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	<title>Berichte 800-899 | Heimatverein Oberkochen</title>
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		<title>Bericht 800: Fußball ist unser Leben /…</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jun 2024 22:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>…Denn König Fußball regiert die Welt. / Wir kämpfen und geben Alles, / Bis dann ein Tor nach dem andern fällt. / Ja, Einer für Alle, Alle für Einen / Wir halten fest zusammen / Und ist der Sieg dann unser / Sind Freud’und Ehr für uns alle bestellt…..</em><br><span style="color: #3366ff"><strong>Idee.</strong></span> Nachdem Dietrich „Didi“ Bantel schon im Bericht 498, anlässlich des 50ten Geburtstages des FCO (obwohl er nur 30 Jahre alt wurde), einiges zusammengeschrieben hat, kamen jetzt 2 Inputs von Reinhold Steckbauer und Reinhold Bahmann, die mich dazu veranlasst haben, einen Bericht zu verfassen, der schon Erwähntes und bisher Übergangenes beinhaltet.<br><strong><span style="color: #3366ff">Intro.</span></strong> Das waren noch andere Zeiten. Das obige Lied stammt aus der Feder von Jack White aus dem Jahr 1973 für die Fußballnationalmannschaft zur WM 1974. Singen konnten sie nicht, aber sie wurden Weltmeister mit Tugenden und Fähigkeiten, die in letzter Zeit deutlich vermisst wurden. Aber auch wir in Oberkochen hatten solche Mannschaften, auf die wir stolz waren, die solche Werte noch auf dem Platz gelebt haben und die erfolgreich waren. Jetzt gehen wir mal ganz weit zurück und ich hör‘ schon den Done herüberrufen: „Loos amoal, dass’d au was woisch!“ Jetzt muss es eben ohne den „Done“ gehen.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Fußballgeschichte vor 1956.</strong></span><br>Der TVO. Organisierten Fußball gab es ab 1930. In diesem Jahr wurde die TVO-Fußballmannschaft gegründet. Gespielt wurde auf dem Sportplatz »draußen beim Oppold«. Auch die DJK (Deutsche Jugendkraft) spielte Fußball, bis sie von Hitler aufgelöst wurde. Der TVO baute 1954 im »Spitztal« nach Plänen von Willibald Mannes weitgehend in Eigenleistung ein kleines TVO-Vereinsheim, das erst wesentlich später, weil von den Segelfliegern erworben, in »Segelfliegerhäusle« umbenannt wurde. Dabei befand sich ein bescheidenes Fußballfeld. Ursprünglich war dieses Häusle das erste Vereinsheim des TVO. Willibald Mannes berichtete, dass die Höhe des kleinen Gebäudes so berechnet war, dass die Turner am unter dem First aufgestellten Reck das große Rad machen konnten. Das Häusle wurde in Eigenleistung errichtet — maßgeblich von Elmer Karl sen. und seinen Söhnen Karl und Josef, sowie weiteren TVOlern. Fußball und Handball wurden dort gespielt, wo sich noch heute ein Bolzplatz und ein „versunkener“ Eislaufplatz befindet.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28146" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28146" class="wp-image-28146 " src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-800-Bild-01-Der-FCO-Sticker.jpg" alt width="630" height="635"><p id="caption-attachment-28146" class="wp-caption-text">Der FCO-Sticker (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_2 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Der 1. FCO.</strong> In Oberkochen gab es bald sehr viele Fußballspieler, und, laut Darstellung in der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des TSVO, auch »Unstimmigkeiten«, so dass eines Tages die Idee aufkam, aus den »gehobenen« Spielern eine extra Mannschaft zu bilden, die möglicherweise in höheren Klassen spielen könne. Auf der Bezirkstagung in Heidenheim erklärte der Bezirksvorsitzende Brendel während einer Sitzung im »Hennennest« in Heidenheim, dass der zu gründende FCO in einer höheren Klasse spielen könne, wenn die alten Spieler der 1. TVO-Mannschaft dabeiblieben.<br>Eine Oberkochener Delegation des zu gründenden 1. FCO unter Fritz Richter fuhr nach Stuttgart und verhandelte erfolgreich mit dem Württembergischen Fußballbund, der grünes Licht zur Vereinsgründung gab.<br><strong>Wir blicken ins Jahr 1956</strong> und im Amtsblatt erschien folgende Anzeige:</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28147" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28147" class="wp-image-28147 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-800-Bild-02-Aufruf-zur-Gruendungsversammlung.jpg" alt width="1200" height="523"><p id="caption-attachment-28147" class="wp-caption-text">Aufruf zur Gründungsversammlung im “Hirsch” am 8. Juni 1956 (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_4 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>An diesem, für den Fußball in Oberkochen, geschichtsträchtigen Tag, den 8. Juni 1956, trugen sich 73 Männer als Gründungsmitglieder in die ausliegende Liste ein. Zum 25jährigen Jubiläum im Jahr 1981 lebten noch die nachstehend aufgelisteten Männer:<br><em><strong>Stehend vlnr:</strong> Liebmann / Ackermann / Lipsius / Fischer E. / Krause / Metzger J. / Knappe / Borch / Dobschik, Wacker / Bütow / Metzer A. / Rank / Wanner H. / Richter / Gutheiß</em><br><em><strong>Sitzend vlnr:</strong> Mebert / Wanner K. / Petershans / Goldmann</em><br><em><strong>Nicht auf dem Foto:</strong> Fischer J. / Bezler A. / Hassinger A. / Burghard H. / Eckartsberg H. / Schellmann A. / Brammen H.-G. / Wanner E.</em><br><span style="color: #3366ff"><strong>Die Jahre im Überblick.</strong></span><br><strong>1956 bis 1961: Aufbau, Vereinsheim, Aufstieg</strong><br>Die allererste Mannschaft sah unter Trainer Painczyk wie folgt aus:<br><em>Gutheiß / Wanner H. / Hassinger A. / Betzler W. / Oweger / Schlönvoigt / Metzger J. / Zweig / Trainer Paincyk / Holster / Ackermann / Dobschik</em><br>Die Jahre waren geprägt vom Aufbau einer Mannschaft und dem Bau eines eigenen Vereinsheims. Die Gemeinde hat anfangs den Sportplatz „Kreuzwasen“ zur Verfügung gestellt (am Ort des heutigen Kocherstadions). Die Liga, A‑Klasse Kocher-Rems, im ersten Jahr war nur schwer zu erhalten. Das erste Spiel wurde aber auswärts in Altenberg mit 2:1 gewonnen. In der zweiten Runde 1957/58 sprang dann auch schon ein guter 4ter Platz heraus. Kabine, Umkleideraum? Ein Fremdwort in den Anfangsjahren, da musste P+B Petershans + Betzler mit Räumen auf ihrem Firmengelände aushelfen. Einem Ausbau im „Kreuzwasen“ hatte die Stadt Aalen einen Riegel vorgeschoben – Grund: Schutz eines Quelleinzugsgebietes. Ob da mehr der Aalener Fußball oder das Wasser geschützt werden sollte?<br>Es musste jetzt aber eine Lösung her. Die Landwirte Michael Gold und Josef Fischer stellten im Langerttal einige Wiesengrundstücke (die sog. Burrewiesen) über einen 10-Jahres-Pachtvertrag zur Verfügung. Die Mitlieder legten sofort los und planierten den vorgesehenen Platz. Der 1. FCO erwarb dann von Varta/Ellwangen die Hälfte einer ehemaligen Gefangenen-Baracke, die er als Vereinsheim ausbaute. Dieses stand im »Spitztal« beim heute überbauten 1. FCO-Platz. Die andere Hälfte der Varta-Baracke diente den Naturfreunden als erstes Vereinsheim am »Tierstein«. Die Hütte würde renoviert, wobei mein Vati Georg „Hebammen-Schorsch“ für eine Episode sorgte, die mir der Anton „Done“ Gutheiß einst erzählte, beginnend mit den Worten: „Woischt Du eigentlich…?“ Mein Vati arbeitet auf dem Dach und nagelte vermutlich Dachpappe aufs Dach. Unten stand das Gründungsmitglied Christian Mebert und mäkelte ständig herum, ungefähr so: „Et so, des macht mr anders, Schorsch machs doch so usw. usf.“ Mein Vati hörte sich das eine Zeit lang an, legte den Hammer aufs Dach und verabschiedete sich mit den Worten „Mach’s doch selber“ und ward danach nur noch als sonntäglicher Besucher mit seiner Hilde und seinem Sohn Wilfried am Fußballplatz gesehen. Ich ordne das mal als eine typische Härtsfelderische Reaktion ein – vielleicht hat auch noch der eine oder andere das noch mit den Worten „s isch halt a Härtsfelder“ kommentiert. Am 2. und 3. August 1958 die Sportanlage eingeweiht und ich war als 6jähriger dabei und habe Flaschen gesammelt – wegen des Flaschenpfandes (Das war damals für die Kinder, nicht für die Rentner).<br>Der Verein entwickelte sich positiv, aber die 1te Mannschaft stieg 1958/59 in die B‑Klasse ab. Ein Jahr später kehrte sie aber schon als Meister zurück in die A‑Klasse. Und 1960/61 gelang das Meisterstück: Meister der A‑Klasse und damit Aufstieg in die II. Amateurliga – das war schon was und das als einziger Verein des Altkreises Aalen.<br>27 Spieler spielten 28 Spiele und erzielten 77 Tore, davon erzielten D. Lipsius 24 und H. Lissner 21 Tore. Auch die Verantwortlichen Trainer Rathgeb, Abt.Ltr. Pfütze, Spielausschussvorsitzender Hahn und die Beisitzer Gutheiß, Schwarz, Eckhardsberg, Schröder und Braun lieferten gute Arbeit ab. Damals galt das Motto noch „11 Freunde müsst ihr sein“.<br><strong>1961 bis 1966: II. Amateurliga</strong><br>Das war wohl die beste Zeit des FCO. Gute Plätze in der Liga und die Entscheidungsspiele gegen Wiblingen in der Saison 1964/65. Im ersten Spiel in Oberkochen gab es nur ein 0:0, im zweiten Spiel ging es in Ulm um die Wurst. Bürgermeister Gustav Bosch begleitete die Mannschaft bei diesem wichtigen Spiel nach Ulm. Die Mannschaftsaufstellung war damals wie folgt:</p>
<p>„<em>Schell, Ehrhardt, Liebmann, Oweger, Czivisz, Frank, Beißwanger, Fuchs, Schönmetzer, Marquardt, Kovaczevicz“</em></p>
<p>Edeltechniker Kovacevicz sorgte nahezu im Alleingang für alle 3 Tore und sicherte seinem FCO den Klassenerhalt.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28148" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28148" class="wp-image-28148 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-800-Bild-03-Ein-wichtiger-Sieg.jpg" alt width="1200" height="685"><p id="caption-attachment-28148" class="wp-caption-text">1964/65 Ein wichtiger Sieg im Wiederholungsspiel gegen Wiblingen um den Klassenerhalt (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_6 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das war auch die Zeit, in der ich immer ins Kocherstadion ging, weil es Spaß machte, dem FCO zuzuschauen. Die Schlachtgesänge waren da auch noch andere als heute: „Oh Gaslatern‘, oh Gaslatern‘……..fürcht-te-et eu-euch nicht……“ und „Schiedsrichter ans Telefon“ war gang und gebe. Die Linienrichter hatten es nicht leicht und mussten damals einiges aushalten. Und der Roland Müller stürmte gerne mal aufs Feld, weil der „Video-Schiedsrichter aus dem Kölner Keller nicht eingriff“. Die Sanitäter, damals in unmodernen Uniformen unterwegs, mussten bei jedem Heimspiel ihren Dienst tun und wurden bei jedem Auftritt mit Bahre ausgelacht. Auch der Schwäpo-Fotograf Horst Bartel war immer auf den Fußballplätzen unterwegs und wurde von Teilen des Publikums nicht selten beleidigt, wenn er seine Fotos schoss. Horst Bartel verstarb im Jahr 2017. Seine beiden Söhne Ralph und Holger wurden in Amerika erfolgreich und unglaublich wohlhabend (Stichwort TRAVELZOO). Noch ein Wort zu zwei besonderen Zuschauergruppen. Die einen kamen erst nach der Halbzeit, weil da oft schon niemand mehr im Kassenhäusle saß und sie so „omasoooscht“ in den Genuss des restlichen Spiels kamen Und dann waren da noch die Kiebitze. Sie fuhren mit dem Auto oder kamen zu Fuß und stellten sich auf eine kleine Erhöhung zwischen dem Stadion und der B 19 – nach dem Motto: Besser schlecht gesehen, als dafür zahlen zu müssen.</p>
<p>Ein Highlight war das 10jährige bei dem ein Freundschaftsspiel gegen den VfR Heilbronn aus der I. Amateurliga. Stargast des Jubiläums war niemand anders als der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft Fritz Walter.</p>
<p>In diese Zeit fällt auch die Anekdote, die mir der Done ein paar Wochen vor seinem überraschenden Tod erzählt hat. 1961/62 trainierte der Done die Mannschaft. Zvonko Kovacevicz hatte ein Angebot vom VfR Aalen bekommen: 700 DM monatlich! Da zog der Done alle Register. Er legte zu den 350 DM, die Zvonko bisher bekam, sein eigenes Trainergehalt in Höhe von 350 DM drauf, und egalisierte dadurch das VfR-Angebot. Zvonko’s Frau appellierte zusätzlich an das Herz ihres Mannes, nach dem Motto: Du verdankst dem FCO so viel, also bleib. Und Zvonko blieb – unglaublich, aber wahr.</p>
<p><strong>1966 bis 1972: Abstieg, Aufstieg, Neue Abteilungen</strong><br>„What comes up must go down“ – so auch der FCO. Nach 5 erfolgreichen Jahren blieb der Gang in die A‑Klasse nicht erspart und das kam doch ziemlich überraschend. Aber das große Ziel II. Amateurliga wurde wieder fest ins Visier genommen und nach 2 Spielzeiten war man wieder zurück. Unvergessen das entscheidende Spiel gegen den VfR Aalen, dass man im heimischen Kocherstadion am 11. Mai 1969 vor über 2.000 Zuschauern mit 2:1 gewann. Die Tabellenführung gaben sie nicht mehr her und wurden verdient Meister der A‑Klasse.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_7 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28142" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28142" class="wp-image-28142 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-800-Bild-04-Das-Schlagerspiel-der-Saison-1968-69.jpg" alt width="1200" height="855"><p id="caption-attachment-28142" class="wp-caption-text">Das Schlagerspiel der Saison 1968/69 am 16. März 1969 zwischen dem 1. FCO und dem VfR Aalen vor über 2.000 Zuschauern (Archiv Müller)</p></div><div id="attachment_28143" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28143" class="wp-image-28143 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-800-Bild-05-Fankultur.jpg" alt width="1200" height="1765"><p id="caption-attachment-28143" class="wp-caption-text">Gelebte Fankultur – auch in den Bäumen ließ man sich den 2:1 Sieg gegen den VfR nicht entgehen (Archiv Müller)</p></div><div id="attachment_28144" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28144" class="wp-image-28144 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-800-Bild-06-Die-Meistermannschaft-von-1968-69.jpg" alt width="1200" height="759"><p id="caption-attachment-28144" class="wp-caption-text">Die Meistermannschaft von 1968/69 spielte einen sehr schönen Fußball (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_8 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Erwähnt werden muss das Schicksal von Heiner Erhardt, der durch einen schweren Berufsunfall im August 1970 so schwer verletzt wurde, dass er nie mehr Fußball spielen konnte. Für ihn wurde dann am Sonntag, 17. Januar 1971 ein Benefizspiel gegen den VfR Aalen bestritten, bei dem auch Helmut Dietterle und Erwin Hadewicz teilnahmen.<br>1971 trat die gesamte Vorstandshaft zurück, Fritz Richter übernahm kommissarisch und wie es halt so zusammenkommt, begann damit auch der sportliche Abstieg der Fußballmannschaft.<br><strong>1973 bis 1975: Größte sportliche Erfolge</strong><br>stellten sich ein — aber überwiegend für die anderen Abteilungen.<br><strong>1976 bis 1981: Sportliche Stagnation bei den Aktiven, erfolgreiche Jugendarbeit</strong><br>1977 ging es dann noch weiter bergab – der Abstieg in die B‑Klasse blieb der Mannschaft nicht erspart. Interessanterweise, aber Pokal ist eben etwas anderes, und da war man erfolgreich. 1978/79 wurde der Aufstieg knapp verpasst.<br>1981 wurde das 25jährige Jubiläum eine Woche lang groß gefeiert. Beginnend mit einem Festbankett in der Dreißentalhalle, über einen Abend der Vereine im Festzelt im Schwörz und Damenfußball, Bigband und Stadtkapelle bis hin zu einem Abend für Ältere sowie der SDR-Sendung „Snackbar“ mit den Gebrüder Blattschuss („Kreuzberger Nächte sind lang“), Fußballspiele gegen Augsburg (mit Helmut Haller) und VfR Aalen mit anschließendem Ausklang im Festzelt. Sicher ein gelungenes Fest.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Ein Schmankerl</strong> </span>habe ich von Reinhold Steckbauer bekommen. Sein Vater notierte penibel in den Jahren 1977 bis 1979 die Leistungen, die Aufstellungen und die Tabellen. Da muss ich selbstverständlich einiges herausziehen und hier darbieten:<br><em>„Das erste Spiel in der Saison 1977/78 gegen FC Röhlingen entlockte ihm folgender Kommentar: „Außer Mohrmann hatten alle Spieler eine ganz schlechte Einstellung“.</em><br><em>Zum Pokalspiel gegen FV 08 Unterkochen (dem ewigen Derby), das 1:0 verloren ging, lesen wir am 30.10.1977: „Eine ganz schlechte Aufstellung des Trainers und die Auswechslungen waren genauso. Wäre Fuchs zum Einsatz gekommen, das Spiel wäre anders ausgegangen.“</em><br><em>Es ging auch anders wie am 11.12.1977 gegen Hofherrnweiler, das auswärts 5:1 gewonnen wurde: „Hervorragende Leistung von Uiffinger, der auch 2 Tore beisteuerte. In der 2. Halbzeit ragte Karl Uhl heraus, der ebenfalls 2 Tore schoss. Die ganze Mannschaft bot eine starke kämpferische Leistung.“</em><br><em>Häufigster Kommentare aus dieser Zeit: „Die Mannschaft hätte im Grunde gewinnen müssen, wenn sie ihre Chancen genutzt hätten.“ Und so wurde häufig verloren, obwohl recht ordentlich bis gut gespielt wurde. Der Spieler “Chancentod“ wurde oft nicht gegen den auf der Bank schmorenden „Effienz“ ausgewechselt.</em><br><em>Die Spieler in dieser Saison 1977/78 hießen wie folgt aufgelistet. (Tore in Klammer gesetzt):</em><br><em>Calabek (3) / Callies (3) / Eberhard (Tor) /Ermisch / Fohrer G. / Fritz T. / Fuchs F. (1) / Grundler / Hägele M. / Kosak K. / Marquardt / Mohrmann / Mößner (Tor) / Neu (5) / Schittenhelm R. (1) / Schneider J. (1) / Schorcht / Sojker (3) / Steckbauer R. (8) / Uhl K. (7) / Uiffinger U. (14) / Wirkner E. (8) / Ziemons (Tor)</em><br><em>Im gewonnenen Pokalspiel am 5.8.1978 gegen Waldhausen 3:1 lesen wir: „Die Mannschaft war nicht wiederzuerkennen. Besonders Hägele M. lieferte eine glanzvolle Partie. Schwacher Punkt war A. Langer, der auch einen Elfer verschoss. Wunderle war für den Gegentreffer verantwortlich.“</em><br><em>5:1 wurde am 17.9.1978 in Stödtlen gewonnen. Trotzdem lesen wir: „Der FCO brachte nicht die gewünschte Leistung, trotzdem war der Gegner mit dem Ergebnis noch gut bedient. Lobenswert Fuchs und Wunderle.“</em><br><em>Der TSV Ellwangen wurde am 24.9.1978 mit einem 2:0 nach Hause geschickt. „Ein kluges Spiel vom FCO, bei dem Fuchs, Wunderle und Steckbauer herausragten. Aufgrund der herausgespielten Tormöglichkeiten hätte es eigentlich 4:1 ausgehen müssen, aber Calabek, Hägele A., Hägele M. und Uiffinger vergaben Hochkaräter – trotzdem zufrieden.“</em><br><em>Gegen Wasseralfingen gab es am 25.10.1978 einen 2:1 Pokalsieg. „Ein Spiel, das man schnell vergessen sollte. Außer Ziemons, dem wir den Sieg verdanken, und Hägele M. brachte niemand die gewünschte Leistung.“</em><br><em>Gegen FV 08 Unterkochen gingen wir am 17.12.1978 wieder einmal baden – mit einem 6:3! „Kein Siegeswillen zu erkennen, bevor man an Spielen und Kämpfen dachte, lag man schon mit 3 Toren hinten. In der 2ten Hälfte hätte der Rückstand wettgemacht werden, wenn Uiffinger verschoss auch noch einen Elfer.</em><br><em>Billie: Wenn ich mich richtig erinnere, ging es gegen Unterkochen oft schief. Will sagen, dass oft der Unter gegen den Ober gewann.</em><br><em>Die mögliche Meisterschaft wurde am 6.5.1978 durch eine 3:2 Niederlage gegen Röhlingen endgültig verspielt. „In der 1. Minute die Führung für den Gegner, danach spielten wir nervös und unklug. Durch einen groben Fehler von Ziemons fiel das 2te Tor. Steckbauer erzielte den Anschlusstreffer. Es gab Auftrieb, aber die Nervosität blieb. Steckbauer und Calabek mussten für 10 Minuten vom Platz, trotzdem erzielte Fuchs das 2:2. Fuchs sah dann die zweite Gelbe und Schittenhelm Rot. Das 3:2 ließ nicht lange auf sich warten.“</em><br><em>Billie: Das war auch in dieser Saison häufig zu lesen. „Wenn…..Dann…..……Hätte hätte Fahrradkette.“</em><br><em>Die Spieler in dieser Saison 1978/79 hießen wie folgt aufgelistet. (Tore in Klammer gesetzt):</em><br><em>Calabek (19) / Callies / Blattner L. / Eberhard (Tor) /Ermisch / Fuchs F. (4) / Grundler / Hägele M. (4) / Hägele R. (14) / Hofko R. / Kölbl O. (Tor) Konetzke U. / Kosak K. / Langer A. (7) / Marquardt / Metzger T. / Mohrmann / Schittenhelm R. (1) / Schorcht / Sojker (3) / Steckbauer R. (10) / Uhl K. (7) / Uiffinger U. (14) / Urbanke P. (4) / Wirkner E. / Wunderle (1) / Ziemons (Tor)</em><br><strong>Auflösung des FCO</strong><br>Verschiedene Gespräche über eine Fusion mit dem TVO scheiterten und so ging die Geschichte des FCO im Jahr 1986 sang- und klanglos zu Ende.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Ein Stern am Fußballhimmel – von Georg „Schorsch vom Kies“ Brunnhuber</strong></span><br><em>„Damals beim FCO spielen zu dürfen, das war so, wie von einem Virus infiziert gewesen zu sein“, eröffnete Georg Brunnhuber die persönlichen Erinnerungen an die damalige sportliche „Hoch-Zeit“. Es seien nicht die Neubürger, also nicht die Jenenser und Zeissianer gewesen, die den Anstoß zur Herauslösung des aktiven Fußballs aus dem Mutterverein TV Oberkochen geboten hätten. Vielmehr habe sich bei den Fußballern Unmut breit gemacht, „weil die Turner und die anderen Abteilungen weit höher im Ansehen standen.“ Die Begeisterung in Sachen Fußball habe durch den Gewinn der Weltmeisterschaft anno 1954 ein Übriges getan. „Schorsch“ Brunnhuber erinnerte an den rasanten Aufstieg der Rastellis von der B‑Klasse bis in die zweite Amateurliga. „Wir waren ein Fußball-Aushängeschild wie heute etwa der VfR Aalen und der 1. FC Heidenheim“, blickte Brunnhuber zurück. Als Motor des sportlichen Aufstiegs bezeichnete Brunnhuber „Done“ Gutheiß, der als Mitbegründer, Trainer und Impulsgeber fungierte. Daneben habe sich unter den Vorständen vor allem Fritz Richter verdient gemacht. Letztlich sei es „ein Treppenwitz gewesen“, dass der 1. FC Oberkochen in den achtziger Jahren nicht an seinen sportlichen Qualitäten gescheitert sei, sondern am Umstand, dass sich nach dem Abstieg aus der zweiten Amateurliga kaum noch Funktionsträger gefunden hätten, die den Aktiven den organisatorischen Rückhalt sicherten. So sei es letztlich zur Wiedervereinigung mit dem TVO gekommen und neben der FCO-Forderung nach einer Namensänderung von TVO in TSVO (Turn- und Sportverein Oberkochen) konnte der Vereinskassier auch noch eine stolze Barschaft von rund 43.000 Mark als Mitgift einbringen. „Die Kameradschaft lebt bis zum heutigen Tag, die Alten Herren pflegen seit 1992 eine enge Beziehung“, schloss Brunnhuber.</em><br><span style="color: #3366ff"><strong>Die Bewirtung bei den Kinderfesten</strong></span> auf dem Volkmarsberg ging einige Male an den FCO. Über das im Weltmeisterjahr 1974 berichtet Reinhold Bahmann – ein fundierter Kenner und früherer Verantwortlicher des FCO und seinem Oberkochen bis heute sehr verbunden:<br><em>„Die Kinderfeste auf dem Volkmarsberg waren wohl die schönsten Feste die Oberkochen gesehen hat. Zwischen den Wachholderbuzen, im Schatten der großen Fichten zu sitzen war ein einmaliges Erlebnis, zumal wenn der Wettergott seinen Teil beizutragen in der Lage war. Die Vereine BCO, Kolpingsfamilie und FCO haben die Feste auf dem „Berg“ ausgerichtet. Ich war seinerzeit geschäftsführender Vorsitzender, Fritz Richter 1. Vorsitzender des FCO. Man versprach sich einen erklecklichen Gewinn aus der Sause und setzte früh alle Hebel in Bewegung, um alles so zu organisieren, dass keine Klagen aufkommen konnten.</em><br><em>Dazu war der 22. Juni 1974 kein Tag wie jeder andere: erstmals traf in einem Fußballspiel – und das bei einer WM – die Mannschaft der Bundesrepublik auf die der DDR. Was für eine Aufregung bereits Tage vorher! Schon während der Woche waren viele Helfer beim Aufbau engagiert:</em><br><em>3 große Grills für die Thüringer Würste, Bänke und Tische für die Festbesucher, Ausschanktische und dann noch eine Weinlaube mit einem kleinen Fernseher nebst Aggregat, denn das Spiel wollten natürlich viele sehen. Max Trittler von der Fa. Brunnhuber hatte Holz, Werkzeug und Fachwissen parat, um uns Helfer anzuleiten, auch der Bauhof war mit dem Musikpodium gefordert. Es waren sicherlich über 50 Helfer im Einsatz. Dann war es soweit.</em><br><em>Kostümiert und maskiert machten sich Kinder und Lehrer, Vater und Mutter, Oma und Opa auf den beschwerlichen Weg den Berg hinauf. Für die Alten und Gehbehinderten wurde ein Bus eingesetzt. Aus vielen Kehlen wurde der Traditionsgemäß das Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ voller Inbrunst gesungen und Bürgermeister Bosch eröffnete das Fest mit der Gabe von „Wurst und Weck“ an die Kinder. Die Oggenhauser Brauerei hatte erstmals Zugang zum Oberkochener Markt gesucht und gefunden und hierfür ein herzhaftes, wohlschmeckendes Bier eingebraut – dem kräftig zugesprochen wurde — kein Wunder bei hochsommerlichen Temperaturen. Dazu Blasmusik vom Feinsten. Kurzum- ein Fest wie aus dem Bilderbuch, dazu noch das anstehende Fußballspiel – bei dem ja nichts schiefgehen konnte. Es wurde nur über die Höhe des Sieges gefachsimpelt. Es stand ja lange 0:0, bis dann ein gewisser Sparwasser für lähmendes Entsetzen sorgte und für den Klassenfeind, den nicht für möglich gehaltenen Sieg herausschoss. Flucht- und panikartig verließen die Fans und viele Gäste das Terrain und stürmten zu Tale, nur ein paar ganz hartgesottene, die den Frust hinter spülten, blieben auf dem Berg, wo das Rote Kreuz ein Nachtlager für die Helfer und Wachpersonal aufgeschlagen hatte. Über 2.000 Würste, dazu sicherlich an die 15- 20 hl Bier, und ein ansehnliches Ergebnis für die Vereinskasse! Wäre da nicht jenes verflixte Spiel gewesen, das manchen den Garaus gemacht hat.“</em></p>
<p><span style="color: #3366ff"><strong>Eisenfuß Anton „Done“ Gutheiß erinnerte sich (Quelle Schwäpo):</strong></span> <em>„Fußball spielte ich von 1945 bis kurz vor dem Aufstieg in die II. Amateurliga. Bei Josef „Sepp“ Herberger (dem Bundes-Sepp) machte ich eine Trainerausbildung und arbeitete in dieser Funktion nebenberuflich in verschiedenen Vereinen 35 Jahre lang. Ich wurde zuerst Co-Trainer beim FCO und dann coachte ich die Sportfreunde Dorfmerkingen. Später übernahm ich das Zweitamateurliga-Team des FCO, das in den goldenen Zeiten der sechziger Jahre sogar den VfR Aalen das Fürchten lehrte. Es folgten die Stationen Unterschneidheim, Westhausen, Röhlingen und Ebnat. Gerne denke ich an jene neunzig Minuten, als ich mit einer verstärkten AH-Auswahl des TSV Oberkochen gegen eine süddeutsche Traditionself antrat und dem Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, Fritz Walter, eng auf den Fersen blieb. Ganz besonde</em>rs stolz bin ich den Ball, auf dem sich die einstigen Fußballstars wie Fritz Walter, Karl Barufka, Werner Liebrich, Max Morlock und Herbert Erhardt mit ihren Autogrammen verewigt haben.<br>1993 schlug die Stunde des „FCO-Treffs“. Meist trafen sie sich im Naturfreundehaus, zum 20-Jährigen in der TSV-Gaststätte und die letzten Jahre „inoffiziell“ beim Stadtfest. Dabei sangen sie oft <strong>„FCO, du bist der Schrecken aller Klassen, FCO, ja, du begeisterst alle Massen“.</strong> 2018 konnte der „Done“ die Truppe noch in kleinem Rahmen zum 25ten Treffen am Stadtfest begrüßen. 2019 konnte der „Done“ die Truppe nicht mehr begrüßen, denn just an diesem Wochenende starb er unvermittelt einen plötzlichen Unfalltod im eigenen Garten.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Weitere Abteilungen wurden gegründet:</strong></span></p>
<p style="padding-left: 40px">• 1960 bis 1963 Handball und Judo<br>• 1971 Volleyball und Tischtennis</p>
<p style="padding-left: 80px">o Die Volleyballer-Schülermannschaft (C‑Jugend) errang 1973 die württembergische und süddeutsche Meisterschaft. Jahre später gelang der Herrenmannschaft der Aufstieg in die Bezirksliga.<br>o Die Tischtennismannschaft ließ auch aufhorchen. Die II. Jugendmannschaft wurde Meister der Kreisstaffel Aalen und Aufstieg in die Bezirksklasse. Die I. Herrenmannschaft wurde mit satten 40:0 Punkten Meister der Kreisklasse. 1975/76 ging es als Meister wieder in die Bezirksliga.</p>
<p style="padding-left: 40px">• 1980 Gymnastik und Damenfußball</p>
<p><span style="color: #3366ff"><strong>Die „großen“ Vorsitzenden des 1. Fußball Clubs Oberkochen waren:</strong></span></p>
<p style="padding-left: 40px">• 1956 Erich Weber<br>• 1956 bis 1958 Fritz Richter<br>• 1959 bis 1965 Hermann Petershans<br>• 1966 bis 1967 Josef Metzger<br>• 1968 Roland Hilgart<br>• 1969 Alfons Maier<br>• 1970 Josef Metzger<br>• 1971 bis 1981 Fritz Richter<br>• 1982 bis 1983 NN<br>• 1984 / 1985 Dr. Karl Uhl<br>• 1985 bis 1986 NN</p>
<p><span style="color: #3366ff"><strong>Die Trainer des 1. Fußball Clubs Oberkochen waren (allein oder im Team). Ob die Liste vollständig ist? Vielleicht, vielleicht auch nicht:</strong></span></p>
<p style="padding-left: 40px">• Beißwenger Albert jun.<br>• Beißwenger Albert sen.<br>• Fischer Manfred<br>• Günther Paul<br>• Gutheiß Anton<br>• Heldenmeier G.<br>• Hubel H.<br>• Kovacevicz Zvonko<br>• Kunze NN<br>• Marquardt Gerhard<br>• Painczyk Ewald<br>• Porten Erwin<br>• Rathgeb Kurt<br>• Sojker NN<br>• Vitztum Erwin<br>• Zwittag NN</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_9 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28145" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28145" class="wp-image-28145 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-800-Bild-07-Die-Vorstandschaft-1981.jpg" alt width="1200" height="861"><p id="caption-attachment-28145" class="wp-caption-text">Die Vorstandschaft im Jubiläumsjahr 1981 (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_10 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Das 25jährige Jubiläumsfest vom 23. bis 31. Mai 1981.</strong> Grußworte wurden geschrieben, Reden geschwungen, Glückwünsche überbracht und ein großes Fest gefeiert. Am Samstag gab es ein Festbankett in der Dreißentalhalle. Am Mittwoch fand im Festzelt „im Schwörz“ in Abend der Vereine statt. Am Donnerstag gab es Damenfußball (wie das damals hieß): Auswahl Ostalb gegen Auswahl Niederlande. Am Freitag ein Festabend für die ältere Bevölkerung. Am Samstag wurde vom SWR die Sendung „Snack Bar“ übertragen. Das Highlight waren die Gebrüder Blattschuss – vermutlich war wieder eines der dreizehn Bierchen schlecht. Nachmittags spielte die AH des FC Augsburg (mit Helmut Haller) gegen die AH des FCO. Abends sorgten die „Hotdogs“ für Stimmung im Festzelt. Am Sonntag wurde die Festwoche mit zwei Spielen VFR Aalen gegen den FCO abgeschlossen – erst die A‑Jugend und dann die Erste.<br><strong>Das größte Festereignis nach dem Zusammenschluss, »75 Jahre Fußball in Oberkochen«</strong>, fand vom 8 — 10. Juli 2005 statt. Peter Gottwald schrieb dazu im Amtsblatt »Bürger und Gemeinde« einen Artikel, in dem er die Geschichte des Fußballs von den Anfängen im Jahr 1930 bis 2005 beschrieb.<br><strong>Im Jahr 2013</strong> organisierte der Heimatverein im Heimatmuseum eine Sonderausstellung mit dem Thema „FCO und BCO – Oberkochener Vereine machen Geschichte”.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Wilfried „Wichai“ Müller — Billie vom Sonnenberg</strong></p></div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 801: Wirtschaften in Oberkochen Teil 3</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-801-wirtschaften-in-oberkochen-teil-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jul 2024 22:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Gasthäuser, Mühlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=28172</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_1 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong><span style="color: #3366ff">Der gute alte „Hirsch“,</span></strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_12 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28164" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28164" class="wp-image-28164 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-801-Bild-01-Abriss-Hirsch-2016.jpg" alt width="1200" height="900"><p id="caption-attachment-28164" class="wp-caption-text">2016 Abriss des „Hirsch“-Areals Blick von Aalener Straße (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_13 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>dem das Schicksal des Abrisses nicht erspart blieb. Im Jahr 2016 war es so weit – die Bagger der Fa. AK Kling aus Ellenberg rückten an und verrichteten ihr Werk für rund 320.000 €. Der Abriss wurde vom Landesamt für Denkmalpflege begleitet.<br><strong>Am 22. April 1358</strong> – vor, sage und schreibe, 666 Jahren – wurde der „Hirsch“ (der Name wurde aber erst ab 1831 verwendet) zum ersten Mal erwähnt. Das Anwesen ist sicher älter. Nachweise fehlen, aber Experten schätzen, dass es den Hof womöglich schon um 1300 gab. Als Ritter Otto von Kaltenburg und seine Frau Adelheid von Schwabsberg ihren Besitz und die Rechte in Oberkochen an den Abt Berthold vom Kloster Königsbronn überschrieb, bestand der Besitz aus</p>
<p style="padding-left: 40px">• 3 Höfen (Ein Hof ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der oft auch als Gehöft bezeichnet wird. Er umfasst in der Regel ein Wohnhaus und mehrere Wirtschaftsgebäude wie Scheunen, Stallungen und Geräteschuppen)<br>• 5 Lehen (Als Lehen bezeichnet man Rechte, die jemandem überlassen werden. Der Lehnsherr vergibt diese Rechte. Meist handelt es sich dabei um Grund und Boden. Es war also so etwas wie geliehenes Land)<br>• 3 Huben (mittelalterliche Maßeinheit, Rechtstitel eines Grund- oder Gutsbesitzes und Hofform) und<br>• 10 Sölden (Hof und Grund eines Söldners (kein Soldat, sondern ein Kleinbauer, Häusler), der manchmal auch etwas Vieh besaß und in der Regel davon allein nicht leben konnte. Als Tagelöhner oder Handwerker musste er sich zusätzlichen „Sold“ dazuverdienen. Anders als die Bauern hatten die Söldner meist auch keine Pferde).<br>• Unter diesen Gütern befand sich auch eine Mühle und eine Taverne, die seinerzeit von „Hans dem Schrieber“ (kein Schreibfehler!) geführt wurde und war lange Zeit die einzige Gaststätte am Ort, mit der Berechtigung Wein auszuschenken, warme Speisen zu servieren und Gäste zu beherbergen.</p>
<p><strong>Im 16. Jhrhdrt.</strong> ging das Monopol des Klosters aus der Nachbargemeinde verloren und andere Gasthäuser konnten sich entwickeln. Der „Hirsch“ war somit auch eines der ältesten Gasthäuser in Württemberg und daher ist es natürlich doppelt traurig, dass er eingeebnet wurde. Aber, da war eben auch nichts mehr erhaltenswert genug, um einen Investor gewinnen zu können. Zu viel wurde gebaut, angebaut, verbaut, umgebaut – und so haben wir heute einen neuen Platz mit einem durchaus schönen Gesicht hat. Ein Schild an der Kirchenmauer weist auf die Geschichte des „Hirsch“ hin. Hätte der Platz nicht auch einen Namen verdient wie z.B. „Hirsch-Platz“? Nein, man entschied sich für den Namen „Neue Mitte“ – ein Allerweltsname, der sich inzwischen in vielen Gemeinden wiederfindet.<br>Eine Absurdum der Geschichte muss hier auch erwähnt werden, und zwar die religiöse Trennung im Ort zwischen den Katholiken und den Protestanten, die in diversen Berichten schon abgehandelt wurde. Diese ging sogar durch einzelne Häuser und auch quer durch die Gaststube im „Hirsch“. Das hatte auch die Auswirkung, dass in derselben Gaststube unterschiedliche Polizeistunden gültig waren. Aber der Mensch ist ja flexibel. Hatte die eine Hälfte der Wirtsstube schon geschlossen, hockte man sich einfach in die andere Hälfte – vermutlich war’s dabei egal, ob man das richtige oder das falsche Gesangbuch hatte. Ich habe den begründeten Verdacht, dass die Katholiken die spätere Polizeistunde hatten.<br><strong>Eine Zech- und Saufgeschichte von 1847</strong>, die einst Volkmar Schrenk aus den Tiefen des SchwäPo-Archivs hervorkramte:<br><em>Am 5. Januar 1847 gab Metzger Caspar S. im »Boten« eine »Ehrenerklärung« ab, in der er sich für Unwahrheiten entschuldigt und erklärt, sich »in Zukunft vor derartigen leidenschaftlichen Ausbrüchen hüten« zu wollen. Was war geschehen?</em><br><em>An einem frostigen Sonntagvormittag im Januar hatten der Metzger Kaspar und die Brüder Christoph und Michael die Wärme des benachbarten Wirtshauses der kalten Kirche vorgezogen. Und wie es manchmal zu gehen pflegte, die Unterhaltung wurde lebhafter und lauter bis man sich, bildlich gesprochen, in die Haare geriet und der Kaspar »in der Folge eines starken Wortwechsels grässliche Flüche und Verwünschungen ausstieß«. Nicht, dass der Pfarrer dies in der Kirche nebenan tatsächlich gehört hätte, dennoch reichten seine Ohren weit und der Lästerer wurde vom Kirchenconvent »vorgefordert«. Dieser erinnerte sich an einen Erlass des Aalener Oberamtmanns vom 26. April 1845 an Kirchenconvente und Gemeinderäte, wo es heißt: »Den oben genannten Ortsbehörden dient zur Nachricht, dass die Strafen wegen Zechens und Saufens während des Gottesdienstes, wenn sie vom Kirchenconvent angesetzt wurden, der Ortsarmenkasse, wenn aber vom weltlichen Ortsvorsteher oder Gemeinderat erkannt wurde, der Gemeindepflege zur Verrechnung zu übergeben sind. Also machte der Kirchenconvent wohl auch im Blick auf die Lage der »Heiligen Kasse« kurzen Prozess, sah den Tatbestand »Zechen und Saufen während des Gottesdienstes« für gegeben, erteilte dem Schreier wegen »irreligiösem und unsittlichem Betragen einen strengen Verweis« und »belegte ihn wegen Sonntagsentheiligung und Ärgernisses mit einer Geldstrafe von 3 Gulden«. Da der Verurteilte seinen Unfug bereute, nahm er die Einspruchsfrist von »zweimal 24 Stunden« nicht in Anspruch, bezahlte die Strafe, die ja den Ortsarmen zugutekam, und entschuldigte sich im »Boten« durch die eingangs erwähnte »Ehrenerklärung”.</em><br><strong>Im Frühjahr 1865</strong> beantragte eine “Johannes Fuchs Hirschwirtswitwe“ die Conzession für eine (Sommer)Speisewirtschaft auf ihrem Gut am Wege vom Ort zur, das sie in einen Garten verwandeln will. Der Gemeinderat befürwortete das Gesuch am 21. Mai 1865. Dazu ist vermerkt: <em>„Frau Fuchs wünscht eine Speisewirtschaft, welche die Abreichung aller Getränke sowie auch von kalten und warmen Speisen enthalte.“</em> Das Conzessionsgesuch wurde durch Ausrufen öffentlich bekanntgemacht. 15 Tage lang gab es keine Einwendungen. Die Konzession galt für eine »Sommerwirtschaft im Garten als Nebenwirtschaft zum Hirsch«. (Bahnhofstraße).<br><strong>In den Gemeinderatsunterlagen von damals heißt es:</strong><em> 1240 Einwohner und »für Wirtschaftsgewerbe gut gelegen«. 2 Schild- und Speisewirtschaften, 1 Speisewirtschaft, 1 Gassenwirtschaft, zusammen also vier und alle machen von ihrer Conzession Gebrauch.</em><br><strong>1870</strong> übernahm Caspar Fuchs den Betrieb von seiner in diesem Jahr verstorbenen Mutter. Bei 1197 Einwohnern wurde eine Conzession durch den Gemeinderat befürwortet. Vermerk: <em>„Gesuchsteller hat schönes Vermögen und betreibt bereits eine Bierbrauerei mit Schild- und Speisewirtschaftsgerechtigkeit“.</em><br><strong>Im September 1875</strong> verkaufte Caspar Fuchs den »Hirsch« an Paul Engel, ledig und volljährig, Bierbrauer von Nördlingen, der seine Konzession am 8.6.1876 erhielt.<br><strong>Nachstehend eine Betrugsgeschichte aus dem Jahr 1890:</strong><br><em>Am 6. Juli 1890, also vor hundert Jahren, rumpelte ein Wagen kurz nach Mittag durch die Kirchgasse und hielt vor dem »Goldenen Hirsch«, wie das heutige Gasthaus »Hirsch« damals noch hieß. Es stiegen zwei respektabel gekleidete Männer aus, was dem Hirschwirt Johann Georg Nagel, seines Zeichens Bierbrauer und Ökonom, sofort hinterbracht wurde. Ihrem Gepäck nach zu schließen waren sie fahrende Händler, nicht etwa Trödler, Messerschleifer oder gar Hausierer, nein, sie stellten sich als Tuchhändler vor, die Stoffe zu Anzügen und Kleidern, aber auch Tafel- und Bettwäsche anboten. Als Referenz nannten sie den Adlerwirt Gohl von Eybach, die Löwenwirtin Straub von Salach, den Kunstmüller Schuler in Süßen und sogar die Frau Gräfin von Degenfeld habe ihnen zwei Pakete mit Stoff um 450 Mark abgekauft. Denn ihre »Masche« war, nicht Einzelposten zu verkaufen, sondern ganze Pakete mit »Stoff zu drei Herrenanzügen, je ein Tafel‑, Tisch- und Kaffeetuch, 12 Servietten, 12 Handtücher«, und dies alles 160 bis 300 Mark, je nachdem man sich handelseinig wurde.</em><br><em>Obwohl der Höhepunkt dieser Geschichte noch keinesfalls erreicht ist, soll doch schon verraten sein, dass ein Sachverständiger bei der späteren Verhandlung vor der Ulmer Strafkammer dazu aussagte, der Inhalt der Pakete sei höchstens etwa 32 Mark wert, die Stoffe allein bekomme man überall für 15 Mark und zudem »reichte das Tuch nicht für einen ganzen Anzug, sondern nur für Rock und Weste«.</em><br><em>Doch davon hatte der Oberkochener Hirschwirt keine Ahnung, als er aus seinem Brauhaus kommend die Gaststube betrat, wo die beiden Reisenden schon ihre Waren ausgebreitet hatten. Mit großer Beredsamkeit pries der eine seine Stoffe an und behauptete, die rein wollenen Tuche seien auf einer Ausstellung in Paris prämiert worden und es handle sich um prima englische Ware. Als Interessenten sie aber genauer in Augenschein nehmen wollten, kramten die Händler behende neue Stoffe, Tischtücher und Bettlaken hervor und legten sie mit wortreichen Gesten rasch immer oben auf, so dass die Qualität einzelner Tuche nicht geprüft werden konnte.</em><br><em>Schließlich wurde dem Hirschwirt das Treiben zu bunt, er fragte: »Was kostet ein Paket?« Antwort: 190 Mark. Darauf der Hirschwirt im Scherz (wie er später unter Eid versicherte): »130 Mark sind genug«, — und ehe er sich versah, war er zu seinem großen Schreck Besitzer eines Stoffpaketes geworden und blätterte tatsächlich die geforderte Summe auf den Tisch.</em><br><em>Als der Kauf mit einem Glas Bier beschlossen werden sollte, betonten die Händler, sie seien in großer Eile, denn sie müssten auch noch Kunden in Königsbronn besuchen, man wisse doch, »time is money«, womit der eine seine Welterfahrenheit kundtun wollte, der andere aber zum Hirschwirt sagte: »Hättet Ihr ein besseres Trinkgeld gegeben, wären wir noch großzügiger gewesen«, was den Hirschwirt zwar stutzig machte, aber den raschen Aufbruch nicht zu verhindern vermochte.</em><br><em>Denn der Wagenlenker — es war der Kutscher Anton Bieg von Aalen — konnte die inzwischen rasch wieder eingespannten Pferde nur noch mit Mühe zurückhalten; so verstauten die Händler eilig ihr Gepäck im Wagen, sprangen selbst hinein und entschwanden durch die »Langgaß« in Richtung Königsbronn.</em><br><em>Als die Reisenden, auf der Straße eine Staubwolke, beim Hirschwirt aber gelinde Zweifel hinterlassend, so rasch »verduftet« waren, betrachteten der Hirschwirt und seine Frau den Kauf, wobei ihnen bald »der Seifensieder« aufging: Sie waren übers Ohr gehauen worden. Während die Frau vor Schreck erstarrte, schickte der Wirt seinen Knecht zum Schneider Strohmaier, der sofort kam und die Stoffe auf höchstens die Hälfte des Kaufpreises schätzte. (Beim späteren Prozess verteidigte sich der Händler mit dem Argument »wenn ein Schneider ein Tuch taxiere zu 20 Mark, ist es mindestens 40 Mark wert, denn die Schneider verstehen nichts«.)</em><br><em>Da Hirschwirt Nagel nicht willens war, sein gutes Geld zu verschleudern, sann er auf Rache. Denn 135 Mark waren vor hundert Jahren ein beträchtlicher Betrag und Gegenwert von z.B. 4 Paar Saugschweinen oder 40 Zentnern Kartoffeln. Deshalb spannte er seine Pferde ein, warf das Paket als »corpus delicti« auf den Wagen, fuhr zum Rathaus, schnappte sich dort Schultheiß Bezler, und fuhr die Pferde nicht schonend eilends nach Königsbronn. Und er hatte Glück. Genau als sich die Gauner auch dort aus dem Staube machen wollten, kamen die Oberkochener dort an. Schultheiß Bezler knöpfte sich die beiden vor, jedoch diese leugneten und wollten von der ganzen Sache nichts gewusst haben. »Erst auf Konfrontation mit Nagel gestanden sie« und rückten unter Jammern und Gezeter auch das Geld wieder heraus, versäumten aber nicht, die Oberkochener zu bitten, von einer Anzeige bei der Polizei abzusehen, was jedoch unnötig war, denn der Königsbronner Landjäger hatte schon eine Meldung geschrieben.</em><br><em>Befriedigt machten sich Schultheiß und Hirschwirt wieder auf den Weg über die Wasserscheide. Da Johann Georg Nagel dank seines schnellen Entschlusses und mit Hilfe des Schultheißen noch einmal gut davongekommen war, werden sie sich anschließend wohl einige Gläser Bier aus der Hirschbrauerei genehmigt und ihr Abenteuer am Stammtisch zum Besten gegeben haben. Nachzutragen ist noch: Zwei »Preußen« waren die Gauner, denen am 27. August 1891 vor der Ulmer Strafkammer unter Vorsitz des Landrichters Pfeifer der Prozess gemacht wurde, worüber die »Kocherzeitung« in Aalen ausführlich berichtete.</em><br><em>Beide lebten als fahrende Händler, der eine war »von Hause aus Destillateur und Schnapser«, der andere zunächst Goldarbeiter, dann Kellner und Handelsmann. Das Vorstrafenregister beider war beachtlich. Beim ersteren finden sich Stichworte wie »Hausfriedensbruch, Unterschlagung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Beleidigung, betrügerischer Bankrott«, der andere hatte »Kuppelei, Unterschlagung, schweren Diebstahl, Ehrverlust« aufzuweisen. Beide waren verheiratet, reisten aber ohne Anhang durchs Land. Einer behauptete beim Prozess, »völlig mittellos zu sein und nächstens 8 Kinder zu haben«.</em><br><em>Bemerkenswert ist zum Schluss noch das Gerichtsurteil, das sehr differenziert ausfiel. Während der erste für seine Gaunereien »als Geriebener erachtet« zu einem Monat Zuchthaus verurteilt wurde, kam der zweite, lediglich als »Handlanger« eingestuft, mit einem Freispruch davon, obwohl beide, wie der Reporter schrieb, »nur dem Rat eines Freundes gefolgt seien, der ihnen empfahl, nach Württemberg zu gehen, denn da seien ganz hübsche Leute, da könne man Geschäfte machen, (d.h. dort sind die Leute so dumm, dass man sie ordentlich einseifen kann)« — was sich bis zu einem gewissen Grad auch als richtig erwies und erst vom Oberkochener Hirschwirt widerlegt wurde.</em><br><em>Im April 1893 schlug für Karl Fröhner und seine Familie die Abschiedsstunde von Oberkochen. Im »Hirsch« fand eine große Abschiedsfeier statt, bei der auch die Ehrenbürgerurkunde übergeben wurde. »Am Morgen des 20. April strömte die ganze Bürgerschaft, voran die bürgerlichen Kollegien, Veteranenverein, Kriegerverein, Gesangverein, welche die scheidende Familie begleiteten, auf den Bahnhof, um Herrn Oberförster Fröhner und seiner hochachtbaren Familie den letzten Händedruck zu geben und ein herzliches Lebewohl zu sagen«.</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28165" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28165" class="wp-image-28165 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-801-Bild-02-Die-Maelzer-1905-06.jpg" alt width="1200" height="806"><p id="caption-attachment-28165" class="wp-caption-text">Die Mälzer der Brauerei Hirsch 1905–1906 (Archiv Müller überlassen von Fam. Baumann) v.l.n.r.: Marlin, Nagel, Eckardt, Willhardt, Obermälzer Fenner, Wittmann, Hubmann, Moberg, Masthaf vorne: Müllermeister und Weber</p></div></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Am Montag, den 8. Mai 1905</strong> wurde Schillers 100ter Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass wurde auf Veranlassung des Oberförsters Weiger im Gasthaus »zum Hirsch« unter zahlreicher Beteiligung der ganzen Gemeinde zur festlichen Begehung des Schillergedenktages ein Familienabend abgehalten. Auf einen von Frau Oberförster Weiger und Herrn Lehrer Rink flott gespielten vierhändigen Marsch von Schubert folgte der Vortrag von Goethes »Epilog zu Schillers Glocke«. In der sich anschließenden Festrede zeichnete Herr Lehrer Ulsamer ein treffliches Lebens- und Charakterbild des großen unvergesslichen Toten, während Herr Lehrer Fünfer zum Hochhalten und zur Pflege der Ideale, besonders einer glühenden Vaterlandsliebe, aufforderte. Unter den musikalischen Darbietungen bildeten die von Fräulein Rosa Weiger (Tochter des Ehepaares Weiger, damals 22 Jahre alt) tadellos gesungenen Solis … einen wirklichen Hochgenuss« …</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_16 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28161" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28161" class="wp-image-28161 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-801-Bild-03-Postkarte-Gasthaus-Brauerei-Hirsch.jpg" alt width="1200" height="728"><p id="caption-attachment-28161" class="wp-caption-text">Postkarte Gasthaus Brauerei „Hirsch“ von Georg Nagel – vermutlich älteste Aufnahme (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_17 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Auf dem Hirsch“</strong> waren in der Zeit bis zu den Nagels folgende Personen geführt (ersichtlich aus einem Bericht im „Spion von Aalen aus dem Jahr 1927“. Die Jahreszahlen entsprechen einem Eintrag im Lagerbuch des Klosters Königsbronn. (?? bedeutet Jahreszahl unbekannt. Ersichtliche Lücken konnten nicht geschlossen werden):<br><strong>1358</strong> Hans der Schrieber<br><strong>1471</strong> Hans Scherrenmüller<br><strong>1490</strong> Anna Höllin<br><strong>??</strong> Jerg Mack<br><strong>??</strong> Anna Röferin<br><strong>1583</strong> Bartlin / Bartolomäus Brotwolf<br><strong>??</strong> Balthes Fautzenberger<br><strong>1691</strong> Christian Wiedenmann<br><strong>1708</strong> Leonhard Raser<br><strong>1710</strong> Johannes Schmid<br><strong>1725</strong> Christian Schülen<br><strong>??</strong> Christoph Bindel<br><strong>1811</strong> Georg Adam Scherer<br><strong>1818</strong> Albert Weitbach<br><strong>1831</strong> Johannes Fuchs<br><strong>1870</strong> Caspar Fuchs<br><strong>1888</strong> Johann Georg Nagel alt<br><strong>1913</strong> Marie Nagel<br><strong>1915</strong> Georg Friedrich Nagel Sohn</p>
<p><strong>Familie Nagel.</strong> Im sog. „Dreikaiserjahr“ 1888 kam der Bierbrauer Johann Georg Nagel mit seiner Frau Marie geb. Waibel von Heubach nach Oberkochen und übernahm den „Hirsch“ vermutlich zu einem Kaufpreis von ca. 50 – 60.000 Gulden. Der Gemeinderat bescheinigte ihm ein hervorragendes Vermögenszeugnis. (Dreikaiserjahr, weil innerhalb eines Jahres 3 Kaiser regierten: Wilhelm I. 1871–1888 / Friedrich III. 1888 / Wilhelm II. 1888 bis 1918). Nach dem Tod seiner Eltern bekam Georg Nagel seine eigene Konzession, die aber kriegsbedingt erst nach einer Wartezeit am 05.02.1916 erteilt wurde. Das Steuerbüchlein gibt Auskunft darüber, dass für den Zeitraum 1925/26 ein Betrag von 1.323,56 Mark zu entrichten war. In einer Anzeige stand in den folgenden 50ern zu lesen: „Ältestes Haus am Platze, Fernsprecher Nr. 3“.<br>Im 19. Jhrhdrt. war es ein Highlight im täglichen Leben, wenn der Hirsch-Wirt seine Fässer zum Reinigen (Schwefeln) die Straße hinunterrollte, bis auf Höhe Bahnhofstraße und wieder zurück. Ein Erlebnis für die Kinder. Die Hausfrau kaufte Hefebrühe im „Hirsch“, deren Substanz zum Kochen und Backen verwendet wurde. Viele Besitzer kamen und gingen – für uns ist dieses Gebäude aber immer mit der Familie Nagel verbunden, die im Haus daneben wohnte.</p>
<p style="padding-left: 40px"> <strong>Johann Georg Nagel</strong> (geb. 11.02.1861 in Heubach, gest. 26.06.1913 in Oberkochen) heiratete am 10.04.1888 in Heubach Marie Waibel kath.<br> <strong>Marie Waibe</strong>l (geb. 02.06.1870 in Heubach, gest. 21.11.1915 in Oberkochen<br> Die beiden hatten sechs Kinder</p>
<p style="padding-left: 80px">o <strong>Georg Friedrich Nagel</strong> (geb. 30.06.1888 in Bargau, gest. 29.01.1970 in Eisenberg) übernahm nach dem Tod seiner Mutter</p>
<p style="padding-left: 120px"> Heiratete am 24.11.1919 Anna Hellwig (geb. 23.10.1895 Eisenberg, gest. 08.10.1981 in Oberkochen)<br><strong>Hans Nagel</strong> war ihr Sohn (geb. 10.08.1920 in Oberkochen, gest. 22.12.1981 in Heidenheim). Seine Frau war Else Nagel geb. Scheifling geb. 13.09.1921, gest. 24.08.2009) Hans Nagel, der Sohn von Georg war ein bekannter Mann und ein bekennender Pferdenarr. Unvergessen seine Teilnahme mit seinen beiden Schimmeln „Max“ und „Mariza“ bei einem römischen Wagenrennen in Waldhausen. Auch bringen ihn die Alten oft mit dem alten Schneepflug, der von 4 Pferden gezogen wurde, in Verbindung.</p>
<p style="padding-left: 80px">o <strong>Bertha Marg.</strong> Nagel (geb. 26.07.1889, gest. 03.01.1980)<br>o <strong>Maria Marg</strong>. Nagel heiratete den Fabrikanten Albert Leitz (geb. 25.10.1890, gest. 11.03.1986)<br>o <strong>Adolf Nagel</strong> (geb. 02.01.1894, gest. 20.05.1920)<br>o <strong>Albertine Nagel</strong> (geb. 26.05.1897, gest. 07.11.1985)<br>o <strong>Thusnelda Nagel</strong> (geb. 24.07.1901, gest. 08.03.1974)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_18 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28163" style="width: 477px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28163" class="wp-image-28163 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-801-Bild-05-Nagel-Anna.jpg" alt width="467" height="655"><p id="caption-attachment-28163" class="wp-caption-text">Anna Nagel (Archiv Müller überlassen von Fam. Baumann)</p></div><div id="attachment_28162" style="width: 484px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28162" class="wp-image-28162 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-801-Bild-04-Nagel-Georg.jpg" alt width="474" height="607"><p id="caption-attachment-28162" class="wp-caption-text">Georg Nagel (Archiv Müller überlassen von Fam. Baumann)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_19 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p style="text-align: left"><strong>Die Fortsetzung über den „Hirsch“ gibt’s in Kürze.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Es grüßt (nie mehr) aus dem Saal des „Hirsch“ der „Billie vom Sonnenberg“</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 803: Wirtschaften in Oberkochen Teil 5</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-803-wirtschaften-in-oberkochen-teil-5/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jul 2024 22:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Gasthäuser, Mühlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=28229</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_2 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
				<div class="et_pb_row et_pb_row_2 beitrag-row">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child" id="inhaltsverzeichnis-spalte">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_20 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Die „Bahnhofsrestauration“ oder auch „D‘ Schell“ genannt</strong></span><br><strong>Danke</strong> sage ich ausdrücklich Marion Bystron, die mir ein Album mit schönen alten Fotos übergeben hat, die ich in Teilen in den Bericht integriert habe.<br><strong>Los geht’s.</strong> Heute finden wir an seiner Stelle ein Wohn- und Geschäftshaus mit der Adresse Bahnhofstraße 3. Dieses Gasthaus war einst eine Institution in unserem Ort. Hier fanden große Hochzeiten statt und im Vorfeld hatte der Hoaxet-Läder Karl Elmer mit Hut und roter Nelke oder weißer Nelke seine Arbeit zu tun. Er hatte im Auftrag des Hochzeitspaares die Einladung auszusprechen, mit den Infos wo und wann die Hochzeit stattfinden solle (in der Regel im „Hiiiiiiersch“ oder in „dr Schell“), ob katholisch oder evangelisch und wer mit wieviel Personen zum Essen kam. Anton „Done“ Gutheiß erinnerte sich, dass der „Läder“ noch bei seiner Hochzeit 1957 aktiv war. Auch meine Eltern heirateten dort und dabei wurde ein Foto mit der ganzen Gesellschaft gemacht. Solche Hochzeits-Fotos gibt es wohl in vielen Oberkochner Familien. Auch die „Grünen“ und „Goldenen Hochzeiten“ wurden im Saal gefeiert.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_21 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28208" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28208" class="wp-image-28208 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-01-Hochzeit-Mueller-1947.jpg" alt width="1200" height="572"><p id="caption-attachment-28208" class="wp-caption-text">Am 7. Juni 1947 – Hochzeit meiner Eltern Georg Müller und Hildegard Pavlat (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_22 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Eine gute Gelegenheit, die verschiedenen „Hoch-Zeiten“ einmal vorzustellen (die wichtigsten sind im Fettdruck dargestellt)</strong><br><strong>Trauung – Weiße Hochzeit auch grüne Hochzeit genannt</strong></p>
<p>• 1 Jahr – Papierhochzeit<br>• 2 Jahre – Baumwollhochzeit<br>• 3 Jahre – Lederne Hochzeit<br>• 4 Jahre – Seidenhochzeit<br>• 5 Jahre – Hölzerne Hochzeit<br>• 6 Jahre – Zinnerne Hochzeit<br>• 7 Jahre – Kupferne Hochzeit<br>• 8 Jahre – Blecherne Hochzeit<br>• 9 Jahre – Keramikhochzeit<br>• 10 Jahre – Rosenhochzeit<br>• 11 Jahre – Stahlhochzeit<br>• 12 Jahre – Nickelhochzeit<br>• 13 Jahre – Veilchenhochzeit<br>• 14 Jahre – Elfenbeinhochzeit<br>• 15 Jahre – Kristallhochzeit<br>• 16 Jahre – Saphirhochzeit<br>• 17 Jahre – Orchideenhochzeit<br>• 18 Jahre – Türkishochzeit<br>• 19 Jahre – Perlmutthochzeit<br>• 20 Jahre – Porzellanhochzeit<br>• 21 Jahre – Opalhochzeit<br>• 22 Jahre – Bronzehochzeit<br>• 23 Jahre – Titanhochzeit<br>• 24 Jahre – Satinhochzeit<br><strong>• 25 Jahre – Silberne Hochzeit</strong><br>• 26 Jahre – Jadehochzeit<br>• 27 Jahre – Mahagonihochzeit<br>• 28 Jahre – Nelkenhochzeit<br>• 29 Jahre – Samthochzeit<br>• 30 Jahre – Perlenhochzeit<br>• 31 Jahre – Lindenhochzeit<br>• 32 Jahre – Seifenhochzeit<br>• 33 Jahre – Zinnhochzeit<br>• 34 Jahre – Amberhochzeit<br>• 35 Jahre – Leinenhochzeit<br>• 36 Jahre – Smaragdhochzeit<br>• 37 Jahre – Aluminiumhochzeit<br>• 38 Jahre – Feuerhochzeit<br>• 39 Jahre – Sonnenhochzeit<br>• 40 Jahre – Rubinhochzeit<br>• 43 Jahre – Bleihochzeit<br>• 44 Jahre – Sternenhochzeit<br>• 45 Jahre – Messinghochzeit<br>• 46 Jahre – Lavendelhochzeit<br>• 47 Jahre – Kaschmirhochzeit<br>• 48 Jahre – Diademhochzeit<br>• 49 Jahre – Zederne Hochzeit<br><strong>• 50 Jahre – Goldene Hochzeit</strong><br>• 51 Jahre – Weidenhochzeit<br>• 52 Jahre – Topashochzeit<br>• 53 Jahre – Uranhochzeit<br>• 54 Jahre – Zeushochzeit<br>• 55 Jahre – Platinhochzeit<br>• 56 Jahre – Asternhochzeit<br>• 59 Jahre – Gezeitenhochzeit<br><strong>• 60 Jahre – Diamanthochzeit</strong><br>• 65 Jahre – Eiserne Hochzeit<br>• 67 Jahre – Steinerne Hochzeit<br><strong>• 70 Jahre – Gnadenhochzeit</strong><br>• 75 Jahre – Kronjuwelenhochzeit<br>• 80 Jahre – Eichenhochzeit<br>• 85 Jahre – Engelshochzeit<br>• 90 Jahre – Marmorhochzeit<br>• 100 Jahre – Himmelshochzeit</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_23 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28209" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28209" class="wp-image-28209 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-02-Gewerbeausstellung-1953.jpg" alt width="1200" height="840"><p id="caption-attachment-28209" class="wp-caption-text">1953 Weihnachtsgewerbeausstellung in „dr Schell“ (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_24 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Politische Veranstaltungen und Ausstellungen der örtlichen Geschäfte fanden hier statt. Die Katholische Pfarrgemeinde feierte hier ihren traditionellen Fronleichnamsnachmittag und die Kirchweih. Die Kolpingsfamilie traf sich hier. Für Ausstellungen damals ein perfekter Ort, wie z.B. für den Kleintierzuchtverein oder den Gewerbe- und Handelsverein. Auch fanden hier „Koch-Back-Heiz-Vorführungen“ statt, um Mann und Frau auf den neuesten Stand zu bringen. Hier wurde vom Forstamt Brennholz versteigert, die Oberkochner Bank lud zur Generalversammlung ein und die Tanzbeine wurden geschwungen – auch beim Tanzkurs. Das Wandbild im Hintergrund wurde von Max Holdenried gemalt und musste in der Nacht vor dem Ball überarbeitet werden, weil das Pferd, so wie gemalt, nicht stehen konnte. Echt bayrische Volkskunst gab es 1949 mit der Künstlerfamilie Huber</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_25 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28210" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28210" class="wp-image-28210 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-03-Buehnendekoration-Holdenried.jpg" alt width="1200" height="791"><p id="caption-attachment-28210" class="wp-caption-text">Bühnendekoration von Max Holdenried (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_26 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Natürlich wurde hier auch seit 1878 Theater gespielt, wobei es der Mithilfe eines Souffleurs bedurfte. Dieser war jedoch ein Zigarrenraucher und äußerst engagiert. So hörte man ihn oft laut soufflieren und der Zigarrenrauch qualmte aus seiner engen Behausung. Das war an sich schon ein Highlight.<br>Hier ist ein kleiner Einschub erforderlich. Am 22. August 1816 beantragte der Krämer Josef Staud eine Zapfenwirtschaft errichten zu dürfen. Sie wurde genehmigt, weil bei 800 Einwohnern erst drei Wirte vor Ort gewesen sind („Hirsch, Ochsen und Lamm“). Heute haben wir das 10fache an Einwohnern und müssten daher 30 Wirtshäuser haben! So ändern sich die Zeiten. Die Wirtschaft stand zwischen „Oppold“ und „Schmidjörgle“ und damit aber der Erschließung zum Bahnhof hin im Weg.<br>Dieses Gebäude verdankt seiner Entstehung der Eisenbahn, die von 1864 bis 1866 zwischen Aalen und Heidenheim gebaut wurde. Der Bahnhof entstand im Jahr 1864 und wer einen Bahnhof hatte brauchte auch eine Bahnhofstraße, die in Oberkochen erst entstehen musste. Es wurde beschlossen, dass ein Haus in der Langgass‘ weichen musste. Also musste Viktoria Staud, Witwe des Krämers und Gassenwirtes Franz Staud, ihr Haus 1863 für 3700 Gulden an die Königliche Eisenbahnkommission verkaufen. Links davon befand sich das Haus des Schmiedemeisters Xaver Oppold (Heute Parkplatz an der Einmündung), rechts davon das Anwesen des Josef Anton Gold „Schmidjörgle“ (Heute Kreissparkasse). Der Neubau wurde 1864/65 einstöckig errichtet; mit einem mittigen Eingang, rechts die Wohnung (später Wirtschaft), links Scheuer und Stall.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_27 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28211" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28211" class="wp-image-28211 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-04-Bahnhofrestauration.jpg" alt width="1200" height="750"><p id="caption-attachment-28211" class="wp-caption-text">Um 1903 – Die Bahnhofsrestauration bzw. D‘ Schell (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_28 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Tochter der Viktoria Staud, ebenfalls eine Viktoria, erwarb 1865 das Anwesen zusammen mit ihrem Ehemann Anton Schellmann (aus Dankoldsweiler) für 5.000 Gulden, der im Jahr darauf das Baurecht erwarb. Wo kam das ganze Geld her? 1.000 Gulden wurden als Mitgift verrechnet, 2.000 Gulden bringt der Bräutigam mit und die restlichen 2.000 Gulden bleiben auf dem Haus stehen. Die Summe ist mit 3% verzinst und ist jährlich an „Jakobi“ (25. Juli) fällig. Im Jahr darauf, 1866, beantragt Schellmann die Konzession für eine Brauerei und einer Speisewirtschaft. Hinter dem Haus will er ein Brauhaus bauen. Am 12. Juli 1866 entschied das Oberamt Aalen wie folgt:</p>
<p style="padding-left: 40px"><em><strong>a)</strong> Der Ort zähle nach der neuesten Aufnahme 1240 Einwohner und sei für Wirtschaftsgewerbe gut gelegen</em><br><em><strong>b)</strong> Es bestünden hier 2 Schild- und Speisewirtschaften mit 1 Gartenspeisewirtschaft, ferner 2 Speisewirtschaften und 1 Gassenwirtschaft, welche alle von ihrer Konzession Gebrauch machten.</em><br><em><strong>c)</strong> Der Bittsteller besitze auch gutes Prädikat und ein Vermögen von ca. 4.000 Gulden und habe kein anderes Gewerbe, welches ihm einen hinlänglichen Unterhalt gewähre. Auch stehe er in keinen amtlichen Verhältnissen, die ihn vom Wirtschaftsgewerbe ausschlössen.</em><br><em><strong>d)</strong> Das Haus des Bittstellers sei zur Einrichtung einer solchen Wirtschaft geeignet; es befinde sich an der Eisenbahnzufahrtsstraße und sei gut gelegen.</em></p>
<p>Und so begann die Geschichte „dr Schell“ (der Name leitet sich vom ersten Wirt ab), die bei allfälligen Hinweisen von der katholischen Kanzel so genannt wurde. Umgangssprachlich hieß es damals oft: <strong>„Heit‘ gang i in d‘ Reschtrant“.</strong><br>In einem Gemeinderatsbericht von 1892 lesen wir: „Die Wirtschaft mit Bierbrauerei und Restauration zum Bahnhof darf fast als die gangbarste bezeichnet werden. Sie ist zwar nicht mitten im Ort, aber doch so gelegen, dass mit wenig Ausnahme die ganze Gemeinde dort verkehren wird. Sie gewinnt durch den Eisenbahnverkehr. Fremde kehren meistens dort ein. Die unzähligen Holzfuhrwerke von den Staat‑, Real- und Gemeindewaldungen bringen großen Verkehr. Auch der häufige Verkehr von Holzbauern, Waldarbeitern usw. machen den Ausschank von Branntwein in dieser Wirtschaft zu einem Bedürfnis.“ Damals (1892) gab es bei uns 2 Gast- und 7 Schankwirtschaften (einschl. „dr Schell“). Gastwirtschaft: Es werden Speisen zubereitet. Schankwirtschaft: Es werden ausschließlich Getränke verkauft.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_29 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28212" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28212" class="wp-image-28212 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-05-Anton-Schellmann.jpg" alt width="1200" height="1582"><p id="caption-attachment-28212" class="wp-caption-text">Dr „Schellwirt“ Anton Schellmann jun. 1865–1930 (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_30 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1878 wird im Stall- und Scheunenteil ein Tanzsaal errichtet. 1893 übernahmen Anna Stadelmaier und Anton Schellmann jun. „D‘ Schell“. Die beiden heirateten 1892 und bekamen 2 Kinder. Anton lernte das Leben eines Gastwirts von Kindesbeinen an und erlernte nach Beendigung der Schulzeit das Bierbrauerhandwerk. Später bezeichnete er sich als Ökonom.<br>Hier wurde viel Theater gespielt und das auch schon im 19ten Jahrhundert. Oberkochen hatte zu der Zeit einen Lehrer mit Namen Ivo Ferdinand Gutmann, der über 12 Jahre in unserem Ort erfolgreich und nachhaltig wirkte. Nachstehend einige Aufführungen aus der damaligen Zeit:</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_31 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28213" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28213" class="wp-image-28213 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-06-Theaterauffuehrung.jpg" alt width="1200" height="630"><p id="caption-attachment-28213" class="wp-caption-text">Eine der vielen Theateraufführungen in dr Schell mit dem berühmten Kasten für den Souffleur, vermutlich aus den 50ern (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_32 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>1887: „Stern von Bethlehem“</strong>, so hieß das aufgeführte Stück. Die Berichte darüber rühmen Beleuchtung des Sterns durch »bengalisches Feuer« — nicht ganz ungefährlich! — »Prachtvolle Kostüme, die von Lehrer Gutmann präzis eingeübten Lieder, die lebenden Bilder mit Engeln, Hirten, der heiligen Familie und den Königen aus dem Morgenland«, — und den an Herodes gerichteten Worten des Satans »lauschten die Zuhörer mit Schaudern«.<br><strong>1888: „Die Bitte der Königin Esther“</strong>… der hiesige Ort darf sich seit einigen Jahren geistlicher Festspiele erfreuen. Herrliche, genussreiche Abende wurden uns durch die Aufführung »Die Bitte der Königin Esther’s in den hinter uns liegenden Feiertagen zuteil«, so schreibt die Aalener »Kocherzeitung« am Sonntag, den 15. Januar 1888.<br><strong>1889: „Moses“</strong> ein biblisches Schauspiel. Nach Oberkochen ins Theater per Eisenbahn und zu Fuß<br>An diesem Sonntag brachten die Eisenbahnzüge zahlreiche Besucher nach Oberkochen, viele Besucher machten einen Spaziergang zu uns. Die Rollen aller Mitwirkenden sind gut ausgeführt; durch sicheres und gewandtes Auftreten, durch fließend reinen Vortrag werden die Anwesenden ganz in die Zeit der Israeliten versetzt …«, so berichtete die Zeitung am 26. Januar 1889 über die »Produktion« des Jahres 1889, die an vier Sonntagen in der Restauration Schellmann über die Bühne ging.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_33 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28202" style="width: 460px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28202" class="wp-image-28202 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-07-Kunigunde-Winter.jpg" alt width="450" height="655"><p id="caption-attachment-28202" class="wp-caption-text">Kunigunde Winter geb. Buckel und Ehefrau von Eugen Winter (Archiv Müller)</p></div><div id="attachment_28204" style="width: 410px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28204" class="wp-image-28204 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-09-Franz-Eugen-Winter-e1754314907660.jpg?ver=1754323877" alt width="400" height="561"><p id="caption-attachment-28204" class="wp-caption-text">Franz Eugen Winter (1875 — 1953) – Ehemann von Katharina und Vater von Eugen jun. (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_34 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Im Jahr 1899 verpachtete der Bierbrauer das Lokal an Jakob Balle. In den Folgejahren wechseln die Pächter in rascher Folge: Paul Bäuerle (1900), Franz Josef Kolb (1901), Georg Friedrich Maier (1903, auch späterer Besitzer), Severin Gold (1905), Johannes Heinzmann (1908) und 1909 wird Eugen Winter sen. neuer Pächter und erwirbt diese im 1. Dezember 1914 und jetzt ging’s aufwärts (Eugen stammt aus dem Geschlecht der Familie Winter „Schärbauer“):</p>
<p style="padding-left: 40px"><em>- Franz Eugen Winter (18.11.1875 — 15.03.1953) und Katharina Mezger (18.08.1885 — 23.07.1957)</em></p>
<p><em><strong>Die Eltern von Franz Eugen sind</strong></em></p>
<p style="padding-left: 40px"><em>- Franz Xaver Winter 22.10.1836 — 15.05.1918 und Maria Anna Weber (19.12.1844 — 01.03.1926)</em></p>
<p><em><strong>Der Sohn von Franz Eugen sind</strong></em></p>
<p style="padding-left: 40px"><em>- Eugen Winter (28.05.1907 — 18.03.1951) und Kunigunda Buckel (26.02.1915 — 26.11.1972)</em></p>
<p><em><strong>Die Töchter von Eugen sind</strong></em></p>
<p style="padding-left: 40px"><em>- Elisabethe Theresia (30.06.1941 — 11.10.2014) und Reinhold Bystron (07.01.1939–07.06.2018)</em><br><em> — Ursula Maria (1945 — ) und Johannes Popowitsch ( 1947 — )</em></p>
<p><em><strong>Elisabethe hat zwei Töchter</strong></em></p>
<p style="padding-left: 40px"><em>- Marion Ulrike (1969) Anmerkung: Marion hat mich 2019 als Mieter für die freigewordene Wohnung elterliche Wohnung auserkoren – ein Glücksfall für mich.</em><br><em> — Dagmar Heike (1975)</em></p>
<p><em><strong>Ulrike hat zwei Söhne</strong></em></p>
<p style="padding-left: 40px"><em>- Michael Stefan (1970 -)</em><br><em> — Alexander Konstantin (1985 -)</em></p>
<p>1919 der erste Umbau und 1927 der zweite Umbau, bei dem der große Saal entstand. Dadurch hat „D‘ Schell“ ihr Gesicht massiv verändert. Eine schattige Gartenwirtschaft und eine Kegelbahn mussten daher weichen. Am 24. April 1945 wurden Gebäude und Saal durch amerikanischen Granatbeschuss beschädigt. Am 21. Juni 1954 gab es einen, aus heutiger Sicht, bemerkenswerten Vortrag „Tragödie des II. Weltkrieges“ von Dr. Wilhelm Ritter von Schramm. Er war während des Krieges im OKW (Oberkommando der Wehrmacht) Abt. Wehrmachtsbericht und Feldzeitung tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Schramm bis 1946 Pressechef der Evangelischen Hilfe, dann arbeitete er als freier Schriftsteller. Seit 1957 war Schramm bei der Bundeswehr als Referent im Wehrbereichskommando VI München und Lehrbeauftragter an der Hochschule für politische Wissenschaften tätig. Seit 1961 hatte er den Dienstgrad als Major der Reserve. Der 19. April 1958 war noch ein besonderer Tag in „Dr Schell“: „Dr Goldabauer“ Engelbert Grupp heiratete Rita Scherr aus Ebnat.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_35 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28205" style="width: 410px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28205" class="wp-image-28205 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-10-Eugen-Winter-e1754314981989.jpg?ver=1754323948" alt width="400" height="573"><p id="caption-attachment-28205" class="wp-caption-text">Eugen Winter jun. (1907–1951) — tragisch im Keller verunglückt (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_36 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1951 verstarb der Eigentümer Eugen Winter an den Folgen eines tragischen Unfalls im Haus. Katharina Winter hielt das Haus noch bis zu ihrem Tod im Jahr 1957.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_37 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28206" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28206" class="wp-image-28206 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-11-Lina-WingertKunigunde-Winter-Julie-Schuerle-v.li-n-re.jpg" alt width="1200" height="1472"><p id="caption-attachment-28206" class="wp-caption-text">Kunigunde Winter mit Lina Wingert (li) und Julie Schürle (re) (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_38 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die lokale Presse „SchwäPo“ schreibt damals: „<em>Beim Aufsetzen eines Bierfasses mittels eines Rollwagens kam am gestrigen Sonntagnachmittag der Sohn des Bahnhofrestaurateurs Eugen Winter zu Fall, wobei er die Wirbelsäule brach. Der Tod trat auf der Stelle ein. Der Familie wendet sich allgemeine Teilnahme zu.“</em><br>Die Beerdigung war ein großes Ereignis und ein großes Trauergefolge mit zahlreichen Fahnenabordnungen gab ihm das letzte Geleit: Pfarrer Hager zeichnete ein Bild eines Freundes aller Oberkochener Vereine, Ing. Anton Fischer danke seitens der Fa. Gebr. Leitz für 14jährige treue Mitarbeit und viele Kränze, z.B. der IGM, des Musikvereins, des Turnvereins, der Fußballer, der Altherrenkameradschaft und der Kolpingsfamilie verdeutlichten die Wertschätzung in der Gemeinde. Der katholische Kirchenchor gab der Feier einen würdigen Rahmen und der Musikverein trug das Lied „Vom guten Kameraden“ vor – wie das damals so üblich war.<br>Anmerkung von BM Gustav Bosch:<em> „Immer wieder kehrte in dieser Familie der „Todesengel“ ein. Am 18. März 1951 starb der Erbe Eugen Winter, am 13. März 1953 starb sein Vater Franz Eugen Winter und am 26. Juli 1957 trug man Katharina Winter zu Grabe (in der hiesigen Mundart wurde Winter mit einem langen „i“ und einem kaum hörbaren „r“ gesprochen).“</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_39 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28207" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28207" class="wp-image-28207 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-803-Bild-12-Die-Bahnhofsrestauration-1958.jpg" alt width="1200" height="790"><p id="caption-attachment-28207" class="wp-caption-text">1958 – Die Bahnhofsrestauration bzw. D‘ Schell (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_40 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Nach dem Tod von Katharina Winter erwarb die Firma Bäuerle das Anwesen und verpachtete das Lokal an Willi und Elly Reindl. 1961 wurde das Lokal durch Bäuerle zur Betriebskantine umgebaut und es fand wohl auch ein Hotelbetrieb statt. 1962 kam das Ende „Dr Schell“ und ein Stück Alt-Oberkochen, an das viele Menschen eine durchaus auch emotionale Bindung hatten, verschwand – aber nicht aus den Köpfen. Da lebt sie bei den ganz Alten bis heute noch fort.<br>Bäuerle erbaute ein Bürogebäude mit einer eigenen Geschichte, wie z.B. dem späteren Einzug von Siegfried Gremeraths Büromaschinen-Handel oder Kaiser’s Kaffeegeschäft (Tengelmann) über die Firma Beier bis zur Firma EP Cret GmbH und dem heutigen Leerstand.</p>
<p><strong>Die ehemaligen Besitzer und Pächter:</strong></p>
<p style="padding-left: 40px">• 1866 Anton Schellmann sen.<br>• 1893 Anton Schellmann jun.<br>• 1893 Jakob Balle<br>• 1900 Paul Bäuerle<br>• 1901 Franz Josef Kolb<br>• 1903 Georg Friedrich Maier<br>• 1905 Severin Gold<br>• 1908 Johannes Heinzmann<br>• 1909 Eugen Winter sen.<br>• Bis 1958 Eugen Winter jun. und Kunigunde<br>• Bis 1962 Firma Bäuerle und Pächter Willi und Elly Reindl</p>
<p><strong>Weiter geht’s im Herbst.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Es grüßt (nie mehr) vom Foto-Shooting auf dr Trepp‘ „dr Schell“ der „Billie vom Sonnenberg“</strong></p></div>
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			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 802: Wirtschaften in Oberkochen Teil 4</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-802-wirtschaften-in-oberkochen-teil-4/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Aug 2024 22:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Gasthäuser, Mühlen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=28193</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_3 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
				<div class="et_pb_row et_pb_row_3 beitrag-row">
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				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_41 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong><span style="color: #3366ff">Der gute alte „Hirsch“ – zweiter Teil</span></strong><br><strong>Am 11. Februar 1922</strong> wurde im „Hirsch“ der wohl erste Familienabend abgehalten. Die musikalischen Kräfte der Ortsgruppe boten ein hübsch zusammengestelltes Programm mit reicher Abwechslung. Vierhändige Klavierstücke von Frau Forstmeister Martin, den Oberlehrern Wörner und Mager, Violinenstück von Herrn Hauptlehrer Rohleder aus Baldern und Herrn Fleury, Gesangssolo von Frau Forstmeister, Lieder zur Laute von Fräulein Weinberg, Buchhalterin bei Herrn Emil Leitz, glänzend vorgetragen; ferner Couplet von H. Wilhelm Bäuerle und Paul Wingert, Glasermeister. Umrahmt war die Unterhaltung durch die schwungvoll vorgetragenen Männerquartetts: »Schwabenland« von Waller und »Wohlauf in Gottes weite Welt« von Arnold. Riesigen Spaß machte die Vorführung der Scene: »Ein Blick ins Jenseits«, gegeben zugunsten des Turmfonds für den Volkmarsberg. Mit einem Tänzchen fand die schöne Feier ihren Abschluss. Auch der Oppolds-Doktor Karl Ruckgraber verkehrte häufig im „Hirsch“, um mit ein paar anderen alten Männern wie z.B. dem Holzagärtner und dem Marxagärtner dem Kartenspiel zur Mittagszeit zu frönen, dem „Dappa“ (Dappen). Heute nennen wir das Spiel Binokel.<br><strong>Im Jahr 1927</strong> gründen im Gasthof „Zum Hirsch“ in Oberkochen Karl Betzler, Hans Elmer, Franz Ganter, Hermann Spranz, Josef Wingert, Paul Bauer, Josef Kopp, Josef Maier, Karl Hägele jun., Karl Gold (Marx), Karl Hägele sen., Franz Wunderle, Josef Trittler und Josef Elmer den „Musikverein Oberkochen“.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_42 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28181" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28181" class="wp-image-28181 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-802-Bild-01-Hirsch-Saalbau.jpg" alt width="1200" height="855"><p id="caption-attachment-28181" class="wp-caption-text">Der 1927 erbaute Saal (Archiv Müller überlassen von Fam. Baumann)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_43 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Nach 45 Jahren stand im Jahr 1927</strong> wieder ein großes Festbankett an. »Der neuerbaute Hirschsaal konnte trotz seiner bedeutenden Ausmaße die Gäste zum Festbankett am Samstagabend kaum fassen. Chorleiter Lehrer Mayer hatte ein umfangreiches Programm zusammengestellt, das »mit seiner Töne Macht gewaltige Wogen der Begeisterung entfachte und die uneingeschränkte Bewunderung aller Anwesender erfuhr«. Höhepunkt des musikalischen Programms bildete Richard Wagners »Einzug der Gäste auf der Wartburg« aus dem »Tannhäuser«, ein Stück, das »mit tosendem Beifall bedacht wurde«. Als Lehrer Mayer mit »Weihe des Lieds« unter Ehrendirigent Chormeister Spranz gar noch als Bariton-Solist auftrat, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr.<br><strong>1934 wurde im „Hirsch“ ein besonderer Lehrer verabschiedet:</strong><br>Für Hauptlehrer Karl Alfred Günter, Lehrer an der Evangelischen Schule Oberkochen 1911 – 1934 fand am 26. Januar 1934 fand im »Hirsch« zu Oberkochen eine bemerkenswerte Abschiedsfeier statt. In Reden und Gedichten, durchwürzt von Humor, kamen Verehrung und Wertschätzung für den Scheidenden zum Ausdruck. Pfarrer, Bürgermeister, Schulen, Kirchenchor, Turnverein, kurz die gesamte Gemeinde nahm Abschied von Hauptlehrer Karl Alfred Günter der Oberkochen nach 23 Jahren erfolgreicher Lehrertätigkeit verließ, um in Waiblingen eine neue Stelle anzutreten.<br><strong>1932</strong>. Am 16. Juli wurde für Sonntag, den 24. Juli vormittags um 11 Uhr im „Hirsch“ von der NSDAP Unterkochen (Alois Bieg) eine öffentliche politische Veranstaltung und ein Aufzug (heute würden wir Aufmarsch sagen) durch die Hauptstraße beantragt. Am 18. Juli wurde der Aufzug von BM Frank untersagt, die Versammlung fand dann aber statt. Ferner gab der Bürgermeister u.a. schriftlich an, dass die Grußformel „Heil Hitler“ als Provokation einzustufen sei, da das keiner gängigen Höflichkeitsbezeigung oder Grußformel entspräche (Kein Wunder, dass er nach der Machtergreifung 1933 abgesetzt wurde. Der Mann hatte eine Haltung).<br><strong>Ab 1936</strong> wird die Wirtschaft verpachtet und viele Pächter, besonders ab den 50er Jahren, kamen und gingen. Besonders hervorzuheben ist Emmy Vogel, die das Wirtshaus 12 Jahre lang, bis 1949, führte. Fräulein Vogel soll das Lokal besonders während des Krieges mit Fleiß und Geschick geführt haben. Danach eröffnete sie mit ihrem aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Bruder eine Metzgerei in Königsbronn.<br>Nach dem Attentat auf Adolf Hitler, das von Georg Elser aus Königsbronn, im Bürgerbräu-Keller in München erfolglos ausgeführt wurde, spielte auch unser „Hirsch“ eine Rolle in der Aufarbeitung durch die SS. Hatte Hitler einen Schutzengel (kaum zu glauben) oder einfach nur Glück wie bei anderen Gelegenheiten auch? Jedenfalls wurde Elser, beim Versuch in die Schweiz zu fliehen, festgenommen, verhört, gefoltert, in Sachsenhausen und Dachau jahrelang gefangen gehalten und kurz vor Kriegsende am 9. April 1945 auf persönlichen Befehl von Hitler hingerichtet. Die Verhöre der Königsbronner Bevölkerung wurden, mangels entsprechender Räume im Nachbarort, auch in Oberkochen im „Hirsch“ vorgenommen. Nach dem Krieg wurden dann passenderweise auch die Entnazifizierungsprozeduren dort vorgenommen. Nicht alle wurden freigesprochen, einige wurden auch verurteilt.<br>Dieses Lokal war auch etwas Besonderes. Es gehörte mit Sicherheit zum ältesten Teil Oberkochens. Zuhause waren hier die Haute Vollee, die VIP’s oder die Großkopfeten. Es wurden Hochzeiten und Jubiläen gefeiert. Theaterspiele wurden aufgeführt, politische Veranstaltungen organisiert, die Kirchweih war hier zuhause und Bildungsthemen kamen ebenfalls nicht zu kurz.<br>Auch die Liebe nahm hier ihren Ursprung. Eine Zeitlang bediente Ottilie „Tilly“ Huber ihren späteren Ehemann Hermann, der dort sein Feierabendbier trank, bevor er mit dem Fahrrad (!!!) wieder aufs Härtsfeld nach Auernheim fuhr – und das jeden Tag. 10 Pfennige Trinkgeld (das war ein ordentlicher Teil vom Stundenlohn) – das machte wohl Eindruck auf „Tilly“ und so haben sie 1950 geheiratet. Sie bauten am Sonnenberg ein Haus und es stellten sich im Laufe der Jahre drei Mädchen ein — die Bärbel (die es genoss mit ihrer Mama ab und zu in den „Hirsch“ gehen zu dürfen), die Renate und die Roswitha. In diesem Zusammenhang fallen mir auch noch die späteren Bedienungen Ida Fetzer und Heiner Kolb als Ober ein.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_44 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28182" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28182" class="wp-image-28182 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-802-Bild-02-Hirsch-innen-1.jpg" alt width="1200" height="749"><p id="caption-attachment-28182" class="wp-caption-text">Gaststube im „Hirsch“ (Archiv Müller überlassen von Fam. Baumann)</p></div><div id="attachment_28177" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28177" class="wp-image-28177 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-802-Bild-03-Hirsch-innen-2.jpg" alt width="1200" height="819"><p id="caption-attachment-28177" class="wp-caption-text">Gaststube im „Hirsch“ (Archiv Müller überlassen von Fam. Baumann)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_45 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Am 9. März 1947</strong> fand die Gründungsversammlung der „Gartenfreunde“ statt und der Verein „firmierte“ damals unter dem Namen „Ortsverein der Siedler und Kleingärtner“. Erschienen sind etwa 85 Personen, von denen bereits vorher 23 Personen ihre Mitgliedschaft bekundet hatten, und in kurzer Zeit weitere 43 Aufnahmen gemeldet werden konnten auch der damalige Bürgermeister Eber, war anwesend und sagte seine tatkräftige Unterstützung bei der Beschaffung von Land zu. Er empfahl jedem Interessierten, doch Mitglied in dem neuen Verein zu werden. Am 13. August 1947 hatte die Militärverwaltung der US-Army in Aalen ihr Einverständnis zur Gründung einer lokalen Gruppe für Siedler und Kleingärtner erteilt.<br><strong>1949</strong> finden wir den Aufruf des von Josef Krok und Dr. med. Ludwig Borst gegründeten Schachvereins an die Jugendlichen sich im „Hirsch“ an die Schachbretter zu setzen.<br><strong>1950</strong> wurden von der Kleiderablage zwei Herren- und ein Damenmantel sowie ein Kostümstock entwendet. Der Täter stammte aus München und wurde der Polizei zugeführt. Da fällt mir grad das Lied von Peter Alexander ein: „Schau ich weg von dem Fleck, ist der Überzieher weg“.<br><strong>1951</strong> hielt die Firma Oppold einen Kameradschaftsabend der Werkzeugmacher ab und der TVO eine von vielen Monatsversammlungen. Als neue Disziplin kam in diesem Jahr, die von Eugen Honold geleitete Fechtabteilung dazu.<br><strong>1953</strong> wurden hier die Naturfreunde und am 8. Juni 1956 der 1. FCO gegründet. Es versammelten sich die Mitglieder des TVO, die Fotofreunde und der Krieger- und Militärverein. Der Sängerbund traf sich zu den Singstunden. Das Forstamt verkaufte Reisig, Lichtbildervorträge im Saal, Kunstausstellungen und Theateraufführungen, Tanz in den Mai, Hausbälle zur Faschingszeit und im Herbst die Kirchweih. Für die Haushalte gab es Propangas-Kochvorträge sowie Strick- und Nähkurse und die Firma „Krok“ zeigte dort ihre Kollektionen in den ersten Modeschauen im Dorf. Die „AOK“ zahlte ihre Barleistungen aus, politische Veranstaltungen fanden statt und Gustav Bosch lud ein zum Thema „Bürgerschaft fragt – Verwaltung antwortet“. 1954 veranstaltete die KONSUM-Genossenschaft Aalen zu ihrem 60jährigen Jubiläum einen großen „Bunten Abend“ und eine „Große Modenschau“, von Josef Krok organisiert, zeigte, was Frau so trägt. 1955 gastierte die 1. Münchner Bauernbühne mit Ludwig „Wiggerl“ Huber und zeigt vom 14. bis 16. April drei unterschiedliche Theaterstücke bei einem Eintrittspreis von 1,50 DM bis 2 DM.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_46 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28178" style="width: 1610px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28178" class="wp-image-28178 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-802-Bild-04-Saal-im-Hirsch.jpg" alt width="1600" height="942"><p id="caption-attachment-28178" class="wp-caption-text">Saal im „Hirsch“ (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_47 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Am 12., 13. März 1955</strong> gab es eine Kunstausstellung des Neresheim Künstlers Heinz Kibler. <strong>Am 2. April 1955</strong> veranstalteten die hiesigen „Bielitzer“ zum Gedenken an den schweren Verlust der Heimat vor 10 Jahren einen Familienabend, an dem 100 Personen anwesend waren. Es nahmen u. a. auch Heimatfreunde aus Ulm, München und Stuttgart daran teil. Sie waren eine lose Heimat- und Schicksalsgemeinschaft. Eröffnet wurde das Festprogramm durch einen Musikvortrag des Kammertrios »Neuber« im Gasthaus »Hirsch«. Die Begrüßungsansprache hielt Heimatfreund Johann Urbanke, die Festansprache hielt Ing. Pudelek aus München, der u. a. die besten Grüße der Münchner Zweiggruppe überbrachte. Auch Herr Bürgermeister Bosch war anwesend und überbrachte die herzlichen Grüße und guten Wünsche der Gemeinde. Die besinnliche Feierstunde wurde durch ein reichhaltiges Festprogramm von Musik‑, Gesang- und Gedichtvorträgen umrahmt.<br>Interessant auch eine Veranstaltung aus dem Jahr 1956. Der „Bund der Kinderreichen“ (was es so alles gab) lud zu einer ersten öffentlichen Info-Versammlung ein. Im gleichen Jahr, man glaubt es kaum, hielt die neu gegründete Schützengilde ein Übungsschießen statt. Mit Unterstützung der befreundeten Königsbronner wurden vier Schießstände mit Zugscheiben aufgebaut und dann hieß es „ran an die Gewehre“. Ebenso fand ein Nähmaschinenkurs der Fa. Pfaff-Nähmaschinenhaus H. Eisele statt, an dem 65 Frauen und Mädchen an 65 Maschinen (!!!) begeistert teilnahmen. 1957 verließ Karl Lang Oberkochen und zog ins Rheinland. Er war beliebt, fleißig und immer bestrebt, die Wünsche seiner Gäste zu erfüllen. 1954 wurde sein Sohn Franzharry geboren, dessen Wohnsitz wir heute in Kiefersfelden/Österreich finden.<br>Seine Existenz verdankt der Boxclub Oberkochen nicht zuletzt der Firma Zeiss. Als das Unternehmen Anfang der 1950er Jahre sein Zweigwerk Opton in Coburg auflöste, kamen aus der oberfränkischen Boxhochburg zahlreiche Mitarbeiter nach Oberkochen und mit ihnen die Begeisterung für den Faustkampf, der damals in Deutschland enorm populär war. Die Geburtsstunde geht ins Jahr 1952 zurück – als Boxabteilung des TV Oberkochen. 1957 wurde der BCO ein eigenständiger Verein. Die ersten Trainingsabende fanden im „Hirsch-Saal“ statt. Die Begeisterung war riesig, zwischen 20 und 25 Aktive sollen in dem Saal trainiert haben.<br><strong>Am 12. Mai 1958</strong> fand die Hochzeit von Karl Unfried und Rosl Sapper im Saal statt. Auch der erste Blutspende-Termin am <strong>28. November 1960</strong> fand im großen Saal statt. <strong>1961</strong> gab es einen ersten Kameradschaftsabend für die „Blaulichter“ (wie man heute vielleicht sagen würde). Die Freiwillige Feuerwehr, die CZ-Werkfeuerwehr, das Rote Kreuz und die Polizei luden dazu ein, um die Kameradschaft zu vertiefen. Fabrikant Leonhard Stützel von Leitz nahm aus einem besonderen Anlass teil. Durch den kompetenten und engagierten Einsatz beider Feuerwehren wurde bei einem Brand im Dezember1960 in den Werksanlagen der Fa. Gebr. Leitz Schlimmeres verhindert. Am <strong>28. Mai 1961</strong> lud der 1.FCO zur Meisterschaftsfeier der A‑Klasse ein. <strong>Am 13. März 1962</strong> übergab Heinz Bergner das Lokal an den neuen Pächter Baumann. Dieser führte sich dann im Herbst gleich mit der „Kirchweih“ und einem zünftigen Essen ein: Neuer Wein mit Zwiebelkuchen und Schlachtplatten, Rehbraten und Geflügel. <strong>Am 11. Januar 1964</strong> heirateten Helmut Wenzel (u.a. Chef-Fahrer bei Leitz) und Rosemarie Kolb (Tochter vom roten Kolb). Am <strong>17. Januar 1964</strong> gab es einen Kompanieabend der Panzergrenadiere Ellwangen 5/302 mit Einladung an die Bevölkerung. Als altem Mariner fällt mir natürlich auf, dass es heute den Anschein hat, dass die Bundeswehr in der Öffentlichkeit überhaupt nicht mehr vorkommt. Am <strong>30. März 1968</strong> veranstaltete der hiesige Skatclub „SC Pik Sieben“ eine offene Kreismeisterschaft. Gespielt wurde an 4‑er-Tischen in 2x48 Runden gemäß den Vorschriften des DSKV. Im gleichen Jahr hielt der Schachclub seine JHV ab. Zu erwähnen ist, dass mein, inzwischen verstorbener, Schulkamerad Norbert Nikels die Jugendmeisterschaft gegen Aalen gewann. Zweiter wurde Frank Richter, dritter Karl-Heinz Stammwitz. Am <strong>2. Januar 1969</strong> machte „Trexlers Puppentheater“ in Oberkochen Station und gab das Stück „Hänsel und Gretel“. Wenn es am Ort um das „Hohenloher Kaschperle“ ging, dann war das immer Rolf Trexler mit Puppen. Rolf Trexler (* 6. Mai 1907 in Zwickau; † 15. Juni 1985 in Rothenburg ob der Tauber) war ein deutscher Puppenspieler, der eher zum Puppenkabarett für Erwachsene neigte als zum Kasperltheater. Er beschrieb sich als Lustigmacher. Er galt als recht eigenwillig, außerhalb der Norm. Mit solchem Zeugnis vereitelte 1982 der Bürgermeister die Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz. Solche Charakteren gab’s früher mehr als heutzutage.<br>In meiner Jugendzeit besuchte ich dort die ersten Rockkonzerte und Beat-Tanzveranstaltungen im Saal. Mittags gingen wird dort mitunter essen, es gab einen guten Braten mit Spätzle und Soß‘ zu räsonablen Preisen, begleitet von der angesagten Musik aus einer Wurlitzer-Musikbox. Bei uns im Sonnenberg fanden wir eines morgens einen niedlichen ausgesetzten Hund. Aber da wir schon einen Schäferhund hatten und der neue für zwei fraß und zu erkennen war, dass der mal ein größeres Exemplar werden würde, gab ihn mein Vater an Hans Nagel ab. Der Hund, mit Namen Cäsar, blieb Hans ein treuer Begleiter und als ich mal schauen wollte, wie groß er geworden war, erschrak ich zutiefst. Den hätten wir nicht halten können. Auch ein „Stöpsel-Club“, dessen Vorsitzender wohl Willi Krenzke war, fand sich öfters im „Hirsch“ ein, so auch zur Generalversammlung im Jahr <strong>1973. 1975</strong> wurde für das Billardspiel geworben.<br><strong>1985</strong> wurde nach fast 2‑jähriger Schließung die „Wohnstub im Hirsch“ eröffnet. Elisabeth und Hans Nagel sorgten dafür, dass die Sanierung gelungen ist. Es wurde Wert darauf gelegt die alten Eichendeckenbalken zu erhalten und das alte Mauerwerk freizulegen. Die neuen Pächter, Oscar und Barbara Zündel, führten dann eine gepflegte Steak-Pils-Bar.<br><strong>Nachstehend einige Pächter</strong>, die beim Recherchieren der Amtsblattausgaben ab 1953 gefunden wurden. Die Jahreszahlen sind nicht verbindlich, da sie zum Teil auf Anzeigen zurückgehen und nicht unbedingt den Beginn der Pacht anzeigen:<br><strong>1936/37</strong> Paul Gold – die Erlaubnisurkunde wurde aber umgehend wieder für ungültig erklärt<br><strong>1937/38</strong> Emmy Emilie Vogel<br><strong>1949/50</strong> Karl Lang<br><strong>1957</strong> Heinz und Agnes Bergner<br><strong>1962</strong> Familie Baumann<br><strong>1969</strong> Herbert Saur<br><strong>1972</strong> Brigitte Kohlhuber<br><strong>1975</strong> A. Kalmbach<br><strong>1979</strong> „Old Joe“ mit Chatzivassliladis<br><strong>1981</strong> Im „Hirsch“ eröffnet die Tanzbar „Old Joe“<br><strong>1985</strong> Im „Hirsch“ wird die „Wohnstub‘“ von Oskar und Barbara Zündel eröffnet<br><strong>1986</strong> Im „Hirsch“ von Eugen Sauer wird die „Scheune im Hirsch“ eröffnet<br><strong>1988</strong> Am 5. August eröffnet das „Billard-Sportcafe“ mit der Familie Gold<br><strong>1988</strong> Marianne Gold und Franz Legat übernehmen das „Billard-Sportcafe“ und die Pizzeria „Scheune“<br><strong>1988</strong> Im EG macht die „Grillstube Hirsch“ von Irmgard Zinnbauer auf, die wir schon von der „Sonne“ kennen<br><strong>1989</strong> Jetzt betreiben Roberta und Beate die „Scheune im Hirsch“<br><strong>1991</strong> In der Pilsbar „Holzwurm“ unter H.D. Strauch und H. Bochinsky werden die Bierhähne geöffnet<br><strong>1995</strong> „Fieber“ im „Holzwurm“<br><strong>??</strong> Petra Stopar im „Holzwurm“<br><strong>??</strong> „Asia“</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28179" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28179" class="wp-image-28179 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-802-Bild-05-Hirsch-mit-Volksbank-Konsum-und-Krok.jpg" alt width="1200" height="915"><p id="caption-attachment-28179" class="wp-caption-text">Der „Hirsch“ mit Volksbank, Konsum und Krok direkt nach dem II. Weltkrieg (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_49 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Rechts vom Eingang befanden sich der altehrwürdige „Krok“, der 1945 sein Geschäft startete, es später an seine Tochter übergab und sie an eine Nachfolgerin. Auf der anderen Seite hielt schon früh die „Volksbank“ Einzug. Das Gesicht der „Volksbank in Oberkochen“ war in meiner Erinnerung immer die Rosmarie Grupp, auch wenn sie nicht immer „Chef“, aber doch „unsere“ Chefin war. Es gab dort den „Konsum“, die „Rheinelektra“, Obst und Gemüse, die Fahrschulen Holzbauer-Michalski, sowie später den ersten Video-Laden.<br><strong>Am Samstag. 5.April 2014</strong> um 16:30 Uhr wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 175jährigen Jubiläum des Sängerbundes Oberkochen das historische Chorbild „Männerchor 1929 – Schwäbisches Liederfest Ulm“ an den Heimatverein Oberkochen als Dauerleihgabe übergeben. Dieses Bild hing jahrzehntelang im Eingangsbereich des „Hirsch“, weil in diesem Lokal der Verein schon immer seine Gesangsproben abhielt.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Zum Abschluss dieses Abschnittes passen bestens einige Erinnerungen meiner lieben Freundin Edeltraud Meroth geb. Schüler:</strong></span><br><em>Als Kind war ich oft im „Hirsch“ bei den Weihnachtsfeiern der Heimatvertriebenen. Das war für mich ganz wunderbar, weil Gaststättenbesuche ansonsten für meine Eltern unbezahlbar waren. Ich kann also nichts berichten über Besuche in den Gasthäusern, aber über das drum herum, das da so herrschte – darüber kann ich sehr wohl einiges Interessantes erzählen. In der „Grube“ kegelte meinem Opa Karl Langer mit seinen Kriegerkameraden (u.a. dem Postler Klenk). Da durfte ich manchmal Kegel aufstellen. Als Lohn bekam ich 50 Pfennige und ein Glas süßen Sprudel – das war für mich super. Und dann hatte ich als Schulkind einige Zeit lang einen „Job“, für den mich Frau Anna Edinger vom „Ochsen“ bezahlte. Jeden Morgen um 6 Uhr hat mich meine Mutter dafür geweckt. Um 6:30 Uhr habe ich schlaftrunken einem Kübel mit Essensreste aus dem „Ochsen“ auf einem Handkarren die Katzenbachstraße hinter bis zur Oma gebracht, vielleicht der Mutter der Ochsenwirtin, der Oma vom Jakob Edinger. Die Oma wohnte im Parterre in dem großen Haus gegenüber vom Schreinergässle. Wenn ich am Haus ankam, hat sie immer schon auf mich gewartet und dann haben wir den Kübel zusammen abgeladen und in die Hütte hinter dem Haus gebracht, wo das Schwein untergebracht war. Danach musste ich den Handkarren zurückziehen, im „Ochsen“ abgegeben und dann bin ich zum Frühstück in die Katzenbachstaße 3 gegangen, wo wir damals gewohnt haben. Dafür gab es dann einmal in der Woche etwas Taschengeld – leider weiß ich nicht mehr wieviel. Für die Metzgerei Reber im „Lamm“ haben wir das benötigte Brennholz gestapelt, dass sie zum Schlachten gebraucht haben. Meine ganze Familie war dann samstags damit beschäftigt, die riesigen Holzhaufen mit gespaltetem Brennholz längs der Wand aufzustapeln (entlang der Hauswand von Nagels Pferdestadel am kleinen Hügel, der zum Schlachthäusle hinter dem „Lamm“ führte). Das hat sogar Spaß gemacht, denn es war ein wenig wie bei Huckleberry Finn — Freunde kamen vorbei und haben mitmachen dürfen. Dafür gab es dann Naturalien für meine Familie. Erst später, in den 70 er Jahren hatten meine Eltern genügend Geld, um in Gaststätten zu feiern — z.B. die Silberne Hochzeit im“ Ochsen“. Später wurden dann die „runden“ Geburtstage von Peters Mutter immer im Nebenzimmer vom „Ochsen“ gefeiert.</em><br><span style="color: #3366ff"><strong>Abschließend noch ein paar Erinnerungen von Luitgard Hügle geb. Grupp:</strong></span> <em>Es muss wohl Ende der 40iger gewesen sein, als ich zum Kinderturnen in den „Hirsch“ ging. Meine Cousine Irmgard hat uns im Turnen unterrichtet, Gymnastik und Spiele mit uns gemacht. Sie war noch sehr jung, der „Schreiberle“ vom Turmweg hat sie bewogen, Kinder im Turnen und in Gymnastik zu unterrichten. Die Turnhalle bei der Dreißentalschule ist ja erst 1950 gebaut worden. Natürlich gab es im „Hirsch“ keine Umkleide-Kabinen und keine Dusche, die Turnsachen hatten wir schon unter der Kleidung an und so gingen wir auch wieder heim. Manchmal kamen wir in den Saal und da standen noch die Stühle und Tische vom Abend zuvor und wir mussten erst alles wegräumen. Meistens hatte es jedoch schon der Betreiber, Herr Lang besorgt. Irmgard erzählte mir einmal, dass die Kinder schon hochgestürmt waren und oben auf dem Fußboden einen „Toten“ fanden. Die Aufklärung war einfach: Herr Lang war wohl beim Aufräumen gestürzt und dann aus Müdigkeit liegen geblieben und war eingeschlafen. Außer dem Turnen sangen wir auch und bereiteten uns auf die Vorführungen vor,bei denen wir sangen und tanzten. Ich ging da sehr gerne hin. Dann gab es noch Filmvorführungen am Abend, denn auch das Kino wurde erst Anfang der 50iger eröffnet. Die Filme zeigten mein Onkel Anton Grupp und Hans Hilmer. Sie hatten sich ein Auto so umgebaut, dass sie damit die Geräte transportieren konnten und so die Filme auch in den Nachbardörfern zeigen konnten. Wir Kinder durften natürlich nur wenige Filme besuchen – ich erinnere mich an „Der Tiger von Eschnapur“ und dabei besonders an eine Szene, als über eine breite Treppe die Leprakranken nach oben kamen, ihnen aber die Ausgänge verschlossen wurden. Ein anderer Film war „Scott’s letzte Fahrt“ zum Südpol, den er auch erreichte, aber enttäuscht war, dass Roald Amundsen schon vor ihm da war. Auf dem Rückweg ist er dann mit der ganzen Mannschaft im Schneesturm umgekommen. Vor dem Hirsch habe ich auf der nassen Straße einen kleinen blauen Geldschein gefunden: 10 Pfennig – und habe mich sehr darüber gefreut. Da staunt der Laie! Es handelte sich um einen „Geldschein der Bank Deutscher Länder“, also um ein ganz normales Zahlungsmittel. Der Geldschein wurde am 20.8.1948 ausgegeben und zählte zu den ersten Zahlungsmitteln der jungen BRD. Der 10-Pfennig-Schein ist im Rosenbergkatalog unter Nr. 251 gelistet.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_50 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28180" style="width: 971px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28180" class="wp-image-28180 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-802-Bild-06-Geldschein-10-Pfennige-vin-1948.jpg" alt width="961" height="669"><p id="caption-attachment-28180" class="wp-caption-text">10-Pfennig-Geldschein aus dem Jahr 1948 (Archiv Hügle)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_51 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Randbemerkung:</strong> Unser Ort verändert sich rasant – Gebäude verändern sich oder werden entsorgt. Das ist an sich nichts Verwerfliches, aber dass an einigen wichtigen Orten darüber einfach hinweggegangen wird, ist aus meiner Sicht nicht so toll. Andere Gemeinden gönnen sich Info-Tafeln oder Schilder mit und ohne QR-Code, um zu sagen: „Hier war mal etwas anderes, das uns so wichtig ist, dass wir mit Text und Bild daran erinnern wollen.“ Vereinzelt haben wir ein paar Schilder an ein paar Gebäuden angebracht wie z.B. an der kath. Kirche, am Edith-Stein-Haus, an der Stadtbibliothek, am Heimatmuseum und relativ neu am Platz „Neue Mitte“. Darüber zu schreiben und dann abzulegen ist das eine; ständig daran zu erinnern ist das andere. Das sollten wir uns wirklich überlegen, was uns Erinnerungen wert sind. Da ist es nicht damit getan, wenn gesagt wird: „Braucha mr et“ oder „Es war eh a alts Glomp“ oder „Warum sollen wir das machen und nicht die Stadt“ oder „Das ist nicht mehr modern – des het mr heit nemme“. Aus meiner Sicht brauchen wir diese Art der Erinnerung, daher kann es nur darum gehen „wer macht’s und wer bezahlt’s.“<br>Und wenn das halt doch nichts wird, dann ist es die Aufgabe des Heimatvereins, die Vergangenheit von Gebäuden und Menschen, die darin gewohnt und gearbeitet haben in Text und Bild auf der neuen Website darzustellen.<br><strong>Der nächste Teil: „Iiiiiebr d‘ Schell“.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Es grüßt (nie mehr) aus dem Saal des „Hirsch“ der „Billie vom Sonnenberg“</strong></p></div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Beitrag 804: Bäume der besonderen Art auf unserer Gemarkung Teil 1</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/beitrag-804-baeume-der-besonderen-art-auf-unserer-gemarkung-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Aug 2024 22:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Natur, Grenzsteine, Feldkreuze, Denkmäler, Volkmarsberg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=28246</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_4 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #ff0000"><strong>Allgemeines</strong></span></p>
<p><span style="color: #3366ff"><strong>Beginnen wir mit Kurt Tucholsky und einem Schuss Humor, bevor es ernst wird.</strong></span> „<em>Rechts sind Bäume, links sind Bäume, und dazwischen Zwischenräume. In der Mitte fließt ein Bach. Ach!“</em><br><span style="color: #3366ff"><strong>Anmerkung.</strong> </span>Jetzt geht es mal um die Natur. Früher war das die Sache vom Lehrer Gottlob Braun uns die umliegende Natur näher zu bringen. Bäume übersehen wir nur zu gern, wenn wir durch die Straßen eilen – mit all den Dingen, die uns durch den Kopf gehen und mit gesenktem Kopf bzw. „immer am Smartphone“. Wir sollten mal hin und wieder den Kopf heben, um zu sehen, welche Bäume uns eigentlich umgeben und durch ihr Dasein erfreuen können.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Intro.</strong></span> Bevor der Baum stirbt, stirbt vielleicht die Deklination. Deshalb kurz zu Erinnerung: Es gibt 4 Fälle, die wir hier kurz abhandeln. Der Baum ist hoch und die Bäume fühlen sich in unserem Klima teilweise nicht mehr wohl. Ich gedenke des Baumes, speziell der Mutterbuche auf dem Volkmarsberg und der hohen Bäume, die einst zwischen der Produktionshalle Leitz und den Wohnblöcken standen. Dem Weihnachtsbaum sind wir dankbar, dass er uns zur Adventszeit immer beglückt – auch wenn es immer ein anderer ist. Den Kastanienbäumen danken wir, dass sie uns im Frühjahr immer mit ihren Blüten und im Herbst mit Früchten begeistern. Ich denke an die Apfelbäume meiner Kindheit und liebe die Sorten „Goldparmäne“ und „Rubinette“ sowie den „Klarapfel“ vielleicht deshalb über die Maßen. Wir lieben die Bäume rund um Oberkochen, denn sie tun der Seele gut – auch wenn es überwiegend (reale und städtische) Wirtschaftsbäume sind. So, wer’s nicht gemerkt hat, das war eine Einführung zum Thema Bäume über die 4 Fälle hinweg, die wir einst in der Schule gelernt haben. Wie heißen Sie dich gleich nochmals? Richtig:<br><em>In der Volksschule nannten wir die Fälle – den „Wer-Fall“, den „Wessen-Fall“, den „Wem-Fall“ und den „Wen-Fall“. Und am Gymnasium wurden die Begriffe plötzlich lateinisch, obwohl ich doch Englisch und Französisch „gebucht“ hatte: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ.</em><br>Wir Deutschen lieben den Wald und haben eine tiefe Verbindung zu den Bäumen ihrer Heimat. Ein Drittel unseres Landes ist mit Wald bedeckt — 90 Milliarden Bäume insgesamt. Und kein Naturraum ist so stark mit unserer Identität verbunden wie der Wald. Nicht das Wattenmeer, nicht die Berge spiegeln die Seele und die Befindlichkeiten der Deutschen, sondern unsere Wälder.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_53 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28238" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28238" class="wp-image-28238 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-804-Bild-01-Der-aelteste-Baum-der-Welt.jpg" alt width="1200" height="1704"><p id="caption-attachment-28238" class="wp-caption-text">Der eine älteste Baum der Welt — knapp 10000 Jahre alt “Alt Tjikko “(Wikipedia)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_54 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p style="padding-left: 40px">• Der größte zusammenhängende Wald in Deutschland ist der „Bayrische Wald“ gefolgt vom „Pfälzer Wald“.<br>• Interessant ist auch der älteste Baum der Welt, eine Fichte mit Namen „“Alt Tjikko”. Sie hat wohl rund 10.000 Jahre auf dem Buckel und sieht schon ordentlich zerzaust aus. Aber auch die Kiefer „Methusalem“ in den White Mountains in Kalifornien wird mit rund 5.000 Jahren als solcher genannt (je nach Betrachtungsweise oberirdisch oder unterirdisch). In Deutschland ist es die „Linde in Schenklengsfeld“ mit rund 1.200 Jahren.<br>• Dann schauen wir uns noch den höchsten Baum an. Das ist das „Hyperion“ genannte Exemplar eines Küstenmammutbaums (Sequoia sempervirens) im Redwood-Nationalpark in Kalifornien und gilt mit 115,85 Meter Wuchshöhe (Vermessung 2017) als derzeit höchster bekannter Baum der Erde (Stand 2019). In Deutschland ist es „Waldtraud“ aus Freiburg – eine über 110jährige Douglasie mit einer Höhe von rund 68 Meter und sie wächst immer noch pro Jahr 30 cm.<br>• Der Baum mit dem größten Volumen mit (1489 m³) ist der Bergmammut in den USA mit dem Namen „General Sherman Tree“.<br>• Der dickste Baum der Welt ist der „Árbol del Tule“ (eine Mexikanische Sumpfzypresse) in Mexiko ist mit 46 Metern Umfang<br>• Den schönsten Baum mag jeder für sich selbst bestimmen und markante beeindruckende Bäume gibt es viele auf der Welt, aber diese werden wir nicht dort finden, wo wir in der Regel Urlaub machen.<br>• Dann gilt es noch den Baum zu erwähnen, unter dem der Buddha die Erleuchtung fand und der somit in Asien hoch verehrt wird. Das ist die Pappel-Feige (auch Bodhi-Baum genannt), lateinisch „Ficus Religiosa“.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_55 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28239" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28239" class="wp-image-28239 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-804-Bild-02-Uralter-Baum-mit-Charakter.jpg" alt width="1200" height="900"><p id="caption-attachment-28239" class="wp-caption-text">“Methusalem” der andere älteste Baum der Welt — knapp 5000 Jahre alt (Wikipedia)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_56 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die allerallerältesten Bäume sind aber der „Baum der Erkenntnis“ und der „Baum des Lebens“. Beide stehen im Paradies. Und weil Eva nicht gehorsam war, müssen wir unser Leben eben in Oberkochen leben. Wer aber meint, dass er da nur noch Jena fahren muss, um ins „Paradies“ zu kommen… Das mag schon richtig sein, diese beiden Bäume wird er aber in dieser schönen Stadt dann doch nicht finden – auch wenn der Bahnhof „Paradies“ heißt.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Was ist eigentlich ein Baum?</strong></span> Ein Baum ist ein Holzgewächs, das aus Wurzel, Stamm und Ästen besteht. Die Äste teilen sich in der Krone oder verzweigen sich am Stamm in laub- oder nadeltragende Zweige. Bäume sind sehr weit entwickelte Pflanzen und gehören zu den größten Organismen. Von anderen Pflanzen unterscheiden sie sich vor allem durch ihr starkes Höhenwachstum, womit die assimilierende Blattmasse für größeren Lichtgenuss über die bodennahen Schichten emporgehoben wird. Die Entwicklung der Bäume lässt sich etwa 350 Millionen Jahre zurückverfolgen. Vor allem die hervorragenden statischen Eigenschaften des Holzes und die damit verbundene Fähigkeit der Bäume, ihre Krone weit über alle anderen Pflanzen zu erheben, hat Bäume zu der konkurrenzstärksten Lebensform unter den Pflanzen werden lassen. Damit besitzen Bäume im Kampf um das Licht den entscheidenden Vorteil.<br>Bäume sind lebende Organismen. Als solche verdienen sie Respekt und sind Teil der Natur. Das Baumleben ist geprägt von verschiedenen Vorgängen in der Zelle. Es finden bestimmte Stoffwechselvorgänge statt. Der Stoffwechsel kann in der Ruhephase (Winter) stark herabgesetzt sein. Während der Vegetationszeit gibt es Wachstumsvorgänge. Die prägenden Eigenschaften von lebenden Bäumen bestehen somit aus Wachstum und Stoffwechsel. Mit Hilfe des grünen Blattfarbstoffes wird Licht aufgenommen und mit Hilfe anderer Stoffe in für den Baum nutzbare Energie und andere Stoffwechselprodukte umgewandelt (Photosynthese). Was wäre die Erde ohne Wälder und ohne Bäume? Sie wäre öd und leer. Und auch Menschen gäbe es auf diesem Planeten nicht. Denn Bäume erzeugen Sauerstoff, ohne den Menschen nun einmal nicht leben können, und sie versorgen uns mit dem wichtigen Naturstoff Holz für Möbel und allerlei andere Gebrauchsgegen-stände.<br>Und ist ein Baum abgestorben, so dient er immer noch als Lebensraum für viele Lebewesen, die wir oft nicht wahrnehmen. Ein Habitatbaum ist ein lebender oder toter, stehender Baum, der mindestens ein Mikrohabitat trägt. Der Begriff Mikrohabitat bezeichnet sehr kleinräumige oder speziell abgegrenzte Lebensräume. Viele verschiedene, teils hochspezialisierte Tier‑, Pflanzen‑, Flechten- und Pilzarten sind während mindestens eines Teils ihres Lebens auf diese kleinen Lebensräume angewiesen. Sie entstehen zum Beispiel durch eine Verletzung durch Steinschlag, Blitzeinschlag oder Aktivitäten von Spechten oder Menschen. Sie sind wichtige Zufluchts‑, Brut‑, Überwinterungs- oder Nahrungsstätten für Tausende von Arten.<br><strong>Und was ist dann ein Wald?</strong> Das ist nicht so einfach, denn es ist mehr als die Ansammlung einzelner Bäume. Da gibt es den Urwald und Primärwald, den Sekundärwald, den Forst, den Nutz- und Wirtschaftswald, Monokulturen und den Mischwald. Daneben gibt es noch besondere wie die Auenwälder, den Bannwald und die Waldschutzgebiete sowie in den Tropen die Mangroven- und Regenwälder.<br><strong>Dann blicken wir noch auf besondere Bäume in Deutschland (subjektive Auswahl) aus dem Projekt „Nationalerbe-Bäume:</strong><br>Ziel der Initiative ist es, insgesamt einhundert ausgewählte Uralt-Bäume zu finden und diese mit dem Titel Nationalerbe-Baum auszuzeichnen, um sie damit unter einen besonderen Schutz zur Erhaltung zu stellen. Um ausgezeichnet zu werden, muss der Baum mindestens 400 Jahre „auf dem Buckel“ haben. Damit kommt wohl in absehbarer Zeit kein Baum in Oberkochen in die Auswahl.</p>
<p style="padding-left: 40px">• Die Sommerlinde, auch Dicke Linde oder 1.000jährige Linde genannt in Heede (Landkreis Emsland)<br>• Der Gingko im Schlosspark zu Jahnishausen (Landkreis Meißen)<br>• Die Flintbeker Eibe (Landkreis Rendsburg-Eckernförde)<br>• Die 1000jährige (Stiel)Eiche beim Schloss Alt Kemenate (Landkreis Kronach)<br>• Die Sommerlinde, auch Käppeles-Linde genannt) in Oberndorf a. N. (Landkreis Rottweil)</p>
<p>Einst hatten wir Mischwälder aus Eichen, Linden, Ulmen und Eschen. Die großen Abholzungen begannen vermutlich im Mittelalter und später wurden schnellwachsende Bäume gepflanzt. Und aus den früheren Urwäldern wurden vielerorts letztendlich monotone Plantagen. Stürme und klimatische Veränderungen zeig(t)en uns auf, dass wir da etwas ändern müssen. Man erkannte, dass wir auch Gebiete benötigen, die sich selbst überlassen werden. Dann kam der Förster Wohlleben. Er begeisterte die Menschen mit seinen Büchern und brachte teilweise die Forstleute gegen sich auf. Und so befinden wir uns nun mitten im Umbruch, was Bäume und Wald angeht.<br>In diesem Bericht setzen wir uns aber mit einzelnen Bäumen auseinandersetzen, die wir, wenn wir mit offenen Augen durch unsere Stadt und deren Umgebung laufen, sehen oder früher gesehen haben. Die Auswahl ist subjektiv, ich denke aber, dass ich in Zusammenarbeit mit Ottmar Bihlmaier schon einen guten Überblick erarbeitet habe. Viel Spaß beim Lesen, und gehen Sie mal wieder durch die Natur – unsere Umgebung rund um unseren Hausberg ist schon schön – man muss es nur erkennen wollen. Und für die Jungen gilt: Kopf hoch, Smartphone in die Tasche und mit allen Sinnen genießen.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Der Tag des Baumes.</strong></span> 1872 beantragte Julius Sterling Morton bei der Regierung von Nebraska die Arbor Day Resolution, die binnen 20 Jahren in allen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten angenommen wurde. Am ersten Arbor Day wurden in Nebraska über 1 Million Bäume gepflanzt. Der Tag des Baumes wurde am 27. November 1951 von den Vereinten Nationen beschlossen. Der deutsche „Tag des Baumes“ wurde erstmals am 25. April 1952 begangen. Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten im Bonner Hofgarten einen Ahorn. In Deutschland wirbt der Naturschutzbund Deutschland am Tag des Waldes für seine Aktion „Wald-Pate“, um die Urwälder bzw. urwaldnahen Relikte in Deutschland zu schützen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28234" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28234" class="wp-image-28234 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-804-Bild-03-Die-Linden-im-Weingarten.jpg" alt width="1200" height="846"><p id="caption-attachment-28234" class="wp-caption-text">Die Linden bei der Maria-Schutz-Kapelle im Weingarten — gepflanzt im Jahr 1954 (Archiv Rathaus)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_58 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>In Oberkochen wurde der Tag des Baumes erstmals am 27. März 1954 gefeiert. Gemeinde, Schule und Albverein organisierten eine Feierstunde an der Maria-Schutz-Kapelle im Weingarten, bei der einige Linden gepflanzt wurden.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Baumkataster.</strong></span> Ein Baumkataster ist ein Verzeichnis, in dem die Gemeinde ihre Stadt‑, Straßen- oder Park-Bäume verwaltet. Das Verzeichnis kann mit Papier-Formularen oder EDV-gestützt geführt werden. Alle erfassten Bäume müssen eindeutig identifiziert werden. Dies geschieht in vielen Baumkatastern durch eine Baumnummer, die am Baum angebracht wird. Vor allem digitale Baumkataster nutzen jedoch zusätzlich oder ausschließlich GNSS-Koordinaten für die eindeutige Identifizierung. Auch Oberkochen führt solch ein Kataster für die Bäume in Tallage, um die Verwaltung und Pflege organisieren zu können. In so einem Kataster werden folgende Daten festgehalten</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_59 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28235" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28235" class="wp-image-28235 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-804-Bild-04-Die-Weide-im-Brunkel.jpg" alt width="1200" height="1200"><p id="caption-attachment-28235" class="wp-caption-text">Die Weide im Brunkel — eines der schönsten Motive in Oberkochen (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_60 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>(Beispiel Silberweide bei der Kocherbrücke im „Brunkel“ mit der Katasternummer 1558):</strong></p>
<p style="padding-left: 40px">• Nummer: 1558<br>• Baumart: Salix Alba Silberweide<br>• Erfassungsdatum: 03.12.2021<br>• Pflanzjahr: 1920<br>• Alter: 104<br>• Altersstufe: Alterungsphase<br>• Rechtswert ***: 581384,05<br>• Hochwert *** 5404033,90<br>• Stand: Einzeln<br>• Stämme: 1<br>• Funktion: wichtig<br>• Standort: Straße<br>• Straße: Kapellenweg<br>• Orientierungspunkt: Brunkel<br>• Flurstücknummer:<br>• Kotrollintervall: 1 ½ jährlich<br>• Nächste Kontrolle: I oder II 2024<br>• Letzte Kontrolle: II 2023<br>• Gefällt<br>• Notizen<br>• Stammdurchmesser: 86<br>• Stammumfang: 270<br>• Baumhöhe: 19<br>• Kronendurchmesser: 14<br>• Lichtraumprofil: vorhanden<br>• Erdleitungen:<br>• Vitalität: gut</p>
<p>*** Das UTM-System (von englisch Universal Transverse Mercator) ist ein globales Koordinatensystem. Es teilt die Erdoberfläche (von 80° Süd bis 84° Nord) streifenförmig in 6° breite vertikale Zonen auf, die einzeln mit der jeweils günstigsten transversalen Mercator-Projektion verebnet und mit einem kartesischen Koordinatensystem überzogen werden Es findet Anwendung bei der Bundeswehr, beim Katastrophenschutz, der Feuerwehr, dem Rettungsdienst, der Polizei und sonstigen Hilfsorganisationen sowie in der Vermessung.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_61 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28236" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28236" class="wp-image-28236 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-804-Bild-05-Auszug-Baumkataster-Oberkochen.jpg" alt width="1200" height="1257"><p id="caption-attachment-28236" class="wp-caption-text">Plan mit Katasternummern der verschiedenen Bäume (Archiv Bihlmaier)</p></div><div id="attachment_28237" style="width: 1162px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28237" class="wp-image-28237 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-804-Bild-06-Baeume-mit-der-Katasternummer.jpg" alt width="1152" height="1670"><p id="caption-attachment-28237" class="wp-caption-text">Bäume mit der Katasternummer 1103 bis 1105 (Archiv Bihlmaier)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_62 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Die ältesten Bäume in Oberkochen.</strong></span> In der Vergangenheit: Die Gemeine Esche, die der Neuen Mitte zum Opfer fiel und die Mutterbuche, die an ihrer vakanten Stelle aus Sicherheitsgründen beseitigt werden musste. In der Gegenwart: Eine Rotbuche in der Nähe vom Rest der ehemaligen Mutterbuche und die Eichenallee im Langen Teich.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Anderes Verständnis vom Leben der Bäume.</strong></span> Peter Wohlleben, Förster und Autor, wurde 2015 mit seinem Buch „Das geheime Leben der Bäume“ berühmt. Dieses Buch befindet sich auch in meiner Bibliothek, sogar mit einer persönlichen Widmung, meines Großen Vorsitzenden vom Heimatverein Dr. Karl „Charly“ Elmer. Wohlleben hat sehr viel dazu beigetragen, dass die Menschen ein besseres Verständnis zum Thema Wald bekommen haben. Ich musste allerdings in der alten Sauna aufpassen, dass ich das Thema nicht anspreche, wenn der Reinhold Vogel da ist – denn der Reinhold und der Peter, das ist ein besonderes Verhältnis. Der eine ist überwiegend der Wirtschaftlichkeit eines Waldes verpflichtet und der andere eben nicht.<br><strong>Buchempfehlung:</strong> <em>Das aktuelle Buch von Wohlleben hat den Titel „Waldwissen“ aus dem Jahr 2023. Auch auf das Buch der Oberkochener Preisträgerin des Umweltpreises 2021 weise ich nochmals hin: Prof. Katrin Böhning-Gaese „Vom Verschwinden der Arten“, deren Thema in enger Beziehung zu unseren Wäldern steht.</em><br>Nun ist Wohlleben nicht der Einzige, der uns ein neues Verständnis vom Leben der Bäume näherbrachte. Auch Merlin Sheldrake beschreibt in seinem Buch <em><strong>„Verwobenes Leben – wie Pilze unsere Welt formen und unsere Zukunft bestimmen“</strong></em>. Philipp Blohm schreibt in einem Buch <em><strong>„Die Unterwerfung“ </strong>f</em>olgendes: <em>„…..es reicht also rein naturwissenschaftlich nicht, einen Baum nach den verschiedensten Parametern zu analysieren, wie man ein Zahnrad oder eine Schraube analysiert, und dann diese Resultate mit der Anzahl der Bäume in einem Wald zu multiplizieren, um dann ein Bild vom Leben und Funktionieren eines Waldes zu bekommen. Einerseits ist jeder Baum bereits ein Wald: ein Raum der Kommunikation zwischen verschiedenen Organismen, ein Ort des Asyls für Mikroben und Milben, Viren und Bakterien. Andererseits ist der Wald ein Kosmos dieser Mikrokosmen, ein symbiotischer Organismus, der verschiedenste Arten in und um sich sammelt, ein System von stupender Komplexität, in dem sich Bäume über Pilzwurzeln austauschen, mit Informationen und sogar mit Nahrung versorgen, gemeinsam auf Schädlinge reagieren und sich strategisch verhalten, eine andauernde Interaktion zwischen lebenden und nicht lebenden Akteuren, von Mineralien und Mikroben über Myzel bis hin zur gesamten Flora und Fauna……“</em><br>Natürlich werden diese Erkenntnisse von der Naturwissenschaft zum Teil (noch) ignoriert oder abgelehnt. Das ist durchaus verständlich, da wir immer noch einem mechanistischen und materialistischen Weltbild anhängen. Das wird sich ändern, je mehr wir verstehen, dass „alles mit allem zusammenhängt“.</p>
<p><strong>Jetzt eine Woche Spazierengehen und auf den Teil 2 warten.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Wilfried „Wichai“ Müller — Billie vom Sonnenberg</strong></p></div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 805: Bäume der besonderen Art auf unserer Gemarkung Teil 2</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-805-baeume-der-besonderen-art-auf-unserer-gemarkung-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2024 22:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Natur, Grenzsteine, Feldkreuze, Denkmäler, Volkmarsberg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=28271</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_5 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_63 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #ff0000"><strong>Nun beginnen wir mit der Vorstellung besonderer oder wichtiger Bäume auf unserer Gemarkung. Die Reihenfolge ist willkürlich gewählt und sagt nichts über die Beliebtheit oder ähnliches aus.</strong></span></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_64 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28260" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28260" class="wp-image-28260 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-805-Bild-01-Der-Lindenbrunnen.jpg" alt width="1200" height="1589"><p id="caption-attachment-28260" class="wp-caption-text">Der Lindenbrunnen – ein geschichtsträchtiger Ort mit Linden umrahmt, im Hintergrund die alte ev. Kirche und das Gasthaus “Hirsch” mit Bekleidungsgeschäft “Krok” (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_65 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Der vielleicht emotional wichtigste Baum in Oberkochen war und ist die „Linde“ (Tilia).</strong></span> Bei den Germanen und den Slawen galt die Linde als heiliger Baum. Früher war es üblich in der Dorfmitte eine Linde zu pflanzen. Oft wurden dort Meetings abgehalten, wichtige Fotos gemacht, Feste veranstaltet, auf Brautschau gegangen und wichtige Nachrichten weitergegeben. Nach Kriegen und Epidemien wurden oft Friedenslinden gepflanzt. In meiner Kindheit war es noch üblich Lindenblüten zu sammeln, in Kartons unter dem Bett im Eltern-Schlafzimmer zu trocknen und bei Bedarf (bei Hustenreiz und Halsschmerzen sowie bei Erkältung und Fieber) einen Tee daraus zu brühen.<br><strong>Wie heißt es in zwei alten Volksliedern so schön romantisch und wir alten Oberkochener haben zu diesem Lied eine besondere Beziehung, wegen des Kinderfestes auf dem Volkmarsberg, das wir oft als Abschluss am Waldrand oberhalb der Brunnenhalde gesungen haben:</strong></p>
<p><em>Kein schöner Land in dieser Zeit</em><br><em>als hier das unsre weit und breit,</em><br><em>wo wir uns finden wohl untern Linden</em><br><em>zur Abendzeit.</em></p>
<p><em>Am Brunnen vor dem Tore da steht ein Lindenbaum,</em><br><em>ich träumt in seinem Schatten so manchen süßen Traum.</em><br><em>Ich schnitt in seine Rinde so manches liebe Wort.</em><br><em>Es zog in Freud und Leide zu ihm mich immerfort,</em><br><em>zu ihm mich immerfort.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_66 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28261" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28261" class="wp-image-28261 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-805-Bild-02-Die-Kreisel-Linde-im-Brunkel.jpg" alt width="1200" height="2052"><p id="caption-attachment-28261" class="wp-caption-text">Die Kreisel-Linde im Brunkel — sie wird wohl gefällt werden, Alter ca. 120 Jahre, um 1900 gepflanzt (Archiv Bihlmaier)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_67 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Bei uns finden wir Linden, beim Lindenbrunnen, im Hof der Dreißentalschule (unter denen ich schon als Kind Ende der 50er Jahre gespielt habe), im Hof des alten Bergheims am Turmweg 24 und neben der Maria-Schutz-Kapelle im Weingarten. Auch vor der VR Bank stand eine sowie (noch) im Kreisel beim Katholischen Friedhof. Die ist aber bereits zum Tode verurteilt, Standort und ein grausiger Zuschnitt, haben das ihre getan. Der Standort in Verbindung mit dem Kreuz ist aber etwas heikel und im Bewusstsein der älteren Bevölkerung stark verankert und daher muss eine gute Lösung gefunden werden. Hinter der Gärtnerei beim Römerkeller links vorbei steht eine sehr schöne Lindenreihe. Für Oberkochen einmalig. Bürgermeister Harald Gentsch pflanzte einige zwischen Bahnhof und Parkplatz Nähe Spedition Maier.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_68 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28253" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28253" class="wp-image-28253 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-805-Bild-03-Lindenallee-im-Langen-Teich.jpg" alt width="1200" height="900"><p id="caption-attachment-28253" class="wp-caption-text">Die bemerkenswerte Lindenallee im Gebiet „Langer Teich“ auf dem Weg in Richtung Ebnat (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_69 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Die Linde vor der VR Bank</strong> stand 1995 im Mittelpunkt. Sie hatte sich schuldig gemacht, durch ihr Wachstum die Leuchtreklame zu verdecken und die Büros zu beschatten. Der technische Ausschuss des Gemeinderats beschloss entgegen den CDU-Stimmen: <em>„Die Linde bleibt“</em>. Dass ein Baum aus dem Weg geräumt werden soll, sah Stadtrat Irion überhaupt nicht ein, Dr. Heppner war natürlich auf Seiten des Baumes und der BM Traub sah bei einer Verpflanzung das Ende der Linde gekommen und gab ihr das Prädikat <em>„Schöner Baum“</em>. Weitere Stimmen will ich nicht unterschlagen: Richard Burger warnte davor, dass man sich auf die Knochen blamieren würde und womöglich die „Schlaggenwäscher“ die Linde beim nächsten Umzug mit sich führten; Doris Meisel fühlte sich genasführt (wer’s nicht versteht – gefoppt); Franz Uhl prophezeite, dass sie ein Riesenbaum werden und den Bankbetrieb stören würde und Franz Wingert vertrat die Ansicht, dass es mehr als genug Bäume in der Innenstadt gebe. Nun stellt sich aber die Frage: Warum steht jetzt dort heute eine Jap. Nelkenkirsche?“ Hatte Franz Uhl doch recht?</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_70 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28254" style="width: 1904px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28254" class="wp-image-28254 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-805-Bild-04-2-grosse-Linden.jpg" alt width="1894" height="2418"><p id="caption-attachment-28254" class="wp-caption-text">Bis 1976 standen beim KWO, über dem alten Hirschbrauerei-Keller 2 große Linden (Archiv Rathaus)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_71 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Und dann gab es noch die <strong>mächtigen KWO-Linden</strong> über dem ehemaligen „Hirschbrauererei-Keller“ in der Aalener Straße. 1976 erstellte KWO Karl Wannenwetsch einen Erweiterungsbau, den der Gemeinderat von Herzen aber mit Schmerzen genehmigte. Bei Linden sind wir Oberkochener manchmal „sehr oiga“. Bei Sturm und Glatteis war an dieser Stelle immer höchste Aufmerksamkeit angebracht.<br>Verwendet wird Lindenholz heute vorwiegend im Kunsthandwerk – also beim Drechseln, Schnitzen und auch für Bildhauerarbeiten. Darüber hinaus wird es auch noch im Instrumentenbau häufiger verwendet, ebenso zur Herstellung von Spielwaren.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Dann kommen wir zur „Deutschen Eiche“ (Quercus)</strong></span>. Die Eichen sind damit nach der Rotbuche die zweithäufigste Laubbaumgattung in Deutschland. Als Setzling war sie auf dem Fünfzigpfennigstück abgebildet, ihr Laub schmückt als Ornament militärische und zivile Orden, und etliche deutsche Gaststätten wurden nach ihr benannt. Obwohl die Eiche in den verschiedensten Regionen der Welt wächst, galt sie vielen Deutschen lange nicht einfach nur als irgendein Baum. Es war ihr Baum, mit dem sie sich als Nation identifizierten. Beginnend bei Bonifatius, der die mächtige, den Germanen heilige, Donar-Eiche mit einer Axt fällte, ohne vom Blitz erschlagen zu werden. Vom Eisernen Kreuz, das auf die Befreiungskriege 1813 zurückgeht zum Eichenlaub des Turnvaters Jahn. Die Eiche stand für Kraft und Stärke. Eichen werden durchschnittlich 700–800 Jahre alt und etwa 500 Tierarten, so viele wie bei keinem anderen Baum, bevorzugen die Eiche oder können ohne diesen Baum nicht leben.<br>Ein unsinniger Spruch, dessen Umsetzung das Leben kosten kann:<em> „Vor den Eichen sollst du weichen, und die Weiden sollst du meiden, zu den Fichten flieh mitnichten, doch die Buchen musst du suchen.“</em> Ab ins Auto oder sonst wohin und wenn’s anders nicht geht, sich zusammenkauern und klein machen, nur das ist zu raten.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_72 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28255" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28255" class="wp-image-28255 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-805-Bild-05-Schurr-Buche-Illg-Eiche.jpg" alt width="1200" height="675"><p id="caption-attachment-28255" class="wp-caption-text">Zwei Gedenkbäume neben der Albvereinshütte auf dem Volkmarsberg — li Schurr-Buche; re Illg-Eiche (Archiv Bihlmaier)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_73 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Bei uns finden wir ein paar besondere Eichen wie z.B. die <em>„Gustav-Bosch-Eiche“</em> im Gebiet „Riesenhau“, die <em>„Herrmann-Illg-Eiche“</em> neben der Albvereinshütte auf dem Volkmarsberg, die <em>„CDU-Wiedervereinigungs-Eiche“</em> sowie die <em>„Eichen-Reihe“</em> – beide im Langen Teich. Die Eichen dort haben folgende Nummern (in Klammer die Jahreszahl der Pflanzung): 1324 und 1325 (jeweils von 1930) sowie 1326 (von 1800) mit einer Höhe von 23 Meter. Und einem Umfang von 3330 cm. Wenn ihr mal daran vorbeigeht, denkt mal dran, was diese Bäume in über 200 Jahren schon alles gesehen haben mögen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_74 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28256" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28256" class="wp-image-28256 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-805-Bild-06-Eichenalle-im-Langen-Teich.jpg" alt width="1200" height="2131"><p id="caption-attachment-28256" class="wp-caption-text">Eichenallee mit den Katasternummern 1324 und 1325 (Archiv Bihlmaier)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_75 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Eichenholz dient nicht nur als Bau- und Werkstoff, sondern eignet sich auch als Brennholz. Ferner sind Rinde und Eicheln des Baumes wertvoll. Eichenrinde wird aufgrund der Wirkung ihrer enthaltenen Gerbstoffe geschätzt und als Heilmittel verwendet. Eicheln werden als Tierfutter, beispielsweise in der Schweinezucht, genutzt.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Der nächste wichtige Oberkochener Baum ist die „Buche“ (Fagus sylvatica).</strong></span> Buchen sind sommer-grüne Bäume, die Wuchshöhen von bis zu 40 Metern erreichen. Ihre Rinde ist grau und glatt und zeigt nur selten im Alter eine geringe Borkenbildung, sie gehört daher zu den Peridermbäumen. Diese Baumsorte finden wir häufig in unseren Wäldern. Die in Mitteleuropa heimische Rotbuche ist ein wichtiger Holzlieferant. Das Buchenholz ist in Deutschland mit einem Einschlag von jährlich etwa 7 Millionen Festmetern (ca. 1/6 des Gesamtholzeinschlages in Deutschland) eines der bedeutendsten Laubhölzer als Nutz- und Industrieholz. Buchenholz ist auch ein erstklassiges Brennholz, da es lange, hell, heiß und ruhig brennt; daher ist es teurer als die meisten anderen Brennhölzer. Die Früchte, Buchecker genannt, wurden nach dem Krieg bis in die 50er Jahre auch von hiesigen Kindern gesammelt, weil sie einen hohen Öl-Anteil haben.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_76 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28257" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28257" class="wp-image-28257 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-805-Bild-07-Ein-Baum-kann-sichl-festkrallen.jpg" alt width="1200" height="900"><p id="caption-attachment-28257" class="wp-caption-text">Ein Baum kann sich überall festkrallen, wenn er will (Archiv Bihlmaier)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_77 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Die Bruderbuche</strong>. In der Nähe des „Kuckucksteins“ (eines unserer Naturdenkmäler; siehe auch Liste der Naturdenkmale in Oberkochen – Wikipedia ) finden wir eine Buche (wohl schon auf Aalener Grund), deren Stämme sich innig umschlingen. Sie gilt als Symbol der nachbarschaftlichen Zuneigung der Städte Aalen und Oberkochen. Sie steht in der Nähe der Grenze, die vermutlich seit Jahrhunderten unverändert zwischen den beiden Gemeinden verläuft. In den 70ern wollte man dort eine Ruhebank aufstellen. Ob es die noch gibt? Sollte es mal zwischen den Aalenern und den Oberkochenern zu einer schwierigen Auseinandersetzung kommen: Ein Picknick bei der Bruder-Buche würde die Probleme bestimmt einvernehmlich lösen. Hier befindet sich auch das „Dreiländereck“ der Gemeinden Oberkochen, Essingen und Aalen. Geprägt hat den Namen der ehemalige Aalener Stadtrat Albert Wahl.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_78 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28258" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28258" class="wp-image-28258 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-805-Bild-08-Die-Mutterbuche-ist-gefaellt.jpg" alt width="1200" height="1600"><p id="caption-attachment-28258" class="wp-caption-text">Mein Freund der Baum — Die Mutterbuche ist gefällt — war nicht mehr zu retten (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_79 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Zur <strong>„Mutterbuche“</strong> muss ich noch ein paar Sätze mehr schreiben. Der Volkmarsberg ohne Mutterbuche – das war einfach nicht vorstellbar. 2010 mussten wir das erste Mal lesen, dass sie durch Pilz und Fäulnis stark bedroht sei. Und so hat die Forstverwaltung in Absprache mit dem Naturschutz und der Stadtverwaltung veranlasst, den rund 120 Jahre alten Baum (Ottmar neigt da zu einem anderen Alter), wegen Umsturzgefahr, mit einem Stahlseil zu sichern und den Bereich rund um den Baum abzusperren. Da dieses bedeutende Naturdenkmal das Landschaftsbild auf dem Volkmarsberg sehr stark prägte, hatte sich die Stadtverwaltung trotz der massiven Schäden entschlossen, den Baum zu erhalten, zu sichern und vorhandene Schäden so weit wie möglich zu entfernen und bestellte den vereidigten Sachverständigen Hartmut Neidlein aus Einstadt, der vorschlug, die Buche um etwa 30 Prozent einzukürzen. Trotz dieser rund 4.000 € teuren Unterstützung für den Baum wurde von einer restlichen Lebenserwartung zwischen fünf und 15 Jahren ausgegangen. 2018 kam dann doch das Aus für den markanten Baum. Weitere Maßnahmen waren aus Gefährdungsgründen nicht mehr zu verantworten. Dieser stolze wunderschöne Baum wurde also gefällt und beschlossen, dass keine Ersatzpflanzung vorgenommen werden soll. Und so können wir heute nur noch ein paar Baumstümpfe sehen und die Älteren und Alten haben aber trotzdem noch ein Bild im Kopf wie mächtig sie eins dastand – die Mutterbuche vom Volkmarsberg.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_80 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28259" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28259" class="wp-image-28259 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-805-Bild-09-Die-Mutter-Buche.jpg" alt width="1200" height="1299"><p id="caption-attachment-28259" class="wp-caption-text">Die Mutter-Buche in voller Pracht in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts (Archiv Rathaus)</p></div></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Weidbuchen</strong> sind Buchen, die in ihrer heutigen Form dadurch entstanden, dass die jungen Bäume früher auf einer Weide oder in einem Hutewald wuchsen und sie von Weidetieren, vor allem von Kühen, Schafen und Ziegen, verbissen wurden – ihnen also Blätter und Zweige abgefressen wurden. Sie hatten dann keinen Haupttrieb mehr und wuchsen buschig. Diese finden wir auf dem Volkmarsberg und sie sind für die Ostalb einzigartig.<br>Dann möchte ich noch die <strong>„Judenbuche“</strong> erwähnen. Das ist eine Novelle von Annette von Droste-Hülshoff, die erstmals 1842 im „Cotta’schen Morgenblatt für gebildete Leser“ erschien, und wir beschäftigten uns mir ihr Mitte der 60er Jahre im Deutschunterricht auf dem Gymmi:<br><em>„Die Geschichte spielt Mitte des 18. Jhrdts. In einem Dorf in Westfalen. Unter den Dorfbewohnern herrscht Hochmut, kleinere und größere Straftaten sind an der Tagesordnung. Friedrich Mergel, die Hauptfigur, erschlägt im Streit den Juden Aaron und flieht. 28 Jahre später kehrt er in die Heimat zurück und erhängt sich am Ort seines Verbrechens, an der sog. „Judenbuche“, an der geschrieben steht: Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast.“</em><br><span style="color: #ff0000"><strong>Der deutsche „Tag des Baumes“</strong></span><br>wurde erstmals am 25. April 1952 begangen. Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten im Bonner Hofgarten einen Ahorn. In Deutschland wirbt der Naturschutzbund Deutschland am Tag des Waldes für seine Aktion „Wald-Pate“, um die Urwälder bzw. urwaldnahen Relikte in Deutschland zu schützen. Mittlerweile gilt der Tag als einer der größten Mitmachaktionen im Baum- und Waldschutz. Aber die Klimaveränderung macht auch vor diesem Tag nicht halt: „Die vergangenen Jahre seit 2017 waren besonders geprägt von der Trockenheit, so dass viele der gepflanzten Bäume nicht angewachsen sind“, sagt Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann vom SdW. Man sei daher auf den Tag des Waldes am 21. März umgeschwenkt. Einen Monat früher ist die Chance für die kleinen Bäumchen größer, noch genug Wasser zum Anwachsen zu bekommen.<br><span style="color: #ff0000"><strong>Baum des Jahres</strong></span><br>Jedes Jahr im Oktober wird der Baum des Jahres von der „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ (vormals Menschen für Bäume) und durch deren Fachbeirat, das „Kuratorium Baum des Jahres“ (KBJ), für das darauffolgende Jahr bestimmt. Dieses Kuratorium wurde 1991 vom Gründer und Vorsitzenden des seit 1972 bestehenden Umweltschutzvereins Wahlstedt (heute Baum des Jahres e. V./Stiftung Baum des Jahres) in Schleswig-Holstein, Silvius Wodarz, ins Leben gerufen. Ab 1989 hat der Verein einen Baum des Jahres ausgerufen, genauer eine Baumart. Nachstehend eine kleine Auswahl aus der bisherigen Liste:<br><strong>1989</strong> Stieleiche<br><strong>1990</strong> Rotbuche<br><strong>1991</strong> Sommerlinde<br><strong>1992</strong> Bergulme<br><strong>1993</strong> Speierling<br><strong>1994</strong> Europäische Eibe<br><strong>1995</strong> Spitzahorn<br><strong>1996</strong> Hainbuche<br><strong>1997</strong> Eberesche<br><strong>1998</strong> Wildbirne<br><strong>1999</strong> Silberweide<br><strong>2000</strong> Sandbirke<br><strong>2001</strong> Esche<br><strong>2002</strong> Gemeiner Wacholder<br><strong>2003</strong> Schwarzerle<br><strong>2004</strong> Weißtanne<br><strong>2005</strong> Gewöhnliche Rosskastanie<br><strong>2006</strong> Schwarzpappel<br><strong>2007</strong> Waldkiefer<br><strong>2008</strong> Echte Walnuss<br><strong>2009</strong> Berg-Ahorn<br><strong>2010</strong> Vogelkirsche<br><strong>2011</strong> Elsbeere<br><strong>2012</strong> Europäische Lärche<br><strong>2013</strong> Holzapfel<br><strong>2014</strong> Traubenneiche<br><strong>2015</strong> Feldahorn<br><strong>2016</strong> Winterlinde<br><strong>2017</strong> Gemeine Fichte<br><strong>2018</strong> Esskastanie<br><strong>2019</strong> Flatterulme<br><strong>2020</strong> Gewöhnliche Robinie<br><strong>2021</strong> Europäische Stechpalme<br><strong>2022</strong> Rotbuche<br><strong>2023</strong> Moorbirke<br><strong>2024</strong> Mehlbeere</p>
<p><strong>Jetzt ein paar Wochen spazieren gehen, dann kommt Teil 3.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Wilfried „Wichai“ Müller – Billie vom Sonnenberg</strong></p></div>
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		<title>Bericht 806: Die Brenztalbahn wird 160 Jahre alt – Teil 1</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-806-die-brenztalbahn-wird-160-jahre-alt-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2024 22:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentl. Einr., Bahn, Banken, Energie, Markt, Post, Wasser usw]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=28288</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_6 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong><span style="color: #3366ff">Vorgeschichte.</span></strong> Die beginnende Industrialisierung in Europa ging einher mit dem Ausbau der Verkehrswege. Die Eisenbahn spielte dabei eine wichtige Rolle. Bereits <strong>1825</strong> baute der Brite George Stephenson die erste Dampflok für die Beförderung von Gütern und Menschen. Die erste Eisenbahn in Deutschland fuhr 1835 zwischen Nürnberg und Fürth. Auch im damaligen Königreich Württemberg machte man sich Gedanken darüber, eine Verkehrsinfrastruktur aufzubauen. Dabei ging es zunächst darum, Rohstoffe und Güter schneller und billiger zu transportieren. <strong>1834</strong> kam eine königliche Kommission zu dem Ergebnis, dass <em>» … eine Eisenbahn dasjenige Kommunikationsmittel höherer Ordnung ist, auf welches im Interesse der Verbindung des Neckars mit der Donau und dem Bodensee zunächst Bedacht zu nehmen sein dürfte.«</em> Die Richtung der Verkehrsbahnen, so der Vorschlag der Kommission, solle durch die Täler der Rems, des Kochers, der Brenz und von da an der Donau aufwärts nach Ulm verlaufen. Weiter solle sie von der Donau durch die Täler der Riss und der Schussen nach Friedrichshafen geleitet werden. In Württemberg, wie fast überall in Europa, nahmen von diesem Zeitpunkt an die Eisenbahnen das gesamte Interesse und die ganze Leistungsfähigkeit des Landes in Anspruch. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren die wichtigsten Eisenbahnlinien und ‑verbindungen des damaligen Königsreichs hergestellt. Am 29. Juni 1850 konnte die gesamte Strecke Heilbronn-Stuttgart-Filstal-Alb-Ulm-Friedrichshafen durchgängig befahren werden. Nun machte man sich daran, weitere Eisenbahnlinien zu schaffen. Dabei stand auch das gewerbereiche obere Kocher- und Brenztal im Fokus, vor allem wegen der zahlreichen Hüttenwerke und eisenverarbeitenden Betriebe in Abtsgmünd, Wasseralfingen, Unterkochen, Königsbronn und Heidenheim.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Als die Eisenbahn kam.</strong> </span>Am <strong>21. Februar 1861</strong> schlossen die beiden Königreiche Bayern und Württemberg einen Vertrag, wonach sich die württembergische Seite verpflichtete, 12 Jahre lang keine Eisenbahnverbindung nach Ulm herzustellen, die die Filstalbahn und die Remsbahn mit der Stadt bzw. der Brenztalbahn verbinden könnte. Am <strong>25. Juli 1861</strong> war Aalen durch die Remsbahn ans württembergische Eisenbahnnetz angeschlossen worden, dann wurde die Strecke bis ins bayerische Nördlingen verlängert. Dies hatte allerdings das Verlangen Bayerns zur Folge, den Bau der »Südbahn« von Aalen nach Ulm bis zum <strong>2. Oktober 1875</strong> auf Eis zu legen, um der bayerischen Verbindung zum Bodensee keine Konkurrenz zu machen (Immer diese Bayern mit ihren Extrawürsten, war wohl damals schon so). Dennoch nahm Württemberg alsbald den Bau des Teilstücks zwischen Aalen und Heidenheim in Angriff (recht so). <strong>1862</strong> wurde dann mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Heidenheim — Aalen begonnen. In diesem Zusammenhang wurde auch Oberkochen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Bereits im <strong>Juli 1863</strong> wurde die Strecke abgesteckt und schon ein Jahr später, nämlich am <strong>13. September 1864</strong>, wurde sie feierlich eröffnet.<br>Der Name »Oberkochen« taucht erstmals am <strong>27. März 1863</strong> auf. Im Zusammenhang mit der Eisenbahn in der Zeitung erschien durch die Ausschreibung »Verakkordierung von Eisenbahnbauarbeiten für die Teilstrecke Aalen – Oberkochen«. Die Länge des Teilstücks wurde mit 15.200 Fuß (= 4,25 km) angegeben und der Kostenvoranschlag wies für Erdarbeiten, Brücken, Durchlässe, Straßen, Fluss- und Uferbauten den Gesamtbetrag von 93 000 Gulden aus (nach der Währungsumstellung von 1870 knapp 160.000 Mark). Am <strong>17. Mai 1863</strong> schrieb die Eisenbahnverwaltung die Arbeiten für »Hochbauten auf der Station Oberkochen« aus. Vorgesehen waren »ein Verwaltungsgebäude, Nebengebäude mit Holzlege, Waschhaus und Abtritt, Güterschuppen, Trottoirs (Bahnsteige) und Dohlen«.<br><strong>Im Juli 1863</strong> begann der Bau der Eisenbahn in Oberkochen mit dem Abstechen der Trasse durch staatliche Landvermesser. Anschließend kaufte das königliche Cameralamt (Finanzbehörde) die Grundstücke zu einem guten Preis auf. Viele Felder und Wiesen mussten dem Fortschritt weichen. Auch der sagenumwobene Engelstein *** wurde durch eine spektakuläre Sprengaktion (angeordnet vom Schultes Wingert und ausgeführt vom Maurermeister Wingert) aus dem Weg geräumt.<br><em>*** Neben der Wiesen-Kapelle stand bis zum Jahre 1863 ein runder, schöner Felsblock. Er hatte eine Höhe von etwa vier Metern. In der Nacht vor dem Alexis-Tag (17. Juli) sei dort einst ein Engel erschienen, in weißem Gewand, die Hände segnend über das Kochertal ausgebreitet und umstrahlt von einem lichten Schein. Die Bauern deuteten diese Erscheinung als Vorzeichen für eine gesegnete, reiche Ernte. Der Felsblock soll auf diese Begebenheit hin den Namen Engelstein erhalten haben. An diesem Tage kam noch bis in die jüngste Zeit eine kleinere Schar von Wallfahrern aus Affalterwang auf dem Härtsfeld zum »Geißelheiland« in der Wiesenkapelle. Am 4. Juli (Ulrichstag), früher hier Ratzenfeiertag genannt, erschienen Gläubige von Waldhausen in der Kapelle. Der Flurnamen rechts von der Halde hinauf heißt heute noch Engelstein.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_84 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28281" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28281" class="wp-image-28281 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-806-Bild-03-Bahnhof-Oberkochen.jpg" alt width="1200" height="864"><p id="caption-attachment-28281" class="wp-caption-text">Der alte Bahnhof Oberkochen – wie die Zeit vergangen ist (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_85 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Eine weitere Ausschreibung erfolgte am <strong>31. Dezember 1863</strong> für »Beifuhr von Schwellen, Schienen und Schienenbefestigungsmittel« für die Stationen der Strecke Unterkochen, Oberkochen, Königsbronn, wobei es sich um Lieferung von insgesamt 400 Zentnern Weichen und Kreuzungen, 13.800 eichene und 4.500 forchene Schwellen« handelte. Die letzte Ausschreibung der Königlichen Eisenbahndirektion galt am <strong>16. Juni 1864</strong> der »Lieferung von Möbeln« für die Bahnhöfe Unterkochen, Oberkochen, Königsbronn, Schnaitheim, Heidenheim. Bemerkenswert dabei ist, dass auf Oberkochen mit 218 Golden der geringste Betrag entfiel, während z. B. für Königsbronn mit 430 Gulden nahezu das Doppelte veranschlagt war, was wahrscheinlich damit zusammenhing, dass Königsbronn als Sitz eines »Königlichen Hüttenwerks« einen größeren Stellenwert als Oberkochen besaß. Damit waren im besten Sinn des Wortes die Weichen gestellt: Oberkochen konnte in absehbarer Zeit das »Dampfross« zwar nicht in seinen Mauern, aber doch am Rande des Orts empfangen. Ob der die lokalen Vorbereitungen für diesen Empfang schweigt sich leider das Aalener »Amts und Intelligenz Blatt« aus. <strong>1872</strong> begannen dann die Planungen zum Weiterbau der Brenztalbahn bis Ulm. Am <strong>25. Juli 1875</strong> wurde der Abschnitt Heidenheim — Niederstotzingen eröffnet, am <strong>15. November 1875</strong> der Abschnitt nach Langenau. Die letzte Strecke nach Ulm wurde am <strong>5. Januar 1876</strong> freigegeben.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28280" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28280" class="wp-image-28280 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-806-Bild-02-Alt-Oberkochen.jpg" alt width="1200" height="638"><p id="caption-attachment-28280" class="wp-caption-text">Ein Bahnhof, ein Schuppen, eine Bahnhofstraße, zwei Kirchen und a bissle Oberkochen (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_87 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Was änderte sich dadurch für Oberkochen ab 1864?</strong> </span>Die Postkutschenverbindung zwischen Aalen und Heidenheim endete und damit war das eine Zeitenwende im Transportgewerbe für Waren und Menschen. Für die wirtschaftliche Entwicklung war dieses Jahr einschneidend. Die Holzausfuhr wurde vereinfacht. Das geschlagene Holz musste jetzt nur noch aus den umliegenden Wäldern mit von Kühen gezogenen Wagen bis zum Bahnhof gebracht werden. Vor dem Güterschuppen befand sich ein riesiges Holzlager, das bis zum heutigen Firmengelände von Günther + Schramm reichte. Auch das starke Hafnergewerbe hatte nun optimale Transportmöglichkeiten, um ihre Waren abzusetzen. Sie konnten auf die Zwischenhändler verzichten, die ihre Waren auf Ochsen- und Pferdekarren transportierten. Auch die aufkommende Industrialisierung nutzte die neuen Möglichkeiten, welche die Eisenbahn bot. Alle Firmen, die nach 1864 in Oberkochen gegründet oder ansässig wurden, hätten diese Entscheidung ohne Bahnhof wohl nicht getroffen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_88 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28283" style="width: 660px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28283" class="wp-image-28283 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-806-Bild-01-Verlaufskarte-Brenzbahn.jpg" alt width="650" height="1168"><p id="caption-attachment-28283" class="wp-caption-text">Streckenverlauf Aalen – Ulm mit Haltestationen (Wikipedia)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_89 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Uwe Siedentop, der allwissende Autor zum Thema Brenzbahn, schrieb in seinem Buch:</strong> <em>„Die Brenztalbahn ist keine besondere Eisenbahnverbindung und von keiner größeren Bedeutung. Sie überwindet keine hohen Berge und verbindet auch keine großen Verkehrsgebiete. Sie hat lediglich einen Tunnel, ein paar Brücken über die Brenz, ist für zwei Geleise ausgelegt, hat aber nur eines, und feiert am 15. September 2014 ihren 150. Geburtstag. Ihre Geburt war lang, ganze 28 Jahre hat sie gedauert, und sie wurde nicht an einem Stück in die Welt gesetzt; 1864 von Aalen nach Heidenheim und erst zwölf Jahre später nach Ulm. Sie trat auch nicht durch besondere Leistungen ins Rampenlicht, sie tat nur treu ihre Dienste und ist eine Selbstverständlichkeit in unserem Leben geworden.«</em><br><strong>Spätere und zukünftige Zeiten.</strong> Im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte erlebte die Brenztalbahn Höhen und Tiefen. In den <strong>1980er</strong> Jahren wurde sogar in Erwägung gezogen, den Personenverkehr zwischen Heidenheim und Ulm komplett einzustellen. Die Bahn ist zwar noch nicht attraktiv (da gibt es Nachholbedarf und die DB und ihr Hauptanteilseigner könnten sich im Ausland informieren, wie „Bahn heute geht“), aber der Bedarf nach einem deutlich besseren Brenzbahn ist nicht zu übersehen. Nicht zuletzt durch die Entwicklung des Zeiss-Konzerns. Von einer Elektrifizierung will ich noch gar nicht reden, aber der zweigleisige Ausbau, ein Halbstunden-Takt und ein Halt beim SMT, das sind schon zwingenden Notwendigkeiten. Ob ich das mit meinen 72 Lenzen noch alles erleben werde? Da habe ich meine Zweifel.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Interessengemeinschaft Brenztalbahn.</strong> </span>Eine Interessengemeinschaft Brenzbahn hat die Aufgabe die Strecke zu erhalten und zu fördern. Die Mitglieder der IG Brenzbahn sind alle Regionalverbände, Landkreise, Kommunen und Kammern an der Strecke. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft war bis 2019 Landrat Thomas Reinhardt, und die Geschäftsstelle ist beim Regionalverband Ostwürttemberg angesiedelt. Die Brenzbahn verbindet die Städte Ulm und Aalen, ist 72,5 Kilometer lang und trägt ihren Namen, weil sie auf 27 Kilometer Länge dem Fluss Brenz folgt.<br>Die Stationen Langenau, Niederstotzingen, Giengen, Sontheim, Herbrechtingen, Heidenheim oder Oberkochen liegen direkt an der Strecke – das bringt eine gute Auslastung. Von 2003 bis 2007 wurden für 75 Millionen Euro Bahnsteige und Bahnübergänge saniert, die Strecke für Neigetechnikzüge fit gemacht. Seither benutzen täglich 4.000 bis 6.000 Passagiere die Züge, nach Bahnparametern liegt die Auslastung auf der Skala von null bis 100 gleichmäßig zwischen 50 und 75 – ein guter Wert.<br><strong>Ich habe die „KI“ nach bisherigen Verbesserungen befragt.</strong> Die Antwort war ernüchternd, wie so vieles zum Thema BAHN: <em>„Die letzte offizielle Ankündigung, die ich finden konnte, stammt vom 12. Dezember 2021. Ab dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021 wird es einige Verbesserungen auf der Brenzbahn geben. Es werden fünf zusätzliche Triebzüge eingesetzt, und bei stark ausgelasteten Verbindungen können Doppelgarnituren verkehren.“</em><br>Es gibt einige Neuigkeiten zur Brenzbahn. Laut einem Bericht von brenzbahn.de haben Bahningenieure den Ausbauplänen für die Brenzbahn im Jahr 2021 einem sogenannten Stresstest unterzogen, um zu prüfen, ob der Fahrplan auch dann stabil gefahren werden kann, wenn es Verzögerungen gibt, wie den Einstieg von großen Menschenmengen oder Langsamfahrphasen. Das Ergebnis der Berechnungen: Die bisherigen Ausbaupläne reichen nicht aus. Es muss nachgebessert werden. Statt der ursprünglichen acht bis neun Kilometer Zweigleisigkeit bei Sontheim und Langenau und fünf Kilometer im Bereich Oberkochen sollten es jetzt im Idealfall insgesamt 24 Kilometer werden, auf denen die Brenzbahn zweigleisig ausgebaut wird.<br>Bei der neuen Deutschland-Geschwindigkeit und der Beibehaltung der „Schwarzen Null“ wird es wohl so rasch nichts Neues zu berichten geben. Und ob die Verkehrsminister „from the Länd“ und „from the Bund“ sich für die Ostalb interessieren, steht auf einem anderen Blatt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.</p>
<p>In Kürze folgt der zweite Teil.</p>
<p><strong>Es grüßt gedanklich aus dem alten Wartesaal, der im Winter, beim Kirchschwänzen, schön wärmte.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Wilfried „Wichai“ Müller – Billie vom Sonnenberg</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
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			</item>
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		<title>Bericht 807: Die Brenztalbahn wird 160 Jahre alt – Teil 2</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-807-die-brenztalbahn-wird-160-jahre-alt-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 22:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentl. Einr., Bahn, Banken, Energie, Markt, Post, Wasser usw]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Der Bahnhof Oberkochen.</strong></span> Der Bau des Bahnhofgebäudes in Oberkochen ist eng mit der Brenztalbahn verbunden. Es wurde ebenfalls <strong>1863 / 1864</strong> erbaut. Architekt war der bekannte Eisenbahningenieur Georg von Morlok, der alle Bahnhöfe auf der Brenzbahnstrecke zwischen Aalen und Ulm baute.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_27991" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27991" class="wp-image-27991 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-807-Bild-01-Der-Bahnhof-frueher.jpg" alt width="1200" height="835"><p id="caption-attachment-27991" class="wp-caption-text">Wie der Bahnhof mit seinem Vorplatz einst aussah (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_92 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Einschub:</strong></span> „<em>Georg Morlok, ab 1869 von Morlok, (* 20. Januar 1815 in Dätzingen; † 17. April 1896 in Stuttgart) war ein deutscher Architekt und Eisenbahningenieur, der als württembergischer Baubeamter wirkte. Morlok baute viele Bahnstrecken und Bahnhöfe in Württemberg. Er errichtete Fabrikgebäude und Arbeiterwohnhäuser in Aalen, Geislingen und Kuchen, erbaute die Arbeitersiedlung Postdörfle und die Alte Markthalle in Stuttgart und einige katholische Kirchen in Württemberg. <strong>1858</strong> wurde er zum Baurat ernannt mit einem Jahresgehalt von 1500 Gulden. Als Baurat wurde er automatisch Mitglied der Eisenbahnkommission. Er plante und leitete nun zahlreiche Eisenbahnprojekte. <strong>1868</strong> wurde er zum Oberbaurat befördert. Auf Grund seiner Verdienste wurde er <strong>1869</strong> mit dem Ritterkreuz I. Klasse des Ordens der Württembergischen Krone ausgezeichnet, womit die Erhebung in den persönlichen Adelsstand verbunden war. Von <strong>1882 bis 1886</strong> war er Mitglied der Generaldirektion der Staatseisenbahnen.<strong>1886</strong> wurde Morlok im Alter von 71 Jahren mit dem Titel Baudirektor in den Ruhestand versetzt. <strong>1890</strong> verfasste er eine grundlegende Geschichte der Württembergischen Staatseisenbahnen.“</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_93 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_27989" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27989" class="wp-image-27989 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-807-Bild-02-Georg-von-Morloks-Grab.jpg" alt width="1200" height="1102"><p id="caption-attachment-27989" class="wp-caption-text">Georg von Morloks Grab auf dem Pragfriedhof Stuttgart (Wikipedia Xocolatl)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_94 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Als die Bahn nach Oberkochen kam von Prof. Dr. Christhard Schrenk.</strong></span> Das Königreich Württemberg sah den ersten Eisenbahnzug im Jahr 1845, von Cannstatt nach Ludwigsburg fahren. Anfang Mai 1858 debattierte die württembergische Ständeversammlung über den weiteren Aufbau des Eisenbahnsystems im Lande, das zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen aus der Strecke „Heilbronn — Stuttgart — Ulm – Friedrichshafen“ bestand. Aus allen Teilen des Landes waren Bittschreiben eingetroffen. Darin legten die jeweiligen Städte und Gemeinden klar, warum der gewünschte eigene Eisenbahnanschluss von höchster Priorität sei, jedenfalls wesentlich wichtiger als alle anderen denkbaren Linien. In der entsprechenden <em>»Untertänigen Bitte Heidenheim um alsbaldige Erbauung einer Eisenbahn von Aalen hierher (Heidenheim) vom 21. Mai 1858« heißt es: »Nur haben wir zu unserem Bedauern daraus (aus der königlichen Vorlage) ersehen, daß der Bau der Linie von Aalen an die Ostbahn (Ulm) und speziell hierher nach Heidenheim, einer späteren Finanzierungsperiode vorbehalten bleiben solle, ohne uns eine Ursache hiezu denken, oder diese Bestimmung erklären zu können. Denn daß die Gewerbsthätigkeit des Kocher- und Brenztales eine weit gewichtigere und ansehnlichere ist, als die der anderen in der nächsten Zeit zum Bau vorgesehenen Eisenbahnlinien, davon hat sich die hohe Kammer wohl zu Genüge überzeugt. (. . ) Wenn es uns darum schmerzlich berührt, die Priorität des Baues (auch dieser Bahn in der königlichen Vorlage zu vermissen, so wird man keine Kirchturminteressen darin erblicken, wenn wir auf diese Motive und Thatsachen gestützt, uns die gehorsame Bitte an die hochansehnliche Kammer erlauben, aussprechen zu wollen, daß (die) königliche Regierung dem früheren Beschlusse gemäß den Bau einer Bahn von Aalen hierher vorzugweise auch in nächste Zeit in Vollzug bringen möge.«</em><br>Im Anschluss an diese Passage strich die Stadt in der Eingabe ihre wirtschaftliche Kraft und ihr daraus resultierendes Interesse — ja Recht — an einer Eisenbahnverbindung heraus. Am 17. November 1858 wurde der Bau der neuen Strecke von Aalen über Heidenheim nach Ulm zwar grundsätzlich beschlossen, Finanzmittel stellte der König aber nicht bereit. Zur sofortigen Ausführung gelangten dagegen die Linien „Heilbronn — Schwäbisch Hall, Reutlingen — Tübingen – Rottenburg“ und „Cannstatt — Gmünd — Aalen – Wasseralfingen“. Der erste Zug fuhr 1861 in Aalen ein.<br>Für die Verzögerung des Baus der Strecke von Aalen nach Ulm war hohe Politik zwischen den Königreichen Württemberg und Bayern verantwortlich. Dabei ging es um zwei verschiedene Problemkomplexe:<br><strong>Erstens</strong> um die von Württemberg gewünschte Anbindung der Linie Stuttgart — Aalen in Richtung Nördlingen an das Bayerische Schienennetz und zweitens um eine schon bestehende Eisenbahnverbindung von Nordbayern an den Bodensee.<br>Diese Strecke führte über Nördlingen, Augsburg und Kempten nach Lindau. Im Vergleich dazu wäre der Weg von Nördlingen über württembergisches Gebiet, nämlich über Aalen und Ulm nach Friedrichshafen, 45 Kilometer kürzer gewesen. Die Bayern fürchteten also, dass bei der Existenz einer direkten Verbindung von Nördlingen über Aalen nach Ulm der gesamte Verkehr vom Norden ihres Landes in Richtung Bodensee auf württembergisches Gebiet ausweichen würde. Deshalb ließ Bayern zwar die Strecke „Aalen – Nördlingen“ per Staatsvertrag zu, blockierte aber gleichzeitig den Bau der Linie „Heidenheim – Ulm“. Damit war die Verbindung „Aalen – Heidenheim“ zu einer Sackgasse und deshalb aus gesamtwürttembergischer Sicht zweitrangig geworden.<br>Am 21. Februar 1861 kam es zu einem Staatsvertrag über die Anbindung der Strecke Stuttgart — Aalen bei Nördlingen an das bayerische Eisenbahnnetz. Bei den entsprechenden Verhandlungen mussten viele Detailprobleme gelöst werden. Zuerst stellte sich die Frage der Grenzstation: Als alleiniger Wechselpunkt wurde Nördlingen bestimmt. Damit ergab sich das Problem, dass die Württemberger ein kleines Stück unkontrolliert durch Bayern führen, weil Nördlingen nicht direkt an der Grenze liegt. Zum Ausgleich mussten die Württemberger für den Unterhalt dieses Streckenabschnitts aufkommen, während Bayern die Landeshoheit, die Justiz- und die Polizeigewalt darüber behielt. Der Staatsvertrag vom Februar 1861 enthielt jene Klausel, die den Weiterbau der Eisenbahnlinie von Heidenheim nach Ulm für zwölf Jahre verzögerte: <em>»Die Württembergische Regierung verpflichtet sich, innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Jahren vom Tage der Eröffnung der Cannstatt-Nördlinger Eisenbahn an keine Schienenverbindung zwischen dieser Bahnlinie und der Cannstatt-Ulmer Eisenbahn herzustellen oder herstellen zu lassen, durch welche die Württembergische Bahnlinie von Nördlingen bis Friedrichshafen kürzer würde, als die Bayerische Linie von Nördlingen bis Lindau.«</em><br>Heidenheim setzte jedoch seine Bemühungen fort, und so konnte die Stadt ein Jahr später einen wichtigen Teilerfolg verbuchen. Im Februar 1862 wurde ein weiteres Eisenbahngesetz verabschiedet, das wenigstens den Bau der Strecke von Aalen nach Heidenheim auf Staatskosten befahl. Das königliche Eisenbahnbauamt legte daraufhin 1863 den gewünschten Verlauf der Eisenbahn zwischen Aalen und Heidenheim fest und zeichnete ihn in einen Katasterplan ein.<br>Der Oberkochener Gemeinderat stimmte im August 1863 diesen Planungen zu. In diesem Gremium saßen damals u. a. Träger der Namen Wingert, Gold, Weber, Sapper, Joos usw. Parallel dazu wurden die Grundstücksverhandlungen geführt. Die bezahlten Preise lagen recht hoch. Bei den Verkäufen tauchen auch wieder zahlreiche bekannte Oberkochener Namen auf, wie z.B. Feil, Grupp, Gutknecht, Uhl, Wingert, Gold, Balle und Sapper.<br>Bereits im Mai 1863 wurden per Zeitungsanzeige in der »Schwäbischen Kronik« die Bauarbeiten für die neuen Bahnhofe an der Strecke vergeben. Im Verlauf des Eisenbahnbaus kam es in Oberkochen zu zwei spektakulären Aktionen. Zum einen musste der sagenumwobene Engelstein gesprengt werden (s.o.). Zum anderen fiel dem Vorhaben ein Haus im Ortskern zum Opfer. Da der neue Bahnhof außerhalb des damaligen Dorfes lag, musste er durch eine neue Straße an den Ort angebunden werden. Die »Bahnhofstraße« wurde auf dem kürzesten Weg, also im rechten Winkel, auf die damalige Langgasse (Heidenheimer Straße) zugeführt. An der geplanten Einmündung stand das Haus der Witwe Viktoria Staud und des Krämers und Gassenwirts Franz Staud. Die königliche Eisenbahnkommission erwarb am 30. Oktober 1863 dieses Anwesen. Familie Staud durfte das Material aus dem Abbruch ihres alten Hauses für den Bau eines neuen verwenden. So entstand in den Jahren 1864/65 ein Gebäudekomplex aus Haus, Scheuer und Stall, in dem später die »Bahnhofsrestauration« eingerichtet wurde.<br>Die technische Leitung des Eisenbahnbaus oblag Georg Morlok, einem vielseitigen Architekten, Baumeister u. Eisenbahnkonstrukteur, der von 1815 bis 1896 lebte. Er baute 1854 das Wasseralfinger Hüttenwerk aus, errichtete katholische Kirchen, z. B. in Aalen, Lauchheim und Dalkingen, leitete den Umbau des Stuttgarter und des Ulmer Bahnhofs, baute die alte Stuttgarter Markthalle und konstruierte 1874 bis 1876 die erste deutsche Zahnradbahn, die das Hüttenwerk in Wasseralfingen mit den Erzlagerstätten Braunenberg verband. Bereits 1871 zog er als Herrenberges Abgeordneter in den Württembergischen Landtag ein. Bei der Ausführung dieser Aufgabe des Eisenbahnbaus von Aalen nach Heidenheim standen Morlok viele Arbeitskräfte zur Seite. Man kann von einer vierstelligen Zahl ausgehen. Oft handelte es sich hierbei um italienische Gastarbeiter, die im Umgang mit Steinen besonders geübt waren. Bei so vielen Menschen tauchten immer wieder disziplinarische Probleme auf. Um diese in den Griff zu bekommen, erließ das Eisenbahnbauamt »Verhaltungs-Regeln«, die auf allen Baustellen der Eisenbahn in Württemberg galten. Jeder, der dort Arbeit suchte, musste diese Regeln anerkennen und sich danach richten. Sie legten die Form der Bezahlung, die Höhe der Strafen bei Übertretungen und die tägliche Beschäftigungsdauer fest. Gearbeitet wurde vom Josephstag bis Michaelis (19. März bis 29. September) täglich elfeinhalb Stunden, von Michaelis bis Gallus (29. September bis 16. Oktober) von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit anderthalb Stunden Pausen und den Rest des Jahres ebenfalls von morgens bis abends, aber nur mit insgesamt einer Stunde Unterbrechung. Die tägliche Arbeitszeit orientierte sich also an den jahreszeitlichen Schwankungen der Tageslänge. Die »Verhaltungs-Regeln« befassten sich aber nicht mit den Pflichten der Arbeiter, sondern auch mit sozialen Härtefällen. Als wichtige Einrichtung zum Schutz bzw. zur Versicherung der Arbeiter wurde eine »gegenseitige Unterstützungs- oder Krankenkasse« geschaffen. In dieser Kasse entrichteten die Arbeiter einen Kreuzer von jedem verdienten Gulden, also ein Sechzigstel ihres Lohnes. Im Krankheitsfall standen ihnen dann in begrenztem finanziellen und zeitlichen Rahmen Zahlungen an. Aus solchen Wurzeln entwickelte sich später die allgemeine Krankenversicherung. Auch der Transfer des verdienten Lohnes der Arbeiter zu ihren Familien nach Hause wurde organisiert. Hierin liegt eine der Grundlagen des heutigen Sparkassenwesens. Nach etwa einjähriger Bauzeit kam es im 12. September 1864 zur festlichen Eröffnungsfahrt auf der neuen Eisenbahnlinie. Die »Schwäbische Kronik« berichtete am 14. und 15. September 1864 ausführlich über dieses große Ereignis. Der Schwerpunkt der Feierlichkeiten lag in Heidenheim. In der mit Kränzen und Fahnen geschmückten Stadt kündigten schon in aller Frühe Kanonen- und Böllerschüsse das bevorstehende Ereignis an. Bereits um 5.30 Uhr fuhr eine erste geschmückte Lokomotive mit verzierten Wagen von Heidenheim nach Aalen, um die Festteilnehmer von Nördlingen, Bopfingen, Ellwangen, Wasseralfingen usw. abzuholen. Als der Zug um 10.00 Uhr wieder in Heidenheim eintraf, wurden die Ankommenden auf dem Bahnhof mit Musik empfangen, durch die Mitglieder des Festkomitees begrüßt und die Stadt geleitet. Um 11 Uhr verließ der eigentliche Eröffnungszug mit den Gästen von Aalen, Gmünd, Schorndorf, Kirchheim u.T., Waiblingen, Cannstatt, Stuttgart usw. den geschmückten Aalener Bahnhof. Nach der Vorbeifahrt an dem ebenfalls schön verzierten Eisenwerk Erlau wurde er in Unterkochen mit Böllerschüssen empfangen. Zahlreiche Einwohner hatten sich am Bahnhof versammelt. Fabrikant Ebbinghaus überraschte die Fahrgäste mit Rheinwein, während in Oberkochen Festjungfrauen Blumensträuße und Erfrischungen darboten. In Königsbronn warteten die geordneten Reihen etwa 200 Bergknappen, Veteranen des Schützenvereins u. Festjungfrauen, während in Schnaitheim die Schuljugend durch Gesang hervortrat. Außerdem war ein Triumphbogen mit passender Inschrift errichtet worden. Um 12 Uhr traf der Eröffnungszug in Heidenheim ein und wurde dort mit donnernden Kanonen- und Böllersalven begrüßt. Unterdessen hatte sich ein Festzug formiert. Die Schuljugend mit ihren Lehrern stand an der Spitze, gefolgt vom Turnverein, der Jugendwehr, dem Sängerklub und von Festjungfrauen, die mit den Farben der Stadt Heidenheim geschmückt waren. Beamte, das Festkomitee und die Gäste setzten den Zug fort, den die Schützengesellschaft und eine Abteilung der Feuerwehr abschloss. Leider dämpfte starker Niederschlag die Stimmung. So bewegten sich zahllose Regenschirme durch die Innenstadt zu den Gasthäusern Ochsen, Traube und Schwanen. Um 17 Uhr formierte sich der Festzug erneut und marschierte — trotz Regen — auf das Schloss und durch die untere Vorstadt wieder in Richtung Bahnhof. Von dort verließ der Zug um 18.30 Uhr mit den auswärtigen Besuchern unter lauten Hochrufen der Bevölkerung Heidenheims die Stadt, für welche damit das Eisenbahnzeitalter angebrochen war. Der regelmäßige Verkehr auf der neuen Strecke begann am 15. September 1864. Gleichzeitig bedeutete dies das stille Ende der Postkutschenverbindung zwischen Aalen und Heidenheim. Zwölf Jahre später gab es in Heidenheim erneut Grund zum Feiern: Am 25. Juni 1875 wurde die Strecke Heidenheim — Niederstotzingen, am 15. November 1875 Niederstotzingen — Langenau und am 5. Januar 1876 „Langenau – Ulm“ in Betrieb genommen. Schon bald nach der Eröffnung im Jahre 1864 entfaltete sich auf der neuen Strecke zwischen Aalen und Heidenheim ein reger Verkehr.<br>Als Beispiel dafür sei der Stundenpass einer Reise von Bietigheim über Heilbronn, Crailsheim und Aalen nach Heidenheim ausgewertet. Diese Fahrt begann in Bietigheim am 25. Februar 1868 um 12.36 Uhr und endete in Heidenheim um 22.09 Uhr. In Oberkochen hatte der Zug von 21.37 Uhr bis 21.38 Uhr Aufenthalt. Es wurden unterwegs fünf verschiedene Lokomotiven vorgespannt, von denen mit der »Kirchberg«, der »Zaber«., der »Calw« und der »Glatt« vier aus den Werkshallen der Maschinenfabrik Esslingen stammten. Die mittlere Bespannlänge betrug also nur 35 Kilometer pro Lokomotive. Von Hall bis Crailsheim zog die »Calw«, bei deren Betrieb sich einige Probleme ergaben. Zugmeister Ludwig notierte im Stundenpaß darüber: Hall, halberwegs Sulzdorf, hat der Führer zweimal angehalten, um wieder frisch Dampf zu machen; er erklärte mir, er bekomme mit dieser Maschine eben keinen Dampf; in Sulzdorf den Führer gefragt, ob er glaube, dass er die Fahrzeit jetzt einhalten könne, erwiderte er ja; ich ließ die Verspätung nach Crailsheim anzeigen; zwischen Sulzdorf und Altdorf musste ebenfalls wieder angehalten werden, um wieder Dampf zu machen; somit hat der Zug von Hall nach Crailsheim eine Verspätung von einer Stunde und 14 Minuten erhalten.<br>Für die wirtschaftliche Entwicklung Oberkochens war der Anschluss des Ortes an das Eisenbahnnetz von größter Bedeutung. Neben der in dieser Zeit aufkommenden Bohrermacherindustrie profitierten besonders die Oberkochener Hafner von den neu erschlossenen Transportmöglichkeiten. Die Hafner konnten nun ihre Produkte direkt versenden. Zuvor waren sie ausschließlich auf die Zwischenhändler angewiesen, welche mit Pferde- und Ochsenkarren die Tonerzeugnisse abholten. Der Bahntransport war billiger, bruchsicherer und schneller. Außerdem konnte er in größeren Mengen erfolgen. Um das Versenden der Töpferwaren per Eisenbahn zu vereinfachen, wurden die sogenannten »Harassenkisten« entwickelt. Aber nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet, sondern auch in vielen anderen Bereichen kam der Eisenbahn eine große Bedeutung zu; so konnte etwa mit ihrer Hilfe in Württemberg die Versorgungslücke bei Getreide geschlossen werden. Es ist deshalb kein Zufall, dass die letzte große Hungersnot in Württemberg — abgesehen von Kriegszeiten — vor 1848 geherrscht hat. Auch für militärische Zwecke leistete die Eisenbahn gute Dienste: Mit ihrer Hilfe war es möglich geworden, den Nachschub besser zu organisieren oder Truppen leichter zu verschieben, um auf diese Weise militärische Präsenz zu zeigen. Die Eisenbahn wurde auch zum Vorreiter einer Zeitvereinheitlichung in den verschiedenen deutschen Ländern.<br>Ein größerer Sprung in der Geschichte führt nun direkt in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Noch 1946 lag das Bahntransportwesen fast gänzlich darnieder. Vom Oktober bis zum Dezember wurden in Oberkochen 6.100 Fahrkarten verkauft, im Jahre 1950 hatte sich die Zahl bereits über 80.000 erhöht, 1960 erreichte sie mit fast 162.000 einen Höchststand. Nach diesem Spitzenwert sank sie wieder kontinuierlich ab — und damit wohl auch die Zahl der Fahrgäste. 1970 betrug die Anzahl der verkauften Fahrkarten ca. 131.000, 1980 nur noch 77.000, 1985 war sie auf 54.000 abgefallen.<br>Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung dürfte die Konkurrenz des Autos sein, die gerade auch im Nahverkehr die Bundesbahn unter starken Konkurrenzdruck setzte. Ende 1989 verkehrten in Oberkochen an den Werktagen jeweils 39 Personenzüge, die am Ort auch alle halten. Dazu kamen noch fünf Güterzüge. Heute, im Jahr 2024, halten 40 Züge des Regelfahrplans werktags in Oberkochen.<br>Der von Morlok erbaute Oberkochener Bahnhof wurde im Laufe der Jahre mit einem größeren Wartesaal in nordöstlicher Richtung und einem Fahrdienstleiterraum in südwestlicher Richtung erweitert. Fast 110 Jahre lang war das Bahnhofgebäude eine Visitenkarte, die den Bahnreisenden, die nach Oberkochen kamen, einen positiven Eindruck vermittelte. Im Jahre 1972 wurde jedoch das architektonisch wertvolle Gebäude aus dem Denkmalschutz entlassen und mit hässlichen Eternitplatten verkleidet, um die Kosten für einen neuen Außenputz zu sparen. Damit die Wandverkleidung passte, wurden leider auch Rundbogenfenster begradigt und die Sandsteinbrüstungen zwischen dem Erdgeschoss und dem Obergeschoss abgeschlagen. 2004 wurde schließlich die Fahrkartenausgabe im Bahnhof Oberkochen geschlossen. Durch den Einbau moderner Stellwerktechnik hatte er keine Funktion mehr. Das Gebäude war somit für die Bahn entbehrlich geworden und dämmerte ungenutzt vor sich hin. Bemühungen der Stadt Oberkochen, den Bahnhof umzunutzen, schlugen zunächst fehl. Dies lag vor allem an den komplizierten und langwierigen Verhandlungen mit der Bahn. Gemeinsam mit dem privaten Investor Franz Rank aus Oberkochen gelang es dann aber der Stadt im November 2007, das Gebäude zu erwerben, um es wenige Minuten später an den Investor weiter zu veräußern. Dieses komplizierte Prozedere war notwendig, weil die Bahn bestimmte vertragliche Konditionen nur der Kommune einräumen konnte, nicht jedoch Privatpersonen. Wie auch immer; der Verkauf an Franz Rank war ein Glücksfall. 2008 begann er mit dem aufwändigen und umfangreichen Umbau des Bahnhofgebäudes, das jetzt wieder ein Schmuckstück in Oberkochen darstellt. Nachdem es zunächst als Café und Bistro genutzt wurde, beherbergt es derzeit das asiatische Restaurant „Mama Lê“, das gerne und gut frequentiert wird.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_27990" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-27990" class="wp-image-27990 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-807-Bild-03-Eingang-nach-Renovierung.jpg" alt width="1200" height="1420"><p id="caption-attachment-27990" class="wp-caption-text">Der Eingang nach der Renovierung (Archiv Müller)</p></div></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Es grüßt gedanklich aus einer Fahrt mit der Dampflok.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Wilfried „Wichai“ Müller – Billie vom Sonnenberg</strong></p></div>
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		<title>Bericht 808: Die Brenztalbahn wird 160 Jahre alt – Teil 3</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-808-die-brenztalbahn-wird-160-jahre-alt-teil-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2024 22:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Natur, Grenzsteine, Feldkreuze, Denkmäler, Volkmarsberg]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong><span style="color: #3366ff">Billies Erinnerungen an den Bahnhof und das ganze Drumherum</span>.</strong></p>
<p style="padding-left: 40px"><strong>• Zu, Zu, Zugüberfall.</strong> Wirklich? Na ja, ein paar vorpubertäre Buben (darunter auch ich) verfielen der Idee den nächsten einfahrenden Zug, der nach unseren Informationen ein Güterzug sein musste, Jesse-James-mäßig zu überfallen. Wir versteckten uns in dem Waggon der Modelleisenbahnfreunde (der dummerweise an diesem Tag nicht verschlossen war) und bewarfen den einfahrenden Zug mit Steinen. Für uns überraschend kam ein Personenzug und der Schaffner sprang furchtbar erschrocken im Bahnhof aus dem Zug und berichtete dem Bahnhofsvorsteher was geschah. Mit dem Rad stellte uns ein Bahnbeamter, weil wir nicht gleich das Weite suchten. Mein Vati regelte die Sache direkt mit dem Bahnhofschef Feil, weil er Angst hatte, dass alles an mir hängenbleiben würde, weil die anderen Buben alle Angehörige der örtlichen VIPs waren. Und so war die Sache am Abend erledigt und die anderen Familien erfuhren gleich gar nichts von dem Vorfall. Früher wurden solche Probleme von Mann zu Mann geregelt und für die Buben gab‘s in der Regel für solche Vergehen „äbbes auf d‘ Gosch“. Mein Vati beließ es aber bei ein paar ernsten Worten.<br><strong>• Die Bahnsteigkarte</strong> war ein spezielles Dokument im Bahnverkehr. Sie erlaubte es auch denjenigen Personen durch Bahnsteigsperren abgetrennte Bereiche eines Bahnhofs zu betreten, die selbst keine Reiseabsicht hatten und somit auch nicht im Besitz einer gültigen Fahrkarte waren. Mithilfe einer Bahnsteigkarte konnten Angehörige direkt von und zum Bahnsteig begleitet werden, etwa um sie beim Tragen des Gepäcks zu unterstützen oder ihnen den richtigen Zug respektive Ausgang zu zeigen. Die Bahnsteigkarte diente bei einer Kontrolle als Nachweis, dass ihr Besitzer kein Reisender war und somit auch nicht der Beförderungserschleichung beschuldigt werden konnte. In Oberkochen war das nicht erforderlich, aber in Aalen musste diese vorgezeigt werden, wenn man ohne Fahrkarte den Bahnsteig betreten wollte. Ich glaube sie kostete 10 Pfennige und man überlegt sich das zweimal, ob man das Geld ausgab – dafür konnte man schließlich eine Brezel kaufen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28022" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28022" class="wp-image-28022 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-808-Bild-01-Noch-wird-unter-Dampf.jpg" alt width="1200" height="695"><p id="caption-attachment-28022" class="wp-caption-text">1962 Noch wird unter Dampf nach Aalen gefahren (Archiv Müller)</p></div><div id="attachment_28023" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28023" class="wp-image-28023 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-808-Bild-02-Bahnhof-70er-Jahre.jpg" alt width="1200" height="887"><p id="caption-attachment-28023" class="wp-caption-text">Anfang der 70er Jahre – der Bahnhof war schon mit Eternit verkleidet (Archiv Müller)</p></div></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="padding-left: 40px"><strong>• Dampflokzeitalter.</strong> Die letzte Dampflok auf der Brenzbahn fuhr wahrscheinlich in den späten 1960er oder frühen 1970er Jahren. Diese Strecke hat im Laufe ihrer Geschichte viele Dampflokomotiven gesehen. Eine der bemerkenswertesten war die Baureihe 64, die auf der Brenzbahn häufig eingesetzt wurde. Die Baureihe 64, auch als “Bubikopf” bekannt, war eine deutsche Dampflokomotive, die zwischen den 1920er und 1950er Jahren im Einsatz war. Sie wurde von der Deutschen Reichsbahn entwickelt und war für den Personen- und Güterverkehr konzipiert. Die Baureihe 64 war eine zuverlässige und vielseitige Lokomotive, die auf vielen Strecken in Deutschland eingesetzt wurde, einschließlich der Brenzbahn1.Ihre charakteristische Erscheinung mit dem abgerundeten Kessel und dem markanten Führerhaus verlieh ihr den Spitznamen “Bubikopf”. Die Baureihe 64 war eine 2–6‑2-Tenderlokomotive, was bedeutet, dass sie zwei führende Laufachsen, sechs angetriebene Achsen und einen Tender hatte. Sie war sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr geeignet und bewältigte Steigungen und Kurven mit Leichtigkeit.<br><strong>• Ich brauchte die Bahn regelmäßig</strong> erst als ich ab 1969 in die Berufsschule Aalen kam. Wie mich der Teufel ritt, wollte ich eines Tages unbedingt ausprobieren, ob ich hin- und zurück ohne Fahrkarte durchkam. Natürlich bin ich auf der Rückfahrt aufgeflogen und wurde, wieder einmal, den Bahnobersten in Oberkochen übergeben. Der sah mich an und sagte: „Der sieht ja gar nicht aus wie ein Schwarzfahrer – aber das kostet 20 DM“. Das war heftig – belief sich doch das Lehrlingsgehalt auf gerade mal 50 DM im Monat. Des kaufmännischen Schriftverkehrs als angehende Jungkaufmann inzwischen mächtig, versuchte ich die DB zu beeinflussen – vergeblich.<br><strong>• Kurswagen Hamburg</strong>. Ein Kurswagen, in diesem Fall Hamburg, war ein Waggon, in den man in Oberkochen einsteigen und in Hamburg aussteigen konnte, ohne den Zug wechseln zu müssen. Der Waggon wurde einfach an einigen Stellen wie z.B. in Crailsheim und Bebra von einem Zug abgekoppelt und an einen anderen Zug angekoppelt. So ersparte man sich das Umsteigen und reiste komfortabel in einem 6er-Abteil – die Reise dauerte aber relativ lange (beispielsweise fuhr ich in Kiel um 22 Uhr ab und war morgens um 8 Uhr in Oberkochen).<br><strong>• Eine andere Geschichte verdeutlicht die Wirkung von Uniformen</strong> auf Menschen in der damaligen Zeit. Mitte der 70iger Jahre wollte ich von Oberkochen nach Kiel und wen traf ich am Bahnhof? Meinen Schulfreund Michael „Milu“ Ludwig, seinerzeit bereits Offizier bei der Marine. Ich hingegen hatte den Dienstgrad Maat. Das bedeutete: Für mich war die 2. Klasse vorgeschrieben und für „Milu“ die 1. Klasse – vorausgesetzt er reiste in Uniform. Was nun? Getrennt sitzen kam nicht in Frage? Gemeinsam 2. Klasse sitzen kam für meinen Freund nicht in Frage, also bestimmte er kurz: „Du kommst zu mir in die 1. Klasse. Ich regele das schon.“ Kaum losgefahren kam der Kontrolleur. Wir wollten unser Karten zeigen und die Angelegenheit erklären, er aber salutierte kurz und sprach: „Schon in Ordnung die Herren, gute Reise“.<br><strong>• Und wie sah es im Bahnhof aus?</strong> Man betrat das Bahnhofsgebäude und rechter Hand war der Fahrkartenschalter. Es gab dort die berühmten gestanzten Fahrkarten, deren Rohlinge an der Wand im Büro gelagert waren, um sie dann entsprechend dem Fahrziel zu prägen. Gegenüber dem Eingang befand sich die Bahnexpress-Annahme und die Gepäckaufbewahrung. An deren Scheibe hingen immer die Steckbriefe für die gesuchten Verbrecher und in den 70er Jahren die RAF-Fahndungsfotos. Ansonsten erinnere ich mich an lange Sitzbänke in einem stark überheizten unschönen Warteraum. An den Seiten eine Personenwaage und ein Automat für Süßigkeiten sowie große Bilderrahmen für Bahnwerbung und die notwendigen Fahrpläne. In den 60ern gab es noch den alten Warteraum mit Holzbänken und Holzfußboden und einem Bollerofen, der im kalten Winter zum Aufwärmen einlud, wenn es uns beim „Kirche-Schwänzen“ draußen zu kalt wurde.<br><strong>• Fahrkartenausgabe Oberkochen</strong>. Ich habe keinen Zweifel, dass ich ab dem Jahr 2000 eine Herausforderung für das Personal an unserem Bahnhof war, wenn ich eine Fahrkarte nach Zürich verlangte. Da wurden noch Kursbücher gewälzt und der Schweizer Teil der Strecke musste ja auch von den Herren bewältigt werden. Das dauerte oft so lange, dass ich schon Tage zuvor außerhalb des Berufsverkehrs den Schalter blockierte – oftmals nicht unter 20 Minuten. 2004 wurde die Fahrkartenausgabe geschlossen, kurzfristig übernahm Klaus Schön’s „Consilio“ den Fahrkartenverkauf – meine Sonderwünsche nach Zürich haben sie aber nicht hinbekommen. Und seitdem muss ich bis heute immer nach Aalen fahren, denn eine Fahrkarte mit Deutscher Bahncard und Schweizer Halbtax – das kann der Fahrkartenautomat nicht.<br><strong>• Im Bereich des Güterschuppens gab es auch eine Kohlenhandlung</strong> – W. M. Maier, wenn mich meine Erinnerung nicht im Stich lässt. Die Bestellungen konnte man beim Friseur Linert in der Dreißentalstraße 77 aufgeben. Neben den Gleisen, die neben der heutige Spedition Maier, verliefen, befanden sich die Lagerboxen für Kohlen und Briketts. Auch habe ich noch das Bild eines Heizöltanks im Kopf. Der Güterschuppen, 1869 erstellt, 1939 um einen Rampenanbau und 1942 um ein Bürohäuschen erweitert, wurde 1989 abgerissen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28024" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28024" class="wp-image-28024 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-808-Bild-03-Der-alte-Gueterschuppen.jpg" alt width="1200" height="688"><p id="caption-attachment-28024" class="wp-caption-text">Der alte Güterschuppen lag früher im Bereich des heutigen NETTO-Marktes (Archiv Müller)</p></div></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="padding-left: 40px"><strong>• Modelleisenbahnfreunde</strong>. Dieser Verein bekam eines Tages einen Waggon auf dieses Gleis gestellt, damit sie eine ordentliche Heimat hatten.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_102 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28020" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28020" class="wp-image-28020 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-808-Bild-04-Modelleisenbahnfreunde-Vereinsheim.jpg" alt width="1200" height="741"><p id="caption-attachment-28020" class="wp-caption-text">Hier hatten einst die Eisenbahnfreunde ihre Heimat (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_103 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p style="padding-left: 40px"><strong>• Bahnübergänge</strong>. Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass wir einst mehre Bahnübergänge hatten.</p>
<p><strong>Posten 8</strong> das sog. Haus Vogel auf Höhe Petershans &amp; Betzler, <strong>Posten 10</strong> auf Höhe Günther &amp; Schramm, <strong>Posten 11</strong> der frühere Übergang Hauber — Hassler (heute Hut) und der <strong>Posten 12</strong> Am Seegartenhof (Birkach). <strong>Posten 10</strong> war der Bahnhof selbst.</p>
<p style="padding-left: 40px"><strong>• Bahnwärterhäuschen Nord Posten 8.</strong> 1890 je 5 Personenzüge in beide Richtungen. Die Abfahrtszeiten waren wie folgt (wobei man damals am Tag zweimal 12 Stunden rechnete. Die heute übliche Zeitschiene von 0.00 bis 24.00 Uhr wurde erst im Mai 1927 eingeführt):</p>
<p style="padding-left: 40px">- nach Aalen: 6.26, 8.31, 12.50, 4.28, 7.34 Uhr<br>- nach Heidenheim: 7.27, 11.36, 2.45, 6.12, 8.45 Uhr</p>
<p style="padding-left: 40px">Zwischen den Zügen hatte der Bahnwärter täglich mindestens zweimal seinen Streckenabschnitt zu kontrollieren und auch kleine Handgriffe selbst an Ort und Stelle auszuführen. Deshalb gehörten Hammer und Schraubenschlüssel zu seiner Ausrüstung. Dazu kam noch die Bedienung der Bahnschranken, wenn das Läutwerk ein entsprechendes Zeichen gab. Waren die Schranken geschlossen, setzte der Bahnwärter seine Dienstmütze auf, nahm Haltung an — dem Zug könnte ja ein Salonwagen mit hohen Herrschaften angehängt sein — und beobachtete den vorüberbrausenden Zug. Da das Einkommen eines Bahnwärters nicht üppig war, musste in der Freizeit — vor allem von der Bahnwärtersfrau Gartenbau und etwas Landwirtschaft betrieben werden. Jeder Bahnwärter hatte eine oder mehrere »Bahnwärterskühe«, sprich Ziegen und meist auch Hühner und Hasen.<br>Am 26.1.1963 ging das Wärterhaus in den Besitz der Gemeinde Oberkochen über. Es wurde bis zum Jahr 1974 wohnlich genutzt. Verbunden mit einer Feuerwehrübung wurde das Wärterhaus am 11.2.1974 »warm« abgebrochen.</p>
<p style="padding-left: 40px"><strong>Die Bahnwärter im Bereich Nord (nach Aalen) waren (soweit bekannt)</strong>: Engel / Traber / Vogel / Bayer / Kiz / Blank</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_104 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28021" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28021" class="wp-image-28021 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-808-Bild-05-Bahnwaerterhaus-1926.jpg" alt width="1200" height="814"><p id="caption-attachment-28021" class="wp-caption-text">Haus Vogel (Bahnwärterhaus) im Jahr 1926 Oberkochen Nord. Es zeigt den Bahnwärter Johannes Vogel (1867 — 1947) mit der jüngsten Tochter Johanna und Erwin Betzler (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_105 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Es grüßt gedanklich von der alten Fahrkartenausgabe beim Kauf der Tickets nach Zürich.</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Wilfried „Wichai“ Müller – Billie vom Sonnenberg</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 809 Bäume der besonderen Art auf unserer Gemarkung Teil 3</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-809-baeume-der-besonderen-art-auf-unserer-gemarkung-teil-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Wilfried Preuß]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Sep 2024 22:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 800-899]]></category>
		<category><![CDATA[Natur, Grenzsteine, Feldkreuze, Denkmäler, Volkmarsberg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://oberkochen-heimatverein.de/?p=28052</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_9 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
				<div class="et_pb_row et_pb_row_9 beitrag-row">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_9  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child" id="inhaltsverzeichnis-spalte">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_106 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28037" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28037" class="wp-image-28037 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-809-Bild-01Weide-im-Brunkel.jpg" alt width="1200" height="900"><p id="caption-attachment-28037" class="wp-caption-text">Ein Blickfang – die Weide im Brunkel an der Kocherbrücke mit Blick auf Alt-Oberkochen (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_107 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Im Brunkel nahe der Kocherbrücke steht eine mächtige „Weide“ (Salix alba).</strong></span> die ich immer gerne anschaue und fotografiere. Eine der fotografisch schönen Ecken bei uns. Inzwischen wurde sie etwas „gerupft“, zurückgeschnitten (leider – hat dadurch Charakter verloren). Es ist keine Trauerweide, wie man meinen könnte, sondern eine Silberweide. Sie ist ein Laubbaum und gehört zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Im Laufe ihres Lebens wird sie durchschnittlich 25 Meter hoch. Ihre Blätter sind lanzettförmig und am Blattrand gesägt. Im Herbst färben sich die Blätter gelborange. Bei älteren Bäumen sehen wir eine gräuliche, tiefgefurchte Borke. Es wird für unterschiedliche Anwendungen insbesondere als Rund‑, Industrie- und Schnittholz, zudem werden erhebliche Mengen energetisch verwertet (als biogener Brennstoff unter anderem in Heizwerken).</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_108 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28038" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28038" class="wp-image-28038 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-809-Bild-02-Esche-vor-dem-Hirsch.jpg" alt width="1200" height="1600"><p id="caption-attachment-28038" class="wp-caption-text">Die alte Esche vor dem Abrissgelände “Hirsch” und der Stadtbibliothek (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_109 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Eine „Esche“ (Fraxinus) stand einst dort wo heute die „Neue Mitte“ ist.</strong></span> Einige von uns hätten sie gerne erhalten, aber sie war wohl krank – ob wirklich, politisch oder planerisch ist nicht bekannt. Die Gemeine Esche erreicht eine Höhe von bis zu 40 m und einen Stammdurchmesser von 2 m. Nach 100 Jahren hat sie durchschnittlich eine Höhe von 30 m und einen Brusthöhendurchmesser von 30 cm bis 40 cm. Das Höchstalter beträgt etwa 250 bis 300 Jahre. Eschenholz wird sowohl als Massivholz als auch in Form von Furnieren häufig eingesetzt, so für Küchen‑, Wohn- und Schlafzimmermöbel oder in gebogener Form für Sitzmöbel. Des Weiteren wird es für Wand- und Deckenverkleidungen und zur Herstellung von Parkett- und Dielenböden verwendet. Für alle diese Anwendungen wird helles Holz ohne Farbkern bevorzugt. Eschenholz wird besonders dann eingesetzt, wenn hohe Ansprüche an die Festigkeit, Zähigkeit und Elastizität gestellt werden, so zur Herstellung von Stielen für Hämmer, Beile, Schaufeln, Hacken und Äxte, Sensen, Rechen und andere Gartengeräte. Auch Sport- und Turngeräte wie Sprossenwände, Schlaghölzer oder Schlitten werden aus Eschenholz gefertigt.<br><span style="color: #3366ff"><strong>Die große Esche am Bahnhof.</strong></span> Die Gemeine Esche oder auch Hohe Esche (Fraxinus excelsior), ist eine in Europa heimische Baumart aus der Gattung der Eschen. Mit einer Wuchshöhe von bis zu etwa 40 m zählt sie zu den höchsten Laubbäumen Europas. An exponierteren Standorten erreicht das Ölbaumgewächs jedoch nur um 15 bis 20 m. Durch die starke Konkurrenz der Buche, mit der sie häufig vergesellschaftet vorkommt, ist sie in größeren Beständen überwiegend in Waldgesellschaften auf feuchteren (Hartholzaue, Auwald) oder trockeneren Standorten (flachgründige Kalkböden) anzutreffen, auf denen die Konkurrenzkraft der Buche nachlässt. Eschenholz zählt zu den Edellaubhölzern. Nach Buche und Eiche gehört es zu den wichtigsten Laubnutzhölzern Mitteleuropas. Seit Beginn der 1990er Jahre wird die Esche durch ein zuerst in Polen aufgetretenes und inzwischen in weiten Teilen Europas verbreitetes Eschensterben bedroht, das von dem Schlauchpilz verursacht wird.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_110 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28039" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28039" class="wp-image-28039 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-809-Bild-03-Baeume-Bahnhofstrasse.jpg" alt width="1200" height="1600"><p id="caption-attachment-28039" class="wp-caption-text">Ensemble in der Bahnhofstraße li 876: eine Gemeine Esche und re 875 ein Bergahorn (Archiv Bihlmaier)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_111 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Dann haben wir noch eine <span style="color: #3366ff"><strong>„Gemeine Esche“</strong></span> mit der Nummer 876 zwischen Spedition Maier (früher Bäuerle) und Parkplatz. Direkt daneben ein <span style="color: #3366ff"><strong>„Bergahorn“ (Acer pseudoplatanus)</strong></span> mit der Nummer 875. Gepflanzt wurden beide im Jahr 1940. Bergahorne haben nicht nur wertvolles, vielseitig verwendbares Holz, sondern auch eine spannende Kulturgeschichte. Früher versuchte man zum Beispiel mit diesem Baum, Hexen, Maulwürfe oder Blitzschläge von Haus, Hof und Feldern fernzuhalten. Und eine weitere Kombination <span style="color: #3366ff"><strong>„Bergahorn und Esche“</strong></span> haben wir am Gutenbach, am Fußweg zwischen Bürgermeister-Bosch-Straße und Kinderhaus.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_112 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28040" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28040" class="wp-image-28040 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-809-Bild-04-IKastanie-vor-der-Grube.jpg" alt width="1200" height="908"><p id="caption-attachment-28040" class="wp-caption-text">Eine herrliche Kastanie im Blütenkleid vor dem Gasthaus “Grube” (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_113 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Die mächtige „Kastanie“ (Castanea) vor dem Gasthaus „Grube“.</strong> </span>Sie steht wohl schon seit es die „Grube“ gibt. Weitere Kastanien finden wir im Biergarten der Bahnhofsgaststätte, im Schwörz und gegenüber der Fa. Böhlerit in der Heidenheimerstraße (zwischen den beiden Bäumen steht noch das Fundament eines einst dort stehenden Gedenkkreuzes). In Europa wird die Gewöhnliche Rosskastanie verbreitet als Park- und Alleebaum angepflanzt. Eine teilweise Namensübereinstimmung mit der Edelkastanie (Castanea sativa) beruht auf einer oberflächlichen Ähnlichkeit der Früchte, nicht auf Verwandtschaft; beide gehören aber unterschiedlichen Gruppen an. Ihre Früchte wurden von den Osmanen als Pferdefutter und als Heilmittel gegen Pferdehusten mitgeführt und gelangten so nach Mitteleuropa. Der Zusatz „Ross“ diente zur Unterscheidung dieser für den Menschen ungenießbaren Samen von der schon länger bekannten, essbaren Edelkastanie. Kastanienholz ist ein mäßig schweres, weiches und biegsames Holz mit geringem Schwindverhalten und guter Bearbeitbarkeit. Es ist witterungsbeständig und widerstandsfähiger gegen Pilz- und Insektenbefall als andere heimische Hölzer, daher ideal für Außenmöbel, Zäune und Drechsel- sowie Schnitzarbeiten.</p>
<p><strong>Bastelarbeiten.</strong> In unserer Zeit als Kinder und auch als junge Väter, haben wir Kastanien gesammelt, um selbst etwas daraus zu basteln oder im Kindergarten abzugeben. Die wichtigsten Materialien zum Basteln mit Kastanien sind:<br><strong>1. Zahnstocher (bei uns waren das früher Zündhölzer):</strong> <br><em>Sie sind eine echte Geheimwaffe! Zum einen könnt ihr Kastanien, genauso wie auch Eicheln auf die Spieße aufpiken und sie so leichter bemalen. Zum anderen könnt ihr mit Zahnstochern auch ganz wunderbar malen. Mit der Spitze zeichnet ihr zarte Linien, mit dem stumpfen Ende lassen sich gut Punkte, z. B. für Augen, auftupfen. Außerdem können Zahnstocher kleine Löcher bohren oder zum Beispiel Kastanien oder Eicheln miteinander verbinden. Ihr könnt sie ganz einfach mit einer Schere in passende Stücke schneiden.</em><br><strong>2. Handbohrer</strong><br><em>Mit dem Handbohrer könnt ihr nicht nur Kastanien durchbohren, sondern auch Holz, Eicheln, Zapfen oder andere Naturmaterialien. Handbohrer gibt es in unterschiedlichen Stärken. Manchmal braucht man zum Basteln nämlich einen ganz dünnen Bohrer, manchmal aber auch einen etwas dickeren – je nachdem, wie groß das Loch werden soll.</em></p>
<p><strong>In der Schweiz stehen alle voll auf „Marroni“ und „Vermicelles“.</strong> Die meisten Marroni in der Schweiz werden importiert. Ein Bauer im Aargau betreibt die einzige große Kastanien-Plantage der Schweiz. Sie wärmen die Finger und strapazieren die Fingernägel: «Heissi Marroni ruft dr Marroni-Maah“ ständig». Herr und Frau Schweizer essen pro Jahr rund 2.000 Tonnen Edelkastanien. Und dann gibt’s noch die „Vermicelles“ (von italienisch vermicelli ‚Würmchen‘). Das ist ein typisches Schweizer Dessert (ohne Apero, Vorspeise und Dessert ist kein Essen denkbar) aus Maroni-Püree. Ursprünglich stammt es aus der Südschweiz, wird heute aber in der ganzen Schweiz hergestellt und konsumiert. Das Mus wird aus pürierten in Milch gekochten Maroni (Esskastanien) hergestellt und mit Butter oder Pflanzenöl, Läuterzucker, Kirschwasser und Vanille verfeinert. Für die typische Form wird die Maronimasse mit einer Vermicelle-Presse durch ein Lochblech gepresst, so dass etwa 15 cm lange spaghettiähnliche «Würmer» entstehen. Gutes Vermicelle ist cremig und schmeckt nach Maroni. Während der Herbstsaison wird Vermicelle in der Schweiz in jedem besseren Café und in vielen Restaurants serviert.</p>
<p><span style="color: #3366ff"><strong>Der „Magnolienbaum“ im früheren Hausmann’schen Garten im Dreißental (heute Haus Markscheffel).</strong></span> Die Magnolien (Magnolia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae). Sie enthält über 200 Arten, die alle aus Ostasien oder Amerika stammen. Die Gattung wurde nach dem französischen Botaniker Pierre Magnol (1638–1715) benannt. Einige Magnolien-Arten und ihre Sorten sind beliebte Ziergehölze. Magnolien-Arten werden durch Käfer bestäubt. Die Gattung reicht bis in die Kreidezeit (über 100 Mio. Jahre) zurück. Magnolien werden vor allem aufgrund ihrer großen, auffälligen Blüten als Ziergehölze sehr geschätzt. Allerdings ist der Blütenrausch sehr kurz. Magnolienholz ist sehr wertvoll und selten. Es erzielt sehr hohe Preise und könnte gerade deshalb auch für Kleinwaldbesitzer von besonderem Interesse sein. Besonders für die Griffe japanischer Messer wird es gerne verwendet.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_114 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28034" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28034" class="wp-image-28034 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-809-Bild-05-Gingko-im-Dreissental.jpg" alt width="1200" height="1739"><p id="caption-attachment-28034" class="wp-caption-text">Ein prachtvoller Baum (Goethe hätte seine Freude) – Der Gingko in Hermann’s Garten im Dreißental (Archiv Bihlmaier)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_115 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong><span style="color: #3366ff;">Der „Gingko-Baum“ (Gingko Biloba), auch Jahrtausendbaum genannt, im Dreißental.</span></strong> Der Ginkgo oder Ginko ist eine in der Volksrepublik China heimische, heute weltweit angepflanzte Baumart. Er ist der einzige lebende Vertreter der Ginkgoales, einer ansonsten ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen. Natürliche Populationen sind nur aus der Stadt Chongqing und der Provinz Guizhou im Südwesten Chinas bekannt. In Ostasien wird der Baum wegen seiner essbaren Samen oder als Tempelbaum kultiviert. Er wurde von niederländischen Seefahrern aus Japan nach Europa gebracht und wird hier seit etwa 1730 als Zierbaum gepflanzt. Zum Jahrtausendwechsel erklärte das deutsche „Kuratorium Baum des Jahres“ den „Ginkgo biloba“ zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden und zum Baum des Jahrtausends. Der Ginkgo ist ein „lebendes Fossil“. Er kann durchaus 1.000 Jahre alt werden, hat also größte Möglichkeiten in Zukunft Oberkochens ältester Baum zu werden. Als Baum des Lebens wird der Ginkgo Baum in Asien verehrt. Uralte Gingko Bäume (mehr als 1000 Jahre) sind vor allem in Japan und China zu finden. Der Ginko Baum ist in Asien ein Symbol für Liebe und Unsterblichkeit.<br>Gisela Herrmann wünschte sich den Baum einst als Kind, da ihr ein Lehrer einst den Baum ans Herz legte und so pflanzten ihre Eltern aus der Schreinerei Fischer im Dreißental einen kleinen Baum. Dass es ihm dort gefällt, sieht man. Nun ist der Gingko ein zweihäusiger Baum, sprich es gibt Männlein und Weiblein. Die ersten 20 Jahre weiß man aber nicht, woran man ist. Plötzlich wachsen mirabellen-artige Früchte und dann weiß man – man hat einen weiblichen Gingko. Ob der männliche schlanke Gingko aus Neuhäusers Garten im unteren Dreißental dafür verantwortlich ist – kann schon sein. Dieses wertvolle, besondere Holz wird unter anderem für Kunsttischlereigegenstände, Kunstartikel, Rechenbretter, Skulpturen und in Japan auch für Utensilien des zeremoniellen Teetrinkens verwendet. Viele Schachfiguren oder Bedarfsgegenstände werden ebenfalls aus Ginkgoholz hergestellt.</p>
<p><strong>Natürlich hatte Goethe zu diesem Baum auch etwas zu sagen, denn in Jena gibt es den Goethe-Gingko. Ottmar kennt ihn persönlich, nicht den alten Goethe, sondern den alten Gingko, unter dem er auch schon gesessen ist. Dieser wurde auf Anraten des alten Geheimrates 1790 gepflanzt und wird im Verzeichnis des Botanischen Gartens unter Nummer 145 geführt.:</strong></p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;"><em>Dieses Baums Blatt, der von Osten</em><br><em>Meinem Garten anvertraut,</em><br><em>Giebt geheimen Sinn zu kosten,</em><br><em>Wie’s den Wissenden erbaut,</em></p>
<p style="text-align: center;"><em>Ist es Ein lebendig Wesen,</em><br><em>Das sich in sich selbst getrennt?</em><br><em>Sind es zwei, die sich erlesen,</em><br><em>Daß man sie als Eines kennt?</em></p>
<p style="text-align: center;"><em>Solche Frage zu erwidern,</em><br><em>Fand ich wohl den rechten Sinn,</em><br><em>Fühlst du nicht an meinen Liedern,</em><br><em>Daß ich Eins und doppelt bin?</em></p>
</blockquote></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_116 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28035" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28035" class="wp-image-28035 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-809-Bild-06-Nelkenkirschen-vor-dem-Ochsen.jpg" alt width="1200" height="900"><p id="caption-attachment-28035" class="wp-caption-text">Die jap. Nelkenkirschen vor dem Gasthaus “Ochsen”, als dieser noch bewirtschaftet wurde (Archiv Rathaus)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_117 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Die „japanische Nelkenkirsche“ (Prunus serrulata) in der Aalener und Heidenheimstraße.</strong></span> Sie wurden im Rahmen der Sanierung der Innenstadt gepflanzt und verbreiten im Frühjahr eine besondere Atmosphäre, die auch die Besucher aus Nah und Fern in dieser Zeit sehr anspricht. Ein anspruchsloser Baum, der aber jeden während der kurzen Blütezeit verzückt. Die Sorten dieser Zierkirsche werden als Zierpflanzen in Alleen, Parks und Gärten und in Oberkochens Hauptstraße verwendet. In den ersten wärmeren Apriltagen beginnt die japanische Blütenkirsche üppig zu blühen und entfaltet ihre Pracht nur für wenige Tage. Schon Anfang Mai ist die Blütezeit zu Ende, und die Blüten fallen zu Boden. Die japanische Blütenkirsche steht bei dem japanischen Brauch Hanami (wörtlich: „Blütensehen“) einige Tage ganz im Mittelpunkt allgemeiner Aufmerksamkeit. Die Medien berichten detailliert vom Weg der Kirschblüte in Richtung Nord-Japan. So kurz die japanische Blütenkirsche blüht, so zahlreich sind ihre Blüten, die zur Blütezeit den Boden rund um die Kirschbäume bedecken und die Äste zum Biegen bringen. Die Blütenkirsche ist auch eng mit der Kultur Japans verwoben. So wurde das Vergehen der Blüten auf ihrem Höhepunkt schon mit jungen Kriegern oder Samurai verglichen. Die Kirschblüte (jap. sakura) ist für Japaner schon seit etlichen Jahrhunderten der Inbegriff aller Blüten. Die Zartheit und der schlichte Duft der Blüten symbolisieren Reinheit und Einfachheit – traditionelle Werte der japanischen Kultur. Jetzt fehlt nur noch ein Kirschblütenfest in unserer Gemeinde. Zum Thema gibt es einen Film von Doris Dörrie, den ich sehr liebe: „Kirschblüten Hanami“ mit Hannelore Elsner und Elmar Wepper.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_118 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28036" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28036" class="wp-image-28036 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-809-Bild-07-Rotfichte-vor-der-Skihuette-e1754070041261.jpg" alt width="1200" height="1936"><p id="caption-attachment-28036" class="wp-caption-text">Eine Rotfichte vor der Skihütte, Katasternummer 1313: über 160 Jahre alt, 24 Meter hoch, 330 cm Stammumfang (Archiv Bihlmaier)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_119 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Die Rotfichte bzw. die gemeine Fichte“ (Picea abies).</strong></span> Natürlicherweise kommt die Fichte nur in kühlen bis kaltgemäßigten Klimaten – vor allem in den nordischen Nadelwäldern Skandinaviens und Russlands zum Beispiel im Gebirgsklima der Alpen oder des Hochharzes – vor, da sie ökologisch an solche Standorte angepasst und nur dort konkurrenzstark ist. Da sie aber aufgrund ihrer Holzqualität und des schnellen Wachstums ein forstwirtschaftlich bedeutsamer Baum ist, wurde sie im letzten und vorletzten Jahrhundert großflächig in ganz Deutschland („Preußenbaum“) und in vielen anderen mittel- und osteuropäischen Ländern außerhalb ihres natürlichen Wuchsgebietes angebaut. Der Klimawandel führt uns nun vor Augen, dass sie der falsche Baum (Flachwurzler) für unsere Breiten ist und eine andere Art von Wald geschaffen werden muss. Zur Veranschaulichung, dass Fichten durchaus auch schön ausgesehen haben, wenn sie bestimmte Standorte hatten – wie einst am Kocherursprung. Dieses Foto von Rudolf Kristen zeigt auch die Schönheit von S/W‑Fotografien.<br>Fichtenholz zeichnet sich durch seine helle Farbe, Festigkeit und gute Bearbeitbarkeit aus. Verwendet wird es im Hoch- und Tiefbau, Innenausbau, Möbelbau sowie in der Industrie für Zellulose und Holzwolle.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_120 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28041" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28041" class="wp-image-28041 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-809-Bild-08-Romantische-Uferpartie-e1754070283831.jpg" alt width="1200" height="1433"><p id="caption-attachment-28041" class="wp-caption-text">Romantische Uferpartie mit Blick auf Oberkochen (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_121 bild-untertitel  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28060" style="width: 1193px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28060" class="wp-image-28060 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Oberkochen-Birkenhain.jpg" alt width="1183" height="1134"><p id="caption-attachment-28060" class="wp-caption-text">Birken Wäldchen Ende 1980iger (Archiv S. Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_122 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff;"><strong>An der „Birke“ (Betula)</strong></span> kommen wir nicht vorbei, auch wenn es keine besonders großen Birken bei uns im Stadtbild gibt. Es gibt ein paar im „Schwörz“ und in Erinnerung haben wir ein kleines Birkenwäldchen oberhalb der SMT, das sich aber inzwischen mächtig versteckt hat.<br>Aber als Symbol war sie immer ein Thema. Sei es, um seiner Liebsten ein Maien-Bäumchen zu schenken – auch wenn’s heute vielleicht im Kübel ist. Nach jahrhundertealtem Brauch schmückten junge Birken zur Maienzeit die Marienaltäre in katholischen Kirchen und die zum Fronleichnamsfest errichteten Altäre sowie den Kircheneingangsbereich von „St. Peter und Paul“. Gottlob Braun schrieb 1973 noch: „Der Forstwirt sieht, soviel ich weiß, in der Birke nur ein „Unkraut“. Ist das heute auch noch so lieber Reinhold? Weiter schrieb er: „Bei uns stehen einzelne Birken und Gruppen in den Vorgärten, in Anlagen und auf Friedhöfen oder an Wegkreuzen…..In den Wäldern genießt sie nur noch Gastrecht an Waldrändern, Wegen oder Ödflächen.“<br>Die Bäume sind mittelgroß und wachsen zwischen 20 und 30 Meter hoch. Dabei werden sie zwischen 100 und 120 Jahre alt. Da dieses Holz äußerst elastisch und weich ist, wird ist häufig in der Herstellung von Möbeln verwendet. Birkenholz Möbel gibt es allen möglichen Ausführungen – von Tischen und Stühlen über Betten bis hin zu Schränken. Kaum einen anderen Baum können wir derart vielfältig nutzen: Aus der Birke lassen sich nicht nur Material für Möbel und Brennholz gewinnen, sondern auch Zuckerersatz, Salatzutaten, Arzneimittel und sogar ein erfrischender Drink. Ihre Rinde wird gerne zu Trockenholz-Blumen-Arrangements verwendet – Augen auf im Gartencenter im Herbst. Nicht nur die Kaminbetreiber lieben das Birkenholz, wenn es am offenen Kamin knistert und wohlige Wärme verbreitet auch für das Auge ist dieser Baum mit seinem besonders markanten Stamm einfach schön anzuschauen. Meine „alte“ Firma Leitz erweist der Birke den notwendigen Respekt, den dieser Baum verdient. Im alten Portierbereich (rechts bevor man durch das Tor geht) stehen viele Baumstämme der finnischen Birke – vermutlich Sandbirken. Der Architekt versuchte den Zusammenhang zwischen „drinnen (wird verarbeitet) und draußen (wächst heran)“ darzustellen, aber die LKWs haben die 3 außenstehenden Stämme immer wieder umgefahren, sodass wir uns heute begnügen, die Exemplar hinter Glas anzuschauen.<br>Abschließend lassen wir Wilhelm Busch (1832–1908) zu Wort kommen, der (wie Goethe auch) zu jedem Thema ein passendes Gedicht zur Hand hat.</p>
<blockquote>
<p><strong>Die Birke</strong></p>
<p><em>Es wächst wohl auf der Heide</em><br><em>Und in des Waldes Raum</em><br><em>Ein Baum zu Nutz und Freude,</em><br><em>Genannt der Birkenbaum.</em></p>
<p><em>Die Schuh, daraus geschnitzet,</em><br><em>Sind freundlich von Gestalt.</em><br><em>Wohl dem, der sie besitzet,</em><br><em>Ihm wird der Fuß nicht kalt.</em></p>
<p><em>Es ist die weiße Rinde</em><br><em>zu Tabaksdosen gut,</em><br><em>Als teures Angebinde</em><br><em>Für den, der schnupfen tut.</em></p>
<p><em>Man zapfet aus der Birke</em><br><em>Sehr angenehmen Wein,</em><br><em>Man reibt sich, daß es wirke,</em><br><em>Die Glatze damit ein.</em></p>
<p><em>Dem Birkenreiserbesen</em><br><em>Gebühret Preis und Ehr;</em><br><em>Das stärkste Kehrichtwesen,</em><br><em>Das treibt er vor sich her.</em></p>
<p><em>Von Birken eine Rute,</em><br><em>Gebraucht am rechten Ort,</em><br><em>Befördert oft das Gute</em><br><em>Mehr als das beste Wort.</em></p>
<p><em>Und kommt das Fest der Pfingsten,</em><br><em>Dann schmückt mir fein das Haus Ihr,</em><br><em>meine liebsten Jüngsten,</em><br><em>Mit Birkenzweigen aus</em></p>
</blockquote></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div id="attachment_28042" style="width: 1210px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-28042" class="wp-image-28042 size-full" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/Bericht-809-Bild-09-Douglasie-im-Kapellenweg-e1754070238451.jpg" alt width="1200" height="1528"><p id="caption-attachment-28042" class="wp-caption-text">Eine alte hoch gewachsene Douglasie auf dem alten Wagenblast-Gelände im Kapellenweg (Archiv Müller)</p></div></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_124 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #3366ff"><strong>Abschließend kommen wir zur „Douglasie“ (Pseudotsuga menziesii)</strong></span> mit der Katasternummer 12 und dem Geburtsjahr 1930. Leider hat sie es nicht überstanden. Gegen ein Blaulichtzentrum ist kein Kraut und auch kein Baum gewachsen. War schon beeindruckend, wie sie solitär im Brunkel stand. Im März 2024 fiel sie den Bauarbeiten beim „Blaulicht-Zentrum“ zum Opfer. Die Douglastanne verdankt ihren Namen dem schottischen Botaniker David Douglas. Er brachte die Samen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Übersee mit nach Großbritannien. Heute ist die Douglasie wegen ihres Holzes in Europa die wichtigste, nicht heimische Art. Ihrer Herkunft gemäß bevorzugt die Douglasie einen frischen bis feuchten, durchlässigen und nährstoffreichen Boden. Da ihr weitreichendes Wurzel-System sowohl flache als auch tiefe Bodenschichten gut erschließt, kommt sie auch auf trockenen und armen Böden gut zurecht. Insbesondere im Vergleich zu Fichten oder Kiefern ist dies ein Vorzug. Die Douglasie wird wohl einer der Gewinner des Klimawandels sein und die Fichte verdrängen.<br>Das Holz wird vor allem im Garten- und Landschaftsbau, für Kinderspielanlagen, Außenverkleidungen (Fassaden) und in den USA als wetterfest verleimtes Bausperrholz, sowie für den Rahmenbau, Fußböden und Treppen eingesetzt. Es ist ein für tragende Konstruktionen zugelassenes Bauholz und hat bessere Eigenschaften als das beispielsweise für Dachstühle übliche Fichtenholz. Im Innenausbau wird es für Parkett, Möbel und Holzfenster verwendet. Einheimisches Douglasienholz findet zunehmend Verwendung im Innenausbau in Form von Dielen, Fensterkanteln und Wandverkleidungen.</p>
<p>Jetzt heißt es wieder raus an die frische Luft und spazieren gehen. Bis der nächste Teil im kommenden Jahr kommt, gibt es zur Erholung erst mal ein paar andere Themen.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Wilfried „Wichai“ Müller – Billie vom Sonnenberg</strong></p></div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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