„auf d Bank“ – bei oas gat mr „auf d Bank“ ond et „zur Bank“

Man sagte auch nicht auf welche Bank, denn das war ja klar auf welche Bank man ging – auf seine. Anfangs gab es die „Darle­hens­bank“ vom Gruppa-Heiner und die Wingert’sche KSK im „Kies“, die „Württ. Landes­spar­kas­se“ in der Heiden­hei­mer Straße 9, die „Kreis­spar­kas­se“ in der Heiden­hei­mer Straße 9 und 18 dann die „Oberko­che­ner Bank“ in der Heiden­hei­mer Straße 10 und 17, die „Aalener Volks­bank“ im ehema­li­gen „Hirsch-Gebäu­de“ Aalener Straße 2 und 4, heute in der Heiden­hei­mer Straße 10. Auch die „Dresd­ner Bank“ war bei uns in der Aalener Straße 23 zuhau­se. Dann wurde die heuti­ge „Kreis­spar­kas­se“ gebaut und zeitwei­se hatten sie auch eine Nieder­las­sung am Eugen-Bolz-Platz.

Das „Alte“ muss weg für den Neubau der neuen Kreis­spar­kas­se Ecke Bahnhof­stra­ße / Heiden­hei­mer Straße (Archiv Müller)

„auf dr Gass‘“ – das war einfach draußen

Wir sind auf „d Gass‘“ zum Spielen, egal ob das eine Straße, der Gehweg oder eben doch eine Gasse war. Oder wir sind wie s Gerhät­le“ aus em Kies oifach auf dr Gass romgstan­de ond hent Maulaf­fa feilg­hal­ta“. (Heute weiß kaum noch jemand, was für ein Gegen­stand der Maulaf­fe war. Es handel­te sich um Kienspan­hal­ter. Kienspä­ne dienten der Beleuch­tung. Man fertig­te einfa­che Töpfe aus Ton, in die man die Späne hinein­steck­te. Da man das Ganze im nieder­deut­schen Bereich erfun­den hat, nannte man sie “Mulape”; einfach übersetzt mit “Maul offen” oder “Maulaf­fen”. Das waren also die Maulaf­fen. Wenn jemand vor Erstau­nen den Mund offen­hielt, weil er so perplex war, stand er da wie ein Maulaf­fe – als würde er sich selbst feilbie­ten, zum Verkauf anbie­ten. Als eine Art von Kienspan­hal­ter).

„Jüngschte Aufsichts­rä­tin in Deutsch­land 1983“ – Marian­ne Thomann aus dem Schub­art­weg 31

Sie war von 2005 bis 2019 und kurzzei­tig 2022 Regie­rungs­prä­si­den­tin des Regie­rungs­be­zir­kes Detmold. Nach der Volks­schu­le legte Thomann-Stahl 1973 ihr Abitur ab und studier­te anschlie­ßend bis 1978 in Freiburg im Breis­gau Volks­wirt­schafts­leh­re mit dem Abschluss als Diplom-Volks­wir­tin. Von 1978 bis 1980 war sie Geschäfts­füh­re­rin und Bundes­vor­sit­zen­de der inter­na­tio­na­len Studen­ten­or­ga­ni­sa­ti­on AIESEC. Ab 1980 arbei­te­te sie als Assis­ten­tin des Vorstands der Nixdorf Compu­ter AG und anschlie­ßend bis 1996 in leiten­den Positio­nen in der Indus­trie. Sie wurde 1983 mit 47,5 % der Stimmen als Arbeit­neh­mer­ver­tre­te­rin des DHV in den Aufsichts­rat der Nixdorf AG gewählt.

„Augusts Anna“ – Anna Fischer aus der Katzenbachstraße

Ehefrau von Paul Fischer. Früher sagte man: Sie war „S Weib vom Paul“. Weib – war ganz früher kein despek­tier­li­ches Wort, sondern einfach nur althergebracht.

„Ausding“ – anders­wo sagte man Alten­teil dazu

Wenn der Hof überge­ben wurde, musste vom Sohn oder Tochter­mann (Schwie­ger­sohn) sicher­ge­stellt werden, dass die Alten ihr Auskom­men, also ihr „Ausding“ hatten. Beispiels­wei­se: Wohnung, Brenn­holz zum Heizen, Lebens­mit­tel, Butter, Milch, tlw. einige Äcker. Ein konkre­tes Beispiel finden wir im Bericht 636.

„aus dr Bah“ – wer kennt den winter­li­chen „Schlacht­ruf“ nicht,

wenn es mit dem Schlit­ten vom Start beim Holza-Hans die Volkmars­berg­stra­ße hinun­ter­ging. Immer schnel­ler ging es bergab und kamen Fußgän­ger entge­gen, schrien wir laut: „Aus dr Bah“, denn wir hatten das Recht des Schnel­le­ren auf unserer Seite. Die ganz mutigen kette­ten die Schlit­ten hinter­ein­an­der und auf dem ersten Schlit­ten saß der mit den Schlitt­schu­hen. War schon mitun­ter grenz­wer­tig und auch die Strecken­füh­rung hatte es in sich – ging es doch in den Wintern, die noch Winter waren, bis hinun­ter zum „Irion“ (Volkmars­berg­apo­the­ke) in der Dreißen­tal­stra­ße. Fahren in Kette mochte ich jetzt nicht so, denn den Letzten bissen auch hier die Hunde, sprich, in den ersten Kurven, kam schnell das Ende im Graben. Und dann trabte man wieder nach oben und fuhr die Strecke so 3–4‑mal und wenn’s dunkel wurde gingen wir nach Hause. Niemand machte sich Sorgen om d Buabe ond Mädla – die kamen schon nach Hause, wenn’s ihnen kalt war oder sie Hunger hatten. Zum Thema Winter­sport gibt es die Berich­te 699 und 710.

Schlit­ten­stre­cke Volkmars­berg­stra­ße — das waren noch Winter (Archiv Brandstetter)

„die am weites­ten außen­lie­gen­den Häuser“ – auf unserer Gemar­kung. Dazu will ich diese Stand­or­te aufführen:

Im Norden:

Zum einen die Lebzelter’sche Kocher­tal­wä­sche­rei in der Kreuz­müh­le 16. Rudolf Lebzel­ter, der Großva­ter der letzten Besit­ze­rin Marga­re­te Arndt, erwarb das Unter­neh­men 1938, verleg­te die Wäsche­rei 1940 von Aalen nach Oberko­chen und kaufte das Gebäu­de nach dem II. Weltkrieg. Der Betrieb war im ganzen Altkreis Aalen ein Begriff. Er starte­te mit Indus­trie­wä­sche und später kam die Gastro­no­mie- und die Haushalts­wä­sche dazu. 1950 übernah­men Siegfried und Rosa Lebzel­ter die Firma. Deren Tochter Marga­re­te machte mit 15 Jahren eine 3‑jährige Ausbil­dung in Stutt­gart. Gut ausge­bil­det und mit reich­lich Know-How verse­hen trat sie 1978 die Nachfol­ge in Oberko­chen an. Marga­re­te führte den Betrieb zusam­men mit ihrem Mann Klaus-Dieter und ihrer Schwes­ter Bärbel Elze 42 Jahre lang, bis sie ihn im Sommer 2020 schloss. Mehr dazu im Heft Nr. 3 „MeinOber­ko­chen“.

In der gleichen Gegend wohnte das Ehepaar Innocen­co und Rache­le Porsia, genau­er in der Kreuz­müh­le 24. Er arbei­te­te im Bauhof der Stadt und bewohn­te die dorti­ge Wohnung. Dazu kommen noch die Aalener Straße 98 mit dem Bahnwär­ter­häus­le und die 96, wo die Familie Peters­hans wohnte und ihre Spedi­ti­on betrieb.

Im Süden:

Zum anderen, in Richtung Königs­bronn, Anna und Franz Hut in der Heiden­hei­mer Straße 150. Der dahin­ter­lie­gen­de Seegar­ten­hof gehört schon zu Königs­bronn. Als junger Bub trug ich wöchent­lich Zeitschrif­ten aus und bekam vom Stutt­gar­ter Verlag diese Adres­se neu zugeschickt, mit dem Auftrag eine Fernseh­zeit­schrift wöchent­lich zuzustel­len. Krampf­haft suchte ich das Haus und konnte es nicht finden. 100 war die Villa Grupp und 140 der Aussied­ler­hof. Als ich erfuhr, wo die 150 wirklich lag, habe ich entschie­den, dass ich da um kein Geld der Welt jede Woche, bei Wind und Wetter hinaus­rad­le. So behielt ich die Zeitung für uns, kündig­te sie nach einem Jahr und eine Beschwer­de gab es Gottsei­dank nicht.

„Auswan­de­rer“ – aus Oberkochen

Ursprüng­lich für diesen Bericht geplant. Da sich aber die Recher­che ganz präch­tig entwi­ckel­te, wurde daraus eine eigene Bericht­rei­he, die in Kürze, vermut­lich am 15. Mai, starten wird.

„Auto-Peter“ – Paul Balle aus der Katzen­bach­stra­ße 6

Dort befand sich die Tankstel­le von Paul Balle, der im Volks­mund in seiner Auto-Funkti­on eben „Auto-Peter“ und in seiner kirch­li­chen Funkti­on „Peter Paul“ genannt wurde.

„AVON-Berate­rin“ – z.B. Hilde­gard Müller aus der Sonnen­berg­stra­ße 34

Avon Berate­rin­nen gibt es in Deutsch­land seit 1959. Das Unter­neh­men expan­dier­te in den 1950er Jahren nach Europa und gründe­te schließ­lich die deutsche Nieder­las­sung. Avon wurde 1886 von David H. McCon­nell in New York als Califor­nia Perfu­me Compa­ny gegrün­det. McCon­nell begann als Buchhänd­ler und bot seinen Kunden kleine Parfum­pro­ben als Erfri­schung an. Er erkann­te schnell, dass die Kunden mehr an den Parfums als an den Büchern inter­es­siert waren, und gründe­te darauf­hin das Unter­neh­men. Im Jahr 1939 wurde die Califor­nia Perfu­me Compa­ny in Avon Products Inc. umbenannt, inspi­riert durch William Shake­speares Geburts­stadt Strat­ford-upon-Avon. Heute ist Avon eines der größten Kosme­tik­un­ter­neh­men der Welt und bietet Millio­nen von Berate­rin­nen die Möglich­keit, ihre eigenen Unter­neh­men zu gründen und zu führen.

Auch meine Mutti machte sich Mitte / Ende der 60er Jahre mit ihrem AVON-Muster-Köffer­chen auf, um am frühen Abend die weibli­chen Oberko­che­ner Kunden zu beglü­cken. Soweit ich mich erinne­re, hat sie das aber nicht lange gemacht – vermut­lich zu aufwen­dig damit „etwas rüberkam“.

„Ba Ba Banküber­fall“ – auch das gab es im beschau­li­chen Oberkochen

Der wurde am 4. Juli 1974 auf die heuti­ge Kreis­spar­kas­se verübt. Die Bankräu­ber zwangen alle anwesen­den Kunden, darun­ter auch den »Pflug­wirt«, mit vorge­hal­te­ner Pisto­le, sich im Schal­ter­raum der Bank mit dem Gesicht nach unten auf den Boden zu legen. Als die Räuber sich mit dem erbeu­te­ten Geld dem Ausgang näher­ten, soll der »Pflug­wirt« einen der beiden gefragt haben: „Siea, Herr Bankrai­ber, därfe mir jetzt wiedr aufsch­tan­de?” Hinter­her bemerk­te er: „Moa, wenn der gwießt hätt, dass I zwoitau­send Mark em Sack ghet hao!”. Weite­re Details dazu im Bericht 327.

„Baach­beck“ – Franz Xaver Schmied und Nachkommen

Die Maria Anna Fritz brach­te eine weite­re Sippe Schmid nach Oberko­chen. Sie konnte ihn, den Franz Xaver Schmid, nach der Eheschlie­ßung im Jahre 1841 bewegen, am oberen Kocher zu verblei­ben. Franz Xaver ist 1814 in Donzdorf geboren als Sohn des dorti­gen Ochsen­wirts Mathi­as Schmid. Über ihn gibt es eine beson­de­re Geschich­te: „Er war als Ortsta­ge­löh­ner und Nacht­wäch­ter tätig und hielt sich an kalten Tagen oft in den Hafner­werk­stät­ten auf. Da er gerne Neuig­kei­ten in sich aufsog, erfand man wohl aus Spaß die eine oder andere wie z.B. diese: „Schon gehört? Heute wird der Bergfel­sen vom Volkmars­berg mit zehn Pferden vom Berg ins Tal gezogen, um im Hütten­werk in Königs­bronn geschot­tert zu werden. Und so stand er den ganzen Tag im Bereich Jäger­gäss­le und Haupt­stra­ße und warte­te auf den Felsen…..und wenn er nicht gestor­ben ist…..“

„Bäbe“ – Barba­ra „Babet­te“ Fischer geb. Brunn­hu­ber aus dem Kies

Frühe­re Ehefrau von Karl Fischer I und u.a. die Mutter vom „Seba“ und somit die Oma von Rechts­an­walt Fischer ond von dem von dr Kirch, Monsi­gno­re Gym. Prof. Paul Fischer („Gubi-Paul“).

„Bäbes­karl“ – Karl Fischer I und Karl Fischer II (Großva­ter von Karl „Charly“ Elmer)

Der Name kommt von Barba­ra (schwä­bisch Babet­te, Koseform „Bäbe“), wie seine Mutter hieß. „Tschaaah­li“ klärt auf:

Mein Großva­ter (Karl Fischer II geb. 24.09.1999) ist als zweit­äl­tes­tes von insge­samt fünf Kindern der ältere Bruder von Sebas­ti­an „SeBa“ Fischer. Opa war mit Agnes, geb. Gold (zweit­jüngs­te Tochter vom „Zieglers Franz“ und damit Enkelin vom „Letten­ba­ron“ Micha­el Gold) verhei­ra­tet. Dieser Ehe entstam­men drei Töchter: Philo­me­na (geb. 27.03.1926 — unver­hei­ra­tet), Zita Barba­ra (geb. 28.10.1930 — verhei­ra­tet mit Emil Elmer — meine Mutter) und Lydia „Lydi“ (geb. 28.10.1936 — verhei­ra­tet mit Hans-Lothar Heckmann).

„Backa­karl“ – Karl Gold sen. aus der Heiden­hei­mer Straße 38

Seine Frau stamm­te aus dem Ries (Kerkin­gen) und daher nannte man ihn auch „dr Nochda“, was auf Rieser Dialekt wohl danach oder hinter­her bedeutet.

„Bagage“ – Ein bekann­ter Freun­des­kreis mit großem handwerk­li­chem Können und Mut zur Lücke

Bruno Balle † 2023, Bruno Brand­stet­ter, Albert Holz † 2021, Rudolf Hug † 2025, Max Tritt­ler † 2018 und Franz Weber. Zuerst stand sicher die Gesel­lig­keit und Ausflü­ge im Vorder­grund, später zusam­men mit den „besse­ren“ Hälften. Seit dem Kinder­gar­ten kennen sich die sechs einge­schwo­re­nen Kolping-Brüder, die sich nie aus den Augen verlo­ren haben. Seit 1966 treffen sie sich jährlich – ohne Unter­bre­chung mit einer Ausnah­me: Im Corona-Jahr 2020. Im Jahr 1986, auf einem gemein­sa­men Ausflug nach Beuron, kam spontan die Idee auf, „lass uns doch in Oberko­chen eine neue Kapel­le bauen“. Wir sind arbeits­freu­dig, kamerad­schaft­lich, fröhlich und trink­fest“, sagte einst Bruno Brand­stet­ter und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Alles weite­re lässt sich im Bericht 742 nachlesen.

„Bahwärt­rheis­le“ – Gibt‘s nemme: Nord und Süd

Davon gab es zwei. Eines im Norden Richtung Aalen zu und eines im Süden (Bereich Birkach) in Richtung Königs­bronn. Als es die Umgehungs­stra­ße noch nicht gab (bis 1959) hatten wir dort beschrank­te Bahnüber­gän­ge. Siehe dazu die Berich­te über die Brenz­tal­bahn 806 bis 808 und über die Bundes­stra­ße 19 der Bericht 708. In der ARD-Media­thek und auf Youtube findet sich noch der Film „Die Brenz­tal­bahn“ aus der SWR-Reihe „Eisen­bahn­ro­man­tik“

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Das Bahnwär­ter­häus­le Nord (Archiv Müller)

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Winter 1958 – Das alte Bahnwär­ter­haus im Gebiet Birkach vor dem Seegar­ten­hof (Archiv Rathaus)

„Bälde“ – Willi­bald Grupp sen. aus der Kapel­len­stei­ge 6

Der Vater von Arthur und Willi­bald jun. sowie von Heidrun war u.a. ein erfolg­rei­cher Skisprin­ger. „Bälde“ ist die Abkür­zung von Willi­bald. Geboren wurde er am 7. Juli 1915 in Oberko­chen, als 14tes von 15 Kindern. 1935 machte er sein Abitur an der Oberre­al­schu­le in Aalen. Es folgte eine Lehre als Bankkauf­mann. Es schloss sich der Arbeits- und Militär­dienst (auch in Stalin­grad) an. Nach dem Krieg ab 1945 bei der Kreis­spar­kas­se Aalen tätig. In Unter­ko­chen war er bis zu seinem Ruhestand 1978 Zweigstellenleiter.

Die Schwä­Po veröf­fent­lich­te anläss­lich seines Todes im Jahr 2010 nachfol­gen­de Zeilen: „Willi­bald Grupp, ein Oberko­che­ner Origi­nal und Zeitzeu­ge, ist im Alter von fast 96 Jahren gestor­ben. Grupp, der auch im Oberko­che­ner Heimat­buch mit knitzen Beiträ­gen über Altvor­de­re und Zeitzeu­gen der Oberko­che­ner Heimat­ge­schich­te vertre­ten ist, war ein Mann mit Idealen, die er im Geist und Sinn der Vollkom­men­heit zu verei­ni­gen suchte. „Einer, der das gesell­schaft­li­che Mitein­an­der gesucht und geprägt hat”, meinte Bruno Balle, Geschäfts­füh­rer der Realge­nos­sen­schaft, bei der Ausseg­nung im städti­schen Fried­hof. Hinein­ge­bo­ren in eine bäuer­li­che Großfa­mi­lie mit vielen Geschwis­tern sei Willi­bald Grupp zu einem Urgestein Alt-Oberko­che­ner Prägung und Herkunft gewor­den. Beson­ders sei der Verstor­be­ne der Natur verbun­den gewesen, erklär­te Balle in seinem Nachruf. Hohe Verdiens­te habe sich „der Mann des Waldes” um die Realge­nos­sen­schaft Oberko­chen erwor­ben. 37 Jahre lang, bis ins Jahr 2000, habe er als Rechner die Finanz­ge­schäf­te der Waldge­nos­sen­schaft in einer äußerst exakten und pflicht­be­wuss­ten Weise ausgeführt.“

1955 starte­te er, bereits 40jährig, beim Skisprin­gen in Unter­ko­chen. Seiner Frau Rosa war das a bissle peinlich, als die Zuschau­er während seiner Sprungan­sa­ge raunten: „Jetzt kommt dr Alt‘“.

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1955 – Unser nordi­sches Skisport-As: Willi­bald „Bälde“ Grupp — zusam­men mit Elli Brach­mann beim Langlauf in Königs­bronn (überlas­sen von meinem Schul­freund Arthur Grupp)

Beson­ders beein­dru­ckend ist sein Kriegs­ta­ge­buch, das er während des II. Weltkrie­ges geführt hat und am 20. Juni 1945 mit nachfol­gen­den Worten endet:

„Pferde und Wagen abgeben, Gepäck fertig­ma­chen! Den Glück­li­chen schlägt die Stunde. Ich schnap­pe auf, dass unser Entlas­sungs­ort Aalen sei!!! 17. Juni einstei­gen in den Güter­zug. St. Veit leb wohl! Zerbomb­tes Villach, Spittal, dann LKW-Fahrt bis Mallnitz. 1200 m hoch,11 km langer Tauern­tun­nel, herrli­che Bergwelt, Salzbur­ger Land, der Ami übernimmt uns, Rosen­heim, München, total zerbomb­tes Ulm. Inmit­ten der zertrüm­mer­ten Altstadt ragt fast unver­sehrt das Münster in den Himmel; vom Bahnhof sieht man nicht einmal die Grund­mau­ern mehr. Hier wird schwä­bisch gespro­chen! Über die Alb nach Geislin­gen, Göppin­gen; ausstei­gen. In Plochin­gen-Stutt­gart hausen die Franzo­sen, kassie­ren alle Männer, hören wir, auch, wenn sie vom Ami entlas­sen worden seien. Sakra, Sakra! Noch irgend­wie ausrü­cken? In einem Obstgar­ten wird übernach­tet. Daneben grell erleuch­te­te streng bewach­te Zelte, SS-Gefan­ge­ne sind es. Gegen 10 Uhr auf Lastwa­gen klettern, 50 Mann pro Lkw. Ich sitze vorne links auf dem Kotflü­gel. Domdorf, Rechberg, Gmünd, Aalen, Ahoi! Wasser­al­fin­gen, Werks­ge­län­de von Alfing. In der Gieße­rei des Hütten­werks wird ein letztes Mal übernach­tet. 11 Uhr Marsch zur Aalener Remon­te bei Bratofen­hit­ze und sauschwe­rem Rucksack, 2 Stunden Entlassungsformalitäten.

Frei! Entlas­sen!!

Heim zur Braut, zur Mutter! Von guten Bekann­ten kann ich mir ein Leiter­wä­ge­le leihen, werfe Rucksack darauf, ziehe den Uniform­kit­tel aus, kremp­le die Hemds­är­mel hoch und marschie­re, was die Füße herge­ben, hinauf ins Kocher­tal, heim!“

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Dr „Bälde“ im hohen Alter (überlas­sen von meinem Schul­freund Arthur Grupp)

„Balga­dag“ – Johan­nes Wingert aus der Heiden­hei­mer Straße 54

Die Erklä­rung von Paul Wingert höchst­per­sön­lich: Sein Großva­ter habe seiner­zeit im 19. Jahrhun­dert als Junge am Palmsonn­tag anstatt Palmen­tag (Balma­dag) das Wort Balga­dag verwen­det, weil er mit Balma­dag nichts anfan­gen konnte. Ihm ist dann dieser Name geblie­ben und somit auch der gesam­ten Wingert-Linie.

„Balle­holz“ – Josef Holz aus der Aalener Straße 22

Die Mutter war eine „Balle­re, also eine Balle“. Er war Unter­gän­ger beim Geome­ter und Feldschütz und besaß eine Wagne­rei. Er hat die Zeugen­stei­ne unter die Markstei­ne gelegt.

Als Markstein­zeu­ge (auch Grenz­stein­zeu­ge oder Grenz­zeu­ge wird ein Gegen­stand bezeich­net, mit dem eine Abmar­kung (Grenz­stein) gesichert wird. Dazu wird während des Abmar­kens unter den Grenz­stein ein zusätz­li­cher Gegen­stand vergra­ben, um bei Grenz­strei­tig­kei­ten oder bei Verlust des Steins dessen genaue Lage bezeu­gen zu können. Dieser Brauch ist vor allem in Württem­berg üblich. Früher wurden Ziegel­bro­cken oder Kohle­stü­cke als Zeugen vergra­ben, seit dem 19. Jh. Tonplätt­chen in grauer oder roter Farbe (teilwei­se glasiert). Es gibt aber auch Zeugen in Form eines Horns. Die Zeugen­stei­ne tragen entwe­der den Namen der Gemein­de oder deren Anfangs­buch­sta­ben oder deren Wappen. Für das Verle­gen der Zeugen unter die Grenz­stei­ne waren die Feldge­schwo­re­nen (lokal „Unter­gän­ger“) zustän­dig. Damit stell­ten die Feldge­schwo­re­nen einen gewich­ti­gen kommu­na­le Rechts­trä­ger dar. Sie entschie­den bei Grenz­strei­tig­kei­ten mit Hilfe ihres „Zeugen­ge­heim­nis­ses“ über den Stand­ort eines Steins.

„Balloo“ – Jörg Funke aus der Schil­ler­stra­ße 31

Ein guter Musiker aus dem Jahrgang 1952. Er war wohl aus unserer Klasse der erste, welcher der Rockmu­sik wegen nach Ameri­ka flog. Früher spiel­te er in der Gruppe BLUES PILZ, die zum 10-jähri­gen Jubilä­um 1978 im DISCO PUB aufspiel­ten. Mitglie­der der „Blues Pilz“ waren: Jörg „Balloo” Funke (vocals, harps­ichord, flute), Siegfried „Siggi” Schwarz (guitar), Peter „Pit” Zaeper­nick (bass), Dieter Funke (drums, percus­sion), Romi Schick­le (keyboards) und Harry Berger (alto saxopho­ne).

Ob es sein Musik­ge­schäft „Musik Central“ in der Waldstet­ter Gasse 13 in Schwä­bisch Gmünd mit einer breiten Auswahl an Musik­in­stru­men­ten und Zubehör noch gibt?

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Die Gruppe „Blues Pilz“ vlnr: Jörg „Balloo“ Funke, Siegfried „Siggi“ Schwarz, Peter „Pit“ Zaeper­nick und Dieter Funke (Archiv Rathaus)

„Balu“ – Ludwig Bahmann aus der Garten­stra­ße 21

Das ist jetzt ganz einfach – Ba(hmann) Lu(dwig).

Bald folgt Teil 5 – „Billie vom Sonnenberg“

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