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	<title>Einzelne Gebäude | Heimatverein Oberkochen</title>
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		<title>Bericht 838: Unsere Wirtshäuser in Oberkochen – Nachschlag Teil 17</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Oct 2025 22:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
		<category><![CDATA[Gasthäuser, Mühlen]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>6. November 1953 – Wirtshaus „Ochsen“ aus der Aalener Straße 2</strong><br>Frau Anna Edinger, Ehefrau des kriegsvermißten Rb.-Betriebswarts Karl Edinger, hat ein Gaststättenerlaubnisgesuch eingereicht. Es handelt sich um die Übernahme des von dem verstorbenen Jakob Kirchdörfer, ihrem Vater, geführten Betriebs. Die Gesuchstellerin beantragt, die Gaststättenerlaubnis, von bisher 1 Fremdenzimmer auf insgesamt 3 zu erweitern. Der Gemeinderat hat sich zur persönlichen Eignung der Antragstellerin, zur Eignung der Räumlichkeiten und zur Erteilung von Auflagen zu äußern. Die Bedürfnisfrage ist beim gegenwärtigen Stand des Gewerberechts nicht zu prüfen. Ohne Aussprache wird auf Antrag des Vorsitzenden<br><span style="text-decoration: underline;">Einstimmig beschlossen</span>:<em> Die Gesuchstellerin ist persönlich geeignet, die Räumlichkeiten werden für geeignet gehalten, wobei eine erneute Überprüfung durch den Kreisbaumeister vorausgesetzt wird. Auflagen sind nicht zu erteilen.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_1 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30204" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30204" class="wp-image-30204 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-838-Bild-01-Wirtshaus-Ochsen.jpg" alt width="1200" height="745"><p id="caption-attachment-30204" class="wp-caption-text">Das Wirtshaus „Ochsen“ zu Zeiten der Straßensanierung (Archiv Mercaldi)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_2 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>6. November 1953 – Clubhaus TVO am Stadion in der Kreuzmühle 10</strong><br>Der Antrag des Turnvereins Oberkochen e.V. auf Erteilung der Gaststättenerlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft im neu errichteten Clubhaus auf dem Gemeindesportplatz wir auf Grund <span style="text-decoration: underline;">Einstimmigen Beschlusses</span> <em>befürwortet nach Maßgabe der in § 6 des Erbbauvertrags vom 28. Mai 1953 enthaltenen Einschränkungen.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_3 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30205" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30205" class="wp-image-30205 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-838-Bild-02-Clubheim.jpg" alt width="1200" height="791"><p id="caption-attachment-30205" class="wp-caption-text">Das Clubheim beim Stadion (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_4 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>18. Februar 1954</strong><br>Die Tochter des Grubwirts Franz Weber, Mathilde nun verehelichte Trittler, hat vor kurzem geheiratet. Sie hat um Erteilung der Gaststättenerlaubnis nachgefragt. Hiegegen bestehen nach Auffassung des Bürgermeisters weder in sachlicher noch in persönlicher irgendwelche Bedenken.<br><span style="text-decoration: underline;">Einstimmiger Beschluss:</span> <em>„Die Erteilung der Gaststättenerlaubnis für die Schankwirtschaft zur „Grube“ an Frau Mathilde Trittler geb. Weber wird befürwortet“.</em></p>
<p><strong>28. Juli 1954 – Clubhaus TVO am Stadion in der Kreuzmühle 10, Stellvertretungserlaubnis</strong><br>Von der dem Gerhard Fleury durch den Schankwirtschaftsinhaber, den Turnverein Oberkochen e.V., mit Erlaubnisurkunde des Landratsamtes vom 25. Juni 1954 erteilten Stellvertretungserlaubnis wird ohne Einwendungen Kenntnis genommen.</p>
<p><strong>20. Oktober 1954 – Wirtshaus „Lamm“ aus der Heidenheimer Straße 2</strong><br>Sophie Fischer geb. Braun. Verh. Köchin in Oberkochen beantragt Gaststättenerlaubnis für die Gastwirtschaft „Lamm“.<br><span style="text-decoration: underline;">Einstimmiger Beschluss</span><em>: „Der Antrag wird befürwortet“.</em></p>
<p><strong>29. Mai 1956 – Horst Herrling aus der Aalener Straße 47 (Altbau) an das Bürgermeisteramt</strong><br>Hierdurch bewerbe ich mich bei Ihnen, für den Verkauf von alkoholfreien Getränken sowie Eßwaren auf dem Volkmarsberg. Ich bin Ostflüchtling und für mich und meine Familie wäre diese Nebenbeschäftigung sehr willkommen.</p>
<p><strong>29. Mai 1956 – Karl Elmer aus der Dreißentalstraße 34 an das Bürgermeisteramt</strong><br><em>„Der Unterzeichner bewirbt sich um den Ausschank u. Esswarenverkauf auf dem Naturschutzgebiet Volkmarsberg um die Jahrespacht von 240 Mark sowie um die Erlaubnis zur Erstellung einer dem Gelände angepassten Ausschankstelle. Auf Grund meiner kleinen Rente möchte ich den Gemeinderat um Zustimmung bitten. Es ist auch mein Bestreben, daß das Naturschutzgebiet nicht verunreinigt wird.“</em><br><em>Hochachtungsvoll, Karl Elmer alt, Dreißtalstr. 34</em></p>
<p><strong>1. Juni 1956 – Hans Holz aus der Heidenheimer Straße 72 an das Bürgermeisteramt</strong><br>Laut Ausschreibung im Lokalblatt „Bürger und Gemeinde“ vom 29.5.1956 bezüglich Ausschank auf dem Volkmarsberg reiche ich hierdurch meine Bewerbung ein und bitte den Gemeinderat um Zustimmung.</p>
<p><strong>1. Juni 1956 – Verkaufsstand auf dem Volkmarsberg</strong><br>Von 1930 bis Kriegsende war auf dem Volkmarsberg Gelegenheit geboten, Getränke und Eßwaren an einem Stand des Emil Kopp einzunehmen. In den letzten Jahren ist immer wieder an die Gemeindeverwaltung mit dem Wunsch herangetreten worden, diese Möglichkeit wieder zu erneuern. Bisher verhielt man sich abwarten in der Hoffnung, die Amerikaner würden das Gelände auf dem Volkmarsberg räumen. In letzter Zeit ist das Bedürfnis so stark aufgetreten, daß es die Verwaltung für empfehlenswert hält, zunächst für ein Jahr ein Verkaufsrecht zu verpachten Kopp hat früher jährlich 300 Reichsmark bezahlt und auf seine Kosten in der Nähe des Turmes einen Verkaufsschuppen erstellt. Im Gemeindeamtsblatt hat der Bürgermeister vorsorglich aufgefordert, Bewerbungen einzureichen. Drei verschlossene Bewerbungen sind eingegangen. Sie werden in der Sitzung geöffnet. Es bewerben sich:</p>
<p style="padding-left: 40px;">• Horst Herrling, Aalener Straße 47, ohne Angabe eines Pachtpreises<br>• Karl Elmer, Dreißentalstraße 34, bietet 240 DM<br>• Hans Holz, Heidenheimer Straße 72, ohne Angabe eines Pachtpreises</p>
<p>In der Aussprache wird übereinstimmend der Auffassung des Vorsitzenden beigepflichtet, daß zunächst für ein Jahr eine Verpachtung des Verkaufsrechts stattfinden soll. Mit Rücksicht auf den gebotenen Pachtpreis von 240 DM soll dieser auf 250 DM festgesetzt werden.<br><span style="text-decoration: underline;">Einstimmiger Beschluß:</span> <em>„Das Alleinverkaufsrecht auf dem Volkmarsberg, im früheren Umfang der Gaststättenerlaubnis Kopp (einschließlich alkoholischer Getränke und Eßwaren) wird bis zum 31. März 1957 zum Pachtpreis von 250 DM an einen der drei Bewerber verpachtet.“</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_5 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30206" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30206" class="wp-image-30206 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-838-Bild-03-Sperrgebietam-Turm.jpg" alt width="1200" height="665"><p id="caption-attachment-30206" class="wp-caption-text">Sperrgebiet auf dem Volkmarsberg – US-Besatzungszone rund um den Turm (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_6 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>13. Juni 1956 – Bürgermeister an den Landrat Burkhardt</strong><br>Der Gemeinderat hat am 1. Juni 1956 beschlossen, ein Verkaufsrecht für Getränke und Eßwaren auf dem Volkmarsberg für die Zeit bis zum 31. März 1957 zu verpachten. Den Zuschlag erhielt ein sehr rühriges Vereinsmitglied, Herr Hans Holz, Oberkochen, Heidenheimer Straße 72. Die getroffene Wahl findet die Zustimmung der hiesigen Ortsgruppe des Albvereins. Wenn die endgültige Regelung der Frage nach einer Bereinigung der Verhältnisse mit den Amerikanern erfolgen kann, so wird dies im Einvernehmen mit dem Albverein geschehen. Ich bin überzeugt, dass Herr Holz sich dann wieder bewerben wird und könnte mir kaum denken, daß ihm der Gemeinderat den Zuschlag nicht erteilen würde. Ich wäre Ihnen sehr zu Dank verbunden, wenn Sie mich über das Ergebnis Ihrer Bemühungen um die Freigabe des Turmes unterrichten würden. Ich glaube, daß eine völlige Freigabe von Turm und Gelände nicht zu erreichen sein wird. Daher bitte ich zu prüfen, ob man den Amerikanern nicht empfehlen sollte, sich ihre Funkstelle zwar in der Nähe des Turmes, aber doch für den Wanderverkehr unbemerkt, etwa in einer Entfernung von rund 200 M vom Turm zu erstellen. Die Antennen könnten m.E. auf dem Turmdach in gleicher Höhe angebracht werden, wie von der Landespolizei vorgesehen. Eine solche Lösung könnte doch wohl nicht aus triftigen Gründen abgelehnt werden. Die Gemeinde würde sich sehr hinter einen entsprechenden Antrag des Albvereins stellen, der dann das Amt für Landesverteidungsleistungen beim Landratsamt Aalen zu richten wäre. Diese Kompromißlösung würde es möglich machen, den Turm und das umgebende Heidegelände wieder ganz zu benützen. Der Stacheldraht müßte selbstverständlich verschwinden und die frühere Turmhütte wäre zu erneuern. Mit vorzüglicher Hochachtung.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_7 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30207" style="width: 660px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30207" class="wp-image-30207 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-838-Bild-04-Die-erste-Holza-Huette.jpg" alt width="650" height="662"><p id="caption-attachment-30207" class="wp-caption-text">Die erste Hütte vom Holza-Hans (Archiv Müller)</p></div><div id="attachment_30199" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30199" class="wp-image-30199 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-838-Bild-05-Huette-im-Winter.jpg" alt width="1200" height="725"><p id="caption-attachment-30199" class="wp-caption-text">Die Hütte vom Holza-Hans im Winter 1959 (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_8 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>31. März 1960 – Bergschenke Holz auf dem Volkmarsberg</strong><br>Nach dem Pachtvertrag vom 28. Mai 1957 ( /24 der Reg.Akten Nr. 4111/Bergschenke auf dem Volkmarsberg) sind die Werkzeugmacherseheleute Hans und Frieda Holz berechtigt „auf dem Gemeindegrundstück Parz. Nr. 2692 auf dem Volkmarsberg (un¬terhalb des sogenannten Übungshanges) einen Verkaufsstand zu errichten und in diesem Getränke, Eß- und Rauchwaren anzubieten.” Das Pachtverhältnis endigt mit dem heutigen Tage. Der Pachtzins war auf jährlich 450,– DM festgesetzt.<br>Der Pächter hat am 15. Marz beim Bürgermeisteramt vorgespro¬chen und den Antrag gestellt, das Pachtverhältnis zu ver¬längern. Da er verschiedene Investitionen vorgenommen habe und noch vorzunehmen beabsichtige, wünsche er eine längere Pachtzeit. Den Abschluß eines Pachtvertrages auf 10 Jahre würde er sehr begrüßen.<br>Der Vorsitzende berichtet eingehend über den Stand der Frei¬gabebemühungen um Turm und Hütte auf der Kuppe des Volkmarsberges. Nach den gegenwärtigen Verhältnissen zu urteilen – die Amerikaner haben seit einiger Zeit Turm und Hütte mit ihrer Funkstation verlassen und bemühen sich, in Bayern eine Funkstation aufzubauen – könne mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer baldigen völligen Freigabe des Berges gerechnet werden. Unter diesen Umstanden sei es notwendig, bezüglich des Pachtverhältnisses völlig neue Überlegungen anzustellen. Es wäre unverantwortlich, in diesem Schwebezustand das Pachtverhältnis auf einen größeren Zeitraum als 1 Jahr zu verlängern. Der Vorsitzende stellt daher den Antrag der Gemeinderat wolle beschließen:</p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>1) Das im Vortrag genannte Pachtverhältnis mit den Werkzeugmacherseheleuten*** Hans und Frieda Holz wird zu den gleichen Bedingungen und zum selben Pachtpreis um 1 Jahr, d.h. bis zum 31. März 1961 verlängert.</em><br><em>2) Die Pächter sind ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, während dieses Schwebezustandes keine weiteren Investitionen vorzunehmen.</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Nach kurzer Aussprache wird der Antrag einstimmig zum Beschluss erhoben.</span><br><strong>Anmerkung:</strong> Während der Beratung und Beschlussfassung über diesen Punkt der Tagesordnung war Gemeinderat Kolb wegen Befangenheit abgetreten.<br><strong>*** Hinweis.</strong> Es war früher üblich den Beruf des Mannes immer mit einzubinden. Da sind unsere alten Einwohnerbücher wahre Fundgruben wie z.B. (allerdings beschränkte sich das bei uns auf die Witwen):</p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>• <strong>Babilotte</strong> Marta (Tiberius), Schriftstellers-Witwe</em><br><em>• <strong>Bezler</strong> Maria (Karl), Bohrermachers-Witwe</em><br><em>• <strong>Eisele</strong> Maria (Josef), Friseurs-Witwe</em><br><em>• <strong>Gnosa</strong> Auguste (Fritz), Rangieraufsehers-Witwe</em><br><em>• <strong>Harpeng</strong> Hedwig (Fritz), Heizers-Witwe</em><br><em>• <strong>Kreuziger</strong> Marie (Heimrich), Straßenwarts-Witwe</em><br><em>• <strong>Lindner</strong> Frida (Eugen), Lagerarbeiters-Witwe</em><br><em>• <strong>Pyttel</strong> Viktoria (Paul), Kohlenhäuers-Witwe</em><br><em>• <strong>Schwabe</strong> Frida (Johannes), Oberstleutnants-Witwe</em><br><em>• <strong>Zettler</strong> Maria (Josef), Verwaltungsboten-Witwe</em></p>
<p><strong>15. Juli 1960 – Clubhaus TVO am Stadion in der Kreuzmühle 10</strong><br>Die Vergabe der Bewirtschaftung des nunmehr im Eigentum der Gemeinde stehenden Clubhauses beim Sportplatz war im Gemeindeamtsblatt “Bürger und Gemeinde” am 20.5.1960 (Nr.20) öffentlich ausgeschrieben mit der Aufforderung an die Interes¬senten, Bewerbungen binnen einer Woche abzugeben. Der Clubhaus¬pächter hat zugleich die Aufgaben eines Platzwartes für die Sportstatten wahrzunehmen. Auf die Ausschreibung haben sich beworben:<br><em>Karl und Monika Elmer, Werkzeugmacherseheleute in Oberkochen.</em><br>Am 13. dieses Monats ging — allerdings verspätet- eine weitere Bewerbung ein. Herr Walter Apelt in Schlangenbad-Georgeborn (heutiger Rheingau-Taunuskreis, westlich von Wiesbaden), war anlässlich eines Besuchs in Oberkochen von Bekannten auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht wurde, interessiert sich ebenfalls für die Übernahme der Bewirt¬schaftung des Clubhauses. Sein Bewerbungsschreiben (/114) wird vorgetragen.<br>Der Vorsitzende hat mit den Eheleuten Elmer, weil sie die alleinigen Bewerber waren, bereits verhandelt. Die Ehefrau hat in der Erwartung der Übernahme der Bewirtschaftung ihr seitheriges Arbeitsverhältnis bereits gelöst. Die Eheleute Elmer, die in geordneten Familienverhältnissen leben, einen guten Leumund besitzen, sind als Pächter bestens geeignet. Der Ehemann ist in der Lage, auch die Aufgaben eines Platzwartes zu erfüllen. Aus den dargelegten Gründen kann die Bewerbung des Walter Apelt – wenn man von dem verspäteten Eingang absieht – nicht mehr berücksichtigt werden. Die Bedingungen des Pachtvertrages werden nochmals vorgetragen. Nach zustimmender Aussprache, an der sich die Gemeinderäte Dr. Schmid, Liebmann und Kolb beteiligen, wird auf Antrag des Vorsitzenden <span style="text-decoration: underline;">einstimmig beschlossen:</span></p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>1) Die Bewirtschaftung des Clubhauses beim Gemeindesportplatz wird den Werkzeugmachereheleuten Karl und Monika Elmer, Oberkochen zu den Bedingungen des Pacht- und Mietvertrages übertragen.</em><br><em>2) Das Gaststättenerlaubnisgesuch der Eheleute Elmer auf Erteilung der Vollkonzession zur Bewirtschaftung des Clubhauses wird befürwortet. Die persönliche Eignung der Antragssteller wird ausdrücklich festgestellt. Die Räumlichkeiten sind geeignet.</em></p>
<p><strong>20. März 1961 – Hans Holz an die Gemeinde</strong><br><span style="text-decoration: underline;">Pachtvertrag vom 28.5.1957 Parz. 2692 Volkmarsberg</span><br>Nach dem mit der Gemeinde Oberkochen abgeschlossenen und vorliegenden Pachtvertrag läuft die Pachtdauer am 31.3.1961 ab.<br><em>„Es ist Ihnen bekannt, dass sich gerade die Volkmarsbergschenke im Verlaufe der vergangenen drei Jahre einer großen Beliebtheit erfreut. Alle wanderfreudigen Menschen finden in der Schenke einen erholsamen Rast-Aufenthalt. Dass der Aufbau der Schenke nur unter grossem persönlichen Opfer geschehen konnte, ist allen Besuchern wohlbekannt. Alle diese Menschen, welche nun schon diese drei Jahre in der Einkehr in der Schenke, nach einem Spaziergang, halten, können sich diese Raststätte gar nicht mehr wegdenken. Ich habe mir die allergrösste Mühe gegeben, allen Einkehrenden eine gute Bewirtung zu gewährleisten. Das ist mir auch gelungen. Das anliegende Heft mit vielen Unterschriften möge nicht nur meinen Wunsch, sondern speziell auch den der Spaziergänger kundtun, dass diese Schänke bestehen bleiben möge. Daher erlaube ich mir höflichst, bei Ihnen den Antrag einzubringen, dass der Pachtvertrag auf 10 Jahre weiterverlängert wird. Ich bedanke mich bei Ihnen im voraus für das Verständnis, welches Sie meinem Antrag entgegenbringen mögen, herzlichst.“</em></p>
<p><strong>20. Juli 1962 – Bergschänke Holz</strong><br>Herr Hans Holz beabsichtigt die Wandschenke auf dem Volkmarsberg zu erweitern. Der Vorsitzende erläutert die Pläne und stellt sie zur Diskussion:<br><strong>GR Dr. Hans Schmid meint:</strong> <em>„Man müsse sich dem Naturschutzgebiet anpassen und dürfe keine Holzbaracke erstellen, so wie geplant, sei es eine bessere Scheuer.“</em><br><strong>GR Willibald Mannes ist der Ansicht:</strong><em> „Der Barackencharakter müsse verschwinden.“</em><br><strong>GR Josef Krok erklärt:</strong> <em>Die Invesetierung müsse sich rentieren, deshalb sei eine längere Pachtzeit zu erwägen.“</em><br><em>GR Anton Hauber meint: „Der Gemeinderat habe beschlossen, eine Schankstelle für alkoholfreie Getränke einzurichten. Wenn diese jetzt vergrößert werde, sei die Gemeinde für weitere 10 Jahre sowieso festgelegt.“</em><br><strong>GR Reinhold Liebmann schlägt vor:</strong> <em>„Man solle die Schankstätten von Holz und die des Schwäbischen Albvereins zusammenfassen. Man könne sich denken, daß der Albverein ein gutes Haus baue, das von Holz bewirtschaftet wird.“</em><br><strong>GR Dr. Hans Schmid ist der Ansicht</strong> <em>„man müsse etwas weiter denken, man solle sich die Möglichkeit nicht verbauen, evtl. später ein Kurhotel zu bauen. Wenn der neue Plan doch nicht das Richtige ist, solle man es lassen, wie es ist.“</em><br><strong>GR Willibald Mannes schlägt vor,</strong> <em>„Herrn Holz aufzufordern, eine genaue Baubeschreibung zu bringen.“</em><br><em><strong>Ortsbaumeister Helmut Kranz warnt davor</strong>,</em> „die Pläne zu genehmigen, es würde für Fremde nicht gut aussehen.“<br><strong>GR Hermann Illg stellt fest,</strong> <em>„daß der Volkmarsberg als Oase der Ruhe betrachtet wird und die Waldschenke zuerst nur für den Ausschank alkoholfreier Getränke gedacht gewesen sei.“</em><br><strong>GR Josef Krok erklärt,</strong><em> „daß man wegen der Skiabfahrtsstrecke dafür sorgen müsse, daß man warm essen und trinken könne. Deshalb sei der Ausschank auf dem Berg und die Waldschenke getrennt zu halten. Auch er lehnt die Baracke in der geplanten Form ab.“</em><br><strong>Gemeindeamtmann Albert Bahmann teilt dem Plenum mit</strong><em>, daß der Pachtvertrag mit Herrn Holz noch nicht abgeschlossen sei.“</em><br><strong>Der Vorsitzende schlägt darauf hin vor,</strong> „<em>die Sache zurückzustellen bis der Pachtvertrag unterzeichnet ist.“</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Dieser Antrag wird einstimmig zum Beschluss.</span></p>
<p><strong>26. Mai 1975 – Landratsamt an Hans Holz</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_9 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30202" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30202" class="wp-image-30202 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-838-Dok-01-Schreiben-Landratsamt.jpg" alt width="1200" height="1644"><p id="caption-attachment-30202" class="wp-caption-text">Das Schreiben des Landratsamtes besiegelte das Aus – Seite 1 (Archiv Rathaus)</p></div><div id="attachment_30203" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30203" class="wp-image-30203 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-838-Dok-02-Schreiben-Landratsamt.jpg" alt width="1200" height="1703"><p id="caption-attachment-30203" class="wp-caption-text">Das Schreiben des Landratsamtes besiegelte das Aus – Seite 2 (Archiv Rathaus)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_10 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>14. Juni 1975 – Auflösung der Volkmarsbergschänke, Brief an die Stadtverwaltung</strong><br><em>„Wir möchten Ihnen hiermit bekanntgeben, daß wir zum 31. Juli 1975 die Bergschänke auf dem Volkmarsberg Nr. 5 auflösen und somit gleichzeitig unseren Pachtvertrag zum 31. Juli 1975 kündigen. Wir sehen uns zu diesen Entschluß gezwungen, da wir es nicht einsehen, die gestellten Bedingungen vom Landratsamt Aalen (siehe beiliegende Copie dieser Auflage) zu erfüllen. Wir bitten um Bestätigung.“</em><br><em>Hochachtungsvoll Hans Holz</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_11 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30200" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30200" class="wp-image-30200 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-838-Bild-06-Ende-Holza-Hannes.jpg" alt width="1200" height="694"><p id="caption-attachment-30200" class="wp-caption-text">Das war’s – der Holza-Hans gab auf (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_12 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>12. Mai 1971 – Brief des Landratsamtes an den Bürgermeister</strong><br>Die „Sonne“ mit Ihrem damaligen Gastwirt Karl Theilacker war mal wieder Stein des Anstoßes. Das Landratsamt war mit dem „Großen Besteck“ vor Ort: Staatl. Gesundheitsamt, Wirtschaftskontrolldienst und Kreisbaumeisterstelle. Es wurden sage und schreibe 24 Punkte bemängelt, die bis 31. Mai 1971 zu beseitigen sind (sehr sportliche Vorgabe) so z.B.</p>
<p style="padding-left: 40px;">- Fehlende Speisekarten am Eingang und auf den Tischen<br>- Aushang des Jugendschutzgesetzes<br>- Mangelnde Sauberkeit in der Küche<br>- Die Wirtschaftsküche ist keine Wohnküche<br>- Auf den Toiletten fehlen Handtrockungsmöglichkeiten und Seife<br>- Verschiedene Treppen sind nicht sicher zu begehen<br>- In allen Zimmern ist der Anstrich zu erneuern und die Handwaschbecken zu erneuern<br>- Ein Feuerlöscher fehlt<br>- Etcetera pp…..</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_13 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30201" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30201" class="wp-image-30201 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-838-Bild-07-Lamm-mit-Terasse.jpg" alt width="1200" height="756"><p id="caption-attachment-30201" class="wp-caption-text">Die alte Lamm-Terrasse – hoffentlich bald wiederbelebt (Archiv Mercaldi)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_14 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Und somit ist das Thema „Wirtschaften in Oberkochen“ endgültig abgeschlossen. Ich hoffe, dass für jeden etwas dabei war und wünsche mir, bald auf der Terrasse des alten „Lamm“ sitzen und mit einer Kaffeebraunen im kleinen Schwarzen ein kühles Blondes oder einem Vino Bianco genießen zu können –</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>„Billie vom Sonnenberg“</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Bericht 837: Unsere Wirtshäuser in Oberkochen – Nachschlag Teil 16</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-837-unsere-wirtshaeuser-in-oberkochen-nachschlag-teil-16/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2025 22:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
		<category><![CDATA[Gasthäuser, Mühlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=30165</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_1 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff;"><strong>Schnipsel aus dem Rathaus</strong></span>, so möchte ich diesen Teil nennen. Im Frühjahr saß ich wieder mal im Fraktionszimmer im Rathaus und kämpfte mich durch die Unterlagen, die Nathalie Gentner aus den Tiefen des Archives für mich bereitgestellt hatte. Dabei fand ich Dokumente, die durchaus interessant sind, aber nicht für einen Bericht taugen. Also entschloss ich mich daraus einen Sammelbericht zu erstellen, um diese Schätze aus dem Dunkel der Vergangenheit ans Tageslicht zu holen. Die Namen werden teilweise weggelassen, weil zu pikant, die Inhalte finden aber den Weg ins Freie.<br><span style="color: #3366ff;"><strong>Die Rechtschreibung und die Formulierungen</strong></span> wurden absichtlich so belassen, um der damaligen Zeit gerecht zu werden.</p>
<p><strong>27. Juni 1925 – Wirtschaftserlaubnis vom Oberamt Aalen für Emil Kopp Oberkochen</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_16 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30181" style="width: 660px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30181" class="wp-image-30181 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-837-Bild-01-WIrtschaftserlaubnis.jpg" alt width="650" height="943"><p id="caption-attachment-30181" class="wp-caption-text">Das Oberamt erteilte die WIrtschaftserlaubnis schon im Jahr 1925 (Archiv Rathaus)</p></div><div id="attachment_30175" style="width: 1209px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30175" class="wp-image-30175 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-837-Bild-02-Volkmarsberg-1930.jpg" alt width="1199" height="870"><p id="caption-attachment-30175" class="wp-caption-text">Der Volkmarsberg im Jahr 1930 (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_17 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>30. April 1930 – Gemeinde Oberkochen an Emil Kopp aus der Heidenheimer Straße 44</strong><br>Emil Kopp hier, der auf dem Volkmarsberg eine Schankstätte und eine Handlung besitzt, bietet der Gemeinde 300 Reichsmark, sofern ihm dieselbe das Alleinverkaufsrecht auf dem Volkmarsberg übergibt und von keiner anderen Seite Waren irgendwelcher Art feilgeboten werden.<br><span style="text-decoration: underline;">Nach Beratung wird einstimmig beschlossen:</span> <em>„Dem Emil Kopp, Handlung hier das Alleinverkaufsrecht auf dem Volkmarsberg einzuräumen gegen eine jährliche Abgabe von 300 Reichsmark zahlbar je auf 1. Oktober und erstmals auf 1. Oktober 1930. Waren irgendwelcher Art dürfen sonst von keiner anderen Seite verkauft werden. Die Pachtdauer beträgt vorerst 10 Jahre.“</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_18 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30176" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30176" class="wp-image-30176 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-837-Bild-03-Turm-mit-Huette-und-Kiosk.jpg" alt width="1200" height="710"><p id="caption-attachment-30176" class="wp-caption-text">Unser Turm. Links die erste Hütte und rechts der erste Kiosk (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_19 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>27. April 1939 – Der Landrat in Aalen an Emil Kopp Oberkochen</strong><br><em>„Von zuständiger Seite wurde ich darauf hingewiesen, dass der von Ihnen auf dem Volkmarsberg erstellte unschöne Schuppen, in welchem Sie Getränke u. Lebensmittel aufzubewahren pflegen, das Gebiet verunstalte u. dass dessen Entfernung dringend erwünscht sei. Ich ersuche Sie daher, in Benehmen mit Herrn Forstmeister Wiech, den ich von meinem Vorgehen verständigt habe, den Schuppen zu entfernen u. an einem geeigneten, der Sicht verdeckten Platz, aufzustellen. Ich weise noch darauf hin, dass ich für den Fall, dass Sie sich der Entfernung des Schuppens widersetzen sollten, gegen Sie mit Zwangsmaßnehmen vorgehen werde.“</em><br><em>Gez. Engel</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_20 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30177" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30177" class="wp-image-30177 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-837-Bild-04-Grundmauern.jpg" alt width="1200" height="900"><p id="caption-attachment-30177" class="wp-caption-text">Lost Place: Vermutlich die alten Grundmauern des Kopp’schen Kiosks auf dem Volkmarsberg (Archiv Bihlmaier)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_21 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>11. November 1939 – Erlassung eines Wirtshausverbotes durch den Polizeivorstand in Heidenheim</strong><br><strong>Anmerkung:</strong> Es handelt sich dabei um einen Schlosser, der in Heidenheim wohnte und vermutlich in Oberkochen arbeitete. Dem Schreiben ist auch ein Foto beigeheftet.<br><em>„Aufgrund der Polizeiverordnung vom 18.10.1939 über Erlassung eines Wirtshausverbot wird hiermit dem NN auf die Dauer eines halben Jahres bis 1.6.1939 das Betreten von Gaststätten, in denen alkoholische Getränke verabfolgt werden, untersagt. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 Reichsmark bestraft. Den Wirten wird hiermit die Auflage erteilt, dem NN keine alkoholhaltigen Getränke zu verabreichen. Im Falle der Zuwiderhandlung wird ein Verfahren zur Untersagung des Betriebs wegen Unzuverlässigkeit eingeleitet.“</em></p>
<p><strong>10. Februar 1941 – Kaltwalzwerk an Bürgermeister Heidenreich</strong><br><em>„Anlässlich eines Telefongesprächs gaben wir Ihnen bereits davon Kenntnis, dass unser Gefolgschaftsmitglied NN des öfteren wegen Trunkenheit seiner Arbeit fernbleibt. Schon früher sind derartige Fälle vorgekommen. Eine genaue Kontrolle war nicht immer möglich, da NN hinterher meist mehrere Tage der Arbeit fernblieb und sich mit Krankheit entschuldigte. Wir mussten bereits häufiger NN wegen Trunkenheit bei Arbeitsbeginn nach Hause schicken. In einem Fall haben wir sogar die Hilfe des hiesigen Landjägers zuziehen müssen. Vom Donnerstag den 6.2., abends 6 Uhr bis Freitagmorgen 6 Uhr hatte NN gearbeitet, war sofort anschliessend in eine Wirtschaft gegangen und erschien um ¾ 11 Uhr bereits betrunken im Betrieb, um den Betriebsführer zu sprechen. Um 12 Uhr erschien NN wieder. Beidemale haben wir NN sehr energisch aufgefordert, sofort nach Hause zu gehen und sich Schlafen zu legen. Abends um 21 Uhr wurde er in der Wirtschaft „Pflug“ gesehen, und zwar total betrunken. Zur Arbeit am Freitagabend ist er natürlich nicht erschienen. Wir werden Ihnen in Zukunft sämtliche Fälle schriftlich melden, damit Sie evtl. ein Wirtshausverbot gegen NN erlassen können. In nüchternem Zustand ist NN ein ausgezeichneter Arbeiter.</em><br><em>Gez. Heil Hitler!</em></p>
<p><strong>13. Februar 1941 – Bürgermeister an Landrat</strong><br><em>„Ich übergebe in der Anlage Abschrift einer Zuschrift der Firma Kaltwalzwerk vom 10. Februar 1941 zur geflissentlichen Kenntnisnahme. Über den Inhalt dieser Zuschrift hinaus ist NN in der ganzen Gemeinde bekannt, dass er weit über den Rahmen des Üblichen hinaus dem Alkohol zuspricht. Seitens der Ehefrau des B. sind Klagen nicht vorgebracht worden, ich habe den Eindruck, dass diese den übermässigen Alkoholgenuss ihres Ehemanns duldet, bzw. nichts dagegen einwendet. Fürsorgemassnahmen sind für die Familie noch nicht notwendig geworden. NN verdient je nach seinen Akkordleistungen wöchentlich 60 – 77 Reichsmark, daneben bezieht er für seine 9 minderjährigen Kinder monatlich 120 Reichsmark Kinderbeihilfe. Ich beantrage gegen NN Wirtshausverbot zu verhängen, mindestens aber ihn ernstlich zu verwarnen. Dem Finanzamt Aalen gebe ich Mitteilung wegen ev. Entzug der Kinderbeihilfe.“</em><br><em>Heidenreich, Bürgermeister der Gemeinde Oberkochen</em></p>
<p><strong>15. Februar 1941 – Androhung des Wirtshausverbotes durch das Landratsamt an NN.</strong><br><em>„Wie ich erfahren habe, sprechen Sie zur Zeit dem Alkohol mehr zu, als es für Sie und Ihre Familie gut ist. Ich sehe vorerst davon ab, gegen Sie ein Wirtshausverbot zu erlassen, verwarne Sie aber eindringlich und ermahne Sie, den Genuß von Alkohol wesentlich einzuschränken, andernfalls ich genötigt wäre, Ihnen den Besuch von Wirtschaften für längere Zeit zu verbieten.“</em><br><em> In Vertretung: gez. Regierungsrat Von Lütgendorff</em></p>
<p><strong>17. Februar 1941 – Wirtshausverbot für NN</strong><br><em>„Ihr Arbeitgeber hat Klage darüber geführt, dass Sie wiederholt wegen Betrunkenheit der Arbeit fern geblieben sind. Nachdem während des Kriegs auf keine Arbeitskraft verzichtet werden kann, untersage ich Ihnen den Besuch aller Wirtschaften innerhalb des Deutschen Reichs auf die Dauer von 6 Monaten gem. § 1 der Polizeiverordnung über das Wirtshausverbot vom 18. Oktober 1939 (RGBL I S.2115). Gegen dieses Wirtshausverbot ist die Beschwerde zulässig. Sie ist innerhalb von zwei Wochen, von Tag der Zustellung des Verbots an gerechnet, bei mir schriftlich anzubringen. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung.“</em><br><em> In Vertretung: gez. Regierungsrat Von Lütgendorff</em></p>
<p><strong>25. September 1941 – Aufhebung des Wirtshausverbotes für NN</strong><br><em>„Das gegen Sie am 17. Februar 1941 verhängte Wirtshausverbot wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Sie werden jedoch dringend ermahnt, Ihren Bedarf an Alkoholganz bedeutend einzuschränken. Sofern Sie wiederholt betrunken angetroffen werden sollten, haben Sie mit erneuter Verhängung des Wirtshausverbotes und dessen Bekanntmachung im Kreisamtsblatt zu rechnen.“</em><br><em> In Vertretung: gez. Regierungsrat Dr. Harzer</em></p>
<p><strong>9. Juni 1949 – Adolf Fischer Autotransporte aus der Katzenbachstraße 20 an das Bürgermeisteramt</strong><br><span style="text-decoration: underline;">Vorübergehende Gaststättenerlaubnis</span><br><em>„Am Sonntag, den 29.5.1949 habe ich auf dem Volkmarsberg einen Schankwirtschaftsbetrieb eröffnet. Wie mir nachträglich zur Kenntnis gebracht wurde, ist hierfür nach dem Gaststättengesetz eine Erlaubnis des Bürgermeisteramtes erforderlich, zumal das Gelände, auf dem der Wirtschaftsbetrieb ausgeübt wird, Gemeindeeigentum ist. Ich bitte, mir nachträglich die Erlaubnis für den obengenannten Tag zu erteilen und möchte dazu anfügen, dass ich im kommenden Sommer bei schönem Wetter des öfteren einen derartigen Betrieb ausüben möchte. Die von Fall zu Fall erforderliche Einzelgenehmigung werde ich jeweils rechtzeitig vorher beim Bürgermeisteramt einholen. Sofern sich der Betrieb als rentierlich erweist, ist beabsichtigt, eine Dauerkonzession beim Landratsamt Aalen zu beantragen.“</em></p>
<p><strong>17. Juni 1949 – Emil Kopp Lebensmittel aus der Heidenheimer Straße 44 an das Bürgermeisteramt</strong><br><span style="text-decoration: underline;">Gesuch Volkmarsbergschenke</span><br><em>„Auf vielseitigen Wunsch hin, habe ich mich entschlossen, meine Bergschenke auf dem Volkmarsberg wieder zu eröffnen. Hierüber habe ich am 17.6.1949 bereits mit Bürgermeister Bosch Rücksprache genommen. Da ich sowohl der Gemeinde als auch meiner Kundschaft gegenüber stets meinen Pflichten nachgekommen bin, bitte ich die Herren Gemeinderäte meinem Gesuch auf weitere 10 Jahre stattzugeben“</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_22 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30178" style="width: 660px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30178" class="wp-image-30178 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-837-Bild-05-Lebensmittel-Kopp.jpg" alt width="650" height="442"><p id="caption-attachment-30178" class="wp-caption-text">Das Kopp’sche Lebensmittelgeschäft in der Heidenheimer Straße 44 (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_23 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>9. September 1949 – Anna Edinger aus der Aalener Straße 2 an das Bürgermeisteramt</strong><br><span style="text-decoration: underline;">Betrieb einer Verkaufsstelle auf dem Volkmarsberg</span><br><em>„Ich bewerbe mich hiermit um die Konzession zum Betrieb einer Verkaufsstelle für “Bier, Wein, Spirituosen, Rauchwaren und Lebensmittel aller Art” auf dem Volkmarsberg und bitte den Gemeinderat, mir hierzu die Genehmigung zu erteilen, wobei ich hoffe, dass Sie mir als Oberkochener Bürger den Vorzug geben. Im Anschluss an das elterliche Geschäft dürfte Ihnen die Gewähr dafür geboten sein, dass die Verkaufsstelle in besten Händen liegt. Ihrem Bescheid sehe ich entgegen und grüsse hochachtungsvoll.“</em></p>
<p><strong>24. Mai 1950 – Platzpacht auf dem Volkmarsberg</strong><br>An den Bürgermeister sind verschiedene Interessenten herangetreten, die über die Sommermonate beim Aussichtsturm des Albvereins eine Verkaufsstelle für Getränke, Speisen und Rauchwaren einrichten möchten. Im Vorjahr hat die Besatzungsmacht, die im Aussichtsturm zur Zeit eine Funkstation unterhält, an einigen Sonntagen gestattet, dass Getränke und dergleichen verabreicht wurden. Der Vorsitzende möchte die Auffassung des Gemeinderats kennenlernen; er hat vor, zunächst mit der Besatzungsmacht zu verhandeln und bei zustimmendem Bescheid im Wege des öffentlichen Aufstreichs einen Pächter zu ermitteln. Die Absicht des Vorsitzenden wird allseits mit Zustimmung zur Kenntnis genommen. Besonders wird darauf hingewiesen, dass nicht mehrere Verkaufsstände zugelassen werden dürfen, sondern dass der Verkauf von Getränken und Speisen als auch von Rauchwaren und anderen Artikeln ausschliesslich in eine Hand kommen müsse.<br><span style="text-decoration: underline;">Einstimmiger Beschluss:</span> <em>„Im Falle der Zustimmung durch die Besatzungsmacht ist der Verkauf von Getränken, Speisen und anderen Waren auf dem Volkmarsberggelände im öffentlichen Aufstreich für den Sommer 1950 auszubieten. Der Gemeinderat behält sich die Erteilung des Zuschlages vor.“</em></p>
<p><strong>2. Juni 1950 – Bürgermeister Bosch an den US-Resident-Officer</strong><br>Auf dem der Gemeinde Oberkochen gehörenden Geländes des Volkmarsberges unterhält die Besatzungsmacht in dem dort befindlichen Aussichtsturm sowie in der Unterkunftshütte des Schwäbischen Albvereins eine Funkstation. Der Volkmarsberg ist ein im Land Württemberg und darüber hinaus weit bekannter und beliebter Ausflugsort Insbesondere während der Sommermonate wird die Bergkuppe von vielen Wanderern besucht. Es ist daher ein Bedürfnis vorhanden, auf dem Berggelände eine Schankstätte in einfacher Form, etwas als Blockhütte, zur Ausgabe von Getränken und Speisen zu einzurichten. Die Gemeinde wäre dem Herrn US-Resident-Officer sehr zu Dank verbunden, wenn er zu diesem Vorhaben seine Zustimmung geben bzw. die Zustimmung der hierfür kompetenten Dienststelle erwirken würde. Bei dieser Gelegenheit darf doch auf die beim gestrigen Forum in Oberkochen in der gleichen Richtung liegende Anfrage höflich Bezug genommen werden. Für einen baldgfl. Bescheid wäre wir sehr dankbar.</p>
<p><strong>18. Mai 1951 – Verkaufsstand auf dem Volkmarsberg</strong><br>Von verschiedenen Seiten wurde an die Gemeindeverwaltung herangetreten wegen der Erlaubnis zur Aufstellung eines Erfrischungsstandes auf dem Volkmarsberggelände. Der Vorsitzende trägt die frühere Regelung vor, wonach einem einzigen Pächter das Alleinverkaufsrecht um den Pachtpreis von jährlich 300 Reichsmark auf 10 Jahre verpachtet war. Bei der eingehenden Diskussion erklärt sich die Mehrheit der Mitglieder dagegen, dass auf dem Volkmarsberg ein Verkaufsstand errichtet wird. Solange der Aussichtsturm von der Besatzungsmacht nicht freigegeben sei, sei mit einem stärkeren Besuch des Volkmarsberges nicht zu rechnen. Die Errichtung eines solchen Verkaufsstandes berge auch die Gefahr der Verschandelung des Naturschutzgeländes und der Beschädigung von erst eingesetzten Fichtenkulturen in sich. Auf Antrag von Gemeinderat Hauber, dem sich die Herren Renner und Grupp anschließen, wird<br><span style="text-decoration: underline;">Einstimmig beschlossen:</span><em> „Im Jahr 1951 wird die Erlaubnis zur Errichtung eines Verkaufsstandes nicht erteilt.“</em></p>
<p><strong>14. Juni 1951 – Wirtshaus „Sonne“ aus der Sperberstraße 19</strong><br>Der Metzgermeister Alois Betz, bisheriger Pächter auf dem Gasthaus mit Metzgerei „Zum Grünen Baum“, hat Ecke Sperberstraße / Lerchenstraße einen Neubau mit Gastwirtschaft und Metzgerei erstellt. Mit Antrag vom 14. Juni 1951 bitte er um Gaststättenerlaubnis. Die Bedürfnisfrage ist nicht zu prüfen. Der Gemeinderat hat sich lediglich zur Eignung der Räumlichkeiten und des Gastwirts zu äußern. Betz besitzt die Konzession „Zum Grünen Baum“ seit Jahren; Anlass zu irgendwelchen Beanstandungen hat er nicht gegeben. Die Räumlichkeiten sind auf ihre Eignung als Gastwirtschaft zweifellos im baupolizeilichen Verfahren bereits geprüft worden, da sonst die Baugenehmigung nicht erteilt worden wäre.<br><span style="text-decoration: underline;">Einstimmiger Beschluss:</span><em> „Das Gaststättenerlaubnisgesuch des Alois Betz für die Gastwirtschaft „Zur Sonne“ im Gebäude Sperberstraße 19 wird befürwortet.“</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_24 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30179" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30179" class="wp-image-30179 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-837-Bild-06-Gasthaus-Sonne.jpg" alt width="1200" height="1620"><p id="caption-attachment-30179" class="wp-caption-text">Sperberstraße 19 — Gasthof und Metzgerei „Sonne“ in den 50er Jahren (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_25 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>26. Juni 1951 – Wirtshaus „Grüner Baum“ aus der Heidenheimer Straße 31</strong><br>Der bisherige Pächter auf dem „Grünen Baum“, Alois Betz, hat am 1. Juli 1951 die neue Gastwirtschaft „Zur Sonne“, Ecke Lerchen-/Sperberstraße, eröffnet. Sein Nachfolger auf dem „Grünen Baum“ ist der Metzgermeister Karl Friedle aus Stuttgart. Friedle beantragt die Erteilung einer Gaststättenerlaubnis im gleichen Umfang wie sein Vorgänger Betz sie innehatte. Der Vorsitzende führt aus, dass die Äußerung des Gemeinderats ihren Sinn verloren habe, seit die Bedürfnisfrage nicht mehr geprüft werden darf. Gegen die Räumlichkeiten seien keine Bedenken zu erheben, da sie ja bisher schon konzessioniert gewesen seien. Ob gegen die Person des Antragstellers Bedenken erhoben werden müssen, könne erst entschieden werden, wenn Führungszeugnis und Strafregisterauszug vorliegen, daher<br><em><span style="text-decoration: underline;">Beschluss:</span></em> „Kenntnisnahme ohne Äußerung“.</p>
<p><strong>1952 – Café Gold aus dem Turmweg 08</strong><br>Linus Gold, der bisherige Pächter von Café Gold, hat das Pachtverhältnis auf 30. November 1954 gelöst. Der Schankwirtschaftsbetrieb soll ab 1. Dezember 1952 von dessen Schwester, Frau Klara Schuboe geb. Gold, übernommen werden. Die Bedürfnisfrage ist nicht mehr zu prüfen, ebenso ist zu der Eignung der Räume eine Äußerung nicht abzugeben, da sie bisher schon als geeignet befunden wurden. Hinsichtlich der persönlichen Eignung der Antragsstellerin wird erfolgt der<br><span style="text-decoration: underline;">Einstimmige Beschluss:</span><em> „Das Gaststättenerlaubnisgesucht ist zu befürworten“.</em></p>
<p><strong>August 1952 – Wirtshaus „Lamm“ aus der Heidenheimer Straße 02</strong><br>Die bisherige Pächterin Ida Lebzelter hat das Pachtverhältnis zum 31. Juli 1952 gelöst. Nachfolger ist der Kellner Josef Kirchmann aus Aalen. Kirchmann beantragte die Gaststättenerlaubnis im gleichen Umfange, wie die Vorgängerin sie innehatte. Der Vorsitzende führt aus, dass der Gemeinderat die Bedürfnisfrage nicht mehr zu prüfen habe. Gegen die Räumlichkeiten der Gaststätte seien keine Einwendungen zu erheben. Ob gegen die Person des Antragstellers Bedenken erhoben werden müssen, könne erst entscheiden werden, wenn das Führungszeugnis und ein Strafregisterauszug vorliegen.<br><span style="text-decoration: underline;">Einstimmiger Beschluss</span>:<em> Dem Gesuch wird zugestimmt.</em></p>
<p><strong>9. August 1952 — – Der Bürgermeister an Alois Betz „Sonne“ wegen Ordnungswidrigkeiten</strong><br>Über Ihren Gasthausbetrieb gehen laufend schwere Klagen wegen Nachtruhestörung und anderen Belästigungen der Nachbarschaft ein. Außerdem ist mir von zuverlässiger Seite bekannt geworden, dass Ihr Gasthaus in sittenpolizeilicher Hinsicht beanstandungsreif ist. Ich warne Sie hiermit ausdrücklich! Falls Sie nicht bereit oder nicht in der Lage sind, in Ihrem Hause Ordnung zu halten, werde ich dem Gemeinderat vorschlagen, den Entzug der Konzession beim Landratsamt zu beantragen.<br><span style="text-decoration: underline;">Vermerk für die Polizei<em>:</em></span><em> Zur Kenntnis und mit der Bitte um schärfste Überwachung. Hinsichtlich des Verhaltens der Bedienung der Gastwirtschaft erscheinen sittenpolizeiliche Kontrollen – gegebenenfalls durch die weibliche Kriminalpolizei – anzeigt.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_26 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30180" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30180" class="wp-image-30180 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-837-Bild-07-Besetzung-Sonne.jpg" alt width="1200" height="814"><p id="caption-attachment-30180" class="wp-caption-text">Die „Besatzung“ der „Sonne“ vlnr: Rosemarie, Frau Schierle, Annerose, der Chef Alois, seine Frau Anna (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_27 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p style="text-align: right;"><strong>Es gibt so viele Schnipsel, dass es noch einen weiteren Teil dazu gibt – „Billie vom Sonnenberg“</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 835: Unsere Wirtshäuser in Oberkochen Teil 14 – Vereinsheime</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-835-unsere-wirtshaeuser-in-oberkochen-teil-12-vereinsheime/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Sep 2025 22:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
		<category><![CDATA[Vereine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=30132</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff;"><strong>Das alte „F.C.O. Vereinsheim“ im Spitztal</strong></span><br>Wie schon an andere Stelle erwähnt, wurde der 1. F.C.O. im Jahr 1956 gegründet und war rasch sportlich erfolgreich, mit schnell wachsender Mitgliederzahl. Aber eine fehlende Umkleidemöglichkeit war auch den harten Männern von damals nicht zuzumuten. 1957 schloss der Verein mit den Landwirten Michael Gold und Josef Fischer ein Pachtvertrag über das Gelände für einen Sportplatz (95 x 60 Meter zzgl. einer 100-Meter-Aschenbahn) im Spitztal. Und so kaufte man zusammen mit den „Naturfreunden“ eine alte, aber gut erhaltenen Bürobaracke in den Ausmaßen 15 x 12 Meter.<br>Aus dem Jahr 1958 stammt eine Beschreibung der damaligen Hütte: „Das Heim, von freundlichen Blumenrabatten umgeben, betritt man durch eine zweiflügelige Glastür und die folgende kleine Diele. Der kleinere Aufenthaltsraum, eine gemütliche Bauernstube, ist durch eine Glasschiebtür von dem großen Raum getrennt. Insgesamt finden in beiden Räumen 120 Personen einen Sitzplatz. Küche und Ausschank sind zweckentsprechend miteinander verbunden. Drei weitere Räume dienen den Sportlern zum Umkleiden und Duschen.“ Am 31. August 1960 oder 1961 gab der Pächter Fritz Fase die Bewirtung des Heims auf.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_29 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30125" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30125" class="wp-image-30125 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-835-Bild-01-Das-alte-FCO-Heim.jpg" alt width="1200" height="376"><p id="caption-attachment-30125" class="wp-caption-text">Das alte FCO-Heim – bei jedem Heimspiel ging es sonntags hinaus ins Langerttal (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_30 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff;"><strong>Vereinsheim Miniatur-GolfClub</strong></span><br>Am 14. Mai 1988 wurde das Vereinsheim mit Platz für rund 40 Gäste auf der Heide eröffnet. Die Bahnen waren schon ein Jahr vorher fertig. Zu dieser Zeit war es eine Besonderheit, dass in Baden-Württemberg ein Minigolfverein so ein Bauvorhaben stemmte. Wie es für Oberkochen normal ist, wurden tausende von Arbeitsstunden geleistet. In der Vereinschronik steht: „Nach nur 1 ½ jähriger Bauzeit konnte die Golfanlage mit Gaststätte fertiggestellt werden. Der harte Kern von ca. 15 Mitgliedern (der Verein hatte damals rund 70 Mitglieder) brachte es hierbei auf ca. 8.000 freiwillige Helferstunden.“ Die offizielle Einweihung erfolgte am 14. Mai 1988.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_31 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30120" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30120" class="wp-image-30120 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-835-Bild-02-Vereinsheim-Miniaturgolfclub.jpg" alt width="1200" height="385"><p id="caption-attachment-30120" class="wp-caption-text">Das Vereinsheim des Miniaturgolfclubs auf der Heide (MGCO-Website)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_32 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Verein wurde am 22.08.1972 gegründet. Der MGC-Oberkochen begann mit dem Spielbetrieb auf der Miniaturgolfanlage der Familie Maier. Diese Anlage wurde von Karl Maier an Pfingsten 1972 an der Langertstraße eröffnet. Im Jahr 1986 musste die Anlage einem Wohngebiet weichen und der MGC beschloss auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, dass der Verein eine neue Anlage auf der Heide baut. Die Bahnen wurden Karl Maier abgekauft und saniert. Mit dem Verlegen wurde im Frühjahr 1987 begonnen und am 11. Juli 1987 wurde der neue Minigolfplatz mit einem Jedermann-Turnier eingeweiht.<br>Seither finden auf unserer Anlage regelmäßig Turniere statt, wie auch das jährliche „Jedermann-Turnier“. Die Bundesliga des Minigolfsports war bereits 2014 zu Gast auf der Anlage. Das größte Sportereignis war die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft im Jahr 2018. Hier waren insgesamt 115 Teilnehmer aus ganz Deutschland am Start. Im Winter veranstaltet der Verein in seinem Heim jährlich zwei Binokel-Turniere. Sonntags treffen sich zwei Stammtische zum Frühschoppen. Im Sommer haben wir sonntags bei schönem Wetter den ganzen Tag geöffnet.</p>
<p><span style="color: #3366ff;"><strong>Naturfreundehaus (früher hieß es das Sauter-Heim, nach dem damaligen Obmann Anton Sauter)</strong></span><br><strong>2023 wurde die Ortsgruppe Oberkochen siebzig Jahre a</strong>lt (nach meinen SchwäPo-Unterlagen aber nicht richtig, denn 1962 wurde das Gründungsdatum von 1953 auf 1949 korrigiert und neu festgelegt). Wie mutige Altvordere trotz Rückschlägen nie resigniert haben. So schrieb Lothar Schell im Jahr 2022:<em> „Sie hatten es nicht immer leicht, die Oberkochener Naturfreunde mit ihrem schmucken Naturfreundehaus am Tierstein, heute gastronomisch an die Familie Schuhbauer verpachtet, aber immer noch Heimstatt für Veranstaltungen geblieben. Erst jüngst war eine sehr kitzlige Situation entstanden, als man sich auf Grund von Personalproblemen vor dem Aus befand. Inzwischen hat man einen kompletten Vorstand, dreißig Neumitglieder und man blickt nach vorn“.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_33 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30121" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30121" class="wp-image-30121 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-835-Bild-03-Naturfreundehaus-1958.jpg" alt width="1200" height="798"><p id="caption-attachment-30121" class="wp-caption-text">Das Naturfreundehaus im Jahr 1958 mit schönem Blick auf Oberkochen (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_34 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Naturfreunde sind 1953 aus dem seit 1949 bestehenden „Wollenloch-Club“ hervorgegangen, im Grunde einer Höhlenforschergruppe entsprungen. Dort schafften sich nicht wenige Neubürger aus dem einst anderen Teil Deutschlands ein sinnvolles Betätigungsfeld für ihre Freizeit. Gleichzeitig war dies ein Beginn zum gemeinsamen Wirken von Alt- und Neubürgern und damit ein nicht unbedeutendes Kapitel der Integration in der neuen Heimat unterm Volkmarsberg. Schnell entwickelte sich ein reges Vereinsleben mit Wandern, Kultur und Bildung sowie Natur- und Umweltschutz. Zusammenhalt und Geselligkeit gehörten zum Leitbild, allen voran aber gemeinsames Anpacken. Mit vorbildlichem Einsatz wurde der Bau eines Naturfreundehauses geplant und bereits 1958 eingeweiht und als Erbe des „Wollenloch-Clubs“ wurden die Grabungen fortgesetzt und weitere Höhlen auf der Gemarkung Oberkochens erforscht.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_35 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30122" style="width: 660px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30122" class="wp-image-30122 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-835-Bild-04-1974-Feuer-Naturfreundehaus.jpg" alt width="650" height="911"><p id="caption-attachment-30122" class="wp-caption-text">Das Feuer ließ im Jahr 1974 vom Naturfreundehaus nichts übrig (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_36 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die älteren Mitglieder erinnern sich noch mit Schaudern an jenen Tag im Herbst 1974, als das Heim unterm Tierstein vollständig abbrannte. Von dem ganz in Holz errichteten Gebäude blieben nur ein paar Nebengebäude übrig. Die Freiwillige Feuerwehr und die Zeiss-Werkfeuerwehr waren machtlos. <em>„Schütteln, anpacken und nach vorne schauen“</em> lautete die Devise. Resignation und Trauer waren nur eine kurze Zwischenstation. Der verstorbene Architekt Willibald Mannes wurde mit der Planung beauftragt. Erste Priorität war, die einmalig schöne Aussicht ins Tal und auf die Stadt zu erhalten. Unendlich viele Ehrenamtsstunden wurden eingebracht. Glückwünsche kamen aus dem ganzen Land, als am 5. Juni 1977 das neuerbaute Naturfreundehaus eingeweiht werden konnte. Der Architekt Mannes sprach dazu folgende Worte: „<em>Alles ist menschlich, alles ist warm. Voll intimer Heiterkeit ist das Haus im Innern und friedlich ist der Haim, der Wald und die Landschaft, die es von außen her so freundlich umschließen“.</em><br>Blühendes Vereinsleben in den folgenden Jahren, eine florierende Jugendgruppe und die diversen Spartengruppen rund um Natur, Wandern und Umweltschutz blühten auf. In ehrenamtlicher Arbeit wurde 1994 mit einem Spielplatz ein wunderschönes Refugium für Kinder geschaffen. Viele Jahre engagierten sich die Naturfreunde im Ferienprogramm der Stadt. Auch übernahm man eine Patenschaft für den Gutenbach und man beteiligte sich an der Stadtputzete. Vergangenheit und Gegenwart, eine Parallele. In den letzten Jahren ist es ruhiger geworden um die Naturfreunde. Aber jetzt krempelte man wieder die Ärmel hoch, als es um den Fortbestand des Vereins ging.<br><strong>Noch ein paar Daten:</strong></p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>• Am 21. August 1958 Einweihung des Naturfreundehauses</em><br><em> • 1973 Erweiterung (Wasserversorgung, Kanalisation, sanitäre Anlagen)</em><br><em> • 28.,29.1974 Oktober Das Heim brannte komplett nieder</em><br><em> • Dez 1974 Die Übergangsbaracke wurde fertiggestellt</em><br><em> • Am 6. Januar 1975 wurde beschlössen, das Heim wieder aufzubauen</em><br><em> • 28. August 1975 Baubeginn</em><br><em> • Juni 1976 nach 10monatiger Bauzeit steht das Naturfreundehaus wieder</em><br><em> • 5. Juni 1977 Einweihung des neuen Naturfreundehauses</em><br><em> • 1983 Jubiläum 25 Jahre Naturfreundehaus</em><br><em> • 4. März 2022 wichtige Neuwahlen und neuer Start</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_37 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30123" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30123" class="wp-image-30123 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-835-Bild-05-Naturfreundehaus-1983.jpg" alt width="1200" height="823"><p id="caption-attachment-30123" class="wp-caption-text">Das Naturfreundehaus im Jahr 1983 (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_38 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff;"><strong>Abschließend noch einige Erinnerungen von Wolfgang „Jagger“ Jäger:</strong></span><br><em>„Meine Eltern, ich und viele andere haben uns in den 60ern und 70ern sehr bei den Naturfreunden engagiert. Ich erinnere mich noch gut an die Baracke (auch Ranch genannt) in der Anfangszeit. Dort habe ich schon als Kind — unvergesslich — Fasching im Nebenraum feiern dürfen — mit Bar natürlich. Ich habe viele Jahre mit meinen Eltern am Wochenende dort Hüttendienst verrichtet. Obwohl das Wochenende komplett erledigt war, war es doch immer ein Highlight. Es wurden immer 2 Familien eingeteilt. Ich durfte sogar bedienen und kassieren. Das Spitzenessen damals war angebratenes Brät mit Sauerkraut und frischem Brot vom Bäcker Bezler. Das hat Siglinde Bezler (besser bekannt als „Becke“) von der Bäckerei Bezler (die besten Freunde meiner Eltern) aus dem Dreißental persönlich immer am Samstag nach Ladenschluss vorbeigebracht und sie ist dann manchmal auch gleich mehrere Stunden sitzen geblieben (damals sagte man „verhockt“). Zu besprechen gab es immer was und Siglinde hatte mehr (vor allem interessantere) Infos als das Amtsblatt BuG.</em><br><em>Den Hüttendienst haben wir dann wieder nach dem Brand und dem Wiederaufbau fortgesetzt. Auch im neunen Vereinsheim fanden unvergessliche Faschingsveranstaltungen, insbesondere am Faschingsdienstag nach dem Umzug, statt. Und ich als „Disco-Jagger“ habe natürlich für die Musik gesorgt und aufgelegt. Für diese Zielgruppe allerdings weniger Alice Cooper und Susi Quatro, sondern altersgerecht „Schunkelsound“ und deutsche Schlager. Was macht man nicht alles aus Verbundenheit.</em><br><em>Der Verein hatte damals schon Probleme Nachwuchs zu gewinnen. Wir gründeten nach dem Wiederaufbau zwar eine Jugendgruppe, bestehend aus nur 4 Jugendlichen (Michael Pratscher, Wolfgang Haas, Hans Schlatterer und mir), die sich jedoch nach ein paar Jahren wieder auflöste. Schade. Wir hatten im neuen Heim sogar auf der Empore einen tollen Jugendraum, den ich gleich mal mit einer Lichtorgel ausgestattet habe. Aber mit der Zeit ging eben jeder seine eigenen Wege und orientierte sich anders. Das war 1979, als ich mit meinen Eltern nach Ellwangen gezogen bin. Nach dem Brand war die Verbundenheit mit dem Verein übrigens noch größer – Aufbau unlimited, würde man heute sagen. Jede freie Minute war ich dort. Das ging dann auch zu Lasten meiner schulischen Leistungen. Der Jost Gottschalk und ich haben uns um die Elektrik gekümmert. Von ihm habe ich viel gelernt und wollte eigentlich nach dem Gymi in AA an der FH Elektrotechnik studieren – wie man weiß, kam es anders.</em><br><em>Mein Vater war damals Kassierer und hat alles Mögliche und Unmögliche unternommen, um das neue Heim mitzugestalten. Als Förster hatte er natürlich beste Beziehungen zu Tiefbaufirmen und Schotterwerken (Wegebau im Wald), holzverarbeitenden Betrieben und somit natürlich auch zur Firma Brunnhuber. Da wurden sämtliche legalen und illegalen Wege genutzt, um das Projekt, ich nenn es mal „finanzgünstig“ zu gestalten – alles mittlerweile verjährt ????. Der Zusammenhalt unter den Mitgliedern – alle halfen mit – wuchs während der Wiederaufbauphase immens. Da sieht man mal wieder, wie sich in der Not Menschen zusammenraufen und Gutes tun können. In der Übergangszeit des Bauens hat uns die Haus-Brauerei (ich glaube „Ochsenbräu“ oder „Hirschbräu“ Nattheim) eine kleine Baracke zur Verfügung gestellt, damit der Hüttenbetrieb übers Wochenende aufrechterhalten werden konnte. Der schönste Moment war für mich allerdings das Richtfest. Ich durfte zusammen mit meinem Vater neben dem Brunnhuber, der den Richtspruch hielt, auf dem First stehen – das war Feeling. Da gibt es sogar ein großes Bild, das heute noch im Vereinsheim hängt und ich wurde im Untertitel als „namentlich unbekannter Zimmermannslehrling“ betitelt – Unfassbar.</em><br><em>Und zur Eröffnung gab es dann Thüringer Rostbratwürste und die legendären Rostbrätchen mit Bier beträufelt und kiloweise Zwiebeln obendrauf.“</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_39 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30124" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30124" class="wp-image-30124 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bild-06-Heutiges-Naturfreudehaus.jpg" alt width="1200" height="675"><p id="caption-attachment-30124" class="wp-caption-text">Das heutige Naturfreudehaus – einfach ein Juwel mit herrlichem Ausblick (Archiv Naturfreunde)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_40 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong><span style="color: #3366ff;">Noch eine kleine Geschichte aus meinen Erinnerungen.</span></strong> Es war das Jahr 2006. Ich hatte rund 9 Monate vorher das Haus für unser Schulzeit-Treffen reserviert. Und vertrauensvoll, wie ich war, kam ich am Samstag, 6. Mai 2006 eine halbe Stunde vor der ausgemachten Uhrzeit in der Hütte an, öffnete die Tür und mich traf fast der Schlag. Da saß Eberhard Irion mit seinen Gästen und feierte seinen 65ten Geburtstag. Eine kurze Recherche ergab, dass wir versehentlich am darauffolgenden Samstag eingetragen waren. Jetzt war guter Rat teuer, aber ich war ja ausgebildeter Organisator ????. Also, kurz die Möglichkeiten überschlagen, die Sieglinde in der Ziegelhütte angerufen, ob sie sofort 29 Leute unterbringen könne. Rasch einen Zettel an die Tür am Naturfreundehaus angebracht, mit dem Hinweis <em>„Nix Naturfreundehaus, jetzt Ziegelhütte Königsbronn!“</em> Unvergesslich.<br><span style="color: #3366ff;"><strong>Abschließend noch ein Wort von Sandra Brussalis.</strong></span> Seit 2014 wird das Naturfreundehaus in Oberkochen von Familie Schuhbauer bewirtschaftet. Aufgrund der Altersstruktur im Verein war eine eigene Bewirtschaftung nicht mehr möglich und man wünschte sich jemanden, der dem Ort verbunden ist und das Naturfreundehaus im Sinne der Naturfreunde weiterführt. Seit 2022 ist auch Markus Schuhbauer im Vorstand der Naturfreunde, als stellvertretender Vorsitzender, aktiv. Seitdem versuchen wir das Naturfreundehaus wieder zu „verjüngen“ und zu modernisieren. So konnten wir Anfang des Jahres die ersten Renovierungsarbeiten im Flur zu den Toiletten sowie den Toilettenvorraum beenden und haben einen hellen Raum geschaffen. Die Renovierung des Spielplatzes ist ein weiteres Projekt. Auch für die Zukunft stehen weitere spannende Projekte an..<br><strong>Bisherige Vorsitzende der Ortsgruppe</strong></p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>• 1953 – 1956 Josef Paul Fischer (der berühmte Kriminaler, auch P.X. genannt)</em><br><em>• 1956 – 1960 Anton Sauter</em><br><em>• 1960 – 1962 Erich Wojatschke</em><br><em>• 1962 – 1964 Georg Wenig</em><br><em>• 1964 – 1966 Rudolf Friese</em><br><em>• 1966 – 1976 Heinz Fischer</em><br><em>• 1976 – 2004 Manfred Fischer</em><br><em>• 2004 – 2021 Theo Stig</em><br><em>• 2021 – 2022 Janine Piper (kommissarisch)</em><br><em>• 2022 – 2023 Christian Bonin</em><br><em>• 2023 Sandra Brussalis</em></p>
<p><strong>Wir erinnern uns an früheres Bewirtungspersonal z.B. 2014:</strong><br><em>Burger, Fechner, Fiedler, Fischer, Fritz, Gold, Gottschalk, Grieger, Kieninger, Maslo, Meisel, Ness,</em><br><em>Stig, Stohr, Wenig sowie Pipers und Strickers. Danach übernahm die Familie Schuhbauer.</em></p>
<p><span style="color: #3366ff;"><strong>Abschließend noch ein Wort.</strong></span> Im Laufe der letzten Jahre habe ich eine Mediensammlung für Oberkochen angelegt, die bislang über 450 Positionen zählt und alle Medien umfasst. Ohne die Jubiläumsschriften von Firmen und Vereinen wäre vieles im Nebel der Vergessenheit verschwunden und für meine Berichte nicht mehr zugänglich.<br><strong>Deswegen ein Apell, auch wenn wir immer digitalisierter werden, die heutigen Schriften werden Schatzkästlein von morgen sein. Ich bin dankbar für jedes Exemplar, das den Weg zu mir findet – egal ob analog oder digital. Vergessen wir nicht: „Die Alten sterben, aber die Schriften, Bilder und Chroniken bleiben.“</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller – „Billie vom Sonnenberg“</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 834: Unsere Wirtshäuser in Oberkochen Teil 13 – Vereinsheime</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-834-unsere-wirtshaeuser-in-oberkochen-teil-13-vereinsheime/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Aug 2025 22:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
		<category><![CDATA[Vereine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=30114</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_3 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
				<div class="et_pb_row et_pb_row_3 beitrag-row">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child" id="inhaltsverzeichnis-spalte">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_41 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff;"><strong>TSV Gaststätte</strong></span><br>Vor dem I. Weltkrieg wurde an dieser Stelle eine Turnhalle gebaut. Während des II. Weltkrieges hausten in der Halle Kriegsgefangene (Franzosen, die beim WiGO schaffen mussten). Täglich zog der bewachte Zug zwischen Turnhalle und WiGO hin und her. Nach dem Krieg wurde die Halle abgerissen und der Bauhof der Gemeinde nutzte die Fläche.<br>Am 20. Januar 1962 legte Architekt Kenntner seine Pläne zum Bau einer neuen Turnhalle, zwei Kegelbahnen und Bewirtschaftungsräumen sowie einer Wohnung vor. Der ehemalige Bauhof an der Katzenbachstraße sollte das neue Domizil werden. Das Projekt dauerte aber länger als gedacht, zumal auch eine Neuorientierung eine längere Pause am Bau mit sich brachte. Am 17. Mai 1969 erfolgte dann die Einweihung. Eine große Renovierung für 180.000 DM erfolgte in den Jahren 1986 und 1987, zu deren Abschluss am 27. September 1987 ein „Tag der offenen Tür“ veranstaltet wurde. Billies Anmerkung: In meiner Erinnerung tief verankert sind die Faschingsbälle mit den Handball-Mädels des TVO Anfang der 70er Jahre.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_42 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30108" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30108" class="wp-image-30108 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-834-Bild-01-TSV-Heim.jpg" alt width="1200" height="615"><p id="caption-attachment-30108" class="wp-caption-text">1969: Das neue TSV-Heim, dass auch zu Zeiten meines Sportkegler-Daseins meine Heimat wurde (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_43 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Die bisherigen Pächter waren bzw. sind:</strong></p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>• 1969 Severin und Irma Gold</em><br><em>• 1971 Günter Richter</em><br><em>• 1973 Rosa und Ludwig Schemberger</em><br><em>• 1976 M. Smej</em><br><em>• 1978 Hafermalz und Schmid</em><br><em>• 1979 Elfie und Wolfgang</em><br><em>• 1980 Birgit oder Brigitte und „Schlicker“ (Gremerath)</em><br><em>• 1981 Familie Beck</em><br><em>• 1985 Hans-Joachim Herrmann</em><br><em>• 1985 Josef und Ursula Seliger</em><br><em>• 1987 Max Muckenthaler und Elisabeth Fischer</em><br><em>• 1993 Moskopulu unter dem Namen „Olympia“</em><br><em>• 1998 Yvonne und Markus Schuhbauer</em><br><em>• 2019 Angelo und Anna Manganello unter dem Namen „Trattoria Gattopardo“</em></p>
<p><strong>Trattoria „Gattopardo“</strong>. Benannt nach dem berühmten Roman von Giuseppe Tomasi di Lampedusa. „Der Leopard“, so die deutsche Übersetzung, wurde sogar verfilmt. Von keinem Geringeren als Visconti, in der Hauptrolle Burt Lancaster. Weit hergeholt, dieser Name, könnte man meinen – wenn man den Leopard mit der Kochmütze auf dem Logo der Trattoria sieht. Doch wenn Angelo Manganello an den Tisch tritt, braucht man ihn nicht lang zu fragen, was es damit auf sich hat. Er ist, sobald er an den Tisch tritt, ebenfalls ein Erzähler wie di Lampedusa. „Er kommt aus meiner Heimatstadt Palma di Montechiaro“, sagt Manganello. „Ich liebe Essen, ich liebe Wein. Deswegen bin ich hier“, sagt Angelo Manganello. Seine Frau Anna, ebenfalls aus Montechiaro, steht an seiner Seite, in der Küche hat Giovanni Allegro den Hut auf. Auch er kommt aus dem gleichen Ort. Wer Pizza essenmöchte, kann sich den Gang in die Katzenbachstraße sparen. Am Anfang hätten ihn die Leute deswegen für verrückt erklärt, sagt Manganello. Sein Credo „Entweder ich mache Pizza oder ich mache etwas anderes“. Die Philosophie des Teams sei es, ein einfaches italienisches Lokal zu sein und zu bleiben. Eine Trattoria eben. (SchwäPo)</p>
<p><strong>Die bisherige Vorstandschaft:</strong></p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>• 1903 – 1905 Schultheiß Franz Anton Bucher</em><br><em>• 1905 – 1907 Johannes Elmer</em><br><em>• 1907 – 1932 Wilhelm Baumgärtner (Ehrenvorstand)</em><br><em>• 1914 – 1919 Hauptlehrer Karl Alfred Günter (kommissarisch)</em><br><em>• 1932 – 1934 Hauptlehrer Karl Alfred Günter</em><br><em>• 1934 – 1935 Bürgermeister Otto Heidenreich</em><br><em>• 1935 – 1938 Anton Fischer</em><br><em>• 1938 – 1939 Karl Wannenwetsch</em><br><em>• 1939 – 1945 Willi Könn</em><br><em>• 1946 – 1950 Wilhelm Haspel</em><br><em>• 1950 – 1955 Alois Fischer</em><br><em>• 1955 – 1978 Clemens Grupp</em><br><em>• 1978 – 1994 Franz Schoen</em><br><em>• 1994 – 1995 Albert Möhrle</em><br><em>• 1995 – 2011 Hans-Jürgen Fuchs</em><br><em>• 2011 –&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Edgar Hausmann</em></p>
<p><span style="color: #3366ff;"><strong>Kolping-Hütte</strong></span><br>Die Anfänge: 16 junge Männer waren es, die am 6. Februar 1926 in der „Grube“ den Gesellenverein auf den Weg gebracht haben. 1933 wurde durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten jegliche Betätigung der Gesellenvereine verboten. Mit dem Verbot wurde auch jegliche katholische Jugendarbeit verboten, was bis zum Ende des 2. Weltkriegs andauerte. 1949 hat die katholische Kirchengemeinde wieder neue Glocken für die Kirche angeschafft. Anlässlich der Glockenweihe wurde beim Gemeindefest das Theaterstück „Die Glocke St. Michael“ aufgeführt, geschrieben von einem Kolpingbruder. Dies war der Türöffner für den Neubeginn, denn die meisten der Schauspieler gründeten quasi die Kolpingsfamilie neu.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_44 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30104" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30104" class="wp-image-30104 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-834-Bild-02-Kolping-Huette.jpg" alt width="1200" height="813"><p id="caption-attachment-30104" class="wp-caption-text">1980 Mai: Die Kolpinghütte im Rohbau – schon ein schöner architektonischer Zuschnitt (Archiv Verein)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_45 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Neugründung im Jahr 1950:</strong> Die große Gründungsfeier mit Bannerweihe war am 22. Januar 1950. Das Banner hatte die Kolpingsfamilie Zürich gestiftet (Gibt’s da heute noch Verbindungen?). Der Patenverein, die Aalener Kolpingsfamilie, hatte die Gestaltung der feierlichen Taufe übernommen. Vitales Leben entwickelte der Verein bis zum heutigen Tag als Bildungsgemeinschaft sowie bei der aktiven Mithilfe an vielen baulichen Maßnahmen für die kirchliche Gemeinde. Und bis heute schaut man über den eigenen Kirchturm hinaus, ist fest verknüpft mit dem nationalen und internationalen Geschehen der Kolpingsfamilien.<br><strong>Kolpinghütte als Herzstück:</strong> 40 Jahre Kolpinghütte, ein stolzes Jubiläum, das leider wegen der Corona-Pandemie nicht gefeiert werden kann. Es war Kärrner-Arbeit, wie Altvordere den Bau der Hütte am Fuße des Wohngebiets Heide vor 40 Jahren auf den Weg gebracht haben. Rund 7.000 Arbeitsstunden waren ehrenamtlich geleistet worden. Echte Gemeinschaft – von Jugendlichen bis zu Rentnern – ermöglichte die Fertigstellung und Einweihung am Kolpinggedenktag 1980. Herrlich gelegen am Rande des Wohngebiets „Heide“ war und ist das Domizil Begegnungsstätte für Mitglieder, aber auch eine gastfreundliche Raststätte für Wanderer und Erholungssuchende. Stets ist es den Gründervätern gelungen, die Verantwortung für den Betrieb der Kolpinghütte an die Folgegenerationen weiterzugeben. Was den Geist und das Leben in der Hütte ausmacht, ist die Bereitschaft vieler Mitglieder, ihre Freizeit als Hüttenwirt einzusetzen – an Wochenenden, Feiertagen und zu Sonderveranstaltungen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_46 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30105" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30105" class="wp-image-30105 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-834-Bild-03-Kolping-Huette-innen.jpg" alt width="1200" height="901"><p id="caption-attachment-30105" class="wp-caption-text">Das rustikale Innere hat schon viele Feiern und Feste erlebt (Archiv Verein)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_47 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Noch ein paar Daten:</strong> Am 9. Juni 1979 wurde das Bauvorhaben nach Plänen der Mitglieder mit Elan und Begeisterung in Angriff genommen, denn Mitglieder mit 2 rechten Händen hatte man genug und auch einige ortsansässige Firmen mit Kolpinghintergrund brachten sich voll ein. Das Grundstück wurde den Kolpingbrüdern auf Basis eines Erbrechts zur Verfügung gestellt. 1981 wurde ein großes Eröffnungsfest mit Ansprachen, Fußball, Bier, Musik, Sternwanderung befreundeter Gruppen und einer Messfeier mit dem unvergessenen Präses Pfarrer Jan Snoeren gefeiert.<br><strong>Was lernen wir aus solchen Projekten:</strong> Die darf man nicht, wie Angela Merkel es gerne hielt, „vom Ende her denken“, sondern einfach unbekümmert anfangen – die Probleme kommen dann schon und werden gelöst. Und am Schluss sind alle happy und stellen vielleicht fest, dass sie nie damit angefangen hätten, wenn sie gewusst hätten, was da auf sie zukommt.<br><strong>Ausblick auf 2026.</strong> Da wird es bestimmt eine beeindruckende 100-Jahr-Feier geben.</p>
<p><strong>Vorstände gibt es erst seit 1972</strong></p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>• 1972 – 1975 Franz Hausmann</em><br><em>• 1975 – 1978 Hans-Martin Frank</em><br><em>• 1978 – 1990 Franz Hausmann</em><br><em>• 1990 – Anton Balle</em></p>
<p style="padding-left: 40px;"><strong>Anton Balle legt Wert auf den Hinweis</strong>: <em>Mit dem Amt des 1. Vorsitzenden ist es allein nicht getan. Die Personen im Hintergrund, die für Orga, Personalplan, Einkauf usw. verantwortlich zeichnen, waren und sind extrem wichtig: wie z.B. Josef Kieninger, Josef Wingert und Gertrud Gutknecht sowie Inge Fischer. Derzeit laufen alle wichtigen Themen über Wolfgang Schaupp und die Personalorganisation über Stephan Gutknecht und Michael Kistner.</em></p>
<p><strong>Präses seit 1926</strong> (Im Kolpingwerk ist der Präses eine geistliche Leitungsfigur, die traditionell ein Priester ist. Der Präses übernimmt eine pastorale Rolle und unterstützt die Kolpingsfamilien in ihrem geistlichen Leben)</p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>• 1926 – 1936 Pfarrer Alfons</em><br><em>• 1949 – 1959 Riek Pfarrer</em><br><em>• 1958 – 1959 Rudolf Hager</em><br><em>• 1959 – 1961 Vikar Johannes Klein</em><br><em>• 1959 – 1961 Vikar Marz. Gekle</em><br><em>• 1961 – 1972 Pfarrer Konrad Forster</em><br><em>• 1973 – 1976 Pfarrer Rudolf Vogt</em><br><em>• 1976 – 1977 Vikar Alois Hönle</em><br><em>• 1977 – 1988 Pfarrer Jan Snoeren</em><br><em>• 1988 – 2006 Pfarrer Hugo Scheuermann</em><br><em>• 2006 – 2008 Dr. Jean Lukombo</em><br><em>• 2009 – 2023 Pfarrer Andreas Macho</em><br><em>• 2024 – Dr. A. Beski D. N. Jeya Raj</em></p>
<p><strong>Für die Belange der Hütte kümmerten / kümmern sich:</strong></p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>• Franz Hausmann</em><br><em>• Paul Fischer</em><br><em>• Wolfgang Schaupp</em></p>
<p><span style="color: #3366ff;"><strong>Vereinsheim der Gartenfreunde</strong></span><br>Kleingärten entstanden in Europa ursprünglich vor ca. 200 Jahren. Familien konnten Land pachten und so ihren Ernährungsbedarf teilweise selbst decken. In der Bundesrepublik Deutschland entstanden vor über 150 Jahren die ersten Kleingärten. Anfang des 19.Jahrhunderts gaben einige Gemeinden den Ärmsten ein Stückchen Land zum Gemüseanbau, das sie unabhängig von der Gemeinde bepflanzen konnten. Der erste Versuch wurde in der Stadt Kiel gestartet: “59 Familien bekamen je 256 qm Land in Stadtnähe.” Unter dem Dachverband existieren 20 Landesverbände mit 14.000 Kleingärtnervereinen. Auf die Vereine verteilen sich mehr als 900.000 Kleingärten, die von rund fünf Millionen Kleingärtnern genutzt werden. Die Kleingärten umfassen zusammengenommen eine Fläche von 46.000 Hektar. Das sind 0,25 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Entwicklung eines organisierten Kleingartenwesens begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Der erste Zusammenschluss, der Reichsverband, wurde am 21. August 1921 gegründet. Und manch einer wie z. B. der verstorbene Show-Master Hans Rosenthal hat die dunklen Jahre in einer „Laubenkolonie“ überlebt.<br>Nach dem II. Weltkrieg ging es erst Mal um die Bekämpfung der Hungersnot und um eine Selbstversorgung, denn die Besatzer wollten und konnten nicht alle Probleme selbst lösen.</p>
<p><strong>Gründung des Vereins in Oberkochen</strong><br>Ein Stück Land zu besitzen oder wenigstens bearbeiten zu dürfen, war schon immer der Wunsch vieler Menschen. Die Militärregierung vom Württemberg/Baden hatte unter anderem ein Gesetz (Nr. 65) erlassen, darin hieß es, dass in allen Gemeinden Gärten und Land für heimatlos gewordene und entwurzelte Menschen geschaffen und bereitgestellt werden müssen.<br>Dies war Grund genug für die damaligen Flüchtlingsobmänner und ortsansässigen Interessenten, sich Gedanken zu machen, eine Siedler- und Kleingärtnergruppe zu gründen und die Gemeindeverwaltung zu bitten, Land zur Verfügung zu stellen Am 9. März 1947 fand die Gründungsversammlung im Gasthaus „Zum Hirsch” in Oberkochen statt. Erschienen waren etwa 85 Personen, von denen bereits vorher 23 Personen ihre Mitgliedschaft bekundet hatten, und in kurzer Zeit weitere 43 Aufnahmen gemeldet werden konnten. Auch der damalige Bürgermeister, Herr Eber, war anwesend und sagte seine tatkräftige Unterstützung bei der Beschaffung von Land zu. Er empfahl jedem Interessierten, doch Mitglied in dem neuen Verein zu werden. Am 13. August 1947 hatte die Militärverwaltung der US-Army in Aalen ihr Einverständnis zur Gründung einer lokalen Gruppe für Siedler und Kleingärtner erteilt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_48 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30106" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30106" class="wp-image-30106 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-834-Bild-04-Vereinsheim-Gartenfreunde-innen.jpg" alt width="1200" height="802"><p id="caption-attachment-30106" class="wp-caption-text">Das Vereinsheim der Gartenfreunde in den Unteren Wiesen Innenansicht (Archiv Verein)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_49 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Verein der Gartenfreunde Oberkochen wurde im März 1947 unter dem Namen<em> „Ortsverein der Siedler und Kleingärtner”</em> gegründet. Erst zwei Jahre später erfolgt die Angliederung an die Bezirksgruppe in Aalen und an den Landesverband der Siedler und Kleingärtner Württemberg/ Baden. Die Gründung des Vereins erfolgt in einer Zeit großer Not. Die Mitgliederzahl stieg rasch an, denn viele Menschen bemühten sich, ein Stück Land zu bekommen, um darauf Gemüse und Obst anbauen und ernten zu können, damit der Lebensunterhalt für die eigene Familie gesichert war und das Nahrungsangebot etwas erweitert werden konnte.</p>
<p><strong>Die Gründungsmitglieder waren:</strong></p>
<p><em>Alfons Abele, Anton Barth, Alfred Böhm, Georg Burr, Johann Dietz, Vinzenz Dürr, Mathias Ferwagner, Karl Fischer, Karl Hirner, Franz Honikel, Josef Krok, Johann Lienert, Alfred Marek, Josef Marschalek, Anton Maurer, Josef Menzl, Josef Möhrle, Viktor Oppold, Otto Schaupp, Helmut Schmidtbleicher, Stephan Silly, Josef Trittler und Alfred Vogel.</em></p>
<p>Viele Mitbürger aus den Wohngebieten Sonnenberg- und Weingartenstraße sowie Brunnenhalde und Zeppelinweg traten dem Verein bei. Wie in früheren Aufzeichnungen nachgelesen werden kann, ist der Verein von 1947 bis 1962 immer auf der Suche nach Grabland für Kleingärten gewesen. Das erste Gartenland hat die Gemeinde im „Bühl” beim evangelischen Friedhof an den Verein verpachtet. Dieses Gelände war viel zu klein, um die große Nachfrage nach einem eigenen Garten zu erfüllen. Deshalb musste weiteres Gartenland hinter der Firma Oppold in Pacht genommen und an die Interessenten verteilt werden. Später ist ein weiteres Gartengelände bei der Firma Schmid und in der Nähe des Kaltwalzwerkes sowie im „Langert” dazugekommen. Doch immer wieder ging dem Verein im Ortsgebiet Gelände verloren, das von der sich ausweitenden Industrie und dem enorm angewachsenen Wohnungsbau beansprucht wurde. Daraufhin suchte die Vereinsleitung, in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung, nach einer Lösung, dem Verein Gartengelände auf Dauer zu beschaffen. Im damals amtierenden Bürgermeister Bosch hatte man einen Freund und Förderer des Kleingartenwesens in der aufstrebenden Gemeinde Oberkochen gefunden. Um dann schließlich an dem heutigen Standort eine Dauergartenanlage zu erstellen. Die Zahl der Mitglieder und Pächter nahm weiter zu, so dass man die ursprüngliche Anlage von 1966 / 1967, die damals in 3jähriger Bauzeit in über 3.000 Stunden erstellt wurde, schon 1986 nochmals erweitern musste. Am Wochenende 5.,6. Oktober 1991 wurde das neue Vereinsheim eingeweiht. Heute zählt der Verein knapp 150 Mitglieder, die sich nicht nur für Haus und Garten interessieren, sondern auch am gesellschaftlichen Leben der Stadt teilnehmen und es finden sich 64 Gartenparzellen in der Gartenanlage „Untere Wiesen“ samt einem schmucken Vereinsheim. Die Nachfrage nach Parzellen ist ungebrochen, so dass im Moment mehrere Interessenten auf einer Warteliste stehen. Der Verein der Gartenfreunde blickt mit Stolz, aber auch in Dankbarkeit auf 70 Jahre Vereinsgeschichte zurück.</p>
<p><strong>Die bisherige Vorstandschaft:</strong></p>
<p style="padding-left: 40px;"><em>• Josef Krok,</em><br><em>• Josef Menzl</em><br><em>• Otto Schaupp,</em><br><em>• Anton Barth</em><br><em>• August Ramming</em><br><em>• Willi Posselt</em><br><em>• Helmar Triemer</em><br><em>• Horst Gründer</em><br><em>• Anton Weber</em><br><em>• Josef Friedl</em><br><em>• Jürgen Tegge</em><br><em>• Josef Baschta</em><br><em>• Yvonne Schieferdecker</em><br><em>• Peter Rohlof</em><br><em>• Suad Kajtazovic</em><br><em>• Alla Stolz</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_50 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_30107" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-30107" class="wp-image-30107 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-834-Bild-05-Vereinsheim-Gartenfreunde.jpg" alt width="1200" height="583"><p id="caption-attachment-30107" class="wp-caption-text">Das Vereinsheim der Gartenfreunde in den Unteren Wiesen im Bau (Archiv Verein)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_51 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Das Vereinsheim:</strong><br>Nach langen Überlegungen und heißen Diskussion kam man Anfang 1990 zu der Überzeugung, statt dem Ausbau des alten Hauses, einem neuen Vereinsheim den Vorzug zu geben. Trotz erheblichen Vorschriften und erschwerenden Auflagen ging die Planung zügig voran. Anfang 1991 wurde das Fundament gelegt und am 1. Mai 1991 bereits das Richtfest des in Fertigbauweise erstellten Rohbaus gefeiert. Die Jahreshauptversammlung konnte schon im Juni 1991 in dem innen noch etwas roh aussehenden Vereinsheim abgehalten werden. Fleißige Hände haben in vielen Arbeitsstunden den Innenausbau des Hauses vollendet und dem Gastraum eine von allen Gästen so geschätzte heimelige Atmosphäre gegeben. Der Einweihung ging am 3. Oktober die Segnung durch Pfarrer Thierfelder und Pfarrer Scheuermann voraus. Am 4. Oktober veranstalteten die Gartenfreunde bei herrlichem Wetter und guter Resonanz der Bevölkerung einen Tag der „Offenen Tür”. Am 5. Oktober, dem Tag der offiziellen Einweihung, haben dann der zweite Vorsitzende, Horst Gaewert, Bürgermeister Harald Gentsch und der Bezirksvorsitzende Hans Perzi, das Vereinsheim seiner Bestimmung übergeben. Inzwischen wird das schöne Vereinsheim nicht nur von den Kleingärtnern, den Bürgern und den Vereinen Oberkochens für ihre Feiern gebucht, auch in unseren Nachbargemeinden steht das Haus in gutem Ruf. Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Haus für die Kinder, die im Rahmen des Sommerferienprogrammes einen Tag in der Anlage der Gartenfreunde verbringen können.<br><strong>Bau des Vereinsheims:</strong><br>Gut 5.000 Arbeitsstunden der Gartenfreundinnen und — freunde waren notwendig, um das im Rohbau angelieferte Fertighaus (20 x11 Meter) in das heute stehende schmucke Vereinsheim zu verwandeln. Der Gemeinschaftsraum bietet für ca. 70 Personen Platz und ist ein idealer Treffpunkt für die Vereinsmitglieder und Besucher des Vereins und auch hervorragend für Feste und Familienfeiern geeignet und kann gemietet werden.</p>
<p><strong>Weiter geht’s in Kürze</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller – „Billie vom Sonnenberg“</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 756: Ich – Das Haus Sonnenberg 34</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-756-ich-das-haus-sonnenberg-34/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Aug 2022 22:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=18556</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_4 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="962" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13476"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_52 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Chef und Chefin bei der Hochzeit 1947 (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Zur Einführung.</strong></p>
<p>Normalerweise erzählt immer der „Billie vom Sonnenberg“ woran er sich so erinnert. Das machen wir heute anders. Ich bin ein Haus, ein besonderes Haus – das erste Fertighaus in Oberkochen (→ siehe auch Bericht 500). Da bin ich stolz darauf, auch wenn ich inzwischen schon in die Jahre gekommen bin. Und ich sehe noch besser aus als mein berühmter Vetter, das Haus von „Rocky Docky“. Das es mich gibt, ist der Ehe von Georg und Hildegard Müller geb. Pavlat geschuldet. Und ich erinnere mich an viel mehr Dinge als der Billie zu wissen glaubt. Gezeugt im oberbayrischen Brannenburg als Inntaler Fertighaus mit dem Namen „Stuttgart“ und geboren, nach einem stundenlangen Transport auf einem LKW mit Anhänger, in Oberkochen in exzellenter Hanglage mit Blick nach Süden. Kinder wurden damals vom Storch gebracht und ich vom LKW. Meine zukünftige Adresse lautet rechtlich „Grundstück 2328“ (gehörte früher dem Michael Grupp), postalisch Sonnenbergstraße 34 – eine schöne Anschrift. Und so richtig wohl fühlte ich mich, als mich die fleißigen Männer aufgebaut hatten, ich den vollen Blick über das Tal hatte und die morgendlichen ersten Sonnenstrahlen mein Dach erwärmten. Dann bekam ich gute Nachbarn, zur einen Seite hin, die Beckers mit der Hausnummer 32 und die Dubiels mit der Hausnummer 36 zur anderen Seite hin – das war zum Aushalten und Wohlfühlen. Gegenüber siedelten sich Lehrer und Polizisten an.</p>
<p>Ursprünglich sollte ich mehr Platz um mich herumhaben, aber die Planer, damals nicht sehr vorausschauend, zogen einfach nachträglich eine weitere Straße ein und so sind die Häuser alle sehr eng aufeinander gebaut worden – für Autos und Garage war wenig Platz – konnte man ja schließlich nicht ahnen, denn der verstorbene Kaiser Wilhelm setzte ja auch voll auf das Pferd; das Auto hielt er lediglich für eine vorübergehende Erscheinung ????.</p>
<p>Noch ein Wort. Ich hätte um mich herum (nebenan und gegenüber) noch Geschwister haben sollen, aber die anderen Bauherren entschieden sich dann doch für eine Stein-auf-Stein-Version und so blieb ich mit meinem Gerüst aus Balken und Heraklit-Platten allein.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_1 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="544" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13477"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_53 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Das Haus im Werden (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Und somit begann meine Lebensgeschichte.</strong></p>
<p>Mal schau’n woran ich mich so erinnere. Das eine oder andere lasse ich weg, weil es die Leserschaft nichts angeht oder ich es aus Scham schon vergessen habe, aber ich denke, dass es im Großen und Ganzen bei meinen Brüdern und Schwestern, den anderen Häusern, ähnlich zugegangen sein mag:</p>
<p>Wie das bei Erinnerungen so ist, gibt es immer eine Zeit davor und da war das ganze Dreißental mit dem Gewann „Weingarten“ unbebaut, da alles war Wiese und was da so alles auf den Wiesen wuchs und was da kreuchte und fleuchte – das wissen die Bewohner heute nicht mehr.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_2 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="589" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13478"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_54 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>…fast fertig von links (Archiv Müller)</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_3 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="580" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13479"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_55 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>…fast fertig von rechts (Archiv Müller)</em></p>
<p>Aber bevor ich meine Erinnerungen aufs Papier fließen lasse, will ich mich noch kurz mit ein paar Daten und Fakten vorstellen:</p>
<p>Ich bin 11,37 Meter lang und 8,10 Meter breit, habe vier Räume und ein Klosett im Erdgeschoss sowie vier Räume und ein weiteres Klosett im Obergeschoss. Zwischen beiden Stockwerken bekam ich noch eine Treppe (natürlich vom Treppenpapst Mannes), damit es für alle leichter war ????. Damit es „untenherum“ auch gemütlich war, hatten mir fleißige Hände mit Schaufel, Pickel und Beton einen Keller mit fünf Räumen gebaut. Ich erinnere mich an Georg Müller und Hermann Schimmel sowie an Schorsch’s Arbeitskollegen vom Wigo, die alle Hand anlegten, damit es voranging, angeleitet von eine Monteur, quasi als Hebamme. Damit ich auch etwas zu schauen hatte, bekam ich 15 Fenster. Summa summarum mussten für mich 11.125 DM bezahlt werden. Gewiss ein Schnäppchen, weil ich quasi fertig war und „nur“ aufgebaut werden musste. Natürlich musste ich noch etwas bzgl. Wasser, Strom getunt werden. Dann ließ ich auch noch Handwerker Gipser, Maler und Schreiner an mich Hand anlegen, man will ja was hermachen, sodass für mich am Ende 22.510 DM (bei einem Eigenkapital von 2.800 DM) bezahlt werden mussten. Tja, umsonst ist der Tod und der kostet das Leben – wie man damals zu sagen pflegte. Der Grund, auf dem ich bis heute verankert bin, kostete sage und schreibe, 635 DM – kaum zu glauben aber wahr – das nennt man bezahlbaren Wohnraum! Wir schreiben das Jahr 1951 und wenn ich mich so anschaue, kann ich sagen, ich bin bereit, empfangsbereit. Bereit, die Bewohner willkommen zu heißen: Georg und Hilde Müller geb. Pavlat im Erdgeschoss als meine Chefs und Hermann und Irmgard Schimmel als meine Mieter. Damit ich nicht frieren musste, bekam ich eine zeitgemäße Heizung – Holz/Kohle-Öfen und Beistellherde in der Küche mussten reichen. Es wurde nicht jedes Zimmer beheizt und schon gar nicht die Schlafzimmer. Die Chefin Hilde hatte in ihrem Schlafzimmer bis ins hohe Alter im Winter gerade mal 5° – da friert es mich schon beim Erinnern, aber die erste Bewohner-Generation war halt schon ein härteres Kaliber ????.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_4 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="580" height="821" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13480"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der Stammhalter ist auf dem Sonnenberg eingetroffen (Archiv Müller)</em></p>
<p>1952 kam der Erstgeborene mit Namen Wilfried in meinem Schlafzimmer, unter Mithilfe der Waldhäuser Hebammen-Oma Babette Müller geb. Gröber zur Welt. 1958 bekamen wir noch den Harald, später „Boxer“ oder „Harry“ genannt, als Nachwuchs. Er zog es aber vor, im Haus der Oma in Waldhausen das Licht der Welt zu erblicken. Die Katze hat inzwischen das Haus verlassen, irgendein freundlicher Mitmensch hat sie aus Liebe kurzerhand erschlagen. Damit meine Finanzierung optimaler von statten ging, bekamen wir weiter Zuwachs von sog. möblierten Damen und Herren, die auch Logierfräulein bzw. ‑herrn genannt wurden. Ich erinnere mich vage an Helga Rockstroh spätere Bendler, NN Krause, Christa NN spätere Geis und einen Herrn Wild. Sie bewohnten ein kleines Zimmer mit Bett, Tisch, Stuhl und Schrank – das musste reichen. Auch eine Familie Rank bewohnte mich eine sehr kurze Zeit. Samstags, wenn die Arbeit gegen 16 Uhr mit dem „Kehren rund ums Haus“ beendet wurde, ging es in den Keller. Nein, nicht zum Lachen, sondern zum Baden in Wannen aus edlem Zink. Und um 18 Uhr gab’s Abendbrot und das Wochenende konnte beginnen. Ich hatte es bequem und relativ ruhig. Alle verließen mich morgens und kehrten abends heim.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="910" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13481"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Die Chefin bei der Heimarbeit (Archiv Müller)</em></p>
<p>Nur die Chefin, von Beruf Schneiderin, hielt das Haus in Ordnung und ging ihrer Arbeit in der Küche und den Zimmern nach. Entweder der Heimarbeit auf ihrer Nähmaschine, dem Essen kochen (primär österreichisch-ungarische Küche durchsetzt mit schwäbischen Gerichten) oder den üblichen Hausarbeiten. Dazu dudelte das Radio mit dem schwäbischen Standard-Sender SDR1. Die Kinder weigerten sich in den Kindergarten zu gehen, weil sie nicht gegängelt werden wollten und so sprangen sie von morgens bis abends auf der Straße herum und spielten mit den Nachbarkindern der Familien Schröder, Bauer, Müller, Huber und Vater. Das war vermutlich spannender als im Wiesenweg und sozialisiert wurde auf der Straße – hat auch funktioniert. Ob der Wilfried deshalb sein Leben lang Probleme mit Autoritäten hatte? Besonders mit solchen, die inkompetent waren? Wer weiß das schon, ich kann mich auch nicht an jedes Detail erinnern – bin ja nicht mehr das jüngste (kurz zur Erklärung – ich bin sächlich – also „das Haus“ und entziehe mich daher der oft sinnlosen Genderisierung).</p>
<p>Im Garten hatte ich noch einen sog. armen Vetter, einen Hühnerstall für den Hahn und die Hühner, denn sowas kommt mir nicht ins Haus. Später wurden die Hühner durch eine Hündin ersetzt, die aus der Zucht des Herrn Ruhroth im Dreißental stammte und „Frida vom Bussecker Schloss“ hieß. Der Stall wurde somit auch zu einem Hundezwinger ausgebaut. Die Chefin war nicht begeistert, denn sie hatte oft die Arbeit mit ihr, aber gehorchen tat sie nur dem Chef.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="784" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13482"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_58 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der Stammhalter Wilfried und der kleine Bruder Harald im “Pool” (Archiv Müller)</em></p>
<p>Natürlich musste vom Chef auch ein Pool für den Nachwuchs gebaut werden – allerdings sehr überschaubar. Später wurde er von ein paar Goldfischen bezogen, denen es aber nicht sehr gefallen hat und sie daher beschlossen, bäuchlings tot an der Oberfläche zu schwimmen.</p>
<p>Als ich fertig war bzw. als der Nachwuchs einzog und die Taufe gefeiert wurde gab es immer wieder reichlich Besuch. Sei es die Familie aus Fulda, die Verwandtschaft aus dem Ort oder vom Härtsfeld oder die Nachbarschaft, Nachbarn, Bekannte und Freunde – es war immer was los.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_7 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="541" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13483"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_59 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Zur Taufe des Stammhalters versammelten sich folgende Personen – wo war ich da eigentlich? (Archiv Müller)</em></p>
<p><em><strong>Vorne vlnr:</strong> Magdalena “Leni” Pavlat, Hedwig Pavat (Opa), Hildegard Müller geb. Pavlat (meine Mutti), Johann Pavlat (Opa), Erna Pavlat geb. Schaupp (Dode), Hedwig Smrcek geb. Pavlat (Tante)</em><br><em><strong>Hinten vlnr:</strong> Anna Urbanke geb. Piesch, Barbara “Babette” Müller geb. Gröber (Hebamme und Oma), Johann Urbanke, Georg Müller (Vati), German “Geri” Pavlat</em></p>
<p><strong>Modifizierungen.</strong></p>
<p>Natürlich blieb man nicht so wie man geboren wurde. Das gilt für Menschen wie auch für Häuser. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gab es Veränderungen. Nachdem Kaiser Wilhelm doch nicht recht hatte und die Verbreitung des Automobils auch in Oberkochen einzog, bekam ich eine Garage, in der zuerst ein ocker-farbiger Ford Taunus 12 M mit dem Kennzeichen „AA-DD 66“ einzog. Dann bekam ich Kunststofffenster mit Jalousien. Die Fensterläden holte der Golda-Bauer für seine Ranch ab. Eine Plastikverkleidung verunsicherte kurz die Malerinnung am Ort – ob das wohl schlecht fürs Geschäft werden würde? Wurde es nicht, denn das setzte sich nicht durch. Auch eine Erweiterung für ein Bad im Erdgeschoss und eines im Obergeschoss erhielt ich im Jahr 1968. Im gleichen Jahr erhielt ich auch eine Stützmauer im Garten, weil die Chefin vom Chef verlangte, dass der Garten etwas begradigt werden sollte, aber nicht so wie im Nachbargrundstück bei Beckers. Heizungsmäßig kam ich nie auf den neuesten Stand der Technik, im Obergeschoss gab es eine kurze Periode eines Ölofens (Im Nachhinein betrachtet war das nicht ganz ungefährlich). Im Erdgeschoss wurden Nachtspeicheröfen eingebaut, weil das mal als modern galt – heute kann man’s kaum noch bezahlen. Der Stammhalter bevorzugte bis zu seinem Auszug eine nostalgische Holz-Kohle-Heizung.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_8 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="878" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13484"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_60 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Die ganze Familie spielt am Sonntagabend in der Küche Lego (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Garten.</strong></p>
<p>Hier sah ich alles Mögliche wachsen, blühen und vergehen: Apfel- und Kirschbäume, Brombeergewächse, Erdbeeren, Rhabarber, Karotten, Kohlrabi, Stachelbeeren, Kren, Johannisbeeren schwarz und rot, Kräuter, Blumen, Blümchen, verschiedene Polsterbeete, Tulpen und Narzissen, blühende Sträucher und Büsche, Pfingstrosen und klassische Rosen vor dem Haus. Die Rosen haben das Gelände mit dem Stammhalter zusammen verlassen. Er siedelte in die Frühlingstraße und die Rosen in den Lein’schen Garten nach Bopfingen. Nix is fix und das einzig Verlässliche ist die Veränderung. Als Chef und Chefin nach dem Garten schauten ging es penibel und ordentlich zu und es wurde täglich gegossen, wenn notwendig. Als der Stammhalter übernahm, waren die Selbsterhaltungskräfte des Gartens gefragt und das Gesicht wandelte sich – Vögel und Insekten zogen ein und genossen die neue Bio-Diversität. Die Chefin hätte die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.</p>
<p><strong>14. Februar 1991.</strong></p>
<p>Der Chef ist in seinem Wohnzimmer gestorben. War doch kein Alter, denn der Udo Jürgens war immer der Meinung, dass das Leben da erst anfinge, aber für ihn war es eben zu Ende. Eine Zäsur für die Familie, aber auch für mich. Nun ist niemand mehr da, der mit zwei rechten Händen nach mir schaut. Ich musste mich so verhalten und erhalten, dass ich nicht zur Last falle. Die Chefin musste also schauen, wie sie mit mir und meinen Anforderungen zurechtkam. Sie sah das oft als Belastung, weil sie der Meinung war, dass sie mich nicht allein lassen könne. Und so sah ich ihr zu, wie sie lernen musste, den Garten zu pflegen und das Haus einigermaßen in Ordnung zu halten, wenn auch vieles nicht erneuert werden konnte, weil nun eben das Geld fehlte. Aber ich habe mich bemüht, ihr nicht allzu sehr auf der Tasche zu liegen und sie hatte Bekannte, Familie und Freunde, die ihr dabei halfen.</p>
<p><strong>1999</strong></p>
<p>kam dann der Stammhalter nach seiner Scheidung zurück ins Haus. Das war für mich auch besser, denn als Haus ist man nicht gerne allein bzw. leerstehend (das nagt an unsereins) und man mag es daher lieber, wenn man komplett bewohnt wird. Die Jahre gingen ins Land, die Chefin wurde älter, wurde krank und ich hatte oft die Bedenken, dass sie es nicht mehr schaffen würde. Aber weit gefehlt, der 22er Jahrgang war hart im Nehmen und sie kämpfte sich immer wieder auf den Sonnenberg zurück.</p>
<p><strong>Am 9. September 2013</strong></p>
<p>musste sie mich dann doch verlassen. Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert und kam nicht mehr zurück. Am 14. Oktober 2013 starb sie dann im Pflegeheim in der Jenaer Straße. Und so begannen die letzten Müller-Jahre. Im Jahr 2019 kam das Ende und gleichzeitig ein Neuanfang – ich wurde verkauft und bin seitdem die Heimat für die neuen Eigentümer.</p>
<p><strong>Was ich noch anmerken wollte.</strong></p>
<p>Am Anfang hatte ich noch eine perfekte Aussicht, bis meine Schwester, das Lehrerhaus gegenüber, gebaut wurde. Dann war es vorbei mit der tollen Aussicht. Ich habe Sie danach immer beneidet.</p>
<p><strong>Noch ein paar besondere Erinnerungen.</strong></p>
<ul>
<li>Was hatte ich für einen Ausblick. Bis der Herr Kappe einen Wald wachsen ließ. Nicht absichtlich, aber er verhinderte es auch nicht und so wuchsen die Nadelbäume höher und höher und die Aussicht wurde begrenzt und begrenzter. Jetzt im Jahr 2021 ist der Herr Kappe nicht mehr unter den Lebenden und der Käufer des alten Hauses hat den kleinen Wald erst mal entsorgt und die alte Aussicht ist wieder hergestellt, den meine aktuellen Bewohner nun genießen können. Dem Stammhalter hätte der neue alte Blick sicher gut gefallen.</li>
</ul></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_9 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="567" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13485"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Kappe’s Wald mit dem berühmten “Sägen-Baum” ist inzwischen Vergangenheit (Archiv Müller)</em></p>
<ul>
<li>Wie schon erwähnt wurde in meinen Räumen gerne und kräftig gefeiert. Ob der Wilfried seine erste Party, in seinem kleinen 9 qm großen Zimmer mit Dachschräge, unvergesslich feierte und später seinen 20ten und seinen 30ten Geburtstag im Keller. Es wird heute noch davon erzählt.</li>
<li>Ebenso wie die wilde Party des jüngeren Bruders Harald, die sich heftig entwickelte, da Chef und Chefin auswärts zur Kur weilten und bei Hahns in der Lerchenstraße sprach man von einer Orgie. Der Stammhalter kam unangemeldet von der Marine auf Kurzbesuch und staunte nicht schlecht, wie der „Kleine“ feiern konnte. Auch davon wird sicher noch ab und zu gesprochen.</li>
<li>Chef und Chefin feierten auch gerne, sei es zu Fasching oder zu Geburtstagen mit der unvermeidlichen Buttercreme-Torte und den Zitronenschnitten. Ich erduldete alles, sah viel und behielt es für mich. Danach wurde auch immer schön wieder alles aufgeräumt. Und wenn es dem Chef zu viel wurde, verabschiedete er sich auf die französische Art und ging einfach zu Bett.</li>
<li>Der Chef verkleidete sich gerne als Grill-Meister und brachte regelmäßig und bei jedem Wetter den Grill zum Glühen, besonders an seinem Geburtstag dem 7. Juni – auch wenn da oft die Schafskälte den Grill und den Meister unter den Balkon vertrieb.</li>
</ul></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_10 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="551" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-11.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13486"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_62 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der Grillmeister des Hauses (Archiv Müller)</em></p>
<ul>
<li>Die verschiedenen Wetter von eitel Sonnenschein, über Regen und Sturm, Schnee und Hagel, aber im Kessel immer geschützt. Winde wie im Tal kennen wir hier oben nicht, wir hören sie nur.</li>
<li>Was mir auffiel war ein signifikanter Schwund der Singvögel. Erst wurden die Drähte abgebaut, auf denen sie sich (besonders im Herbst) versammelt hatten, dann wurden die Gärten immer sauberer bis hin zu langweiligen Steingärten mit dem einhergehenden Schwund von Insekten und in der Folge das Abnehmen des Vogelbestandes.</li>
<li>Reinlichkeit war mir immer ein Anspruch. Ich wurde immer geputzt und gereinigt – innen wie außen. Samstagnachmittags wurde ums Haus gekehrt und auf der Straße, damit es am Sonntag auch sauber aussah. Der Chef wusch sein Auto auf der Straße, die Kinder ihre Fahrräder vor dem Keller. Dabei wurden die Live-Übertragungen der Fußballbundesliga im Radio gehört oder die neuesten Beat-Hits auf AFN. Des macht heut‘ fascht koi Sau meeh.</li>
<li>Ich sah spielende Kinder aller Altersklassen, die sich nicht langweilten und die Straße zu ihrem Spielzimmer machten. Als ich mir eine Garage zugelegt hatte, konnte ich auch die fußballspielenden Buben für mich gewinnen und es wurde fleißig auf mein (Garagen-)Tor geschossen. Die Chefin war da alles andere als begeistert.</li>
<li>In mir hat sich alles abgespielt was das Leben ausmacht: Geburt, Taufe und Kommunion, Liebe, Krankheit, Leiden, Bangen und Sehnen und Freude, Feiern und Feste und das Sterben. Kurz gesagt: Das Leben in all seinen Schattierungen.</li>
<li>Auch bekam ich eines Tages eine richtige Drehmaschine im Keller aufgestellt. War der Chef doch von Beruf Dreher und arbeitete abends noch im Keller für den Fritz Hahn.</li>
<li>Manchmal wurde im Geheimen gearbeitet, wenn z.B. an einem Feiertag wie beispielsweise an Fronleichnam der Chef entschied, dass es Zeit zum Tapezieren sei. Da wurden die Fensterläden geschlossen, damit die Nachbarn nicht sahen, dass gearbeitet wurde, denn das war an Feiertagen wirklich verboten.</li>
<li>Auf meine alten Tage musste ich noch eine Straßensanierung meistern, die von der Firma Leonard Weiss perfekt ausgeführt wurde.</li>
</ul></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="637" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber756-12.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13487"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_63 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Meine Straße wurde im Jahr 2017 von der in Oberkochen hochgelobten Fa. Leonard Weiss saniert (Archiv Müller)</em></p>
<ul>
<li>Im Nachbarhaus musste die Feuerwehr abrücken – da war die Chefin in hohem Alter aber auch sehr aufgeregt.</li>
</ul>
<p><strong>Fazit.</strong></p>
<p>Ich habe in 71 Jahren viel erlebt und gesehen und meine Zeit ist noch nicht abgelaufen. Wie singt schon der Bundes-Udo: „Hinterm Horizont geht’s weiter“. Recht hat er. Die Sonne geht auf (über dem Römer-Keller oder dem Rodstein) und die Sonne geht unter (über dem Kessel) und dazwischen liegt ein Tagwerk. Weiter – immer weiter. Rastlos Ruhelos. Und frei nach Schiller „Fest gemauert in der Erde….steht der Keller, auf dem ich ruhe“.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wo sich Historie und Neuzeit treffen</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/wo-sich-historie-und-neuzeit-treffen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Feb 2022 23:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=20412</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Im „Bronkel“ haben bekannte Oberkochener Persönlichkeiten ihre Kindheit verbracht. Was sich getan hat und was auf der Agenda steht.</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_12 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="472" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/bronkel22-1-1.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-20629"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Eine Szene ganz typisch für den Bronkel: Unzählige geliebte Kindheitserinnerungen haben ihre Spuren tief im Gedächtnis der Oberkochener eingegraben. Nun soll das alte Wohnviertel aufgewertet werden.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_66 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>„Bitte anschnallen – ein Blick in die Geschichte.“ In die Geschichte eines vergessenen Wohngebiets? Ein Stück weit ja, aber es herrscht so was wie Aufbruchstimmung im Flurbereich, der von der Bahnlinie, dem Kocher und dem Kocherkanal eingegrenzt ist.</p>
<p>Die dazugehörigen Straßen sind die verzweigte Mühlstraße, ein kleiner Teil der Bahnhofstraße sowie der Kapellenweg bis zur Röchlingstraße. Viele Altvordere haben ihren „Bronkel“ geliebt, unzählige Kindheitserinnerungen. Der „Huga Paul“ hat mal in der Mühlenscheune einen tollen Bildvortrag serviert, in dem sich heute gestandene Oberkochener erfreut wiedererkannten. Ein bisschen umstritten ist der Name „Bronkel“, nicht wenige sprechen vom „Brunkel“, aber das ist eigentlich Nebensache. Dietrich Bantel und Billie Müller vom Heimatverein haben historische Schätze aus der guten, alten Zeit in Wort und Bild festgehalten. Aber auch Albert Holz, Hubert Wunderle und Kurt Elmer haben Wissenswertes zusammengetragen, um den Brunkel aus dem Dunkel der Zeit und der allgemeinen Vergessenheit hervorzuholen.</p>
<p>„Zeitzeugen“ sind auch Gebäude. Die Ottilienkapelle und das Haus Kapellenweg 3, früher Schreinerei Mannes. Jener Willibald Mannes, der als Treppenbauer im Kapellenweg international tiefe Spuren hinterlassen hat.</p>
<p>Im Kapellweg 8 war das Armenhaus beheimatet, 1956 abgebrochen. Es hatte beiden Kirchengemeinden unterstanden. Heute wohnt dort der „Schwalben- Vater“ Hubert Glaser mit seiner Gattin.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_13 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="780" height="603" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/bronkel22-2-1.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-20630"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Eines der Armenhäuser im Bronkel Fotos: privat</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_68 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Dahinter treffen sich Historie und Moderne mit dem toll herausgeputzten Mühlen-Areal und dem Wirtschaftsgebäude mit Mühlen-Wirtshaus und Mühlensaal. Nirgendwo in Oberkochen treffen Moderne und die gute, alte Zeit so eng aufeinander.</p>
<p>Unvergessen Theresia Elmer, d’Hebamm vom Bronkel. Sie hat Oberkochener Geschichte geschrieben, brachte unter vielen Babys auch zwei „besondere Buben“ auf die Welt: 1936 Albert Holz, ihren Enkel und späteren Emil-Leitz-Chef Albert Holz und 1939 Dieter Brucklacher, den späteren Leitz-Chef. Im Kapellenweg 14 steht das einstige Küferhaus von Küfermeister Anton Wunderle, auch sein Sohn Hubert lernte das Küferhandwerk von der Pike auf.</p>
<p>Im Kapellweg 18 steht das Haus der Hafner-Familie Elmer – Kurt Elmer, der letzte Hafner von Oberkochen, ist im Heimatmuseum mit einer Ausstellung mit sehenswerten Exponaten verewigt.</p>
<p>In der Bahnhofstraße 15 betrieb Dr. Eberhard Sußmann als erster niedergelassener Arzt nach dem Krieg von 1945 bis 1984 eine Arztpraxis. Die Liste ließe sich locker verlängern.</p>
<p>Der „Bronkel“ kam neulich ins Gespräch, als der Technische Ausschuss über das Neubauprojekt in der Bahnhofstraße 15 zu befinden hatte. Keine Zustimmung, weil die Konzeption zu exzentrisch erschien. „Wir wollen den Bronkel weiter aufwerten, aber Bausünden vermeiden“, sagt Bürgermeister Peter Traub. Einiges ist schon im Fluss. Der katholische Friedhof soll neu gestaltet werden, neue Urnengräber sind geplant.</p>
<p>1851 wurde dieser Friedhof an die Bahnlinie verlegt. Reste in Form von Grabplatten aus alter Zeit, als der Friedhof noch im Ort nahe der Kirche war, finden sich an der Grundmauer der Kirche am „Mühlbergele“ und im Hof der Sakristei. Die erste Verstorbene, die dort beerdigt wurde, war Katharina Betzler.</p>
<p><strong>Post als Zukunftsprojekt</strong></p>
<p>Ein „Projekt der Zukunft“ könnte das Post-Gebäude werden. Dort sind der Umsonstladen und der Jugendtreff zu Hause. Das Gebäude gehört der Stadt, das dahinterliegende Gebäude (Postverteilungszentrum) gehört allerdings der Post.</p>
<p>„Ich bin schon seit längerem am Verhandeln“, betont der Bürgermeister. Im Rahmen des Mobilitätspakts soll am Bahnhof ein Mobilitätsstützpunkt entstehen und im Kapellenweg ist ein großes Rettungszentrum für Polizei, Rotes Kreuz und die Feuerwehr geplant. Kein einfacher Weg, wenn Historie und Zukunft sensibel verzahnt werden sollen. Man darf gespannt sein.</p>
<p><strong>Lothar Schell, Schwäbische Post</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Als Schiller für kommunalpolitischen Wirbel sorgte</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/als-schiller-fuer-kommunalpolitischen-wirbel-sorgte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2021 23:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunales Geschehen, Lokalzeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>1860 wurde das Gebäude Aalener Straße 19 erstellt. Konflikte brachte die Namensfindung.</strong></p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="700" height="401" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/schiller01-1-1.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-20622"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Das Schillerhaus in Oberkochen hat eine wechselvolle Geschichte. Fotos: ls</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_71 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Eigentlich jeder Oberkochener weiß, dass sich im Schillerhaus das Heimatmuseum befindet. Aber immer wieder fragen Auswärtige, was das Schillerhaus mit dem großen Dichter und Philosophen Friedrich Schiller zu tun hat.</p>
<p>Unsere Recherche hat ergeben, dass es in der Kocherstadt wohl kaum ein anderes Gebäude gibt, das eine solch bunte Geschichte hinter sich hat. Von 1860 bis 1938 diente das Gebäude als evangelisches Schulhaus und Lehrerwohngebäude, von 1957 bis 1959 war es eine Außenstelle des Aalener Schubart-Gymnasiums und dann hatte die Ortsbücherei dort acht Jahr ihr Domizil. Von 1979 bis 1989 hatte das Jugendhaus seine Zelte aufgeschlagen. Dann begann die Ära der Begegnungsstätte und des Heimatmuseums. Man sieht, nix von Schiller.</p>
<p><strong>CDU drückt Schiller durch</strong></p>
<p>Und doch, der Schiller kommt jetzt ins Spiel und die Sache nimmt kommunalpolitischen Charakter an. In den 1980er Jahren wurde nämlich in Oberkochen die „Schillerstraße“ in „Heinz-Küppenbender-Straße“ umgetauft, quasi eine posthume Würdigung der damals führenden Carl-Zeiss-Persönlichkeit Heinz Küppenbender. Alt-Oberkochener war dies ein Dorn im Auge. „Schiller weg und dafür ein Zeissler“, diese Aussage kursierte an Stammtischen und im Gemeinderat.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_15 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="440" height="315" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/schiller01-2-1.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-20623"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Diese Tafel ist am Schillerhaus angebracht.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_73 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Nachdem man sich auf die Mixtur Begegnungsstätte und Heimatmuseum im Gemeinderat geeinigt hatte, ging es um die Namensfrage für das umgewidmete Gebäude.</p>
<p>Die CDU stellte 1993 im Gemeinderat den Antrag, zwecks „Wiederbeschaffung“ des Namens Schiller das Gebäude „Schillerhaus“ zu benennen.</p>
<p>Die SPD plädierte dafür, das Gebäude weiterhin als „Haus der Begegnung“ zu firmieren – ein Arbeitstitel, der sich zwischen 1989 und 1993 eigentlich eingebürgert hatte. Die Freien im Gemeinderat waren geteilter Meinung. Von den Gegnern der Bezeichnung „Schillerhaus“ wurde ins Feld geführt, dass Schiller und Oberkochen nun schon gar nicht miteinander zu tun hätten, der Name also in den luftleeren Raum gesetzt sei.</p>
<p>Die Befürworter der CDU-Fraktion sagten dagegen, dass es nicht darauf ankäme, ob Schiller nun Oberkochen gewesen sei oder nicht, sondern darauf, dass man dem schwäbischen Dichter die Referenz erweisen müsse, nachdem der Name „Schiller“ durch die Straßenumbenennung verschwunden sei. Der damalige CDU-Stadtrat Martin Gold, von Beruf Metzger, wetzte das Messer mit den Worten: „In der Bierwurst ist kein Bier und in der Königin-Pastete keine Königin, folglich brauche in einem Schillerhaus auch nicht der Schiller drin gewesen sein.“</p>
<p>Nach langer und richtig deftiger Diskussion beschloss der Gemeinderat am 19. April 2001 mit acht Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen in einer Kampfabstimmung, das Gebäude „Schillerhaus“ zu benennen. Die Schlagzeile der Schwäbischen Post lautete damals: „CDU drückt Schiller durch.“ Der Lokalhistoriker Dietrich Bantel kommentierte locker und trocken: „Schiller hängt mit Jena, Jena mit Carl Zeiss und Carl Zeiss mit Oberkochen zusammen. Also hängt auch Schiller mit Oberkochen zusammen.“</p>
<p><strong>Lothar Schell, Schwäbische Post</strong></p></div>
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		<title>Den „Fuchsbau“ erhalten</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/den-fuchsbau-erhalten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2020 23:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
		<category><![CDATA[Schulen, Kindergärten]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Warum das Rote Backsteingebäude im Schulzentrum Dreißental eine wichtige Rolle spielt.</strong></p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="390" height="454" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/fuchsbau01-1.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-20608"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der sogenannte „Fuchsbau“: Backsteingebäude der Dreißentalschule. Foto: ls</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_76 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Stadt Oberkochen hat sich das Prädikat „Familien- und kinderfreundliche Stadt“ auf die Agenda geschrieben. Ein qualitativ hochwertiges Beispiel ist hierfür neben dem weiteren Ausbau der Kindertagesstätten die Entwicklung der Schulen.</p>
<p>In Sachen Kindertagesstätten ist neben den städtischen Kitas am Gutenbach und im Wiesenweg in Kooperation mit dem Unternehmen Carl Zeiss eine dritte Einrichtung im neuen interkommunalen Gewerbegebiet geplant. Eine lange, aber konstruktiv geführte Diskussion war der Entwicklung des Schulzentrums im Dreißental vorausgegangen.</p>
<p>Der Gemeinderat hatte im März 2017 beschlossen, die Tiersteinschule und die Dreißentalschule am Standort Dreißental zusammenzulegen. Die Alternative „Standort Tierstein“ wurde letztlich aus Kostengründen und wegen der schwierigen Verkehrsanbindung verworfen. Der Erweiterungsbau im Dreißental ist in wenigen Monaten fertig. Mehrere weitere Bauabschnitte folgen, darunter auch die Sanierung des roten Backsteingebäudes, das eine lange Geschichte aufweist.</p>
<p><strong>Die Bekenntnisschulen</strong></p>
<p>Jahrhundertelang gehörte der Schulunterricht zu den Aufgaben der Pfarrer beider Konfessionen. In den geschichtlichen Annalen sind die ersten wirklichen Schulhäuser beider Konfessionen nicht dokumentiert. Die katholische Kirchengemeinde soll bereits im 17. und die evangelische im 18. Jahrhundert ein Schulgebäude besessen haben. Im ehemaligen katholischen Schulhaus aus dem 18. Jahrhundert waren ab 1906 die Krankenschwestern der Franziskanerinnen von Reute untergebracht. Nach der Säkularisierung und der Vereinigung des Dorfs unter der Herrschaft des Königsreichs Württemberg hatte dann die bürgerliche Gemeinde für einen Teil der Kosten aufzukommen. Ohnehin nur mit knappen Einnahmen gesegnet, fiel ihr das angesichts zweier konkurrierender Bekenntnisschulen nicht leicht.</p>
<p>Die evangelische Kirche konnte 1861 an der Aalener Straße, fast direkt gegenüber der damaligen evangelischen Kirche, ein neues Schulhaus errichten. Das Gebäude beherbergte bis zur von den Nationalsozialisten erzwungenen Auflösung 1936 die evangelische Schule und bis 1937 die Überreste der katholischen Schule.</p>
<p>Zurück zum „Fuchsbau“: Nach langem Zögern hatte sich die katholische Schulgemeinde entschlossen, im Jahr 1900 ein neues Schulhaus zu bauen. Die Finanzierung des Bauvorhabens an der Dreißentalstraße bereitete großes Kopfzerbrechen, denn die Finanzkraft der katholischen Schulgemeinde war gering. Die katholische Pfarrgemeinde war überdies zu dieser Zeit mit dem Neubau von St. Peter und Paul an ihre Grenzen gestoßen, denn obwohl die Mehrzahl der Einwohner nach wie vor katholisch war, gehörten viele steuerlich starke Inhaber, aber auch Mitarbeiter der aufstrebenden Industriebetriebe zur evangelischen Kirche.</p>
<p><strong>Jetzt Musikschule, später Hort</strong></p>
<p>Dank der Übernahme einer Bürgschaft der Gemeinde zugunsten der Pfarrgemeinde konnte die Finanzierung dennoch gesichert und gegen 1900 mit dem Bau am damaligen Ortsrand begonnen werden. Das wegen seiner roten Ziegelfassade im Volksmund „Fuchsbau“ genannte Gebäude bildete praktisch den Kern und den Altbau der heutigen Dreißentalschule.</p>
<p>Dieses geschichtsträchtige Gebäude sollte unbedingt erhalten werden. Im Backsteinbau hat die Musikschule Oberkochen-Königsbronn ihr Domizil. Die Gesamtplanung sieht vor, dass der „Fuchsbau“ in einem gesonderten Bauabschnitt von September 2022 bis August 2023 saniert wird. Die Musikschule wird – zusammen mit dem sonderpädagogischen Zentrum – längst in der dann sanierten Tiersteinschule zu Hause sein. In den „Fuchsbau“ ziehen zum Schuljahresbeginn 2023 dann vier Hortgruppen für insgesamt 100 Kinder ein. Die Nachfrage nach Schulkindbetreuung – auch während der Ferien – steigt kontinunierlich.</p>
<p><strong>Lothar Schell, Schwäbische Post</strong></p></div>
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			</item>
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		<title>Bericht 689: Das Fotografen- oder das Schönherr’sche Haus im Wandel der Zeit</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-689-das-fotografen-oder-das-schoenherrsche-haus-im-wandel-der-zeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Mar 2018 23:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 600-699]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Der Anfang.</strong></p>
<p>Dieses Haus bekam seine Baugenehmigung am 7. März 1953. Nach seiner Fertigstellung (wohl noch 1953, denn damals wurde tw. in rasantem Tempo gebaut) zog als erstes das Möbelgeschäft „Czasny“ ein.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_17 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="836" height="523" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12657"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_78 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Werbeanzeige Möbelgeschäft Czasny (Archiv Müller)</em></p>
<p>Die neuzugezogenen Mitbürger brauchten neue Möbel und zwar schnell und preiswert – und das war Czasny’s Geschäftsmodell. Jedoch war das auf Dauer nicht genug und so verliert sich die Spur dieses Geschäftes relativ schnell im Nebel der Zeit.</p>
<p><strong>Die Familie Schönherr</strong> erstellte und bewohnt das Haus bis heute. Zuerst bewohnten Maria und Wilhelm Schönherr mit ihren Kindern Gerda, Helga, Wilhelm und Bernhard das Gebäude und betrieben hier ihre Malerwerkstätte. Später wohnten hier noch Rita und Anton Pointer, Maria Hermann, Liesbeth Klee und Gerdi Hirsch. Heute wird das Haus von Bernhard Schönherr bewohnt. Der „alte Meister“ starb am 21. Juni 2002.</p>
<p><strong>Die Fotografen.</strong></p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="359" height="634" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12658"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_79 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Filmtasche Perutz Vorderseite Kristen 1954 (Archiv Müller)</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_19 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="359" height="550" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12659"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_80 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der junge Meister Kristen (Archiv Stelzenmüller)&nbsp;</em></p>
<p>Im August 1954 zieht DIE fotografische Instanz in Oberkochen in dieses Haus ein – Grete und Rudolf Kristen. Sie begannen ihr Geschäft in der Heidenheimer Str. 29</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_20 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="882" height="639" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12660"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_81 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Foto Kristen in der Heidenheimer Straße, daneben der Schneider Fischer (Archiv Müller)</em></p>
<p>vermutlich im Jahr 1948 und brauchten dringend mehr Platz. Im neuen Domizil im Dreißental trat das Geschäft natürlich auch in mein Leben. Ich kaufte dort unsere Fernseh- und Radiozeitschriften.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_82 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Später dann auch die verschiedenen Comics unserer Kindheit und Jugendzeit wie Nick Knatterton, Falk, Sigurd, Tarzan, Akim, Tibor, Mickey Mouse, Superman, die Cowboy- und Jerry Cotton-Heftchen, Komissar X und nicht zu vergessen: Fix und Foxi. Zum Leidwesen meines Deutschlehrers Thiem interessierte ich mich auch für die Revolverblättchen von G.F. Unger, Louis L‘Amour und Kollegen und brachte einen etwas sportlichen Schreibstil in meine Aufsätze. Das konnte am Gymmi nicht akzeptiert werden und führte zu entsprechenden Noten, auch wenn der Lehrerkonvent manche Aufsätze besser bewertete als der Klassenlehrer selbst. Noch heute führt das gelegentlich bei unsern Klassentreffen zu lustigen Erinnerungspointen. Grete Kristen war auch als Radfahrerin gefürchtet. Sie besaß ein sehr sehr großes Damenfahrrad von der Sorte wie sie nach der Währungsreform gefertigt wurden. Und wenn sie anzuhalten gedachte machte sie das immer mit einem Sprung in die Fahrbahn – aber hallo, da war immer Gefahr im Verzug. Natürlich war Rudolf Kristen der örtliche Haus- und Hoffotograf. Passbilder, Porträts, Familien – und Kommunion-/Konfirmationsbilder wurden in seinem Atelier hergestellt. Außerdem sah man ihn auf jedem Oberkochner Fest um die Geschehnisse auf den Film zu bannen. Kristen hatte auch einen Filmautomaten beim Schmidjörgle aufgehängt, aus dem man die benötigten Rollfilme ziehen konnte.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_21 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="882" height="624" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12662"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_83 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Haus Schmidjörgle mit Filmautomat 1971 (Archiv Müller)</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_22 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="678" height="584" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12663"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_84 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Haus Schmidjörgle mit Filmautomat 1971 — Vergrößerung (Archiv Müller)</em></p>
<p>Der Bruder von Rudolf, Alfred Kristen, war gelernter Schreiner und arbeitete bei Wigo in Oberkochen. Er hat auch die Einrichtung für seinen Bruder im neuen Domizil hergestellt. In Neresheim hat er Passbilder für die Härtsfelder gemacht und Rolf Stelzenmüller hat sie für ihn entwickelt. Morgens gebracht, abends abgeholt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_23 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="949" height="320" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12664"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_85 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>das gab es früher auch noch</em></p>
<p>27 Jahre lang lief das Geschäft in der Dreißentalstraße bis Rudolf 1971 starb und Grete 1975 ihm folgte, als sie bei einem Autounfall auf der B19 zwischen Unterkochen und Aalen starb.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_24 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="445" height="646" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12665"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_86 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Grete Kristen (Amtsblatt)</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_25 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="434" height="680" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12666"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_87 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Rudolf Kristen (Amtsblatt)=</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_26 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="710" height="387" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-11.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12667"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_88 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der junge Fotografenmeister (Archiv Müller)</em></p>
<p>Dann übernahmen Rolf und Martha Stelzenmüller das Geschäft und führten es in modernere Zeiten. Rolf kam 1969 über verwandtschaftliche Beziehungen nach Oberkochen und fand bei Kristen eine Anstellung als Photograph. Viel zu verdienen gab es damals nicht. Die Hochzeit von Rolf und Martha wurde selbstverständlich von Grete und Rudolf fotografiert.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_27 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="912" height="684" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-12.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12668"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_89 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Das Fotografenhaus im Winter Dez. 2011 (Archiv Müller)</em></p>
<p>Zur Erinnerung: Anfangs war der Eingang links und das Studio rechts, ab 1984 war das umgekehrt. Nun gab es aber auch durch Carl Zeiss nicht nur viele Kunden sondern auch Probleme.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_28 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="452" height="368" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-13.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12669"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_90 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><em>Die wollte ich immer haben, aber zu teuer für mich – Die Contax RTS im Porschedesign</em></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_29 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="510" height="418" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-14.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12670"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_91 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Und die habe ich mir als erste gekauft – Die Yashica TL Elektro X – stolz wie Bolle</em></p>
<p>Denn Zeiss verkaufte firmenintern Contax- und Yashica-Kameras und empfahl seinen Mitarbeitern, sich doch die Anwendung vom örtlichen Fachhandel erklären zu lassen. Super, dachte sich Rolf Stelzenmüller, so kann man’s auch machen. So kann ich ja kein Geschäft machen. Es gab aber noch schlauere KundenInnen. Beim „Schlecker“ eine Kamera kaufen und beim „Stelzenmüller“ fragen wie’s funktioniert. Das geht ja gar nicht und ist ein absolutes No-Go. Rolf riet ihr die Kamera zurückzubringen, denn die Frau wusste nicht mal, dass sie eine Digitalkamera gekauft hatte. Geschweige denn, dass sie wusste, was ein PC ist oder wie man das schreibt. Eine halbe Stunde Beratung kostet dann schon mal 20 € – na wenn’s sei muaß, aber bringa tuats au nix. ☺</p>
<p>Hauptschwerpunkt war in den 70er und 80er Jahren die Industriefotografie mit der Verarbeitung im eigenen S/W Labor sowie die Atelierfotografie. Kunden waren u. a. die Firmen der örtlichen Industrie wie z.B. Leitz, Oppold, Schmid, Bäuerle, Wannenwetsch und Okoma.</p>
<p>Hier war auch der Verteiler der BILD-Zeitung für Oberkochen bis ca. 1978. Das bedeutete, von hier aus wurde die BILD-Zeitung auch in andere Geschäfte verteilt. Die BILD-Zeitung hatte ja schließlich einen BILDungsauftrag für die Bevölkerung. Viele Arbeiter und Angestellte deckten sich morgens entsprechend ein: Am Bahnhofskiosk, im Enepetz-Kiosk, bei Kristens und bei Stelzenmüllers. Ich erinnere mich an einen Arbeiter bei Zeiss, der jeden Morgen über 50 Exemplare einkaufte, damit sich jeder bei Zeiss bei Zeiten seine Meinung BILDen konnte.</p>
<p>Die Arbeitszeiten waren anstrengend und wer ein Geschäft hatte, musste sich regen. Erst wurde um 6 Uhr geöffnet, dann um 7 Uhr, später um 7:30 und letztlich um 8 Uhr. Ab Viertel nach Neun war Hochbetrieb, Zeiss hatte Pause und „Mann und Frau“ hatten am Tresen zu stehen, um dem Kundenansturm bedienen zu können – denn Zeit zu warten hatte natürlich niemand. Die Pause war kurz.</p>
<p><strong>Die Geschichte der verschwundenen Rollei 35.</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_30 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="452" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-15.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12671"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_92 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der Renner Rollei 35 – auch ich hatte eine (Archiv Müller)</em></p>
<p>Plötzlich war sie weg – die Kamera vor der Verpackung. Später brachte ein Kunde eine Kamera des gleichen Modells zum Filmwechsel und siehe da – die Seriennummer entsprach der verschwundenen Kamera. Meldung an die Polizei, es kam zu einem Prozess, der Mann wurde der Hehlerei angeklagt und die Kamera fand wieder den Weg in die Verpackung und letztendlich zu einem Kunden, der dafür auch bezahlt hat. So eine Kamera hatte ich auch während meiner Marinezeit. Sie war klein, handlich und machte mit ihrem Tessar-Objektiv tolle Bilder.</p>
<p><strong>Die Geschichte vom Überfall.</strong></p>
<p>Der allseits bekannte „Bär“ (Martin Gold) betrat das Geschäft und sprach im Spaß <strong>„Überfall – Geld her“</strong>. Martha Stelzenmüller hörte das im hinteren Bereich und war besorgt um das schwer verdiente Geld und um ihren Mann. Sie dachte sich „Mir lasset ons nix wegnemma“ und lief zur Hintertür um die Nachbarn zu alarmieren. Frau Sieglinde Betzler schlich sich langsam zur Vordertür, schaute hinein, öffnete die Tür, ging selbstbewusst hinein und sprach den Räuber auf gut schwäbisch an <strong>„Bär du Seggel, was mach’sch denn doa?“</strong></p>
<p><strong>Die Schaufenster oder Auslagen</strong> wie man das früher auch nannte beherbergten u.a. links ausgestellte Bilder und rechts Fotoapparate und Bilderrahmen. Beim rechten Schaufenster hing noch eine Art Briefkasten, in den man Filme zum Entwickeln einwerfen konnte. Ein Hingucker Mitte der 80er Jahre war die Ausstellung im Schaufenster mit Bildern über Alt-Oberkochen, dekoriert mit alten bäuerlichen Gerätschaften von Herrn Posmik, unter Mithilfe von Freund Isidor Rettenmeier.</p>
<p><strong>Vielleicht entstand aus dieser Aktion die Idee zu den Jahreskalendern.</strong> Leider hat Rolf keine Belegexemplare aufgehoben. Ich habe einige der Kalender erworben (2009 bis 2012 je incl.), aber mir fehlen die vorherigen Jahrgänge. Wer kann da weiterhelfen, damit ich meine Sammlung erweitern kann? Die Kalender kommen natürlich nach dem Scannen umgehend an die Eigentümer zurück.</p>
<p><strong>Das Atelier hatte auch eine Studio-Katze.</strong> Allerdings keine rassige zwei- sondern eine haarige vierbeinige, die sich oft im Geschäft breitmachte und sich an allen (un)möglichen Stellen räkelte und sich regelmäßig vom anstrengenden Leben eines Katers erholen musste.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_31 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="840" height="560" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-16.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12672"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_93 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Die Studiokatze mit Namen Sam. (Archiv Stelzenmüller)&nbsp;</em></p>
<p><strong>Technische Ausstattung</strong></p>
<p>Für die foto-technisch Interessierten ist der folgende Abschnitt. Rolf hat von Kristens folgendes Equipment übernommen und bis Ende der 70er Jahre benutzt:</p>
<ol>
<li>Plattenkamera auf Holzstativ Format 10 x 15 sowie für Passbilder 6 x 9 Planfilm sowie</li>
<li>eine Linhof 13/18 Kamera<br>→ danach musste neu investiert werden</li>
<li>eine Rollei SL 66 für Passbilder und Außenaufnahmen, Dias 6/6 als Referenzaufnahmen für Prospekte für das Baugeschäft Mayer in Giengen<br>→ Mitte 80er bis Mitte 90er wurde investiert</li>
<li>in eine Zenza Bronica 4,5 x 6 mit Zentralverschluss<br>→ Ab ca. 2005</li>
<li>kam eine Pentax Ist DS mit 6 Megapixel (alle vorhandenen Objektive konnten verwendet werden) in die Ausstattung<br>→ Ab ca. 2008</li>
<li>eine Fuji S 9600 für Passaufnahmen. 9 MP und</li>
<li>eine Pentax K10D mit 10 Megapixel<br>→ Ab ca. 2010</li>
<li>kam eine Pentax KX mit 12 Megapixel dazu<br>→ und ab ca. 2011 eine Samsung GX 20 mit 16 MP</li>
</ol></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_32 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="475" height="704" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-17.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12673"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_94 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Ein Kunde mit Hang zur analogen Welt (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Das Ende kam dann</strong> Ende März 2012. Es wurde immer schwieriger, das Alter meldete sich auch und notwendige Investitionen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, wurden immer intensiver und unterm Strich wurde es auch nicht mehr. Zudem wurden die Knipser immer mehr und die Fotografen immer weniger. Das Zeitalter der SmartPhones war angebrochen. Und so fiel die Entscheidung „Schicht im Schacht“. Es wurde alles verkauft was noch einen Kunden fand. Ich ergatterte noch einige Bilderrahmen und alte Fotografien, die mir wichtig erschienen. Im Internet fand ich noch folgende Anmerkung:</p>
<p><strong>„War ein super Laden. Hat aber leider altershalber aufgegeben und sein Geschäft geschlossen. Schade.“</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_33 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="898" height="593" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-18.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12674"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_95 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Bye Bye Rolf und Martha – so wie wir beide in Erinnerung behalten (Archiv Müller)</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_34 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="730" height="547" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-19.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12675"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_96 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Bye Bye Rolf – so wie wir ihn in Erinnerung behalten (Archiv Müller)</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_35 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="882" height="605" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-20.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12676"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_97 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Bye Bye Martha – so wie wir sie in Erinnerung behalten (Archiv Müller)</em></p>
<p>Gibt es ein schöneres Kompliment, das einem sagt, dass man seinen Job gut gemacht hat? Der Laden wurde für den Nachfolger ausgeräumt und seitdem können wir dort bei der „Pusteblume“ alles rund um die Blume kaufen.</p>
<p><strong>Erinnerungsfotos aus dem Inneren des Geschäftes</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_36 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="839" height="629" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-21.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12677"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_37 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="876" height="657" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-22.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12678"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_38 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="876" height="657" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-23.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12679"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_39 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="876" height="657" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-24.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12680"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_40 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="876" height="657" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-25.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12681"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_41 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="929" height="622" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-26.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12682"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_42 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="929" height="622" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber689-27.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12683"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_98 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Rolf’s Büro Backstage (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Ich grüße wie immer vom Sonnenberg und Rolf mit Martha von Königsbronn, das sie zu ihrem Altersruhesitz erkoren haben.</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 683: Das Herrgottshäfner-Kruzifix</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-683-das-herrgottshaefner-kruzifix/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Nov 2017 23:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 600-699]]></category>
		<category><![CDATA[Einzelne Gebäude]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=18248</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_9 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
				<div class="et_pb_row et_pb_row_9 beitrag-row">
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				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_99 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Denkmalschutz</h2></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_43 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="262" height="374" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber683-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12596"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_100 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Protokoll der GR-Sitzung vom 09.04.1979 betr. Liste der vom heutigen Landesamt für Denkmalpflege (LAD) vorgeschlagenen und durch GR-Beschluss unter Denkmalschutz gestellten Objekte in Oberkochen</em></p>
<p>Das durch seine ungewöhnliche Art der Anbringung, seine Größe und sein durchaus beträchtliches Alter bekannte Kruzifix am „Herrgottshäfnerhaus“, Heidenheimerstraße 12, hat eine lange Geschichte. Es ist schon – wie der „Goldene „Hirsch-Ausleger“, dem jüngst sein mit ihm verbundenes Gebäude „Hirsch“ abhanden gekommen ist, und der am sicheren Orte bei der Stadt verwahrt wird, sowie der „Lamm-Ausleger“ – seit Jahrzehnten in die Liste der zu schützenden Denkmale Oberkochens eingetragen. Der älteste mir vorliegende Eintragungsbeleg geht auf eine Gemeinderatssitzung vom 09.04.1979 zurück, wo Bezug darauf genommen wird, dass das LAD im Herbst 1978 nach einer Ortsbegehung eine Oberkochener Liste der örtlichen Baudenkmale aufgestellt hat.</p>
<h2>Der verschwundene Herrgott</h2></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_44 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="985" height="657" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber683-02a.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12599"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_101 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Die leere „Herrgotts“-Nische mit einem Werbetransparent der Firma Die leere „Herrgotts“-Nische mit einem Werbetransparent der Firma „Zimmerpool“ – Aufnahme DB vom 13.9.2017 Zimmerpool“ – Aufnahme DB vom 13.9.2017</em></p>
<p>Als Ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Landesamt für Denkmalpflege war es meine Aufgabe, diesem die Tatsache, dass der Herrgottshäfner-Christus Mitte August dieses Jahres plötzlich verschwunden ist, zu melden. Inzwischen hatte es sich in Oberkochen herumgesprochen, dass das oben beschriebene Anwesen Winter in der Heidenheimer Straße an die Firma Zimmerpool / Steinheim, vertreten durch die Herren Hitzler und Sekler verkauft worden war. Da bezüglich der Christus-Skulptur seitens der neuen Besitzer zunächst an eine Schenkung an die Kath. Kirchengemeinde gedacht worden war, war Malermeister Schönherr damit beauftragt worden, die Figur aus der Nische herauszunehmen. So lag sie einige Zeit bei ihm in der Werkstatt und später dann in einem Büroraum im Pfarrhaus der Katholischen Kirchengemeinde.</p>
<p>Durch meine Meldung an das LDA und meinen Hilferuf an den Bürgermeister kam es, vom Bürgermeister angeregt, zu Gesprächen, in die außer ihm und mir auch die neuen Besitzer sowie Pfarrer Macho und später die Aalener Restauratorin Frau Karin Krüger einbezogen waren. Durch diese Gespräche gelangten die neuen Besitzer zu der Überzeugung, dass es richtig ist, wenn der Kruzifixus nach einer dringend notwendigen Restaurierung durch die Aalener Diplomrestauratorin Krüger wieder an seinem alten Platz angebracht wird.</p>
<h2>Das „Hergottshäfnerhaus“</h2>
<p>In unserem Bericht 11 unserer heimatkundlichen Serie „Oberkochen – Geschichte, Landschaft, Alltag“ habe ich bereits im Amtsblatt „Bürger und Gemeinde“ vom 31. März 1988 wichtige Details zu der Figur, die mir Hubert Winter, Sohn der Maria Winter, geb. Fischer, also Enkel des „Herrgottshäfners“ Josef Fischer, benannt hat, veröffentlicht, – z.B., dass es sich bei dem Kruzifixus um eine lebensgroße hölzerne Figur handelt, die, einer Überlieferung zufolge auf ein Gelübde zurückgehend, einst über dem Hauseingang angebracht worden ist. (Joachim Fischer, Backnang, der mit dieser Geschichte „verwandtschaftlich“ zu tun hat, ist von einem Gelübde übrigens nichts bekannt). Dort war der Christus von einem weiter vorspringenden Dach allerdings etwas besser geschützt als an seinem neuen Platz nach der Erstellung des Nachkriegs-Neubaus.</p>
<p>Am 11. April 1945, also in den allerletzten Kriegstagen, wurde dieses Gebäude zusammen mit 2 weiteren Gebäuden bei einem Tieffliegerangriff durch Bomben zerstört, wobei in diesem Haus von insgesamt 15 Personen, die im Keller des Gebäudes Schutz gesucht hatten, 8 Menschen ums Leben kamen, darunter auch die Mutter der vier Kinder des Eugen Winter. Hubert Winter befand sich als gut 7‑jähriger Junge unter den Überlebenden.</p>
<h2>Ein Wunder?</h2>
<p>Wie durch ein Wunder blieb die Wand mit dem Kruzifixus, wohl, weil sie durch eine im rechten Winkel zur Straße stehende tragende Trennwand zum Wirtschaftsteil des langen großen Gebäudes stabilisiert war, stehen. Hubert Winter sieht noch heute den Wohnzimmerschrank auf einem kleinen Stück Fußboden im OG des stehengebliebenen Ruinenteils hinter dem Kruzifixus wie schwebend in dem ansonsten zerstörten Gebäude hängen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_45 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="870" height="578" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber683-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12598"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_102 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Unser HVO-Archiv-Foto zeigt das ziemlich alte und 1945 völlig zerstörte Gebäude „Herrgottshäfner“. Es entstand der Info von Herrn Hubert Winter zufolge vor ungefähr 100 Jahren.</em></p>
<p>Wir haben das Foto aus der Sammlung Rolf Stelzenmüller übernommen und sind immer noch auf der Suche nach einem möglicherweise vielleicht doch irgendwo aufbewahrten Foto der bei diesem Luftangriff am 11.04.1945 zerstörten 3 Gebäude. Bei den Fotos des Kampfmittelbeseitigungsdienstes und den US-Luftaufklärungsunterlagen von 1945 könnte ein Unermüdlicher erfolgreich sein, denn nur 3 Tage vor diesem schrecklichen Luftangriff, am 08.04.1945, war von Oberkochen zwischen 2 Luftangriffen auf den Ort ein US-Aufklärungsfoto aufgenommen worden, das ich 2001 aufgespürt habe, und das in starker Vergrößerung im Heimatmuseum zu sehen ist.</p>
<p>Näheres zu unserem Foto 3 lesen Sie bitte auf unserer HVO-Homepage unter www.heimatverein-oberkochen.de, Titelseite Punkt 4b, Hunderterpack 99 – 1, Bericht 5 vom 31.03.1988, nach. – Von wem die Hintergrundmalerei in der alten Nische gefertigt wurde, ist unbekannt. Die Nachkriegs-Hintergrundmalerei in der neuen Nische wurde von Maler Sievers gefertigt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_46 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="836" height="653" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber683-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12600"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_103 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Diese Aufnahme fertigte ich am 14.04.2008. Das Foto ist zusammen mit vielen „zig“ weiteren Fotos in der Reihe „Oberkochener Kleindenkmale“ veröffentlicht (Homepage siehe „Listen“)</em></p>
<h2>Der „Herrgottsbäck“</h2>
<p>Auf mein Schreiben ans LAD teilte mir dieses mit Mail vom 11.09.2017 u.a. mit, dass der Kruzifixus wohl aus dem 17. Jahrhundert stammt, – d.h.: das Entstehungsjahr beginnt erstaunlicherweise nicht mit 17…, wie bislang vermutet, sondern mit 16… – womit über das genaue Alter der Figur, und erst recht nicht über eine bestimmte Werkstatt, natürlich keinerlei Aussage getroffen werden kann. Immerhin aber stimmt diese Aussage des LAD in etwa mit der von Herrn Winter getätigten über das Alter des Hauses überein.</p>
<p>Am 22.09.2017 beantwortete mir Hubert Winter ausführlich eine Reihe von Fragen. Zunächst bestätigte er, was mir bereits vom dem Interview her bekannt war, das ich 1988 mit ihm geführt hatte, – nämlich, dass es vor dem „Herrgotts<strong>häfner</strong>“ (Johann Anton Fischer, 1779 — 1868) im Herrgottshäfner-Gebäude einen „Herrgotts<strong>bäck</strong>“ gegeben hat (Johann Nikolaus Fischer, 1762 — 1843; dieser ist 1797 und 1803 im Taufregister als Taufpate „Bürger und Hergotsbek“ belegt). Dies hatte zwischenzeitlich auch schon Joachim Fischer/Backnang bestätigt, der ein direkter Nachfahre des „Herrgotts<strong>bäck</strong>“ ist, – Mit dem Begriff „Herrgotts<strong>bäck</strong>“, ist das Vorhandensein der Christusfigur am „Herrgottshäfnerhaus“ vorerst zumindest bis tief ins 18. Jahrhundert hinein belegt.</p>
<h2>Schlüsselfigur zum Kruzifixus: Heiligenpfleger</h2>
<p>Leider ist indes mit dem Herrgottbäck jedoch noch immer nicht geklärt, wie, woher und wann die auffallend große Christusfigur, der „Herrgott“, über den Eingang des Gebäudes „Herrgottshäfner“ gelangt ist.<br>Die Schlüsselfigur in dieser spannenden Geschichte, so fand einst unser verstorbenes HVO-Mitglied und Hobby-Genealoge Eugen Trittler (Oberkochen/Unterschneidheim) im Auftrag von Hubert Winter heraus, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Vater des im letzten Abschnitt genannten Johann Nikolaus Fischer. Dessen Name war <strong>Bartholomäus Fischer</strong>, geb. 1724. Bartholomäus Fischer wiederum hat im Jahr 1757, die Oberkochenerin Anna Maria Abele geheiratet. Bartholomäus Fischer ist in den Oberkochener Kirchenbüchern als <strong>Bürger, Bauer und Heiligenpfleger</strong> ausgewiesen. Als <strong>„Heiligenpfleger“</strong> hatte Bartholomäus Fischer nicht nur das Geld, sondern auch die Wertgegenstände der Kirche zu „pflegen“.</p>
<p>Nur hier kann eine virtuelle Brücke zwischen dem wohl kaum speziell für einen Herrgottsbäck „im Auftrag“ gefertigten, sondern irgendwie und irgendwo und irgendwann, möglicherweise auch durch Kirchenumbauten überflüssig gewordenen „Herrgott“, und ebenjenem Heiligenpfleger Bartholomäus Fischer hergestellt werden, – wobei der Kruzifixus selbst bei der Übergabe in den Fischer’schen Familienbesitz durchaus schon ein beträchtliches Alter gehabt haben kann. – Das Stickwort „barock“ ist nicht von der Hand zu weisen.</p>
<h2>Der älteste Oberkochener Fischer</h2>
<p>Der Vater dieses Bartholomäus Fischer, – <strong>„Bürger, Bauer und Heiligenpfleger“</strong>, – wiederum ist ein aus Bartholomä gekommener <strong>Andreas Fischer</strong>, der 1720 eine Barbara Burr von Oberkochen heiratete. Um zu bekunden, dass die Familie von Bartholomä stammt, nannte er seinen Sohn Bartholomäus, welcher den Oberkochener Kirchenbüchern zufolge dann, wie gesagt, als <strong>„Bürger, Bauer und Heiligenpfleger“</strong> (heute Kirchenpfleger) eingetragen ist. – Andreas Fischer wird von unseren zweiten schon längst verstorbenen HVO-Vereins-Genealogen Kuno Gold im Heimatbuch von 1986 auf Seite 363 als 1. Oberkochener mit dem Namen Fischer, geboren 1686, aufgeführt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_47 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="474" height="711" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber683-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12601"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_104 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Dieses Foto habe ich am 18.9.2017 im Katholischen Pfarrhaus aufgenommen, als der Kruzifixus auf dem Konferenztisch des Pfarrbüros lag. Pfarrer Macho hat für diese Luftaufnahme die Pfarramts-Bockleiter zur Verfügung gestellt. Durch die perspektivische Verzerrung wirkt die Figur wesentlich länger als sie in Wirklichkeit ist.</em></p>
<h2>Der „Herrgottshäfner“-Kruzifixus heute</h2>
<p>Recht eigentlich im Wortsinn ist das Kruzifix gar kein solches, da die wörtliche Übersetzung des Begriffs „Kruzifixus“ so viel wie „der am Kreuz Befestigte“ heißt. Der Herrgottshäfner-Christus weist nur eine mögliche Haltung des am Kreuz befestigten Herrn auf, das Kreuz indes fehlt. Vielleicht hat es einst eines dazu gegeben .… ?<br>Diese Frage wirft viele Folgefragen auf. Ich habe in diesem Zusammenhang im Internet mehrere hundert Fotos von „Kruzifixi“ angeschaut. Nicht nur, dass die allermeisten von ihnen Christus mit deutlich nach unten zum Körper hin durchgewinkelten Armen zeigen – es gibt noch weitere Merkmale, in denen dieser Christus von einer gewissen Norm abweicht. Aber das kann nicht Gegenstand unserer Betrachtung sein.</p>
<p>Am 18. und am 19.09.2017 habe ich die Möglichkeit wahrgenommen, das Kruzifix zum ersten Mal aus der Nähe zu sehen, zu vermessen und zu fotografieren. Die bisher unbekannten Abmessungen ergaben eine Körperlänge von 175 cm und mit den fast waagrecht ausgespannten Armen eine Breite von 172 cm, sodass die Figur um eine Kleinigkeit exakt in ein Quadrat passt, und vor allem die Beschreibung <strong>„lebensgroß“</strong> bestätigt. Die 3 Nimbustrahlen weisen einen Durchmesser von 50 cm auf, wobei der durch die Kopfneigung nicht senkrecht stehende Mittelstrahl um 9 cm über den Kopf hinausragt; so entsteht eine virtuelle Gesamtlänge der Figur von 184 cm. Die mit Blattgold vergoldeten Teile, Lendenschurz und Strahlen, sowie die Vergoldung selbst sind hervorragend erhalten. Erst aus der Nähe konnten allerdings auch die sehr starken Schäden festgestellt werden, die seit der letzten Generalüberholung nach dem 2. Weltkrieg entstanden waren.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_48 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="875" height="584" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber683-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12604"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_49 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="198" height="194" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber683-05-1.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12603"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_105 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Das rechte Knie der Skulptur. Die linke Aufnahme ist eine Vergrößerung aus meiner Aufnahme vom 14.4.2008, die rechte Aufnahme habe ich am 18.9.2017 gefertigt. Allein schon in diesen wenigen Jahren haben die witterungsbedingten Schäden sehr stark zugenommen.</em></p>
<h2>Der „Herrgottshäfner“-Kruzifixus früher</h2>
<p>Die oben gezeigten Ausschnittvergrößerungen unterhalb des rechten Knies der Skulptur zeigen im Vergleich, dass die Schäden an den der Witterung am meisten ausgesetzten Stellen sich in den 9 Jahren seit meiner letzten Aufnahme im Jahr 2008 enorm vergrößert haben.</p>
<p>Hubert Winter erlebte ums Jahr 1953 als gut 15-jähriger Junge als Augenzeuge, wie Leonhard Deinhard, der Oberkochen/Kölner Künstler, den im Herrgotthäfner-Neubau auf einem Tisch in der „Waschküche“ gelagerten Christus generalrestaurierte, wobei die Figur vor der Neufassung (die farbige Bemalung einer Figur nennt man „Fassung“) von ihm mit Sandschmirgelpapier bearbeitet worden ist.<br>Schon Deinhard stellte zwei oder drei Farbschichten fest. – Die Restauratorin, Frau Karin Krüger, sprach sogar von mehreren übereinanderliegenden Farbschichten, die – eine entsprechende Untersuchung vorausgesetzt – klarere Hinweise auf das Alter des Kruzifixus geben könnten. Noch schwieriger wird es, Hinweise auf eine bestimmte Bildhauer-Werkstatt zu bekommen. Bis jetzt sind für Restaurierungsarbeiten 2500,– bis 3000,– Euro angesetzt.</p>
<h2>Zur Symbolik des Orts der Aufhängung</h2>
<p>Allgemein herrschte in Oberkochen – nachdem bereits allerlei seltsame Gerüchte im Umlauf waren – ein Gefühl der Erleichterung vor, als bekannt wurde, dass die neuen Besitzer die seit Jahrhunderten zum Oberkochener Ortsbild gehörende Christusfigur wieder an ihren zwar ungewöhnlichen aber altgewohnten Ort anbringen würden.</p>
<p>Durch die „Öffentlichkeit“ seiner Anbringung war dieser Christus, wenngleich davon ausgegangen werden darf, dass seine Besitzer durchweg katholisch waren, von allem Anfang an über die gesamte Zeit von mindestens 300 Jahren hinweg für die Oberkochener auf eine sehr moderne Weise eine Art <strong>„interkonfessioneller Christus“</strong> geworden, der einem Christus in Form von einem Feldkreuz viel mehr ähnelte als einem solchen, der durch seine Anbringung in einer Kirche oder einem anderen konfessionell gebundenen Ort nur einem Teil der Oberkochener Christen angesprochen hätte.</p>
<p>300 Jahre lange waren wir – mit oder ohne bestimmte Gefühle und Gedanken – unter diesem, „unserem Oberkochener interkonfessionellen Christus“, achtlos vorbeigeeilt, dahingebummelt oder hatten in Gedanken versunken davor gestanden, – und über all die Zeit hinweg hat er, ohne es zu wollen, sondern von seinem Besitzer so gewollt oder nicht gewollt, auf uns gewirkt oder nicht gewirkt. Mir als 1962 als „Rei-Gschmeckter“ von Stuttgart nach Oberkochen Gekommenem war er gleich am ersten Tag als Oberkochener Besonderheit aufgefallen.</p>
<p>Und so freuen wir uns auf den Tag, da er wieder auf uns herab schauen wird von seinem – oder wir hinauf zu seinem – uralten angestammten Platz in der neu-alten Nachkriegs-Nische des Herrgottshäfnerhauses, – und vergessen die mit Urteilen und Vorurteilen beladenen Diskussionen an den Tagen nach seinem plötzlichen Verschwinden.</p>
<p style="text-align: right;"><em><strong>Dietrich Bantel</strong></em><br><em><strong>Ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Landesamt für Denkmalpflege (LAD)</strong></em></p></div>
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