „Ich wünsche mir, dass die Schule nicht vor 9 Uhr beginnt, damit von den Strapazen des vorigen Tages ausgeschlafen hat. Dann ist den Schülern auch die Zeit gegeben, Fernsehfilme anzuschauen. Sie müssten sich ja in der Schule etwas zu erzählen haben. Wenn der Lehrer kommt, sollte er uns zum Platze begleiten. Dann wäre es an der Tagesordnung, über die Filme im Fernsehen zu diskutieren. Anschließend hat der Lehrer eine Geschichte zu erzählen. Selbstverständlich müsste der Hausdiener eine Erfrischung in Form von Kaffee und belegten Broten zu bringen. Die Schüler, die einschlafen, dürfen nicht geweckt oder gestört werden. Um 11 Uhr wäre die Schule aus, damit der Lehrer Zeit hat, die Hausaufgaben der Schüler zu schreiben. Die Noten der Zeugnisse sollten über zwei sein, damit die Eltern zufrieden wären, und ich meine Ruhe hätte. Dann blieben auch den Eltern die Fragerei an die Kinder erspart. Für die Schule hätte es den Vorteil, dass man die Sprechstunden nicht halten bräuchte. Diese Schule wäre natürlich nur für solche, die später im Leben nichts können wollen. Darum ist mein Vorschlag, die bisherige Regelung beizubehalten, um das nötige Können zu erwerben, um ihm späteren Leben seine Pflicht erfüllen zu können und um seinen Mann zu stehen.“</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_47 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="605" height="602" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber725-11.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13201"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Eine neue angedachte Form eines Schuldieners ließ sich leider nie umsetzen (Archiv Müller)</p>
<p>Da musste der Lehrer<strong> Rudolf Thiem</strong> natürlich umfassend antworten, zwar modern, aber mit altem Geschlechterbild:<em> „Die Schule meiner Träume beginnt (je nach Wunsch des Lehrers) zwischen 8:30 Uhr und 10:30 Uhr, und sie mutet dem Lehrer nicht mehr als 10–12 Wochenstunden Unterricht zu. Schließlich hat doch ein jeder Mensch einen Anspruch darauf, sich so lange, wie er es will, mit dem zu beschäftigen, was ihm Spaß macht. Wenn der Lehrer kommt, wird er an der Treppe mit einem Blumenstrauß empfangen und von der Abordnung der Klasse, die ihn so begrüßt hat, zum Lehrerzimmer begleitet. Dort helfen ihm die Schüler aus dem Mantel, spannen den vielleicht gerade nötigen Regenschirm auf und tragen sogleich die Mappe und die Bücher des Lehrers in die Klasse. Nach einiger Zeit fragen sie höflich und liebenswürdig nach, ob die Unterhaltung im Lehrerzimmer unterbrochen werden könnte, weil die Schüler den unbezähmbaren Wunsch haben, endlich ihren Wissensdurst zu stillen. In die Klasse zu kommen, das ist eine helle Freude, denn alle Schüler sind heiter und froh gestimmt – die mittelalterliche Schulpflicht wurde nämlich abgeschafft, und zur Schule kommen nur Kinder, die etwas lernen wollen und sich daher mit Feuereifer aller Aufgaben entledigen, meist sogar schon, bevor sie der Lehrer gestellt hat. So energisch und nachdrücklich, wie es ihre Wohlerzogenheit nur erlaubt, erkundigen sich die Schüler gleich zu Beginn der Stunde nach den wenigen Dingen, die sie noch nicht ganz verstanden haben – gelegentlich taucht doch noch die eine oder andere Schwierigkeit auf, die Lehrer und Schüler rasch in gemeinsamem Bemühen klären. Das jeweilige Tagespensum ist schon nach wenigen Minuten erledigt, denn der Lehrplan stammt noch aus der finsteren Zeit der Schulpflicht, ohne dass sich bisher eine Behörde fand, die ihn dem Niveau der neuen Schüler entsprechend, heraufhob. Da die Schüler nicht mehr ihre Schlauheit durch Mogeln beweisen müssen, sind die Klassenarbeiten ganz abgeschafft worden. Ebenso sind wegen des rückhaltlosen Vertrauens die Elternsprechstunden weggefallen, statt deren von Zeit zu Zeit gesellige Abende stattfinden, teils im Cafe, teils als Kegelabende, teils als muntere Tanzveranstaltungen, je nach Lust und Laune der Beteiligten. Weil sich nach Beendigung der Unterrichtsminuten die Schüler standhaft weigern, in die Pause oder nach Hause zu gehen, wird rasch die Klassenmilchbar einsatzbereit gemacht und dem Lehrer wie den Mitschülern richten flinke Mädchen belegte Brote und Shakes aller Arten, für Lehrer und Schüler der Oberklassen (also ab Klasse 1) auch Cocktails für welche die Gemeindekasse bereitwillig jedes Opfer bringt. Bei dieser beraten die Schüler den Lehrer über die besten Möglichkeiten, den nächsten Stoffabschnitt zu behandeln, und nachdem der Lehrer keine Fragen mehr zu stellen hat, wird darüber abgestimmt, ob die Stunde noch doch als beendet angesehen werden kann. Der Lehrer wird, nachdem sich die Klassensprecher für seine freundlichen Bemühungen bedankt haben, zum Lehrerzimmer zurückbegleitet, sofern er nicht den Wunsch äußert, dass ihn einer der älteren Schüler nach Hause fährt – zu Fuß kommen allenfalls noch einige Lehrer zur Schule. Der Nachmittag und Abend steht dem Lehrer ganz zur persönlichen Verfügung, falls ihn nicht einige besonders eifrige Schüler für den Nachmittag eingeladen haben zur Erörterung einiger besonders interessanter Gesichtspunkte im Bereich des jeweiligen Stoffabschnittes oder aber freiwillig von dem Schüler gewählten Nebenbeschäftigung. Gelegentlich nehmen die Schüler den Lehrer auch mit ins Theater, oder sie führen ihn zur Stützung seines Kreislaufs in ihre Twist-Kreise ein oder machen ihn mit anderen neuen Höhepunkten der Kultur bekannt. Zufrieden kehrt der Lehrer dann nach Hause zurück, und wenn er sich nach den Freuden des Schulalltags zufrieden mit seinen Leistungen und den Leistungen seiner Schüler zum Schlafen legt, freut er sich schon auf den nächsten Schultag und fürchtet allenfalls böse Träume, die ihn an die unbeschreiblich anderen Schulverhältnisse erinnern, wie sie noch im Jahr 1964 geherrscht haben.</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Erinnerungen des Brandstetters Bruno, der nach Aalen auswanderte.</strong></p>
<p>1942 war die unbeschwerte Kindheit zu Ende und es ging in die Schule – und das 8 Jahre lang. Eine lange Zeit – gefühlt noch länger, weil ich überhaupt nicht gerne zur Schule ging. Ich will mal an verschiedene Lehrer mit ihren „Mödelen“ erinnern. Da war zuerst der Lehrer Ignaz Umbrecht, der immer die braven Mädchen gegenüber uns Buben bevorzugte. Uns bevorzugte er nur bei der Vergabe von Tatzen. Er hatte da eine gestufte Behandlungsmethode beginnend bei einer Tatze. Das ging dann bis zur Höchststrafe von 8 Tatzen, die ich aber nie erreicht habe. Die Erziehungsmethode „Tatzen“ muss ich kurz erklären, bevor das ins Dunkel der Geschichte angewandter Pädagogik entschwindet:<em> „Der Schüler streckt die Hand aus und der Lehrer ergreift seinen Haselnussstecken (oder sonst eine Rute) und schlägt in die offene Hand. Wegziehen bei zusätzlicher Strafe strengstens verboten. Kleine Maßnahme – einmal zuschlagen bis hin zur größtmöglichen Maßnahme – achtmal auf jede Hand. Die Hände konnten dabei schwellen und die Wunden zu bluten anfangen. (Ergänzung Billie: Anfang der Sechziger wurde auch auf die Finger geschlagen mit der Handfläche nach unten – war nur für die schweren Fälle). Mitunter war es den Deliquenten dann eine Woche nicht möglich, den Griffel oder den Federhalter zu benutzen.“</em> Und wenn du dich zuhause beschwert hast, hat dir der Vater „d‘ Ranza verschlage“. Also haben wir es mannhaft ertragen. Kommen wir nun zum Lehrer Leo Klotzbücher. Seine Methode war der „Hosenspanner“, man musste sich als Lehrkraft (Betonung auf Kraft) ja schließlich von den Kollegen abheben ☺. Der Übeltäter wurde über die Bank gelegt und ihm mit einem Bambusröhrchen (es gab Variationen hin bis zum Rohr) auf gut Deutsch „der Arsch versohlt“. Da das Röhrchen aber innen hohl war, forderte das schon die Kreativität der „Schöler“ heraus. In jeder Bank gab es eingebautes Fach für die Tinte. Also wurde das Röhrchen mit Tinte gefüllt und sachte auf dem Lehrerpult für seinen nächsten Einsatz bereitgelegt. Da war ein Hallo im Klassenzimmer, als die Tinte nur so herumflog und die Decke markierte. Die Traktur des Kandidaten wurde vehement abgebrochen. Auch hier gab es Anwendungsvarianten. Hatten wir Buben es wieder Mal übertrieben und auf des Lehrers Glatze, mit Erbsen mittels einer Schleuder, zu zielen und dann auch noch zu treffen, gab es kein Pardon. Antreten der üblichen Verdächtigen im Doppelpack, um zweimal Hosenspanner zu empfangen. Mein Schulfreund Helmut versuchte der Bestrafung zu entgehen, mit dem Hinweis: „I muaß jetzt dringend auf d‘ Abort“. War nutzlos. Erst der Hosenspanner und „Jetzt koasch nausgange auf da Abort.“ Da konnte Helmut nur noch mitteilen: „Muaß nemma, scho denna!“ Bleibt noch mein Onkel Julius Metzger, der ja eigentlich Pfarrer werden wollte. Aber der Krieg machte aus ihm einen Soldaten und Frontkämpfer. Und da nach dem Krieg Lehrer „Mangelware“ waren, wurden auch sog. Hilfslehrer eingesetzt (haben wir heute auch wieder, nennt sich Quereinsteiger) und Onkel Julius wurde ein solcher an der Schule im Dreißental. Als Verwandter durfte ich die korrigierten Hefte in seiner Wohnung im Katzenbach abholen. Als ich zurückkam waren einige der Buben schon am Plärren und ich grinste und freute mich schon, der liebevollen körperlichen Erziehung entkommen zu sein. Da meinte Onkel Julius nur: „Brauchsch gar net so grensa, komm her, Hand auf“ und schon sauste das Röhrle abwärts und verschenkte eine Tatze. So war das in unserer Schulzeit. Ich bin zwar geneigt zu sagen, es hat uns nicht geschadet, aber ob das wohl stimmt? Sicher bin ich mir da doch nicht mehr.</p>
<p><strong>Wolfgang Eber,</strong><br>ein nach Heidenheim „ausgewanderter“ Oberkochner, erinnert sich an eine mitunter eindrückliche harte Grundschulzeit. Die Pädagogik orientierte sich damals noch an Handreichungen der unterschiedlichsten Art. Manchmal frage ich mich, ob es in einer „Ägide Menzl“ nicht einen schnelleren Wechsel zu einer weniger körperlichen Ausrichtung der Pädagogik gekommen wäre. Oder waren damals alle Lehrer dem Gebrauch des Rohrstocks hilflos ausgeliefert? Doch genug des Sinnierens. Überlassen wir dem Wolfgang nun den Raum für zwei Erinnerungen:</p>
<p><strong>Die Ohrfeige.</strong> Es war wohl in der 3. oder 4. Klasse der Grundschule. Eigentlich war ich ein braver, bisweilen sogar ein etwas verträumter Junge. Eines Tages war ich mit dem Tafeldienst an der Reihe. Die Älteren wissen noch was eine Tafel ist (eine große grüne, an der Wand hängende, Schiefertafel) und die ganz Jungen wohl auch noch, es sei denn, dass sie mit „SmartBoards“ schulisch aufgewachsen sind. Die Aufgabe war einfach. Nach der letzten Schulstunde war die Tafel mit einem nassen Schwamm (es war einmal ein Mann, der hatte einen Schwamm, der Schwamm war ihm zu nass, da ging er auf die Gass‘ usw. usf.) abzuwischen und zu trocknen, damit die Lehrkraft wieder eine leere Tafel zur Verfügung hatte. Wohl leicht träumerisch ging ich dieser Aufgabe nach, die Mitschüler (das genderische *innen verweigere ich aus schrift-ästhetischer Überzeugung ☺) hatten schon länger den Raum verlassen. Plötzlich überfiel es mich siedend heiß – das war nicht die letzte Stunde – Religion stand noch auf dem Stundenplan. Die wurde im roten Klinkerbau (von den Älteren „Fuchsbau“ genannt) und bei Pfarrer Forster war Unpünktlichkeit tunlichst zu vermeiden. Eins zwei drei im Sauseschritt…. Also hieß es im Mittelbau die Treppe hinunter die Beine in die Hand nehmen. Wenn ein Tag schlecht ist, so ist er dann oftmals richtig schlecht. Hausmeister und Schulrektor stoppten mich und herrschten mich an: „Hascht du des Licht aog’macht?“ Verwirrt rief ich: „Wie was?“ Was sollte ich getan haben. Ah, sie da – das Treppenhaus brannte tagsüber, höchst überflüssigerweise. Aber was hatte ich damit zu tun? Das übliche. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Und schon hatte ich eine Ohrfeige gefangen. „Wir sprichst du mit mir? Ab ins Rektorat.“ Ich rannte die Treppe wieder hinauf, der mit der Hand nach mir schlagende Rektor hinterher, bis ins Rektorat. Da holte er, vor Wut schnaubend, seinen bei den Schülern gefürchteten Rohrstock heraus, fuchtelte mir damit vor dem Kopf herum und rief immer wieder „So sprichst Du nicht mit mir“, während ich nun zitternd und wimmernd beteuerte, nichts mit dem Anschalten des Lichts zu tun gehabt zu haben. Er entließ mich dann aber, ohne dass er mich seinen Rohrstock hat spüren lassen. Etwas verstört und ziemlich verspätet kam ich dann in den Religionsunterricht. Zugegeben, es war nur „eine Ohrfeige“, die mich traf. Aber es war für mich eine einschlägige und nachhaltige Erfahrung, was Jähzorn und „Pädagogik“ Anfang der 60er-Jahre betraf, denn sonst würde ich mich nicht so eindrücklich daran erinnern.</p>
<p><strong>Die Unterschriften.</strong> In der 1. Grundschulklasse hatte unsere Lehrerin an einem Mitschüler, der leider bald nach dem Abitur bei einem Unfall tödlich verunglückte, irgendwas zu beanstanden und schrieb ihm das in sein Schulheft. Sie trug ihm dabei auf, ihren Kommentar zuhause von der Mama unterschreiben zu lassen. Am nächsten Tag ließ sie sich das Heft von dem Mitschüler vorlegen. In fein säuberlichen Druckbuchstaben stand da zu lesen „Mama“. Eigentlich konnte sie dem Schüler nicht böse sein…. In der 3. Grundschulklasse hatte ich selbst einen Hinweis im Heft abbekommen, der von den Eltern unterschrieben werden sollte. Ich brachte das Heft mit der Unterschrift meines Vaters ordnungsgemäß am nächsten Tag mit. Die Lehrerin fragte: „Was ist das denn, ist Dir da der Füller ausgerutscht?“ Dann identifizierte sie die getrocknete Tinte als charakteristische, aber eigentlich nicht entzifferbare Unterschrift, und halb erschrocken und halb lachend sagte sie dann „In Ordnung“. Seit dem Tag ließ ich mich nicht mehr von meinem Vater für meine „Klaue“ (anderes Wort für die Eber’sche Handschrift) tadeln….</p>
<p><strong>Ergänzung von Wilfried Müller.</strong></p>
<p>Körperliche Erziehung war üblich, auch bei Lehrern, die im Grunde einen guten Unterricht machten. Dabei entwickelte der eine oder andere eine sehr individuelle, fast schon kultivierte, Handhabe dieser Methode. Wenn Lehrer Kurt Schmieg zur Tat schritt, sprach er zu seinen Kandidaten: „Beuge dein Haupt gen Neckar (!)“ und man wusste, das Stöckchen wird sogleich den Allerwertesten drangsalieren. Mit Schwung holte er aus, des Lehrers Haare flogen, das Röhrchen durchschnitt die Luft, fand seinen Weg und der Deliquent dachte immer noch darüber nach, wo wohl der Neckar liegt ☺. Zuhause darüber lamentieren? Das ließ man lieber sein, man wollte ja keine häusliche Wiederholung der Aktion hervorrufen. Wie standen eigentlich die weiblichen Lehrkräfte zu von Stuttgart genehmigten körperlichen Ermunterung? Durften sie und wollten nicht oder war das nur ein Erlass von alten weißhaarigen Männern im Ministerium für die männlichen Lehrer? Qui scit iam, quod – ich habe nie Lateinisch gelernt und in der Schule kam mir vieles spanisch vor – aber dafür gibt‘s ja heute den „Professor Google“.</p>
<p><strong>Richtigstellung.</strong></p>
<p>Ich habe den Text von Wolfgang Eber, ohne Rücksprache mit ihm, zu kreativ bearbeitet. Das sollte mir in Zukunft nicht noch einmal passieren. Vermutlich bin ich beim Schreiben in eine Art „Flow“ geraten. Deshalb hier die Richtigstellung und Wolfgang’s Originaltext. War mir eine Lehre.</p>
<p><strong><em>„Einschlägiges Erlebnis</em></strong><br><em>Es war in der 3. oder 4. Grundschulklasse. Ich war eigentlich ein braver, aber bisweilen ein etwas verträumter Junge. Am betreffenden Tag hatte ich Tafeldienst. Vielleicht ist das Wort inzwischen erklärungsbedürftig, nachdem überall in den Klassenräumen Smartboards statt Schiefertafeln hängen: Derjenige, der Tafeldienst hatte, musste nach den Unterrichtsstunden mit einem nassen Schwamm die Tafel abwischen und dann trocknen, so dass die Kreideaufschriebe und ‑zeichnungen darauf verschwanden, aber auch kein Geschmiere zurückblieb und so der nächste Benutzer wieder eine jungfräuliche Tafel vorfand. Ich reinigte also nach der vermeintlich letzten Stunde langsam Stück für Stück die Tafel, still vor mich hin sinnierend. Die Mitschüler (ich verweigere das inzwischen obligate *innen aus ästhetischen Gründen) hatten alle schon eine Weile den Raum verlassen. Mir fiel dann siedendheiß ein: Wir haben ja noch Religion! Ich befand mich im ersten Stock des Neubaus, der Religionsunterricht fand im Altbau statt. Erschrocken, weil es schon lange geklingelt hatte, rannte ich los, den Gang hinter und dann die Treppe runter. Da standen dann der Hausmeister und der Rektor und brüllten mich an: „Hascht Du des Licht ang‘macht?“ (im Treppenhaus brannte Licht, was mir nicht aufgefallen war). Ich verstand gar nichts und fragte nur verwirrt: „Was? Wie?“. Zack, da hatte ich schon eine Ohrfeige vom Rektor. „Wie sprichst Du mit mir?!. Ins Rektorat!“ Ich rannte die Treppe hinauf, der mit der Hand nach mir schlagende Rektor hinterher, bis ins Rektorat. Da holte er, vor Wut schnaubend, seinen bei den Schülern gefürchteten Rohrstock raus, fuchtelte mir damit vor dem Kopf rum und rief immer nur „So sprichst Du nicht mit mir“, während ich nur zitternd und wimmernd beteuerte, nichts mit dem (am Tag ja völlig unnötigen und daher verwerflich verschwenderischen) Anschalten des Lichts zu tun gehabt zu haben. Er entließ mich aber, ohne dass er mich seinen Rohrstock spüren lassen hatte. Etwas verstört und ziemlich verspätet kam ich dann in den Religionsunterricht.</em></p>
<p><em>Zugegeben, es war nur e i n Schlag, der mich traf. Aber es war für mich eine einschlägige Erfahrung, was Jähzorn und „Pädagogik“ Anfang der 60er-Jahre anging.“</em></p>
<p>Dieses war der vierte Streich und der fünfte folgt sogleich.</p>
<p>Bis dahin grüßt wie immer „Der Billie vom Sonnenberg“.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
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		<title>Bericht 724: Unsere Schulen und LehrerInnen – Teil 3</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-724-unsere-schulen-und-lehrerinnen-teil-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2020 23:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_7 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1959 Einschulung des kleinen Wilfried mit seinem Jahrgang 1952 – damals noch kein Billie ☺(Archiv Müller)</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1958 Das Lehrerkollegium an der Dreißentalschule (Archiv Müller)<br><strong>Reihe 1:</strong> Timm, Vikar Klein, Pfarrer Gottfroh evang., Hagmann, Pfarrer Hager kath., Braun, Schwester Maria, Kny<br><strong>Reihe 2:</strong> Heller, Franz, Gunzenhauser, Jungk, Thiel, Holz, Ruoff, Hermann<br><strong>Reihe 3:</strong> Rieger, Hölldampf, Höfel, Schmieg, Hausmeister Burghard, Maikler, Binder</p>
<p><strong>Der Billie, also ich selbst, weiß dazu folgendes zu erzählen.</strong></p>
<p>Ich will meine Erinnerungen mal an diversen Lehrer festmachen und naturgemäß in der damaligen Volksschule im Dreißental beginnen. Meine Einschulung erfolgte, wie seinerzeit üblich, im Frühjahr 1959 bei Eis und Schnee.<strong> Eva-Maria Erben</strong> war meine erste Lehrerin für die 1. und 2. Klasse. Sie war eine gute Lehrerin und ich konnte mich recht gut bei ihr entwickeln. Drei Highlights aus diesen Jahren blieben:<strong> 1)</strong> Ich meldete mich nie, wenn sie etwas fragte und das fiel ihr natürlich auf. Auf die Frage warum, antwortete ich wohl sinngemäß, dass ich alles wisse und bei diesem Melde- und Finger-Schnipp-Wettbewerb nicht mitmachen möchte. Sie erklärte mir dann aber, dass sie annehmen müsse, dass ich nichts wisse, wenn ich mich nicht melde. Und so machte ich dann eben etwas mehr mit.<strong> 2)</strong> Einmal sollte ich in die Ecke stehen und mich schämen. Da musste ich dann aber fragen, wie man das macht „sich schämen“. <strong>3)</strong> Auf die Frage nach dem Lieblingsgericht antwortete ich „Kartoffelsuppe“. Das irritierte Frau Erben wohl etwas, weil sie das beim nächsten Elterngespräch thematisierte. Mir ging es vermutlich aber nur darum, etwas zu sagen, was die anderen nicht auf dem Speisezettel hatten. In diese Zeit fiel auch noch das Schreiben mit Griffel auf der kleinen Schiefertafel. Dann ging es in die 3. und 4. Klasse zu <strong>Albrecht Gunzenhauser</strong>. Er war ebenfalls ein recht guter Lehrer und wir kamen gut miteinander aus. Ich fand es aber völlig daneben, dass bestimmte Schüler ständig mit morgendlichen Tatzen bestraft wurden (Karel Metrevelly, Günther Maslo, Günther Köhler und Friedrich Henck), weil sie entweder frech und laut waren und / oder massive Rechtschreibschwächen hatten. Das wurde damals nicht therapiert, sondern sanktioniert. Andere Zeiten eben. Dann wurde uns Demokratie beigebracht. Zum ersten Mal sollte ein Klassensprecher gewählt werden, aber nur für das Fach Musik. Gewählt, auf Vorschlag von Frau Timm, ohne Gegenkandidat, wurde Eckart Irion, der nach der Wahl auf dem Nachhauseweg einiges aushalten musste, denn das gehörte sich unserer Meinung nach nicht, dieses Amt auf diese Weise anzunehmen. Diese neumodische moderne Form der Basisdemokratie erschien uns wie Klassenverrat.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>In der 4. Klasse mussten wir auf Weisung der Schulbehörde noch Altdeutsch lernen. Das war lästig, versetzte mich aber in die Lage, die wenigen Briefe und Karten meiner Härtsfelder Hebammen-Oma lesen zu können. Alte Bücher in Frakturschrift gedruckt, kann ich daher heute noch problemlos lesen, aber handschriftliche Dokumente schaffe ich dann heute meistens doch nicht mehr. Wie Christoph auch in Erinnerung hat, war Gunzenhauser das Schriftbild sehr wichtig und die Leitlinie lautete: Es musste schräg geschrieben werden. Da ich aber ein „Gradschreiber“ war, musste ich das Heft schräg, fast senkrecht legen und auch noch schräg sitzen – ein Blödsinn ohne gleichen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das Schriftbild ist doch Teil der Persönlichkeit und wurde damals massiv manipuliert – am meisten litten vermutlich die Linkshänder, die oft umfunktioniert wurden. Heutzutage wird darüber gestritten, ob überhaupt noch eine Schreibschrift gelehrt werden soll. (Ich halte das für falsch und degenerativ für die eigene Entwicklung. Man denke nur an die Schrift der Japaner und Chinesen – das fordert die jungen Menschen doch viel mehr, als nur Druckbuchstaben zu schreiben und auf Tastaturen herum zu klopfen). Übrigens, wir gehörten zu denen, die zeitweise noch mit Federhalter und Tinte arbeiten mussten, bis eines Tages der Pelikan-Füller (oder Lamy und Geha) Einzug in unser Schülerleben hielt. Kugelschreiber waren verpönt und verboten – des Schriftbildes wegen. Das Thema <strong>Religionslehrer</strong> in dieser Zeit muss angesprochen werden. Wir bewegten uns zwischen Fräulein Batzill’s Engel-Malerei und Pfarrer Forster’s gelebter Nächsten-Hiebe. Der Mann war im Grunde nicht tragbar (das ist heute noch meine Ansicht) und wechselte eines Tages auch die Gemeinde – vermutlich um anderswo neue Aufgaben und Herausforderungen zu übernehmen…….</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="832" height="491" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber724-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13185"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1969 Die Lehrerschaft am Progymnasium (Archiv Müller)<br><strong>Reihe 1:</strong> Schröpel, Wick, Thiem, Zimmer, Kühn, Schrenk, Ulrich, Fahr, Klappenecker<br><strong>Reihe 2:</strong> Schnapper, Seckler, Seckler, Bantel, Bantel, Jäger, Krug, Hermann, Rapp, Riegel<br><strong>Reihe 3:</strong> Enders, Sauerer, Herrmann, Fäser, Hohmuth, Schwab, Thiem, Heller, Fischer</p>
<p>1962 kam dann die Aufnahmeprüfung für das Progymnasium. Ich machte mich am Prüfungstag auf den Weg in die Schule, kam an und hatte ein Problem: Die vorderen Bänke waren alle besetzt und ich stellte fest, dass ich die Mathe-Aufgaben an der Tafel nicht lesen konnte und rechnete eben mit den Werten, die ich lesen konnte. Das führte dazu, dass ich mit falschen Zahlen richtig rechnete, aber zu falschen richtigen Ergebnissen kam. Ich musste die Prüfung wiederholen und eine massive Augenschwäche trat damit zutage. Alle anderen Aufgaben lagen als hektographierte Blätter vor und waren somit problemlos bearbeitbar.</p>
<p>So ging es im Frühjahr 1963 ins neu errichtete Pro-Gymnasium mit schönen neuen Zimmern, besonders schön fand ich, dass die Beleuchtung so hell und der Ausblick aus den Klassenzimmern, Richtung Rodstein, so schön war. Und alles zu Fuß (später mit Fahrrad), ohne Familienfahrdienst wie es heute üblich ist. Unser erster Klassenlehrer, Studienrat<strong> Rudolf Thiem</strong>, empfing uns ca. 30 Schüler allerdings mit einer heute gänzlich unverständlichen Begrüßung. Sinngemäß: <em>„Ihr seht hier die Gauß’sche Normalverteilungskurve. Anhand dieser lässt sich leicht erklären, warum ihr bis zum Abitur nur noch 18 Schüler sein werdet. Egal – auch wenn ihr lauter Einser schreiben würdet – mehr als 18 werdet ihr wohl nicht sein“</em>. Die ersten wurden schon nach dem Probe-Vierteljahr aussortiert und so ging es im Laufe der Jahre immer weiter, bis das 1971 eintrat was er damals schon prophezeite – nicht 18, aber 22 meiner damaligen Mitschüler machten als erster Jahrgang in Oberkochen ihr Abitur – allerdings ohne mich, war in meiner Biografie nicht vorgesehen.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="753" height="559" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber724-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13186"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1971 Mein Jahrgang war der erste Abi-Jahrgang in Oberkochen – leider ohne mich (Archiv Müller)</p>
<p>Als Erwachsener hatte ich einige Gespräche und Briefwechsel mit ihm zum Thema „dass er bei seinen Schülern tw. bleibende Eindrücke hinterlassen habe“. Das konnte er fast nicht glauben und versicherte mir, dass ihre damalige Aufgabe nicht gewesen sei, uns zum Abi zu bringen, sondern zu selektieren, um nur eine gewisse Zahl an Schülern zum Reifezeugnis zu führen. Das Thema Arbeiterkinder und VIP-Kinder lassen wir einfach mal so stehen. Da hat sicher auch der eine oder die andere seine/ihre Erfahrungen gemacht.</p>
<p>Bei Thiem hatten wir Deutsch und Englisch. Englisch lief recht gut und wir lernten bei ihm mit Hilfe einer eigens erdachten Holz-Konstruktion, in die er die verschiedenen Worte (Substantive, Adjektive, Verben und Adjektive) einschieben konnte und so ganze Sätze entstanden. Die deutschen Begriffe wie Hauptwort, Tätigkeitswort usw. waren für uns nun verboten und für die Volksschüler waren wir „die von da oben“ (das hängt uns tw. heute noch an…) Natürlich hatte auch die Musik der Beatles auf den Unterricht Einfluss. Aber das pädagogische Sezieren von englischen Schlagertexten half nichts – wir blieben unserer Musik treu. Und das Singen von der Thiem’schen Version von „My Bonnie lies over the ocean“ war einfach langweiliger als die von den Beatles. Meine Deutsch-Aufsätze waren häufig ein Thema und manches wurde bei der Rückgabe der benoteten Machwerke genüsslich zitiert und breitgetreten. Meine Mitschüler erwähnen das gelegentlich immer noch bei unseren jährlichen Schulzeit-Treffen. Beindruckend fand ich sein Hobby: „Japanische Literatur in Form von Haikus und Kalligraphie“. Im Internet fand ich kürzlich ein Haiku, das von ihm stammt: „Gewitterwolken, im Rückspiegel leuchten noch Zyanen und Mohn.“ Er war ein Lehrer, der heute noch bei unseren Treffen mitunter für kontroverse Diskussionen sorgt.</p>
<p>Ein weiterer unvergesslicher Lehrer ist <strong>Otto Fischer</strong>, seines Zeichens Mathe- und Musiklehrer. Er hätte auch „Old Shurehand“ heißen können, hatte er doch eine treffsichere rechte Hand, die er in der Anfangszeit öfters ansatzlos einsetzte. Er war schlicht die Dynamik in Person – egal ob mit Taktstock, an der Tafel, am Klavier oder auf der Treppe. Langsam? Kannte und konnte er nicht. Fischer spielt etwas auf dem Klavier vor und wir mussten die dazugehörigen Noten schreiben – ich möchte nicht vorgespielt bekommen, was ich damals zu Papier gebracht habe. In den Schulchor ging ich eigentlich recht gerne, weil damit immer öffentliche Aufführungen verbunden waren und dachte mir, dass meine Künste da schon nicht auffallen würden. Falsch gedacht. Fischer im Originalton: „Wilfried, kommen Sie bitte nicht wieder. Sie bekommen trotzdem ihre Fünf (Schulchor hieß automatisch eine Note besser)“. Spannend fand ich es, als wir den Freischütz auf Schallplatte durchnahmen. Das gefiel mir vermutlich so gut, dass ich darüber zu viel mit meinem Nachbar schwätzte. Plötzlich stand er vor mir:<em> „Wilfried! Nehmen Sie die Brille ab!“</em> Wilfried reagierte nicht. Also riss er mir diese von der Nase, rannte nach vorne und donnerte sie aufs Klavier, wobei sie in zwei Teile zerbrach. Der Schaden wurde wohl über seine Versicherung geregelt, mehr passierte damals nicht. Vermutlich bewahrte mich die Brille vor einer heftigen Ohrfeige, denn auch im Gymmi war diese Art von Liebkosungen noch nicht überwunden. Vor ein paar Jahren ließ er sich zu einem Klassentreffen ins Naturfreundehaus einladen. Als aber Friedemann Blum, Arthur Grupp und Karl Starz ihre Instrumente und den Blues &amp; den Rock auspackten, suchte er mit den Worten <em>„Das ist doch keine Musik, das sind nur laute Geräusche. Ich brauche mein Gehör noch“</em> das Weite und ward in unserem Kreis fortan nicht mehr gesehen.</p>
<p>Dann begann die Ära Enders.<strong> Dr. Sigurd Enders.</strong> Der Vorname war cool, der Nachname normal, der Körper in einem Kniebund-Anzug mit Hut und übergeworfenem Jacket gepackt – schlicht wie aus der Zeit gefallen. Er war kein guter Lehrer und wir Schüler (aller Klassen) ließen ihn das auch spüren – privat wie in der Schule. Ob er sich von den Mädels auf der Landkarte „Spitzbergen“ zeigen ließ oder er mit uns das Wortfeld „Quelle“ einübte, um eine Schulrat-Besuchs-Stunde zu überstehen. In Erdkunde glänzte er mit alten vergilbten Zetteln, von denen er ablas, oder mit seinem Spruch: „Die Hauptstädte in Afrika braucht ihr euch nicht merken, die ändern sich sowieso monatlich.“ Sein Lieblingsdichter war zweifelsohne der unglückliche, bereits mit 27 Jahren verstorbene, österreichische Dichter Georg Trakl und er traktierte uns ab und an mit ihm. Bei einem Wandertag zum Pulverturm tat er uns kund, dass er unser Klassen-Vati sein wollte – ging aber gar nicht. Bei einer ersten Klassenparty durften wir unsere Beat-Schallplatten mitbringen, aber er versuchte uns mit Horst Jankowsky’s Schwarzwaldfahrt zu gewinnen. Erfolglos – wir konnten einfach nicht mit ihm. Und wenn wir zu rabiat mit ihm umgingen, war er schon mal wochenlang krank. Eines Tages veröffentlichte ein böser Bube einfach in der Schwäpo seine Todesanzeige. Das war dann doch zu viel des Guten und als Konsequenz verließ er Oberkochen und zog nach Haag am Hausruck in Oberösterreich.</p>
<p>Ein völlig anderer Typ war <strong>Otto Krug genannt „BotJug“</strong>. (<strong>Bot</strong>=Krug auf Französisch und <strong>Jug</strong>=Krug auf Englisch). Er war ein gutmütiger Lehrer vom sog. „alten Schlag“, der den Schülern nichts Böses wollte, sie aber auch nicht schulisch groß weiterbrachte. Ich mochte ihn aber sehr, weil ich mich bei ihm gut aufgehoben fühlte. Eines Tages nahm ich meinen beim Unfried für Fasching gekauften Trommelrevolver mit selbst durchbohrtem Lauf in die Schule mit. „Botjug“ nahm sie mir natürlich weg und händigte sie mir am Ende meiner schulischen Laufbahn im Sommer 1969 wieder aus. Als ich ihn später als Erwachsener, nach meiner Marinezeit, wieder einmal traf, entschuldigte er sich bei mir für das erlittene Unrecht am Gymmi. Respekt, zumal er damit überhaupt nichts zu tun hatte, aber er wusste Bescheid und konnte alles gut einordnen. Sein Französisch war allerdings nicht gerade dazu angetan eine Fremdsprache so zu lernen, dass man damit gut zurechtkam. Wie sagte er einst zu Richard Burger:<em> „Wenn du mal nach Frankreich kommst, sag niemandem, dass du bei mir Französisch gelernt hast.“</em> Levez vous – Assejez vous – Come to the Blackboard – Some expressions now – das war unser “BotJug” in Französisch und Englisch.</p>
<p>Und dann kam der junge Assessor<strong> Hans-Jürgen Hermann</strong> und mit den Noten ging es erst mal dramatisch abwärts. Der junge Mann sprach die ganze Stunde lang nur Französisch – und das im Französisch-Unterricht ☺. Die erste Klassenarbeit endete nahezu in einer Katastrophe und wurde auf Anweisung vom Direx Schrenk für ungültig erklärt – Schnitt um die 5,0. Jetzt war Not am Mann – Nachhilfeunterricht beim Nachbarn Rudolf Heitele im Studier-Stüble unter seinem Dach und siehe da, es wurde besser. Herr Hermann belehrte mich vor ein paar Jahren, dass ich doch eine ansehnliche 3 hatte (ein engagierter Lehrer hebt die alten Notenhefte so lange auf, bis sie zum Nachlass werden). Vielleicht bekommt das Heimatmuseum irgendwann mal ein paar alte Lehreraufzeichnungen incl. Noten. Das wäre mal etwas Besonderes. Denn solche Notenaufzeichnungen können im späteren Leben auch für kommende Generationen hilfreich sein. Dazu eine kleine Geschichte aus Bern mit dem Titel:</p>
<p><em><strong>Das kleine Buch – Eine Anekdote für LehrerInnen.</strong> Mein Großvater, der gefürchtete Geschichtslehrer, hatte Generationen von Berner Gymnasiasten erlebt und deren Noten säuberlich in einem kleinen schwarzen Buch festgehalten. Viele seiner Schüler brachten es später – dank oder trotz meines Großvaters Unterricht – zu etwas. Wurde dann so ein Name in der Zeitung, im Radio oder im Fernsehen erwähnt, suchte Großvater das schwarze Notenbüchlein hervor, blätterte angestrengt und sagte: „Aha! Der hatte schon vom 30jährigen Krieg nichts begriffen!“ Oder aber: „Merkwürdig, der war früher eigentlich ein recht kluges Bürschchen.“ Nach Großvaters Tod gelangte das Büchlein in den Besitz meiner Mutter. Und wurde weiterhin rege benutzt, vor allem am Sonntagmorgen. „Wie hieß der junge Mann, mit dem Du gestern im Ausgang warst?“, fragte Mutter dann jeweils. Zog das schwarze Büchlein hervor, blätterte angestrengt und sagte: „Wenn der so dumm ist wie sein Vater, würde ich mir das nochmals überlegen.“</em></p>
<p>Die Lehrer <strong>Horst Riegel</strong> und <strong>Wolfgang Schwab</strong> fielen dadurch auf, dass sie immer Bedarf an Hilfskräften für Vogelnistkästen oder Laboraufräumarbeiten u.ä.m. hatten. Und es fiel den beiden nicht schwer, dafür zu sorgen, dass unsere Verhaltensweisen durch nachmittäglich unfreiwillige Überstunden sanktioniert werden konnten.</p>
<p>Unser Direx <strong>Volkmar Schrenk</strong> gab bei uns Erdkunde und brachte immer seine großen Stempel zum Einsatz, in deren blauen Abdrucke wir Gebirgszüge, Flüsse und Städte einzeichnen mussten.</p>
<p>Bleibt noch <strong>Rudolf Heller</strong>, bei dem ich ein Jahr lang Werkunterricht hatte. Er verstand es zu loben, was ich überhaupt nicht gewohnt war. Und so habe ich dieses Fach, aber leider nur kurz, geliebt. Ich erinnere mich an einen Brieföffner aus Holz (in der Form eines Haifisches) und die Erstellung eines Kerzenständers. Er nahm sich immer die Zeit besonders gut gelungene Stücke in der Klasse zu besprechen. Er hatte es sicher am Gymmi im Kollegium auch nicht leicht, war er doch ein Seiteneinsteiger mit einer Qualifikation, die er sich neben seiner bisherigen Lehrtätigkeit aneignen musste – nachträglich Respekt.</p>
<p>Bei <strong>Dietrich Bantel</strong> hatte ich später Kunstunterricht. Meine Begabung hielt sich in Grenzen und ich sah seine Stunden als Erholung zu den anderen Fächern an. Ich profitierte aber von meinem Nebensitzer, meinem Freund Friedemann Blum, der mich auch in die Geheimisse der erotischen Bildbände einweihte. Später studierte er Kunst in Stuttgart, unterrichtete in Heidenheim und machte sich einen Namen als Künstler, Musiker und Art-Worker.</p>
<p>Am 6. März 2018 verstarb „Didi“ Bantel, wie er sich gerne von seinen groß und alt gewordenen Schülern nennen ließ. Ein außergewöhnlicher Lehrer, der 1962 als junger dynamischer Assessor ans Progymnasium kam und hier große Fußstapfen hinterließ, die heute von keinem Lehrer mehr ausgefüllt werden können und wohl auch nicht wollen. Damals herrschte die sog. Residenzpflicht, d.h. man wohnte an dem Ort, an dem man auch lehrte. Das führte in der Regel zu zusätzlichem vielseitigem Engagement in Sport, Kultur, Kirche und Gemeinde. Heute wollen das manche Lehrer nicht mehr. Sie kommen zum Unterricht und entschwinden wieder – man sollte meinen, sie fürchten den privaten Kontakt zu Schülern und Eltern in der Freizeit und das in-Anspruch-nehmen der eigenen Person durch das gesellschaftliche Umfeld. Natürlich gibt es Ausnahmen wie mein Schulfreund Götz, des Trittler’s Done und mein Saunafreund Richard, aber sie werden immer weniger. Ein Lehrer vom alten Schlag, der nicht zwischen Arbeits- und Freizeit unterschied, sondern fließend alles miteinander verband, war eben der Didi. Eine, im wahrsten Sinn des Wortes, ausgestorbene Art eines Lehrers. Die Verbundenheit mit seinen Schülern lässt sich am besten in der über 50jährigen Beziehung zwischen ihm und dem „Sechser-Club“ erkennen. Bezeichnenderweise feierte die Familie Bantel ihren Abschied nach der Trauerfeier im Gasthaus „Muckentaler“ – gegenüber dem Schaupp-Haus, in dem er einst 1962 seine erste Wohnung in Oberkochen hatte (siehe dazu auch seinen sehr persönlicher Bericht 600 „Wie ich nach Oberkochen kam“).</p>
<p><strong>Schulausflüge, Wandertage und Schullandheim</strong> waren natürlich wichtiger Bestandteil des Schuljahres. Zugfahren bis Schorndorf und stundenlanges Wandern mit Rudolf Thiem. Der Lehrer musste uns damals bei der Bahn anmelden, damit extra ein Waggon für uns angehängt wurde (heute stürmen die Klassen einfach die zu diesen Zeiten sowieso überbesetzten Züge). Schullandheim fiel bei mir leider wegen indiskutabler Leistungen aus. Da waren meine Eltern nicht bereit, dafür auch noch Geld herauszurücken.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1959 Meine Fibel aus der Volksschule Klasse 1 (Archiv Müller)</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Hamburger Lesehefte aus den 60ern am Progymnasium (Archiv Müller)</p>
<p>Wichtig war für mich der<strong> Lesestoff</strong> (ab er Fibel) in allen Variationen. Seien es die Lesebücher, die ich bis zum Schuljahrbeginn während der Sommerferien schon alle durchgelesen hatte. Es folgten die „Husumer Lesehefte“ (z.B. „Pole Poppenspäler“, „Die Leute von Seldwyla“) sowie die „gelben Reclam-Hefte“, aus denen oft rollenmäßig vorgelesen werden musste (z.B. „Wilhelm Tell“ oder „Minna von Barnhelm“) und die 2017 auch schon 150 Jahre Jubiläum feiern durften. Erste Schreibversuche unternahm ich für kurze Zeit in der <strong>Schülerzeitung</strong> Scolasso, die aber durch das Ende der Schulzeit ein rasches Ende nahmen. Später schrieb ich die Sportberichte für den SKO für’s Blättle und die Schwäpo und bekam dafür gutes Zeilengeld.</p>
<p>Im<strong> Sport</strong> war ich zweigeteilt. Im Sommer Leichtathletik war okay und durchaus meine Sache. Im Winter Geräte- und Bodenturnen war ein Graus. Da gab es deutlich bessere, denn mit Ringen, Reck, Bock, Seilen und Kletterwand hatte ich so meine Probleme und mit Schwimmen erst recht, denn das konnte ich gar nicht und ging im Unterricht sogar einmal richtig unter – kurz und knackig: Abgesoffen bin ich. Da wurde aber nicht viel Aufhebens gemacht, da ich ja auf Büttner‘s blauer Kunststoffliege wieder aufwachte. Kein Eintrag im Klassenbuch und keine Mitteilung an die Eltern gaben darüber Aufschluss. Bei Mannschaftssportarten gehörte ich immer zum „Rest“, der am Schluss zugeteilt wurde. Beim Seniorensport würde ich heute zu den Gefragten gehören, aber die Gesundheit lässt einen Einsatz bei den alten Herren nicht mehr zu. Wie sich doch die Welt verändert. Aber unsportlich war und bin ich bis heute nicht und bewegen wollte ich mich auch schon immer. Mein Ding war Radfahren und Joggen. Unsere besten Sportler waren der allzu früh verstorbene Hans Hofmann und „Jimmy“ Wolfgang Weiss, der später eine eigene Schwimmschule in Freiburg betrieb sowie Götz Hopfensitz, der als Skifahrer verdammt viel Potential hatte und wenn ich mich recht erinnere, sogar mal im Tor bei 08 Unterkochen stand.</p>
<p>Noch ein paar Worte zum Thema <strong>Kurzschuljahr</strong>. Mit dem Hamburger Abkommen vom 28. Oktober 1964 wurde beschlossen, das Schuljahr am 1. August beginnen zu lassen und die Schulpflicht auf neun Jahre zu verlängern. Dazu wurden 2 Kurzschuljahre eingeführt: Vom 01.04.1966 bis 30.11.1966 und vom 01.12.1966 bis 31.07.1967.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Wilfrieds Klasse am Gymmi 1967 Klasse 5a (Archiv Müller)</p>
<ul>
<li><strong>Von hinten links nach rechts vorn</strong><br>Peter Neupert, Bernhard Freitag, Walter Hegelau, Hartmut Kratzsch, Joachim Ehrenberg, Heidi Juraschka, Ulrike Kranz</li>
<li>Elisabeth Bauer, Rolf Kelke, Jörg Funke, Werner Schulze, Werner Schaupp, Heidemarie Limpert, Christel Marianek, Christina Straube, Gabi Moser</li>
<li>Edeltraut Schüler, Christine Porzig, Hannelore Völker, Regin Straube, Ursula Dietrich, Cornelia Becker, Helma Scholz</li>
</ul></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Wilfrieds Klasse am Gymmi 1967 Klasse 5b (Archiv Müller)</p>
<ul>
<li><strong>Von hinten links nach rechts vorn</strong><br>Friedemann Blum, Michael Ludwig, Götz Hopfensitz, Peter Maiwald, Klaus Gold, Johannes Schmieg, Karl Starz, Wilfried „Billie“ Müller, Arthur Grupp, Eckart Irion</li>
<li>Alfred Schleicher, Reinhold Kurz, Mathilde Winter, Margret Tischer, Gudrun Ahlert, Heidrun Flügel</li>
<li>Uwe Meinert, Barbara Mannes, Sabine Kalisch, Christa Hornschuh, Beate Wöhner, Gudrun Korn</li>
</ul>
<p><strong>Jetzt lassen wir noch Inge Müller geb. Schrader zu Wort kommen.</strong></p>
<p>Eingeschult wurde ich im April 1954 und meine Klassenlehrerin hieß Rosa Timm. Der erste Schultag gefiel mir natürlich, gab es doch eine selbst gebastelte Schultüte und allerlei Süßigkeiten, die mir das zukünftige Schülerdasein versüßen sollten. Ein Erlebnis, dass sich in ähnlicher Form öfters wiederholen sollte, blieb mir in Erinnerung, als wäre es erst gestern gewesen. Die Klassen waren damals noch streng nach „Buaba ond Mädla“ getrennt und zur Krönung des ganzen gab es auch Schulranzen für die Buben und solche für die Mädchen. Die für die Mädchen hatten zwei gekreuzte Riemen über der Öffnungsklappe. Also lautete die erste Anweisung von Frau Timm: „Nun macht mal zuerst eure Ranzen auf, dazu müsst ihr erst die Riemen zur Seite schieben.“ Dumm gelaufen, ich hatte natürlich einen gebrauchten Buben-Ranzen und war sogleich dem Spott der Mitschülerinnen ausgesetzt. Kinder sind gnadenlos – bis heute ist das wohl so. Meine Eltern hatten für diese meine Sorgen null Verständnis, waren sie doch froh mir überhaupt einen Ranzen besorgen zu können.</p>
<p>Grundsätzlich war meine Schulzeit schön, hatte ich doch in der Nachbarschaft und im Haus in der Sonnenbergstraße gleichaltrige Mädchen, sodass ich schnell Freundschaften schließen konnte. Süßigkeiten und „Chewing Gums“ (Kaugummi) bekamen wir von den US-Besatzern, die den Volkmarsberg bis in die 60er hinein besetzt hatten, auf dem täglichen Schulweg in der Dreißentalstraße zugeworfen. A m e r i k a – das Land unserer kindlichen Träume. Manche durften sich glücklich schätzen, dort Verwandte zu haben und hin und wieder ein Paket mit den herrlichsten Inhalten zu bekommen. Sommerferien waren einfach gestaltet, aber trotzdem toll. Vater nahm mich mit seinem „neuen gebrauchten“ Motorrad mit auf einige Ausflüge in die Umgebung.</p>
<p>In der 5. und 6. Klasse hieß unser Klassenlehrer Gottlob Braun (wer heißt heute noch Gottlob – nur das Gesangbuch – Gotteslob ☺). Mir erschien er wie ein uralter Mann, obwohl er da noch keine 60 war. Wegen einer Kriegsverletzung musste er immer mit der linken Hand seinen rechten Ellenbogen abstützen, wenn er etwas an die Tafel schrieb – und wir Kinder amüsierten uns darüber.</p>
<p>Eines Tages im Sommer, wieder so ein Mega-Erlebnis, das sich bis heute In der Erinnerung gehalten hat, rief er mich nach vorne und schickte mich zum Waschbecken, damit ich mir meine Hände wasche. Ich war aber nicht dreckig, sondern nur sonnengebräunt. Also wusch ich mich und wusch mich und schämte mich dabei – blieb aber so dunkel wie mich die Sonne gebräunt hatte. Nach der Schule ging ich weinend nach Hause und berichtete von meinem Erlebnis. Meine Eltern gingen gemeinsam zum Lehrer Braun, um die Angelegenheit zu klären und von da an ließ er mich in Ruhe. Da ich mich, dank meines Vaters, in Biologie gut auskannte (denn Botanik war das Hobby vom Lehrer Braun), konnte ich ihn damit beeindrucken und hatte ein leichteres Schülerdasein, als es sonst üblich gewesen wäre.</p>
<p><strong>Stefan Stumpf erinnert sich an eine Geschichte mit Lehrer Heller.</strong></p>
<p>Zum verstorbenen Lehrer Heller möchte ich sagen, dass mir dieser Lehrer in sehr guter Erinnerung geblieben ist. Er war wirklich ein sehr guter Lehrer, bei dem ich sehr viel gelernt habe und den unsere ganze Klasse respektiert hat. Auch er hat zwar manchmal den Rohrstock seines Amtes walten lassen, aber nicht in der Form und mit der Intention wie das andere Lehrer taten. Eines Tages musste er den Mitschüler Gold, „Draiher“ genannt, wegen eines Vergehens in der großen Pause züchtigen. Gold gehörte nicht zu Klassenbesten, war aber clever und schlau, um sich gegen das Kommende zu wappnen. Er steckte sich kurzer Hand ein Buch zwischen Hose und Allerwertesten. Das seltsame Geräusch beim Aufprall des Steckens machte den Heller hellhörig und misstrauisch. Er entdeckte das Buch und musste so herzhaft lachen, dass dem Deliquenten die Strafe erlassen wurde. Fortan war der „Draiher“ in der Achtung der Klasse gewaltig gestiegen. Ich, für meinen Teil, werde den Herrn Heller in dankbarer Erinnerung behalten.</p>
<p>Dieses war der dritte Streich und der vierte folgt sogleich. (Fortsetzung folgt in Kürze)</p>
<p>Bis dahin grüßt wie immer „Der Billie vom Sonnenberg“.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 723: Unsere Schulen und LehrerInnen – Teil 2</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-723-unsere-schulen-und-lehrerinnen-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2020 22:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_8 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Beginnen wir diesen Teil mit einer Sicht auf die Frau im Lehrerberuf. Das war vor rund 125 Jahren aus unserer heutigen schon sehr speziell.</p>
<p><strong>Frauen im Lehrberuf.</strong></p>
<p>Das war in alten Zeiten ein sehr heikles Thema. Man(n) war der Meinung, dass die Frau in der Berufsausbildung körperlich, geistig und nervlich den Anforderungen nicht gewachsen sei. Dazu finden wir einige offizielle Einschätzungen:</p>
<p><strong>1896 finden wir den Hinweis</strong>, „dass der männliche Lehrer geeigneter für die Erziehung von Mädchen ist….nur der Mann das Weib erziehen kann. Er weiß es besser als sie selbst, welche Eigenschaften ihm an ihr am besten gefallen, am wünschenswertesten sind, welche die notwendigen Ergänzungen seiner eigenen Natur bilden.“</p>
<p><strong>Aus dem Jahr 1898.</strong> „Mädchen, die mit 20 Jahren in blühender Schönheit in das Amt treten, sehen schon nach einer Arbeit von 6–8 Jahren wie ganz verblühte alte Jungfern aus. Im Alter von 30–35 Jahren, wenn der Jüngling im Lehrberuf erst recht zu leben und der durch ernste Studien und Vorarbeiten erlangten Kraft sich recht zu freuen beginnt, sind die Lehrerinnen oft bereits ganz gebrochen, nervös, leidend, beständig kränklich und erfüllen ihre Pflichten ohne Freudigkeit unter inneren Qualen. Mit 40 Jahren haben fast alle ohne Unterschied mit beständigem Siechtum zu kämpfen, so dass ihr Leben von dieser Zeit an als ein im Grunde trauriges bezeichnet werden muss.“</p>
<p><strong>Und im Jahr 1916 vertrat man folgende Ansicht.</strong> „Nur dem Manne gebührt eine Stellung in der Öffentlichkeit…der Mann ist der Erhalter und Fortsetzer der Kultur. Alle Gebiete des öffentlichen Lebens, die dem Kulturfortschritte dienen, sind sein Tätigkeitsbereich: mithin gehört ihm auch die Schule.“</p>
<p><strong>Und heute?</strong> Meine persönliche Meinung: Es fehlen Lehrer in den Klassen 1 bis 4. Dort finden wir heute überwiegend Lehrerinnen. Meiner Ansicht nach besteht da ein Missverhältnis. Woran es liegt? Da fehlt mir leider die Detailkenntnis, entweder wollen die Männer das nicht oder es liegt am Geld oder gibt’s da noch einen anderen Grund, der sich mir nicht erschließt?</p>
<p><strong>Der Schüler Hermann Metz (Jg. 1938) erinnert sich noch genau an den Lehrer Klotzbücher und die damaligen Erziehungsmethoden</strong></p>
<p><strong>Der Lehrer Leo Klotzbücher.</strong> So wie die Menschen allgemein mit unterschiedlichen Charakteren gesegnet sind, so ist auch jeder Lehrer anders geartet. Das konnte man an unserem langjährigen Lehrer Leo Klotzbücher studieren. Ihn zu beschreiben, ist nicht ganz einfach. Der Ort seines Wirkens war die Dreißentalschule, auch Katholische Schule genannt. Äußerlich war er für uns schon sehr alt; um die 60 wird er nach dem 2. Weltkrieg gewesen sein. Gott hatte ihn mit einer kleinen Figur ausgestattet, rundlich gebaut und mit einer Glatze versehen. Er trug eine Brille, mit der er uns stets über den oberen Rand hinweg betrachtete, so, als brauche er eigentlich gar keine Brille. Er trug, so glaube ich, immer ein Gilet, in dem er eine Taschenuhr verborgen hielt. Diese zog er auffällig oft heraus, um abzuschätzen, ob der Unterricht bald vorbei sei. Er hatte auch eine Ehefrau, mit der er eine der beiden Lehrerwohnungen unter dem Schulhausdach im „Fuchsbau“ bewohnte. Das wussten wir, weil wir Schüler Frau Klotzbücher öfters etwas hochbringen mussten, z. B. Holzscheite für den Herd oder eine schwere Einkaufstasche. Wie wir alle, so besaß auch dieser Herr Lehrer seine Eigenheiten. Gerne kleidete er viele seiner Worte in Reimverse, gedichtet, und das ad hoc, an Ort und Stelle. Insgesamt war er ein humorvoller Mensch, was durch seinen Körperbau nur noch unterstrichen wurde. So wie andere Menschen Wörter auf dem „A“ übermäßig betonen oder das „F“ als „Pf“ aussprechen, so lag Lehrer Klotzbüchers Lieblingsbetonung auf dem „R“. Dieses rollende „Rrrrrrrrrrr“ kam z. B. besonders gut zur Geltung, wenn er einen bestimmten Schüler „ausam Dreißadal“ mit »du Krrrrommschdiefl« beschimpfte. Überhaupt schimpfte er recht gerne, wenn er nicht recht wusste, wie er mit den ihm anvertrauten und öfters unbotmäßigen Schülern umgehen sollte. Einmal ließ er uns wissen: „Wenn morgen der Herr Schulrat Visitation macht, setz i mein Huat auf und sag zu ihm: Herr Visidadorr, ich geh nach Hause, iibrnemmat Sie dean Sauhaufa.“ Der Lehrer pflegte im Unterricht gerne die Zeitung zu lesen. Dazu versorgte er uns zuvor mit Lese- oder Rechenaufgaben, um sich dann genüsslich seiner Lektüre zuwenden zu können. Einmal muss er wohl dabei eingeschlafen sein, und wie auf eine geheime Absprache hin stiegen wir aufs Fensterbrett und hüpften mit unseren Schulranzen hinaus auf den Schulhof. Nur der Schüler W. K. (belassen wir es mal bei den Initialen) traute sich nicht. Da erwachte er und verlangte vom ängstlich übriggebliebenen Schüler Auskunft darüber, warum seine Mitschüler nicht mehr da seien. Er konnte keine befriedigende Antwort geben und so wurde er unschuldigerweise Opfer des verbeamteten schmerzhaften Steckens. Der Vater des bestraften Schülers wollte sich so viel Ungerechtigkeit nicht gefallen lassen. Er erschien am Tag darauf erbost im Unterricht, um zu hören, warum sein Sohn verprügelt worden sei und warum nicht die anderen, die eigentlich Schuldigen. Wie die Geschichte ausging, habe ich vergessen – ich vermute, wie das Hornberger Schießen. Der Lehrer stammte aus dem Dörfchen Lautern am Rosenstein. Das liebliche Dorf, die grünen Wiesen, das munter plätschernde Bächlein und der Rosenstein mit dem Finsterloch und der Großen Scheuer hatten es ihm sehr angetan. Das Heimweh und die Freude über seine geliebte Heimat verschmolzen zusammen mit seinem Reimtalent zu unzähligen Gedichten.</p>
<p><strong>Erziehung mit anderen Mitteln.</strong> Als alter Mensch denke ich immer wieder einmal an unsere Erziehung in den Jahren während und nach dem 2. Weltkrieg zurück. Das ist gut 70, 80 Jahre her. Damals waren Erzieher – Eltern, Lehrer, Ausbilder – in der Wahl ihrer pädagogischen Mittel nicht immer wählerisch. Weil ich in dieser Zeit als Kind in Oberkochen aufwuchs, kann ich nur von Oberkochener Erlebnissen reden. Aber woanders wird es auch nicht besser gewesen sein. Wer hat es nicht erfahren: Einem Kind, einem Jugendlichen mit Verständnis und christlicher Nächstenliebe in die Spur bringen zu wollen, war und ist anstrengend. Da dachte man schnell, eine Ohrfeige sei der direktere Weg zum Ziel. Dazu kam, dass in den Jahren, von denen ich spreche, die Menschen einen Krieg aushalten mussten oder ihn gerade losgeworden waren. Im Krieg waren und sind Gewalt, Mord und Totschlag an der Tagesordnung. Vielleicht war deshalb die gesamte Gesellschaft verroht und hatte weniger Hemmungen, zuzuschlagen. „Dir will i helfa!“ war ein Spruch, an den ich mich deutlich erinnere. Diese Willensbekundung ging der Tatze, der Ohrfeige, der Kopfnuss, dem Reißen an den Haaren, dem grobem Schütteln und dem Fußtritt oft voraus. Die scheinbar feinere Art war das Geschrei, das Schreien, das Anschreien. Meine Mutter war eine rechte Frau, sie ging immer gut mit uns um. Aber sie war auch ein Kind ihrer Zeit. Mein Vater trat nicht in Erscheinung, denn er half Hitler, den Krieg in Frankreich, Nordafrika und Russland zu gewinnen, korrekterweise zu verlieren und galt dann als vermisst. Da lag die ganze Erziehungslast auf der armen Mutter, die in späteren Jahren aus purer Verzweiflung ihre Autorität schon einmal dem Kochlöffel übergab. Wenn ich widerspenstig war, die Aufgaben nicht machte, abspickte, schwätzte, gab es einen Lehrer, der den Grund dafür kannte. Vor versammelter Klasse sagte er einmal: „Metz, Dir merkt ma au oa, dass Dir d‘r Vaad‘r fehlt!“, was gewiss kein Lob war. Ich dachte schon damals bei mir: Was kann ein Kind dafür, dass man seinen Vater nach Russland geschickt hat? Und was kann es erst recht dafür, wenn er dort auch noch ums Leben kam? Und wenn dann auch noch dem gebildeten Lehrer der Sensus für die Situation fehlte! Auf seinen Ausspruch hin habe ich mich wahrscheinlich „ond‘r da Disch naaduckt und a bissle greint“. Wie die Pädagogen reagierten, wusste man als Schüler im Dreißental ziemlich genau. Ich glaube nicht, dass sie alle zuschlugen, aber die meisten behalfen sich damit und es traf hauptsächlich die Buben. Die beneideten die Mädchen und nicht selten hörte man sie sagen: „Gell, ´s Schätzle derf ällas, dera duat er wiedr nex!“ Als Zuchthilfen lernten wir kennen: Geübte Hände, den Zeigestock, mit dem man fitzte, moischdens auf da Hendra, wo es besonders dann weh tat, wenn er in einer Lederhose steckte. Bei den Hosenspannern zog der Lehrer die Hosen stramm und dann fitzte er. Später fragte ich mich, woher die biegsamen Ruten und Prügel kamen. Im Laden kaufen konnte man sie bestimmt nicht – die Oberkochener Haselnussbüsche werden den Lehrern leicht verfügbare Rohstofflieferanten gewesen sein.</p>
<p><strong>Sehr weit zurückliegende Erinnerungen an ihren ersten Schultag hat Luitgart Hügle.</strong></p>
<p>Im September oder Oktober 1947 bin ich im alten Evangelischen Schulhaus (im heutigen Schillerhaus), in die Schule gekommen. Wir hatten damals keine Schultüte oder sonst etwas Besonderes. Alle Mädchen hatten noch Schürzen an – an meine erinnere ich mich gut, denn sie war besonders schön – Nicht zum Binden, sondern zum Reinschlupfen, ärmellos und auf dem Rücken oben mit 2 Knöpfen geschlossen. Vorne hatte sie rechts und links eine aufgesetzte Tasche, jeweils bestickt mit Entchen. Außerdem hatte ich einen Schulranzen aus Leder. Mit welchen Mitteln meine Eltern mir diesen Schulranzen kaufen konnten, möchte ich auch heute noch zu gerne wissen. Zu dieser Zeit, vor der Währungsreform, gab es ja so gut wie nichts zu kaufen. Im Schulranzen befanden sich eine Schiefertafel und ein Griffel. Was war sonst noch drin? Wahrscheinlich irgendein Heft oder Papier und ein paar Buntstifte, aber daran erinnere ich mich nicht mehr. Viele Kinder, aber nicht alle, kannte ich aus dem Kindergarten. Wir standen auf dem Schulhof herum und als letzte kam, wie auch später immer wieder, die Heidi Betzler mit ihren roten Zöpfen. Sie kam sicher immer zu spät, weil sie einen sooooooo weiten Schulweg hatte – sie wohnte direkt gegenüber dem Schulhaus. Dann kam Lehrer Gottlob Braun und hat alle neuen SchülerInnen nacheinander aufgerufen. Aber auch daran erinnere ich mich kaum. An die Schulbänke kann ich mich aber sehr gut erinnern. Es waren Zweier-Bänke mit fest verbundenem Pult in Reihen aufgestellt, eine hinter der anderen. Wir waren über 80 „Husele” (so nannte man eben die neuen Schüler), sind aber wohl in 2 Klassen aufgenommen worden, so wie auch der Unterricht für Buben und Mädchen getrennt war, aber immer mit dem Lehrer Braun. Für mich war er ein guter Lehrer, auch wenn er mich manchmal kräftig in die Wangen geklemmt und gesagt hat: „Du leichtsinniges Huhn”. (Zu einem Jungen hat er bestimmt nicht Hahn gesagt ☺).</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="515" height="773" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber723-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13167"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>1949 – Die brave Schülerin Luitgard in der 3. Klasse – Tochter des Gruppa-Paul (Archiv Hügle)</em></p>
<p>Etwa 1948 begann die Schulspeisung, forciert durch die Amerikaner. An manchen Tagen bekam man eine Suppe – Gemüsesuppe mit Fleischeinlage. Das Töpfchen – eine Art Milchkännchen – musste man dafür mitbringen. Der Lehrer schöpfte aus einem großen Thermokessel, der im Schulhaus angeliefert wurde, ein. Genauso verlief es, wenn man den beliebteren Kakao mit Milchwecken bekam. Wenn wir Erdnüsse bekamen, mussten wir beide Hände zusammen aufhalten, aus einer großen Tüte schüttete der Lehrer dann die Erdnüsse in die Hände. Ganz besonders beliebt war ein Riegel „Eszet“-Schokolade.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die war natürlich auch viel einfacher zu verteilen. Lehrer Klotzbücher unterrichtete in einem großen Raum mit 4er-Bänken rechts und links. Wenn er in der Mitte durchging, kam es vor, dass er über einen Schulranzen, der an der Bank lehnte, stolperte. Einmal stolperte er auch auf dem Rückweg – wieder am selben Ranzen. Wütend nahm er ihn und schmiss ihn, durch das geschlossene (!) Fenster, aus dem 2. Stock. Danach ging er gleich zum Glaser Wingert, um ein neues Fenster zu bestellen und hinauf in die Wohnung zu seiner Frau, damit sie den Ranzen wieder in Ordnung bringen konnte. Lehrer Klotzbücher dichtete sehr viel, er sprach fast alles in Reimen aus. Wenn wir „Singen” hatten, setzte er sich auf eine vordere Bank und begann stets mit dem Lied „Im schönsten Wiesengrunde…“</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Das Lieblingslied des Lehrers Leo Klotzbücher&nbsp;(Aus dem Volksliederbuch von Carus und Reclam)</em></p>
<p>Mit Lehrer Höfel haben wir tolle Schulausflüge gemacht: Nach Unterkochen zum „weißen“ Kocherursprung, nach Wasseralfingen auf den Braunenberg und einmal sind wir mit dem Bus nach Bopfingen gefahren. Dort haben wir den Ipf bestiegen (manche Bopfinger haben das bis heute nicht geschafft) und sind dann nach Nördlingen weitergefahren. Im Hof einer Wirtschaft gab es für alle einen Teller Suppe. Nach Besichtigung und Begehung der Stadtmauer begann eine Wanderung durch das Ries. Da war es „saumäßig hoiss“, es gab nur wenige Bäume, ab und zu eine Hecke, die voller Maikäfer war. Die Zweige hingen bis zur Erde herunter – nie wieder habe ich so viele Maikäfer gesehen. Wir besuchten die Offnet-Höhle, bevor wir wieder den Bus bestiegen. Siegfried Höfel war während des Krieges in Murmansk und berichtete von schönen Sonnenuntergängen, aber auch von eisiger Kälte. In meinem Poesiealbum findet sich von ihm folgender Fontane-Eintrag: <em>„Nicht Glückes bar sind deine Lenze / Du forderst nur des Glücks zu viel / Gib deinem Wunsche Maß und Grenze / Und dir entgegen kommt das Ziel“.</em></p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="512" height="664" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber723-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13170"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der Lehrer Zweig – er verließ uns als Hagmann Rektor wurde (Archiv Rathaus)</em></p>
<p>Mit Lehrer Zweig machten wir einmal einen Schi-Ausflug durch den Langert auf den Volkmarsberg. Zuerst fuhr er ziemlich rasch voraus, aber dann ging der Weg ein Stück steil hinunter. Davor blieb er stehen und ließ alle Schüler vorbeigehen. Wir standen dann auf der anderen Seite und warteten auf ihn, beziehungsweise waren gespannt, wie er wohl das Bergele herunterkommen wird. Er nahm dann schließlich beide Stöcke als Bremse zwischen die Beine und schaffte es auf diese Weise. Er spielte bei Sing-Unterricht immer auf einem, nahe beim Pult stehenden, Harmonium. Dabei schaute er jedoch immer auf die Klasse und wenn dann jemand falsch sang oder eine sonstige Dummheit beging, verließ er mit einem Satz das Harmonium, packet den Sünder am Arm und gab ihm kleine Schläge auf den oberen Rücken. Wenn er jemanden dabei ertappte, wie er durchs Fenster sah, sagte er: „Was gucksch, hat’s do a Oxafluig”. Wenn er gut aufgelegt war, sprach er schwäbisch, denn er stammte aus Horb am Neckar.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="852" height="590" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber723-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13171"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_73 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Klasse Luitgard Hügle mit Frau Düver geb. Essig (Archiv Hügle)</em></p>
<p>Zwei Jahre waren wir im evangelischen Schulhaus (heute Heimatmuseum), danach ging es ins Bergheim im Turmweg 24, es folgte die Zeit im roten Backstein-Dreißental-Schulhaus (Fuchsbau genannt) und zuletzt waren wir im neuen Schulgebäude der Dreißentalschule. An folgende Lehrer und Lehrerinnen kann ich mich noch erinnern: Fräulein Wiech, Fräulein Pfleschinger, Fräulein Gimpel, Lehrer Klotzbücher, Lehrer Höfel, Fräulein Hils und Fräulein Essig (spätere Frau Düver).</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="929" height="472" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber723-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13172"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>1955 Entlassungs-Jahrgang Luitgard Hügle mit den Lehrkräften Hagmann, Höfel und Zweig (Archiv Hügle)</em></p>
<p>Gerda Böttger steuert eine Begebenheit aus dem Jahr 1954 bei.<br>Geben wir der Geschichte den Titel<em> „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“.</em> Es geschah in der 1. Klasse an der Dreißentalschule. Wir Mädchen hatten das Fach „Handarbeiten“ im Handarbeitsraum, dem heutigen Schillerhaus (Der Lehrer Gottlob Braun wohnte mit seiner Familie im OG des Schillerhauses). Wir sollten einen Fingerhut in den Unterricht bei der Handarbeits-Schwester mitbringen, um mit diesem vertraut zu werden. Ich hatte meinen vergessen. Wahrscheinlich dachte ich bei mir, dass dieser doch unnötig sei, da wir ja sowieso noch nicht mit Stoff arbeiten durften, sondern mit buntem Papier weben sollten. Die Schwester hat die Fingerhüte kontrolliert und war anderer Meinung, denn <em>„was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“</em> und so musste ich zur Strafe die erste Bank verlassen und ganz allein in die letzte Bank sitzen. Immerhin hat die Strafaktion gefruchtet. Ich habe später sehr viel genäht und niemals ohne Fingerhut. ☺</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="445" height="716" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber723-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13173"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_75 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>1957 Lehrer Leo Klotzbücher 70. Geburtstag (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Auch Schreiberle’s Rudolf weiß etwas zu berichten:</strong></p>
<p>Der Lehrer Klotzbücher hatte im Keller einen Hasenstall. Die Hasen wurden von uns manchmal gefüttert, aber zuerst<em> „jesasmäßig em Keller romgschaicht”</em>. Mitunter haben wir auch den „Datzastegga” manipuliert, d.h. wir haben den damals als pädagogisch wertvoll geltenden Stecken aufgebohrt, mit Tinte gefüllt und dann wieder mit einem leichten „Stöpsale” verschlossen. Die Folgen waren atemberaubend. Beim Lehrer Leo Klotzbücher in der 4. Klasse im Leseunterricht habe ich vom Ludwig Truckenmüller das Pfeifen mit den Fingern gelehrt bekommen und immer fleißig geübt. Auf einmal hat´s geklappt, aber die unweigerliche Ohrfeige hat dann der Ludwig bekommen, weil der Lehrer Klotzbücher der Meinung war, dass der Rudolf (also ich) doch gar nicht mit den Fingern pfeifen könne. Der Joachim Figura saß auch mit Ludwig Truckenmüller, Wilfried Vögele und mir in der ersten Reihe vor den Mädchen, weil der Klotzbücher nach der Pause seine Zeitung lesen wollte und die Erste Reihe musste dann so manches für ihn erledigen. So lernt man auch Verantwortung zu übernehmen. ☺ Einmal haben wir unsere Schulranzen eingepackt und uns, am hinteren Fenster (das Eck fehlt jetzt am Schulhaus), mit Hilfe vom Horst Seitz abgeseilt. Eine andere Begebenheit mit dem Lehrer Klotzbücher war folgende: Der Erwin Fischer oder der Seitza Horscht (eh egal) hat mal wieder gestört. Da hat der Klotzbücher einen „Holzklepper“ (Sandalen nach dem Krieg) genommen und einem von den beiden an den Kopf geworfen. Die Folge war eine kleine Platzwunde. Der Lehrer sprach: „Geh schnell rauf zu meiner Frau und lass‘ dir ein Pflaster dranmachen“ und die Sach‘ war erledigt. Ja so war das damals – da wurde nicht viel Aufhebens gemacht. 1952 war dann für uns die Schulzeit zu Ende und der Ernst des Lebens begann.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Der „Goggl“ Jürgen Hahn, gebürtig von der Lenzhalde, erinnert an die Gymmi-Zeiten.</strong></p>
<p>Im Deutschunterricht präsentierte der <strong>Lehrer Hohmuth</strong> gerne mit seinem voluminösen Körper, wie man mit seinen Extremitäten bei einem Vortrag umgeht. Er stand (!!!) auf einen Schultisch und demonstrierte die optimale Körperhaltung „högxscht“ persönlich (Standbein / Spielbein) von oben herab. Das erinnerte irgendwie an den Lehrer John Keating in dem Film „Der Club der toten Dichter“.</p>
<p>Die Tür geht auf, unser <strong>Lateinlehrer Jörg Fäser</strong> kommt herein. Die erste Prozedur war immer: Fenster öffnen (egal ob sibirische Kälte oder afrikanische Hitze draußen herrschte), danach setze er sich auf den Lehrertisch, um sich dann mit dem befeuchteten Kamm das Haar zu Seite zu kämmen. Jetzt konnte es dann losgehen. Wir haben das in der Regel ausgenutzt und auch bei stickiger Luft die Fenster erst mal alle geschlossen gehalten. Seine dunkelblaue, dünne Regenjacke benutzte Fäser eigentlich erst ab minus 10 Grad, ansonsten reichte ihm sein dünnes, meist weißes, Hemd. Das Desinteresse der Hinterbänkler führte gar zum Ausschluss aus dem Lateinunterricht.<br>Originalkommentar: „Ich will Euch nicht mehr sehen. Ich sag Euch dann wann die Arbeiten sind, aber sonst .…..“ Diese willkommenen „Hohlstunden“ kamen uns gerade recht, um unsere Fähigkeiten beim Billardspiel im „Fässle“ zu verfeinern. Bei unklarer Schulnote (z.B. 2,6) war folgende Vorgehensweise üblich. Der Schüler fragte: „Herr Fäser, wie sieht’s aus mit meinem 2er? Der Lehrer antwortete: „Kommsch in’s Hallenbad, dann schau mer mal .….“ Nach dem nicht unüblichen Wettschwimmen zwischen Schüler und Lehrer (Bruststil ohne Armbewegung und viel zu kleiner Badehose) ergab sich im Nachgang bei einer mündlichen Abfrage im Unterricht (das Thema sickerte beim vorabendlichen Schwimmwettkampf durch) dann in so manchem Fall doch noch die eigentlich unverdiente 2 im Zeugnis. Böses Erwachen aber gab es dann für einige Kandidaten, als nach ein paar Jahren Latein der Lehrerwechsel auf <strong>Albert Seckler</strong> dazu führte, dass die Schulnote von 2 auf gerade noch so 4 absackte. Mit dem Lehrer <strong>Otto Fischer</strong> ging es ins Schullandheim (vermutlich 7. Klasse) nach Rheinswald in Südtirol. Otto Fischer war unser Musik- und auch Klassenlehrer. Doch zum Entsetzen aller Klassenkameraden war nicht eine attraktive weibliche jüngere Lehrkraft mit dabei, nein, seine Frau begleitete ihn. Die beiden waren das klassische Musikerpaar schlechthin. Es sollte so kommen, wie es kommen musste: Anstatt morgens mit z.B. den Bay City Rollers geweckt zu werden, marschierte Otto frühmorgens mit seiner Violine durch die Gänge und strich Vivaldi als Weckton über die Saiten. Wir waren total bedient. Auch den Physiklehrer <strong>Wolfgang Schwab</strong> hatten wir mitunter im Visier. Im Physiksaal wurde bei verschiedenen Experimenten Feuer benötigt und um dieses zu entfachen, brauchte Lehrer Schwab gerne mal zwei bis drei Streichhölzer, um eine Kerze zu entzünden. Wohlwissend und vorausschauend leerten wir vor Ankunft des Lehrers die Streichholzschachtel bis auf ein einziges Streichholz. Das hat uns des Öfteren einige „freie Minuten“ beschert, nachdem Lehrer Schwab den langen Weg zum Lehrerzimmer antrat, um Nachschub zu holen. Ja ja, des Schüler’s Humor ist manchmal von besonderer Art.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="958" height="497" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber723-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13175"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em><strong>Die PGO-Lehrerschaft in den ersten Jahren am Tierstein (Archiv Rathaus)</strong></em><br><em>Vordere Reihe v.l.n.r.: Zimmer, Ulrich, Geiger, Schrenk, Forster, Sekler, Thiem</em><br><em>Hintere Reihe v.l.n.r.: Seckler, Fischer, Enders, Bantel, Riegel, Schwab, Krug, Rapp, NN, NN, Thiem</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_63 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="813" height="594" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber723-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13176"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der Fuchsbau im Jahr 1958 (Archiv Rathaus)</em></p>
<p><strong>Der Hausmeistersohn Ludwig Burghard erinnert sich.</strong></p>
<p>Im Frühjahr 1952 wurde neben dem roten Fuchsbau ein neues Schulgebäude und auch die heutige Turnhalle erstellt. Durch diese Erweiterung der damaligen Volksschule wurde zum ersten Mal eine Hausmeisterstelle geschaffen, für welche sich mein Vater, Leonhard Burghard, bewarb. Laut der Anordnung der Gemeinde, musste der Hausmeister mit seiner Familie in der vorgesehenen Dienstwohnung in der Schule wohnen. Also hieß es aus dem 1940 erstellten Eigenheim, in der hinteren Dreißentalstraße, hoch hinauf in das alte Schulhaus zu ziehen. Es war schon eine Umstellung für unsere sechsköpfige Familie, zumal wir noch für eine kürzere Zeit die Wohnetage kurz mit der damals ausgeschiedenen „Schuldienerin“ Frau Elmer, nebst ihrer Tochter Liesel und deren Sohn Paule, teilen mussten. Nachdem wir dann den obersten Stock, also die Dienstwohnung, für uns allein beanspruchen konnten, hatten wir in geräumigen Zimmern genügend Platz für die ganze Familie. Völlig ungewohnt waren für uns die 69 (!) Stufen zu unserer neuen Wohnung, welche wir tagtäglich und das mehrfach, zu überwinden hatten. Für uns Kinder wurde das bald zur Normalität, wobei es schon etwas dauerte bis sich meine Eltern daran gewöhnten; besonders meine Mutter hatte auf Grund ihrer Herzbeschwerden oft ihre Probleme damit. Entschädigt wurden wir jedoch mit einem herrlichen Panoramablick über ganz Oberkochen hinweg. Ich erinnere mich noch heute daran, wie nicht wenige Leute zum Hausmeister in die Wohnung kamen, um mit meinem Vater etwas zu regeln, und oft mit roten Köpfen und aufgeblasenen Backen zuerst nach Atem ringen mussten, bevor sie ihr Anliegen meinem Vater vortragen konnten.<strong> „Harde, dao bischt ja halba he, bis ma bei dir doba isch!“</strong> war öfters zu hören.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="752" height="616" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber723-11.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13177"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Die Familie Burghard vorne v.l.n.r.: Mutter, Stammhalter, Vater und hinten v.l.n.r.: Die Mädels Zenta, Margarete und Valeria (Archiv Burghard)</em></p>
<p>Bei unserem Einzug in das alte Schulhaus war ich gerade 5 Jahre alt, wobei mich diese neue Umgebung auch sehr neugierig machte. Die Schulgebäude, die Turnhalle und auch alles was sonst noch dazu gehörte war für mich ein richtiger Abenteuerspielplatz. Besonders der neue Christophorus-Brunnen war für alle Kinder und auch für mich ein begehrter Spielplatz, zumal dieser Brunnen vom damaligen katholischen Pfarrer und Hobby-Fischer Hager ständig mit seinen gefangenen Fischen, Aalen und auch Krebsen bestückt wurde. Leider fanden diese Tiere meistens ein klägliches Ende, da sie ständig von den Kindern falsch gefüttert und mit Stecken attackiert wurden. Der Herr Pfarrern sorgte dann sofort für Nachschub, welchen aber mein Vater oft umgehend zur Rettung in den nahen Kocher setzte, was bei dem Herrn Hochwürden wiederum einen heiligen Zorn entfachte.</p>
<p>Der Arbeitsbeginn meines Vaters war täglich, von Montag bis Samstag, gegen 6 Uhr, mit der Aufgabe die Heizung zu überprüfen und, vor allen Dingen, die drei großen Öfen, welche sich im Untergeschoß des neuen Schulhauses befanden, die auch alle zwei Schulgebäude versorgten, mit Koks-Kohle zu füttern. In den Sommermonaten war das allerdings nicht so aufwendig, da für die Warmwasseraufbereitung nur ein einziger Ofen in Betrieb war. In den Wintermonaten war das jedoch eine Schufterei, da musste man dann schon mehrmals täglich, an strengen Wintertagen auch nachts, alle drei Öfen mit großen Mengen Koks beschicken. Kohlestaub, Gase und bei der laufenden und notwendigen Entsorgung der angefallenen Schlaggen und Asche, sowie auch das Rußen der großen Anlage, verursachten schon einige Kratzer und Huster im Hals meines Vaters, der dann aber am Abend beim Vesper diesen Staub genüsslich mit mindestens einem Stein (1‑Ltr-Krug) sauren Mostes genüsslich hinunter gespült wurde. War dann die Heizung in Schwung, konnte er alle Eingänge der beiden Schulhäuser öffnen. In späteren Jahren wurden für die Schüler auch Milch und teilweise Kakao, zu einem ermäßigten Preis angeboten. Diese Getränke wurden täglich und zeitig in der Frühe, in Viertelliter-Flaschen angeliefert. Mein Vater sortierte die Flaschen je nach den Bestellmengen der jeweiligen Klassen. Die Milchkästen wurden dann von Schülern der betreffenden Klassen an der Sammelstelle abgeholt. In den Wintermonaten war vor dem Schulbeginn das Schneeräumen vor allen Gebäuden und auch auf den Verbindungswegen zu den Gebäuden angesagt. Zum täglichen Schulbeginn am Vormittag und auch am Nachmittag, mussten die Schüler klassenweise in Zweierreihen vor dem Eingang des Schulgebäudes antreten, worauf sie dann von ihren Klassenlehrern, bei gebotener Ruhe, abgeholt wurden. Schon beim Eingang wurde von meinem Vater das unerlässliche „Schuhe abputzen“ streng überwacht. Wehe ein Schüler kam diesem Ritual nicht nach, so wurde er gleich vom „Harde“ barsch ermahnt und zurückgerufen. Ähnliches wiederholte sich dann in der großen Pause, während dieser jeweils in Abwechslung Bäcker aus Oberkochen verschiedene Wecken und auch „Brezgen“ zum Verkauf am Haupteingang im Gebäude anboten. Mein Vater unterstützte den Bäcker beim Verkauf, was sich jedoch mehr als Aufsicht herausstellte, indem er auch wieder streng die Einhaltung der Warteschlange regulierte. Oft musste er auch nach der Pause so manch lädiertes Knie mit Jod und Pflaster verarzten, denn der Schulhof war damals noch mit einem verletzungsfreundlichen Splitt übersät. Nach der letzten Schulstunde am Tag, mussten die Schüler ihre Stühle auf die Tische stellen, damit das Reinigungspersonal, in diesem Falle im heutigen Mittelbau meine Eltern, alle Klassenzimmer, Lehrerzimmer, Werkräume, Flure, alle Toiletten und Treppenaufgänge besenrein säubern konnten. Die wöchentlich größere Reinigung wurde am Samstag vorgenommen. Da zu dieser Zeit auch noch an den Samstagen bis 12 Uhr Unterricht abgehalten wurde, konnte man erst am Nachmittag mit der wöchentlichen Schulreinigung beginnen, welche zusätzlich noch das Nasswischen aller Flure, Treppen und Toiletten erforderte. Das Entleeren aller Papierkörbe, in den dafür geschaffenen Beton-Bunker am Schulhofrand, war zeitweise meine ehrenvolle Aufgabe, von welcher ich mich hin und wieder drücken konnte.</p>
<p>Nicht selten an Samstagen beauftragte mich meine Mutter den Backofen, zu der von ihr genannten Zeit, abzuschalten und das „Kranzes“ (Hefezopf) aus dem Backrohr zu nehmen, da sie zu dieser Zeit im Schulhaus unabkömmlich war. Ab und zu war ich dann doch mit meinen Freunden im Spiel derart versunken und habe meinen mütterlichen Auftrag total vergessen. Was dann neben dem Qualm aus dem Rohr kam, konnte man nur noch als einen Kohlenstrang erkennen. Lob gab es dann von allen Seiten, da ja ein Wochenende ohne Kranzes undenkbar war. Also hieß es noch einmal backen. Zu all den Wochenendarbeiten kam noch der Badebetrieb mit acht Wannen- und drei Duschbäder im Untergeschoss des neuen Schulhauses auf meine Eltern zu, welcher sich freitags und samstags bis gegen Abend hinzog. Einen zusätzlichen Dienst nach Feierabend erforderte auch die Turnhalle, in welcher an den Wochenenden vielerlei Veranstaltungen von Vereinen abgehalten wurden, wie z.B. die legendären Boxkämpfe vom BCO, Turnwettkämpfe vom TVO, Ausstellungen, Weihnachtsfeiern, Konzerte vom Musik- und Gesangverein usw. Auch hier musste der Hausmeister parat sein, oft auch meine Mutter, sofern ein Garderobebetrieb angesagt war. Die Beheizung der Halle erfolgte über zwei riesige Gebläse, welche im Untergeschoss der Turnhalle installiert waren. Die Warmluft wurde jeweils über einen Kanal mit einem höllischen Lärm in die Halle geblasen, daher konnte eine Beheizung während einer Veranstaltung nicht vorgenommen werden. Also mussten die beiden Gebläse, je nach Temperatur, etliche Stunden vor Beginn der Veranstaltungen ihren ohrenbetäubenden Dienst verrichten. Auch in den Schulgebäuden waren unter der Woche an den Abenden ständig irgendwelche Klassenzimmer belegt, in welchen Chor- und Musikproben, Kurse der Volkshochschule, Kochkurse, Elternabende und auch Werkabende der Segelfliegergruppe in den unteren Werkräumen abgehalten wurden. Zu diesem Thema fällt mir eine teils amüsante Geschichte ein: Es war so ziemlich am Beginn der Dienstzeit meines Vaters, als am Abend im Erdgeschoss des neuen Schulhauses einer der wöchentlichen Englischkurse abgehalten wurde, welche dann spätestens gegen 22 Uhr endeten. Just, an einem solchen Englischkurs-Abend, es müsste aber schon zwischen 1 Uhr und 2 Uhr in der Nacht gewesen sein, schritt der gute Schultes Bosch am Schulhaus vorbei in Richtung Jägergäßle, zu seinem trauten Heim. Im Vorbeigehen sah er mit Bestürzung, dass die Vorhänge in dem besagten Klassenzimmer noch zugezogen waren und somit gegenüber den anderen Klassenzimmern, von außen gesehen, kein einheitliches Bild mehr boten. Er wusste in seiner Trollinger-Laune nichts anderes, als zu dieser sehr späten Stunde bei uns in der Wohnung Sturm zu läuten, um diesen Zustand bei meinem Vater umgehend zu reklamieren. So konnte er auch wieder sein, unser Gustav. (Sofort handeln – nix auf die lange Bank schieben ☺).</p>
<p>Das große Reinemachen war dann immer an den großen, sechswöchigen Sommerferien angesagt. Da wurde alles nass geputzt, gewachst und gebohnert, bis alles glänzte, wobei diese Putzerei fast die halbe Ferienzeit in Anspruch nahm.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="744" height="542" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber723-12.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13178"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Ludwigs Klasse – Coole Jungs mit ihrer Lehrerin Frl. Essig, spätere Frau Düver (Archiv Burghard)</em></p>
<p>1954 wurde ich eingeschult, es gab je eine Buben- und eine Mädchenklasse. Natürlich wurde auch ein Klassenbild mit der Lehrerin aufgenommen, allerdings gab es kein Gemeinschaftsbild, sondern wir wurden getrennt nach Konfession fotografiert, warum, weiß ich bis heute nicht, scheinbar war da in so manchen sturen Köpfen die längst abgeschaffte Konfessionsschule noch gegenwärtig. In all den Jahren kamen auch immer mehr Zeissianer, meist aus Jena, nach Oberkochen und somit wuchs auch die Schülerzahl an der Schule sehr schnell an. Es wurde eng in den Gebäuden. Der Umkleideraum vor der Massendusche im Keller musste als Unterrichtsraum, meist für den Religionsunterricht, herhalten. Das ist nur ein Beispiel von so vielen Notlösungen, welche notwendig waren, um einen ordentlichen Schulbetrieb zu gewährleisten. Auch in dem damaligen Rathaus wurde es so langsam eng und enger. Neben Auslagerungen verschiedener Amtsstellen wurden auch die Gemeinderatssitzungen im Schulhaus abgehalten. Dafür wurde ein Klassenraum von den Gemeindearbeiter ausgeräumt und mit passenden Tischen und Stühlen für die Räte ausgestattet. Nach der Sitzung wurde alles wieder ausgetauscht, damit am nächsten Morgen das Zimmer für den Unterricht wieder bereitstand. Nach dem Anbau eines Sitzungssaales im damaligen Rathaus, war auch dieses Procedere beendet. Und so kam es, dass das vor wenigen Jahren neu erbaute Schulgebäude schon wieder aus allen Nähten platzte.</p>
<p>Also, wurde 1958 das dringend erforderliche Schulgebäude erstellt, mit genügend Klassenräumen, einer Lehrküche, Physikraum, Musiksaal, Karten- und Lernmittelzimmer, einem geräumigen Lehrerzimmer und dazu noch ein schönes Rektorat. Gleichzeitig, im Zuge dieses Neubaus, wurde die Heizung auf Ölbetrieb umgestellt, was natürlich eine enorme Erleichterung für den Hausmeister war. Dieser Neubau erfüllte unseren Bürgermeister, nebst Gemeinderat und auch Verwaltung, mit einem gewissen Stolz. Oft, auf dem Weg zu seinem Amt, schritt vorher Bürgermeister Bosch ab und zu, mit seiner unerhört göttlichen Würde, um seine Worte zu gebrauchen, durch seine Schule. Er nutzte dabei die Gelegenheit, dem Hausmeister und auch der Schulleitung den einen oder auch anderen Hinweis zu geben. Gleichzeitig konnten auch die Schulleitung und der Hausmeister ihre Reklamationen, Wünsche und Hinweise direkt an den Schultes richten.</p>
<p>Während ich das alles aufschreibe werden auch noch andere, schöne Erinnerungen wach, wie z.B. das jährliche Mosten, als man den Süßmost in die Fässer im Gewölbekeller fließen ließ, oder auch die Hausschlachtungen im Wäschekeller. Später, in meinen Jugendjahren, haben wir dann die gewölbten Kellerräume aus ihrer tristen Vergangenheit gerettet und diese zum zünftigen Partykeller umgemodelt, für welche sie eigentlich wie geschaffen waren. Wir haben dort tolle Partys und Feste gefeiert, mit nicht selten an die 30 Personen, was natürlich auch dem Bürgermeister zugetragen wurde (Ein Schultes hat immer seine Informanten). Nach kurzem Verbot und einer eingehend feuchten Verhandlung mit dem Schultes am Stammtisch im Pflug, wurde von Bosch wieder grünes Licht gegeben:<strong> „Buaba feirat, so lang ihr wellat!!!“</strong>. Julius Metzger, der damals unseren Schultes begleitete, protestierte jedoch energisch: „Nein, das geht nicht, das ist ein Sündenpfuhl!!“ Worauf Gustav Bosch laut antwortete: „Julius, halt dei Gosch !!“ Und so war es nicht verwunderlich, dass sich der liebe Gustav einmal zur späten Stunde bei uns im Keller zu einem Absackerviertele einfand. Meine Eltern, die Glaser Wingert-Eltern, Mutter vom Gruppa-Paul u.a. waren sich einig:<strong> „Dao wissat mir wenigstens, wo die Lausbuaba send.“</strong> Doch alles haben sie dann auch nicht mitbekommen..…</p>
<p>Wie bereits erwähnt, war das Wohnen hoch droben im alten Schulhaus schon etwas Ungewöhnliches und so gab es auch hin und wieder spannende Ereignisse. So wurden von der Firma Mannes in den Ferien die vier Holztreppen bis zum 2. Stock ausgewechselt, wofür wir zwei Tage von unserer Wohnung ausgesperrt wurden. Die zwei letzten Treppen zu unserer Wohnung wurden leider nicht erneuert, sie knarrten und ächzten lustig weiter und verrieten somit oft meiner wachsamen Mutter mein viel zu spätes Heimkommen. Noch viel spannender war es, als Anfang der Sechziger, an der Giebelseite des alten Schulhauses zur Dreißentalstraße hin, der Abriss für den Arkadendurchgang anstand. Keiner der Verantwortlichen war sich damals sicher, ob das Herausbrechen des halben Klassenzimmers, samt der tragenden Außenwand, auch keinen größeren Einsturz verursachen würde. Diese sehr heikle Arbeit wurde natürlich in den großen Ferien durchgeführt, somit war die Schule leer und es war nur noch die dreiköpfige Hausmeisterfamilie, nebst Inventar der Gefahr ausgesetzt, im rasanten Tempo vom dritten Stock auf die Straße zu „plotzen“. Auch hier mussten wir wieder zwei Tage ins Asyl, bis die Baustelle wieder bombensicher abgestützt und gesichert war.</p>
<p>Einmal kam es vor, dass meine Eltern, beide mit einer heftigen Grippe, das Bett hüten mussten. Leider gab es in der Gemeinde keinen Hausmeistervertreter, um den mein Vater vielfach und gebetsmühlenartig gebeten hatte, der sich mit der Heizungsanlage und auch mit den sonstigen Aufgaben auskannte. Ich war damals wohl zwölf Jahre alt und kam somit als einziger Stellvertreter in Frage. Am Bettrand wurden mir von meinem Vater die notwendigen Handgriffe an der Heizung und für den sonstigen Betrieb, erklärt. Voller Stolz, als kleiner Hausmeister, trat ich meinen Dienst gegen 6 Uhr an, um eben die mir angegebenen Arbeiten auszuführen. Meine schönste Belohnung war dann, dass ich erst zur zweiten Stunde zum Unterricht musste.</p>
<p>Ein kurioses Erlebnis war, als die Firma Fritscher einer der ersten Fernseher für ein paar Tage bei uns im Wohnzimmer zur Probe aufstellte, um zu testen, ob ein Empfang in dieser Höhe besser, als in den unteren Lagen wäre. Gegen Abend kam dann Herr Fritscher mit seinem Elektriker, um den Apparat in Betrieb zunehmen. Der halbe Gesangverein saß bei uns im Wohnzimmer, als ein Fußballspiel aus England übertragen wurde, in welchem aber nur Nebel und Schatten auszumachen waren (Technische Probleme oder Londoner Nebel?).</p>
<p>Auffallend war auch die Hellhörigkeit unserer Wohnung zu den unter uns liegenden Klassenzimmern, weil diese gegenüber den Räumen in den unteren Etagen um einiges niedriger waren. Als ich später im Berufsleben stand und somit auch samstags gerne ausgeschlafen hätte, fand ich das schon etwas störend. Heute dagegen finde ich es eher lustig. Damals war noch an den Samstagen der Schulunterricht angesagt. Unter meinem Schlafzimmer war das Klassenzimmer von Konrektor Braun, der immer eine obere Mädchenklasse unterrichtete. Samstag 7.30 Uhr wurde ich stets, einem lästigen Wecker gleich, mit dem obligatorischen, gemeinsamen Gruß der Mädchen:<strong> „Gu-ten-Mor-gen- Herr-Braun!!!“</strong> jäh aus meinem notwendigen Tiefschlaf gerissen. Nach einem glücklichen Wiedereinduseln vernahm ich dann die unverwechselbare Stimme von dem Konrektor mit seiner präzis-betont, einflößend und lauten Stimme. Ich konnte jedes Wort, egal ob Lehrer oder Schülerinnen, deutlich hören. Am schlimmsten war es immer, als Herr Braun sein altes Harmonium quälte und die Mädchen ihn mit ihren hohen und kreischenden Stimmen begleiten mussten. Da half nur noch die Flucht aus meinem Zimmer.</p>
<p>Einmal, es war ein samstäglicher Spätnachmittag im Winter, saßen ein paar Freunde und ich gelangweilt in unserem Stüble, meine Eltern waren nicht zu Hause. In der Turnhalle wurde eine größere Versammlung vom Turngau Braunenberg abgehalten, also Gäste und Funktionäre aus dem ganzen Oberamt. Redner am Mikrofon, die Halle war hell beleuchtet. Ich sagte so nebenbei, dass ich mit einem Finger diese Versammlung beenden könnte, denn eine Treppe tiefer befanden sich Sicherungskästen und tatsächlich, da gab es einen kleinen Schalter, mit dem man den Strom in der gesamten Halle abschalten konnte. Begeisterung ohne Ende unter den elektrisierten Freunden. Gesagt, getan – ich „hatte die Macht“ und legte den Schalter um und wir sahen dann am Fenster, wie es in der vollbesetzten Turnhalle „kuahnaacht“ wurde und das Mikrophon seinen Dienst versagte. Nach wenigen Sekunden rannte schon ganz aufgeregt ein TVO-Funktionär aus der Halle in Richtung Hausmeisterwohnung. Als dieser auf dem halben Weg war, ließen wir wieder die Halle hell erleuchten, worauf gleich der nächste Funktionär den Melder zurückrief:<strong> „Bleib dao, s gat wiedr !!!“</strong> Wir wiederholten den Spuk noch zweimal und sahen belustigt zu, wie die TVOler verzweifelt in Richtung Hausmeisterwohnung rannten, aber immer wieder auf halbem Weg zurückgepfiffen wurden. Es war ein Heidenspaß – natürlich nur für uns ☺.</p>
<p>Noch eine Turnhallengeschichte. Mein Vater kam etwas später von seinem Dämmerschoppen zurück, die Turnhalle sollte eigentlich zu dieser Stunde schon dunkel sein, jedoch im Geräteraum brannte noch ein Licht. Vorsichtig betrat er die Halle und überraschte dabei ein Sportlerpärchen wie es gerade noch innigst dabei war ihre Kürübungen auf der Matte noch etwas auszufeilen.</p>
<p>Wollte man nach Feierabend etwas vom Hausmeister, so wurde an der Klingel „geschellt“, denn eine Sprechanlage oder Telefon gab es natürlich nicht. So hielt es auch einmal der unvergessene BCO-Manager Waldi Spindler, der gerade seine Jahresfeier in der Turnhalle vorbereitete und in seinem breiten, thüringischen Dialekt zu mir hoch rief: <strong>„Is Hardin da ?!!“ „Noe, warom ?!!“ „Brauch die Dischdiiecher für die Dombola, aber nich die griien, die waißn!“</strong> Dieser lustige Mundart-Dialog ist mir bis heute unvergessen und wird immer wieder unter uns Freunden nachgeahmt.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der „Harde“ im sportlichen Angriffsmodus (Archiv Burghard)</em></p>
<p>Das sind in sehr groben Zügen meine Erinnerungen und Erlebnisse als Hausmeistersohn während der 21jährigen Tätigkeit meines Vaters, dem „Harde“, als Hausmeister der Dreißentalschule. Mein Vater beendete am 31.12.1972 seinen Dienst und sein Berufsleben, worauf wir wieder zurück in unser Eigenheim ins Dreißental zogen, was aber meiner Mutter, die sich sehr darauf gefreut hatte, leider versagt blieb, da sie kurz vor dem Umzug überraschend verstarb.</p>
<p>Dieses war der zweite Streich und der dritte folgt sogleich.<br>Bis dahin grüßt wie immer „Der Billie vom Sonnenberg!“</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
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			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 722: Unsere Schulen und LehrerInnen – Teil 1</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-722-unsere-schulen-und-lehrerinnen-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2020 22:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=17861</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_9 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Aphorismen.</strong></p>
<p>Diesem Bericht will ich mal ein paar Aphorismen über die Lehrer voranstellen. <strong>Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Ch.)</strong> sagte einst <em>„Denen, welche lernen wollen, schadet oft die Autorität der Lehrenden.”</em> <strong>Christian Morgenstern (1871–1914) über die Lehrer-Komödie:</strong> <em>„Die Armut der Lehrer, während der Staat Unsummen für die Wehrmacht hinauswirft. Da sie nur 600 Mark sich leisten können, bleiben die Völker so dumm, dass sie sich Kriege für 60 Milliarden Mark leisten müssen“</em>. <strong>Erhard Blanck (1942-)</strong> meint:<em> „Was ist der Unterschied zwischen vielen Schülern und Lehrern: „Die Schüler schreiben ab und die Lehrer lesen ab.“</em> Und zwei <strong>Unbekannte</strong> haben noch folgendes im Petto: <em>„Lehrer sind wie Fixer – sie denken immer nur an den Stoff“ und „Lehrer haben vormittags Recht und nachmittags frei“</em> Aber das änderten zumindest die Ganztagesschulen – jetzt haben sie den ganzen Tag recht ☺.</p>
<p><strong>Bereits darüber berichtet.</strong></p>
<p>Natürlich wurde dieses Thema aus verschiedenen Sichten schon mehrfach behandelt. Wer sich da noch tiefer durcharbeiten möchte, dem seien nachfolgend aufgeführte Berichte von den Herren Volkmar Schrenk, Dr. Christhard Schrenk und Dietrich Bantel ans Herz gelegt:</p>
<p>Berichte 334 bis 338 über den Lehrer „Karl Alfred Günter“, im Bericht 185 wird über „Lehrer, Pfarrer, Taubenfänger“ erzählt, in 152 bis 153 wird über den Lehrer „Christoph Jakob Adam“ berichtet, in Nummer 139 über den Lehrer „Schneider“ sowie in 135 über „Ferdinand Gutmann“. Der Bericht 44 handelt das Thema „Schule in Oberkochen vor 175 Jahren“ ab.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="930" height="537" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13152"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Klassenfoto 1953 — Dieses Bild schickte mir Heidi Proehl, die als Kind mit ihren Eltern in die USA ausgewandert ist (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Intro.</strong></p>
<p>Die Schulzeit ist wohl eine unsere wichtigsten Lebensabschnitte, auf der alles andere aufbaut. Es gibt gute und schlechte Erinnerungen, Lehrer und MitschülerInnen, an die wir nicht gerne zurückdenken und es gibt andere, an die wir uns sehr gerne erinnern und solche mit denen wir heute noch Kontakte und Freundschaften pflegen. Und weil uns diese Zeit so wichtig ist, gibt es auch die beliebten und unbeliebten Klassentreffen (je nach Standpunkt). Ich selbst halte diese Treffen für sehr wichtig, weil es trotz aller Probleme, die uns im Leben auflauern, ein „Ort“ sind, an dem wir so sein können wie wir sind, ohne uns zu verstellen, weil unsere Wurzeln in dieser Zeit verankert sind und Jugendfreundschaften mit die besten sind.</p>
<p>Es ist mal ein Versuch einen Bericht über unsere Schulen und früheren Lehrer und Lehrerinnen zu schreiben. Ein Versuch an ihre Namen, ihre Eigenheiten, ihre Verhaltensweise (die damals in der jeweiligen Zeit so waren, aber nicht so sein mussten) mit kleinen Geschichten aus der Vergangenheit kurz hervorzuholen und zu beleuchten. Da inzwischen Jahrzehnte vergangen sind und manche unserer damaligen LehrerInnen bereits verstorben sind, kann ich im einen oder anderen Fall, wo es durchaus angemessen ist, auch auf grenzwertige Verhaltensweisen hinweisen. Wenn bei der Leserschaft während des Lesens noch eigene Erinnerungen geweckt werden, so ist das Klassenziel erreicht und die Versetzung nicht gefährdet. Durch die breite Palette der Erinnerungen gibt es doch einen Überblick über einige Jahrzehnte. Natürlich kommt dieser Bericht nicht ohne trockene Daten und Fakten aus. Daher habe ich diese mit Geschichten und Erinnerungen gemischt, damit es beim Lesen nicht zu langweilig ist. Einen „Schöler Pfeiffer mit 3 Eff“ hatten wir nicht in meiner Klasse, aber Unfug haben wir sicher auch genug angestellt, denn eine Schulzeit ohne denselben wäre doch auch zu langweilig – für Schüler wie auch für Lehrer.</p>
<p>Dass dieser Bericht ein längeres Format haben muss, versteht sich bei dieser Thematik von selbst. Also – liebe Schöler und Schölerinnen – aufgemerkt, <strong>naohogga – setzen – sit down please – asseyez vous – obsecro contact</strong> und viel Spaß beim Lesen und Erinnern.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="535" height="587" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13153"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_84 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das alte katholische Schulhaus, später Schwesternhaus, Kindergarten, heute Edith-Stein-Haus (Archiv Müller)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_69 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="784" height="546" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13154"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das alte evangelische Schulhaus, später Ortsbibliothek, Wiege der Fa. Beier und heutiges Heimatmuseum – Schillerhaus genannt (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Unsere Schulhäuser.</strong></p>
<p>Bevor wir uns an die Erinnerungen wagen, müssen wir zuerst die Schulhäuser aus den unterschiedlichsten Zeiten vorstellen. Der Ort war religiös, und damit auch weltlich, bis 1803 getrennt. Die zwei Machtzentren waren das Zisterzienser-Kloster Königsbronn (1/3) und das Kloster Ellwangen (2/3). Praktisch hieß das: Es gab einen nicht gerade verlaufenden Grenzverlauf durch das Dörflein mit einem Zollhäuschen am Zollbach, heute Katzenbach genannt, ungefähr da wo heute der Bohrermacherbrunnen steht. Das hatte auch zur Folge, dass alles doppelt vorhanden war – vom Bürgermeister über die Friedhöfe bis zu den Schulen. Das hat das Leben nicht gerade erleichtert, zumal auch nicht über die Grenzen hinweg geheiratet werden durfte.</p>
<p>Da sind zuallererst die beiden alten konfessionell getrennten Schulhäuser. Das evangelische in der Aalener Straße 19 mit integrierter Lehrerwohnung (heute Heimatmuseum im Schillerhaus) und das katholische in der Aalener Straße 6 (heute Edith-Stein-Haus neben der katholischen Kirche). Im Jahr 1900 wurde beschlossen eine neue Schule im Dreißental zu errichten. Das war nicht ganz einfach, denn es gab mehr katholische als evangelische Schüler. Aber die Industrie war überwiegend in evangelischer Hand und das darbende Hafnergewerbe in katholischem Eigentum. So wurde also eine Schuld in Höhe von 50 Tsd. Mark bei der württembergischen Sparkasse Stuttgart aufgenommen und es entstand der rote Backsteinbau, auch „Fuchsbau“ genannt, wie wir ihn heute noch haben. Die Auflösung der Konfessionsschulen erfolgte aber erst 1936. Solange war der „Fuchsbau“ katholisch und ab 1937 gab es nur noch die eine „Deutsche Schule Oberkochen“. 1950, die Zustände wurden immer problematischer, konnten im Bergheim zusätzliche Räume für 5 Klassen der Volksschule gewonnen werden. Ferner wurden 75 neue Schulbänke bestellt. Die alten Bänke kamen ins Bergheim.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="816" height="536" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13155"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Jahrgang 1959/1960 in der Exklave am Sonnenberg auf den alten Schulbänken aus dem Tal (Archiv Müller)</p>
<p>Die Schülerzahl ist weiter angestiegen und betrug im September 566 Schüler. Rektor Maikler versicherte, dass man den Klassendurchschnitt (später Teiler genannt) nicht über 50 (!!!!) ansteigen lassen wollte, um den geordneten Schulbetrieb gewährleisten zu können. Heute unvorstellbar. Zu Weihnachten 1950 gab es für alle diese Schüler und 300 Lehrlinge die Hoover-Speisung. Für jeden einzelnen gab es 2 Tafeln Schokolade und 200 gr. holländische Kekse.</p>
<p>1951, das Dorf platzte bereits überall aus allen Nähten, wurden im alten Schulhaus zwei neue Klassenzimmer bereitgestellt und gleichzeitig der heutige Mittelbau errichtet. Der Königsbronner Künstler Schöllhorn malte ein Wandbild mit religiösem Motiv und im Treppenhaus Symbole der heimischen Industrie und des bodenständigen Handwerks. Zusammen mit der Turnhalle hatten wir nun eine neu großzügige Schule. Die beteiligten Firmen an diesem Projekt waren:</p>
<p>Die Oberkochner Firmen Schreinerei Karl Fischer / Wilhelm Fritscher Radio-Elektro / Clemens Grupp Schreiner- und Glaserarbeiten / Anton Sauter Gipser / Anton Trittler Beton‑, Maurer‑, Kunststein- und Dachdeckerarbeiten / Franz Wingert Beton‑, Grab‑, Maurer- und Kunststeinarbeiten / Paul Wingert Glaserarbeiten sowie die auswärtigen Firmen Adolf Schönhardt Plattenfachgeschäft aus Bopfingen / und Hans Vogt Isolierungen aus Aalen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_71 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="528" height="730" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13156"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Hubert Oberdorfer vor dem Brunnen an der Volksschule (Archiv Oberdorfer)</p>
<p>1952 wurde der Christophorus-Brunnen der Aalener Bildhauerin Schönbohm eingeweiht. Für die Kirchen sprachen die beiden Pfarrer Fiedler (ev.) und Hager (kath.). Als Abschluss erklang vom Schulchor unter Leitung von Lehrer Zweig, wie erstaunlich, das Lied „Am Brunnen vor dem Tore“. Für uns Schüler war der Brunnen Spielplatz, bis uns der Hausmeister wegschickte oder als Hintergrund für ein Familienfoto bei besonderen Anlässen wie der Einschulung. 1958 folgte der zweite Erweiterungsbau.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="780" height="517" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13157"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_88 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1958 Erste Klasse Pro-Gymnasium im alten evangelischen Schulhaus (heute Schillerhaus) mit Stud. Ass. Diebel (Archiv Rathaus)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_73 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="619" height="792" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13158"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Umzug vom alten ins neue Progymnasium – vom Bergheim zum Tierstein (Archiv Müller)</p>
<p>Die Geschichte des Progymnasiums begann 1957 und mündete 1962 in einen Neubau oberhalb der Lenzhalde und wurde nach und nach bis zum heutigen Stand ausgebaut (1970 Fachbau, 1975 Aufstockung und 1983/84 Erweiterung im Osten). Durch die Ausdehnung und Neuschaffung von Wohngebieten wurde eine weitere Grundschule notwendig — die Tiersteinschule. Der Bedarf wurde 1962 angemeldet und 1965 erfolgte die Einweihung. 1970 wurde im Bergheim am Turmweg 24 eine Sonderschule für Lernbehinderte eingerichtet. Im Jahr 1971 übernahm Ulrich Streu, als Nachfolger von Georg Hagmann, unterstützt von Konrektor Frieder Ruoff die Volksschule. Sein Werdegang führte ihn von seiner Geburtsstadt Danzig über Heidenheim, Schwäbisch Gmünd, Aalen, Heuchstetten, Ochsenberg und Bondorf nach Oberkochen.</p>
<p>Die Musikschule wurde 1978 gegründet (1987 gab es in der BRD insgesamt 722 Musikschulen) und im Laufe der Jahre im roten „Fuchsbau“ heimisch. Unter der Leitung von Andreas Hug (dem Nachfolger von Reinhold Hirth 1994–2011) unterrichten derzeit 14 Lehrkräfte 540 Schüler und Schülerinnen (mit allen Kursen). Und in nicht allzu ferner Zukunft werden sie zusammen mit der Sonnenbergschule in der alten Tiersteinschule ihr Zuhause finden. Im alten Bergheim wurde am 9. September 1970 eine neue pädagogische Seite aufgeschlagen, mit einem Lehrer (dem Sonderschulrektor Weigold) und einer Klasse 3 und 4 begann die Sonnenbergschule ihr erfolgreiches Wirken. Durch engagierte Rektoren und Lehrkräfte sowie der begleitenden Unterstützung des Freundeskreises der Sonnenbergschule“ gelang es diese Schule in Oberkochen unverzichtbar zu machen. 50 Jahre auf dem Buckel und jung geblieben. In absehbarer Zeit erfolgt der Umzug in die alte Tiersteinschule und ab dann wird der Sonnenberg „Schulfrei“ haben.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>50 Jahre Sonnenbergschule</strong></span></p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="809" height="541" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13159"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_90 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die alte Volksschule der sog. „Fuchsbau“ (Archiv Müller)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_75 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="819" height="407" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13160"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_91 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die alte Dreißentalschule aus meiner Schulzeit (Archiv Müller)</p>
<p>Es kamen die 90er Jahre und die Dreißentalschule befand sich in einem Zustand, der nicht länger tolerierbar war. Rektor Staudenmaier informierte den Bürgermeister-Kandidaten Peter Traub schon im Wahlkampf über den dringenden Sanierungsbedarf an der Dreißentalschule. Die Räume waren teilweise in einem erbärmlichen Zustand; in der Toilette im Backsteinbau fiel sogar die Holzdecke herunter. Da aber aufgrund der damaligen Krise bei Carl Zeiss und der parallelen Wirtschaftskrise das Geld fehlte, um die Gebäude zu sanieren, wurde die Sanierung zunächst verschoben. Dies auch deshalb, weil es damals einen großen Sanierungsstau bei allen öffentlichen Gebäuden und Straßen gab. Am 21.08.2000 beschloss der Gemeinderat, die Sanierungsplanung für die Dreißentalschule an das Architekturbüro Mathis Tröster, Ellwangen, zu vergeben. Aufgrund der hohen Kosten wurde sogar ein Abbruch und Neubau der Dreißentalschule diskutiert. Da ein Neubau vom Land aber abgelehnt und nicht bezuschusst wurde, entschied sich der Gemeinderat am 12.06.2002 für eine Generalsanierung. Daraufhin wurden der Mittel- und Altbau in den Jahren 2003 und 2004 umfangreich saniert und umgebaut. Die Generalsanierung schloss mit Kosten in Höhe von insgesamt rund 4,5 Mio. Euro ab. Zuvor wurde in den Jahren 1998 und 1999 der sog. Verbindungsbau zwischen Dreißentalhalle und ‑schule neu gebaut und Fachräume eingerichtet. In diesem Zusammenhang wurde auch das Foyer der Dreißentalhalle neugestaltet und umgebaut. Mit Bescheid vom 21. Januar 2010 genehmigte das Land Baden-Württemberg die Einrichtung einer Werkrealschule an der Dreißentalschule. Die Stadt erhoffte sich damals, die Hauptschule retten zu können. Die mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz dieser Schulart und die Veränderung der bildungspolitischen Rahmenbedingungen brachten aber auch für die Werkrealschule das baldige Aus. Die 2011 gewählte grün-rote Landesregierung wollte neue Akzente in der Bildungspolitik setzen und richtete wiederum eine neue Schulart ein, nämlich die Gemeinschaftsschule. Sie sollte die Alternative zu Haupt- und Realschulen sein. Für die Dreißentalschule ergab sich damit die einmalige Gelegenheit, die Hauptschule durch die neue Gemeinschaftsschule zu ersetzen und damit sogar einen mittleren Schulabschluss zu ermöglichen. Das Land Baden-Württemberg hob mit Schreiben vom 23. Juli 2012 die Werkrealschule auf und genehmigte gleichzeitig eine Gemeinschaftsschule. Die Schaffung eines Schulzentrums an der Dreißentalschule ist das Ergebnis einer Schulentwicklungsplanung, die 2016 begonnen und im März 2017 abgeschlossen wurde. Die Schulentwicklungsplanung erfolgte vor dem Hintergrund des bildungspolitischen und demographischen Wandels und des damit verbundenen Rückgangs der Schülerzahlen. Bestandteil dieser Planung war der Vorschlag, die beiden Grundschulen, nämlich die Tiersteinschule und die Dreißentalschule, zunächst organisatorisch zusammenzuführen. Nach anfänglichen, teils heftigen Widerständen und Protesten, nicht nur im Gemeinderat, sondern vor allem auch bei Eltern und Lehrern der Tiersteinschule, wurde die organisatorische Zusammenführung der beiden Schulen am 25. April 2016 vom Gemeinderat beschlossen.</p>
<p>Im Jahr 2017 wurde dann folgende Grundsatzentscheidung beschlossen: Am Standort Dreißental wird ein Schulzentrum geschaffen. Dazu wird eine Erweiterung um Klassen- und Fachräume sowie die Sanierung des Backsteinbaus (Fuchsbau) durchgeführt werden. Zudem wird die Dreißentalhalle als Schulsport- und Veranstaltungshalle neu gebaut werden. Die Sonnenbergschule im Turmweg 24 wird ihr Domizil verlassen und in ein saniertes Gebäude der alten Tiersteinschule einziehen. Das Gymnasium bleibt dort, wo es ist. Das wurde und ist ein Mega-Projekt für Oberkochen und es gab reichliche Diskussionen über mögliche Varianten bevor diese Entscheidung getroffen wurde. Der Umbau ist in vollem Gang und wenn alles planmäßig verläuft, wird das gesamt Projekt incl. eines Neubaus der Dreißentalhalle Ende 2023 fertig sein.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Bauprojekt Dreißentalschule</strong></span></p>
<p><strong>Im Jahr 2018 gab es folgende Schüler- und Lehrerzahlen in Oberkochen:</strong> Am EAG Oberkochen lernten 461 Schülerinnen und Schüler und es unterrichten 52 Lehrer incl. Referendare und 2 kirchliche Lehrkräfte. An der Dreißentalschule incl. Tiersteinschule (Zusammenlegung erfolgte 2017) unterrichteten 48 Lehrkräfte 485 Schülerinnen und Schüler.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_76 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="847" height="615" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13161"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_92 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Lehrerkollegium 1962 am Progymnasium am Turmweg 24 (Archiv Müller)<br><strong>Vordere Reihe v.l.n.r.:</strong> Pfr. Forster, Kunrat, Ulrich, Schrenk, Ehmann, Gradner, Pfr. Geiger<br><strong>Hintere Reihe v.l.n.r.:</strong> Thiem, Hils, Krug, Bantel, Schwab, Riegel, Vik. Grassel</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_77 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="843" height="505" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-11.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13162"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_93 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Lehrerkollegium 1959 Dreißentalschule (Archiv Müller)<br><strong>Vordere Reihe v.l.n.r.:</strong> Gunzenhauser, Vik. Klein, Pfr. Gottfroh, Hagmann, Pfr. Forster, Braun, Maikler<br><strong>Mittlere Reihe v.l.n.r.:</strong> Kat. Schedler, Ruoff, Kny, Franz, Holz, Heller, Keller, Bischler, Kat. Nadler<br><strong>Hintere Reihe v.l.n.r.:</strong> Köhler, Uhl, Erben, Hölldampf, Jungk, Schmieg, Thiel, Herrmann, Hellenschmidt</p>
<p><strong>Schulalltag in alten Zeiten.</strong></p>
<p>Dazu gibt es eine schöne Ausarbeitung von Prof. Dr. Christhard Schrenk aus dem Büchle „Alt-Oberkochen“, das er mir netter Weise mit anderen Ausgaben seiner Veröffentlichungen zugeschickt hat. Daraus will ich auszugsweise einiges beschreiben:</p>
<p><em>„Um das Jahr 1900 war das Schulleben noch sehr stark auf das bäuerliche Leben abgestimmt. Im Sommer gab es nur vormittags und im Winter zusätzlich zwei Stunden nachmittags. Jeder (!) Schultag begann mit dem Kirchgang. Die „Langgässler“ (Lange Gasse = Heidenheimer Straße“ brachten ihre Ranzen erst in den „Fuchsbau“ (Roter Backsteinbau im Dreißental) und die Kirchgässler (Kirchgasse = Aalener Straße) nahmen ihren Ranzen in die Kirche mit. Danach ging es gemeinsam in den Unterricht in die erste konfessionsübergreifende Schule. Auch die Schulferien waren dem Bäuerlichen angepasst – 3 Wochen Ernteferien im Sommer und im Herbst Kartoffelferien. Jährliche Schulzeugnisse gab es nicht. Es wurde nur ein Abschlusszeugnis erteilt.“</em></p>
<p>Sitzenbleiber gab es nicht, in der Regel wurde jeder mit einem Zeugnis entlassen, auch schwierigste Fälle, wie die folgende wunderbare Oberkochner Anekdote (über ein Mädchen, das partout nicht rechnen konnte) erzählt. Die Lehrerin sagte:<strong><em> „Mädle, jetzt sag mir halt einfach nach: 2 und 2 = 4; sonst darf ich dich nicht entlassen!“</em></strong> Zu erwähnen ist auch, dass für die Evangelischen das Bezirksschulamt Heidenheim und für die Katholischen Schwäbisch Gmünd zuständig war. Auch das ging noch auf die frühere Religionstrennung zurück.</p>
<p>Im „Fuchsbau“ wohnten die Lehrer Alfons Mager und Leo Klotzbücher. Ganz oben wohnte der Schuldiener und der unständige (bedeutet nicht ständig tätig) Lehrer Emil Kessler. Der Lehrer Ignaz Umbrecht wohnte außerhalb des Gebäudes. Er war von 1934 (er kam aus Gundelsheim) bis 1944 u.a. auch als Anstaltsleiter (schon komisch, so wurden tatsächlich früher Rektoren genannt) tätig und wurde 1948 pensioniert. Neben seinem Schuldienst engagierte er sich als Organist und Leiter des kath. Kirchenchors. Von 1911 bis 1934 hatte Karl Günther im evangelischen Schulhaus die einzige Schulmeisterstelle. 1934 übernahm Gottlob Braun diese Stelle und wohnte über den Schulräumen 31 Jahre lang in einer 5‑Zimmer-Wohnung.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_78 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="294" height="455" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-12.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13163"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_94 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Lehrer Gottlob Braun 1954 – dieser Vorname ist auch auf der Strecke geblieben (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Das arme Dorfschulmeisterlein.</strong></p>
<p>Dieses Volkslied stammt aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert und beschreibt die tägliche Not des Lehrers auf dem Lande. Aus dieser Zeit stammt sicher auch der Lehrerspruch: <strong>„Speck und Eier macht Einser und Zweier. Weißen und Roten will ich auch gern belohnen.“</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_79 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="523" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-14.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13165"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_95 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das Lied über das arme Dorfschulmeisterlein (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Nachstehend der Liedtext zu „In einem Dorf im Schwabenland“ bzw. „Das arme Dorfschulmeisterlein“</strong></p>
<p>Am Sonntag ist er Organist,<br>am Montag fährt er seinen Mist,<br>am Dienstag hütet er die Schwein‘,<br>das arme Dorfschulmeisterlein.</p>
<p>Am Mittwoch fährt er in die Stadt<br>Und kauft, was er zu kaufen hat:<br>‘nen halben Hering kauft er ein,<br>das arme Dorfschulmeisterlein.</p>
<p>Und Donnerstag dann in die Schul‘.<br>Legt er die Buben über’n Stuhl.<br>Er haut so lange, bis sie schrei‘n,<br>das arme Dorfschulmeisterlein.</p>
<p>Am Freitag dann im Unterricht<br>Erzählt er von der Weltgeschicht‘<br>Und paukt die Jahreszahlen ein,<br>das arme Dorfschulmeisterlein.</p>
<p>Am Samstag schließlich sind noch dann<br>Vokabeln und Grammatik dran,<br>er quält die Buben mit Latein,<br>das arme Dorfschulmeisterlein.</p>
<p>Und wenn im Dorfe Hochzeit ist,<br>dann könnt ihr sehen, wie er frisst.<br>Was er nicht frisst, das steckt er ein,<br>das arme Dorfschulmeisterlein.</p>
<p>Und wird im Dorf ein Kind getauft,<br>dann könnt ihr sehen, wie er sauft.<br>Elf Halbe schüttet er sich rein,<br>das arme Dorfschulmeisterlein.</p>
<p>Und wird im Dorf ein Schwein geschlacht‘,<br>dann könnt ihr sehen, wie er lacht.<br>Die größte Wurst ist ihm zu klein,<br>das arme Dorfschulmeisterlein.</p>
<p>Und wenn die Schule einmal brennt,<br>dann könnt ihr sehen, wie er rennt,<br>dann kann sich mit den Kindern freu’n<br>das arme Dorfschulmeisterlein.</p>
<p><strong>Allgemeines um und vor 1900.</strong></p>
<p>Damals, und das galt im gesamten Reich, waren die Unterrichtsziele Gehorsam, Fleiß, Ordnung und Sauberkeit. Diese Tugenden galt es den Kindern vor allem beizubringen. Mit zum Teil harten Strafen, wie Ruten- und Stockschlägen, Handtatzen oder dem Knien auf einem Holzscheit, versuchten die Lehrer, ihre Vorstellungen von Disziplin durchzusetzen. Als Grundvoraussetzung für äußere und innere Disziplin wurde das richtige und vor allem ruhige Sitzen angesehen. In den Schulvisitationsprotokollen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Lehrer mehr auf das „richtige“ Sitzen der Schüler achten sollten. So heißt es im November 1886:</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_80 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="416" height="555" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber722-13.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13164"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_96 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Wacht am Rhein – als Frankreich noch der Erzfeind war (Museum Essingen)</p>
<p><strong>Innerhalb von 1000 Jahren Schulsystem</strong></p>
<p>gab und gibt es bis heute Änderungen und Anpassungen. Mal zum Vorteil, aber auch zum Nachteil von Schülern und / oder Lehrern. Nachfolgender Text stammt aus dem Schulmuseum Ottweiler.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Kloster‑, Dom- und Stiftsschulen:</span> Für mittelalterliche Klöster galt es als erstrebenswert, neben Bibliothek und Schreibwerkstatt auch über eine Schule zu verfügen, die den klösterlichen Nachwuchs heranbildete, aber auch für Laien zugänglich war. Nach dem Erwerb von Grundkenntnissen in ABC, Schreiben, Kirchengesang, Kirchenrechnung und Psalmen stand für den fortgeschrittenen Schüler das Studium der „Septem Artes liberales“, der „Sieben Freien Künste“ auf dem Lehrplan: Grammatik, Rhetorik, Dialektik bzw. Logik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie. Vergleichbare Schulen entstanden an Bischofsitzen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Ritterbildung:</span> Der dem Ritter zur Ausbildung anvertraute Knappe ging anders als der Klosternovize durch eine nichtschriftliche Schule. Er musste sich in den „Septem Probitates“, den „Sieben Tüchtigkeiten“ erproben: Schwimmen, Reiten, Pfeileschießen, Fechten, Jagen, Schachspielen und Versemachen. Der Umgang mit Musik, Dichtung und fremden Sprachen wurde an Ritterhöfen von den adeligen Damen gepflegt und von diesen wohl auch den Kindern nahegebracht.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Städtische Schulen:</span> Mit der Entwicklung der Städte ab 1200 wurden Schulen unter Magistratshoheit eingerichtet, die Stadt stellte den angesehenen „Magister“, „Rektor“ oder „Schulmeister“ ein, der mit seinen Lehrgesellen Unterricht erteilte. Unterrichtssprache war ursprünglich Latein; der Lehrplan glich dem der Domschulen. Auf Drängen der Eltern wurde zunehmend auch in Deutsch unterrichtet. In Städten mit jüdischen Gemeinden gab es eine „Judenschul“, die das Schicksal ihrer Gemeinde teilte.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Winkelschulen:</span> Schriftliche Betriebsführung im aufblühenden Handel seit dem 13.Jahrhundert verlangte nach einfachen Schreib- und Rechenkenntnissen für Handwerker. Männer, die schreiben und rechnen konnten, boten mit Genehmigung des Magistrats in ihrer Wohnung Unterricht gegen Bezahlung an: So entstanden Winkelschulen. Kinder, aber auch Erwachsene konnten Schüler solcher Schulen sein. Der Schulbesuch dauerte so lange, bis man konnte was man lernen wollte. Unterrichtssprache war Deutsch.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Fahrende Scholaren:</span> Im Mittelalter gab es „fahrende Scholaren“. Das waren Schüler, die eine höhere Bildung anstrebten, an ihrem Wohnort keine geeignete Möglichkeit fanden und deshalb allein oder in Gruppen von Schule zu Schule quer durch halb Europa zogen. An ihrem jeweiligen Aufenthaltsort mussten sie die Schule besuchen. Ihre Unterstützung durch Spenden sah man im Volk als „gutes Werk“ an; ebenso trugen Bettelei und Hilfsdienste zum Lebensunterhalt der Scholaren bei.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Küsterschulen:</span> Im Anschluss an die Reformation verbreiteten sich im 16.Jahrhundert zunächst in evangelischen Pfarreien „deutsche“ Schulen über den ländlichen Raum. Sie sollten das für das Bibellesen notwendige Wissen vermitteln. Jeder Unbescholtene, der über entsprechende Kenntnisse verfügte, konnte zum Lehrer gewählt werden. Die Schulaufsicht führte der Pfarrer. Oft waren es ehemalige Soldaten oder Handwerker, die nebenbei den Küsterdienst versahen und in ihrer Wohnstube oder von Haus zu Haus den Dorfkindern Buchstabieren, Lesen, Katechismus und Kirchenlieder beizubringen versuchten. Gerechnet wurde meistens nicht.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Lateinschulen:</span> Während auf dem Land höchstens an eine Elementarbildung zu denken war, boten städtische Lateinschulen seit Mitte des 16.Jahrhunderts die notwendige Vorbildung sowohl für kirchliche wie für öffentliche Ämter. Die Schulordnungen regelten mit Zucht und Strenge das Schulleben. Die Lehrer waren oft Theologen, die auf Pfarrstellen warteten oder sich für das Lehramt berufen fühlten. Gelesen wurden lateinische, griechische und hebräische Texte, an denen zugleich Geschichte und Literatur erklärt wurde. Realien und Mathematik spielten oft eine untergeordnete Rolle.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Ländliche Volksschule:</span> Allen Verordnungen der Landesfürsten zum Trotz, schon im 18. Jahrhundert die allgemeine Schulpflicht einzuführen, wurden erst im Laufe des 19. Jahrhundert alle Kinder von der Schule erreicht. Anders als in der Stadt bestimmte auf dem Land die überwiegend einklassige Dorfschule das Bild, in der ein Lehrer bis zu 100 Schülern unterschiedlichen Alters unterrichtete. Gegenüber der städtischen Volksschule war der Lehrstoff in den Fächern Lesen, Schreiben, Religion, Singen und Rechnen eingeschränkt. Erst ab 1872 wurde die Stundentafel modernisiert, Religion eingeschränkt und die Realien (Naturlehre, Erdkunde, vaterländische Geschichte) ausgebaut.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Nähschulen:</span> Zur „Hebung des allgemeinen Wohlstandes und Gewerbefleißes“ erließ die Obrigkeit im 18. Jahrhundert vielerorts Verfügungen zur Einrichtung von Schulen, die – nach der normalen Schule – praktische Kenntnisse vermitteln sollten. Den Unterricht erteilte die Lehrersfrau oder eine andere ehrbare, geeignete Persönlichkeit. Die Dorfmädchen glaubte man derweil „von der Straße“.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Städtische Volksschule:</span> „Mit Volksschule pflegt man in Deutschland diejenigen Lehranstalten zu bezeichnen, welche dazu bestimmt sind, … die große Masse der schulpflichtigen Kinder zu unterrichten und diese zu dem jeweilig als unentbehrlich … angesehenen elementaren Wissen und Können anzuleiten.“ (Zitat, 1875) Diese Schulen verfügten in der Regel in den Städten über drei und mehr Klassen und waren zum Teil gut ausgestattet. Eine Sonderform in den im 19. Jahrhundert entstehenden Industriezentren bildeten die „Armenschulen“, die von armen Eltern kein Schulgeld verlangten.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Bürgerschulen:</span> Dem aufstrebenden Bürgertum des frühen 19. Jahrhundert genügten weder die alten Lateinschulen oder humanistischen Gymnasien noch die niederen deutschen Schulen für das einfache Volk. Selbstbewusste städtische Beamte, Advokaten und Geschäftsleute setzten sich für Bürgerschulen ein, in denen ihre Kinder – allerdings meist Jungen – von Lehrern mit pädagogischem Anspruch mit Hilfe ausgewählter Lehrmittel lebenspraktisch unterrichtet wurden. Während Bürgerschulen zu den „Mittelschulen“, den Vorläufern der heutigen Realschulen zu rechnen sind, gehen die „Höheren Bürgerschulen“ in „Realgymnasien“ und „Oberrealschulen“ auf.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Mittelschulen:</span> Zwar gab es schon im 18. Jahrhundert Realschulen, aber erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts berücksichtigten die sogenannten Mittelschulen als Vorläufer der heutigen Real- und Berufsschulen die Bedürfnisse des gewerblichen Lebens wie neuere Fremdsprachen oder gewerbliches Rechnen. Dies und die Tatsache, dass lange Zeit allein Gymnasialabgänger nach der Tertia das „Einjährige“ (= Reduzierung der Militärzeit auf ein Jahr) erhielten, ließ die meisten Eltern das Gymnasium für ihre Söhne vorziehen. Bis ins 20. Jahrhundert schickte man eher die Töchter zur Mittelschule. Seit 1959 gilt für Schulen dieses Typs die einheitliche Bezeichnung „Realschule“.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Gymnasium:</span> In der Nachfolge der Lateinschulen, besonders aber durch die Normierung des Abiturientenexamens 1812 kristallisierte sich das Gymnasium allmählich als „die“ Bildungsanstalt für alle Karrieren im höheren Staatsdienst und die freien Berufe heraus. Tragende Säulen der Ausbildung waren die klassischen Sprachen, die antike Kultur stand im Mittelpunkt der Betrachtung. Daneben entwickelten sich im 19. Jahrhundert höhere Schulen, die sich stärker an modernen Sprachen und den Naturwissenschaften orientierten, aber erst ab 1900 die Berechtigung zum Universitätsstudium erteilen durften.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Privatunterricht:</span> Kinder aus besserem Hause ließ man gern von einem Hauslehrer, Hofmeister oder einer Gouvernante unterrichten; bis zum Jahr 1920 waren diese Kinder damit von der Schulpflicht befreit. Trotz anspruchsvoller Anforderungen bei kärglicher Besoldung waren viele Universitätsabsolventen im 19. Jahrhundert gezwungen, als Hauslehrer in herrschaftliche Dienste zu treten. Für gebildete, unverheiratete Frauen war die Tätigkeit als Erzieherin oder Gouvernante eine der wenigen Möglichkeiten, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine gemeinschaftliche Erziehung für „höhere Töchter“ fand in den zahlreichen Pensionaten und Instituten statt.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Gesamtschulen:</span> Bedingt durch enormen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften und der Forderung nach mehr Chancengleichheit im Bildungssystem wurden ab 1969 integrierte Gesamtschulen eingerichtet. In ihnen werden alle Schüler, die sonst Gymnasien, Real- oder Hauptschulen besuchen müssten, bis Klasse 10 gemeinsam unterrichtet. Den unterschiedlichen Begabungen versucht man durch ein breitgefächertes Angebot und Wahlmöglichkeiten gerecht zu werden. Neben Fachunterricht gibt es fächerübergreifenden Projektunterricht. Im sogenannten Team-Gruppenunterricht arbeiten mehrere Lehrer im Team zusammen.</p>
<p>Dieses war der erste Streich und der zweite folgt sogleich.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
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