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	<title>Berichte 700-799 | Heimatverein Oberkochen</title>
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	<title>Berichte 700-799 | Heimatverein Oberkochen</title>
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		<title>Bericht 700: Eine Super-Idee und eine bisher unerschöpfliche Reihe</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Feb 2019 23:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Allgemeines.</strong></p>
<p>Am 22. Januar 1988 erschien der Bericht mit der Nr. 1 und dem Titel <em>„Oberkochen 1876 – älteste Aufnahme“</em> von Dietrich Bantel. Diese Reihe wurde bis heute fortgeschrieben und ist eine Erfolgsgeschichte des Heimatvereins Oberkochen. Auch das Amtsblatt druckt diese Berichte immer gerne ab, denn nicht alles ist „leichte“ Kost in unserm „Blättle“ und da ist heimatkundliche Auflockerung hin und wieder gut für den Geist und das Gefühl. An dieser Stelle bedanke ich mich, auch im Namen des Heimatvereins, zum einen bei der Leserschaft, die diese Berichte gerne und mit Interesse liest und zum anderen bei der Redaktion des Amtsblattes, die uns immer wohlgesonnen war und sicher auch bleibt. Dem Bürgermeister Peter Traub und dem Jürgen Rühle danke ich für die bisherige Zusammenarbeit. Beide haben immer ein offenes Ohr für meine gelegentlichen Bitten, um die Berichte optimal gestalten zu können.</p>
<p><strong>Dietrich Bantel.</strong></p>
<p>Ohne ihn gäbe es diese Reihe bis heute sicher nicht. Er alleine hat diese Reihe aber auch nicht gestaltet. Es lief zwar vieles über seinen Schreibtisch, aber eben längst nicht alles. Deshalb sollen heute auch mal alle Autoren aufgeführt werden, die sich bisher engagiert eingebracht haben.</p>
<p><strong>Vorgeschichte.</strong></p>
<p>Das Ganze hat im Grunde nicht erst mit dem Bericht Nr. 1 von Dietrich Bantel begonnen, sondern schon vorher mit den früheren Berichten ab 1953 im Amtsblatt (salopp auch <em>„Blätte“</em> oder <em>„Bürger und Bauer“</em> genannt). Auch Alt-Bürgermeister Gustav Bosch hatte sich unserem gemeinsamen Thema verschrieben und aus eigener Feder interessante Berichte geschrieben, die sich mit der gleichen Thematik „Heimatgeschichte und Erinnerungen“ beschäftigt. Unvergessen auch die Berichte von Oberlehrer Gottlob Braun, die sich mit den Pflanzen rund um Oberkochen beschäftigten. Nicht zu vergessen auch die Berichte von Franz Balle aus Geislingen, die sich oft um die alten „Sitten und Bräuche“ drehten.</p>
<p>Egal, ob es sich um alte „Stoiner“, „alt‘s Glomp“, „Keller der verschwundenen Römer“ oder andere wichtige Ausgrabungen zu den Alemannen und Kelten oder um Erinnerungen älterer MitbürgerInnen handelt. Früher hieß es: „Oberkochen hat keine Geschichte.“ Jeder Ort hat immer eine Geschichte, es braucht nur Menschen, die sich die Mühe machen danach zu graben – egal ob nach Steinen, Scherben, Mauern oder nach Erinnerungen. Und solche hatten wir unter den Alt-Vorderen in den letzten Jahrzehnten, wie Lothar Schell unsere Vorfahren gerne nennt.</p>
<p><strong>Was wurde nicht alles geschrieben.</strong></p>
<p>Natürlich gab es hin und wieder Kritik an den Autoren bzw. an manchen Ungenauigkeiten oder Unschärfen. Das gehört halt auch dazu. Zudem sorgt das auch dafür, dass in der Bevölkerung drieber g’schwätzt wird. Und wenn’s halt falsch war, wird’s später korrigiert. Natürlich hat alles nicht allen gefallen, was da so zu lesen war. Sei es weil Fehler enthalten waren oder unsauber recherchiert wurde oder die Thematik „a wenig hoikl“. Oder es tönte aus der Leserschaft „Was schreibt der denn da für en Seich? Des stimmt doch so net.“ Mag sein, mag aber auch nicht sein. Aber hier gilt das alte Schreinerwort <em>„Wo gehobelt wird fallen Späne“</em> oder es gilt dem A.G. sein Kommentar: <em>„Schreibet doch sälber ebbes, na kennet ihr au maula“</em>.</p>
<p>Berichte schreiben ist keine einsame One-Man-Show, auch wenn das Schreiben selbst im stillen Kämmerlein stattfindet. Aber die gesamte Vorarbeit ist immer eine gemeinsame Arbeit zwischen Schreiber, Ideengeber und den Wissenden. In diesem Sinne bitten wir um weitere Unterstützung (sei es durch Ideen, Texte und Bilder), damit wir eines Tages auch den Bericht mit der Nr. 800 in unserem Amtsblatt bzw. auf der Website des HVO lesen können.</p>
<p><strong>Dietrich Bantels</strong> Schwerpunkte lagen oft auf Ausgrabungen zum Thema Römerkeller, Alemannen und Kelten, dem Osterbuchtunnel, den Menschen und ihre Geschichte. Wollenloch und Bilz-Hannes hatten es ihm ebenfalls angetan. Zum Heimatmuseum hatte er natürlich einiges zu sagen, genauso wie zur dunklen Zeit des 1.000 jährigen Reichs (hier hätte der HVO beizeiten etwas mehr Mut haben sollen, das Thema, historisch und sachlich belegt, lokal aufzubereiten).</p>
<p><strong>Horst Riegel</strong> war es wichtig die Themen Flora und Fauna zu beleuchten sowie geologische Erkenntnisse zu formulieren.</p>
<p><strong>Die Männer der Schrenk-Familie</strong> benutzten ihre Stärken um die Bereiche Eisenbahn, Aalener Protokoll, alte Schulmeister, evangelische Kirche und lokale Presseberichte aus dem 19ten Jahrhundert darzustellen.</p>
<p><strong>Wilfried Müller</strong> schrieb seinen ersten Bericht mit der Nr. 500 im Jahr 2006. Dass er heute, im Jahr 2019, immer noch Erinnerungen und Geschichten, überwiegend aus den 40er bis 70er Jahren findet, erstaunt ihn bisweilen selbst. Ideen gibt es noch einige, ob’s aber bis zur 800 „naus langt“………?</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Drei dieser vier Autoren sind inzwischen verstorben und so liegt derzeit die gesamte Last der Veröffentlichung auf den Schultern beim „Billie vom Sonnenberg“. Da das auf Dauer langfristig nicht funktionieren kann, werden dringend weitere Autoren zu den unterschiedlichsten Themen (auch temporär) gesucht und hoffentlich auch gefunden.</p>
<p><strong>Wer schrieb nicht alles.</strong></p>
<p>Die Hauptakteure bei diesem Geschäft waren (nach Anzahl der jeweiligen Berichte) folgende alte, junge und ehemalige Oberkochener:</p>
<p>Dietrich <strong>Bantel</strong> führt auch hier deutlich die Rangliste mit rund 430 Berichten an, Es folgen die <strong>Schrenk’s</strong> mit Papa Volkmar (dem ehemaligen Direx des heutigen EAG) und seinen Buben Friedemann und Christhard mit über 120 Veröffentlichungen. Wilfried „Billie“ <strong>Müller</strong> folgt mit immerhin auch schon 52 Erinnerungen (Stand heute) der etwas anderen Art. Auch Horst <strong>Riegel</strong> hat mit 18 Berichten einiges hinterlassen. Nicht zu vergessen die <strong>Kämmerer</strong> mit 11 Veröffentlichungen. Mit Freude habe ich beim Recherchieren erkannt, dass eine meiner fleißigsten Unterstützer selbst eine eifrige Schreiberin ist. Luitgart <strong>Hügle</strong>, die auch schon 8 sehr persönliche Erinnerungen geschrieben hat. Auch die Bürgermeister <strong>Bosch</strong>, <strong>Gentsch</strong> und <strong>Traub</strong> haben sich hin und wieder beim Schreiben beteiligt.</p>
<p>Ein ganz besonderer Dank geht an nachfolgend aufgeführte Personen:</p>
<p>Meinen Schulfreund <strong>Christoph Stumpf</strong>, der zwar keine eigenständigen Berichte geschrieben hat, mich aber immer, trotz seiner gesundheitlichen Maläsen, mit Herzblut durch reichlich Text und Bild unterstützt hat. <strong>Albert Holz</strong>, <strong>Sepp Merz</strong> und <strong>Franz Holdenried</strong> haben mir einige gute Ideen geliefert, sowie Text und Bild zur Verfügung gestellt. Auch Bruno Brandstetter und Eberhard Kolb sind mir die letzten Monate treue Unterstützer im Bereich des Ski-Sports geworden und <strong>Rudi „Schreiberle“ Fischer</strong> hat auch seine Mitarbeit zugesagt. <strong>Ludwig Burghart</strong>, der Wissende vom Dreißental hilft mir auch sehr viel und auf ihn ist immer Verlass, wenn ich Unterstützung brauche und besten Dank an alle, die immer dazu beitragen, dass ich etwas zu Papier bringen kann.</p>
<p>Damit die Leserschaft sieht, dass nicht alles „auf dem Mist“ von ein paar HVOlern gewachsen ist, nehme ich dieses Jubiläum mal zum Anlass alle bisherigen Autoren namentlich (ohne Titel) aufzuführen und ihnen allen ein herzliches „Vergelt’s Gott“ zu sagen:</p>
<p><em>Albert <strong>Bahmann</strong>, Emma <strong>Baumann</strong>, Emma <strong>Betzler</strong>, Volker <strong>Beythin</strong>, Reinhard <strong>Bogena</strong>, Helma <strong>Braun</strong>, Hermann <strong>Braun</strong>, Leonhard <strong>Deinhard</strong>, Karl <strong>Elmer</strong>, Esther <strong>Englerth</strong>, Alfred <strong>Fichtner</strong>, Valeria <strong>Franz</strong>, Rita <strong>Frech</strong>, Ernest <strong>Gillen</strong>, Kuno <strong>Gold</strong>, Alfons <strong>Grupp</strong>, Engelbert <strong>Grupp</strong>, Willibald <strong>Grupp</strong>, Albrecht <strong>Gunzenhauser</strong>, Siegfried <strong>Härer</strong>, Heidrun <strong>Heckmann</strong>, Anneliese <strong>Heeber</strong>, Rudolf <strong>Heitele</strong>, Rudolf <strong>Heller</strong>, Paul <strong>Hug</strong>, Wolfgang <strong>Jäger</strong>, Joachim <strong>Kämmerer</strong>, Marika <strong>Kämmerer</strong>, Jürgen <strong>Kempf</strong>, Fritz <strong>Köhle</strong>, Engelbert <strong>Mager</strong>, Reiner <strong>Mailänder</strong>, Robert <strong>Michalik</strong>, Hans <strong>Minder</strong>, Günter <strong>Müller</strong>, Stefan <strong>Müller</strong>, Hermann <strong>Neuffer</strong>, Wolfgang <strong>Pfeiffer</strong>, Wilfried <strong>Preuß</strong>, Heidi <strong>Pröhl</strong>, Werner <strong>Riedel</strong>, Karl-Heinz <strong>Rodeck</strong>, Josef <strong>Rosenberg</strong>, Max <strong>Schlosser</strong>, Josef <strong>Schmid</strong>, Felix <strong>Schröder</strong>, Wolfram <strong>Schröder</strong>, Christoph <strong>Schurr</strong>, Karl <strong>Schurr</strong>, Albert <strong>Seckler</strong>, Alexander <strong>Slovenesvskij</strong>, Irma <strong>Spiegler</strong>, Peter <strong>Traub</strong>, Franz <strong>Uhl</strong>, Karl <strong>Unfried</strong>, Karl <strong>Wannenwetsch</strong> und Joachim <strong>Ziller</strong>.</em></p>
<p>Die folgenden Statements werden in A‑Z Reihenfolge aufgeführt:</p>
<p><strong>Ludwig Burghard, aus der sehr persönlichen Sicht eines alten Dreißentalers, der viel, aber au net älles woiß.</strong></p>
<p><em>Ich werde oft gefragt, und das auch von einigen Kritikern, was ich von Billie Müller’s Berichten im BuG überhaupt halte. Grundsätzlich bin ich in erster Linie begeistert, dass sich überhaupt jemand, unsere Geschichte und Traditionen sowie Begebenheiten und Ursachen aus unserer Oberkochener Vergangenheit recherchiert und, was sehr wichtig ist, schriftlich zu erfassen und zu archivieren. Wir konnten uns ja schon an etlichen Berichten von Billie Müller erfreuen, die alte Ortsteile, Familien und Firmen, alte Bräuche, Feste sowie Geschichten von Neubürgern behandelten. Hinter all diesen Berichten steckt eine aufwendige und akribische Recherche des Berichterstatters, der es nicht scheut, viele Stunden die noch lebenden Zeitzeugen in deren Stuben zu befragen und deren Erzählungen zu notieren, um diese letztendlich für interessierte Bürger im BuG in lebhaften Berichten mit Fotos zu veröffentlichen. Wer wäre heute noch bereit, diese Aufgabe zu übernehmen? Nicht unerwähnt lassen möchte ich Didi Bantel, der überhaupt als erster Bürger von Oberkochen eine tiefgründige und erfolgreiche Heimatforschung betrieb und in interessanten Berichten niederschrieb, was jetzt, Gott sei Dank, Billie Müller mit einem nicht geringerem Engagement und mit einer hohen Präzision, weiterführt. Man stelle sich vor, niemand hätte sich in den vergangenen Jahren dieser aufwendigen Aufgabe gestellt, dann wäre doch vieles aus der Oberkochener Vergangenheit so in Vergessenheit geraten und somit eine Oberkochener Geschichte, so wie wir sie heute kennen, für die Nachwelt nicht mehr so lebhaft erkennbar. Ich kann nur hoffen, dass es noch viele Mitbürger gibt, die unseren Billie mit ihrem Wissen und auch mit interessanten Unterlagen aus vergangenen Tagen bei seiner mühevollen Arbeit unterstützen, damit auch unsere nachfolgenden Generationen mit Freude feststellen können: „Oberkochen hat auch eine und im Besonderen seine ganz eigene Geschichte“!</em></p>
<p><strong>Dr. Karl „Charly“ Elmer für den Heimatverein.</strong></p>
<p><em>Im Jahre 1986 erschien das Oberkochener „Heimatbuch“ als ein Viel-Autoren-Werk mit dem programmatischen Untertitel „Geschichte – Landschaft – Alltag“, in dem sich ein lokal enzyklopädischer Anspruch widerspiegelt. „Die Vergangenheit nicht konservieren, sie aktiv in die Gegenwart einbauen und die Geschichte der Stadt Oberkochen den zukünftigen Generationen lebensnah zu erhalten und weiter zu geben“, war auch das Leitmotiv der 1987 vom damaligen Bürgermeister Harald Gentsch geleiteten Gründungsversammlung des Heimatvereins Oberkochen e.V. gewesen; ein direkten Niederschlag dieser Absichtserklärung war der Start der Publikationsreihe im Amtsblatt in den Vereinsnachrichten ab Januar 1988 (HVO: Landschaft–Geschichte–Alltag), gedacht als Fortschreibung und thematische Ergänzung des Heimatbuchs.</em></p>
<p><em>Jedes Gemeinwesen ist stolz, ein eigenes Geschichtswerk zu besitzen, das über die Gegebenheiten und Errungenschaften vergangener Zeiten Bericht und Zeugnis ablegen kann. Diese Intention, Geschichte „von unten“ aufzuarbeiten, hat viele der Autoren, an die unser Vereinsmitglied Wilfried Müller dankenswerterweise in seinem in dieser Ausgabe des Amtsblatts vorgestellten „Jubiläumsbericht“ L‑G-A Nr. 700 erinnert, wohl ermutigt, selbst eine Veröffentlichung zu wagen. So werden dabei nicht nur heimatgeschichtliche Aufrisse und Episoden dargestellt, sondern gerade auch die Arbeits- und Lebensbedingungen des Alltags festgehalten, die allzu lange in der historischen Wissenschaft der „großen Geschichte“ vernachlässigt worden sind.</em></p>
<p><em>Ortschroniken, die über die innere Verfassung des Gemeinwesens viel Herzhaftes wie gelegentlich auch Kurioses zu berichten wissen, sind für das Verstehen der geschichtlichen Bedingungen auch gerade eines überschaubaren Raumes wie unserer Heimatstadt Oberkochen wichtig – neben den traditionell verfügbaren Quellen (Kirchenbücher, stadtarchivalische Dokumente, externe regionale Protokolle und Sammlungen oder landesgeschichtliche Periodika). Vor allem ist es ja gerade auch das Amtsblatt „Bürger und Gemeinde“ selber, das die Publikationen der L‑G-A-Berichte des Heimatvereins ermöglicht, und auch selbst seit 1953 mit dem 1. Jahrgang durch seine Boten- und Berichtsfunktion als örtliche „Wochenzeitung“ für die Bürgerschaft die Tätigkeiten der Stadtverwaltung, des Kultur- und Vereinslebens sowie die Entwicklung von Gewerbe, Handel und Industrie in unserer Heimatstadt referiert.</em></p>
<p><em>Das 1986 in 1. Auflage (und 1992 in 2. Auflage kaum verändert) erschienene Heimatbuch hat im vergangenen Jahr 2018, in dem Oberkochen den 50. Jahrestag der Stadterhebung feiern konnte, einen jungen „Neffen“ erhalten: Das von der Stadt Oberkochen unter der wissenschaftlichen Betreuung von Dr. Rainer Lächele und seinem Team herausgegebene neue Stadtbuch will die Darstellung der Geschichte Oberkochens in inhaltlich überarbeiteter Form und mit optisch attraktiven Layout den Interessenten schmackhaft machen. Somit erscheint ein weiteres Handbuch als neues Standardwerk zur Ortsgeschichte, das den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch zugeneigten Gästen und mit „historischer Ader“ Belasteten aus Nah und Fern als Nachschlagewerk wie auch als Quellensammlung dienen und nicht zuletzt sich als Visitenkarte präsentieren kann. Im Vorwort bedankt sich Bürgermeister Peter Traub für die Mitarbeit und Überlassung von Archivmaterial beim Heimatverein und insbesondere bei unserem letztjährig verstorbenen Ehrenvorsitzenden Dietrich Bantel, der zwar die Fertigstellung des neuen Buchs bedauerlicherweise nicht mehr erleben durfte, der aber doch als wesentlicher Inaugurator der L‑G-A-Reihe sich mit seinem unermüdlichen didaktischen Impetus in der konzeptionellen Durchführung wie auch im Titel der beiden Hauptkapitel des neuen Buches über Oberkochen („Geologie und Geschichte“ – „Leben und Arbeiten“) wiederfinden wird.</em></p>
<p><em>Nicht vergessen werden darf an dieser Stelle der Hinweis auf den „Vorfahren“ der Publikationen über Oberkochen aus dem Jahre der Stadterhebung 1968 – den von Albert Seckler und Klaus Werner erstellten Text-Bild-Band „Junge Stadt Oberkochen – Ausgangspunkt einer historischen Betrachtung“. In alten „BuG“-Ausgaben haben seit den 50ern Franz Balle und Gustav Bosch schon heimatkundliche Berichte veröffentlicht. Auch die Veröffentlichungen von Prof. Dr. Christhard Schrenk müssen an dieser Stelle erwähnt werden: „Oberkochen im Spannungsfeld zwischen Ellwangen und Königsbronn“, Alt-Oberkochen – Erzählungen und Berichte aus Oberkochens Vergangenheit“, „400 Jahre evangelische Kirchengemeinde 1583–1983“ sowie der Festvortrag zu „650 Jahre Oberkochen“.</em></p>
<p><em>In Fachkreisen ist man all denen dankbar, die ihre Arbeiten nicht nur unter den Scheffel stellen, sondern sie anderen Forschern und Interessierten verfügbar und „publik“ machen. Somit erreichen sie mit diesen Publikationen einerseits, dass ihre Geschichte und ihr Bewusstsein erhalten bleiben und andererseits, dass die alten ehrwürdigen Quellen geschont werden und noch lange Zeit weiterwirken dürfen. Tradition verpflichtet: Das Leben der Vorfahren wird in das eigene eingebunden. Um selber nach dem Tod nicht „vergessen“ zu werden, muss man andere aus der Vergangenheit hervorholen, in der Hoffnung, dass kommende Generationen die eingeschlagenen Traditionen fortführen werden. Der Vergessenheit zu entrinnen heißt auch die Sinnlosigkeit zu besiegen – dies stellt einen Auftrag an uns!</em></p>
<p><em>„Wann, wo und wie lebten unsere Vorfahren?“ Licht in das Dunkel der Vergangenheit zu bringen, wie auch die noch glimmenden Funken der jüngeren Zeitgeschichte zum Leuchten zu bringen, sollten Anstoß und Motiv genug sein, um sich als „Kenner“ der Heimatgeschichte oder von tatkräftigem Entdeckerdrang beseelt an das Schreibpult zu begeben.</em></p>
<p><em>Ein herzlicher Dank von Vorstand und Ausschuss sowie allen Mitgliedern des Heimatvereins an dieser Stelle geht an den aktuellen Hauptakteur und „Bannerträger“ der L‑G-A-Reihe, an unseren „Billie vom Sonnenberg“.</em></p>
<p><em>Wer weitere Inspirationen benötigt oder aber einfach nur sein Wissen um die Heimatgeschichte vertiefen möchte, dem ist ein Besuch der Ausstellungen im Heimatmuseum dringend zu empfehlen („Menschen machen Geschichte, Orte bewahren…“). Und weil die ganze Welt „ein Dorf“ geworden ist, findet der Interessierte auf der Homepage des HVO („heimatverein-oberkochen.de“) nicht nur alle bisher erschienen 700 Berichte zum Nachlesen, sondern auch viele weitere Anregungen. Dazu meint der Dichter Ovid: „Wir loben die gute alte Zeit, leben aber gerne in der Gegenwart.“</em></p>
<p><strong>Manfred Höflacher – früher u.a. verantwortlich für das Amtsblatt.</strong></p>
<p><em>Ihre Artikel sind für die Geschichte von Oberkochen von so großer Wichtigkeit, dass man Sie für Ihr großes Engagement mehr als beglückwünschen muss. Sicher wird der eine oder andere BuG-Leser sagen: „Was soll der ganze Quatsch, das will doch niemand wissen”. Das ist ein Irrtum. Wenn Leute wie Sie oder früher ein Dietrich Bantel nicht mehr über “Geschichte, Landschaft, Alltag” berichten, wer soll es dann tun? Für Oberkochen würde unwiederbringlich viel verloren gehen; das darf nicht sein.</em></p>
<p><strong>Andreas Holdenried, Musiker und frankophiler Autosammler aus Leidenschaft.</strong></p>
<p><em>Mit größtem Vergnügen verfolge ich seit vielen Jahren diese wunderbar direkt und charmant verfassten Geschichten aus der guten alten Zeit in Oberkochen. Ich bin selbst einer der wenigen echt gebürtigen Oberkochener meines Jahrgang 1966 und kenne viele Details leider nur aus den Erzählungen meiner Eltern. Die Befragungen der Zeitzeugen empfinde ich persönlich als wahren Schatz. In einer Zeit, in der sich die meisten jungen Leute dank spottbilliger Flugangebote zwar gut in New York, Bangkok und Barcelona auskennen, aber wenig über die eigene Heimat wissen, ist die Aufarbeitung der heimischen Geschichte und Geschichten wichtig und eine wahre Freude zu lesen. Man sollte immer wissen wo man her kommt, um zu wissen wo man hin will! In diesem Sinne…weiter so herzlichen Dank für die bisherige Arbeit.</em></p>
<p><strong>Luitgard Hügle aus der Sicht einer in die Toskana ausgewanderten Oberkochnerin.</strong></p>
<p><em>Aus der Kindheit nimmt man viel mit für das ganze Leben: Spiele im Garten, Blumenpflücken auf der Wiese, Kindergarten bei den Ordensschwestern, große Freude, aber auch Tränen. Freunde und Freundinnen, Straßen mit Geschäften, Handwerker, Gaststätten. Um Salatöl zu kaufen, musste man eine Flasche mitbringen, es waren immer viele Leute zu Fuß unterwegs, alle mit Taschen und Behältern. Schule mit vielen Erinnerungen, Wanderungen und Einkehren, erstes Verliebtsein und vieles mehr. All das ist Heimat – Heimat, die für immer bleibt. Es war ein bescheiden schönes Leben – und das gibt es so nicht mehr. Erinnern wir uns also und sagen wir’s mit den Worten von Bürgermeister Traub: „Es geht um die Bewahrung unseres historischen Erbes in Oberkochen, um die Bewahrung eines Stücks Heimat, eines Stücks unserer Identität und unserer kulturellen Wurzeln“. Das Lesen im Blättle lässt Erinnerungen aufleben, und da ganz besonders die Berichte. Man erinnert sich an Erlebtes und an Menschen, an ihre Anstrengungen und an die Dorfgemeinschaft. Es freut mich sehr, dass Wilfried Müller die Tradition von Didi Bantel weiter aufrecht erhält und schreibt – und dass Andy Neuhäuser dafür sorgt, dass alles ins Internet kommt. Vielen Dank an alle, die dazu beitragen!</em></p>
<p><strong>Prof. Dr. Michael Kaschke aus der Sicht eines Zugezogenen, dem Oberkochen zum neuen Lebensmittelpunkt geworden ist.</strong></p>
<p><em>Die Berichte des Heimatvereins, vor allem die mit persönlichen Erinnerungen gefärbten, lese ich gerade als ein vor über 25 Jahren Zugezogener stets mit großem Interesse, trotz oft fehlender Zeit.</em></p>
<p><em>Zum einen weil Oberkochen über die Jahre Lebensmittelpunkt der Familie geworden ist, zum anderen natürlich auch weil meine Arbeit bei Zeiss eng mit dem Ort und seiner Geschichte verbunden sind. Für mich war das bekannte Zitat des deutschen Philosophen Odo Marquard (1928 — 2015) „Zukunft braucht Herkunft“ immer Orientierung und Anleitung. Und unter diesem Aspekt habe ich viele der Beiträge gelesen. Natürlich interessieren mich besonders die Artikel, die sich mit dem Entstehen und Werden von Zeiss beschäftigen, aber auch die Beiträge, die über zu- und weggezogene Familien und ganze Gruppen (Sudetendeutsche, Thüringer) als Folge von Vertreibung, Flucht oder anderen Ursachen handeln berichten, hat es doch auch die Familie meines Vaters nach dem Krieg aus ihrer Heimat am Riesengebirge nach Sachsen und Thüringen verschlagen.</em></p>
<p><em>Ich wünsche sehr, dass diese Serie in der Form erhalten bleibt und dass sie vielleicht auch in anderer, meinetwegen auch digitaler oder virtueller Form der jungen Generationen nahe gebracht wird. Denn wie gesagt: Zukunft braucht Herkunft.</em></p>
<p><strong>Josef Merz, den alle nur Merza-Sepp nennen, aus der Sicht eines Oberkochner Urgesteins.</strong></p>
<p><em>Meine Frau Paula und ich haben uns saumäßig gefreut, dass nach dem „Brunkel“ jetzt in größerem Umfang über das „Kies“ berichtet wurde. Herzlichen Dank für das monatelange Recherchieren und die vielen Gespräche mit alten „Kieslern“. Nur so kann ein guter authentischer Bericht entstehen. Wir wünschen uns, dass auch über die anderen alten Ortsteile wie „Dreißental“, „Brunnenhalde-Zeppelin“ und Katzenbach Berichte veröffentlicht werden. Das sind wesentliche Bestandteile unserer Vergangenheit und sicher auch für die Neubürger interessant. Lieber Wilfried – mach weiter so – das ist für uns alte Oberkochener ganz wichtig, dass die Dinge nicht verloren gehen.</em></p>
<p><strong>Dieter Nikodem aus dem Katzenbach.</strong></p>
<p><em>Seit vielen Jahren blättere ich das „Bürger und Gemeinde“ Blättle mehr gelangweilt als interessiert durch. Aber eines muss ich jetzt mal loswerden – seit Ihren schönen und lebendig geschrieben Berichten im „Heimatverein“, warte ich jedes Mal wieder gespannt auf neue Berichte im Blättle und lese diese auch mehrfach durch. Vielen herzlichen Dank dafür und hoffentlich können wir noch vieles von Ihnen lesen.</em></p>
<p><strong>Wilfried Preuß aus der Sicht eines „weggezogenen“ Oberkochner.</strong></p>
<p><em>Beim Lesen vergleiche ich die Schilderung in den Berichten mit meinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen in Oberkochen. Oft werden auch mir bekannte Örtlichkeiten erwähnt oder gar im Bild gezeigt, und alte Erlebnisse kommen wieder hoch in angenehme Erinnerung an meine alte Heimat. Auch werden Ereignisse beschrieben, die zu meiner Zeit stattfanden. ich nenne nur Kinderfest, Beat Club, Freigabe Volkmarsberg 1961, den „Wiesraus“ u.a.m. Da denke ich manchmal wehmütig an die alten Zeiten. Es ist immer interessant für mich, diese Zeiten aus anderer Sichtweise wieder beschrieben zu bekommen. Gerne lese ich auch Berichte über die früheren Jahrzehnte. Es wird mir dann einiges selbst erlebtes verständlicher. Berichte, die von der Zeit nach meinem Umzug nach Herford handeln, lese ich auch mit großem Interesse, z. B. Entdeckung der Brunnenhöhle oder die Fritz Leitz Stollen, sowie den vermuteten Höhlen beim Kocherursprung. Aus diesen Gründen erwarte ich immer sehnsüchtig jeden neuen Bericht vom Heimatverein. Hoffentlich geht euch der „Stoff“ nicht aus.</em></p>
<p><strong>Manfred Renner – ein „Eingeborener“ aus dem Kies.</strong></p>
<p><em>Deine Berichte zeichnen sich immer durch sehr investigative Recherchen aus (das merkt man im Ergebnis), verbunden mit erregender Heiterkeit, manchmal sogar sehr spannend und auch frivol. Auf jeden Fall bereichern sie die Oberkochener Heimatgeschichte herausragend.</em></p>
<p><strong>Prof. Dr. Christhard Schrenk vom Stadtarchiv Heilbronn und Kind unserer Stadt.</strong></p>
<p><em>„Oberkochen hat doch keine Geschichte“. Diesen Satz habe ich oft gehört, als ich als Student in den frühen 1980er Jahren begonnen habe, mich intensiv mit der Geschichte der Stadt zu beschäftigen, in der ich aufgewachsen bin. Damals konnte ich bei meinen Arbeiten zu Oberkochen auf Forschungen z. B. von Alfons Mager, Josef Trittler und Franz Balle zurückgreifen. Und natürlich habe ich in Archiven recherchiert und viele Zeitzeugen befragt. Die „Krönung“ der Arbeiten war das Heimatbuch „Oberkochen. Geschichte – Landschaft – Alltag“, bei dem ich damals zusammen mit Dietrich Bantel die Redaktion übernehmen durfte. Und zu meiner Freude ist dann auch mein Vater, Volkmar Schrenk, immer intensiver in diese Thematik eingestiegen. Die Arbeit an der Oberkochener Geschichte war eine bereichernde Erfahrung für mich, und ich freue mich, dass die Oberkochener Stadtgeschichtsforschung auch heute noch ein Erfolgsmodell ist. Dazu gratuliere ich allen Aktiven und der Stadt Oberkochen insgesamt. Oberkochen hat doch eine Geschichte!</em></p>
<p><strong>Bürgermeister Peter Traub für das Amtsblatt.</strong></p>
<p><em>Die Berichte des Heimatvereins haben eine große Bedeutung für das Amtsblatt und darüber hinaus. Tatsächlich sind sie beinahe untrennbar mit ihm verbunden und sind bildlich gesprochen „die Wurst aufs Brot“. Viele Leserinnen und Leser schätzen zwar die relativ umfangreichen Berichte aus Gemeinderat, Kirchengemeinden und Vereinen, aber sie freuen sich vor allem auf die in unregelmäßigen Zeitabständen erscheinenden heimatgeschichtlichen Berichte.</em></p>
<p><em>In seinem Geleitwort zur ersten Ausgabe von „Bürger und Gemeinde“ schrieb der ehemalige Bürgermeister Gustav Bosch unter anderem, dass mit dem Amtsblatt der Versuch unternommen werden soll, „… die Bürger … mit dem Gemeindeleben in allen seinen Zweigen … enger vertraut zu machen“. Dazu gehört auch die Geschichte unserer Stadt. Ihre Wurzeln, die in der Vergangenheit liegen, sind unsere gemeinsame Grundlage und damit identitätsstiftend. Die heimatgeschichtlichen Berichte erfüllen damit nicht nur einen Selbstzweck, sondern dienen auch dem gemeinschaftlichen Bewusstsein und Leben in unserer Stadt.</em></p>
<p><strong>Andere Plattformen.</strong></p>
<p>Prof. Dr. Kaschke hat das in seinem Statement auch schon angesprochen, dass es sinnvoll sein könne, andere Plattformen für die jüngere Klientel zu eröffnen. Nachdem der Heimatverein an einer eigenen Facebook-Seite nicht interessiert war, lade ich seit Weihnachten 2017 kurze Berichte und Bilder zu heimatkundlichen Themen in die Gruppe „…wenn Du aus Oberkochen bist…“ hoch. Das Interesse und das Feedback sind sehr gut. Nicht jeder hat eben ein Amtsblatt oder schafft es bis zur Website des HVO. Zumal auch eine Zweitverwertung von längeren Texten in eine kürzere Form durchaus seine Berechtigung hat. Auch die Website unseres Vereins könnte ein Face-Lifting vertragen. Rotweine, Briefmarken und Oldtimer erfahren durchaus eine Wertsteigerung, wenn man sie lange unverändert reifen lässt – für eine Website trifft eher das Gegenteil zu ☺.</p>
<p><strong>Was wünsche ich mir?</strong></p>
<p><strong>Von der Leserschaft</strong> wünsche ich mir, dass sie nicht nur liest sondern sich auch vermehrt meldet. Nach dem Motto „I hätt‘ au a Idee‘. Auch wäre es schön, wenn sich ein paar Berichte zur Tier- und Pflanzenwelt auf meinem Schreibtisch einfinden würden.</p>
<p><strong>Vom Heimatverein.</strong> Dass sich der eine oder die andere auch traut, etwas schriftlich zum Besten zu geben.</p>
<p><strong>Vom Amtsblatt.</strong> Dass uns die Redaktion weiterhin wohlwollend unterstützt und vielleicht zukünftig für eine bessere Druckqualität (es muss ja kein gestrichenes Offsetpapier sein) sorgt. Ein Blick nach Bopfingen und Königsbronn zeigt uns dort aber eine bessere Druckqualität. Ebenso die Bitte, Bilder, auf denen Menschen zu sehen sind, größer darzustellen, als solche mit „tote Stoiner“. Die LeserInnen werden es danken.</p>
<p><strong>Mit Jean Pauls Worten</strong></p>
<p>begeben wir uns auf die Reise zur 800 hin und schließen diesen besonderen Bericht: „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“</p>
<h2>Nachträge zum „Kies“ und zum „Pfarrer“</h2>
<p><strong>Engelbert Grupp’s Pferdeliste (Golda-Bauer).</strong></p>
<p>Auch der „Herrgott’s Häfner“, Eugen Winter hatte ein Pferd. Er bekam es nach dem Krieg 1945 von Ernst Engelfried. Dieses Pferd tat seinen Dienst in der Landwirtschaft und im Wald. Einigen mag das Pferd, ein weißer Schimmel, noch als Teilnehmer an den alten Kinderfesten in Erinnerung sein.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Das Bild wurde 1952 aufgenommen (Archiv Hügle)</em></p>
<p><strong>Im Haus Nr. 76</strong>, im EG, wohnte seinerzeit auch Paul Brunnhuber, der mit der Tante von Hubert Winter, namens Agnes, verheiratet war. Paul, geb. 1911, starb jedoch bereits während des II. Weltkrieges 12.07.1943.</p>
<p><strong>Ein Sonntagsvergnügen</strong> war für manche ein Ausflug mit einer Lore (keiner Hannelore, sondern mit einem Wagen) auf den Schienen, die vom Günter &amp; Schramm bis zum Kaltwalzwerk führten.</p>
<p><strong>D’r Spatzen-Bruno.</strong> Dessen wahre Identität konnte inzwischen auch gelüftet werden. Es handelte sich hier um den Bruno Bergelt aus der Brunnenhaldestraße 28.</p>
<p><strong>Im Bericht 698</strong> gab es einen Fehler, den mein alter Nachbar Wolfram Schröder, heute wohnhaft in Berlin, und Inge Lokmer natürlich bemerkt haben. Das Bild zeigte Pfarrer Gottfroh und nicht Pfarrer Geiger. Aus der damaligen Zeit stammt auch die Redewendung: „Nachdem der Fiedler ging, waren wir gottfroh, dass der Geiger kam.“ Ferner ergänzt er, dass der Vorgänger des „POM“ Fuchs der Polizist Kaufmann war, der ebenfalls im Haus Nr. 23 der Sonnenbergstraße wohnte.</p>
<p>Besten Dank an Hubert Winter, Josef Kieweg, Wolfram Schröder und Inge Lokmer für die Nacharbeit.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller mit Jubiläums-Grüßen vom Sonnenberg.</strong></p></div>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 701: Die Frau in den 50er, 60ern und 70ern</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-701-die-frau-in-den-50er-60ern-und-70ern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Apr 2019 22:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_1 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Einführung.</strong></p>
<p>Die TV-Serie „Kuh’damm 56 und 59“ haben uns ein wenig vom Stellenwert der Frau und des damaligen Frauenbildes in der Gesellschaft gezeigt: <em>„Die Frau hat sich dem Mann unterzuordnen – alles andere ist gegen die Natur.“</em> Das können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen, aber das waren unsere Mütter und Großmütter, die damals zurechtkommen und sich durchbeißen mussten. Die Marschroute hieß damals salopp gesagt: „Kochen, waschen, putzen, bügeln“ oder auch die „3 K“ (Küche, Kinder, Kirche) – und das musste für die Frau genügen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Vorab.</strong></p>
<p>Eine kurze Zusammenfassung eines Tagesplans einer gut situierten Hausfrau aus dem Jahr 1900 (Und seien sie versichert, auf dem Bauernhof in Oberkochen sah das völlig anders aus):<br><strong>Gegen 05:30 Uhr:</strong> Aufstehen (eventuell Mädchen wecken). Toilette machen, ordentlich anziehen (Hauskleid oder hübschen Morgenrock). „Die Hausfrau, wenn sie gesund ist, muss möglichst die Erste sein, die den Tag beginnt. Weckt sie ihre Dienstleute, so verlassen sie sicher ohne Murren, ja mit einiger Beschämung das Lager“.<br><strong>07 Uhr oder später:</strong> Bereiten von Kaffee mit der Maschine am Tisch. „Gemütliche Kaffeestunde, in der der Gatte liebevolle, häusliche Sorglichkeit an seiner Frau bewundern lernt.“<br><strong>08 Uhr oder später:</strong> Schürze umbinden, Staub wischen, Pflanzen gießen. Wenn es hell ist, alle Petroleumlampen putzen, damit sie abends sofort in Betrieb genommen werden können. Wenn Zeit bleibt, Musik treiben und dergleichen. „Was im Hausstand in den ersten Morgenstunden versäumt wird, kann im Lauf des Tages nie wieder eingeholt werden.“<br><strong>10 Uhr:</strong> Arbeit des Mädchens kontrollieren. Anschließend mit dem Mädchen zusammen das Mittagessen bereiten.<br><strong>12:30 Uhr:</strong> Umkleiden und Tisch decken.<br><strong>12:45 Uhr:</strong> Notfalls beim Anrichten helfen. Den Nachmittag nach Belieben verbringen. Am frühen Abend den Küchenzettel für den nächsten Tag vorbereiten. Wir sehen, das war schon Stress pur ☺.</p>
<p><strong>Idee.</strong></p>
<p>Die Idee zu diesem Bericht entstand, als ich mich wegen des Berichts über den „Elektro-Fritscher“ mit seiner früheren Frau, Hertha Hedwig Fritscher, geb. Gärtner, zusammengesetzt hatte. Die beiden heirateten am 18. Mai 1955, beurkundet von Gemeindeamtmann Albert Bahmann. Bei diesem Gespräch zeigte sie mir ein Büchlein, das frisch verheirateten Paare damals geschenkt bekamen. Ich setzte mich damit auseinander, recherchierte im Internet, erinnerte mich an Erlebnisse aus meiner Kindheit und schrieb diesen Bericht. Die „Alten“ werden das alles noch kennen und die „Jungen“ werden sich das überhaupt nicht vorstellen können.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Büchlein der Gemeindeverwaltung für Hertha Fritscher (Archiv Müller)</p>
<p><strong>In diesem o.g. Büchlein</strong> geht es dabei auszugsweise um folgende Themen:</p>
<p><em><strong>Die Geburtsanzeige.</strong></em><br><em>Diese muss innerhalb einer Woche von Personen in folgender Reihenfolge vorgenommen werden: Vater, Hebamme, Arzt, wissende Person oder der Mutter des Kindes.</em><br><em><strong>Die Todesanzeige.</strong></em><br><em>Jeder Todesfall, auch Totgeburten, sind sofort von Personen in folgender Reihenfolge anzuzeigen: Familienoberhaupt, der Wohnungsinhaber oder demjenigen, der zugegen war.</em><br><em><strong>Die Stellung des Mannes in der Ehe.</strong></em><br><em>Dem Mann steht die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche Eheleben betreffenden Angelegenheiten zu. Er hat dabei die berechtigten Wünsche seiner Frau zu berücksichtigen. Der Mann bestimmt auch Wohnort und Wohnung….. Der Mann hat der Frau….. Unterhalt zu gewähren.</em><br><em><strong>Die Stellung der Frau in der Ehe.</strong></em><br><em>Die Frau leitet den Haushalt und ist berechtigt den Mann innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises den Mann zu vertreten (sog. Schlüsselgewalt). Die Frau kann auf Rechnung des Mannes….. übliche Einkäufe und Bestellungen vornehmen. Der Mann kann dieses Recht einschränken oder entziehen. Die Frau darf einen Beruf ausüben. Der Mann darf ihren Arbeitsvertrag kündigen, wenn seine Erlaubnis nicht vorliegt. Kann sich der Mann nicht selbst unterhalten, muss ihm die Frau….. entsprechenden Unterhalt gewähren.</em><br><em><strong>Die Familie.</strong></em><br><em>Das Recht der Kindererziehung steht dem Ehemann zu. Nach seinem Tod, bis zur Wiederverheiratung, der Mutter.</em><br><em><strong>Das eheliche Güterrecht.</strong></em><br><em>Das Vermögen der Frau unterliegt mit Ausnahme ihrs Vorbehaltsgutes der Verwaltung und Nutznießung des Mannes.….</em><br><em><strong>Das Erbrecht.</strong></em><br><em>Beim Tod eines der Ehegatten erben nach dem Gesetz a) der überlebende Ehegatte ¼ des Nachlasses b) die Kinder miteinander zu gleichen Teilen ¾ des Nachlasses…..</em><br><em><strong>Das Testament.</strong></em><br><em>Die Erbfolge und die Höhe der Erbteile können durch Testament nach den Wünschen der Eheleute bestimmt werden….. Mit Rücksicht auf die schwierige Ausführung eines Privattestaments ist es für die Ehegatten ratsam, bei der Errichtung eines Testaments einen Notar oder Richter einzubeziehen.</em><br><em><strong>Gebt Euren Kindern gute Vornamen.</strong></em><br><em>Die Eltern müssen sich im Klaren darüber sein, dass sie bei der Wahl des Vornamens eine große Verpflichtung….. haben, geht doch der Vornamen zeitlebens mit dem jungen Erdenbürger mit….. wenn sie sich nicht einigen können, entscheidet der Vater….. Der Name soll auch klanglich zum Nachnamen passen….…</em></p>
<p><strong>Anmerkung.</strong></p>
<p>Das mit den Vornamen sollten sich auch heute noch manche Eltern vor Augen führen. Die damalige Vorschlagsliste empfehle ich auf der WebSite-Version dieses Berichtes einzusehen –</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="905" height="657" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber701-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12896"></span>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="429" height="681" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber701-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12897"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Vorschlag von weiblichen und männlichen Vornamen (Archiv Müller)</p>
<p>interessant was damals alles so üblich war: Von Achim über Kunz bis Zacharias und von Ada über Kreszentia bis Wolfshilde. Nur vor einem Vornamen bewahre Gott die schwäbischen Mädchen bis heute: Astrid ☺.</p>
<p><strong>Volljährigkeit.</strong></p>
<p>Die wichtigste Voraussetzung, um überhaupt selbständig Entscheidungen treffen zu dürfen. Diese hatte man mit 21 Jahren erreicht. Die Volljährigkeit mit 18, wie wir es heute kennen, gibt es erst seit 1975.</p>
<p><strong>Uneheliches Kind.</strong></p>
<p>Das war früher eine äußerst heikle Angelegenheit und noch schlimmer war es, wenn die Mutter noch in die Schule ging. Sie musste die Schule nach Bekanntwerden der Schwangerschaft sofort verlassen. (Das erlebte ich am Fall einer Mitschülerin in meiner Klasse am hiesigen Gymnasium auch noch). Die Kinder hatten es verdammt schwer und wurden hinter vorgehaltener Hand „Bastard“ oder „Bankart“ genannt und wenn es ganz schlecht lief in Kinderheime eingewiesen, in denen es tw. hart, gewalttätig und missbräuchlich zuging. Eine positive Veränderung ergab sich durch das „Nichtehelichengesetz“ von 1970. Bis dahin galten Kind und Vater nicht als verwandt! Das letzte Wort hatte bei diesen Kindern auch nicht die Mutter, sondern der Amtsvormund.</p>
<p><strong>Arbeit.</strong></p>
<p>Bis 1977 benötigte die Frau die Erlaubnis ihres Ehemannes, wenn sie arbeiten wollte. Bis 1958 hatte er sogar das Recht, den Anstellungsvertrag nach eigenem Ermessen, ohne Zustimmung der Frau, fristlos zu kündigen. Wenn die Frau arbeiten wollte, war das für viele Männer ein Ehrverlust, denn es war für ihn selbstverständlich, dass er seine Familie zu ernähren hatte und seine Frau es nicht nötig hatte, arbeiten zu müssen. Was sollten denn da „die anderen denken“. Das war ein durchaus üblicher Ansatz in den Familien.</p>
<p><strong>Der Chef im Haus</strong></p>
<p>war unbestritten der Mann. Er hatte bis 1958 das alleinige Bestimmungsrecht über Frau und Kinder. Auch wenn er so tolerant war sie arbeiten zu lassen, verwaltete er ihren Lohn. Bis 1962 konnte keine Ehefrau ein eigenes Konto eröffnen. Geschäftsfähig wurde die Frau erst im Jahre 1969. Auch den Wohnort konnte der Mann bestimmen – ohne Rücksicht auf die Familie – und wenn er von Berlin nach Hintertupfingen zog – die Familie musste mit – ohne Rücksicht.</p>
<p><strong>Die Schlüsselgewalt.</strong></p>
<p>War früher das einzige Recht der Frauen und geht geschichtlich bis in die Antike zurück. Im Mittelalter trugen die Ehefrauen einen Schlüsselbund, als Zeichen ihres Rechts, sichtbar bei sich. Denn ansonsten stand sie unter der Vormundschaft ihres Ehemanns – und das bis 1957. Heute ist dieses Recht in §1357 BGB geregelt.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Die gute Frau und bessere Hälfte</strong> verhielt sich nach dem „Handbuch für die gute Ehefrau“ wie folgt.<br>(Es muss ein Schlaraffenland für Männer gewesen sein ☺.)</p>
<ul>
<li>Halten Sie das Abendessen bereit. Die meisten Männer sind hungrig, wenn sie heimkommen und die Aussicht auf eine warme Mahlzeit (besonders auf seine Leibspeise) gehört zu einem herzlichen Empfang, so wie Mann ihn braucht.</li>
<li>Machen Sie sich schick. Er war ja schließlich mit einer Menge erschöpfter Leute zusammen.</li>
<li>Seien Sie fröhlich, machen Sie sich interessant für ihn!</li>
<li>Räumen Sie Schulbücher, Spielsachen, Papiere usw. zusammen und säubern Sie mit einem Staubtuch die Tische. Letztendlich wird es Sie unglaublich zufrieden stellen, für sein Wohlergehen zu sorgen.</li>
<li>Machen Sie die Kinder schick. Die Kinder sind ihre „kleinen Schätze“ und so möchte er sie auch erleben. Vermeiden Sie jeden Lärm. Wenn er nach Hause kommt, schalten Sie Spülmaschine, Trockner und Staubsauger aus. Ermahnen Sie die Kinder, leise zu sein.</li>
<li>Seien Sie glücklich, IHN zu sehen</li>
<li>Opfere dich auf – ER ist der Chef!</li>
<li>Hören Sie ihm zu. Sie mögen ein Dutzend wichtiger Dinge auf dem Herzen haben, aber wenn er heimkommt, ist nicht der geeignete Augenblick, darüber zu sprechen. Lassen Sie ihn zuerst erzählen – und vergessen Sie nicht, dass seine Gesprächsthemen wichtiger sind als Ihre.</li>
<li>Der Abend gehört ihm. Beklagen Sie sich nicht, wenn er spät heimkommt oder ohne Sie zum Abendessen oder irgendeiner Veranstaltung ausgeht. Versuchen Sie stattdessen, seine Welt voll Druck und Belastungen zu verstehen.</li>
<li>Begrüßen Sie ihn nicht mit Beschwerden und Problemen.</li>
<li>Machen Sie es ihm bequem. Lassen Sie ihn in einem gemütlichen Sessel zurücklehnen oder im Schlafzimmer hinlegen. Halten Sie ein kaltes oder warmes Getränk für ihn bereit.</li>
<li>Schieben Sie ihm sein Kissen zurecht und bieten Sie ihm an, seine Schuhe auszuziehen. Sprechen Sie mit leiser, sanfter und freundlicher Stimme.</li>
<li>Eine gute Ehefrau weiß stets, wo ihr Platz ist.</li>
</ul></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>„Verliebt, verlobt verheiratet“</strong></p>
<p>heißt ein alter Schlager aus meiner Kindheit. <strong>„Verliebt“</strong>, das ging ja noch, aber ein Treffen war nur draußen möglich. In der Mietwohnung oder im möblierten Zimmer? Unmöglich, der Vermieter hätte sich der Kuppelei schuldig gemacht. Sex ohne Ehe – das war strafrechtlich gesehen, nicht möglich und eine Gratwanderung für alle Beteiligten und konnte mit Zuchthaus bestraft werden. Der Kuppelparagraph wurde 1974 abgeschafft. Ich erinnere mich noch gut daran, dass sich unsere Logierfräuleins mit Begleitung bei uns im Wohnzimmer einzufinden hatten, wenn sie von ihrem Freund besucht wurden. Und ein Hotelzimmer wurde nur an verheiratete Paare vermietet. Die Dinge waren früher einfach schwierig. <strong>„Verlobt“</strong> – das war ein gemeinsames förmliches Heiratsversprechen, das nicht nur einen gesellschaftlichen sondern auch einen juristischen Status mit sich brachte. Dazu gehörte eine Feier und der Verlobungsring. Bei einer Auflösung konnte von Seiten der Braut eine Entschädigung verlangt werden. <strong>„Verheiratet“</strong>, jetzt waren die Paare am Ziel, sie waren innerhalb der Vorschriften und Gesetze, die Ehe betreffend, endlich frei. Letztendlich aber doch wieder gefangen. Der Mann war der uneingeschränkte Chef, der betüttelt und verwöhnt werden musste. Er erwartete, dass ihm der Haushalt ordentlich geführt wurde und abends das Essen auf dem Tisch stand und sie den ehelichen Verpflichtungen nachkam. In bäuerlichen Verhältnissen war das auch extrem schwierig, denn die neue kommende Jungbäuerin musste im Haus des Mannes zeigen, dass sie den Anforderungen gewachsen war und das war unter der Schwiegermutter teilweise recht schwierig. Zusammenleben ohne verheiratet zu sein? Auf dem Land nahezu unmöglich – die Bayern haben dafür den wunderbaren Ausdruck „A g’schlampert’s Verhältnis“.</p>
<p><strong>Scheidung.</strong></p>
<p>Das war für unsere Eltern und Großeltern nahezu unmöglich. Wirtschaftlich und gesellschaftlich war das im Grunde nicht möglich. Man musste sich aushalten können. Das sog. Schuldprinzip galt bis 1976. Man ging davon aus, dass eine Ehe für das Leben geschlossen wird und nur dann geschieden werden darf, wenn sich einer der beiden Ehegatten „schuldhaft“ verhielt. Danach richteten sich im Scheidungsverfahren auch die Unterhaltsrechte und ‑pflichten. Eine alte Spruchweisheit besagt: <em>„Vor dem Richter und auf hoher See sind wir allein in Gottes Hand“</em> und es scheint auf kaum ein strittiges Thema so sehr zuzutreffen wie auf das des Scheidungsrechts.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="482" height="965" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber701-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12900"></span>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="497" height="623" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber701-11.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12901"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das Gleichberechtigungsgesetz von 1958 (Archiv Amtsblatt)</p>
<p><strong>Neues Eherecht ab 1958.</strong></p>
<p>Ab da wurde es für die Frau juristisch besser. Das Gleichberechtigungsgesetz mit der Zugewinngemeinschaft trat in Kraft. Und den Frauen wurde es erlaubt, auch gegen den Willen des Mannes, arbeiten zu gehen – aber nur wenn Mann und Kinder nicht darunter leiden. Es wurde nicht alles gut, aber manches besser. Denn bis zu diesem Zeitpunkt war der Mann der Alleinherrscher und Besitzer – sogar jegliches Vermögen, das die Frau mit in die Ehe brachte gehörte bis zu diesem Jahr dem Ehemann.</p>
<p><strong>Das Aussehen der Frau und die Mode.</strong></p>
<p>Natürlich gab es da zwischen Stadt und Land Unterschiede wie Tag und Nacht. Denn was in der Stadt modern war, galt auf dem Land als unzüchtig und unangemessen. Dazu nur ein paar Highlights: Die Taille war in den 50er besonders hervorzuheben, darüber enge Oberteile und darunter weite Röcke. Für Aufruhr sorgten die ersten Jeans, die Frau anzog und sich damit in die Badewanne setzte, um eine optimale Passform zu erreichen. Sehr kurze Röcke gab es mit dem „Minirock“, der Ende der 60er aus der Carnaby-Street in London den Kontinent aufmischte. Hosen für Frauen – völlig tabu. Sogar meine Mutti fand es im hohen Alter noch positiv erwähnenswert, wenn eine Frau ein Kleid trug. Frauen und Hosen mochte sie nicht, deshalb war Frau Merkel für sie auch nicht wählbar ☺. An Frisuren der damaligen Zeit sind hervorzuheben: Lange geflochtene Zöpfe, Rockabilly, Pferdeschwanz, Pony, Kurzhaar, Farah-Diva, Hochtoupiert, Dauerwelle, offene Haare. In Oberkochen waren für die Mode die Firmen „Krok“ und „Grau“ die ersten Adressen am Ort und für die Haare waren das u.a. die Salons „Hahn“, „Hurler“, „Füldner“ und „Blenk“.</p>
<p><strong>Hausarbeit</strong></p>
<p>war nach dem Krieg tw. Schwerstarbeit, galt aber nicht als Arbeit. Der Begriff „Hausfrau“ wurde nicht als Berufsbezeichnung akzeptiert. Die ganzen technischen Erleichterungen gab es erst nach und nach. Die wichtigste war zweifelsfrei die Waschmaschine. Sie war zwar relativ teuer, aber die Erleichterung so groß, dass sie sich sehr rasch durch setzte und in jeden Haushalt einzog. Vorher gab es eine „Waschküche“, in der in einem großen Kessel Wasser erhitzt wurde und die Wäsche mit vorsintflutlichen Hilfsmitteln gewaschen wurde. Die Frauen brauchten dazu Kraft und standen mit Kopftuch in einem mit Wasserdampf gefüllten Raum und kämpften mit der Wäsche. In großen Miethäusern gab es einen Waschtag. Die andere wichtige Erneuerung war der Staubsauger. Vorher mussten die Holzböden geschrubbt, gefeudelt, gebohnert und geblockt werden. Ich erinnere mich noch an einen „Wöhrl-Vertreter“, der unter anderem immer Bohnerwachs an der Haustür verkaufte.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Zwei Lebensfragen</strong></p>
<p>hatte die moderne Ehefrau damals für sich täglich zu klären: 1) Was ziehe ich an und 2) Was koche ich heute? Nicht weil sie das wollte, sondern weil das erwartet wurde.</p>
<p><strong>Und in Oberkochen?</strong></p>
<p>Da war vieles doch anders. Zum einen gab es die Frauen in den bäuerlichen Familien. Diese hatten ein völlig anderes Rollenbild auszufüllen. Eine g’schaffige Bauernfrau zu sein. Kein Platz für Mode und anderes überflüssiges Zeugs. Vieh, Kinder und Mann mussten versorgt und Felder bestellt werden und die Altvorderen mussten auf dem Altenteil versorgt werden. Die Frauen durften zwar nicht Autofahren, aber das Traktorfahren beherrschten sie wie ein Mann. Da war kein Platz für Modernität. Die andere Gruppe waren die Doppelverdiener z.B. als Zeissianer. Da arbeiteten beide, die Kinder waren sog. „Schlüsselkinder“ (weil sie den Hausschlüssel um den Hals hängen hatten und vor und nach der Schule im Hort waren, bis sie die Eltern sie wieder abholten). Diese Haushalte konnten sich mehr leisten als andere und hatten auch andere Lebensziele. Die Kinder blieben sich, im Rahmen großzügiger Grenzen (wenn’s dunkel wird kommst du nach Hause), weitgehend selbst überlassen und fanden das toll.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="496" height="709" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber701-13.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12903"></span>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="468" height="499" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber701-14.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12904"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Auszüge aus dem Heft „Ein Weg aus der Ehekrise“ von 1946 (Archiv Müller)</p>
<p>In der dokumentarischen Hinterlassenschaft meiner Mutti habe ich doch ein Büchlein gefunden, das den Titel trägt „Ein Weg aus der Ehekrise“ vom Mai 1949 aus der Reihe „Die intimen Hefte für Mann und Frau“. Hauptsächlich geht es darin um Empfängnisverhütung. Das Vorwort dazu ist schon recht interessant: „Die Liebe, die den Mann zur Frau und die Frau zum Manne führt, ist eine an Wundern reiche Gabe der Natur. Ihr Wesen aber heißt Vergänglichkeit…….“ Ich denke mal, dass sie das Heftchen nicht von der Kirche hat. Und wer der Verantwortung des „Aufpassens“ müde war, musste sich mit „Knaus Ogino“ beschäftigen. Und hier waren schon Grundkenntnisse der einfachen Mathematik notwendig, um die „sicheren“ Tage zu kennen. Damals gab es eine holländische und eine amerikanische Berechnungsmethode. Die Betrachtungen enden mit dem Kapitel „Das Kind – willkommen am Tisch des Lebens“.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_11 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="426" height="672" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber701-15.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12905"></span>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="441" height="627" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber701-16.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12906"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_11 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Auszüge aus dem Heft „Ein Weg aus der Ehekrise“ von 1946 (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Wahlrecht für Frauen.</strong></p>
<p>Das will ich noch kurz ergänzen. Was die jungen Frauen sich heute gar nicht mehr vorstellen können. Das Wahlrecht für sie wurde von den Frauen zwischen Ende des 19ten und Anfang des 20ten Jahrhunderts sehr hart erkämpft. Blut, Tränen, Gefängnis und Tod waren die Begleiter dieses langen Kampfes in ganz Europa. Das Recht gab es in Europa ab 1906 für die finnischen Frauen, danach folgten in tw. langen Abständen alle anderen bis auch 1971 die Schweizer Frauen und 1984 die Frauen aus Liechtenstein an die Wahlurnen durften. In Deutschland erkämpften sich die Frauen gegen massive Widerstände diese Recht Ende 1918 und bei der Wahl am 19. Januar 1919 zogen bei insgesamt 423 Abgeordneten rund 40 Frauen ins Parlament ein – fast 10 % – das sollte erst 1987 übertroffen werden. Das Wahlrecht ist keine Selbstverständlichkeit und Mann und Frau sollten es pflegen – man hat in Großbritannien gesehen, wohin es führt, wenn die junge Generation dieses Privileg nicht achtet – dann gibt es plötzlich Ergebnisse (Brexit), die so nicht gewollt waren.</p>
<p><strong>Kaiser Wilhelm II dagegen:</strong></p>
<p><em>„Die Hauptaufgabe der deutschen Frau……liegt nicht im Erreichen von vermeintlichen Rechten, in denen sie es den Männern gleicht tun können, sondern in der stillen Arbeit im Hause und in der Familie. Sie sollen die jungen Generationen erziehen, vor allen Dingen zum Gehorsam und Respekt vor dem Alter.“</em></p>
<p><strong>Hedwig Dohm 1876 dafür:</strong></p>
<p><em>„Die Schwachen und Kranken, die Krüppel, die Dummen und die Brutalen…..sie alle sind wahlberechtigt……Jede Frau, die schreiben und lesen kann, steht an Fähigkeiten über dem Mann, der diese Kunst nicht versteht.“</em></p>
<p><strong>Und heute?</strong></p>
<p>Vieles ist besser geworden, aber noch manches ist verbesserungsfähig und vieles ist immer noch männer-dominiert. Die Gleichberechtigung ist noch nicht ganz erreicht. Die Frage bleibt, ob das wirklich einmal komplett erreicht werden wird – bei allen möglichen Konsequenzen. Das oberste Ziel sollte m.E. sein: Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit. Das andere Thema ist die Genderisierung, die vor gar nichts mehr halt macht und mitunter über eine praktische Sinnhaftigkeit hinausschießt.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Mit fortschrittlichen, durchaus progressiven Grüßen vom Sonnenberg,</strong><br><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
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		<title>Bericht 702: Besuch in Oberkochen – Reise in die Vergangenheit</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-702-besuch-in-oberkochen-reise-in-die-vergangenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 May 2019 22:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=16352</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_2 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Vorspann.</strong></p>
<p>Diesen Bericht schrieb Reinhard Bogena, Sohn der Eheleute Reinhard (Revierförster) und Brunhilde (Hausfrau), seinerzeit wohnhaft in der Beethovenstr. 36. Früher hat er seine Schulzeit in Oberkochen verbracht, danach stand er als Lehrer in Essingen seinen Mann. Heute ist er Pensionär und beschäftigt sich weiterhin mit viel Herzblut mit „alten Sachen“ und schreibt darüber. Zum einen Bücher und zum anderen Artikel in der Fachzeitschrift „TRÖDEL“. Sein Interesse gehört auch alten schönen Autos mit wunderbarem Design, aus einer Zeit als die Autos noch eine „Seele“ hatten.</p>
<p><strong>Anmerkung:</strong></p>
<p>Der geschilderte Besuch fand 2017 statt. Wilfried hat daher einige Bemerkungen in Fettdruck und in Klammern « » hinzugefügt, damit das ganze wieder aktuell bzw. ergänzt wird. Andy Neuhäuser liebt besonders die verschiedenen Textformatierungen, die aufhalten ☺.</p>
<p><strong>Mein Besuch im Jahre 2017.</strong></p>
<p>Ich, Reinhard Bogena, parke in Bahnhofsnähe, steige aus dem Auto und sehe mich um. Das Gebäude ist renoviert, doch im Inneren, wo sich Reisende früher ihre Fahrkarten am Schalter besorgten, hat ein chinesisches Restaurant Einzug gehalten. Den einstigen Schalterbeamten ersetzt ein Automat auf dem Bahnsteig. Von hier aus fuhr ich einst zum Gymnasium in die Nachbarstadt, häufig gezogen von einer der letzten Dampflokomotiven, deren weiße Dampfwolken mit schwarzen Rußpartikeln vermischt am Abteilfenster vorbeizogen. Doch die Schulzeit habe ich schon lange hinter mir und selbst das Berufsleben ist für mich Vergangenheit.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="840" height="481" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12907"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das alte Postamt, der alte Bahnhof mit der Bahnhofs-Beiz und dem Kiosk (Archiv Müller)</p>
<p>Gegenüber befand sich das Postamt. Dorthin brachte ich meine sorgfältig verfassten Briefe, die ich Freunden und meinen ersten Jugendlieben schrieb. Auch die eine oder andere Sonderbriefmarke erwarb ich in diesem Gebäude vom kleinen Taschengeld und ließ mir Sonderstempel geben. Bestimmt würden sie einmal im Wert steigen, dachte ich. « mir hat mal ein Briefmarkenhändler gesagt: L.L.L. = Lang Liegen Lassen – wird vermutlich auch nicht helfen » Löcher in der Außenwand zeigen, wo einst der Briefkasten und ein Automat für Postwertzeichen befestigt waren. Stark vergilbte Bücher erkennt man jetzt hinter schmutzigen Fenstern, man könnte sie wohl mitnehmen, wenn der im Inneren der alten Post vorhandene „Umsonst-Laden“ geöffnet hätte. Doch wer interessiert sich im Internetzeitalter noch für Bücher? Außerdem ist heute Sonntag, der Eingang verschlossen.</p>
<p>Gleich neben dem Bahnhof gibt es eine Gaststätte, an deren Vorderseite sich zu meiner Zeit ein Kiosk befand. Dort, herausgereicht durch ein kleines Fenster, bekam man neben Zeitschriften und Süßigkeiten auch Zigaretten in 6er-Packungen. Die waren billig und ich füllte sie gerne in attraktivere Schachteln um, die mehr Prestige versprachen. Die Box von „Atika“ war mein Favorit, das hatte nicht jeder. Den kleinen Vorbau erkenne ich wieder, aber nichts deutet mehr auf den ehemaligen Kiosk hin.</p>
<p>Langsam gehe ich weiter, vorbei an einem ehemals feudal wirkenden Haus, einer Villa, die etwas zurückversetzt von der Straße in einem hoch umzäunten Garten steht. Sicher gab es einmal Bedienstete in diesem Haus, so stellte ich mir das als Jugendlicher vor. Eines Tages stand in der breiten Einfahrt zur Villa ein alter „Goliath“ Pkw – vermutlich ein GP 700. Gut erinnere ich mich an das fehlende Kennzeichen, er schien ausgemustert zu sein. Trotz seiner Seltenheit standen Fahrzeuge dieses Alters meist auf dem Autofriedhof, weil sie niemand mehr wollte. Dennoch hatte ich mich, damals gerade mal siebzehn Jahre alt und als Schüler ohne Geld, nicht zu fragen getraut, ob man ihn günstig erwerben könnte. Ich hätte die Folgekosten ohnehin nicht bezahlen können.</p>
<p>A propos Autofriedhof: Wer günstig Teile benötigte, der fuhr nach Schnaitheim, wo es gleich mehrere Schrottplätze gab, darunter auf dem Gelände des heutigen Einkaufszentrums. Sogar in Unterkochen, direkt hinter dem Bahnhof, existierte ein kleiner Schrottplatz, wohin wir als Jugendliche mit dem Fahrrad pilgerten, um uns ans Steuer eines alten Mercedes, einer „Renault Dauphine“ oder eines „Zündapp Janus“ zu setzen und vielleicht eine Betriebsanleitung darin zu finden. Für uns waren das Trophäen, die zu Hause studiert wurden: „Es versteht sich von selbst, als Anfahrgang stets den ersten Gang zu wählen, denn dazu ist er da…” (Borgward Hansa).</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="858" height="570" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12908"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Alte Betriebsanleitungen noch älterer Autos (Archiv Bogena)</p>
<p>Um gegen den an manchen Stellen wild abgestellten Schrott vorzugehen, gab es Anfang der 70er Jahre auch in Oberkochen eine Sammelstelle (gleich am Eingang zur Stadt vor Aral-Tankstelle Büchler). Dort konnte man kostenlos alles abstellen, was aus Metall war, bis hin zum Auto.</p>
<p>Doch zurück zur Bahnhofstraße und meinem Spaziergang: Wenige Meter entfernt existierte in den sechziger Jahren ein weiterer Kiosk auf der anderen Straßenseite « das war das „Enepetz“-Kiosk », eine kleine Holzhütte, angelehnt an die Wand eines Hauses « das von den Schellmanns und Wingerts bewohnt wurde ». Soweit ich mich erinnere, saß darin eine ältere Frau, um den vom und zum Bahnhof eilenden Menschen auf die Schnelle Zigaretten, eine Zeitung oder Süßigkeiten zu verkaufen. Auch diesen Kiosk gibt es nicht mehr. Nach ca. 100 Metern mündet die Bahnhofstraße in die eigentliche Hauptstraße des Ortes. In den sechziger Jahren baute an dieser Ecke ein örtlicher Radiohändler « Elektra-Blum » sein neues Geschäft – ein modernes Gebäude mit viel Beton und großen Schaufenstern.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="786" height="562" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12909"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Elektrofachgeschäft Wilhelm Fritscher (Archiv Müller)</p>
<p>Da konnte der gegenüber liegende kleine Elektroladen « der hieß Fritscher, siehe Bericht 627 » bald nicht mehr mithalten – ich glaube, damals kam der Begriff „Verdrängungswettbewerb“ auf. Beim „Elektra-Blum“ gab’s im Erdgeschoss Haushaltsgeräte und Kofferradios, einen Stock höher konnte man sich Heimradio- und Fernsehgeräte vorführen lassen.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="788" height="556" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12910"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Elektra Blum 1965 (Archiv Müller)</p>
<p>Exklusivere Stereoanlagen präsentierten sich in einem kleineren Nebenraum, darunter auch solche mit fremdartig klingenden Namen wie Akai, Aiwa, Kenwood, Studer-Revox, Toshiba oder Sony, Namen, die neugierig machten, denn sie stammten aus einem völlig anderen Teil dieser Welt. « Das war das Reich von Günter Kempf. Er hat sich von mir mal eine Direktschnitt-LP ausgeliehen, um seinen Kunden den perfekten Klang zu demonstrieren ». Das erste Kofferradio, mein erstes Tonbandgerät (beides von „Grundig“) und meinen ersten Kassettenrecorder kaufte ich bei diesem Händler. Man kannte sich. Heute werden hier Kleidungsstücke angeboten. « Das ist auch schon wieder Vergangenheit. Eine Tochter des Döner-Chefs von der anderen Seite hat ein Geschäft für Geschenkartikel, besonders wohl für den türkischen Geschmack, eröffnet ». Auf der anderen Straßenseite wirbt ein türkischer Döner-Imbiss auf dem Schaufenster mit aufgeklebten Bildern der hier angebotenen Speisen. Hatte es dort früher nicht nach frischen Brötchen geduftet? Eine von mehreren Bäckereien müsste in diesem Haus gewesen sein.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="528" height="719" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12911"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die alte Bäckerei Widmann auch „Storchen-Bäck“ genannt (Archiv Müller)</p>
<p>« Richtig, das war der berühmte Widmann’sche „Storchenbäck“ ». Wenige Meter weiter trifft man auf leere Schaufenster, der innen befestigte Sichtschutz aus Papier löst sich, kein schöner Anblick in der Mitte eines Ortes. Auch das Nachbargebäude, eine ehemalige Gaststätte, sieht nicht besser aus, ebenso hier leere Fenster und Eingangsbereiche, die werktags gleichermaßen verschlossen bleiben. Das wird alles abgerissen, sagte mir jemand im Vorbeigehen, der wohl meinen kritischen Blick bemerkt hatte.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="719" height="420" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12912"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die alte Mitte gegenüber der neuen Mitte – nicht schön, dafür selten (Archiv Müller)</p>
<p>« Wann sich hier etwas tun wird, weiß vermutlich nicht einmal ein Hellseher. Diese Häuserzeile ist im aktuellen Zustand eine Schande und wer daran Schuld trägt, das wissen nur die Eingeweihten. Und dass das alte ehrwürdige „Lamm“ keine Wiederauferstehung erlebt – aus welchem Grund auch immer – ist auch nicht zu begreifen. Politik heißt auch „mitnander schwätza“ und dann sollte die Kuh doch vom Eis können ».</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="764" height="550" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12913"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Innenansicht der alten evangelischen Kirche (heute Bibliothek) (Archiv Müller)</p>
<p>Dann stehe ich vor der alten evangelischen Kirche; sie wurde später an anderer Stelle durch einen Neubau aus Beton ersetzt. Mein Jahrgang durfte gerade noch im alten Sakralbau zur Konfirmation. Während wir dort vor aller Augen und direkt neben dem Altar nacheinander unser Sprüchlein aufsagen mussten, versuchte mich mein Nachbar zum Lachen zu bringen. Nur mit Mühe schaffte ich es, mich zu beherrschen. Ein paar Meter weiter steht das Gotteshaus der Katholiken. Mein damaliger Freund Michael erzählte mir manchmal, dass er dorthin zum Beichten gehen musste, für mich eine äußerst suspekte, weil widersprüchliche Angelegenheit. Wenn Gott ohnehin angeblich alles sieht und weiß, warum musste man ihm die eigenen Sünden dann auch noch erzählen?</p>
<p>Anschließend passiere ich jenes Haus, das jahrzehntelang das Geschäft eines Juweliers beherbergte. Von hier stammt die Uhr, die ich zur Konfirmation bekam, eine „Dugena“ mit Fixoflex-Armband. Später erwarb ich meine Eheringe in diesem Laden, bevor ich von hier fortging. Wer mag die letzten Uhren, Schmuck, Bestecke und anderes aus dem Warenbestand erworben haben? Ein Nachfolger hat sich offensichtlich nicht finden lassen. « Heute befindet sich „Oy’s“ Thai-Massage in diesem Haus und bietet das klassische Nuad Boran an. Ich selbst habe das in Thailand über mehrere Wochen auch gelernt und schätze es sehr und gehe auch regelmäßig hin ».</p>
<p>Dafür machen sich ein paar Meter weiter arabische Einflüsse bemerkbar: Eine Sisha-Bar gab’s früher nicht, Wasserpfeifen kannte man allenfalls vom Hörensagen. « Schon wieder Schnee von gestern. Ein weiterer Leerstand. » Auch Wettbüros mit Sportwetten wie gegenüber waren hier unbekannt, Gewinne versprachen sich die Väter alleine vom Lotto-Spiel oder Toto-Tipps. « Dieses Gebäude wurde Gott sei Dank geliftet. Sah schon schlimm aus. Vor der Zeit als Beiz war da ein Eisenwaren-Kaufhaus mit großem Angebot zuhause. »</p>
<p>Ich drehe um, gehe ein Stück zurück und komme zur Hauptschule, wo ich einige Freunde hatte. Standesdünkel, weil ich selbst auf dem Gymnasium war? Berührungsängste? Keine Spur, im Gegenteil! Man traf sich zum Kartenspiel, sprach über Mädchen und Musik und unternahm einiges zusammen. So fand ein Austausch statt; ich erfuhr vom Schulleben der Anderen und später von deren Ausbildung in der Lehrzeit.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="847" height="564" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12914"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das alte Spielwarengeschäft Unfried im „Kies“ (Archiv Müller)</p>
<p>Mich zieht es jetzt in jene Richtung, wo früher das Spiel- und Schreibwarengeschäft „Unfried“ mit seinen großen Schaufenstern zu einem meiner wichtigsten Ziele gehörte. Ein Füller von „Pelikan“ oder „Geha“? Dort probierte ich beide aus, um mich dann zu entscheiden. Ein neuer Zeichenblock (möglichst immer mit Bastelbogen), irgendwann ein Rechenschieber von „Aristo“ (wer kann ihn heute noch bedienen), auch die Schulbücher zum Jahresanfang konnten in diesem wunderbaren Laden bestellt werden. Das schönste aber war die Spielwaren-Abteilung: „Märklin“-Eisenbahnen, Häuschen von „Faller“ zum Zusammenbauen, Modellautos von „Matchbox“ und „Wiking“, größere Autos mit Kabelfernsteuerung. Toll, was es dort alles gab! Ich nutzte jede Gelegenheit, um hier hereinzuschauen. Reicht das Taschengeld, um Wünsche zu erfüllen? Heute deutet nichts mehr auf das ehemalige kleine Paradies hin; in den Schaufenstern stehen keinerlei Waren mehr, das Leben der Kinder und Jugendlichen wird heute von Smartphones, Computerspielen und Modetrends bestimmt. Nein, niemals würde ich mit ihnen tauschen wollen!</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="881" height="588" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12915"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Wiking und Faller – Das non-plus-Ultra der Modellbauer (Archiv Bogena)</p>
<p>Ein Paar kommt mir entgegen, dürfte etwa in meinem Alter sein; der Mann trägt seine grauen Locken etwas länger. Damals, als wir gerade mal 16 waren, fand man lange Haare nicht einfach nur schick, sondern betrachtete sie als Ausdruck eines Lebensgefühls, das die Songs der damaligen Beatgruppen auslösten: „Hang on Sloopy. Satisfaction!“ Und man setzte sich damit von den Älteren ab, denen man eine autoritäre und konservative Einstellung nachsagte. Wäre es möglich, dass ich mein Gegenüber von früher her kenne? Der ein oder andere wohnt vielleicht noch hier. Michael? Er besaß Langspielplatten von den „Doors“ und „Pink Floyd“, die er uns gern vorspielte. Nachdem er vorzeitig die Schule verließ, habe ich nichts mehr von ihm gehört. Könnte er es sein? Ich bin mir nicht sicher, traue mich nicht ihn anzusprechen, gehe vorbei und denke gleich darauf: Jetzt ist es zu spät!</p>
<p>Nun folge ich einer der Seitenstraßen, die ich oft mit dem Fahrrad durchfahren habe. Es stammte aus einem alteingesessenen kleinen Fahrradladen, namens „Elmer“ im Gasthaus „Krone“, und ich durfte es mir aus einer Reihe heraussuchen, die sich hochkant aufgehängt an einer Wand befanden. „Torpedo“-Dreigangschaltung. Die Lichtanlage kostete extra und für eine bunte Plastikspirale, die über die Bremsseile gewickelt wurde, reichte es auch noch. „Hahn“ hieß der Hersteller des Rades, das galt als Qualitätsprodukt. Damit erkundete ich die ganze Umgebung. Manches erkenne ich wieder, zum Teil gut erhalten, das ein oder andere vom Zahn der Zeit gezeichnet, sichtbar abgewohnt, vereinzelt leer stehend, anderes umgebaut oder in den letzten Jahren neu errichtet. Dann komme ich in die Mehrfamilienhaus-Siedlung in der Walter-Bauersfeld-Straße, wo einst viele meiner Freunde wohnten, bis deren Eltern bauten oder in ein größeres Domizil umzogen. Die Namen auf den Klingelschildern sind mir fremd.</p>
<p>In der Nachbarschaft steht die damals neu erbaute Kirche, in deren Nebenräumen wir an manchen Sonntag-Nachmittagen unsere „Teatime“ veranstalten durften. Beatmusik, tanzen, sich näher kommen. Eine schöne Erinnerung. Auch das in den sechziger Jahren erbaute Rathaus befindet sich hier in der Nähe, aber wo ist der kleine Pavillon auf dem Rathausplatz, unser aller Treffpunkt in den sechziger Jahren? Wer nichts zu tun hatte, kam hierher, setzte sich mit Transistorradio oder Kassettenrecorder unters Dach und wartete auf Gesellschaft. Wenn’s im Sommer zu laut wurde, beschwerte sich manchmal jemand aus dem Nachbarhaus über die Langhaarigen und ihre „Hottentottenmusik“. Dann kam es vor, dass die Polizei im VW-Käfer vorbeifuhr. Der Pavillon ist weg – einer Neugestaltung des Platzes zum Opfer gefallen.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="733" height="627" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12916"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das alte Rathaus neu gebaut und fertiggestellt im Jahr 1968 (Archiv Müller)</p>
<p>Neben dem Rathaus eine Baugrube. Genau an der Stelle, wo einst ein Hotel stand – in den sechziger Jahren nach den Vorstellungen modernen Bauens neu errichtet und jetzt schon wieder abgerissen, unglaublich. Im nobel wirkenden Hotelrestaurant kehrten wir nach dem Unterricht in der Tanzschule „Blunk“ ein. Dort trank ich mein erstes selbst bestelltes Glas Rotwein und fühlte mich stolz, gleichzeitig aber auch ein wenig unsicher neben den wenigen anderen Gästen, vermutlich Geschäftsleute, die beruflich im Ort zu tun hatten. « Und jetzt steht dort das Vilotel und macht sich sehr gut ». Im Haus gegenüber befindet sich jetzt ein Pflegeheim; zu meiner Jugendzeit wohnten dort alleinstehende junge Männer, die meist in Ausbildung standen. Mit einem war ich locker befreundet; regelmäßig tauschten wir Technikmagazine – von ihm bekam ich „Hobby-Hefte“ zum Lesen, er von mir Autozeitungen. Ob man sich mal einen „Rallye-Kadett“ oder einen „NSU TT“ leisten könnte? Die Zeit brachte es mit sich, dass wir den Kontakt verloren, schade. Wo mag er heute sein? Auch zu vielen anderen ist die Verbindung abgerissen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_23 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="798" height="370" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-11.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12917"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_23 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das neue Progymnasium mit Hallenbad im Jahr 1962 oder 1963 (Archiv Müller)</p>
<p>Die Straße weiter hinauf befindet sich, oben an den Berg gebaut, meine alte Schule, das Gymnasium. Seinerzeit am 1. Dezember 1962 feierlich eingeweiht. Zu meiner Zeit noch ein so genanntes Pro-Gymnasium, weil man für die letzten Klassen bis zum Abitur in die Nachbarstadt wechseln musste. Gefühlsmäßig steigt man bis zum Eingang hunderte von Treppen hinauf. « Ich habe nachgezählt. Im Jahr 2019 sind es exakt 106 Stufen ». An manchen Tagen stand einer der aufsichtführenden Lehrer zu Unterrichtsbeginn mit einer Stoppuhr in der Hand am Eingang. Zu-spät-kommende wurden geahndet: Nachsitzen! Das geschah meist in den Fachräumen für Biologie / Chemie, wo die armen Sünder Reagenzgläser putzen oder Aufsätze zum Thema Pünktlichkeit schreiben mussten. An Sommernachmittagen wurden die Delinquenten auch mal ins nahe Wiesengelände hinausgeschickt, um Heuschrecken zu fangen, welche in den folgenden Tagen im Biologieunterricht seziert werden sollten.</p>
<p>Einmal hissten Freunde in der Nacht zum 1. Mai eine selbst hergestellte Totenkopfflagge auf dem Dach der Schule. Das verursachte unerwarteten Wirbel und stand sogar in der Zeitung, denn „offizielle Stellen“ vermuteten einen politisch motivierten Hintergrund – es war die Zeit der 68er-Bewegung. Die Polizei untersuchte den Fall, doch alle Beteiligten schwiegen und andere wussten nichts. « Das war ein wenig anders Reinhard. Nachzulesen in Bericht 691 ». Trotz des ein oder anderen guten Lehrers kamen einige nicht klar an dieser Schule, an der damals, ebenso wie an vielen anderen Gymnasien, „gesiebt“ wurde. „Ihr Sohn wird in Deutsch nie eine bessere Note als Vier erreichen“ prophezeite ein Studienrat (mit Doktortitel, worauf er großen Wert legte) meinen Eltern zu jener Zeit. Ein Satz, der mir nie aus dem Kopf ging. Im gleichen Jahr verließ ich zusammen mit mehreren Klassenkameraden diese Schule, um mein Glück am Gymnasium der Nachbarstadt zu suchen und zu finden. « Ein anderer, Schulleiter Schrenk, war tatsächlich der Meinung: Mathe kann man oder nicht und ein anderer Lehrer erklärte mir später in einem Brief, dass es damals nach dem Motto ging: Nicht fördern, sondern selektieren. Heute wird das Abitur ja schon fast inflationär verteilt und nicht selten stöhnen darüber Universitäten und Arbeitgeber. Und hin und wieder muss an der FH oder UNI ein Mathe-Crash-Kurs gemacht werden, bevor das Studieren beginnen kann ».</p>
<p>Neben der Schule erhebt sich das Gebäude des Hallenbads, wo ich einst das Schwimmen lernte. Der Kurs fand abends statt. Auf dem Weg dahin hatte ich stets ein kleines MW-Transistorradio dabei, mit dem ich den Pop-Sender Radio Luxemburg hörte. Das Haus, in dem ich früher wohnte, ist nicht weit weg. Ich gehe daher noch einmal meinen alten Schulweg, vorbei an jenen Einfamilienhäusern, deren Neubau ich damals mit Interesse verfolgte. In Gedanken spüre ich den Geruch frischen Betons in der Nase und erinnere mich, wie ich verbotenerweise die Neubauten durchstreifte. Es waren hochmoderne, elegante Einfamilienhäuser, wie sie sich meine Familie wohl niemals leisten könnte. Vater war Alleinverdiener und erst seit kurzer Zeit Beamter. Darum bewohnten wir eine günstige Dreizimmer-Wohnung zur Miete in einem Mehrfamilienhaus zusammen mit anderen „normalen“ Leuten, die irgendwo ihrer Arbeit nachgingen. Alle Bewohner achteten darauf, dass rund ums Haus alles sauber und ordentlich aussieht. Schuhe putzen, keinen Dreck ins Treppenhaus reinbringen, nicht mit dem Fuß die Türe aufstoßen! Und heute? Zumindest von außen macht alles einen vernachlässigten Eindruck. Es erinnert mich an meine ersten Besuche in den neuen Bundesländern, wo ich mit Entsetzen Ähnliches sah. Die Umgebung ist verwildert, zugewachsen auch der schmale Pfad in den nahegelegenen Wald. Hier baute ich mit Gedanken an die Abenteuerbücher von Karl May, die ich fast alle gelesen hatte, meine Lager. Oft trieb ich mich hier draußen herum, Sommers wie Winters.</p>
<p>Weit unterhalb dieser Wohnsiedlung am Berg liegt der Sportplatz, für mich keine gute Erinnerung, denn dort fanden jedes Jahr Bundesjugendspiele statt. „Mit deinen langen Beinen muss man mindestens 8 Meter springen können“ – nein, ich konnte nicht! Und dann die Läufe – überall, wo Schnelligkeit und Ausdauer gefragt war, hinkte ich hinterher. Dass das auch gesundheitlich bedingt war, ahnte selbst ich damals nicht. Nächstes Ziel auf meinem Weg zurück zum Auto ist jene Firma, bei der ich in späteren Jahren mit Ferienarbeit etwas Geld verdienen durfte. Arbeitsschuhe mit Stahlkappen musste ich mir dafür kaufen. Acht Stunden Arbeit am Tag, in der Mittagspause gab’s ’ne gut gewürzte, aber kalorienreiche Wurst in der kleinen Kantine. Darauf freute ich mich schon bei Arbeitsbeginn. Die Arbeitskollegen waren nett, schwere Blechrollen binden und zum Weitertransport in Position rücken, mit einem ausgemusterten uralten VW-Pritschenwagen Abfall auf dem Firmengelände transportieren, später im Labor Materialprüfungen durchführen im weißen Arbeitskittel, Verantwortung tragen, ein kleiner Aufstieg, der mich stolz machte…« Ich denke, dass es sich um das alte Kaltwalz-Werk handelt ».</p>
<p>Nicht weit weg befand sich die Zweigstelle eines Autohändlers aus der Nachbarstadt. Hof, Schaufenster und Werkstatt-Trakt stehen leer. Früher schaute ich mir in dem damals neu errichteten Areal die aktuellen Modelle an oder inspizierte verunfallte Fahrzeuge, die manchmal im Hinterhof standen. Ich streife um das Gebäude herum, wobei mein Blick in den verwilderten Garten eines Mehrfamilienhauses fällt. Bergeweise Altreifen, zerschlagene Möbel, zerlumpte Matratzen und anderer Unrat türmen sich dort unter wuchernden Pflanzen, die es nicht schaffen, das alles zu verbergen. Dennoch macht das Gebäude einen bewohnten Eindruck. Wie kann man etwas so verkommen lassen? Ich habe das Gefühl, beobachtet zu werden; als ich hinschaue, verschwindet jemand schnell hinter der Hausecke und an einem Fenster zieht sich ein Kopf zurück. Sieht aus, als ob hier Flüchtlinge untergebracht sind…</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="817" height="518" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber702-12.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12918"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Kocherursprung um 1950 herum (Archiv Müller)</p>
<p>Mein letzter Weg führt mich zum „Kocher“, der am Ortsrand entspringt und idyllisch durch den alten Ortskern plätschert. Schade, dass dieses Stück Weg entlang des klaren Wassers so kurz ist. Es ist eine der schönen Ecken dieses Ortes, wo Ursprüngliches erhalten blieb. « Aufgepasst Reinhard, die Neue Mitte lässt grüßen. Bald kannst du dir das anschauen und es wird dir hoffentlich gefallen. Die Bauarbeiten haben inzwischen begonnen ». Auch an anderen Stellen sind durchaus Versuche erkennbar, Neues zu gestalten, auf veränderte Zeiten zu reagieren. Die Welt dreht sich weiter, der größte Teil des Lebens, das damals vor mir lag, liegt nun hinter mir. Dieser Ort gehört dazu, ebenso wie einige andere, die mein Leben prägten. Nachdenklich setze ich mich ins Auto und lasse die Vergangenheit hinter mir, zumindest für diesen Augenblick. Vielleicht sieht in den nächsten Jahren wieder alles ganz anders aus…</p>
<p>Es grüßen die Schulfreunde Wilfried „Billie Wichai“ Müller vom Sonnenberg und Reinhard Bogena aus Essingen.</p>
<p><strong>Zur Info.</strong></p>
<p>Der „Billie vom Sonnenberg“ wird weiterhin seine Berichte unter diesem Namen schreiben, auch wenn er zum 1. Juni 2019 in die Frühlingsstraße 2 umzieht. Die Kontaktdaten bleiben vermutlich unverändert. Für mich geht ein Lebensabschnitt zu Ende und ein neuer beginnt. Das wird sicher nicht ganz einfach werden wird, zumal ich mich von vielen Dingen trennen muss, weil die neue Wohnung nicht alles aufnehmen kann, was ein altes Haus so im Laufe der Jahrzehnte gesammelt hat.</p>
<p><strong>Danke.</strong></p>
<p>Im Bericht 700 habe ich explizit Albert Holz gedankt, der mit einige Male geholfen hat. Das gilt natürlich ganz besonders auch für Franz Holdenried und Sepp Merz, die ich doch glatt in der Amtsblattausgabe unterschlagen habe.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Bericht 703: Die etwas andere Bahnhofstraße – Teil 1</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-703-die-etwas-andere-bahnhofstrasse-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2019 22:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Straßen, Plätze und Brücken]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=16713</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_3 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Erklärung.</strong></p>
<p>Die letzten Monate gab es keine Berichte von mir. Hennt’r sicher g’merkt ond hoffentlich vermisst. Der Billie hatte mit Umzug in eine Mietwohnung, Entrümpelung und Verkauf des Elternhauses, einer Krankheit mit Operation und anschließender Reha reichlich zu tun. Ich freue mich, dass ich mich nun wieder meiner Passion widmen kann – zu unser aller Vergnügen in der Vergangenheit herumstöbern und daraus spannende Berichte schreiben. Der Amtsblatt-Redaktion danke ich für die aufmunternden Worte während der berichtslosen Zeit. Deshalb muss jetzt auch ein großer Neustart erfolgen.</p>
<p><strong>Vorspann.</strong></p>
<p>Aufgrund der umfangreichen Recherchen werde ich auch hier einen weiteren Zweiteiler zum Besten geben. Der erste Teil wird sich mit der Bahnhofstraße und der zweite Teil mit dem Bahnhof beschäftigen.</p>
<p><strong>Intro.</strong></p>
<p>Meine beiden Lebensmittelpunkte sind Oberkochen und Zürich. Vor einiger Zeit ging ich wieder einmal durch die Bahnhofstraße in Zürich und dachte bei mir: „Schreib doch mal etwas über die Oberkochner Bahnhofstraße“. Da stellt sich die Frage: „Was hat die Bahnhofsstraße in Zürich mit der Bahnhofsstraße in Oberkochen gemeinsam? Natürlich nichts, außer den Namen. Oder gibt es doch etwas?“ Ja, es gibt Gemeinsamkeiten vieler Bahnhofstraßen, die auf die Zeiten zurückgehen, als die Bahnhöfe gebaut wurden – das war das Thema der Straßenanbindung der Bahnhöfe. Und seit neuestem hat unsere kleine Bahnhofsstraße eine Weihnachtsbeleuchtung – wie es sich für eine solche Straße geziemt.</p>
<p><strong>Unsere Bahnhofstraße</strong></p>
<p>zeigt auch heute immer noch eines – ein etwas unfertiges Gesicht. Kein reiner Industrieplatz mehr, aber auch kein zeitgerechtes modernes Gebiet, das eines Bindegliedes zwischen dem Eintritt in den Ort und seiner Hauptstraße würdig wäre. Das ist aus meiner Sicht, neben der „Neuen Mitte“, der Aalener und Heidenheimer Straße, ein weiterer Schwerpunkt zukünftiger Stadtplanungen. Doch nun zur Geschichte derselben: Vor dem Bau der Eisenbahnlinie war das der bäuerliche Zugang zu den sog. „Weidewiesen“. Mit der Schienenverlegung und der Errichtung des Bahnhofes musste eine Zugangsstraße gebaut werden und an der geplanten Einmündung in der „Langen Gasse“ stand ein Haus, dessen Abbruch zwingend erforderlich war. Es handelte sich um das Haus „Langgasse 109“, das Haus der Witwe Viktoria Staud und des Krämers und Gassenwirts Franz Staud. Die königliche Eisenbahnkommission erwarb am 30. Oktober 1863 dieses Anwesen für 3.700 Gulden. Familie Staud durfte das Material aus dem Abbruch ihres alten Hauses für den Bau eines neuen verwenden. So entstand in den Jahren 1864/65 ein Gebäudekomplex aus Haus, Scheuer und Stall, in dem später die „Bahnhofsrestauration – d‘ Schell“ eingerichtet wurde. Die Straße wurde also mit den Mitteln gebaut, die es damals gab. An Teer war noch nicht zu denken. Der erste Belag war eine einfache Einschotterung mit Mineralbeton (= Gemisch aus Kies, Splitt und Wasser). Am 13. Sep 1864 war es soweit. Die Bahnstrecke wurde feierlich eröffnet. Beim Halt in Oberkochen durften Blumenjungfrauen (was es früher so alles gab?) Erfrischungen reichen. Am 15. Sep begann der öffentliche Fahrbetrieb und die Geschichte der Postkutsche zwischen Heidenheim und Aalen war damit für immer passé. Der Ort und die Passagierzahlen entwickelten sich.</p>
<p><strong>Geprägt wurde die Bahnhofstraße</strong></p>
<p>überwiegend durch nachfolgend aufgeführte markante Gebäude: Den Bahnhof mit den div. Nebengebäuden, die Bahnhofsgaststätte, das Postamt, die Firma Bäuerle, die Industriellen-Villen von Otto und Albert Bäuerle sowie Emil Leitz und dem Anwesen Schellmann mit Kiosk „Enepetz“ und der gegenüberliegenden Bahnhofsrestauration, kurz und knapp „d‘ Schell“ genannt.</p>
<p><strong>Im Einwohnermeldebuch 1959 sind folgende Personen aufgelistet:</strong></p>
<p>Haus Nr. 1 Gleser und Tippelt / Haus Nr. 3 Reder und Wingert / Haus Nr. 3/1 Bäuerle O. / Haus Nr. 4 Schellmann und Wingert / Haus Nr. 5 Bäuerle A. / Haus Nr. 6a Eberle und Stocky / Haus Nr. 7 Leitz / Haus Nr. 9 Graser / Haus Nr. 13 Fischer / Haus Nr. 15 Sußmann / Haus Nr. 19 Bacher, Baumann, Frank, Hegelau, Hermann, Holzer, Keller, Koch, Koller, Niederle, Neunecker und Tiersch / Im Bahnhof selbst Feil, Langer, Kühn und Rothe.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="779" height="540" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber703-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12919"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Blick in die neue Bahnhofstraße (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Das Entree in die Bahnhofstraße</strong></p>
<p>bildeten somit zwei Häuser. Zum einen das Haus Xaver / Paul Oppold (Schmied) in dem, über einen Seiteneingang erreichbar, der Zahnarzt Riede seine Praxis hatte. Später zog dann die Drogerie Irion im EG ein (später Heller). Für uns 14jährige Buben gab es dort eine Mutprobe zu bestehen: Wer traut sich da hineinzugehen und mit fester Stimme ein Päckchen „Pariser“ zu verlangen? Am anderen Eck stand das Haus „Schmid-Jörgle“. Über den hinteren Eingang war eine Lottostelle zu erreichen, die zeitweise von Frau Painczyk betrieben wurde. Vorne war der „Konsum“ untergebracht. In diesem Haus hatte auch die Württembergische Bank (mit Herrn Heidenreich) sowie die Spar- und Darlehenskasse (mit Heiner Grupp) ihre Heimat. Heiner Grupp verwaltete auch die Milchgelder vom Milchhäusle für die Bauern.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Beginn der Bahnhofstraße mit der damaligen Rathaus-Drogerie auf der linken Seite (Archiv Müller)</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="827" height="612" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber703-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12921"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Beginn der Bahnhofstraße mit dem Haus „Schmid-Jörgle“ vor dem Abriss (heute KSK) auf der rechten Seite (Archiv Müller)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_28 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="833" height="609" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber703-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12922"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_29 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1909 Bahnhofsrestauration mit dem Schriftzug „Eugen Winter“ (Archiv Müller)</p>
<p><strong>D‘ Schell oder die Bahnhofsrestauration.</strong></p>
<p>Dieses Gasthaus prägte das örtliche Gesellschaftsleben von 1866 bis 1961 und war sehr stark mit der Familie Schellmann verbunden. Ob Hochzeiten, Geburtstage, politische Veranstaltungen, Tanzveranstaltungen, Ausstellungen der örtlichen Firmen, kurz alles was man sich vorstellen kann, fand in „d‘r Schell“ statt. Zu erwähnen bleibt noch, dass, in dem an gleicher Stelle errichteten Geschäftsgebäude, „Kaiser’s Tengelmann“ einen Supermarkt betrieb. Bevor das Haus in ein Wohn- und Geschäftshaus umgebaut wurde, war auch Siegried Gremerath mit seinem Bürosysteme-Haus hier zuhause. Heute befinden sich Wohnungen und die Beier GmbH im Haus. In einem späteren Bericht über unsere Gasthäuser werde ich näher auf dieses Haus und seine Eigentümer eingehen. Die Nachfahren des ersten Schell-Wirtes Anton Schellmann wohnten bis 2015 im Haus gegenüber, über das nun Susanne Henco, eine Tochter von Apollonia Schellmann und Bruno Wingert, erzählt.</p>
<p><strong>Erinnerungen von Susanne Henco, geb. Wingert.</strong></p>
<p>Ich bin die Ur-Enkelin des alten Schellmanns, der sein Haus vermutlich 1904 / 1905 erbaut hat. Dort wurde so viel Beton verbaut, dass das Haus vermutlich bis in alle Ewigkeit stehen würde, außer man risse es wegen eines Neubaus ab. Mein Opa hat dann noch ein paar Veränderungen vorgenommen, ansonsten steht das Haus immer noch so da wie vor über 100 Jahren. Auf dem weitläufigen Grundstück gab es früher einen großen Gemüsegarten, viele Zwetschgenbäume, Gänse und Hühner sowie mehrere Hütten. Dazu eine kleine Episode, die in der Familie immer erzählt wurde: In den letzten Kriegstagen April 1945 wurde Wurst und Fleisch vergraben, damit diese nicht den in Kürze einmarschierenden Amis in die Hände fielen. Aber das Schicksal hatte etwas anderes vor. Eine der Artilleriegranaten, die kurz vor dem Einmarsch auf Oberkochen niedergingen, zerstörte dieses Lager. Was für ein Pech. Zu „meiner Zeit“, die bis 1977 dauerte (meine Eltern zogen damals in das Haus Eichendorffweg 5) wohnten im Haus Oma und Opa, Anton (der Bruder von Loni) sowie meine Eltern (Bruno und Apollonia Wingert geb. Schellmann sowie ich (1962), meine Geschwister Michael (1968), Anita (1958) und Doris (1963). Bevor ich es vergesse, das Haus beherbergte noch ein besonderes Lebewesen – einen Spitz namens Mäxle, der seiner Rasse alle Ehre machte und mitunter einige der vorbeieilenden Zeissianer „anknabberte“ – gottseidank war man gut versichert.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_29 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="856" height="430" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber703-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12923"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Holz wird g’macht bevor d’r Winter kommt; von li. n. re.: Apollonia Schellmann, Marlene Bliem, geb. Wickom, Andrea Wanner, Anton Schellmann, Anita Wingert (Archiv Henco)</p>
<p>Das Anwesen war ein bäuerlicher Betrieb, der die Viehwirtschaft recht bald aufgab (1961), aber die Landwirtschaft auf den Feldern bis möglicherweise in die 70er hinein betrieb. Auf der einen Seite war der Bauernhof für uns Kinder ein riesengroßer Spielplatz, auf dem wir uns mit wenigen Mitteln kreativ austoben und unseren Geschäftssinn trainieren konnten. Sobald die Zwetschgen reif waren bastelten wir aus Zeitungspapier Tüten, portionierten die Zwetschgen und verkauften sie auf der Straße an die vorübereilenden Zeissianer. Den Erlös setzen wir im Kiosk „Enepetz“ (Wilhelmine Enepetz, geb. 24.01.1900 / gest. 27.12.1963) oder im Süßigkeitenladen im Haus „Schmid-Jörgle“ (später befand sich dort eine kleine Bank) sofort in Süßigkeiten um und so lernten wir schon früh wie der Wirtschaftskreislauf funktioniert. Nachbarschaftskinder waren u.a. die Bebel-Kinder Friedbert und Josef („Seppl“ genannt), der Nachwuchs vom Bauern Weber „Kohlaseff“, Anita Schoch, die Schimmel-Kinder Petra, Sabine, Sonja, Susanne, Hans und Uwe. Spielplätze waren für uns die Straße, der Garten, der Kocher, die Treppen vom Schmid-Jörgle zum Kocher hin und die Wiese hinter der heutigen Stadt-Bibliothek (dort stand auch die berühmte Weber‘sche Schiffschaukel). Frau Weber holte uns Kinder ab und zu ins Haus wenn es Zopf gab. Überhaupt war es in jener Zeit in Oberkochen überall üblich, dass die Kinder oft bei den Nachbarn etwas abbekommen haben (sei es ein Saft, Obst, Kuchen oder auch mal ein Vesper). Natürlich schwänzten wir ab einem bestimmten Alter den Kirchgang. Wir trieben uns da unterhalb der Kirche herum, informierten uns dann aber kurz über den Inhalt der Predigt, damit wir auch glaubwürdig zu Hause berichten konnten. Zur Winterszeit frönten wir dem Skifahren unterhalb der heutigen Josef-Kapelle. Zu Oma und Opa hatte ich schon eine besondere Beziehung. Ich liebte es auch am täglichen Veschber (eine Vesper ist etwas ganz anderes ☺) bei den beiden am Tisch zu sitzen und an einem Kanten Brot zu kauen und Opas warmes! (vermutlich g’staucht – womöglich mit einem Tauchsieder?) Bier zu probieren. Das hatte schon was.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_30 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="810" height="565" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber703-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12924"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Susanne Henco’s Oma und Opa Schellmann (Archiv Wingert)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_31 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="874" height="507" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber703-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12925"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_32 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Hoher Besuch beim alten Schellmann – Gustav Bosch und NN (Archiv Wingert)</strong></p>
<p>Das Leben auf dem Bauernhof war schon immer sehr rustikal. Oma schlug dem Huhn schon mal den Kopf auf dem Hackstotzen ab, zupfte, kochte und ruckzuck lag das Federvieh, zum Erstaunen der Kinder, verzehrbereit auf dem Teller – nach dem Motto „Frisch auf den Tisch“. Wir Kinder durften bei der Kartoffelernte auf den Feldern, Richtung Königsbronn gelegen, mithelfen. Die Herbstferien hießen denn früher auch Kartoffelferien und dienten nicht der Erholung vom Schulstress sondern der Arbeit auf den Feldern. Den Begriff Kinderarbeit gab es auf dem Dorf sowieso nicht. Mein Mutter Apollonia, hatte, wie manch andere Bauersfrau, auch den Traktorführerschein. Nur hin und wieder geriet sie durch die Tücken des Fahrens in Nöten und es musste ihr geholfen werden. Rundherum würde ich das als eine gelungene und schöne Kindheit bezeichnen, die so heute nicht mehr gelebt wird. Wenn mich jemand fragen würde, nach was meine Kindheit schmecken würde – ich würde vermutlich antworten: Nach einem warmen Opa-Bier.</p>
<p><strong>Die Bäuerle-Villen.</strong></p>
<p>1954 erwarb Albert Bäuerle das Haus mit der Nr. 5 und baute es zu einem Wohnhaus um.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_32 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="881" height="567" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber703-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12926"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_33 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Firma Bäuerle mit LKWs – heute Spedition Maier (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Die Bäuerle-Fabrik.</strong></p>
<p>Dazu wird es im Jahr 2020 einen separaten Bericht innerhalb einer kleinen Reihe über die alten Firmen geben.</p>
<p><strong>Albert Holz hat zu Emil Leitz einiges zu erzählen.</strong></p>
<p>Emil Leitz, der jüngste der Albert Leitz-Söhne (die beiden anderen hießen Albert und Fritz) wurde am 6. Feb 1888 geboren. Auf die Realschule in Aalen schlossen sich eine Lehrzeit in Stuttgart und die Militärzeit, von 1907 bis 1908, bei der Fußartillerie Ulm an. Danach ging es zu Handelsunternehmen nach Genf und Turin. Später war er leitender Angestellter in einer Bielefelder Firma. 1913 verheiratete er sich mit. 1921 erfolgte der Umzug zurück nach Oberkochen. Dort wurde das eigene Heim im „Hirschgarten“ an der Bahnhofstraße 5 erstellt, in dem auch die ersten Geschäftsräume untergebracht waren. Anfang der 30er Jahre zog die Familie in die neu erbaute Villa mit der Nr. 7. Das Gebäude Nr. 5 wurde weiterhin für die Firma genutzt und die Wohnungen im 1. und 2. OG wurden von Dr. Sußmann (Wohnung und Praxis) und von Dr. Roske (Direktor bei Fritz Leitz) genutzt. Emil Leitz zog 1954 in die Geschäftsräume auf dem Grundstück Nr. 7/1 um. 1960 wurde die Firma in eine GmbH umgewandelt, zog an den Ölweiher in die Gebäude der Gebr. Leitz GmbH und so begann der Direktvertrieb von Leitz. Als frühere Mitarbeiter an der Bahnhofstraße seien hier beispielhaft aufgeführt: Albert Holz, Claus-Dieter Weick, Ludwig Wunderle (im Krieg gefallen), Willibald Gold (Außendienst), Max Wirth, Richard Kopp, Felix Breitweg, Engelbert Balle, Klara Fischer und Manfred Müller. Danach erfolgte der Umzug der Firma in den Ölweiher auf den Campus der Fa. Gebr. Leitz. Das Geschäftsmodell änderte sich, denn nun wurden ausschließlich Leitz-Werkzeuge vertrieben. Emil Leitz (gest. 1967) hatte mit seiner Frau Hubertine (gest. 1951) zwei Kinder – Albert (geb. 1914 gest. 1831) und Doris (geb. 1921 gest. 1997).</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_33 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="892" height="499" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber703-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12927"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_34 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1957 Das Postamt, Bahnhofswirtschaft mit Kiosk und Bahnhof (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Das alte Postamt.</strong></p>
<p>1855 wurden die Zustellgebiete einschl. Kreuzmühle, Schlackenwäsche, Öl- und Schleifmühle sowie Ziegelhütte von Königsbronn aus beliefert. 1860 reichte es den Oberkochnern. Die geballte VIP-Macht aus Pfarrer, Revierförster, Schultheiß, Schullehrer, Hirsch-Wirt und Ochsen-Wirt stellten den Antrag auf eine eigene Postablage für den Ort. Der erste Verantwortliche für diese sog. Postablage ab 1862 war der Bürgermeister Michael Wingert. Ab 1892 durfte sie sich Agentur nennen, für die nun der Landpostbote Briefträger Widmann angestellt war. Sein Lohn betrug als Bote 60 Mark jährlich und als Briefträger 168 Mark jährlich. 1908 wird die Trennung von Post und Bahn in Oberkochen genehmigt. Neuer Postagent, für eine jährliche Entlohnung von 850 Mark, wird nun der Konditor Hermann Speth in der Hauptstraße. Die alte Postagentur hatte 1923 einen so starken Postverkehr zu bewältigen, dass ein Neubau geplant und gebaut werden musste. 1927 erwarb die Oberpostdirektion Stuttgart das Grundstück von der Reichsbahn für 3 Mark je qm. 1939 wird die Agentur ein Zweigpostamt unter Leitung von Ernst Siegel. 1953 übernimmt Erwin Graser die Leitung, gefolgt von 1975 durch Erich Erhardt. 1991 erfolgt ein Umbau der Schalteranlage. Als die Post Teile ihrer Dienstleistungen einstellt, übernimmt die Fa. Nähmaschinen-Steckbauer die erste Agentur in Oberkochen. Ab Oktober 2015 findet die Postagentur beim City-Schneider Levent Calis ihr neues zuhause.</p>
<p><strong>Reinhard Hergesell erzählt von früher.</strong></p>
<p>Nach dem Krieg 1945 wurden sog. 12-Ender (Zeitsoldaten mit mindestens 12 Dienstjahren) und 131er (Berufssoldaten) als Beamte, nach einer vorausgegangenen Prüfung, in den Staatsdienst übernommen und so bekam auch das Postamt Oberkochen sein erstes Personal: Ernst Klenk, Wilhelm Hergesell und Robert Michalik.</p>
<p><strong>Telefonieren.</strong></p>
<p>Dafür gab es die gelben Telefonzellen. Sie standen ehemals „am Postamt“ am „Hirsch“, beim „Grieser“, beim „Gruppen-Heiner“, in der „Brunnenhalde“ und vielleicht im Bereich der Adalbert-Stifter-Straße sowie eine Kabine im Eingangsbereich zum Postamt. Telefonate mussten angemeldet werden. Dazu waren vom Kunden 5 DM als Pfand hinterlegt werden. Damit wurde sichergestellt, dass der Kunde nicht ohne Bezahlung, nach dem Telefonat in der Kabine im Eingangsbereich, das Weite suchte. Es gab damals nur 2 Telefonleitungen in die Ostzone, für die aber eine Anmeldung beim Postamt notwendig war. Die Gesprächsverbindung wurde dann über eine der beiden Vermittlungsstellen via den Postschalter in die örtliche Telefonkabine vermittelt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_34 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="864" height="567" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber703-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12928"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_35 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>954 Postamt Schalterraum (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Das Postamt</strong></p>
<p>hatte 4 Schalter: Einen für Pakete, einen für Ein- und Auszahlungen sowie Fernmeldedienste, einen für Briefe usw. sowie einen für die Rentenauszahlungen. Die monatliche Rente musste persönlich gegen Vorlage des Ausweises abgeholt werden. Dabei gab es regelmäßig lange Warteschlangen, die manchmal bis zum Bäuerle reichten, und von der Polizei überwacht werden mussten. In der Vorweihnachtszeit wurden Berge von Paketen in die Ostzone geschickt, mit den üblichen Inhalten wie Kaffee, Schokolade, usw. usf. Da lief etwas in den örtlichen Lebensmittelgeschäften. Die Sendungen mussten den Hinweis enthalten: „Geschenksendung, keine Handelsware.“ Wurde das nicht eingehalten, gingen die Sendungen über das Zollamt.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Normale Oberkochner Dienstleistung – Pakete nach der Zone</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1960 Amtliche Bekanntmachung zur Rentenzahlung</p>
<p><strong>Ausbildung des Postjungboten Reinhard Hergesell.</strong></p>
<p>Geboren wurde der junge Mann 1942. Lehrer Menzl fragte in der Abschlussklasse: „Hat jeder eine Lehrstelle?“ Es kamen Antworten wie: „Bäuerle, Wigo, Leitz, Zeiss usw.“ und Reinhard sagt: „Ja, bei der Post“. Da scholl es aus den Mündern seiner Klassenkameraden „Wer nix isch und wer nix koa, gatt zur Poscht ond Eiseboa“. Das musste man schon aushalten können. (Zum Thema Kneipier gab es auch so etwas: „Wer nichts wird wird Wirt, und wer das nicht wird, wird Bahnhofswirt.…. und wer das verpasst, bleibt ewig Gast!“). 1956 bewarben sich 32 Schüler in Aalen und nur 5 wurden genommen. Eine Prüfungsfrage u.v.a. lautete: „Wo liegt Saloniki?“ das wusste der Reinhard selbstredend (der weiß auch heut‘ noch viel). Seine Lehrzeit verbrachte er 1956 bis 1959 beim Postamt Aalen (wurde aber wegen der stark anwachsenden Einwohnerzahl zur „praktischen Bewährung“ nach Oberkochen abgeordnet. Man nannte das im Postler-Jargon „Fronterfahrung“). Ausbildungsgebiete waren damals: Geographie, Zeitungsdienst (vor Ort waren das Foto-Kristen und die Antonia Minder), Rundfunkdienst (monatliches Kassieren von 2 DM durch den Briefträger an der Tür), Sparkassendienst, Briefein- und ‑ausgang, Fernmeldedienst, Postgebührenberechnung sowie amtlicher Schriftverkehr. Bei der Abschlussprüfung lautete eine Aufgabe: „Ein Briefzusteller wurde von einem Hund gebissen. Führen Sie den amtlichen Schriftverkehr“.</p>
<p><strong>Paketzustellung</strong></p>
<p>war in Oberkochen Schwerstarbeit. In unserer Gemeinde gab es zwei Nebenerwerbsdienste, die extrem häufig vorkamen. Zum einen die „Flaschenbierhandlungen“ und zum anderen die „Sammelbesteller“ (siehe EW-Meldebuch z.B. Irmgard Schimmel). Es gab eine Vielzahl an Paketen von Quelle, Neckermann, Bauer u.a.m. Von Frau Berta Wingert (vom Härtsfeld wohnhaft im „Ochsen“) musste diese mit einem sackkarren-ähnlichen Gerät ausgefahren werden – das war damals schon Schwerstarbeit. Da musste erst der damalige Zeiss-Betriebsrat bei der Post einfordern, dass in Oberkochen ein Auto für diese Arbeit notwendig sei. Dem eigenen Personal hat die vorgesetzte Behörde eh nicht geglaubt und nun begann die Ära der motorisierten Paketzustellung mit einem alten, gelb lackierten, Wehrmachts-LKW. Ohne Servolenkung und mit einer riesigen Knüppelschaltung und einem Verbrauch von 20 Ltr. auf 100 km musste das Ungetüm durch die teils engen Straßen unserer Gemeinde chauffiert werden. Auch wurde das Postamt mitunter von köstlichen gerösteten Aromen durchzogen. Das geschah immer dann, wenn „Tchibo“-Lieferungen nicht ausgeliefert werden konnten, da ja die meisten Empfänger tagsüber arbeiteten. Bis zu 7 Werkstagen wurde das Paket dann zurückgelegt. Besonders bekannt wurden in der Wirtschaftswunderzeit die Versandhandels-Unternehmen Otto (gegr. 1949 Hamburg), Quelle (gegr. 1927 Fürth, war der Gigant unter den Versandhäusern), Neckermann (gegr. 1950 Frankfurt am Main), Bader (gegr. 1929 Pforzheim) und Heine (gegr. 1951 Karlsruhe, 1976 Übernahme durch Otto-Versand), Wenz (gegr. 1926), Klingel (gegr. 1920 Pforzheim), Baur (gegr. 1925 Burgkunstadt), Schöpflin (gegr. 1948 Lörrach) und Schwab (gegr. 1954 Hanau). (Quelle: Internet Andrejo). Dienstschluss war (Mo bis Fr) immer um 18 Uhr und da wurde der jüngste immer eine Minute vor 18 Uhr zum Abschließen losgeschickt, egal ob da noch Leute rein wollten oder nicht.</p>
<p><strong>Für die Verteilung der Briefe</strong></p>
<p>musste man die Bahnverbindungen kennen, denn Briefe wurde damals noch per Bahn transportiert. An jedem Zug hing noch ein Wagen für die Postsendungen. Die Strecke Crailsheim-Ulm wurde von Oberkochen aus verteilt, alles andere ab Aalen. Der letzte Postzug ab Aalen Richtung Stuttgart ging gegen 22:30 Uhr. Nachts flogen die Postflieger sternförmig nach Frankfurt um von dort wieder verteilt zu werden. Morgens gegen 3 Uhr gingen die Flieger in Frankfurt wieder in die gleiche Richtung ab. Ab Stuttgart wurde die Post wieder nach Aalen verschickt, von dort nach Oberkochen, wo die Verteilung über die Bezirke in die Haushalte organisiert wurde.</p>
<p><strong>Briefträger und Paketboten</strong></p>
<p>mussten auch Nachnahme kassieren sowie Rundfunkgebühren und Zeitungsgeld einziehen. Sie hatten daher mitunter nicht wenig Geld bei sich. Auch größere Auszahlungen waren an der Tagesordnung wie z.B. Postanweisungen und Lottogewinne sowie das Einziehen von Rundfunkgebühren, Zeitungsgeld und Nachnahmen. Da musste man sich schon überlegen ob man die „kurzen“ Einladungen, speziell in der Adventszeit, annahm. Denn man trug Uniform und musste schon schauen, dass man nicht derangiert oder schwankend daher kam – kurz gesagt: Man musste teilweise schon gut im Nehmen sein ☺.</p>
<p><strong>Der Fortschritt.</strong></p>
<p>Ende der 50er Jahre bekam das Postamt ein Motorrad für die Eilboten- und Telegrammzustellung. Dieser Dienst der Zustellung dauerte bis 19:30 Uhr und musste früher mit dem Fahrrad durchgeführt werden. In Oberkochen durchaus eine Herausforderung. Oft enthielten Telegramme aus Ostdeutschland eine Todesnachricht mit Beerdigungstermin. Daher diente dieses Telegramm dann auch als eine Art Visa, um über Probstzella in die Ostzone wegen eines Trauerfalles einreisen zu dürfen. Zur selben Zeit wurde auch eine Schreibmaschine angeschafft, deren Bedienung manchem Beamten schwer zu schaffen machte und die Selbstversuche mitunter verbal kräftig begleitet wurden.</p>
<p><strong>Postalisch unzustellbar.</strong></p>
<p>So war die einvernehmliche Meinung aller Beteiligten auf dem Postamt Oberkochen zu einer im Briefkasten vorgefundenen Briefsendung mit der Anschrift: „Mister XY…US Army – Volkmarsberg Oberkochen“. Warum diese Einordnung? Ganz einfach. Postsendungen an „Türme und Skihütten“ sind von der Zustellpflicht ausgenommen. Der Volkmarsberg gehört nicht zum Ortszustellbereich und das wichtigste überhaupt: Der Turm war „OFF LIMITS“, also militärischer Sicherheitsbereich! Was war zu tun? Der Brief hatte keine Absenderangaben und konnte daher nicht an den Absender zurückgegeben werden. Da hatte einer die Idee, die Army auf dem Turm anzurufen. Die Idee war einleuchtend und klang ganz gut – nur die Nummer stand in keinem öffentlichen Telefonbuch, denn die Army hatte ihr eigenes Fernmeldenetz. Ein Kollege vom Fernmeldeamt Aalen besorgte uns nach gutem Zureden die Nummer. Als wir uns im besten Schulenglisch meldeten (unserem alten Lehrer Menzl sei Dank) meldeten wir uns und wurden gleich im ebenfalls besten Deutsch unterbrochen ;wir können deutsch reden“. Also schilderten wir die Sachlage, er lachte und sagte, er komme gleich zum Postoffice. Cirka 20 Minuten später fuhr ein Jeep vor, parkte im heutigen Biergarten der Bahnhofsgaststätte und kam, da die Schalter schon geschlossen waren, zu uns in den Betriebsraum. Nach seiner Legitimation (Name auf der Uniformjacke) händigten wir ihm den Brief aus. Er lächelte, setzte sich auf einen Stapel Postsäcke und begann zu lesen. Beiläufig fragte er, ob wir ein Bier für ihn hätten, denn er möchte in Uniform nicht in eine Gaststätte gehen. Wir spendierten ihm eine Flasche und kamen dadurch ins Gespräch. Seine deutschen Großeltern sind in die USA ausgewandert und da er bei ihnen aufgewachsen war, beherrsche er die deutsche Sprache. Als er sich verabschiedete, gaben wir ihm noch den Tipp, den künftigen Briefverkehr doch mit einem Kennwort z.B. „Volkmarsberg postlagernd Postamt Oberkochen“ zu schicken. Was er und der Absender dann auch zukünftig taten. So entwickelte sich ein reger Schriftverkehr bis eines Tages im Amtsblatt „Bürger und Gemeinde“ unter der Rubrik „Lebewohl sagten der Gemeinde“ zu lesen war: „Name YX nach Stadt XY USA verzogen“. Im Jahr 1964 ist Reinhard Hergesell zu Carl Zeiss gewechselt und hat dort u.a. in der dortige Poststelle gearbeitet.</p>
<p><strong>Christoph Stumpf (Aushilfsbriefträger in den Sommerferien) erzählt.</strong></p>
<p>Wenn wir heute an die Post zurückdenken, fällt uns allen zuerst der Name Klenk ein. Ein großer gewichtiger und wichtiger Mann. Das hat er uns alle, die sich bei ihm anstellen mussten, spüren lassen. Sein Arbeitswahlspruch hieß: Scheeeh schaffe, sauber schaffe, scheeeh ond sauber schaffe. Dazu eine kleine Episode: Einmal war die Summe von 2 DM verschwunden und nicht wieder aufzufinden. Schwund ist überall, wie schon ein altes Sprichwort sagt, aber nicht auf der Post – geht gar nicht. Also lautet die Klenk’sche Lösung (nach o.g. Wahlspruch): „Des wird oabends woanders wegb’schissa.“ – das war doch scheeeh ond sauber ☺. Der Paketfahrer Paldinz(s) war ein freundlicher, bei der Bevölkerung gern gesehener und beliebter Zeitgenosse (ein Schnäpsle in Ehren kann niemand verwehren, besonders zu Weihnachten). Er kam oft einfach ins Haus gelaufen ohne zu klingeln, wie das damals nicht unüblich war. LKW fahren war da noch richtig Arbeit, mit Knüppelschaltung und ohne Servolenkung durch die tw. engen Straßen steuern. Das Postgebäude selbst wurde durch die Kundenabfertigungshalle dominiert. Nach meiner Erinnerung gab es 4 Schalter und eine Telefonkabine, in die angemeldete Fern- und Auslandsgespräche vermittelt wurden. Dieser Raum wurde in Jahren zwischen 1952 und 1954 eingerichtet. Die Schlangen wurden besonders in der Weihnachtszeit lang und länger und den Wartenden bang und bänger, bis sie das Paket an Herr Klenk zur Bearbeitung durchreichten. Und wehe, die Paketkarte war nicht richtig ausgefüllt……. Überhaupt ein Papierkrieg ohne Ende…… und dann noch die Briefmarkensammler mit ihren Sonderwünschen wie Sondermarken. Sonderstempel, Tagesstempel, Vollstempel, Halbstempel, Ersttagsbriefe…… Das Briefverteilzentrum befand sich im Keller. Es gab 6 Bezirke innerhalb deren nach Straßennamen sortiert wurde. Die Briefe wurden gebündelt in die Austragetasche gepackt und los ging es. Der Renner, aber total unbeliebt, weil so schwer und zahlreich, waren die Kataloge von Quelle, Bauer, Neckermann, Otto, Schwab usw. (Der letzte Katalog der Fa. Otto wurde im Herbst 2018 gedruckt) Und da wurde es sehr genau genommen, denn unter 500 gr. war der Briefträger und über 500 gr. der Paketfahrer zuständig. Da war jedes Gramm wichtig! Dann gab es noch den Robert Michalik, der etwas geschmeidiger als der Klenk war und den Wilhelm Hergesell. Als der sein erstes Auto kaufte, war das schon etwas Besonderes. Eine stündliche Kontrolle war vonnöten, um zu sehen, ob es immer noch unversehrt da stand. Und hatte ein Vogel sein Auto markiert, wurde der Vogelschiss sofort entfernt.</p>
<p><strong>Menschenaufläufe und Umzüge</strong></p>
<p>hat diese Straße auch reichlich gesehen. So ging es in den 50ern und 60ern des letzten Jhrdts. auf der Straße richtig rund – und zwar morgens und abends. Am Bahnhof setzen sich Menschenmassen Richtung Zeiss und der anderen Firmen in Bewegung, die jeglichen Autoverkehr zum Erliegen brachten. Wie ein menschlicher Tsunami ergoss sich morgens ein Menschenstrom durch die Straße, die sich danach bis zum Abend erholen konnte, um dann das Ganze nochmals, aber in die andere Richtung, zu erleben. Wer das je, in echt oder im Film gesehen hat, wird das nie mehr vergessen. 1952 wurden Delegationen zum Bezirksmusikfest am Bahnhof abgeholt und zum Festgelände geleitet. 1953 zog der Verband der Kriegsheimkehrer vom Bahnhof zum Schulhof.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1953 Anzeige einer Veranstaltung des Verbandes der Heimkehrer (Amtsblatt)</p>
<p>Später wurde die Straße als Wendepunkt beim Kinderfestumzug benutzt, damit sich die Kinder auch selbst sehen konnten. 1958 holte die Musikkapelle Paul Fischer am Bahnhof ab, um ihn mit „Blech und Tschingderassabum“ zu seiner Primiz zu geleiten.</p></div>
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			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_39 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1958 Ostersonntag – Die Musikkapelle holt Paul Fischer am Bahnhof ab (Archiv Pfarramt)</p>
<p><em>(Fortsetzung folgt in Kürze)</em> Bis dahin grüßt wie immer „Der Billie vom Sonnenberg – wohnhaft in der Frühlingstraße, dieses Mal mit einem Pfeifsignal.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
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			</div>
				
				
			</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Bericht 704: Unser Bahnhof und seine Umgebung – Teil 2</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-704-unser-bahnhof-und-seine-umgebung-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2019 22:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentl. Einr., Bahn, Banken, Energie, Markt, Post, Wasser usw]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_4 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Bahnhof Zürich.</strong></p>
<p>Der erste Bahnhof in Zürich wurde 1847 und 1871, ein Neubau, wie wir ihn heute kennen, errichtet. Der Architekt namens Jakob Friedrich Wanner war Württemberger und stammte aus Illingen. Anfangs gab es auch dort, wie anderswo Widerstände gegen visionäre Gedanken. Was soll eine Straße vom Bahnhof zum Zürichsee wo bis dato nur die Frösche quakten und Militäranlagen im Weg standen. Doch das Visionäre setzte sich durch und es entwickelte sich eine der teuersten Straßen der Welt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_39 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="511" height="682" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber704-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12933"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Erinnerungstafel 1864 – 2008 (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Bahnhof Oberkochen.</strong></p>
<p>Auch hier war der Architekt ein Württemberger (mir send scho b’sondere Leut‘, gäll ☺) mit Namen Georg von Morlok und stammte aus Dätzingen. Hier muss erwähnt werden, dass u.a. die Stuttgarter Markthalle dessen Planungsbüro entstammte. Das war also nicht irgendwer. Wir bekamen unseren Bahnhof 1864, welcher der Bahn bis 2005 diente. 1967 wurde der Bahnhof für 120.000 DM umfassend renoviert und umgebaut. 1972 wurde er durch Eternit-Platten mehr oder weniger verschandelt. Dann kam der große Umbruch. Das Stellwerk in Heidenheim wurde neu organisiert und die Arbeitsplätze in Oberkochen wurden überflüssig. 2004 wurde die Fahrkartenausgabe endgültig geschlossen. Einen der letzten in Oberkochen tätigen Mitarbeiter treffe ich hin und wieder im Zug als Kontrolleur. 2007 erwarb die Stadt für ein paar Minuten das Gebäude um es gleich wieder an den Privat-Investor Franz Rank aus Heidenheim, der aus Oberkochen stammt, zu verkaufen. 2008 begann der aufwendige Umbau und am 6. Sep 2009 übernahm die erste Pächterin Sandra Borsdorf das „Cafe am Gleis“. Das Konzept ging nicht auf und der „Asia-Imbiss“, der früher im „Hirsch-Gebäude“ beheimatet war, zog ein. 2011 kam dann die längst fällige Aufzugserweiterung, die den Zugang deutlich erleichterte. Bis dahin konnte man sehen wie sich behinderte Menschen und Mütter mit Kinderwagen abquälten bzw. gar nicht ab Oberkochen fahren konnten. Heute haben wir zwar Aufzüge und eine Unterführung, aber der gesamte Bereich incl. Bahnsteig unterliegt einer ständigen Vermüllung und Besudelung, das so nicht hinnehmbar ist und im Grunde, wie viele öffentliche Plätze, nach Video-Überwachung ruft. Manchmal wünsche ich mir Singapurer Verhältnisse um der Sauberkeit Willen an öffentlichen Plätzen. (Abfall wegwerfen kostet dort zwischen 600 € und 1.300 €). Jetzt noch etwas zur Belustigung aus dem Jahr 1959. Ich zitiere auszugsweise den damaligen Innenminister Renner aus Stuttgart:</p>
<p>„Wir haben uns bereits länger um die Verbesserungen im Berufsverkehr und um Erweiterungen im Bahnhof Oberkochen bemüht und mit der Bahn verhandelt…. Die Bahndirektion Stuttgart hat einen Vorentwurf aufgestellt, der ein 3tes Hauptgleis, eine Bahnsteigunterführung mit Abortanlagen und eine Bahnsteigüberdachung beinhaltet…… Werden uns bemühen……der Bahndirektion vorschlagen…… Kostenaufwand 1,8 Mio DM.“ Gustav Bosch hatte damals erhebliche Zweifel ob dieses Wolkenkuckucksheim jemals zu Ausführung kommt. Und so war es denn auch. Aus hochfliegenden Plänen wurde ein Bahnhof, der einer jungen aufstrebenden Stadt mit Weltfirmen am Ort, in keiner Weise gerecht wurde und es erst eines privaten Investors bedurfte, der diesen, in die Jahre gekommenen Schandfleck, zu neuem Glanz verhalf. Man sieht, der „Planungswahnsinn aus Stuttgart“ trieb damals schon sein Unwesen☺.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="1079" height="467" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber704-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12934"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_42 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Gesamtansicht des Bahngeländes 1949 (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Besonderes rund um den Bahnhofsplatz.</strong></p>
<p>Da gab es zunächst den Güterbahnhof, der 1869 erstellt wurde. Später 1939 ein Rampenanbau und 1942 ein Bürohäuschen. Der Abriss erfolgte 1989. Daneben gab es Gleise, damit die Waggons direkt bei der Kohlenhandlung entleert werden konnten.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_41 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="773" height="562" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber704-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12935"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Post – im Vordergrund Grenzpfosten die seinerzeit für Aufruhr sorgten (Archiv Rathaus)</p>
<p>Stein des Anstoßes waren Pfosten im Bereich des Platzes, die massiven Protest in der Bevölkerung hervorgerufen hatten. Da der Krieg noch nicht solange vorbei war, waren die Herren noch kompetent, um hier eine fundierte Stellungnahme anzugeben (entnommen aus dem Amtsblatt früherer Zeit). Das Werk stammt von einem Volkssturmmann, der, nach eigenen Angaben, Experte im Panzersperrenbau war:</p>
<p><em>Vier schwarzweiße Pfähle, / von einer guten Seele, / als stumme Klage / für wenige Tage / angebracht. / Nach kurzer Verhandlung – / welche Verwandlung! / In wenigen Stunden / war alles verschwunden / und wieder zugemacht.</em></p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="766" height="551" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber704-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12936"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_44 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1956 Der Modelleisenbahnclub hat seinen Arbeitsraum (Archiv Rathaus)</p>
<p>Und als Highlight den/die Waggon/s des Modelleisenbahnclubs Oberkochen. Der Club erwarb am 29. Juli 1956 einen ehemaligen 3. Klasse D‑Zug-Waggon BJ. 1908 von der Deutschen Bundesbahn. Dieser Waggon wurde auf dem Gleis direkt neben der Fa. Bäuerle (heute Spedition Maier), an dessen Ende ein Prellbock stand aufgestellt und war nun lange Jahre die Heimat der äußerst emsigen Modellbahnfreunde. Nun konnten sie ihren Phantasien und Plänen freien Lauf lassen und stolz präsentierten sie Ende 1958 Europas (!!!) größte Modelleisenbahn im Maßstab 1:90. Rasch wurde die Stellfläche verdoppelt und am 30. August 1960. in sieben (!!!) Eisenbahnwaggons rollte Europas immer noch größte Modelleisenbahn aus Oberkochen zur Landesverkehrsausstellung nach Essen: 800 M Gleis, 250 Weichen, 500 Gebäude, 1.000 Straßenfahrzeuge, 2.000 Figuren, 40 Transformatoren, 200 Relais und 12 KM Kabel und 50 Züge sorgten für einen überragenden Betriebsablauf. Der Erfolg war so groß, dass es danach zu einer Sonderschau der Bundesbahndirektion nach Köln ging, bei der die Anlage von über 1 Million Zuschauer bestaunt wurde. Wir Oberkochner konnten sie dann vom 31.Dez 1960 bis zum 6. Jan 1961 in der Dreißentalhalle bestaunen und auch der 8jährige Wilfried stand damals staunend vor diesem mikro-technischen Wunder. Heute steht die weltweit größte und modernste Anlage in Hamburg und heißt „Miniaturwunderland“ und lässt einen nicht mehr aus dem Staunen kommen. Modellbahnbau hat eine Dimension erreicht, die vor ein paar Jahren noch undenkbar schien. So etwas ist möglich, wie seinerzeit in Oberkochen, wenn Mut zum Risiko, Visionen, Wille und technische Kompetenz und Finanzmittel sich vereinen.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="788" height="549" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber704-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12937"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_45 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Bahnhofsplatz im Jahr 1957 (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Franz Holdenried erinnert</strong></p>
<p>an den berühmten „Onkel von Amerika“, seines Zeichens Eisverkäufer Ende der 40er Jahre im kleinen Park, an dessen Stelle sich heute der Biergarten befindet. Wie er richtig hieß, konnte ich nicht ermitteln. Er baute dann zuerst das Kiosk neben dem Bahnhof, das ein Selbstläufer war. Denn die Menschenmassen, die täglich zum „Zeissa Karle“ strömten, brauchten ihre täglichen Basisartikel: die BILD, Zigaretten, Tabak, Zeitschriften, Flachmänner und was der Mann von Welt sonst noch so täglich benötigte. Durch diesen Erfolg verführt, baute er das heutige Gasthaus direkt neben den Kiosk. Damit übernahm er sich aber und ging sang- und klanglos Pleite. Es übernahm ein Herr Maile aus der Gegend um Leonberg. Er brachte seine Haushaltskraft mit und, wie das Leben früher so spielte, heiratete mein Bruder Maximilian diese junge Frau namens Marianne und so hatte sie hinfort zwei Haushalte zu führen. Später hat dann der Erwin Fischer die Bahnhofswirtschaft übernommen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_44 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="436" height="1165" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber704-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12938"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_46 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1970 Übergabe der Bahnhofsgaststätte von Erwin an Erika Fischer (Amtsblatt)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_45 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="759" height="416" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber704-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12939"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_47 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>großer LKW-Verkehr auf dem Vorplatz (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Der Bahnhofsvorplatz.</strong></p>
<p>Solch ein Platz soll ja für die ankommenden Reisenden, neben dem Bahnhof selbst, ein Hingucker sein, ein Entree in den Ort. Das ist im Laufe der Zeit mal mehr, mal weniger gelungen. Der Platz hat sich im Laufe der Jahre unterschiedlich präsentiert – von grenzwertig bis ordentlich ist da alles dabei, aber immer besser. 1956 war das ein großes Thema zwischen Gemeinde und Bundesbahn. Die Bahn wies 70% bahnfremden Verkehr nach (besonders das Wenden!), daher sollten die Sanierungskosten des Platzes auch zu 70% von der Gemeinde übernommen werden. Die Fläche zum Bahnschuppen wird hingegen komplett von der Bahn übernommen. In der Mitte des Platzes sollte ein Lichtpilz installiert werden, den die Bahn „gebührenfrei“ zuließe – diese Formulierung sorgte für allgemeine Heiterkeit. Des Weiteren wird eine gärtnerische Gestaltung angeregt sowie, wieder einmal, eine Abort-Anlage auf dem Bahnhofsplatz.</p>
<p>Solch ein Platz hat auch etwas Symbolhaftes für besondere Veranstaltungen, wie nachstehende beispielhafte unvollständige Auflistung verdeutlichen soll:</p>
<p><strong>Am Samstag 05. und Sonntag 06. Juli 1952</strong> fand das 8te Bezirksmusikfest statt. Alle musikalischen Abordnungen des Bezirks kamen mit dem Zug angereist und wurden, dem Anlass entsprechend, mit „ganz großem Bahnhof“ am selben abgeholt.</p>
<p><strong>Samstag 24. Okt. 1953</strong> das nächste Event. Der „Verband der Heimkehrer“, unter Führung von Franz Sanwald, rief die Oberkochner Männer zur Versammlung vor dem Bahnhof auf, um danach durch den Ort bis zum Dreißentalschulplatz zu marschieren, auf dem dann eine Kundgebung abgehalten wurde. Man hat hier bewusst den Bahnhofsplatz gewählt, weil die Heimkehrer immer mit dem Zug heimkamen. Die letzten kehrten 1956 zurück, zu ihnen gehörte meines Wissens auch der Schwiegervater meines verstorbenen Bruders Harald, Johann Pauser aus dem Finkenweg.</p>
<p><strong>Dienstag 14. Sept. 1965</strong> war ein weiterer wichtiger Besuchstag für Oberkochen. Im Rahmen einer Bundestags-Wahlkampf-Tour rollte ein Sonderzug, von Aalen kommend, mit dem Bundeskanzler Ludwig Erhard an Bord, ein. Auf dem Platz stand ein Podium, von dem aus der Kanzler, von den örtlichen und begleitenden CDU-Granden umgeben, eine Ansprache an die Bürgerschaft hielt und kurz darauf mit dem Zug Richtung Heidenheim weiterfuhr. BM Gustav Bosch ignorierte den Besuch, weil der Besuch der Partei und nicht der Gemeinde galt – damals legte man strengere Maßstäbe an, um „kei G’schmäckle“ zu entwickeln. Zwei Anmerkungen zu diesem Besuch.</p>
<p>Zum einen wurde eine CDU-Wahlkampf-Schallplatte mit einem richtig fetzigen schlagerähnlichem Lied verteilt. Ich hatte auch eine solche in den Händen, verschenkte sie aber, da ich als Kind eines SPD-Arbeiter-Haushaltes so etwas nicht heim zu bringen hatte. Zudem hatten wir eh keinen Plattenspieler. Der Text ist aber heute noch in meinem Hirn fest verankert, da er sehr eingängig war:</p>
<p>Ja, ja, wir sind in all den Jahren / mit Ludwig Erhards CDU / doch wirklich alle gut gefahren, / das wissen wir und ich und du. / Nein, nein, der Willy ist so gut nicht, / und deshalb rufen wir euch zu. / besser ist der Ludwig, besser ist der Ludwig und die CDU / Willy ist so gut nicht, besser ist der Ludwig und die CDU / Der Ludwig und der Willy, die stellen sich zur Wahl / der eine etwas füllig, der andre etwas schmal / und dann gibt es noch einen ganz großen Unterschied / Na klar na klar, den man ganz deutlich sieht (Whlg.)</p>
<p>Zum anderen gab es einen „terroristischen ☺“ Anschlag auf den politischen Gegner. Die SPD hatte einen Luftballon mit ihrem Logo installiert, den ein CDU-treuer zielgenauer Luftgewehr-Schütze sicher vom Himmel holte.</p>
<p><strong>Am Montag 25. Feb 2013</strong> ließ sich der damalige Bahnchef Grube im Ostalbkreis sehen und fuhr mit dem Zug nach Oberkochen, um seinen damaligen DB-Chef-Lobbyisten Georg Brunnhuber (den Schorsch vom Kies) eine Auszeichnung als Ehren-Bahnhofs-Vorsteher zu überreichen. Es gab sicher noch mehr Anlässe, die ich hätte erwähnen sollen, aber das mag als kleine Auswahl genügen.</p>
<p><strong>Das Bahnhofs-WC.</strong></p>
<p>Natürlich kann ich dieses Thema, das jahrzehntelang im Amtsblatt behandelt wurde, nicht ganz außer Acht lassen, auch wenn Dietrich Bantel in seinem Bericht 205 schon alles dazu gesagt hat. Das öffentliche WC am Bahnhof wurde im Rahmen der baulichen Erstellung eines zentralen Omnibushalts bzw. der Querspange Ost in den Jahren 1998 und 1999 erstellt. Damit wurde zugleich eine jahrelange Diskussion um eine öffentliche Toilette am Bahnhof beendet und ein „langgehegter Wunsch“ aus der Bevölkerung erfüllt. Dieses WC wurde von der Stadt Oberkochen finanziert. Anfänglich wurde dafür ein geringer „Eintritt“ verlangt. Allerdings wurde der Geldbehälter seinerzeit mehrfach aufgebrochen. Die Schäden durch die Aufbrüche summierten sich im Laufe der Zeit und waren so groß, dass seitens der Stadt schließlich auf Nutzungsentgelte verzichtete, weil die geringen Einnahmen nicht im Verhältnis zu den Kosten für Reparaturen standen. Ich persönlich bin sehr dankbar, dass diese „Häuschen“ gibt, denn nicht selten komme ich mit dem Zug aus der Schweiz und bin in „höchster Not“, weil in vielen Zügen der DB so manches unterwegs nicht funktioniert. In manchen Zügen hat die Bahn das Problem bereits gelöst (wie im TV zu sehen war) – es gibt inzwischen Züge ohne WC. Das ist sicher noch billiger ☺.</p>
<p>Zur Steigerung des Wohlbefindens kann jetzt nur noch ein öffentliches WC im Bereich der „Neuen Mitte“ (z.B. Ortsbibliothek) beitragen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Kiosk, Bahnhofsgaststätte und Schuppen mit Abort (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Wilfried Müller erinnert an den Bahnhof.</strong></p>
<p>Man betrat das Bahnhofsgebäude und rechter Hand war der Fahrkartenschalter. Es gab dort die berühmten gestanzten Fahrkarten, deren Rohlinge an der Wand im Büro gelagert waren, um sie dann entsprechend dem Fahrziel zu prägen. Vor der Schließung kaufte ich dort auch die Fahrkarten nach Zürich, das aber vom Personal aufwendig manuell und mit Suchen in dicken Kursbüchern einherging. Es war ratsam die Karte einen Tag vorher zu holen. Gegenüber dem Eingang befand sich die Bahnexpress-Annahme und die Gepäckaufbewahrung. An deren Scheibe hingen immer die Steckbriefe für die gesuchten Verbrecher und in den 70er Jahren die RAF-Fahndungsfotos. Ansonsten erinnere ich mich an lange Sitzbänke in einem stark überheizten unschönen Warteraum. An den Seiten eine Personenwaage und ein Automat für Süßigkeiten sowie große Bilderrahmen für Bahnwerbung und die notwendigen Fahrpläne. In den 60ern gab es noch den alten Warteraum mit Holzbänken und Holzfußboden und einem Bollerofen, der im kalten Winter zum Aufwärmen einlud, wenn es uns beim „Kirche-Schwänzen“ draußen zu kalt wurde. Nach Schließung des Bahnhofs, konnten Fernfahrkarten (in meinem Fall die wöchentlichen Fahrausweise nach Zürich und zurück) noch in Klaus Schön’s Reisebüro gekauft werden. Das war mir aber zu kompliziert und zu unsicher und der Service konnte auch nicht lange aufrechterhalten werden. Und so muss ich seitdem meine Fahrkarten in die Schweiz in Aalen kaufen, weil der Automat meine besondere Situation, als Inhaber einer Bahncard 50 (DB) und einer Halbtax-Karte (SBB), nicht beherrscht.</p>
<p><strong>Erinnerungen von Edeltraud Meroth, geb. Schüler</strong></p>
<p>Urlaub war in meiner Kindheit ein Fremdwort. Ich hatte irgendwann einmal gehört, dass man in den Urlaub gehen könne und da hab ich dann meine Eltern gefragt, ob wir das auch könnten. Natürlich konnten wir das alle zusammen nicht, aber ich allein durfte: In den Schulferien eine Woche lang auch in Urlaub und zwar in den Bahnhof in der Bahnhofstraße zu meinen Großeltern. Irgendwie eine Vorstufe zu „Urlaub ohne Koffer“ ☺ – immerhin war ich von zu Hause weg, wenn auch nur ein paar Straßen weiter. Meiner Erinnerung nach hatten die Großeltern eine Wohnung mit zwei Zimmern im Bahnhof. Eine große Wohnküche mit Sofa, ein Durchgangszimmer in dem meine Tante Hilde schlief (und ich, meine Cousine oder anderer Besuch) und das Schlafzimmer meiner Großeltern. Das Klo befand sich im Flur auf der Treppe, gewaschen hat man sich am Waschbecken in der Küche. Die Fenster (Dachfenster?) gingen nach hinten auf das Bahngelände hinaus. Man gewöhnte sich schnell an das Geräusch der vorbeifahrenden Züge und nahm sie eigentlich bald nicht mehr bewusst wahr. Wenn mein Großvater zu Hause war, sagte er den Anwesenden aber jeden Zug an, bevor der in den Bahnhof einfuhr. Das war sein „Berufswissen“ das er immer zum Besten gab und es mit allen teilte.</p>
<p>Dieser Urlaub bedeutete dann für mich, mal nicht auf meine Geschwister aufzupassen, sondern mit meiner Cousine Helga entweder in der Küche zu spielen oder mit anderen Kindern im „Garten“. Zwischen Bahnhofsgaststätte und den Holzschuppen längs des Bahnsteiges, die zu den Wohnungen im Bahnhof gehörten, führte ein Weg zu den Gartenbeeten, in denen Gemüse angebaut wurde. Der Garten, der sich an der Rückseite des großen Wohnhauses im Kapellenweg, in dem auch „Eisenbahnerfamilien“ wohnten, zog sich bis zur Friedhofsmauer hin. Familie Leys wohnte in diesem Wohnhaus. Mit den Mädchen Maria und ihrer Schwester spielte ich sehr gerne Verstecken oder mit Puppen. Abends nach dem Abendbrot saßen dann meine Großeltern mit anderen Alten auf Holzbänken vor ihren Schuppen und schauten uns zu. Man konnte das Ankommen der Züge beobachten, wie Menschen schön gekleidet nach Aalen fuhren oder gar nach Heidenheim und auch vom Wegfahren träumen.</p>
<p>Besonders aufregend war es, meinem Großvater sein Mittagessen ins Stellwerk bringen zu dürfen: Mit dem Essen im metallenen Transportgeschirr durfte ich längs der Gleise zum Stellwerk laufen, was sonst streng verboten war. Auch durfte ich alleine ins Stellwerk hinein und die Treppen hinauf steigen, bis in den Dienstraum, in dem mein Großvater arbeitete. Wenn mein Großvater gegessen hatte, durfte ich noch eine Weile im Stellwerk bleiben und ihm zuschauen, wie er, wenn es klingelte, an einer Kurbel drehte und die Weichen stellte. Dabei löste er große Hebel an Zahnrädern von oben nach unten oder von unten nach oben, ratternd bewegte sich alles und dann wurden die Hebel wieder festgestellt. Die Schranken schlossen sich mit einem begleitenden Gebimmel, bevor der Zug mit Klingeln im Dienstraum angekündigt wurde und dann, wenn der Zug „durch“ war, öffnete er die Schranken wieder mit Gebimmel. Die Bedingung war allerdings, ganz still zu sein, damit er alle Signalhörner hören konnte.</p>
<p>Das waren, 2 oder 3 Mal eine Woche lang, wunderbare Ferien im Sommer im Bahnhof in Oberkochen, bevor ich dann ab dem Alter von zehn Jahren 3 Mal alleine in Urlaub zu meiner Oma väterlicherseits nach Aalen fahren durfte. Und noch aufregender wurden meine Urlaube, als meine Oma von Aalen nach Herford umzog und ich dann mit dreizehn zum ersten Mal alleine mit der Bahn in den Urlaub nach Herford fahren durfte! Aber das sind dann wieder andere Geschichten.</p>
<p><strong>Edeltraud Meroth, geb. Schüler erinnert, beispielhaft für eine kinderreiche Familie, an die Langers.</strong></p>
<p>Die Langers wohnten teils im Bahnhof und teils im Kies. Das ist auch ein sehr anschauliches Beispiel wie die Oberkochner untereinander vernetzt waren und heute noch sind.</p>
<p>Meine Großeltern mütterlicherseits, Anna und Karl Langer sind mit einigen ihrer vielen Kinder nach der Flucht aus Schlesien (vermutlich aus Oppeln oder Umgebung) über Österreich in Oberkochen im Bahnhof gelandet. Großvater war Bahnbeamter, arbeitete im Stellwerk Richtung Heidenheim und stellte dort die Weichen und bediente die Schranke. Im Bahnhof wohnten, als ich dort in meinen ersten Schuljahren Urlaub machte (zwischen 1957 und 1959) außer den Langers noch die Bestles im 2. Stock und im 1. Stock, über dem Wartesaal und den Diensträumen, der Bahnhofsvorsteher Anton Feil sen. mit seiner Familie. Doch nun zu den einzelnen Familien:</p>
<p><strong>Familie Schüler:</strong> Meine Mutter Helene Langer, geb. 1924, älteste Tochter von Karl und Anna Langer, wurde im Dezember 1951 von meinem Vater Friedrich Schüler geheiratet. Mein Vater kam Anfang 1951 aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Ellwangen, wohin seine Mutter und seine Großmutter nach dem Krieg aus Schlesien (Breslau und Großhammer) geflohen waren. Dort in/bei Ellwangen arbeitete meine Mutter beim Bauern und lernte auf irgendeinem Fest meinen Vater kennen. Die erste Wohnung meiner Eltern war im Erdgeschoss in der Katzenbachstraße 3, im Haus von Betha Trittler, die im ersten Stock wohnte. Durch ihre Wohnung ging es zur Treppe ins Dachgeschoss, da wohnte die Familie Blattner. Wasser wurde in meinen ersten Lebensjahren am Lindenbrunnen geholt, das Außenklo im Garten wurde erst 1956 durch ein Innenklo hinter der Treppe in den ersten Stock ersetzt. 1962 zogen wir dann in ein Gemeindehaus im Hölderlinweg 2. Dort hatten wir dann 4 Zimmer, Küche und Bad, und nicht mehr wie im Katzenbach, 3 Zimmer, Küche und Klo. 1969 zogen wir dann in das Haus in der Weingartenstraße 77.</p>
<p><strong>Familie Hauber:</strong> Meine ältere Kusine Helga Hauber war, wie ich auch, oft zu Besuch bei meinen Großeltern. Ihre Mutter Maria Langer (zweitälteste Tochter, geb. 1926) war nach der Flucht von meinem Onkel Alfons Hauber geheiratet worden. Er war Schreiner beim Brunnhuber, stammte aus Ellenberg bei Ellwangen vom einem Bauernhof, den seine zwei alleinstehenden Schwestern bewirtschafteten. Alfons und Maria hatten außer Helga auch noch ein gemeinsames Kind, NN Hauber.</p>
<p><strong>Familie Bestle:</strong> Gertrud Langer heiratete den Karl Bestle aus der Bestle-Sippe, die in der Sperberstraße in Oberkochen wohnte. Karl und Gertrud Bestle wohnten zuerst im 1. Stock des kleinen Hauses, das in der Dreißentalstraße im Hof der Firma Schmid steht; mein Onkel Karl arbeitete bei der Firma Schmid. Meine Tante Gertrud starb kurz nach der Geburt ihres vierten Kindes. Meine Eltern zogen das kleinste, Lothar Bestle auf, bis sein Vater wieder heiratete und mit seiner Frau Justina alle vier Kinder (Lothar, Gisela, Karl-Heinz und NN) zurück in ihren Haushalt in der Weingartenstraße holte.</p>
<p><strong>Familie Wunderle:</strong> Eine weitere Tochter namens Lisbeth Langer, ist verheiratet mit Hubert Wunderle. Sie wohnen im Kapellenweg, neben dem alten katholischen Friedhof (auf dem meine Großeltern begraben wurden). Die beiden haben im Garten der Eltern von Hubert und seinen Brüdern, in dem früher die Küferei und Mostpresse Wunderle war, ein Haus gebaut, in dem sie jetzt im EG wohnen. Als das Haus gebaut worden war, zogen damals meine Großeltern vom Hölderlinweg, in den sie nach dem Ausscheiden meines Großvaters aus dem Bahndienst gezogen waren, in das Erdgeschoss im Kapellenweg, wo sie bis zu ihrem Tod wohnten.</p>
<p><strong>Familie Sauter:</strong> Bei meinen Großeltern im Bahnhof lebte Mitte/Ende der 50er Jahre noch ihre jüngste Tochter Hilde Langer, die dann später als Verkäuferin beim „Gubi“ arbeitete und dann den Hans Sauter (Hansi genannt, aus Thüringen, ein Wanderfex, der beim Zeiss arbeitete und immer in Kniebundhosen herumlief) heiratete. Die Beiden lebten dann in der Brunnenhalde mit ihren zwei Söhnen.</p>
<p><strong>Die Familien Langer:</strong> Außer den fünf Töchtern hatten Karl und Anna noch 4 Söhne, die den Krieg überlebten und danach mit ihnen nach Oberkochen gekommen waren:</p>
<p><strong>Josef „Jupp“ Langer</strong>, Jahrgang 1927, der älteste Bruder meiner Mutter. Er war der Familiengeschichte nach zuerst mit einer Oberkochnerin verlobt (die im Haus neben Unfried, Richtung Süden, wohnte), ging dann aber als Bergmann ins „Rheinland“ (nach Ahlen in Westfalen) und arbeitete als Steiger in einer der damals noch zahlreichen Zechen und lebt dort noch immer mit seinen drei Kindern.</p>
<p><strong>Sein Bruder Max Langer</strong>, ging auch ins „Rheinland“ (nach Nienburg an der Weser), heiratete dort und hat einen Sohn. Die beiden lebten Mitte der 50er Jahre schon nicht mehr in Oberkochen. Beim Bäuerle schafften die beiden anderen jüngeren Langer-Söhne:</p>
<p><strong>Alfred Langer</strong>, der mit seiner Frau Else NN aus Oberkochen in dem kleinen Haus auf dem Bäuerle-Gelände hinter „Norma“ (heute Jooß) wohnte, später nach Aalen in ein Bäuerle-Gebäude umzog und dann nach Westhausen-Reichenbach zog. Er arbeitete für Bäuerle immer als Hausmeister. Aus dieser Ehe gibt es drei Kinder, die in der Umgebung von Ellwangen leben. Tante Elses Eltern lebten unten in einer der Baracken hinter dem Kaltwalzwerk. Sie hatten einen weißen Spitz, den wir Kinder sehr fürchteten. Else hatte eine Schwester mit Namen Maria NN. Wie meine Tante Else auch eine sehr nette Frau, die, so glaube ich, auch in der Weingartenstraße wohnte. Irgendwie waren die beiden verwandt mit reicheren Leuten aus der Aalener Straße. Ein Verwandter war Maler und lebte in München und immer wenn ich in diesem Haus in der Aalener Straße zu Besuch war, war ich sehr beeindruckt von den tollen Landschaftsgemälden, die dort im Flur hingen.</p>
<p><strong>Georg „Schorsch“ Langer</strong>, der jüngste der Söhne, lebte mit seiner Frau NN in Ebnat. Aus dieser Ehe sind zwei Söhne hervorgegangen Ewald und NN. Meine Eltern wanderten mit uns Kindern im Sommer am Sonntag (nach einen frühen Mittagessen um halb zwölf) oft übers Bildstöckle nach Ebnat, wo dann Kaffee getrunken, gespielt und gefeiert und am Abend wieder zurück gewandert wurde.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Bahnhof 1962 – Zug mit Dampflok auf dem Weg nach Aalen (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Auch unsere Luitgard Hügle mit ihrem Ehemann Fritz</strong></p>
<p>haben hierzu etwas beizutragen. Zuerst erinnert sich Luitgard: Der Bahnhof mit seinen abfahrenden Zügen übte schon immer eine große Anziehungskraft auf mich aus. Schon als ganz kleines Mädchen durfte ich alleine zu meiner „Dote“ in das „Kies“ gehen. Die Dreißentalstraße war damals noch nicht geteert und es gab nahezu keinen Verkehr auf der Straße. Und wahrscheinlich machte ich da eines Tages einen abenteuerlichen „Umweg“. Mein Vater kam vom G‘schäft heim (so sagte man früher wenn man von der Arbeit nach Hause kam) und meine Mutter klagte, dass ich immer noch nicht heimgekommen sei und so machten sich beide auf die Suche nach mir. Mein Vater fand mich dann auf der Südseite des Bahnhofes, auf dem Boden sitzend und mit Steinchen spielend – so hat man es mir später erzählt. Auch hatte ich damals wohl schon einen weit reichenden Entschluss gefasst. Ich soll gesagt haben „Luitgardle weit furt“ – was sich ja dann recht bald bewahrheitet hat. Sehr gut erinnere ich mich an das 1948, als mein Onkel Bruno aus Russland heimkehrte. Er kam mit den ersten Russlandheimkehrern und die ganze Verwandtschaft erwartete ihn am Bahnhof – außer seiner Frau und die beiden Kinder. Das war sicher ein schwerer Schlag nach dieser schweren Zeit.</p>
<p>Auch an das damalige Postamt knüpfen sich noch alte Erinnerungen. Mein späterer Mann Fritz kam 1960 zum ersten Mal mit dem Zug nach Oberkochen, um beim „Oppold“ zu arbeiten. Er sah sich um, ob es jemanden gäbe, um diesen nach dem Weg zu fragen. Da kam der „Hättere“, mein Bruder, mit seinem Ford K 12 daher, um das Postfach zu leeren. Es entwickelte sich ein Gespräch über Ludwin und wie man da am besten hinkomme – aber kurzer Hand meinte Herbert „Steigen Sie ein, ich fahre Sie schnell hin.“</p>
<p>Im gleichen Jahr im Herbst habe ich dann Fritz, bei der 18er-Feier von Herbert und seinem Jahrgang im Jugendwohnheim in der Jenaer Straße 2 (heute Altenpflegeheim), kennengelernt. Später bin ich dann oft aufs Postamt gegangen um die Post zu holen – aber Briefe von Fritz waren Mangelware. Geheiratet haben wir 1963 im Pflug und bald danach bin ich nach Italien gezogen – also doch „ganz weit furt“, wie schon als kleines Kind am Bahnhofsgelände angekündigt.</p>
<p><strong>Fritz muss das natürlich ergänzen:</strong> Über diesen überaus freundlichen Empfang des jungen Herbert informierte ich alle meine Verwandten und Bekannten und übertrug dieses Verhalten Fremden gegenüber auf alle jungen Oberkochener. Sehr viel später – als es schon zu spät war – habe ich erfahren, dass Luitgard ihren Bruder als Junggesellen-Jäger am Bahnhof aufstellte ☺. Aber wir hatten eine Gemeinsamkeit, denn auch ich wollte schon als Kind „ganz weit furt“. Als 4‑järiger packte ich einen Koffer und ging zum Bahnhof, wo man mich dann fand, bevor es richtig losgehen konnte. Das war doch eine gemeinsame Basis, auf der man gemeinsam etwas aufbauen konnte.</p>
<p><strong>Luitgard fährt fort zu erzählen:</strong> Bei einem Besuch mit unseren beiden kleinen Kindern ging ich aufs Postamt um nach Italien zu telefonieren. Das Gespräch musste an einem besonderen Schalter angemeldet und in einer besonderen Kabine geführt werden. Solche Gespräche waren damals teuer und ich wollte die Kosten der Verwandtschaft nicht zumuten. Um die Kinder etwas im Auge behalten zu können ließ ich die Kabinentür etwas offen. Das Gespräch führte ich in italienischer Sprache was zu einem Kommentar eines „Brunkel“-Bewohners führte: „Wia koa ma au so schwätza, dia Leit sollat doch noa ganga wo se herkomme send.“ So war’s früher…..Heut‘ isch des ja ganz anders ☺.</p>
<p><strong>Die Themen „Eisenbahn“ und „Bahnhof“</strong></p>
<p>wurden von Dr. Christhard Schrenk und Dietrich Bantel schon einige Male detailgenau abgehandelt. Hier nochmals in aller Kürze die Nummern der relevanten Berichte für die Hard-Core-Bahninteressierten: 1, 5, 106, 141, 177, 178, 181, 205, 206, 240, 286, 293, 294, 295, 392, 394, 403, 475, 503, 537 und 571 sowie 150 Jahre Brenztalbahn.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="834" height="623" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber704-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12942"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Betriebsausflug Gebr. Leitz mit der Bahn nach Nürnberg (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Fritz Leitz</strong></p>
<p>war ein Macher im alten Oberkochen. Den Volkmarsbergturm mit der dazugehörigen Straße verdanken wir ihm und den Ski-Sport hat er massiv unterstützt. Mit seiner Belegschaft gab es jährliche Ausfahrten mit dem Bus oder mit dem Zug (wie das Foto zeigt). Allerdings hat er zur falschen Zeit (1938 bis 1945), mit der falschen Produktion den falschen Politiker unterstützt. Und weil das so war, konnte Carl Zeiss nach dem Krieg hier sehr schnell Fuß fassen. Er starb 1942 und konnte daher die Konsequenzen seines Handelns nicht mehr erleben. Sein Grab, als damaliger Wehrwirtschaftsführer, befindet sich auf dem evangelischen Friedhof.</p>
<p><strong>Der Bahnhof und der II. Weltkrieg.</strong></p>
<p>Wenn man heute so durch Oberkochen läuft kann man sich kaum vorstellen, dass der II. Weltkrieg auch Tod und Verderben nach Oberkochen gebracht hat. Spät zwar, aber kurz und heftig.</p>
<p>Am <strong>1. April 1945</strong>, kam es zu einem Tieffliegerangriff auf einen Zug im Bahnhof Oberkochen, der mit KZ-Häftlingen auf dem Weg nach Dachau war. 8 Menschen starben dabei. Von diesen wurden 5 in einem Sammelgrab auf dem evangelischen Friedhof begraben.</p>
<p>Dietrich Bantel hat dieses Ereignis in den Berichten 177 und 178 genauestens beschrieben. Einen Abdruck eines Berichtes zu diesem Thema von 2015 hat die Heidenheimer Zeitung leider nicht genehmigt, deswegen bleibt nur der Link auf diesen Bericht:<br>https://www.swp.de/suedwesten/staedte/heidenheim/ostersonntag-1945_-flieger-greifen-zug-mit-kz-haeftlingen-an-18365999.html</p>
<p>Am <strong>11. April 1945</strong> flogen französische Flugzeuge einen Angriff und feuerten auf Einwohner und warfen ihre Bomben auf das „Herrgott’s‑Häfner-Haus“ ab. Als die Flugzeuge abdrehten, gab es 8 Tote zu beklagen, die kurz danach auf dem katholischen Friedhof in einem Sammelgrab beigesetzt wurden. Mehr Details dazu in einem Zeitungsbericht, in dem Hubert Winter seine Erlebnisse schildert. Sie finden diesen Zeitungsbericht auf der WebSite des Heimatvereims zwischen den Berichten 10 und 11.</p>
<p>Am <strong>24. April 1945</strong> setzte Granatenbeschuss vom Essinger Feld her ein. Der Ami stand kurz vor dem Einmarsch und sorgte so nochmals für klare Verhältnisse. Dieser letzte Angriff ging glimpflich ab, da auch keine Gegenwehr mehr der zuvor noch anwesenden SS-Abteilung erfolgte. Und so ging der Krieg, der unsere Gemeinde einen knappen Monat lang heimsuchte, Ende April zu Ende.</p>
<p>Das war’s jetzt zum Thema Bahnhof mit seinem Platz und der dazugehörigen Straße.<br>Ich bedanke mich bei allen, die durch Bild und Text dazu beigetragen haben, dass der Bericht so geschrieben werden konnte und somit ein weiteres „Viertel“ unserer Stadt entsprechend gewürdigt werden konnte:</p>
<p><em>Franz Holdenried, Susanne Henco geb. Wingert, Reinhard Hergesell, Albert Holz, Fritz Hügle, Luitgard Hügle geb. Grupp, Edeltraut Meroth geb. Schüler, Apollonia Wingert geb. Schellmann und Bruno Wingert sowie Christoph Stumpf.</em></p>
<p><strong>Nachwort:</strong></p>
<p>Bisher gab es Berichte zum „Brunkel“, dem „Kies“ und zur „Bahnhofstraße“. Jetzt fehlen noch Erinnerungen an den „Katzenbach“ und das „Dreißental“. Dazu braucht es aber wieder EUCH, die Leserschaft, die dieses Vorhaben mit Bild und Text unterstützen müssten.</p>
<p>Dazu freue ich mich auf Briefe, Anrufe und E‑Mails. Ich komme dann gerne vorbei, um gemeinsam dafür zu sorgen, dass diese beiden Wohnbezirke auch entsprechend gewürdigt werden. Also, lasst mich da nicht hängen.</p>
<p>Wie immer grüßt der „Billie vom Sonnenberg, der jetzt in der Frühlingstraße wohnt.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 705: Unsere Feuerwehren Teil 1 – Die Werkfeuerwehr Carl Zeiss</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-705-unsere-feuerwehren-teil-1-die-werkfeuerwehr-carl-zeiss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Oct 2019 22:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentl. Einr., Bahn, Banken, Energie, Markt, Post, Wasser usw]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=16746</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_5 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Leit- und andere Sprüche.</strong></p>
<p>„Einer für alle – alle für einen“ (das wäre 2018 auch ein Motto für unsere Fußball-Nationalmannschaft gewesen, um einen Brand in unserer Fußball-Welt zu verhindern ☺). Der andere Leitspruch lautet: „Gott zur Ehr‘ – dem Nächsten zur Wehr“. Das können wir oft als Inschrift an alten „Spritzenhäusern“, also Feuerwehrhäusern lesen. Übrigens, der Spritzenhausplatz in Aalen heißt genau deshalb so, weil dort früher einmal die Feuerwehr ihr Zuhause hatte. Eines Tages fragte Gott die Steine, ob sie Feuerwehrleute werden wollten und da antworteten sie: „Nein, nein, dafür sind wir nicht hart genug“. Das ist eine gute Metapher um zu verstehen warum z.B. in den USA die „Fire-Worker“ solch einen tollen Ruf haben. „Überholen Sie uns ruhig, wir schneiden Sie raus“. Wer kennt diesen Spruch nicht und er verdeutlicht uns, dass die Wehren eben nicht nur Feuer löschen, sondern auch bei schweren Verkehrsunfällen ran müssen und nicht zuletzt deshalb ist dieser Job auch hart für die Psyche geworden.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Noch ein Wort zu St. Florian – dem Schutzpatron der Feuerwehrleute. Der heilige Florian (* 3. Jahrhundert; † 4. Mai 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch in Enns, Oberösterreich) war Offizier der römischen Armee und Oberbefehlshaber einer Einheit zur Feuerbekämpfung. Er wird in der katholischen und orthodoxen Kirche gleichermaßen verehrt. Sein katholischer Gedenktag ist der 4. Mai. Es handelt sich dabei um einen nicht gebotenen Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender. Bei den Feuerwehren in Österreich und Bayern wird der Florianitag gefeiert</p>
<p>Kommen wir nun noch zum sog „Floriani-Prinzip“: „Heiliger Sankt Florian / Verschon mein Haus / Zünd andre an!“ Dieser scherzhafte, aber dennoch egoistische Spruch ist eine frühe Variante der Nimby-Position (not in my backyard) und bezeichnet die Verhaltensweise Bedrohungen nicht zu lösen, sondern auf andere zu verschieben. Statt zu helfen oder Vorkehrung zu treffen, soll die Gefahr abgewendet werden, indem es einen anderen treffen soll. Eine Einstellung, die mit dem Leben von Florian von Lorch wenig zu tun hat und tw. heute noch in der politischen Welt anzutreffen ist.</p>
<p><strong>Die Wehren.</strong></p>
<p>Es gibt natürlich nicht nur freiwillige Wehren, sondern auch Berufsfeuerwehren und Betriebsfeuerwehren sowie Werkfeuerwehren wie bei Carl Zeiss (ganz wichtig: ohne „s“ – also niemals Werksfeuerwehr – sonst bekommt man es mit Monika Trautwein zu tun). Ergänzend finden wir noch Pflichtfeuerwehren und Bundeswehrfeuerwehren.</p>
<p><strong>Die Sirenen und ihre Tests.</strong></p>
<p>Nicht nur Odysseus musste sich mit dem Reiz der Sirenen auf seiner Odyssee auseinandersetzen, auch wir in Oberkochen hatten unsere Sirenen. Leider keine liebreizenden Schönheiten sondern technische Einrichtungen. Eine auf dem alten Rathaus, eine auf dem Bergheim und eine bei Carl Zeiss. Diese wurde in regelmäßigen Abständen getestet – in meiner Erinnerung oft freitags und samstags. Bei der Dreißentalschule gab es, entgegen langläufiger Meinung, keine Sirene. Die Aufgabe des „Aufheulens“ übernahmen dort die Schüler, als Folge der körperlichen Betreuung von Lehrer, Pfarrer und Hausmeister ☺.</p>
<p>Nachfolgend betrachten wir unsere beiden Feuerwehren vor Ort, wobei die Ältere vorangehen darf.</p>
<h2>Werkfeuerwehr Carl Zeiss 1900 bis heute</h2>
<p>Für diesen Teil des Berichtes danke ich ausdrücklich Monika Trautwein und Uwe Palm von der Firma Carl Zeiss, die sich für mich sehr viel Zeit genommen haben, um mir ihre Werkfeuerwehr nahezubringen. Bei der Gelegenheit nutzten sie auch die einmalige Chance ihre Chronologie auf Vordermann zu bringen.</p>
<p>Märchen beginnen normalerweise mit den Worten: Es war einmal…..! Was jedoch im Jahr 1900 begann, war beileibe kein Märchen. Auf Anregung von Prof. Dr. Ernst Abbe wurde die Freiwillige Feuerwehr der Carl-Zeiss-Stiftung gegründet. Wie war damals die Situation?</p>
<p>Bereits im Jahre 1889 bildeten die Geschäftsangehörigen der Firma eine besondere Abteilung innerhalb der Städtischen Feuerwehr, unter der Führung von Meister Wiedemann, dessen Nachfolger dann Bauführer Müller wurde. Dem Wachstum der Firma und den in den Werkstätten gespeicherten Werte konnte der damalige Stand des Feuerwehrwesens in Jena nicht mehr genügen. Die Städtische Feuerwehr konnte nicht so schnell in den einzelnen Werken eingesetzt werden wie eine Werkfeuerwehr, die schnellste Brandbekämpfung an der richtigen Stelle mit den dafür bestens geeignetsten Mitteln gewährleisten konnte.</p>
<p>Am 25. Juli 1900 gab die Geschäftsleitung der Firma Carl Zeiss den Geschäftsangehörigen durch Anschlag bekannt, dass sie die Absicht habe, dem Feuerlöschwesen des Betriebes eine neue festere Organisation zu geben. Im Interesse der Ausbildung wurde eine 5- jährige Dienstzeit vorgeschlagen. Außerdem sollten die Feuerwehrmänner auf Kosten der Firma ausgerüstet werden, eine einheitliche Uniform erhalten und durch eine Zusatzversicherung geschützt werden. Im weiteren Verlauf der Vorbereitungen kam es zu einer Vereinbarung der beiden Firmen Carl Zeiss und Schott &amp; Gen., dass beide Betriebe eine gemeinsame Stiftungswehr gründen wollen. Die Statuten wurden dann in der Generalversammlung am 23. Oktober 1900 angenommen.</p>
<p>Erster Kommandant wurde der damalige Bauführer Carl Müller auch „Brandmüller“ genannt. Er hat der Feuerwehr den Geist der Kameradschaft und der Freiwilligkeit eingeprägt. Die erste Feuerprobe hatte die Wehr außerhalb der Firma im Jahre 1902 zu bestehen. Dabei wurde aber auch der Wille zum Ausdruck gebracht, dass die Werkfeuerwehr nicht nur für die Belange der Firma einzutreten bereit war, sondern stets helfen wollte, wann immer sie gerufen wurde. Bereits im Jahre 1902 wurde die Stiftungsfeuerwehr in den Thüringer Feuerwehrverband aufgenommen und staatlich anerkannt. Nachdem sich die Firma bereiterklärt hatte, eine ständige Feuerwache einzuführen, wurde sie ab Dezember 1902 täglich nach Arbeitsschluss besetzt. Im Jahr 1905 wurde der Wehr durch die Geschäftsleitung die Selbständigkeit in allen Angelegenheiten des Dienstes und der Disziplin übertragen. Die damals aufgestellte Satzung hat bis zum heutigen Tage noch zum großen Teil ihre Gültigkeit behalten. Viele Entstehungsbrände, Großbrände in den Betrieben und der Stadt Jena wurden gemeinsam mit der Feuerwehr der Stadt Jena gemeistert. Unschätzbare Werte blieben dem Werk und der Stadt Jena somit erhalten. Prof. Dr. Ernst Abbe’s Weitblick bewährte sich auch hier.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="756" height="504" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber705-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12944"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Werkfeuerwehr bei einem dramatischen besonderen Einsatz (Archiv Zeiss)</p>
<p>Zum 25-jährigen Jubiläum am 11. Oktober 1925 sprachen die Geschäftsleitungen von Zeiss und Schott der Freiwilligen Stiftungsfeuerwehr ihre Anerkennung aus, sie könne mit Recht stolz auf ihre Leistung sein. Landesbranddirektor Schröder von der Landesregierung Thüringen überreichte Branddirektor Carl Müller als erstem Träger das neu geschaffene Ehrenkreuz des Landes Thüringen. Die Festansprache hielt der damalige Geschäftsleiter Prof. Dr. Walter Bauersfeld, der Schöpfer des Planetariums. Im Laufe der Kriegsjahre von 1939 bis 1945 wurden von der Stamm-Mannschaft über 65 % zur Wehrmacht einberufen. Die Einsatzbereitschaft und die Schlagkraft der Wehr sicherzustellen war eine kaum lösbare Aufgabe. Was nützen die besten Geräte, wenn die gut ausgebildete Mannschaft fehlt. Allen Einberufungen zur Wehrmacht und den damit verbundenen sonstigen Schwierigkeiten zum Trotz gelang es immer wieder, Männer zu finden, welche die entsprechenden Lücken ausfüllten. Der Rest der Mannschaft – unterstützt von Zwangsarbeitern aus Belgien und den Niederlanden – leistete gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehr Jena in diesen Kriegsjahren fast Unmögliches für die Betriebe und die Stadt Jena. Dabei mussten bei Flieger-Voralarm erst einmal die Löschfahrzeuge aus Jena gefahren und im Wald versteckt werden.</p>
<p>Als dann im Jahre 1945 auf Befehl der Amerikaner die Geschäftsleitungen von Zeiss und Schott nach Heidenheim verlegt wurden, galt es, neu aufzubauen. Zeiss fand in Oberkochen und Schott später in Mainz eine neue Heimat – die Stiftungsfeuerwehren waren von nun an räumlich getrennt.</p>
<p>Bei der Firma Schott in Mainz begann im Jahre 1952 der Wiederaufbau der Werkfeuerwehr unter der Leitung von Oberbrandmeister Walter Zöllner, der im Jahre 1962 das Kommando an Brandmeister Erich Walter übergab. Von 1974 bis 1982 leitete Hauptbrandmeister Horst Frense die Wehr. Sein Nachfolger war Günther Kirschbaum. Von 1995 bis 31.05.2000 führte Ernst Häußer das Kommando. Ab 01.06.2000 bis 2007 übernahm Frank-Martin Thies, der 2007- 2014 an Arno Gellweiler übergab. Seit 2014 ist Manfred Zobel Kommandant.</p>
<p>Am 18. Oktober 1948 traf sich eine Gruppe Mitarbeiter, um den Brandschutz der eben erst eingerichteten Werkstätten und Arbeitsplätze der Firma OPTON GmbH auf freiwilliger Basis zu übernehmen. Mit geringen Mitteln und sehr einfacher Ausrüstung – zum Teil von der Firma Fritz Leitz übernommene Geräte – legten diese Freiwilligen den Grundstein zur heutigen Werkfeuerwehr und führten damit die Tradition der Werkfeuerwehr Carl Zeiss Jena fort.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="846" height="497" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber705-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12945"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1949 die ersten Bilder der Werkfeuerwehr Carl Zeiss (Archiv Zeiss)</p>
<p>Gründungsmitglieder der Werkfeuerwehr ZEISS OPTON vom 21.07.1949 waren folgende engagierte tatkräftige Männer, an die wir gerne zurückdenken und die wir auch bei vielen anderen Gelegenheiten und im Vereinsleben kennenlernten:</p>
<p><em><strong>Bruno Bergelt, Albert Bergen, Josef Blume, Anton Eichstedt, Heinrich Grabka, Rudolf Griesler, Rudolf Heinrich, Gerhard Hoffmann, Walter Kunath, Manfred Kunath, Johann Liebmann, Hans Müller, Erwin Neumann, Arno Neumann, Horst Nowaki, Wilhelm Öser, Paul Paap, Georg Pflauger, Johann Pröhl, Anton Richter, Rudolf Rose, Anton Schaupp, Otto Schaupp, Max Schulz und Kaspar Stark.</strong></em></p>
<p>Dabei war es sicherlich nicht leicht für diese Truppe, unter dem Kommando von Kamerad Eichstedt, die ersten Tage und Wochen zu überstehen. Nach kurzer Zeit übernahm Kamerad Walter Kunath die Einsatzgruppe und konnte dank der Unterstützung der Geschäfts- und Betriebsleitung Geräte und Ausrüstung beschaffen. Dabei stand die Verstärkung der Mannschaft im Vordergrund. Der Erfolg blieb nicht aus, da ihr die Anerkennung als „anerkannte Werkfeuerwehr“ im Jahr 1949 ausgesprochen werden konnte.</p>
<p>In der Chronik sind immer wieder Hinweise auf gemeinsame Übungen mit der Freiwilligen Feuerwehr in Oberkochen zu finden. Mit diesen Übungen sollte das Zusammengehörigkeitsempfinden geweckt und gefördert werden. Auch wurde die Leistungsfähigkeit beider Wehren in gemeinsamem Wetteifer erhöht. Veranstaltungen auf Kreisebene rundeten das Bild ab.</p>
<p>Kurz gesagt, war und ist die Werkfeuerwehr immer bemüht und bereit, gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehr Oberkochen zu üben und zu helfen, zum Wohle der Stadt – ihrer Bürger – und zum Schutz der Mitarbeiter und der Arbeitsplätze von Carl Zeiss.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="846" height="433" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber705-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12946"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1955 Übung der Werkfeuerwehr Carl Zeiss (Archiv Zeiss)</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="828" height="552" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber705-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12947"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1955 Feuerwehrumzug Aalener Straße (Archiv Zeiss)</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="543" height="740" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber705-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12948"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_57 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1955 Die Werkfeuerwehr CZ feiert Jubiläum (Archiv Zeiss)</p>
<p>Durch die erschwerten Umstände des Neuaufbaues bedingt, konnte das 1950 fällige Jubiläum erst im Jahre 1955 nachgefeiert werden. Die Festansprache hielt der damalige Geschäftsleiter Dr. Heinz Küppenbender. Er schloss mit den Worten: „Möge der Geist Prof. Dr. Ernst Abbe in dieser Wehr weiterleben zum Nutzen des Werkes und Oberkochens.“ Eine größere Abordnung der Werkfeuerwehr von Schott konnte an der Feier in Oberkochen teilnehmen.</p>
<p>Brandinspektor Walter Kunath leitete die Wehr bis April 1961, dann übernahm Oberbrandmeister Rudolf Funke die Führung der Wehr. Beide Kommandanten gehörten neben dem Kreisausschuss auch dem Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft der Werkfeuerwehren Baden-Württemberg an.</p>
<p>Im Jahre 1959 konnte das erste Feuerwehreinsatzfahrzeug, ein „Borgward-LKW“, für die Summe von 1.000 DM erworben werden.</p>
<p>Wurden die Männer der Wehr bislang über Sirene alarmiert, so konnte im Jahr 1969 die erste Gruppe über Funkmeldeempfänger zum Einsatz gerufen werden. Zwischenzeitlich ist die stille Alarmierung Stand der Technik geworden. Die Wehr richtete erstmals im Jahre 1969 das Kreisfeuerwehrsportfest in Oberkochen aus. Seit 1971 ist die Wehr auch am Sprechfunkverkehr mit BOS — Funkgeräten beteiligt. Dadurch steht sie bei größeren Einsätzen wie aber auch bei Katastrophenschutz-Übungen dem Landkreis zur sofortigen Verfügung. In den Jahren 1972 bis 1974 trat eine Gruppe der Wehr bei den Leistungswettbewerben in Völkermarkt in Kärnten mit großem Erfolg an. Bei der am 27. September 1974 stattgefundenen Hauptübung wurde der langjährige Kommandant Hauptbrandmeister Rudolf Funke verabschiedet. Sein Nachfolger wurde Brandmeister Werner Prokoph. Bedingt durch den personellen Abbau im innerbetrieblichen Transport übernahm die Wehr ab 1975 den Winterdienst für das gesamte Zeiss-Areal einschließlich der über 2.000 Parkplätze. 1975 fanden in Mainz, wie aber auch in Oberkochen, die Feiern zum 75jährigen Bestehen der Stiftungsfeuerwehren statt. Dabei trafen sich auch erstmals die Mainzer Kameraden mit den Kameraden aus Völkermarkt in Oberkochen. Von 1976 an war Wehrleiter Werner Prokoph Mitglied des Ausschusses des Kreisfeuerwehrverbandes als Vertreter der Werkfeuerwehren und bis 1995 Ausschussmitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Werkfeuerwehren für Baden-Württemberg.</p>
<p>Aufgrund der Tatsache, dass immer weniger Brandschäden zu verzeichnen waren, jedoch die Anzahl der Hilfeleistungen entsprechend stieg, wurde 1979 zu den drei vorhandenen Löschfahrzeugen und des MTW ein Rüstwagen beschafft. Bereits im Jahre 1979 zeichnete sich die neue Ausbildungsverordnung für die Feuerwehren ab. Sofort wurden die entsprechenden Lehrgänge für Ausbilder an der Landesfeuerwehrschule belegt. Nur wer gut ausgebildet ist kann, im Schadensfalle qualifizierte Hilfe leisten. Der Durchbruch zur Gründung und zum Aufbau einer Löschgruppe für das Werk in Aalen kam erst, nachdem bedingt durch einen Kurzschluss das Kunststoffbrillenglaslager abbrannte und so ganz nebenbei ein Schaden von über 1 Mio. DM entstand. 1979 wurde das Feuerwehrgesetz für Baden-Württemberg geändert. Damit war es möglich, dass nun auch Frauen in die Feuerwehr aufgenommen werden konnten. Die erste Feuerwehrfrau im Ostalb-Kreis war unsere Soraya Mohring und leistete in der Aalener Gruppe bereits seit Dezember 1978 ihren Dienst.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="810" height="540" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber705-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12949"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_58 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1975 Jubiläum Werkfeuerwehr CZ mit den Herren Merz, Elmer und Prokoph (Archiv Zeiss)</p>
<p>Kamerad Prokoph wurde ab 1981 vom Kreisfeuerwehrverband zum Ausbildungsleiter des Ostalbkreises bestellt und dieses Amt, wie aber auch das Amt des Stellvertretenden Verbandsvorsitzenden des Ostalbkreises hielt er von 1982 bis 1992 inne. Außerdem übernahm er die Funktion des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Werkfeuerwehren für Baden-Württemberg von 1988 bis zum Jahre 1995. Der Vorsitz in diesen Gremien brachte aber auch die Mitarbeit im Vorstand des Landesfeuerwehrverbandes, sowie im Deutschen Feuerwehrverband und im Werkfeuerwehrverband Deutschland e.V. mit sich. Diese Übernahme dieser Ämter wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht von Seiten des Unternehmens die entsprechende Einsicht und Nachsicht vorgelegen hätte. Hier wurde indirekt Öffentlichkeitsarbeit betrieben und dies bestimmt nicht zum Nachteil des Unternehmens. Einzig die Wehr hatte immer wieder darunter zu leiden, dass sie zum Vorzeigeobjekt wurde.</p>
<p>Gut eingelebt hatte sich die Wehr im Bau 7, sie musste nach einigen Geburtswehen im Jahre 1984 jedoch in den Bau 25 umziehen. 1986 wurde dann das erste wasserführende Fahrzeug – ein Tanklöschfahrzeug beschafft. Damit war der Fuhrpark auf dem neuesten Stand der Technik, da in den Rüstwagen auch noch ein 12,5 kvA Stromaggregat eingebaut wurde. Nun war auch Platz für den Unimog, unser Winterdienstfahrzeug. Es fand nicht nur seine Unterstellmöglichkeit bei der Feuerwehr, sondern auch die entsprechende Pflege.</p>
<p>Bereits vor der Wende bestand Kontakt zur Feuerwehr nach Jena, natürlich ganz inoffiziell und klammheimlich. Herbert Blumentritt, der seinen Bruder in Ochsenberg besuchte, packte die Gelegenheit beim Schopf und traf sich mit Kamerad Prokoph im Gerätehaus. Für den Kameraden Blumentritt war das ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen.</p>
<p>Auf Einladung der Kameraden aus Feldkirchen/Kärnten nahm am Österreichischen Bundesfeuerwehrtag in Feldkirchen eine starke Delegation beider Oberkochener Wehren teil. Dass die Kameradschaft auch über Länder- und Bundesgrenzen hinaus funktionieren kann, bewiesen die Kameraden aus Feldkirchen, indem sie unsere Wehr beim 100jährigen Geburtstagsfest 1989 von Carl Zeiss, mit 15 Mann über drei Tage hinweg tatkräftig bei der Arbeit unterstützten.</p>
<p>Im Dezember 1990 wurde die Werkfeuerwehr am Standort Jena ausgegliedert und die Berufsfeuerwehr Jena übernahm den abwehrenden Brandschutz. Am 25.03.1993 wurde die Altersabteilung der Werkfeuerwehr in Oberkochen mit 14 Kameraden der Altersgruppe gegründet. Der erste Obmann war Oberbrandmeister Willi Kircher. Zum 01.April 1997 wurde Kamerad Prokoph nach Anhörung der Kommandanten des Ostalbkreises vom Kreistag zum Kreisbrandmeister des Ostalbkreises bestellt. Eine sicherlich nicht alltägliche Geschichte in einer Werkfeuerwehr.</p>
<p>Die Kameraden der Aalener Gruppe mussten zur Abarbeitung ihrer Einsätze jahrelang mit dem Oldtimer LF 8 aus dem Jahre 1962 vorlieb nehmen. 1998 konnte es gegen ein Kleintanklöschfahrzeug ausgetauscht werden.</p>
<p>Nach fast 25 Jahren als Wehrführer übergab Hauptbrandmeister Werner Prokoph zum 1. April 1999 das Zepter in jüngere Hände und zwar an den gewählten Nachfolger Brandmeister Uwe Palm.</p>
<p>Im Jahre 2000 feierte die Werkfeuerwehr ihr 100jähriges Jubiläum. Bei der Jubiläumsfeier waren auch Abgesandte der Werkfeuerwehren Schott Glaswerke Mainz, Jenaer Glaswerke Schott und der Freiwilligen Feuerwehr Feldkirchen (Österreich) um am Festakt und der Ausstellung im Speisesaal teilzunehmen. Im Auftrag der Firma übergab Finanzvorstand Dr. Olaf Berlien mit Vorstandsmitglied Dr. Dieter Kurz der Wehr einen neuen Mannschaftstransportwagen „Mercedes Sprinter“ welcher speziell auf den Gefahrstoffbereich ausgerüstet war.</p>
<p>Nach 31 Dienstjahren wurde im Jahre 2001, das Löschfahrzeug Opel Blitz, Kennzeichen: AA-CZ 85 (Baujahr 1970), gegen ein wasserführendes Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 ersetzt.</p>
<p>2002 fand der Spatenstich für das neue Werk des Geschäftsbereiches der SMT Semiconductor Manufacturing Technologies auf der grünen Wiese statt. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Aufgaben der Werkfeuerwehr vielfältiger. Das Werk wurde stetig erweitert, so dass auch an diesem Standort ein weiterer Unterstand für Einsatzfahrzeuge im Nebenbetriebsgebäude 1 mit zwei Stellplätzen und Umkleide erforderlich war und die Wehr dadurch zwischen Stammwerk und Südwerk aufgeteilt wurde.</p>
<p>Am 17.10.2005 hatte die Wehr im Stammwerk Bau 6/5 einen Großbrand mit Schadensausmaßen von ca. 40 Mio. € zu verbuchen. Dabei wurde die Wehr von den Freiwilligen Feuerwehren Oberkochen, Unterkochen und Aalen und der Werkfeuerwehr der Abteilung Aalen, der Sanitätsstaffel und des Roten Kreuzes mit insgesamt 160 Rettungskräften unterstützt.</p>
<p>Durch diesen Brand erkannte die Geschäftsleitung, dass die Einsatzbereitschaft nur durch neue Einsatzfahrzeuge verbessert werden konnte. Im Jahr 2006 wurden somit folgende Einsatzfahrzeuge neu beschafft: Kommandowagen, Hilfeleistungslöschfahrzeug und Gerätewagen Gefahrgut.</p>
<p>Da im interkommunalen Gewerbegebiet ständig weitere Gebäude der ZEISS Gruppe dazugekommen sind, wie 2013 Meditec, des 2015 SLZ, 2016 Parkhaus Südwerk und die stetige Erweiterung der SMT soll die Wehr im 2017 neugeplanten Nebenbetriebsgebäude 3 ein neues Gerätehaus mit drei Stellflächen spätestens im Jahre 2019/2020 erhalten.</p>
<p>Von 1949 bis 2019 wurden insgesamt über 3.850 Einsätze abgearbeitet. Um einen guten Ausbildungsstand halten zu können sind große Anstrengungen erforderlich. Da auch die Welt sich stetig weiterentwickelt, und auch die Einsatzgerätschaften immer vielseitiger, effektiver und komplexer werden, wird es immer schwieriger den Feuerwehrdienst mit ehrenamtlichen Firmenangehörigen, welche sich aus den verschiedenen Abteilungen der Unternehmensbereiche zu den Einsätzen aufmachen, zu bewältigen.</p>
<p>Fortsetzung folgt…</p>
<p>Mit „Wasser marsch“ grüßt Wilfried „Billie Wichai“ Müller vom Sonnenberg.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 706: November – Zeit über die Gräber unserer Friedhöfe zu gehen</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-706-november-zeit-ueber-die-graeber-unserer-friedhoefe-zu-gehen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2019 23:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchen, Friedhöfe, Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_6 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Einführung.</strong></p>
<p>Friedhöfe gehören zu unserem Leben – ob uns das angenehm ist oder nicht. Sie sind die letzte Ruhestätte unserer Verwandten und Freunde und sind auch ein sozialer Ort, an dem man sich trifft, wenn man sich der Grabpflege hingibt oder an den Feiertagen im sog. Trauermonat November über die Gräber geht oder an Gedenktagen ein Totenlicht zum Gedenken anzündet. Dabei kam es nicht selten vor, dass sich neue Bekanntschaften ergaben, die zu neuen Verbindungen führten.</p>
<p><strong>Definition.</strong></p>
<p>Ein Friedhof, auch Bestattungsplatz oder Begräbnisplatz, veraltet Gottesacker, Kirchhof oder Leichenhof ist ein Ort, an dem Verstorbene, in den meisten Fällen begleitet von einem religiösen oder weltlichen Ritus, bestattet werden. Das Wort „Friedhof“ leitet sich ursprünglich vom althochdeutschen „frithof“ ab, der Bezeichnung für den eingefriedeten Bereich um eine Kirche.</p>
<p><strong>Allgemeines über die Friedhöfe.</strong></p>
<p>In Deutschland hat sich aus Gründen der Hygiene und dem Schutz des Grundwassers der Friedhofszwang entwickelt. Durch eine kulturell herausragende Stellung gibt es nicht wenige Friedhöfe, die unter Denkmalschutz stehen oder eine touristische Attraktion wurden. Sei es durch die vielen Ehrengräber, durch berühmte Personen oder durch wunderbare Parkanlagen. Hier sei besonders erinnert an den „Wiener Zentralfriedhof“ mit über 330.000 Gräbern, an den „Bogenhausner Friedhof“ (mit seinen vielen Promi-Gräbern ein Anziehungspunkt) in München, an den „Ohlsdorfer Friedhof“ (größter Parkfriedhof der Welt mit 389 Hektar und einer eigenen Buslinie innerhalb) in Hamburg, an den „Hoppenlau-Friedhof“ (der älteste) in Stuttgart, an den „Waldfriedhof“ in Aalen und an den „Jüdischen Friedhof“ in Bopfingen-Oberdorf.</p>
<p>Früher war es üblich, möglichst nahe der Kirche begraben zu werden. Wer in der Gemeinde Ansehen und Geld hatte, konnte durchaus im Kirchhof oder in einer nahen Mauer beerdigt werden. Eine soziale Differenzierung war nicht nur zu Lebzeiten wünschenswert, sondern über den Tod hinaus. Gar außerhalb des Friedhofs mussten Bettler, Schauspieler, Gaukler und Selbstmörder sowie Exkommunizierte und Kriminelle ihre letzte Ruhe finden, weil ihnen geweihte Erde vorenthalten wurde. Um 1800 kam die Tendenz auf, die Toten aus hygienischen Gründen entfernt vom Dorfkern zu begraben und daher kam es in den Folgezeiten überall dazu, dass alte Kirchhöfe in den Gemeinden aufgelöst und außerhalb neu angelegt wurden. Das geschah auch in Oberkochen, aber bald sind alle drei Ruhestätten wohl wieder von den Häusern umzingelt.</p>
<p><strong>Auch die Zeitläufe verändern unsere Friedhöfe.</strong></p>
<p>Bürgermeister Peter Traub, der die Veränderungen aus Verwaltungssicht ständig wahrnimmt, gibt dazu Erklärungen:<em> Auch die Auflösung der Großfamilien sowie die Mobilität der einzelnen Familienmitglieder haben den Friedhofscharakter verändert. Mancher wünscht sich heute ein pflegefreies Grab, andere wollen in einem Kolumbarium aufbewahrt zu werden. Wieder andere möchten in Wäldern oder anonym beerdigt werden. Weltanschauungen verändern sich und neue zeitgemäße nicht-kirchliche Varianten der Bestattungen nehmen zu. Die Erdbestattung, wie sie früher für viele Katholiken unweigerlich vorgesehen war, kann heute durchaus durch eine Urnenbestattung ersetzt werden. Hinzu kommt eine zunehmend ablehnende Haltung gegenüber kirchlichen Bestattungen. Auch Bestattungen von Menschen, die keiner Kirche oder einer anderen Konfession angehören nehmen deutlich zu. Der allgemeine Trend hin zu Friedwäldern und Urnenwäldern zeigt dies. Deshalb wurde auf dem städtischen Friedhof ein sogenannter “Urnenhain” angelegt, der anonyme Bestattungen ermöglicht. Die Bestattungskultur hat sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich verändert. Während es früher beinahe ausschließlich Erdbestattungen gab, gibt es heute fast nur noch Urnenbestattungen. Diesem “Trend” wollte man auch in Oberkochen folgen. Allerdings sind Kolumbarien (Errichtung ab 2006) relativ teuer, was u.a. zu einer Erhöhung der Bestattungsentgelte geführt hat. Dies war ein Grund, warum der Gemeinderat die Errichtung weiterer Kolumbarien abgelehnt hat. Stattdessen sollen die restlichen Flächen des Friedhofs für Urnenbestattungen in der Erde genutzt werden. Im Frühjahr 2019 wurde für rund 120.000 € ein Urnenhain für 200 Urnen angelegt. Es wurden Stieleichen, Winterlinde und Rotbuche angepflanzt. Für die Namensschildchen wurden drei Stelen aufgestellt.</em></p>
<p><strong>In Oberkochen gab und gibt es mehrere Friedhöfe.</strong></p>
<p>Die Alemannen, die früher das Gebiet besiedelten, mussten hier ihre Toten begraben, genauso wie später die katholischen und evangelischen Glaubensbrüder und ab 1957 gibt es den städtischen Friedhof. Nachstehend will ich auf die einzelnen Friedhöfe, ihre Geschichte und ihre Besonderheiten eingehen. Die zeitlichen Daten wurden aus allen alten Berichten aus dem Amtsblatt und den Heimatbüchern entnommen.</p>
<p><strong>Der alemannische Friedhof.</strong></p>
<p>Am 19. März 1980 sollen in Hüttlingen Kinder mit einem Totenschädel gespielt haben. Schnell stellte sich heraus, dass hier kein Verbrechen vorlag, sondern ein Erdaushub des Grundstückes Stelzenmüller in der Frühlingsstraße 3. So wurde bis zu Klärung ein Baustopp verfügt und eine 6wöchige Notgrabung durchzuführen. Dr. Ingo Stork vom LDA (Landesdenkmalamt) Stuttgart vertrat die Ansicht, dass dieser Friedhof im gesamten Bereich von der Försterstraße bis zur Frühlingstraße angenommen werden muss. Viele Details dazu lassen sich im alten Heimatbuch nachlesen. Abschließend nur so viel: Die Christianisierung des alemannischen Oberkochen fand zwischen 600 und 700 n. Chr. statt und der alemannische Friedhof mit an die 1.000 Gräbern entstand wohl in der Zeit zwischen 500 und 700 n. Chr.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="507" height="851" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12950"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Alte Gräberfunde in bebauten Gebieten zwischen Förster- und Frühlingstraße (Archiv Rathaus)&nbsp;</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_56 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="512" height="428" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12951"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_61 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Gräberfeld auf dem Grundstück Frühlingstraße 3 – früher Rolf Stelzenmüller (Archiv Rathaus)&nbsp;</p>
<p><strong>Der alte gemeinsame Friedhof.</strong></p>
<p>Ursprünglich lag der gemeinsame Friedhof um die katholische Kirche zwischen altem Kirchenschiff, Turm und Scheerermühle. Nach der Reformation legten die Protestanten einen eigenen Friedhof und so haben wir seit 1582 zwei konfessionell getrennte Friedhöfe in Oberkochen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_57 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="784" height="572" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12952"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_62 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Eingangstor zum kath. Friedhof von der Seite Bahnhofstraße (Archiv Müller)&nbsp;</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_58 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="803" height="539" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12953"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_63 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Grabplatten im Innenhof der kath. Kirch St. Peter und Paul (Archiv Müller)&nbsp;</p>
<p><strong>Der katholische Friedhof.</strong></p>
<p>Die Verstorbenen wurden ursprünglich im „Kirchhof“ bestattet. B’sonders wichtige, Großkopfete, also VIPs (very important people), wie man heute mitunter sagt, wurden in die Stützmauer der Kirche an der Mühlstraße oder auf der Südseite, im Hof des alten Schwesternhauses eingemauert. <strong>1835</strong> erging die behördliche Anweisung, den Friedhof zu verlegen. Diese Maßnahme wurde<strong> 1851</strong> durchgeführt, die Einweihung des neuen katholischen Friedhofes nahe der Bahngleise erfolgte <strong>1856</strong> durch Pfarrer Desaller und die Kirchengemeinde bestattete ihre Toten seit jener Zeit auf dem heutigen katholischen Friedhof beim Bahnhof.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_59 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="850" height="548" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12954"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_64 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Gedenkplatte alter evangelischer Friedhof bei heutiger Ortsbibliothek (Archiv Müller)&nbsp;</p>
<p><strong>Der evangelische Friedhof.</strong></p>
<p>Nach der Reformation legte die evangelische Kirchengemeinde 1570 einen eigenen Friedhof um ihre neue Kirche an. Offiziell hieß es dazu 1850: <em>„Der evang. Kirchhof befand sich bisher hart neben dem Pfarrhofe und nur durch einen alten verwitterten Zaun von diesem getrennt und hinter dem Brauhause des Hirschwirths. Innerhalb des Pfarrhofes führte ein neben dem an der Ecke des Hirschwirthauses angebauten Schweinestalle ein hölzernes braun angestrichenes Staketenthor in den Kirchhof, der ziemlich beschränkt war und trotz der mehreren teilweise sehr hübschen eisernen Kreuzdenkmale, die ihn neben den vielen hölzernen zierten, ein sehr ärmliches verfallenes Aussehen hatte. Dieses und das Unheimliche, welches ein Kirchhof in der Nähe von Wohngebäuden immer hat, so wie besonders auch Gesundheitsrücksichten hatten die Verlegung des Kirchhofs an einen Platz in einiger Entfernung vom Dorfe, wie es gesundheitspolizeiliche Vorschriften fordern, schon längst wünschenswert gemacht.“ Das „Unheimliche“ in der Nähe von Friedhöfen scheint heute bei der Bauplanung keine Rolle mehr zu spielen, leben wir doch in einer aufgeklärten Zeit.</em></p>
<p><strong>Vor 1850</strong> wurden die Toten auf dem damaligen Friedhof hinter dem Bräuhaus des Gasthofs „Zum Hirsch“ beerdigt. <strong>1835</strong> erhielt die evangelische Kirchengemeinde vom Königlichen Oberamt die Auflage, den Friedhof auf einen Platz außerhalb des Dorfes zu verlegen. Gewählt wurde das heutige Areal an der Katzenbachstraße, weil dieser Bereich damals außerhalb des Ortes lag und <strong>1850 / 51</strong> wurde er seiner neuen Bestimmung übergeben. <strong>1947</strong> wurde der an der heutigen Bühlstraße liegende Friedhof entlang der Katzenbachstraße um einen neuen Teil bis zur jetzigen Blumenstraße erweitert. Unser verstorbener Karl Unfried (wer kennt nicht das alte Spielzeugwarenfachgeschäft im Kies) war, als ehemaliger Stadtrat und Kirchengemeinderat sowie Vorsitzender des Friedhofsausschusses, der Experte für dessen Geschichte. <strong>2007</strong> wurde mit der Umgestaltung begonnen. U.a. wurde die alte Mauer zwischen dem alten und neuen Friedhofteil abgerissen und eine neue kleine aber feine Neukonzeption umgesetzt, die diesen Friedhof deutlich aufgewertet hat.</p>
<p>Ein nicht alltäglicher Bestattungsgottesdienst fand <strong>2017</strong> hinter der Stadtbibliothek statt. Dort, wo zwischen der alten evangelischen und der katholischen Kirche die „Neue Mitte“ entstehen wird, waren im Frühjahr beim Abbruch des „Hirsch-Geländes“ Gräber entdeckt worden. Eine archäologische und kulturhistorische Bedeutung wurde dem Fund nicht beigemessen und so wurden die Überreste respektvoll wieder der Erde übergeben. Eine Gedenkplatte erinnert an diesen alten Friedhof.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_60 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="771" height="553" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12955"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_65 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Eingangstor zum ev. Friedhof von Seite Bühlstraße (Archiv Müller)&nbsp;</p>
<p>Der Friedhof in der Katzenbachstraße gefällt mir sehr, weil er eine besondere Atmosphäre besitzt und besondere Grabstätten sein eigen nennen darf. Beim Durchgehen fällt auf, dass viele der alten Unternehmer dort ihre letzte Ruhe gefunden haben und ihre Gräber auch dem jeweiligen Zeitgeist entsprechen oder mitunter auch etwas über den Verstorbenen aussagen. Besonders hervorzuheben sind die Gräber der Familien Bäuerle, Brucklacher, Grupp, Günther, Leitz, Wirth sowie die Gräber der Mühlenbesitzer Elser und Scheerer ebenso wie jene der Brauerei- und Gasthofbesitzer Nagel und das Grab Edinger und Kirchdörfer.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_61 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="783" height="588" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12956"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_66 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Grabstelle von Dr. Dieter Brucklacher, dem früheren Chef von Leitz, auf dem ev. Friedhof (Archiv Müller)&nbsp;</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_62 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="751" height="563" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12957"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_67 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ruhestätte der Fabrikantenfamilie Grupp auf dem ev. Friedhof (Archiv Müller)&nbsp;</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_63 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="751" height="563" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12958"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_68 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ruhestätte der Fabrikantenfamilie Leitz auf dem ev. Friedhof (Archiv Müller)&nbsp;</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_64 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="1009" height="494" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12959"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_69 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ruhestätte der Fabrikantenfamilie Bäuerle auf dem ev. Friedhof (Archiv Müller)&nbsp;</p>
<p>Dann gibt es noch das Grab des ersten Kriegstoten des II. Weltkrieges – Ottmar Brucklacher, dem Vater von Dr. Dieter Brucklacher, der in ersten Kriegstagen während des sog. Polenfeldzuges im September 1939 den „Heldentod“ starb.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_65 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="722" height="760" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-11.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12960"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_70 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Grab von Ottmar Brucklacher, dem ersten Toten des II. Weltkriegs in Oberkochen, auf dem ev. Friedhof (Archiv Müller)&nbsp;</p>
<p>Zudem gibt es noch einige Gräber aus den letzten Tagen der Kriegszeit 1945. Zum einen das Grab eines unbekannten deutschen Soldaten. Zum anderen das Grab für fünf unbekannte Opfer eines Fliegerangriffs am 4. April 1945 auf den Bahnhof Oberkochen. Dann gibt es noch das Grab des russischen Zwangsarbeiters Wladimir Kolotschenko, der beim Überfall auf den Hof des Pächters Christian Reiff am Theussenberg am 8. Juni 1945 ums Leben kam (siehe Bericht 322).</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_66 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="751" height="563" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-12.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12961"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_71 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Grabstein auf dem ev. Friedhof für die Opfer eines Tieffliegerangriffs auf einen Gefangenenzug auf dem Bahnhofsgelände im April 1945 (Archiv Müller)&nbsp;</p>
<p><strong>Der städtische Friedhof.</strong></p>
<p>Der Zuzug der Firma Carl Zeiss sowie die allgemeine industrielle Weiterentwicklung in Oberkochen führten dazu, dass nicht nur dringend Wohnungen für die Lebenden sondern auch für die Verstorbenen geplant werden mussten. So befasste sich der Gemeinderat seit 1952 mit Gedankenspielen und Planungen für einen neuen großen konfessionsübergreifenden Friedhof. Dazu standen laut einem Bericht des Hermann Aldinger seinerzeit zwei Orte zur Auswahl:<em> Erstens das Gelände im Gewand „Weingarten“ und zweitens das im Gewand „Loach-Thierstein“.</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_67 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="835" height="547" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-13.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12962"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_72 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Übersichtskarte col. Gewann Loachha (Archiv Rathaus)&nbsp;</p>
<p>Nach einer Begehung am 15.12.1952 kam man zu dem Entschluss, dass das Gebiet des heutigen städtischen Friedhofs der geeignete Platz sei. Nun wurde 1953 für den im Gewand „Weingarten“ geplanten Gemeindefriedhof von den Gärtnerseheleuten Josef Brandstetter ein Acker im Messgehalt von 23,98 Ar zum Kaufpreis von 2,40 DM je qm erworben. Für die auf dem Grundstück befindlichen Obstbäume, entsprechend der Schätzung des Kreisobstbauinspektor Bertele, wurde eine Entschädigung von 71,00 DM bezahlt. Mit diesem Kauf erhöht sich die für den Friedhof vorgesehene Fläche auf 79,83 Ar. Weitere Grundstücke sind von Landwirtseheleuten Anton Schellmann noch zu erwerben.</p>
<p>Man legte damals Wert darauf, dass die Weingartenkappelle oberhalb des Friedhofs liegen wird und somit einen Symbolcharakter bekam. Schwer vorstellbar, dass die neue Siedlung im Weingarten in alten Zeiten genehmigt worden wäre, aber so ändern sich Zeiten und Einstellungen. Die Planung eines Friedhofs muss viele Dinge berücksichtigen: Geplante Siedlungen, Bodenbeschaffenheit, Grundwasser, Zufahrtswege, Parkplätze, landschaftliche Einbettung, verschiedene Arten von Gräbern, Trauerhalle mit Funktionsbereichen, Glockenturm, Gestaltung innerhalb des Friedhofs und nicht zuletzt eine Gedächtnisstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Architekt Aldinger aus Stuttgart wurde beauftragt, einen Vorentwurf zu fertigen. Das Bauprogramm sah eine Friedhofanlage mit 1.000 Reihengräbern, 150 Kauf- und 80 Kindergräbern vor, ferner eine Leichenhalle mit vier Zellen und eine Aussegnungshalle für 350 Personen. Neben diesen Anlagen sollte gleichzeitig eine Kriegsopfergedächtnisstätte errichtet werden. 1955 begannen die Bauarbeiten, 1957 war die Anlage fertiggestellt. Mit der Ausführung wurde im Jahre 1955 die Fa. Aisslinger in Aalen beauftragt mit dem Ziel, die Anlage Pfingsten 1957 der Bevölkerung zu übergeben.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_68 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="783" height="513" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-14.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12963"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_73 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Einweihung des neuen überkonfessionellen Gemeindefriedhofs am 1. Sep 1957 (Archiv Rathaus)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_69 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="771" height="501" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-15.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12964"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_74 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Einweihung des Ehrenmals für die Kriegstoten am 1. Sep. 1957 (Archiv Rathaus)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_70 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="771" height="489" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-16.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12965"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_75 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Musikalische Untermalung der Einweihungsfeier am 1. Sep 1957 (Archiv Rathaus)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_71 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="540" height="721" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-17.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12966"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_76 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Winterimpression des neuen Friedhofs im Winter 1957 / 58 (Archiv Müller)&nbsp;</p>
<p>Bereits nach wenigen Jahren erkannte man, dass bei der fortschreitenden Belegung des städtischen Friedhofes etwa 1980 eine Erweiterung unumgänglich werde. Die erforderlichen Grundstücke waren bereits 1961 im Bebauungsplan für die Erweiterung ausgewiesen. An den Architekt Brunken aus Stuttgart wurde schließlich die Planung der Erweiterung um 1.100 Grabstellen übertragen. Der erste Teil dieser Erweiterung mit 600 Grabstellen wurde 1980. Im Jahr 1992 wurde die zweite Erweiterung mit den restlichen 500 Grabstellen abgeschlossen. Vor ein paar Monaten wurde im Amtsblatt und der Tagespresse das Thema „Der Zustand unseres städtischen Friedhofs“ behandelt. Ein Friedhof ist so schön, wie ihn Stadt und Bevölkerung gemeinsam gestalten. Nicht mehr und nicht weniger. Die Atmosphäre, die jeder Friedhof ausstrahlt, entspringt dem Zusammenspiel von Gestaltung, Grab- und Landschaftspflege.</p>
<p>Als junger Mensch habe ich mein kärgliches Taschengeld mit Zeitungsaustragen vervielfacht und musste auf dem Nachhauseweg zum Sonnenberg wöchentlich am Friedhof vorbei. Damals gab es noch keine Beleuchtung, dafür aber reichlich Gerüchte, Geschichten und einige Horror-Stories. Das war schon herausfordernd, in der Dunkelheit diesen Bereich mit den vielen flackernden roten Totenlichtern unbeschadet zu passieren.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_72 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="821" height="499" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-18.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12967"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_77 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Unbekannter großer Trauerzug vor dem Grünen Baum (Metzgerei Lerch) (Archiv Müller)</p>
<p><strong>Leichenbegängnis (wie Franz Balle das 1957 nannte).</strong></p>
<p>Das war damals der offizielle amtliche Begriff des sog. „Letzten Ganges“, den jeder von uns noch vor sich hat. Wie war das nun früher bei uns? Der Sarg wurde erst um 1700 herum eingeführt, vorher lag man auf den sog. Totenbrettern. Es hat sicher Zeiten gegeben, in denen eine damals übliche Beerdigung nicht möglich war. Sei es zu Zeiten des 30jährigen Krieges oder der Pest und überliefert in der unsäglichen Zeit der religiösen Trennung in unserem Heimatort, die schon vielfach beschrieben wurde. Aus der Dorfordnung von 1749 entnehmen wir, dass damals religiöse Fundamentalisten (so will ich sie mal nennen), dafür sorgten, dass viele Jahre kein Leichenzug mehr durch unsere Straßen zur letzten Ruhestätte ziehen konnte. Keine Seite gönnte der anderen die Butter auf’s Brot bzw. deren Gebräuche und Riten und die Geistlichen auf beiden Seiten wurden von der jeweils gegnerischen Seite gehasst. In dieser schwierigen Zeit konnten die Leichen nur nachts auf den Friedhof gebracht werden und am nächsten Tag durften bei der Bestattung nur die Angehörigen teilnehmen. Religiöse Verwerfungen führen zu absonderlichen Verhaltensweisen und das mancherorts auf der Welt bis zum heutigen Tag. Erst als sich die Ellwänger und die Königsbronner Regierungen einigten, waren wieder Beerdigungen, den Gebräuchen entsprechend, möglich.</p>
<p>Der bäuerliche Brauch war früher, dass bei einer Beerdigung aus jedem Haus mindestens ein Angehöriger bei einer Trauerfeier teilnahm. Man sah das als eine Verpflichtung gegenüber den Mitmenschen an. Der Sarg wurde von Nachbarn und Verwandten getragen, da es noch keinen Leichenwagen gab und man das auch als Ehrung und Respektbezeugung ansah. Eine schöne alte Sitte war es, dass der Sarg vor der Kirche abgestellt wurde und der Trauerzug zum Betreten der Kirche an ihm vorbei musste. Bei den katholischen wurden die Gebete und Lieder vom Pfarrer und der Trauergemeinde während des Zuges gemeinsam gesprochen und gesungen. Bei den evangelischen sprach der Pfarrer laut und die Gemeinde im Stillen mit. Der Sarg wurde im Sterbehaus abgeholt, mitunter sang der Kirchenchor auch vor dem Haus. Der Zug setzte sich dann langsam in Bewegung. Vor dem Sarg lief ein Nachbarsbub mit dem Grabkreuz, in noch älteren Zeiten ging der Lehrer mit der Schulklasse noch vor dem Sarg. Am Friedhof wurde dann die Einsegnung vorgenommen und mit 3 Schaufeln Erde beendet.</p>
<p>Viele der alten Bräuche haben sich nicht erhalten und sind vermutlich auch schlicht weg vergessen worden. Auf drei Besonderheiten sei an dieser Stelle explizit hingewiesen werden.</p>
<p><strong>Die Hauswache</strong> fand während der drei Tage statt, währenddessen der/die Tote zu Hause aufgebahrt wurde. Abends fanden sich Nachbarn und Verwandte ein um gemeinsam eine Stunde lang kniend zu beten. <strong>Das Leichensagen</strong> begann nach dem Verklingen der sog. Scheidungsglocke. Der Leichensager machte sich auf den Weg und verkündete z.B. <em>„Übermorgen vergräbt man den xyz-Bauer zu Oberkochen, wenn ihr gern zur Leich ganga tätet.“</em> Dafür bekam der Ansager etwas Mehl, Brot oder auch Geld. <strong>Der Leichenschmaus</strong> in einem Gasthaus am Ort, als Abschluss der Beerdigungsfeier, hat sich bis in die heutige Zeit gehalten. Es gab in der Regel dabei Bier, Bratwürste und Wecken. Das war und ist nicht immer eine traurige Angelegenheit. Zeit zum Trauern gab es danach noch genug. Oft erzählte man sich Geschichten und Späße bei denen der/die Verstorbene dabei war oder man erinnerte sich an seine Besonderheiten sowie Ecken und Kanten, für die er/sie bekannt war. Das ist heute noch ein Bestandteil unserer Trauerkultur, um die Verstorbenen und die Hinterbliebenen zu ehren und respektvoll zu behandeln. Und wenn es dann allen gefallen hat sagte man:<em> „Des war a schöne Leich.“</em> Jugendliche verstehen diesen Brauch oft nicht und erkennen das Positive, das von einem Leichenschmaus ausgeht, erst, wenn sie älter geworden sind.</p>
<p><strong>Unsere Toten.</strong></p>
<p>Diese Beilage in einer jährlichen Novemberausgabe des Amtsblattes BuG ist einer der beliebtesten bei allen Oberkochnern – sei es im Ort oder in der Fremde und, das ist meine persönliche Meinung, <strong>diese Sammlung über die Jahrzehnte gehört auf die Website des Heimatvereins Oberkochen,</strong> damit jeder Interessierte dort nachschauen kann. Viele alte MitbürgerInnen, so auch meine Mutter, haben diese Beilage über die Jahre zu Hause gesammelt. Ludwig Burghard hat daraus die Zahlen für seine Statistik gewonnen und Besonderheiten sind die „Berufsbezeichnungen“ der verstorbenen Frauen aus den frühen Jahren bis ca. 1965.</p>
<p><strong>Eine kleine Auswahl an Berufsbezeichnungen</strong></p>
<p>soll die alte Zeit mal von dieser Seite aus beleuchten. Kleiner Lesehinweis: Hinter dem Begriff, nach dem Bindestrich, fügen sie einfach das Wort „Witwe“ oder „Ehefrau“ an, wie z.B. „Bankdirektors-Witwe“. Die Frauen hatten keinen eigenen Beruf, Hausfrau war als solcher nicht anerkannt, also schmückte man sich, durchaus stolz auf allen Ebenen, mit der Berufsbezeichnung des Gatten:</p>
<p>Bohrermachers‑, Bahnwärters‑, Streckenwärters‑, Hilfsarbeiters‑, Maschinenhausvorarbeiters‑, Torfstechers‑, Güterbodenvorarbeiters‑, Oberweichenwärters‑, Lokomotivheizers‑, Bücherwarts‑, Taglöhners‑, Rentners- und nicht zuletzt Schauspieler- und Regisseurs-Witwe.</p>
<p><strong>Nachforschungen zur eigenen Familie</strong></p>
<p>führen natürlich in unserer modernen Zeit auch zu den Friedhöfen. Der Verein für Computergenealogie e.V. bietet dazu den folgenden Link im Internet an<a href="https://grabsteine.genealogy.net/" target="_blank" rel="noopener"> <span style="text-decoration: underline;"><strong>http://grabsteine.genealogy.net.</strong></span> </a>Durch verschiedene Suchkriterien kann man die Verstorbenen auf den Friedhöfen in Deutschland suchen und finden.</p>
<p><strong>Ein bisschen Statistik</strong></p>
<p>ist in diesem Fall höchst interessant. Ludwig Burkhard führt an Hand der Novemberbeilage im Amtsblatt „Unsere Toten“ seit Jahren eine private Statistik, aus der hervorgeht, wie alt die OberkochnerInnen so werden. Dazu kurz die Entwicklung, die sehr schön aufzeigt, wie wir alle älter werden. Die Zahlen beziehen sich immer auf das entsprechende Jahr:</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_73 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="1066" height="291" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-19.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12968"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_78 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das Sterbealter der Oberkochener (Archiv Müller) ​</p>
<p><strong>Besonderheit oder Absonderlichkeit.</strong></p>
<p>Nun war der Hund nicht immer des Menschen bester Freund – Ich wage zu behaupten, dass das früher in der bäuerlichen Welt das Pferd war. Und daher musste auch für diesen Freund eine letzte Ruhestätte gefunden werden. Diese Stätte heißt auf Hochdeutsch „Gaulhimmel“. In Oberkochen wurden die toten Pferde (und auch Kühe) im Gaintal vergraben. „Gaindl“ oder „Goindl“ genannt (Bericht 50 von Dietrich Bantel) und befand sich im Talausgang nahe der europäischen Wasserscheide beim Pulverturm. Vermutlich wird in den nächsten Jahren auch ein Bedarf der Bestattung seiner liebsten Haustiere entstehen – anderenorts (wie z.B. in Zürich) wird darüber schon diskutiert und aus Sicht der Theologen gibt es da sogar Befürworter und natürlich Gegner. In Oberkochen wird das vermutlich eher nicht der Fall sein.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_74 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="828" height="550" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-20.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12969"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_79 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Leichenwagen geführt von Hans Gold zur Beerdigung des Zimmermeisters Franz Brunnhuber am 20. November 1959 (Archiv Müller)&nbsp;</p>
<p><strong>Transportmittel für den Sarg.</strong></p>
<p>Ganz früher musste der Sarg zu Fuß auf den Gottesacker gebracht werden, später mit dem Pferdefuhrwerk und heute mit einem noblen Auto – oft eines mit dem Stern. Zukünftig vielleicht mit einem E‑Mobil oder gar mit einer Drohne oder dem Scheuer’schen Luft-Taxi? Wer woiß des heit schoh? Oberkochen hatte lange Zeit einen Leichenwagen für ein Pferdegespann. Der Wagen wurde im Stadel bzw. in der Remise des alten evangelischen Schulhaus (heute Schillerhaus und Heimatmuseum) untergestellt. Das Bild zeigt den Wagen unter Führung des Hans Gold bei der Beerdigung des Zimmermeisters Franz Brunnhuber am 20. November 1959. Als weitere Kutscher sind der alte Gruppa-Bauer, Hans Nagel, Xaver Winter und Willibald Hug benannt worden.</p>
<p><strong>Eine große Beerdigung war seinerzeit die des ermordeten Försters Braun.</strong></p>
<p>Am 4. August des Jahres 1926 bewegte sich ein Leichenzug durch Oberkochen, wie man ihn zuvor noch nie gesehen hatte. Die gesamte Einwohnerschaft nahm Anteil, darunter die Kollegen, die Vereinskameraden des Veteranen- und Militärvereins, die Forstdirektion, die Holzhauergesellschaften. Der Albverein hatten Abordnungen mit Fahnen und Kränzen geschickt und am Kriegerdenkmal beim Lindenbrunnen sang der Männerchor zu Ehren des Verstorbenen. Der evangelische Friedhof konnte die Trauergemeinde nicht mehr fassen. Selbst der, zum Zeitpunkt der Beisetzung noch nicht gefasste, Mörder hatte sich mit trauernder Miene am offenen Grab eingefunden.</p>
<p><strong>Abschließend.</strong></p>
<p>Bei den Recherchen zum „Kies“ habe ich von Manfred Renner uralte Fotos einer Beerdigung aus seiner Familie bekommen. Karl Renner, der schon recht früh seine Frau Rosina Paulina Kopp (geb. 1885 gest. 1944) im Alter von 59 Jahren verlor. Der Trauerzug führte damals vom Kies über die Heidenheimer Straße in den Katzenbach bis zum dortigen evangelischen Friedhof. Auf den Bildern sehen wir, wie der damalige Beerdigungszug aussah.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="528" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-21.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12970"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_80 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Trauerzug zum ev. Friedhof der Beerdigung Rosine Renner geb. Kopp (aus dem Kies) im Jahr 1941 (Archiv Renner)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_76 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="528" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber706-22.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12971"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_81 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>(Archiv Renner)</p>
<p><strong>Apropos „Renner“.</strong></p>
<p>Auch ein ernstes Thema wie der Friedhof kann ruhig einen Scherz zum Schluss vertragen. Wer waren früher die schnellsten Männer in Oberkochen? Die Lösung wurde mir aus der Toskana geschickt und lautet: <em>„D’r Renner, d’r Schnell ond d’r Woidle“</em> ☺.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
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			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 707: Unsere Feuerwehren Teil 2 – Die Freiwillige Feuerwehr</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-707-unsere-feuerwehren-teil-2-die-freiwillige-feuerwehr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2019 23:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentl. Einr., Bahn, Banken, Energie, Markt, Post, Wasser usw]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=17237</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_7 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="text-decoration: underline;"><strong>FFW – Die freiwillige Feuerwehr Oberkochen 1929 bis heute</strong></span></p>
<p><strong>Sepp Merz – Oberkochner Urgestein aus „em Kies“</strong></p>
<p>und früherer Feuerwehrhauptmann hat auf meinen Wunsch hin einen interessanten Bericht zu diesem Thema geschrieben.</p>
<p><strong>Intro.</strong></p>
<p>Früher war durch die Holzbauweise und die Bedachung der Häuser mit Stroh bzw. Holzschindeln, vor allem aber durch die dichte Besiedlung der Städte und Gemeinden ein Brand eines der verheerendsten Unglücksfälle, die eine Gemeinschaft treffen konnte. Ich denke hier vor allem an „Schiller’s Glocke“ in der es unter anderem heißt:<em> „…..Durch die Hände langer Kette um die Wetter fliegt der Eimer…….“</em> Eine Feuerwehr gab es aber damals noch nicht. Der Eimer war das wichtigste Löschgerät früherer Zeiten. Hier musste die gesamte Bevölkerung gemeinsam mithelfen um das Feuer abzuwehren. Also „Einer für alle – alle für Einen“.</p>
<p>Graf Eberhart im Barte (der Namensgeber des „berühmten Stammtisches in d’r Grub‘“) hat 1492 für seine Stadt Stuttgart eine erste Feuerordnung erlassen, die dann 1495 in die Landesordnung übernommen wurde. Im Jahre 1808 wurde für das Land Württemberg eine neue Feuer-Lösch-Ordnung erlassen, die für das ganze Königreich Gesetzeskraft bekam und jeden Ort verpflichtete, eine für seine Verhältnisse taugliche „Feuer-Lösch-Ordnung“ zu schaffen. Christian Hengst gründete im Jahr 1846 in Durlach ein „Pompier-Korps“, dies war also die erste richtige Feuerwehr in Deutschland.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="893" height="535" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber707-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12972"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>650 Jahr Feier Oberkochen – Die historische Feuerwehr (Archiv Merz)&nbsp;</p>
<p><strong>Die FFW Oberkochen</strong></p>
<p>wurde im Jahr 1929 von 40 Männern unter Kommandant Franz Grupp (Golda-Bauer) gegründet. Allerdings gab es schon vorher eine Pflichtfeuerwehr in unserer Gemeinde der tw. sogar bis zu 180 Männer angehörten. Bei den Übungen fehlte aber oft über 1/3 der Männer unentschuldigt. Die Disziplin war in dieser Wehr trotz großer Bemühungen der Kommandanten jedoch untragbar geworden.</p>
<p>Der damalige Bürgermeister Richard Frank und sein Gemeinderat beriefen, auf Anregung der Feuerwehrführung, eine außerordentliche FW-Hautversammlung ein, um den untragbaren Zustand zu ändern. Der „Golda-Bauer“<strong> Franz Grupp</strong> leitete dann diese erste FFW 16 Jahre lang, <strong>von 1929 bis 1945</strong>, in hervorragender Weise.</p>
<p>In seiner Amtszeit erhielt die FFW 1935 eine Motorspritze, 1936 eine neue mechanische Leiter und 1937 neue Uniformen. Im Jahr 1937 fand dann auch in Oberkochen ein Kreisfeuerwehrtag statt. Weitere Kommandanten waren von <strong>1945 bis 1947 Wilhelm Elmer</strong> (ein Onkel des Töpfers Kurt Elmer aus dem Kapellenweg). Von <strong>1947 bis 1952 leitete Anton Grupp</strong>, der Vater von Dieter und Horst Grupp aus dem Wiesenweg die Wehr. <strong>Hermann Spranz</strong> übernahm das Amt von <strong>1952 bis 1965</strong>. Er war ein unterhaltsamer und musikalischer Mensch, der verschiedene Instrumente spielen konnte und seine Männer nach den Übungen und bei Ausflügen zum Singen animierte. In guter Erinnerung sind mir heute noch die Kreisfeuerwehrtage des Kreises Heidenheim, bei denen unser Kommandant Spranz, nach dem Umzug im Festzelt, alle aktiven Sänger auf die Bühne rief und zur guten Unterhaltung zwei drei Lieder mit seinen Leuten zum Besten gab. In seine Kommandantenzeit fiel auch der Kauf unseres ersten Löschfahrzeuges, ein LF 8 Opel Blitz, das 1957 von der Firma Ziegler in Giengen beschafft wurde. Auch der Kreisfeuerwehrtag 1958 in Oberkochen wurde unter seiner Leitung abgehalten. Kommandant Spranz und sein damaliger FW-Ausschuss stellten an die Gemeindeverwaltung den Antrag zum Kauf einer Fahne. Als Anerkennung des selbstlosen Dienstes an der Gemeinschaft wurde der Feuerwehr 1963 eine Fahne geschenkt, die im Rahmen einer großen Feier, im Beisein der Bevölkerung geweiht wurde. Die Patenschaft übernahm die Werkfeuerwehr Carl Zeiss. Im Jahr<strong> 1965</strong> wurde der bisherige Stellvertreter <strong>Hans Kolb</strong> zum neuen Kommandanten gewählt. Er war ein gradliniger und strenger Mann, dem Ordnung und Disziplin sehr am Herzen lag. In seiner Amtszeit wurde 1970 das neue Gerätehaus an der Dreißentalstraße bezogen. Hier konnte dann auch das 1969 gekaufte Tanklöschfahrzeug TLF 16 untergebracht werden. Ich selbst durfte Hans Kolb in den letzten Monaten seiner Amtszeit als stellvertretender Kommandant begleiten. Mit <strong>Peter Englerth</strong>, dem Bruder des damaligen Kreisbrandmeisters Rolf Englerth, der <strong>1971</strong> Kommandant der Oberkochener Wehr wurde, hielt die Moderne in unserer Feuerwehr Einzug. Ich denke vor allem an die lautlose Alarmierung der Wehr mit Funkmeldeempfänger. Die Geräte hatten allerdings mehr Ähnlichkeit mit „unpraktischen“ Kofferradios, die man in der Freizeit nahezu nicht mit sich führen konnte. Kurze Zeit später wurden kleinere handliche Alarmempfänger von „Bosch“ bzw. „Motorola“ angeschafft. Jetzt hatten wurden die Sirenen als Feuer-Melde-Einrichtung ihre wichtige Aufgabe beendet und konnten abmontiert werden.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="638" height="616" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber707-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12973"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Trainingslauf in Montur(Archiv Merz)&nbsp;</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_79 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="809" height="556" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber707-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12974"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_85 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Übung unter erschwerten Bedingungen und einem „Verletzten“ (Archiv Merz)&nbsp;</p>
<p>Unter Peter Englerth wurde die Ausbildung der Wehr in Punkto Übungen und Lehrgänge verbessert und erweitert. Eine groß angelegte Katastrophen-Übung in der Stadtmitte im Jahr 1972 mit den beiden örtlichen und weiteren Wehren aus dem Altkreis Aalen entwickelte wirklich katastrophen-ähnliche Züge und wurde von allen Beteiligten hervorragend gemeistert. Auch der im gleichen Jahr stattfindende Kreisfeuerwehrtag wurde von Peter Englerth und seinen Männern unter Mithilfe der Carl-Zeiss-Feuerwehr und der Stadt Oberkochen ein voller Erfolg. Es war damals der erste Kreisfeuerwehrtag des neuen Ostalbkreises, der aus den Altkreisen Aalen und Schwäbisch Gmünd entstand. Im Frühjahr <strong>1974</strong> wurde ich, <strong>Josef „Sepp“ Merz</strong>, zum neuen Kommandanten gewählt. Mein Vorgänger Peter Englerth wurde in Bad Friedrichshall zum Stadtbaumeister bestellt und verließ Oberkochen mit seiner Familie. Ich selbst durfte 25 Jahre Kommandant unserer Wehr sein und konnte in dieser Zeit viel bewegen. So wurde noch 1974 ein drittes modernes Einsatzfahrzeug in Dienst gestellt – einen LF8-HTS. Die Leistungsübungen in Bronze, Silber und Gold für Baden-Württemberg wurden erheblich forciert.</p>
<p>Anfang der 1980er Jahre wurde durch Vermittlung von Werner Prokoph, dem damaligen Kommandanten der Zeiss-Werkfeuerwehr, die Leistungsprüfungen in Bronze, Silber und Gold des österreichischen Bundeslandes Kärnten in Völkermarkt durchgeführt. Diese gemeinsame Gruppe, bestehend aus Werk- und Stadtwehr, hat in diesen 3 Jahren das Oberkochner Feuerwehrwesen ganz hervorragend vertreten. Eine weitere Gruppe der städtischen Wehr war dann in den Jahren 1991 bis 1993 in Feldkirchen (Kärnten) und zeigte sich ebenfalls in ausgezeichneter Form und konnte mit den Kärtner Wehren durchaus vorne mithalten.</p>
<p>Im alten Forstamtsgebäude hatten die Feuerwehr und das Rote Kreuz nur kleine Räume zur Verfügung, die für den Unterricht und die Ausbildung einfach nicht geeignet waren. Daher stellten beide Organisationen den Antrag an die Stadtverwaltung, das alte Forstamtsgebäude in Eigenarbeit umbauen zu dürfen. Dem Antrag wurde zugestimmt und unter Leitung des Stadtbauamtes, das auch die Pläne für diese notwendige Baumaßnahme erstellte, wurde 1982 nach vielen Stunden freiwilliger Arbeit ein kleines Rettungszentrum für beide beteiligten Organisationen fertiggestellt. Ende 1982 konnten Feuerwehr und Rotes Kreuz das neue Heim einweihen und beziehen. Als Zugabe, vielleicht aber auch als Dank für das große Engagement, letztendlich aber doch als Ersatzbeschaffung für ein 25 Jahre altes technisch veraltetes und ausgemustertes Fahrzeug, stellte die Stadt der Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug LF8 zur Verfügung. Durch den vergrößerten Unterrichtsraum im 1. OG des Gerätehauses hatte man nun auch deutlich verbesserte Ausbildungsmöglichkeiten. Es war auch schon lange mein sehnlichster Wunsch, dass möglichst alle Feuerwehrmänner die Ausbildung zum Truppmann bzw. zum Truppführer auf Kreisebene absolvieren sollten. Ebenso wollte ich, dass man auch ganz spezielle Lehrgänge, die teilweise auf Kreisebene oder an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal angeboten werden, möglichst zahlreich besucht werden sollten. Die Schlagkraft der Feuerwehr wird dadurch erheblich verbessert.</p>
<p>Die Ausbildung der Atemschutz-Geräteträger setzt eine ärztliche Untersuchung voraus. Diese Lehrgänge und jene für die Maschinisten sowie die Funklehrgänge können auf Kreis- oder Landesebene besucht werden. Bestimmte Lehrgänge können nur auf Landesebene in Bruchsal absolviert werden: Im Bereich der Hilfeleistung, Ausbildung der Gruppen- und Zugführer, Kreisausbilder für Truppmann, Truppführer, Maschinisten sowie die Bereiche Funk und Atemschutz.</p>
<p>Nach dem Kreisfeuerwehrtag 1991 hatte ich mit Bürgermeister Harald Gentsch ein langes erfolgreiches Gespräch über die Gründung einer Jugendfeuerwehr. Er war damals „Feuer und Flamme“, wie man es treffender nicht beschreiben könnte. Er sicherte, auch seitens des Gemeinderates, volle Unterstützung zu. Zusammen mit meinem damaligen Stellvertreter Erwin Winter suchten wir dann innerhalb unserer Wehr geeignete Führungskräfte und fanden diese in Frank Oswald, Bernd Sobottka und Thorsten Lonsinger, um diese große Aufgabe zu stemmen. Aus diesem großen Reservoir unserer Jugendfeuerwehr rekrutieren sich seit nun über 25 Jahren ein großer Teil unserer Aktiven aus der FFW Oberkochen.</p>
<p><strong>Und wie geht’s weiter?</strong></p>
<p>Das alte Feuerwehrhaus ist inzwischen wieder in die Jahre gekommen und entspricht wohl nicht mehr den heutigen Anforderungen für ein leistungsfähiges Rettungszentrum. Gelegentlich war mal von einer Lösung im alten Wagenblast-Gebäude im Brunkel zu hören, aber die Angelegenheit scheint zu ruhen oder einfach durch die Komplexität entsprechen lange zu dauern.</p>
<p>Nachdem Sepp seine Ausführungen beendet hat, will ich nun noch einige Highlights in der Geschichte der FFW auflisten:</p>
<p><strong>Große Brände</strong></p>
<p>forderte die Wehr. Ich denke hier besonders an einige Brände im September des Jahres 1895. Schon eine bemerkenswerte Serie innerhalb weniger Tage:</p>
<p>Am 3. September <strong>1895</strong> brach ein Feuer aus, das mehrere Häuser, darunter das des Schultheißen, samt Hintergebäuden teils in Asche legte, teils schwer beschädigte. Am 21. September 1895 brannte der Zehntstadel vollständig aus. Am 23. September 1895 brannte eine Scheune des damaligen Ochsen-Wirtes Trick. Die Flammen sprangen auf den „Ochsen“ und auf das Anwesen der Witwe des Kirchen-Schmieds Maier über. Trotz massiver Unterstützung auswärtiger Wehren griff das Feuer auf die Brauerei des Ochsen-Wirtes und auf den gegenüberliegenden „Hirsch“ mit seinen Nebengebäuden. Unter Einsatz aller Kräfte gelang es ein Übergreifen auf die beiden Kirchen und das damalige kath. Schulhaus (heute Edith-Stein-Haus) zu verhindern. Details liefern die Berichte 239 und 242. Dabei starben die Feuerwehrleute Gold und Trittler, als die zur Katzenbachstraße stehende Außenwand einstürzte und die beiden Männer begrub.</p>
<p>Weitere große Einsätze gab es in den letzten Kriegstagen mit der Beschießung der Alliierten durch Tiefflieger und Artillerie. In meine Jugend fällt der Brand des Bauernhofes Xaver Weber in der Aalener Straße 24, der am 4. September 1962, kurz nach 18 Uhr, durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde. Die Herausforderung bestand damals die anliegenden Gebäude und besonders die naheliegende Tankstelle vor dem Übergreifen der Flammen zu schützen. Details gibt der Bericht 516 wieder.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="524" height="769" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber707-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12975"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1974 Die Albvereinshütte am Volkmarsberg brennt im Februar nieder <em>(Archiv Rathaus)</em></p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="502" height="702" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber707-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12976"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1970 Der Leitz-Bauernhof brennt am 16. November (Archiv Rathaus)&nbsp;</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="828" height="587" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber707-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12977"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>1974 Das Naturfreundehaus brennt im Oktober nieder (Archiv Rathaus)&nbsp;</p>
<p>Im Jahr<strong> 1970</strong> wurde der Leitz-Bauernhof durch mutwillige Brandstiftung zerstört. <strong>1974</strong> brannten das Naturfreundehaus über der Lenzhalde und die Hütte des Schwäbischen Albvereins auf dem Volkmarsberg nieder. Zu erwähnen sind noch die Feuer <strong>1982</strong> (Das Wohnhaus Max Wirth in der Aalener Straße) und <strong>1983</strong> (Autohaus Hillebrand im Kapellenweg).</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="828" height="558" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber707-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12978"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_89 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>1962 Feuer durch Blitzeinschlag in das Gebäude Xaver Weber in der Aalener Straße 24 (Archiv Rathaus)&nbsp;</p>
<p><strong>Großereignisse</strong></p>
<p>waren aber nicht nur Brandbekämpfungen sondern auch besondere Tage und Feste. Zu nennen wären die 50 und 75jährigen Jubiläen. Das 25jährige wurde wegen der Kriegszeiten 1944 nicht gefeiert – man hatte andere Sorgen. Daneben gab es die beliebten Kreisfeuerwehrtage der Jahre 1958, 1993 und 2004.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_84 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="887" height="556" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber707-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12979"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Übung in der Katzenbachstraße (Archiv Rathaus)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_85 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="835" height="433" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber707-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12980"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_91 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Jahresübung im Bereich zwischen Bahnhof und Bäuerle (Archiv Merz)&nbsp;</p>
<p>Die vielfältigen Aufgaben einer Feuerwehr sind heute Brandbekämpfung, Straßeneinsätze, Öl- und Chemiewehreinsätze, Bienen und Wespen muss gelegentlich beim Umzug geholfen werden, Personen- und Tierrettungen. Dazu diverse Einsätze wie Notstromversorgungen und Suchaktionen und das Ausrücken bei Fehlalarmen.</p>
<p><strong>Gemeinschaft</strong></p>
<p>ist das Zauberwort, das den „Laden“ früher zusammenhielt. Diese wurde und wird im städtischen Alltag auch gelebt. Sei es bei den Übungen, beim Feuerwehrfest auf der Heide, beim Nusszwick, mit dem Ferienprogramm, gelegentlichen Radtouren, beim Fasching, bei den div. Prüfungen zu den Leistungsabzeichen, bei Weihnachtsfeiern und Ausflügen. Ohne diesen „Kitt“ funktioniert die beste Truppe nicht. Die Männer und Frauen mit den Jugendlichen dürfen stolz auf ihre Einsätze sein, denn wir alle brauchen die Feuerwehren – besonders wenn’s ernst wird.</p>
<p><strong>Nachwuchs</strong></p>
<p>ist dringend und zwingend notwendig. Wir können uns nicht alle in eine weitestgehend individuelle digitale Scheinwelt zurückziehen und glauben, dass die Welt um uns herum weiter so funktionieren wird, wie wir es gewohnt sind. Früher wurde das Engagement bei der Feuerwehr durch eine Befreiung vom Wehrdienst belohnt. Das alles ist heute schwieriger geworden. Unsere Feuerwehren brauchen interessierte und engagierte Jugendliche, die bereit sind, sich für die Gemeinschaft zu engagieren und Arbeitgeber, die dieses Engagement unterstützen. Wir wollen ja nicht eines Tages wieder bei den Pflichtfeuerwehren landen und ob in diesem Bereich das beliebte „Outsourcing“ eine optimale Lösung sein kann – das sei einmal dahin gestellt.</p>
<p><strong>Abschließende Bemerkung</strong></p>
<p>Feuerwehren sind in unserem Leben, das immer komplexer und ständig mehr Gefahren ausgesetzt wird, unverzichtbar. Daher ist es notwendig, Menschen für diese vielfältige und interessante Aufgabe zu gewinnen. Desgleichen ist es unverzichtbar, dass Stadt und Arbeitgeber sich ihrer Verantwortung bewusst sind und die Frauen und Männer der Feuerwehr finanziell unterstützen, damit immer eine technische Aktualität gewährleistet ist, die eine optimale Arbeit gewährleistet.</p>
<p><strong>In diesem Sinne noch ein paar Sprüche zum Abschluss:</strong> „Wo andere rausrennen, rennen wir rein; ohne uns wird’s brenzlig und nicht zuletzt – Feuerwehr ist viel mehr als eine Organisation, die mit Wasser vernichtet, was die Flammen verschont haben ☺.</p>
<p>In diesem Sinne mit feurigen Grüßen Wilfried „Billie Wichai“ Müller vom Sonnenberg.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 708: 60 Jahre – Oberkochen‘s Umgehungsstraße</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-708-60-jahre-oberkochens-umgehungsstrasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Dec 2019 23:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Straßen, Plätze und Brücken]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=17254</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die neue Abfahrt Oberkochen Nord (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Vorspann.</strong></p>
<p>In alten Ausgaben der Schwäpo aus dem Jahr 1949 und 1952 habe ich Informationen zur damaligen Planung gefunden. <strong>1949:</strong> Der Gemeinderat hatte Einblick in einen Planentwurf des Straßen- und Wasserbauamts Ellwangen. Daraus geht hervor, dass die Reichsstraße 19 vom Bahnwärterhaus „Bayer“ (Nord) entlang der Bahnlinie bis zum Bahnwärterhaus „Haßler“ (Süd) zu verlegen ist. Die Gebietsverluste für die Bauern sind beträchtlich, jedoch hat der Verkehr so deutlich zugenommen, dass eine sichere Ortsdurchfahrt nicht mehr gewährleistet ist. Der Gemeinderat drängte auf eine rasche Umsetzung.<strong> 1952:</strong> Vom Präsidenten Kellermann des Technischen Landesamtes wurde in einer Sitzung in Aussicht gestellt, die Verlegung der B19 nunmehr 1953 zu beginnen und 1954 zu vollenden. Bund und Land hatten größtes Interesse an diesem Projekt. Die Geschäftswelt erwartete dagegen Umsatzeinbußen und die Landwirtschaft sah sogar die Ernährungslage gefährdet. Bürgermeister Bosch konnte diese Befürchtungen souverän entkräften. Und trotzdem sollten nochmals 7 Jahre ins Land ziehen. Deutschland und seine Planungsphasen und seine demokratisch-langwierigen Umsetzungsphasen waren und sind ein Problem bis heute.</p>
<p><strong>Intro.</strong></p>
<p>Wir schreiben das Jahr 1959. Am Dienstag, den 15. Dezember wurde unsere Umgehungsstraße, ein Teil der B19, offiziell eingeweiht. Solch eine feierliche Prozedur bestand aus einem Richtspruch, der Weihung und der Widmung. Für Oberkochen war es eine spürbare Entlastung des immer stärker werdenden Durchgangsverkehrs und wir profitieren bis heute davon – im Gegensatz unserer Nachbargemeinde Königsbronn, die wohl keine Chance hat, dem Verkehr zu entgehen, außer sie untertunneln den ganzen Ort. Dann stellt sich aber die Frage: „Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?“</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="790" height="563" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12982"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Bahnübergang Richtung Aalen im Sommer 1959 (Archiv Rathaus)</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="769" height="544" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12983"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Bahnübergang aus Richtung Königsbronn im Sommer 1959 (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Teil der B19.</strong></p>
<p>Die Bundesstraße 19 beginnt bei Eisenach in Thüringen und führt dann vorbei an der Wartburg, durchquert den Thüringer Wald, passiert die Werra bis nach Meiningen. Danach geht’s ins Frankenland. Wir sehen Bad Neustadt, die bayrische Rhön, Bad Kissingen, Schweinfurt und fahren weiter bis Würzburg. Später erreichen wir Baden-Württemberg. Es geht über Bad Mergentheim nach Schwäbisch Hall. Nun folgen wir dem Kocher bis nach Oberkochen und weiter über Heidenheim nach Giengen. Hier unterbricht die A7 kurz den Verlauf der Straße bis Langenau. Weiter geht’s nach Ulm und Neu-Ulm und wir haben Bayern erreicht. Die A7 hat im weiteren Verlauf auch hier zu einer Änderung geführt. Die B19 wurde herabgestuft als Staatsstraße 2031 und geht so nach Memmingen und Kempten. Ab jetzt gilt wieder die B19 und führt nach Sonthofen und Oberstdorf bis zur österreichischen Grenze. Die Gesamtlänge beträgt 524 km abzgl. 17 km A7 und 101 km Kreisstraße. Wer etwas für alte Städte, Kultur, Landschaft, gutes Essen und Trinken übrig hat, kann diese Strecke ruhig einmal abfahren. Da erlebt und sieht man mehr als auf der geschäftigen A7, auch wenn die noch zu den ruhigeren Autobahnen in Deutschland gehört.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="779" height="701" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12984"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Um 1900 – Verlauf der Reichsstraße 19 und der Bahnlinie mit beiden markierten Schrankenübergängen (Archiv Rathaus)</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="823" height="855" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12985"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>(Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Geschichtlicher Rückblick.</strong></p>
<p>Seit Menschengedenken führte sie am Kocher und weiter an der Brenz entlang. Zuerst bauten wohl die Römer die Straße, als sie ihr II. flawisches Reiterregiment von Heidenheim nach Aalen verlegten, dann ist Kaiser Barbarossa über sie geritten (hätte es den Stammtisch in der Grub‘ schon gegeben, hätte er wohl eine Rast gemacht) und auch die Thurn und Taxische Post wurde über sie befördert. Später wurde sie die sog. Staatsstraße und führte von Aalen über Unter- und Oberkochen und Königsbronn nach Heidenheim. 1851 wurde sie komplett erneuert und 1934 Teil der Reichsstraße 19, hatte aber immer noch keinen festen Belag. Diese Reichsstraße 19 verlief auch damals schon von Eisenach bis ins Kleine Walsertal. Der Zustand war aber nicht als besonders schlecht einzuordnen, denn die meisten Straßen auf dem Land sahen nach dem II. Weltkrieg noch so aus: Kurvenreich, mitten durch die Gemeinden, schmal, tw. sehr eng, keine Entwässerung und nach jedem Winter Frostbruch – im Grunde für die neue Zeit unbrauchbar.</p>
<p><strong>Boomtown Oberkochen.</strong></p>
<p>Der zweite große Krieg war vorbei und der Aufschwung brach massiv in unser kleines Kocherdorf ein. Die von Jena „rübergemachte“ Firma Carl Zeiss, sorgte für ein Wachstum, wie es in Baden-Württemberg damals einzigartig war. Mit ein Grund, warum wir 1968, trotz der fehlenden Einwohnerzahl, zur Stadt gekürt wurden. Dieser wirtschaftliche Aufschwung fand natürlich nicht nur in Oberkochen, sondern auch in vielen Gemeinden der Altkreise Aalen und Heidenheim statt.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="620" height="762" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12986"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_97 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Mächtig was los – am heutigen „Honig &amp; mehr“ vorbei (Archiv Rathaus)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_92 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="736" height="546" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12987"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_98 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>(Archiv Rathaus)</p>
<p>Aalener Straße: wir sehen die Häuser 23 „Geißinger/Hug/Kretschmer/Wagner/Auer/Blank“ (Archiv Rathaus)<br>25 „Schlipf/Hammer/Pavlat“, 27 „Bäuerle/Hackbarth/Henrichs“<br>und 29 Gretzki/Ludwig/Tonn/Trick“ sowie 28 „Winter (Scheerbauer)“</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_93 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="782" height="487" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12988"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_99 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Moderne industrielle PS gegen herkömmliche bäuerliche Kraft (Archiv Rathaus)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_94 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="753" height="499" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12989"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_100 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>‚s langt grad so vorbei (Archiv Rathaus)</p>
<p>Dazu lesen wir in der Schwäpo vom 16. April 1955:<em> „Wer heute auf der B19 von Aalen nach Ulm fährt, wird an die schlimmste Rollbahn des Krieges erinnert. Über ein wahres Hügelgelände hoppeln die PKWs und schleichen die Laster, wühlen sich durch schlammige Furchen, versinken in tiefen Schlaglöchern und mogeln sich an den Abgründen rechts und links der abgequetschten Seitenränder vorbei. Der Verkehr stockt und wickelt sich an manchen Stellen im Schneckentempo ab.“</em> Die Industrie war nicht mehr bereit, diese Zustände, die verlorene Arbeitszeit, den Materialverschleiß und überstrapazierte Mitarbeiter zu akzeptieren. Zwischen Aalen und Heidenheim fahren damals zwischen 800 und 900 LKWs – täglich! Transportiert werden dabei zwischen 5.000 T und 6.000 T Güter. Damaliges Argument: „Unsere heimische Wirtschaft steuert einen beträchtlichen Anteil zum deutschen Sozialprodukt bei und hat daher einen Anspruch auf die erforderlichen Verkehrswege – in Qualität und Quantität“. Daran dürfen die heutigen Politiker gelegentlich auch denken und entsprechend handeln.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_95 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="534" height="665" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12990"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_101 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Trecker kommt auf dieser Straße gut zurecht (Archiv Rathaus)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_96 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="579" height="854" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-11.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12991"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_102 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Käfer muss aufpassen, dass ihn nicht ein Schlagloch verschluckt (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Druck auf die Politik.</strong></p>
<p>Und so dauerte es nicht lange, bis die großen Unternehmen entlang der alten Reichsstraße 19 genug hatten. Es wurden Briefe geschrieben, bestehende politische Kontakte benützt, Unfallstatistiken angelegt und der Regierung vorgelegt. Heute ist das kaum vorstellbar. Es gibt eine Karte mit allen Unfällen innerhalb eines Jahres, die klar aufzeigte, dass der unbändige Fortschritt auf unzureichenden Straßen mit Blut und Leben bezahlt wurden. Auf der B19 zählen wir in einem Jahr 6 Tote und 127 Verletzte und allein zwischen Aalen und Oberkochen gab es 89 von insgesamt 191 Unfällen. Die Politik konnte sich nicht weiter drücken, nachdem die Straße schon seit den 30er Jahren umgestaltet werden sollte – aber außer den berühmten Autobahnen geschah wohl qualitativ nicht viel auf reichsdeutschen Straßen in den berühmten 1.000 Jahren zwischen 1933–1945. Der Schwäpo-Chef Dr. Konrad Theiss schloss seinen Artikel mit den Worten: <em>„Was wir brauchen, sind keine unverbindlichen Versprechungen und Zusicherungen, sondern die entsprechenden Millionen. Denn die Bundesstraße 19 ist nicht mehr mit tapezieren und flicken zu retten, wir brauchen eine n e u e Straße.“</em></p>
<p><strong>An allen Fronten wurde gefightet:</strong></p>
<p>Dr.-Ing. Heinz Küppenbender bearbeitete den Abgeordneten Rudolf Vogel und die IHK, der zuständige Minister Hans Christoph Seebohm wurde vom Präsidenten der IHK Heidenheim, Peter Hähnle, beackert. Ein höherer Zeiss-Mitarbeiter suchte sogar den Kontakt zu Oberst Bolt, dem US-Stadtkommandanten von Stuttgart, um zu klären, ob nicht die Pioniertruppen der US-Army diese Straße herrichten könnten. Am Samstag, 7. Mai 1955 um 15 Uhr, fand dann wohl die entscheidende Besprechung im „Rössle“ in Königsbronn in einem kleinen Kreis statt. Teilnehmer waren der baden-württembergische Wirtschaftsminister Dr. Hermann Veit, die Landräte und die Landtagsabgeordneten der Kreise Aalen und Heidenheim sowie aus der Industrie Direktor Hugo Rupf von Voith, Direktor Drechsel von Schwenk-Zement und Dr.-Ing. Heinz Küppenbender von Zeiss. Die Firma Carl Zeiss hatte sich bestens präpariert und präsentierte an diesem Tag eine Bildmappe über die 64 km lange Strecke zwischen Aalen und Ulm, um auch visuell auf den miserablen Zustand dieser Strecke aufmerksam zu machen. Die Mappe war so eindrücklich, dass sogar der Fachverband Zement um eine Kopie bat, damit bundesweit auf den allgemeinen Zustand der deutschen Straßen aufmerksam gemacht werden konnte. Ein schönes Beispiel früherer Lobby-Arbeit.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_97 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="422" height="722" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-12.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12992"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_103 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Das nennt sich Bundesstraße – die Römer hatten bessere Straßen</p>
<p><strong>Zusammengefasst steht in diesem Bericht:</strong></p>
<p>Nach der jährlichen Frostperiode steht die Industrie nahezu hilflos den Auswirkungen der Schäden nach dem Auftauen im Frühjahr gegenüber…..Eine Entlastung seitens der Bundesbahn ist nicht möglich, da die Strecke einspurig ist und die Bahn sowieso nicht in der Lage sei, den beruflichen Personenverkehr reibungslos durchzuführen…..Man verwies auf die Möglichkeit einer Katastrophe und meinte damit die völligen Versumpfung zwischen Königsbronn und Heidenheim…..Die Straße ist zu eng, die Bankette ungesichert und nicht zuletzt hätten die gepanzerten Fahrzeuge des NATO-Manövers 1954 im Raum Ulm, Aalen und Stuttgart die Straße vollends ruiniert…..</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_98 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="753" height="452" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-13.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12993"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_104 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ein neuralgischer Punkt – das Adler-Eck in Unterkochen (Archiv Rathaus)</p>
<p>Das ganze wurde mit tollen Bildern visuell unterlegt, welche die Schärfe der akuten Verkehrssituation deutlich machten. Besonderheiten dieses Berichtes waren die Beschreibung der Ortsdurchfahrt Unterkochen mit dem berüchtigten „Adler-Eck“ sowie der Ortsdurchfahrt Oberkochen. Hier wurde besonders auf den Konflikt zwischen dem PKW/LKW-Verkehr und dem morgendlichen und abendlichen Fußgängerstrom von und zum Bahnhof hingewiesen. Durch all diese Behinderungen kam es zeitweise zwischen Aalen und Heidenheim zu Fahrzeiten von bis zu 3 Stunden!!! Auch auf die besonders gefährliche Kurve beim Ortsausgang Königsbronn in Richtung Itzelberg wurde vehement hingewiesen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_99 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="811" height="442" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-14.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12994"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_105 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Bald ist es geschafft (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Das Projekt in Zahlen.</strong></p>
<p>Die Klasse 7 a des Jahres 1959 der hiesigen Dreißentalschule durfte als Ersatz eines ausgefallenen Sportunterrichts eine Baustellenbegehung mit dem Regierungs-Baumeister machen. Daraus entstand dann eine aktive Aufbereitung von Zahlen im Rahmen des Mathematikunterrichts. Endlich konnte man mal zeigen, wozu Mathe sinnvoll war:</p>
<p>150.000 m³ Erde wurden ausgehoben. Ein 5,5 T‑LKW hätte somit 46.363 Mal fahren müssen. Die 30 cm hohe Frostschutzschicht bestand aus 25.000 m³ Donaukies. Ein 17 T‑LKW hätte somit 2.500 Mal fahren müssen. Darüber liegt die Betonfahrbahn. Für die 3,3 km lange Strecke wurden 5.445 m³ Beton benötigt. Im Beton befanden sich 51,975 T Baustahlgewebe. Usw. usf. – die Schulklasse rechnete alles Mögliche aus und hatte vermutlich Spaß daran, mit den Zahlen der Baustelle zu arbeiten und durfte diese Ergebnisse im Amtsblatt seinerzeit veröffentlichen.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="812" height="517" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-15.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12995"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_106 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Von links: Altgemeinderat und Feuerwehrkommandant Hans Kolb, Gemeinderat Josef Marschalek MdB Dr. Rudolf Vogel, NN (entweder ein Begleiter von Dr. Vogel oder ein Herr vom Regierungspräsidium, Gemeinderätin Rosemarie Beythien, Bürgermeister Gustav Bosch, Gemeinderäte Dr. Hans Schmid und Julius Metzger. (Archiv Rathaus)</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_101 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="766" height="512" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-16.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12996"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_107 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ein herrliches Bild – alte Autos und alte Männer und junge Schüler geben den Ton an (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Einweihung und Widmung.</strong></p>
<p>Es ist Dienstag, der 15. Dezember 1959 und ab 16:30 Uhr ist Oberkochen vom Durchgangsverkehr befreit. Das Wetter war der Jahreszeit angemessen – ungemütlich kalt bei 2°. Bei solchen Gelegenheiten war immer der Richtspruch der Bauleute fällig. Die Pfarrer beider Konfessionen, Konrad Forster und Hans-Heinrich Gottfroh, sprachen ihren Segen und der Kinderchor durfte natürlich nicht fehlen – auch wenn’s kalt, nass und windig war (das würden heute die Eltern wohl nicht mehr zulassen). Es wurde symbolisch „von Straßen gesprochen, die zu endlichen Zielen führten und wir zu ewigen Zielen unterwegs seien“, dass wir immer und überall „dem Herrn die Wege bereiten müssen“ und dass über diese Straßen „nur Fahrzeuge des Friedens fahren mögen“.</p>
<p>Wichtige Leute überbrachten Grüße von noch wichtigeren Leuten und anschließend durchschnitt die Politik, in Person des Regierungspräsidenten Dr. Wilhelm Schöneck, das obligatorische Band. Die VIPs beschritten die neuen Straße, verzogen sich danach zu einem Vesper in das Zeiss-Jugendwohnheim in der Jenaer Straße (heute DRK-Pflegeheim) und die Autos übernahmen das Regiment auf der neuen schönen Umgehungsstraße. Bei dieser Gelegenheit ging Landrat Dr. Anton Huber auf das allgemeine ungelöste Straßenproblem im Landkreis Aalen ein. 1945 waren von den 300 km Landstraßen II. Ordnung, die der Landkreis unterhalten musste, 92 Prozent ungeteert; bis 1959 waren zwar schon 120 km geteert, aber bei weitem noch nicht genug.</p>
<p>Bürgermeister Gustav Bosch wies darauf hin, dass nicht in einem Fall mit der Enteignungskeule gedroht werden musste, sondern dass die Grundstückseigentümer verständnisvoll auf rund 20 ha verzichtet hätten. Leider forderte der Straßenbau auch seinen Blutzoll und der Bürgermeister gedachte der beiden tödlich verunglückten Arbeiter.</p>
<p>Dr. Rudolf Vogel, stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Bundestag (Vorgänger von Dr. Manfred Abelein), kündigte bei dieser Gelegenheit eine Verdoppelung der Straßenbaumittel an. Dabei vertrat er seine Auffassung, dass bei der künftigen Treibstoffbesteuerung zwei Pfennige aufgeschlagen werden sollen, nachdem die Ölgesellschaften eine Preissenkung von fünf bis sieben Pfennig angekündigt hätten. Mit diesem einen Pfennig Mehrzuschlag, der den Verbraucher nach dieser Preissenkung ja nicht mehr belaste, entstünde ein Mehraufkommen von 900 Millionen DM, das zum Bau von Umgehungsstraßen verwendet werden sollte. (Mathematisch kann ich diese Rechnung heute allerdings nicht nachvollziehen. Irgendwie hat man früher anders rechnen gelernt). So müssen Politiker sein. Für das Erreichte dankbar und das nächste unaufschiebbare Vorhaben sofort einzufordern, um den ihnen anvertrauten Bereich weiterzuentwickeln.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_102 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="905" height="442" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber708-17.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12997"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_108 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Oberkochen im Winter 1959 im alten Kleid mit neuer B19 (Archiv Rathaus)</p>
<p><strong>Mit den besten Wünschen für ein frohes Weihnachtsfest und einem gesunden neuen Jahr 2020.</strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong> Wilfried „Billie Wichai“ vom Sonnenberg.</strong></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bericht 709: Eine Fundgrube – Alte Adressbücher Teil 1 Ausgabe 1937</title>
		<link>https://oberkochen-heimatverein.de/bericht-709-eine-fundgrube-alte-adressbuecher-teil-1-ausgabe-1937/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[smarterPresence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2020 23:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berichte & Schriften]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte 700-799]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://heimatverein-oberkochen.com/?p=17269</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_9 beitrag-inner-container et_section_regular">
				
				
				
				
				
				
				<div class="et_pb_row et_pb_row_9 beitrag-row">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_9  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child" id="inhaltsverzeichnis-spalte">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_109 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die alten Adressbücher waren der Schatz meiner verstorbenen Mutter. Selten, dass sie nicht nach einem Telefonat, einem Jahrgangstreffen oder sonst einem Gespräch, dass unter dem Thema „Woisch no…“ abgelaufen ist, nicht eines der Bücher in die Hand nahm, um offene Fragen zu klären. Sie sprach natürlich kein Schwäbisch und hatte ihr Leben lang Probleme mit „Beugen“ und „Beigen“. Zu klären waren immer immens wichtige Fragen: „Wo hat der g’wohnt? Mit wem war der verheirigt? Was war der von Beruf? Wo haben die früher gewohnt? u.v.a.m. in diese Richtung.“</p>
<p>Diese Bücher habe ich natürlich übernommen und nicht weggeworfen, auch wenn manche etwas zerfleddert aussehen. Die Ausgaben der Oberkochner Adressbücher waren nicht immer handwerklich gut gemacht – das war wohl dem Spargedanken des jeweiligen Gemeinderats geschuldet. Die erste gebundene Ausgabe von 1959 ist immer noch in Machart und Haltbarkeit das Beste. Jedoch hat Mutti nicht alle Ausgaben gehabt, sondern erst die ab 1959. Die beiden anderen, die diesem Bericht zugrunde liegen, verdanke ich dem Eugen Fischer aus Aalen.</p>
<p>Auch mir helfen diese Ausgaben mitunter recht viel, wenn ich für die Berichte wieder in den Tiefen der Oberkochner Geschichte recherchieren muss. Datenschutz hin oder her – es ist einfach schade, dass diese Reihe mit der Ausgabe von 2002 beendet wurde.</p>
<p>In meinem Fundus befinden sich folgende Ausgaben, in denen sich die interessanten Dinge finden lassen:</p>
<ul>
<li>Übersicht aus dem Jahr 1937 (über Ancestry von Eugen Fischer)</li>
<li>Übersicht aus dem Jahr 1949–50 (über Ancestry von Eugen Fischer)</li>
<li>Einwohnerbuch der Gemeinde Oberkochen 1959 (Archiv Müller)</li>
<li>Einwohnerbuch der Gemeinde Oberkochen 1965 (Archiv Müller)</li>
<li>Adressbuch 1975 7082 Oberkochen (Archiv Müller)</li>
<li>Oberkochen Adressen und Informationen 1983 (Archiv Müller)</li>
<li>Adressbuch Stadt Oberkochen 1990 (Archiv Müller)</li>
<li>Oberkochen Adressbuch 2002 (Archiv Müller)</li>
</ul>
<p>Wenn jemand zuhause noch ältere Ausgaben hat, ist er oder sie herzlich aufgerufen, mich einzuladen ☺. Anmerkung: Was wie ein Rechtschreibfehler aussieht, ist die Schreibweise der damaligen Zeit.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_103 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="775" height="540" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-01.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12998"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Georg Nagel’s „Hirsch“ mit „Konsum“, „Josef Krok“ und der „Aalener Volksbank“ (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Übersicht aus dem Jahr 1937:</strong></p>
<p>Natürlich noch in Altdeutsch gedruckt bietet sie, trotz der Überschaubarkeit des kleinen Bauerndorfes mit örtlicher Industrie eine Fülle von Informationen. Sie beginnt mit den Werbeanzeigen der Handels- und Gewerbebetriebe. Da finden sich folgende Einträge:</p>
<ul>
<li>Gebrüder Leitz, Grösste Spezialfabrik für Maschinenwerkzeuge</li>
<li>Eisenhandel Günther &amp; Schramm</li>
<li>Jakob Schmid, Bohrer- und Werkzeugfabrik und Eisenwarenhandlung</li>
<li>Gasthaus und Metzgerei zum „Lamm“, prima Biere – reelle Weine – gut bürgerliche Küche</li>
<li>W. A. Stierlin Buchdruckerei Aalen</li>
<li>Kaffee „Gold“, vorzügliche Weine und Biere am Fuße des Volkmarsberges</li>
<li>Gasthaus zum „Hirsch“, aeltestes und neurenoviertes Haus am Platze, großer und kleiner Saal</li>
</ul></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="799" height="544" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-02.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-12999"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_111 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>1948 Blick über Oberkochen (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Die Gemeinde stellt sich mit Bild vom Turm wie folgt dar:</strong></p>
<p><em>„Oberkochen 496 Meter ü.d.M. an der Bahnlinie Aalen-Ulm, 9 km von Aalen entfernt, in mit schönen Buchen- und Tannenwäldern bedeckten Bergen, eingebettet, am Ursprung des schwarzen Kochers liegend, bietet als besonders herrliches Ausflugsziel den Volkmarsberg mit seinem 26 Meter hohen Aussichtsturm, der Volkmarsberg ist zum größten Teil Naturschutzgebiet und gilt als eines der schönsten Naturschutzgebiete Württembergs. Für den Wintersport bietet das Gebiet des 743 Meter hohen Volkmarsberges mit seinen Abfahrten, sowie als Ausgangs- und Zielpunkt herrlicher Skiwanderungen gute Sportmöglichkeiten (Große Sprungschanze). Oberkochens Skiläufer gehören zu den besten in unserem Vaterland. Neben den bekannten Bohrer‑, Werkzeug- und Maschinenfabriken sowie dem Kaltwalzwerk sind als Kleingewerbe die Oberkochner Hafnereibetriebe noch bedeutend. Einwohnerzahl 1.850. Markungsfläche 2.357 Hektar“.</em></p>
<p><strong>Es folgt eine Auflistung von NSDAP bis Vereine.</strong></p>
<p>Die Aufzählung ist alphabetisch von „A“ bis „Z“, aber die Partei steht noch vor dem „A“, also über Allem.</p>
<ul>
<li><strong>NSDAP:</strong> <span style="text-decoration: underline;">Hitlerjugend Gefolgschaft</span> 11/123 Führer Otto Muckenhaupt; <span style="text-decoration: underline;">Fähnlein 22/123</span> Führer Walter Bäuerle; <span style="text-decoration: underline;">Die Deutsche Arbeitsfront</span> Ortsverwaltung Franz Ganter; <span style="text-decoration: underline;">Ortsbauernführer</span> Franz Grupp</li>
<li><strong>Bürgermeister:</strong> Otto Heidenreich</li>
<li><strong>Gemeindepfleger:</strong> Willibald Ebert</li>
<li><strong>Beigeordnete:</strong> Franz Grupp, Landwirt und Ludwig Spiegler Mechaniker</li>
<li><strong>Gemeinderäte:</strong> Emil Kopp, Kaufmann; Emil Schramm, Kaufmann; Eugen Betzler, Heizer; Kaspar Scheerer, Müller; Anton Hug, Werkzeugdreher; Paul Wingert, Glasermeister</li>
<li><strong>Deutsche Volksschule:</strong> Schulleiter Oberlehrer Mager; Oberlehrer Umbrecht; Hauptlehrer Braun; Hauptlehrer Klotzbücher; Lehrer Schiele</li>
<li><strong>Pfarrämter:</strong> katholisch Matth. Jans; evangelisch Theodor Dornfeld</li>
<li><strong>Postagentur:</strong> Agentin Johanna Siegel</li>
<li><strong>Bahnstation:</strong> Oberbahnhofvorsteher Josef Haag</li>
<li><strong>Notar:</strong> Grundbuchamt Oberkochen Bezirksnotar Harr Aalen</li>
<li><strong>Forstamt:</strong> Oberförster Jos. Wiech</li>
<li><strong>Gendarm:</strong> Gendarmeriemeister Karl Greiner</li>
<li><strong>Unfallmeldestelle:</strong> Amtsbote Georg Maier</li>
<li><strong>Sanitätsabteilung:</strong> Führer Paul Uhl</li>
<li><strong>Feuerwehr:</strong> Kommandant Oberbrandmeister Franz Grupp</li>
<li><strong>Genossenschaften:</strong> Spar- und Darlehenskasse GmbH; Milchverwertungsgenossenschaft; Realgenossenschaft</li>
<li><strong>Vereine:</strong> <span style="text-decoration: underline;">Kriegerkameradschaft</span> (Kyffhäuserbund) Kameradschaftsführer Josef Fischer, Landwirt; <span style="text-decoration: underline;">Handharmonikaclub</span> Vereinsführer Josef Wingert, Werkzeugmacher;<span style="text-decoration: underline;"> Musikverein</span> Vereinsführer Erich Günther, Kaufmann; <span style="text-decoration: underline;">Sängerbund</span> Vereinsführer Hch. Grupp, Landwirt, Übungslokal „Hirsch“; <span style="text-decoration: underline;">Turnverein</span> Vereinsführer Anton Fischer, Ingenieur; <span style="text-decoration: underline;">Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins</span> Vertrauensmann Alfons Mager; <span style="text-decoration: underline;">Schneelaufabteilung des Schwäbischen Albvereins</span> Vereinsführer Fritz Leitz</li>
</ul>
<p><strong>Dann kommen wir zu Gewerbe und Handel:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Bäckereien:</strong> Willibald Geißinger, Georg Wannenwetsch, Karl Widmann</li>
<li><strong>Bau- und Möbelschreinerei:</strong> Karl Fischer, Clemens Grupp, August Hug</li>
<li><strong>Bauunternehmen:</strong> Aloisia Trittler (Witwe), Franz Wingert</li>
<li><strong>Bohrermacher:</strong> Johannes Schoch, Karl Wannenwetsch</li>
<li><strong>Bohrer- und Werkzeugfabriken:</strong> J. Adolf Bäuerle, Gebrüder Leitz, August Oppold, Jakob Schmid</li>
<li><strong>Bohrer- und Werkzeughandel:</strong> Emil Leitz</li>
<li><strong>Blankmaterialhandel:</strong> Günther &amp; Schramm</li>
<li><strong>Buchbinderei:</strong> Paul Unfried</li>
<li><strong>Eisenwarenhandlung:</strong> Jakob Schmid</li>
<li><strong>Fahrradhandel:</strong> Paul Balle, Josef Elmer</li>
<li><strong>Flaschnerei:</strong> Walter Borst</li>
<li><strong>Friseure:</strong> Johannes Elmer, Erwin Wanner</li>
<li><strong>Gärtnereien:</strong> Josef Brandstetter, Johannes Gold, Franz Holz, Anton Mahler<br>Gast‑, Schank- und Speisewirtschaften: Hans Betzler „Grüner Baum“, Josef Elmer zur „Krone“, Adolf Fischer zum „Pflug“, Paul Gold zum “Hirsch“, Jakob Kirchdörfer zum „Ochsen“, Anton Maier (Witwe) zum „Rössle“, Karl Reber zum “Lamm“, Franz Weber zur „Grube“, Eugen Winter zur „Restauration“ (d‘ Schell)</li>
<li><strong>Gipsergeschäft:</strong> Ferdinand Burkhardtsmaier</li>
<li><strong>Glaserei:</strong> Paul Wingert</li>
<li><strong>Hafnereien:</strong> Johannes Elmer, Karl Fischer, Franz Gold, Josef Wingert</li>
<li><strong>Heimarbeit:</strong> Spießhofer &amp; Braun Filiale Oberkochen</li>
<li><strong>Holzdreherei:</strong> Josef Wingert, auch Draier genannt</li>
<li><strong>Huf- und Wagenschmiede:</strong> Karl Maier, Paul Oppold</li>
<li><strong>Kaffeebetrieb:</strong> Agnes Gold</li>
<li><strong>Kaltwalzbetrieb:</strong> Kaltwalzwerk</li>
<li><strong>Kleider- und Rauchwarenhandel:</strong> Georg Wick</li>
<li><strong>Küfereibetriebe:</strong> Anton Wunderle</li>
<li><strong>Maschinenfabriken für die Holzbearbeitung:</strong> J. A. Bäuerle, Wilhelm Grupp</li>
<li><strong>Mechanische Werkstätte:</strong> Josef Elmer, Ludwig Spiegler</li>
<li><strong>Metallgießer:</strong> Karl Schnell</li>
<li><strong>Metzgereien:</strong> Hans Betzler im „Grünen Baum“, Karl Reber im „Lamm“</li>
<li><strong>Müllerei und Mehlhandel:</strong> Gebr. Elser Kreuzmühle, Kaspar Scheerer Untere Mühle</li>
<li><strong>Sattler und Tapezierer:</strong> Christian Bauer, Bruno Grupp</li>
<li><strong>Schlosserei:</strong> Josef Elmer</li>
<li><strong>Schneidereien:</strong> Franz Fischer, Josef Fischer, Josef Wecker</li>
<li><strong>Schuhmacherwerkstätten:</strong> Melchior Funk, Karl Holz, Paul Trittler</li>
<li><strong>Spezereihandlungen:</strong> Einka-Grießer Filiale, Sebastian Fischer, Willibald Geißinger, Karl Hägele, Michael Hug, Emil Kopp, Verbrauchergenossenschaft Aalen Filiale. Den Begriff müssen wir kurz klären: Eine Spezerei ist ein alter Ausdruck für Lebensmittelgeschäfte, wurde aber auch für Apotheken und Delikatessgeschäfte verwendet.</li>
<li><strong>Textilwarenhandel:</strong> Karl Wanner, auch Socken-Karl genannt</li>
<li><strong>Wagnereien:</strong> Anton Bezler, Franz Bezler, Josef Holz</li>
<li><strong>Zimmereigeschäfte:</strong> Franz Brunnhuber, Willibald Mannes</li>
</ul></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_105 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="786" height="562" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-03.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13000"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_112 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Gasthaus und Metzgerei „Lamm“ mit Elektroladen „Fritscher“ (Archiv Müller)</em></p>
<p class="f16"><b>Bei dieser Gelegenheit können wir klären, welche Berufe inzwischen auf der Strecke geblieben sind oder sich der Begriff geändert hat und welche Vornamen heute nicht mehr gebräuchlich sind.</b></p>
<ul>
<li><b>Ausdinger</b>&nbsp;– ehemaliger Bauer auf dem Altenteil</li>
<li><b>Ausläder</b>&nbsp;– das war Schwerstarbeit im Kaltwalzwerk, als es noch keine Hebezeuge gab</li>
<li><b>Eisenhobler</b>&nbsp;– früherer Facharbeiter, heute sagen wir Fräser</li>
<li><b>Erbhofbauer</b>&nbsp;– der Erbe, der den Hof seines Vaters geerbt hat</li>
<li><b>Flurschütz</b>&nbsp;– ein Gemeindeangestellter zum Schutz der Felder und Flure, auch Feldschütz genannt</li>
<li><b>Gemeindepfleger</b>&nbsp;– der heutige Kämmerer, der für die Finanzen einer Gemeinde zuständig ist</li>
<li><b>Haustochter</b>&nbsp;– lebte in einer fremden Familie um Haushaltsführung zu erlernen</li>
<li><b>Kontoristin</b>&nbsp;– kfm. Angestellte für einfache Verwaltungstätigkeiten</li>
<li><b>Küfer</b>&nbsp;– ein Handwerker, der Behältnisse wie Fässer, Kübel usw., meist aus Holz, herstellte</li>
<li><b>Ladnerin</b>&nbsp;– Hilfskraft im Bereich von Gewerbebetrieben, die Lebensmittel erzeugen und verkaufen</li>
<li><b>Oberweichenwärter</b>&nbsp;– er bediente Weichen und Signale und als Ober….. hatte man wohl mehr Verantwortung oder andere Weichenwärter unter sich</li>
<li><b>Puppenspieler</b>&nbsp;– selbstredend</li>
<li><b>Rottenführer</b>&nbsp;– gab es früher bei der Bahn und im Wald</li>
<li><b>Schrankenwärter</b>&nbsp;– selbstredend</li>
<li><b>Streckenwärter</b>&nbsp;– er musste eine ihm zugeordnete Bahnstrecke abgehen und kontrollieren</li>
<li><b>Taglöhner</b>&nbsp;– jemand, der kein festes Arbeitsverhältnis hat, sondern sich immer wieder anbot</li>
<li><b>Wegknecht</b> – der Straßenwärter war für eine bestimmte Straße zuständig, damit sich diese in einem ordentlichen Zustand befand und abschließend finden wir noch ein&nbsp;<b>„lediges Fräulein“</b>&nbsp;– sehr speziell, aber das war wohl früher wichtig, um den Status anzuzeigen. Und wer das angab, wollte sicher auch keine Änderung desselben.</li>
</ul></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_106 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="766" height="498" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-04.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13001"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_113 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>1926 nördliches Bahnwärterhaus Vogel (Archiv Müller)</em></p>
<p><b>Nachnamen.</b>&nbsp;Der Nachnamensteil, der von Alfons Abele (Schmied und Chauffeur) aus der Essinger Straße 332 bis August Zutavern (Werkzeugmacher) aus der Langestraße 22 reicht, beinhaltet 258 Familiennamen bei 1.850 Einwohnern. In Reihenfolge der Häufigkeit waren das seinerzeit&nbsp;<b>Platz 1:</b>&nbsp;62 x Gold,&nbsp;<b>Platz 2:</b>&nbsp;46 x Fischer,&nbsp;<b>Platz 3:</b>&nbsp;28 x Grupp,&nbsp;<b>Platz 4:</b>&nbsp;19 x Wingert und&nbsp;<b>Platz 5:</b>&nbsp;Je 17 x Bezler (es gibt noch 9 x Betzler) und Schaupp.</p>
<p class="f16"><b>Vornamen.</b>&nbsp;Es finden sich auch viele Vornamen, die heute nicht mehr gebräuchlich sind.&nbsp;<b>Männlich:</b>&nbsp;Aloisius, Anselm, Benedikt, Gottlob, Ignaz, Melchior, Severin, Vinzenz und Xaver.&nbsp;<b>Weiblich:</b>&nbsp;Albertina, Babette, Emilie, Helene, Kreszentia, Kunigunde, Lina, Lucia, Louise, Lotte, Ludwina, Mathilde, Pauline, Pia, Thekla, Theresia, Viktoria und Zita.</p>
<p class="f16"><b>Eine besondere Adresse war die Kirchstraße 150 (dem heutigen Edith-Stein-Haus).</b>&nbsp;Hier wohnten „Die Barmherzigen Schwestern“ und die hießen: Regiswiudis Ilg, Ostiana Lörch und Guntfrida Schmalz sowie die Kinderschulschwester Lina Kaufmann.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_107 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="832" height="529" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-05.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13002"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_114 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Die alte Bergstraße – heute Volkmarsbergstraße (Archiv Müller)</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_108 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="713" height="540" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-06.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13003"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_115 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Die alte Kreuzmühle (Archiv Müller)</em></p>
<p class="f16"><b>Straßen.</b>&nbsp;Die Anzahl der Straßen war überschaubar und viele haben heute einen anderen Namen. Um das Ganze erlebbarer zu gestalten, ordne ich den Straßen auszugsweise ein paar Namen zu. Was sofort auffällt ist die willkürliche Vergabe der Hausnummern. Das wurde erst nach dem Krieg neu strukturiert. So wie wir es heute kennen, ungerade Hausnummern li und gerade Hausnummer rechts der Straßenführung:</p>
<ul>
<li><b>Bahnhof</b>&nbsp;»&gt; hier wohnten z.B. die Breitwegs: der Eisendreher Josef, der Maler Xaver und der Weichenwärter Xaver</li>
<li><b>Bahnhofstraße</b>&nbsp;»&gt; Der Eisendreher Karl Hägele wohnte in Haus Nr. 159 und der Werkzeughändler Emil Leitz im Haus Nr. 260 sowie der Landwirt Anton Schellmann im Haus Nr. 221</li>
<li><b>Bergstraße</b>&nbsp;(Volkmarsbergstraße und das ganze Dreißental mit Sperberstraße mit unterem Turmweg) »&gt; Hier lebte Georg Hofmann, Werkzeugmacher und Meister bei (vermutlich Fritz) Leitz. Sein Spruch lautete damals: „So lang das Deutsche Reich besteht, die Schraube wird nach rechts gedreht.“ Im Haus Nr. 312 wohnte die Missionsschwester Maria Speth.</li>
<li><b>Brunnquelle</b>&nbsp;(Mühlstraße) »&gt; Seinerzeit lebte dort im Haus Nr. 137 der Eisenhobler Vinzenz Dürr und der Schneidergehilfe Fritz Hammer in der Nr. 134</li>
<li><b>Bühl</b>&nbsp;(Bühlstraße). »&gt; Der Ausläder Karl Hug und die Magazinerin Katharina Hug wohnten im Haus Nr. 301</li>
<li><b>Dreißental</b>&nbsp;»&gt; es gab nur einen Eintrag: Viktoria Grupp</li>
<li><b>Engelstein</b>&nbsp;(Schwörz) »&gt; Maschinenschlosser Anton Barth und Rottenführer Franz Barth wohnten im Haus Nr. 233 sowie die Hafnermeister Hans und Joh. Paul Elmer in Haus Nr. 231</li>
<li><b>Essinger Straße</b>&nbsp;(die Verlängerung der Katzenbachstraße) »&gt; Schmied Alfons Abele auf Haus Nr. 332 und der Hilfsarbeiter Willy Hahn in Haus 229</li>
<li><b>Filialstraße</b>&nbsp;(Wacholdersteige und Leitzstraße) »&gt; Der Eisendreher Christian Jooß wohnte im Haus Nr. 190 sowie die Haushälterin Albertine Nagel im Haus Nr. 191</li>
<li><b>Forststraße</b>&nbsp;(vermutlich Weg zum Forstamt bis zum Hermann Illg hinauf – heute Haus Zöllner) »&gt; Heizer Otto Haßinger wohnte in der 211, Dreher Paul Fischer im Haus 226 und der Betriebsleiter Hermann Illg im Haus Nr. 263</li>
<li><b>Friedhofstraße</b>&nbsp;(Mühlstraße) »&gt; Der Waldarbeiter Albert Holz wohnte in der 126 und der Küfer Anton Wunderle in der 213 sowie Willibald Mannes sen. im Haus Nr. 251</li>
<li><b>Feigengässle</b>&nbsp;oder auch ‑gasse (Feigengasse) »&gt; Der Landwirt Aloisius Balle wohnte in Haus Nr. 52, der Rentner Friedrich Fleury im Haus 50A sowie der Eisendreher Otto Fritz und der Mechaniker Josef Fritz in der 51</li>
<li><b>Hauptstraße</b>&nbsp;(ein undurchsichtiger sehr besonderer Teil der Heidenheimer Straße) »&gt; Wir finden hier u.a. den Schrankenwärter Karl Bayer auf Posten 8, den Bäcker Paul Widmann mit Haus Nr. 40, den Fabrikanten Otto Bäuerle im Haus Nr. 41 sowie den Gipsermeister Ferdinand Burkhardsmaier in Haus Nr. 175A und den Wirt und Schlosser Josef Elmer in der Nr. 113. Der Oberlehrer Ignaz Umbracht wohnte im Haus 179</li>
<li><b>Hinter den Krautäckern</b>&nbsp;(Försterstraße) »&gt; Hier wohnte Margarethe Braun, die Witwe des ermordeten Försters im Haus Nr. 279</li>
<li><b>In der Schwörz</b>&nbsp;(heute Villa des Therapeuten Böttcher) wohnte der Werkmeister Willy Koenn</li>
<li><b>Jägerstraße</b>&nbsp;(Jägergässle) »&gt; Im Haus Nr. 31 wohnte der Oberförster Josef Wiech und in Haus Nr. 209 der Kaufmann Ottmar Brucklacher sowie der Werkstattschreiber Adolf Fischer in der 244. Unvergessen der Kirminalkommisar a.D. Josef Paul Fischer, auch P.X. genannt, im Haus 33A. Ihn kenne ich aus meiner Jugend. Er stand überall, wo ein Geldautomat stand, fütterte diesen mit Münzgeld, zog an seiner Zigarre und versuchte mit kriminaler Schläue dem Automaten den Jackpot (der damals noch nicht so hieß) zu entreißen – vermutlich war er als Kommissar erfolgreicher.</li>
<li><b>Katzenbach</b>&nbsp;(Schreinergässle) »&gt; Im Haus Nr. 61B (heute das kleine Haus zwischen Haus Suse Zweig und Schreinerei) wohnten der Photograph und Puppenspieler Hans Lang mit seiner Familie.</li>
<li><b>Keltenstraße</b>&nbsp;»&gt; Die Sortiererin Monika Minder im Haus Nr. 249 und die Flaschners-Witwe Barbara Neuhäuser im Haus Nr. 239 sowie der Kassier Paul Uhl im Haus Nr. 259</li>
<li><b>Kiesstraße</b>&nbsp;(Hasengässle) »&gt; In der Nr. 1 finden wir die Renners – den Werkzeugmacher Ernst, den Schlosser Karl und die Haustochter Anna, im Haus 4 wohnte der Dreher Eugen Merz, in Haus 2 der Schneidermeister Josef Wecker. Im Haus 230 wohnte der Kaufmann Eugen Honold, der einst eine große Nummer bei Leitz war, dessen Abstieg aber später mit der Karriere von Karl Kümmerle einherging. Honold engagierte sich auch sehr für den Fechtsport in Oberkochen.</li>
<li><b>Kirchstraße</b>&nbsp;(Aalener Straße) »&gt; In der Kirchstraße 94 war das Baugeschäft Franz Wingert und in der Kirchstraße 100 der Landwirt Alois Schlipf zuhause. Karl Holz mit seinem Schuhgeschäft finden wir in Haus Nr. 116 sowie den Landjäger i.R. Anton Oed im Haus 138</li>
<li><b>Königsbronner Straße</b>&nbsp;war die Verlängerung der Langestraße (Heidenheimer Straße) »&gt; In der Haus Nr. 265 wohnte der Kaufmann Heinrich Grupp und die Haushälterin Emma Beiswenger</li>
<li><b>Kreuzmühle</b>&nbsp;»&gt; es wohnten hier im Haus 195 der Müller und Landwirt Karl Elser, der Müller Eugen Elser und der Pferdeknecht Wilhelm Kaltenbach</li>
<li><b>Langestraße</b>&nbsp;(Heidenheimer Straße) »&gt; In der Haus Nr. 170 wohnte der Bürgermeister i.R. Richard Frank, der Hobler und Musiker Hermann Spranz in der 19A, der Landwirt und Lohnmetzger Paul Betzler im Haus 36, sowie die Schuhmachermeister Josef und Paul Trittler im Haus 162. Die Familie Scherr lebte im Haus 174 – die Landwirtswitwe Josefine, den Landwirt Karl und die Haustochter Maria. Abschließend möchte ich noch den Landwirt Christian Kirchdörfer im Haus 87 erwähnen.</li>
<li><b>Schüttergasse</b>&nbsp;(späteres Krambohl (?) und somit Mühlstraße) »&gt; Hier wohnte der Schlosser Michael Fritz in der Nr. 136</li>
<li><b>Untere Mühle</b>&nbsp;»&gt; das heutige Scheerermühlen-Areal. Das war das Zuhause der Scheerers. Kaspar der Mühlenbesitzer und Erbhofbauer, Hans der Müller und Elsbeth die Haustochter sowie dem Pferdeknecht Johann Oberleiter.</li>
</ul></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="490" height="618" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-07.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13004"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Der PX-kriminale Blick des Kommissars a.D. Josef Paul Fischer (Archiv Müller)</em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_110 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="531" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-08.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13005"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_117 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Tanzkapelle Oberkochen (Klavier Hermann Spranz, Trompete Josef Trittler (Dreißental), Schlagzeug Josef Wingert (Stöpsel), Ganter (?) (Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>Eine Fundgrube – Alte Adressbücher Teil 2 Ausgabe 1949–50</strong><br>Diese erste Nachkriegszusammenstellung beginnt in neuer Druckschrift (das Altdeutsche ist passé) mit drei Annoncen der Firmen August Oppold sowie J. Adolf Bäuerle (Tel. 51) und Günther &amp; Schramm (Tel. 61).</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_111 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="736" height="551" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-09.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13006"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_118 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>1930 Unser Hausberg – Der Volkmarsberg (Archiv Müller)</em></p>
<p class="f16"><b>Nun stellt sich die Gemeinde, wie zuletzt, mit Bild vom Turm wie folgt dar:</b></p>
<p class="f16"><i>„An der Bahnlinie Aalen-Ulm, 9 km von Aalen entfernt, in mit schönen Buchen- und Tannenwäldern bedeckten Bergen, eingebettet, am Ursprung des schwarzen Kochers liegend, bietet als besonders herrliches Ausflugsziel den Volkmarsberg mit seinem 26 Meter hohen Aussichtsturm. Der Volkmarsberg ist zum größten Teil Naturschutzgebiet und gilt als eines der schönsten Naturschutzgebiete Württembergs. Für den Wintersport bietet das Gebiet des 743 Meter hohen Volkmarsberges mit seinen Abfahrten, sowie als Ausgangs- und Zielpunkt herrlicher Skiwanderungen gute Sportmöglichkeiten (Große Sprungschanze). Oberkochens Skiläufer gehören zu den besten in unserem Vaterland. Neben den bekannten Bohrer‑, Werkzeug- und Maschinenfabriken sowie dem Kaltwalzwerk und den optischen Werken der Firma Zeiss Opton sind als Kleingewerbe die Oberkochner Hafnereibetriebe noch bedeutend. Einwohnerzahl 3.350. Markungsfläche 2.357 Hektar“.</i></p>
<p class="f16"><b>Es folgt eine Auflistung aller Ämter.</b></p>
<ul>
<li><b>Bürgermeisteramt:</b>&nbsp;Bürgermeister Gustav Bosch</li>
<li><b>Gemeinderat:</b>&nbsp;Josef Schmid, Fabrikant; Sebastian Fischer, Kaufmann; Karl Renner, Schlosser; Wilhelm Haspel, Prokurist; Josef Brandstetter, Bohrermacher; Rudolf Kristen, Photograph; Wilhelm Henne, Behördenangestellter; Anton Schellmann, Landwirt; Franz Balle, Landwirt und Fuhrunternehmer; Eugen Sapper, Landwirt; Paul Wingert, Glasermeister; Adolf Fischer, Werkstattschreiber</li>
<li><b>Gemeindepfleger:</b>&nbsp;Otto Kümmel</li>
<li><b>Pfarrämter:</b>&nbsp;katholisch Pfarrer Rudolf Hager, evangelisch Pfarrer Georg Fiedler</li>
<li><b>Volksschule:</b>&nbsp;Leiter Oberlehrer Maikler</li>
<li><b>Notar:</b>&nbsp;Grundbuchamt Oberkochen Bezirksnotar Schwarz Aalen</li>
<li><b>Landespolizei:</b>&nbsp;Wachtmeister Hans Munz</li>
<li><b>Forstamt:</b>&nbsp;Forstmeister Walter Pfitzenmaier</li>
<li><b>Zweigpostamt:</b>&nbsp;Vorsteherin Johanna Siegel</li>
<li><b>Bahnstation:</b>&nbsp;Vorsteher Anton Feil</li>
<li><b>Freiwillige Feuerwehr:</b>&nbsp;Kommandant Anton Grupp</li>
<li><b>Genossenschaften:</b>&nbsp;Realgenossenschaft, Vorstand Anton Balle; Spar- und Darlehenskassenverein, Vorstand Karl Schmid; Milchverwertungsgenossenschaft, Vorstand Anton Balle</li>
<li><b>Ortsobmann für Landwirtschaft:</b>&nbsp;Franz Balle, Landwirt und Fuhrunternehmer</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p class="f16"><b>Es folgt ein Verzeichnis der selbständigen Einwohner.</b></p>
<p class="f16">Der Krieg ist jetzt seit 4 Jahren vorbei und auch das Einwohnerverzeichnis hat sich dramatisch verändert. Viele sind gestorben und sehr viele sind neu registriert worden. Das Verzeichnis beginnt wieder mit Alfons Abele, einem Schmied aus dem Kapellenweg 22 und endet bei Siegfried Zipser, einem Maschinenschlosser aus dem Turmweg 14.</p>
<p class="f16"><b>Nachnamen.</b>&nbsp;Nun beinhaltet die Liste schon 685 Familiennamen bei 3.350 Einwohnern. In Reihenfolge der Häufigkeit waren das nun&nbsp;<b>Platz 1:</b>&nbsp;47 x Gold,&nbsp;<b>Platz 2:</b>&nbsp;33 x Fischer,&nbsp;<b>Platz 3:</b>&nbsp;19 x Grupp,&nbsp;<b>Platz 4:&nbsp;</b>16 x Müller (ein neuer Name erobert die Welt ☺) und&nbsp;<b>Platz 5:</b>&nbsp;Je 15 x Wingert und Schaupp.&nbsp;<b>PS:</b>&nbsp;Wo immer ich auf der Welt unterwegs war und sagte, dass ich Müller heiße, kam es zurück: „Ah, Gerd Müller, good footballplayer“.</p>
<p class="f16"><b>Das Gewerbe.</b>&nbsp;Neu ist in dieser Ausgabe ein ausführlicher sog. Wirtschaftsspiegel. Er beginnt natürlich auch hier wieder mit Alfons Abele im Katzenbach 3, der Schmiede‑, Mechaniker- und Installationsarbeiten anbietet und endet bei Zeiß-Opton am Ölweiher. Insgesamt sind 139 Einträge zu verzeichnen. Vermutlich durch eine Geldgabe haben sich folgende Betriebe einen hervorgehobenen Eintrag gesichert:</p>
<p class="f16"><u>Zimmerei Franz Brunnhuber</u>&nbsp;in der Heidenheimer Str. 82; Elektro- und Radiounternehmen Wilhelm Fritscher in der Heidenheimer Str. 4; Bäckerei und Kolonialwaren&nbsp;<u>Willibald Geißinger; Cafe Gold</u>&nbsp;im Turmweg 8; Wilhelm Grupp o.H.G. in der Heidenheimer Str. 100; Sattlermeister Albert Holz in der Heidenheimer Str. 54a;&nbsp;<u>Kaltwalzwerk GmbH</u>&nbsp;in der Aalener Str. 62,&nbsp;<u>Josef Krok</u>&nbsp;mit Bekleidung, Textil und Wäsche in der Aalener Str. 2;&nbsp;<u>Gebrüder Leitz</u>&nbsp;mit Spezialwerkzeugen für Holzbearbeitungsmaschinen Beim Ölweiher 1;&nbsp;<u>Karl Reber</u>&nbsp;mit dem Gasthaus und der Metzgerei zum „Lamm“ in der Heidenheimer Str. 2;&nbsp;<u>Jakob Schmid</u>&nbsp;mit Maschinenwerkzeuge für Holzbearbeitung und Eisenwaren in der Dreißentalstr. 19;&nbsp;<u>Karl Widmann</u>&nbsp;mit seiner Bäckerei beim Rathaus in der Heidenheimer Str. 6 sowie&nbsp;<u>Paul Wingert</u>&nbsp;mit seiner mechanischen Bauglaserei und seiner Spezialität: Dem Doppelfenster.</p>
<p class="f16"><b>Dazwischen ein paar Besonderheiten:</b>&nbsp;Der Maßschneider Berkowski in der Heidenheimer Str. 40;&nbsp;<u>Paul Blume</u>&nbsp;mit einer Reparaturwerkstatt für Büromaschinen in der Dreißentalstr. 51;&nbsp;<u>Agathe Gold</u>&nbsp;mit einer Krawattenherstellung im Katzenbach 19;&nbsp;<u>Adolf Grupp</u>&nbsp;mit einer Mietwaschküche in der Dreißentalstr. 41;&nbsp;<u>Karoline Köhler</u>&nbsp;mit einem Handel für Füllfederhalter in der Dreißentalstr. 60;&nbsp;<u>Lina Lindner</u>&nbsp;mit der Herstellung und dem Verkauf von Speiseeis im Katzenbach 49;&nbsp;<u>Robert Sauter</u>&nbsp;mit einer Schlackensteinfabrikation im Katzenbach 22;&nbsp;<u>Georg Wick</u>&nbsp;mit einem Tabakwarenhandel in der Heidenheimer Str. 55 und die Küferei&nbsp;<u>Adolf Wunderle</u>&nbsp;im Kapellenweg 14.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="783" height="614" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-10.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13007"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Küferprodukte aus dem Hause Wunderle (Archiv Müller)</em></p>
<p>Den kompletten <span style="text-decoration: underline;">Wirtschaftsspiegel</span> finden Sie im Bericht auf der Website des Heimatvereins HVO.<br><span style="text-decoration: underline;">Zum Wirtschaftsspiegel und Einwohnermeldebuch von 1937</span> hier klicken!</p>
<p>Das wär’s für’s erste zu diesem Thema. Weitere Teile befinden sich in der Bearbeitung.</p>
<p><strong>Nachtrag zu Bericht 709</strong></p>
<p><strong>Eine Fundgrube – Alte Adressbücher 1937 und 1949</strong></p>
<p><strong>Dazu erreichte mich eine Mail von unserer lieben Mitbürgerin Elinor Wintersteiner:</strong></p>
<p>In der Katzenbachstraße wohnte der Puppenspieler u n d Fotograph Hans Lang. Es handelt sich um ein und dieselbe Person. (Er wurde zweimal aufgeführt, weil er, wohl berufsbedingt, auch zweimal im Adressbuch aufgeführt wurde). Ich war mit seinem Sohn, dessen Frau und Hans Langs zwei Töchtern, mit Namen Olga und Hermine, viele Jahre lang befreundet. Hans Lang malte viele seiner Gemälde auch in Öl. Seine Töchter schenkten mir seinerzeit ein Gemälde. Ich denke, dass es in den Oberkochener Häusern sicher noch das eine oder andere Bild von ihm gibt. Ich habe auch eine von Hans Lang gemachte Kassette. Er wurde von der Fürstin von Öttingen sehr geschätzt. Sie kümmerte sich auch um die sechs Kinder, als seine Frau starb. Die jüngsten Kinder, Zwillingsmädchen, waren damals erst zwei Jahre alt. Als Olga und Hermine noch lebten, wandte ich mich zweimal (!) an den Heimatverein – leider ohne Erfolg. Die beiden hätten sehr viel erzählen können, denn Hans Lang war zu seiner Zeit sicher ein sehr bekannter Mann in dem kleinen Ort mit einem interessanten und spannendem Lebenslauf. Es bestand aber von Seiten des Heimatvereins leider kein Interesse. Der Sohn von Hans Lang, Anton Lang, war von Beruf Malermeister, bei dem der Vater von Walter Hausmann seine Lehre absolviert hat. Der Schwiegervater von Hans hatte den Einstieg in die Wanderbühne zur Bedingung gemacht, damit er seine Tochter ehelichen durfte und so war er ständig unterwegs und auch die beiden Mädchen wurden „on Tour“ geboren.</p>
<p>In späteren Einwohnermeldebüchern finden wir ihn, seine beiden Töchter sowie seinen Sohn Anton mit Ehefrau Ilka wohnhaft im Enzianweg 4 in Oberkochen. Inzwischen sind alle „umgezogen“ und haben ihre letzte Ruhestätte auf dem Städtischen Friedhof.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="819" height="598" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-16.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13009"></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>(Archiv Müller)</em></p>
<p><strong>A</strong><strong>nmerkung.</strong></p>
<p>Das ist schade und ich bedauere das sehr. Wer immer „der Heimatverein“ in diesem Fall war, mich hat diese Information leider nicht erreicht. Denn ich bin für meine Geschichten von solchen Berichten abhängig, habe auch ein Gespür für solche Sachen und melde mich in der Regel umgehend auf solche Angebote. Ist leider nicht wieder gutzumachen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_114 bild-container">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="816" height="612" src="https://oberkochen-heimatverein.de/wp-content/uploads/ber709-15.jpg" alt="Oberkochen" class="wp-image-13008"></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_121 artikel-content  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Ein schönes Bild von Hans Lang (Besitz Elinor Wintersteiner). Das Bild mir gefällt mir, da auch ich das malerische Gandria sehr liebgewonnen habe. (Archiv Müller)</em></p>
<p>Wer kann denn noch etwas zur Person von Hans Lang durch Text und Bild beitragen?</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Wilfried „Billie Wichai“ Müller</strong></p></div>
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