„auf d Bank“ – bei oas gat mr „auf d Bank“ ond et „zur Bank“
Man sagte auch nicht auf welche Bank, denn das war ja klar auf welche Bank man ging – auf seine. Anfangs gab es die „Darlehensbank“ vom Gruppa-Heiner und die Wingert’sche KSK im „Kies“, die „Württ. Landessparkasse“ in der Heidenheimer Straße 9, die „Kreissparkasse“ in der Heidenheimer Straße 9 und 18 dann die „Oberkochener Bank“ in der Heidenheimer Straße 10 und 17, die „Aalener Volksbank“ im ehemaligen „Hirsch-Gebäude“ Aalener Straße 2 und 4, heute in der Heidenheimer Straße 10. Auch die „Dresdner Bank“ war bei uns in der Aalener Straße 23 zuhause. Dann wurde die heutige „Kreissparkasse“ gebaut und zeitweise hatten sie auch eine Niederlassung am Eugen-Bolz-Platz.

Das „Alte“ muss weg für den Neubau der neuen Kreissparkasse Ecke Bahnhofstraße / Heidenheimer Straße (Archiv Müller)
„auf dr Gass‘“ – das war einfach draußen
Wir sind auf „d Gass‘“ zum Spielen, egal ob das eine Straße, der Gehweg oder eben doch eine Gasse war. Oder wir sind wie „s Gerhätle“ aus em Kies oifach auf dr Gass romgstande ond hent „Maulaffa feilghalta“. (Heute weiß kaum noch jemand, was für ein Gegenstand der Maulaffe war. Es handelte sich um Kienspanhalter. Kienspäne dienten der Beleuchtung. Man fertigte einfache Töpfe aus Ton, in die man die Späne hineinsteckte. Da man das Ganze im niederdeutschen Bereich erfunden hat, nannte man sie “Mulape”; einfach übersetzt mit “Maul offen” oder “Maulaffen”. Das waren also die Maulaffen. Wenn jemand vor Erstaunen den Mund offenhielt, weil er so perplex war, stand er da wie ein Maulaffe – als würde er sich selbst feilbieten, zum Verkauf anbieten. Als eine Art von Kienspanhalter).
„Jüngschte Aufsichtsrätin in Deutschland 1983“ – Marianne Thomann aus dem Schubartweg 31
Sie war von 2005 bis 2019 und kurzzeitig 2022 Regierungspräsidentin des Regierungsbezirkes Detmold. Nach der Volksschule legte Thomann-Stahl 1973 ihr Abitur ab und studierte anschließend bis 1978 in Freiburg im Breisgau Volkswirtschaftslehre mit dem Abschluss als Diplom-Volkswirtin. Von 1978 bis 1980 war sie Geschäftsführerin und Bundesvorsitzende der internationalen Studentenorganisation AIESEC. Ab 1980 arbeitete sie als Assistentin des Vorstands der Nixdorf Computer AG und anschließend bis 1996 in leitenden Positionen in der Industrie. Sie wurde 1983 mit 47,5 % der Stimmen als Arbeitnehmervertreterin des DHV in den Aufsichtsrat der Nixdorf AG gewählt.
„Augusts Anna“ – Anna Fischer aus der Katzenbachstraße
Ehefrau von Paul Fischer. Früher sagte man: Sie war „S Weib vom Paul“. Weib – war ganz früher kein despektierliches Wort, sondern einfach nur althergebracht.
„Ausding“ – anderswo sagte man Altenteil dazu
Wenn der Hof übergeben wurde, musste vom Sohn oder Tochtermann (Schwiegersohn) sichergestellt werden, dass die Alten ihr Auskommen, also ihr „Ausding“ hatten. Beispielsweise: Wohnung, Brennholz zum Heizen, Lebensmittel, Butter, Milch, tlw. einige Äcker. Ein konkretes Beispiel finden wir im Bericht 636.
„aus dr Bah“ – wer kennt den winterlichen „Schlachtruf“ nicht,
wenn es mit dem Schlitten vom Start beim Holza-Hans die Volkmarsbergstraße hinunterging. Immer schneller ging es bergab und kamen Fußgänger entgegen, schrien wir laut: „Aus dr Bah“, denn wir hatten das Recht des Schnelleren auf unserer Seite. Die ganz mutigen ketteten die Schlitten hintereinander und auf dem ersten Schlitten saß der mit den Schlittschuhen. War schon mitunter grenzwertig und auch die Streckenführung hatte es in sich – ging es doch in den Wintern, die noch Winter waren, bis hinunter zum „Irion“ (Volkmarsbergapotheke) in der Dreißentalstraße. Fahren in Kette mochte ich jetzt nicht so, denn den Letzten bissen auch hier die Hunde, sprich, in den ersten Kurven, kam schnell das Ende im Graben. Und dann trabte man wieder nach oben und fuhr die Strecke so 3–4‑mal und wenn’s dunkel wurde gingen wir nach Hause. Niemand machte sich Sorgen om d Buabe ond Mädla – die kamen schon nach Hause, wenn’s ihnen kalt war oder sie Hunger hatten. Zum Thema Wintersport gibt es die Berichte 699 und 710.

Schlittenstrecke Volkmarsbergstraße — das waren noch Winter (Archiv Brandstetter)
„die am weitesten außenliegenden Häuser“ – auf unserer Gemarkung. Dazu will ich diese Standorte aufführen:
Im Norden:
Zum einen die Lebzelter’sche Kochertalwäscherei in der Kreuzmühle 16. Rudolf Lebzelter, der Großvater der letzten Besitzerin Margarete Arndt, erwarb das Unternehmen 1938, verlegte die Wäscherei 1940 von Aalen nach Oberkochen und kaufte das Gebäude nach dem II. Weltkrieg. Der Betrieb war im ganzen Altkreis Aalen ein Begriff. Er startete mit Industriewäsche und später kam die Gastronomie- und die Haushaltswäsche dazu. 1950 übernahmen Siegfried und Rosa Lebzelter die Firma. Deren Tochter Margarete machte mit 15 Jahren eine 3‑jährige Ausbildung in Stuttgart. Gut ausgebildet und mit reichlich Know-How versehen trat sie 1978 die Nachfolge in Oberkochen an. Margarete führte den Betrieb zusammen mit ihrem Mann Klaus-Dieter und ihrer Schwester Bärbel Elze 42 Jahre lang, bis sie ihn im Sommer 2020 schloss. Mehr dazu im Heft Nr. 3 „MeinOberkochen“.
In der gleichen Gegend wohnte das Ehepaar Innocenco und Rachele Porsia, genauer in der Kreuzmühle 24. Er arbeitete im Bauhof der Stadt und bewohnte die dortige Wohnung. Dazu kommen noch die Aalener Straße 98 mit dem Bahnwärterhäusle und die 96, wo die Familie Petershans wohnte und ihre Spedition betrieb.
Im Süden:
Zum anderen, in Richtung Königsbronn, Anna und Franz Hut in der Heidenheimer Straße 150. Der dahinterliegende Seegartenhof gehört schon zu Königsbronn. Als junger Bub trug ich wöchentlich Zeitschriften aus und bekam vom Stuttgarter Verlag diese Adresse neu zugeschickt, mit dem Auftrag eine Fernsehzeitschrift wöchentlich zuzustellen. Krampfhaft suchte ich das Haus und konnte es nicht finden. 100 war die Villa Grupp und 140 der Aussiedlerhof. Als ich erfuhr, wo die 150 wirklich lag, habe ich entschieden, dass ich da um kein Geld der Welt jede Woche, bei Wind und Wetter hinausradle. So behielt ich die Zeitung für uns, kündigte sie nach einem Jahr und eine Beschwerde gab es Gottseidank nicht.
„Auswanderer“ – aus Oberkochen
Ursprünglich für diesen Bericht geplant. Da sich aber die Recherche ganz prächtig entwickelte, wurde daraus eine eigene Berichtreihe, die in Kürze, vermutlich am 15. Mai, starten wird.
„Auto-Peter“ – Paul Balle aus der Katzenbachstraße 6
Dort befand sich die Tankstelle von Paul Balle, der im Volksmund in seiner Auto-Funktion eben „Auto-Peter“ und in seiner kirchlichen Funktion „Peter Paul“ genannt wurde.
„AVON-Beraterin“ – z.B. Hildegard Müller aus der Sonnenbergstraße 34
Avon Beraterinnen gibt es in Deutschland seit 1959. Das Unternehmen expandierte in den 1950er Jahren nach Europa und gründete schließlich die deutsche Niederlassung. Avon wurde 1886 von David H. McConnell in New York als California Perfume Company gegründet. McConnell begann als Buchhändler und bot seinen Kunden kleine Parfumproben als Erfrischung an. Er erkannte schnell, dass die Kunden mehr an den Parfums als an den Büchern interessiert waren, und gründete daraufhin das Unternehmen. Im Jahr 1939 wurde die California Perfume Company in Avon Products Inc. umbenannt, inspiriert durch William Shakespeares Geburtsstadt Stratford-upon-Avon. Heute ist Avon eines der größten Kosmetikunternehmen der Welt und bietet Millionen von Beraterinnen die Möglichkeit, ihre eigenen Unternehmen zu gründen und zu führen.
Auch meine Mutti machte sich Mitte / Ende der 60er Jahre mit ihrem AVON-Muster-Köfferchen auf, um am frühen Abend die weiblichen Oberkochener Kunden zu beglücken. Soweit ich mich erinnere, hat sie das aber nicht lange gemacht – vermutlich zu aufwendig damit „etwas rüberkam“.
„Ba Ba Banküberfall“ – auch das gab es im beschaulichen Oberkochen
Der wurde am 4. Juli 1974 auf die heutige Kreissparkasse verübt. Die Bankräuber zwangen alle anwesenden Kunden, darunter auch den »Pflugwirt«, mit vorgehaltener Pistole, sich im Schalterraum der Bank mit dem Gesicht nach unten auf den Boden zu legen. Als die Räuber sich mit dem erbeuteten Geld dem Ausgang näherten, soll der »Pflugwirt« einen der beiden gefragt haben: „Siea, Herr Bankraiber, därfe mir jetzt wiedr aufschtande?” Hinterher bemerkte er: „Moa, wenn der gwießt hätt, dass I zwoitausend Mark em Sack ghet hao!”. Weitere Details dazu im Bericht 327.
„Baachbeck“ – Franz Xaver Schmied und Nachkommen
Die Maria Anna Fritz brachte eine weitere Sippe Schmid nach Oberkochen. Sie konnte ihn, den Franz Xaver Schmid, nach der Eheschließung im Jahre 1841 bewegen, am oberen Kocher zu verbleiben. Franz Xaver ist 1814 in Donzdorf geboren als Sohn des dortigen Ochsenwirts Mathias Schmid. Über ihn gibt es eine besondere Geschichte: „Er war als Ortstagelöhner und Nachtwächter tätig und hielt sich an kalten Tagen oft in den Hafnerwerkstätten auf. Da er gerne Neuigkeiten in sich aufsog, erfand man wohl aus Spaß die eine oder andere wie z.B. diese: „Schon gehört? Heute wird der Bergfelsen vom Volkmarsberg mit zehn Pferden vom Berg ins Tal gezogen, um im Hüttenwerk in Königsbronn geschottert zu werden. Und so stand er den ganzen Tag im Bereich Jägergässle und Hauptstraße und wartete auf den Felsen…..und wenn er nicht gestorben ist…..“
„Bäbe“ – Barbara „Babette“ Fischer geb. Brunnhuber aus dem Kies
Frühere Ehefrau von Karl Fischer I und u.a. die Mutter vom „Seba“ und somit die Oma von Rechtsanwalt Fischer ond von dem von dr Kirch, Monsignore Gym. Prof. Paul Fischer („Gubi-Paul“).
„Bäbeskarl“ – Karl Fischer I und Karl Fischer II (Großvater von Karl „Charly“ Elmer)
Der Name kommt von Barbara (schwäbisch Babette, Koseform „Bäbe“), wie seine Mutter hieß. „Tschaaahli“ klärt auf:
Mein Großvater (Karl Fischer II geb. 24.09.1999) ist als zweitältestes von insgesamt fünf Kindern der ältere Bruder von Sebastian „SeBa“ Fischer. Opa war mit Agnes, geb. Gold (zweitjüngste Tochter vom „Zieglers Franz“ und damit Enkelin vom „Lettenbaron“ Michael Gold) verheiratet. Dieser Ehe entstammen drei Töchter: Philomena (geb. 27.03.1926 — unverheiratet), Zita Barbara (geb. 28.10.1930 — verheiratet mit Emil Elmer — meine Mutter) und Lydia „Lydi“ (geb. 28.10.1936 — verheiratet mit Hans-Lothar Heckmann).
„Backakarl“ – Karl Gold sen. aus der Heidenheimer Straße 38
Seine Frau stammte aus dem Ries (Kerkingen) und daher nannte man ihn auch „dr Nochda“, was auf Rieser Dialekt wohl danach oder hinterher bedeutet.
„Bagage“ – Ein bekannter Freundeskreis mit großem handwerklichem Können und Mut zur Lücke
Bruno Balle † 2023, Bruno Brandstetter, Albert Holz † 2021, Rudolf Hug † 2025, Max Trittler † 2018 und Franz Weber. Zuerst stand sicher die Geselligkeit und Ausflüge im Vordergrund, später zusammen mit den „besseren“ Hälften. Seit dem Kindergarten kennen sich die sechs eingeschworenen Kolping-Brüder, die sich nie aus den Augen verloren haben. Seit 1966 treffen sie sich jährlich – ohne Unterbrechung mit einer Ausnahme: Im Corona-Jahr 2020. Im Jahr 1986, auf einem gemeinsamen Ausflug nach Beuron, kam spontan die Idee auf, „lass uns doch in Oberkochen eine neue Kapelle bauen“. Wir sind arbeitsfreudig, kameradschaftlich, fröhlich und trinkfest“, sagte einst Bruno Brandstetter und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Alles weitere lässt sich im Bericht 742 nachlesen.
„Bahwärtrheisle“ – Gibt‘s nemme: Nord und Süd
Davon gab es zwei. Eines im Norden Richtung Aalen zu und eines im Süden (Bereich Birkach) in Richtung Königsbronn. Als es die Umgehungsstraße noch nicht gab (bis 1959) hatten wir dort beschrankte Bahnübergänge. Siehe dazu die Berichte über die Brenztalbahn 806 bis 808 und über die Bundesstraße 19 der Bericht 708. In der ARD-Mediathek und auf Youtube findet sich noch der Film „Die Brenztalbahn“ aus der SWR-Reihe „Eisenbahnromantik“

Das Bahnwärterhäusle Nord (Archiv Müller)

Winter 1958 – Das alte Bahnwärterhaus im Gebiet Birkach vor dem Seegartenhof (Archiv Rathaus)
„Bälde“ – Willibald Grupp sen. aus der Kapellensteige 6
Der Vater von Arthur und Willibald jun. sowie von Heidrun war u.a. ein erfolgreicher Skispringer. „Bälde“ ist die Abkürzung von Willibald. Geboren wurde er am 7. Juli 1915 in Oberkochen, als 14tes von 15 Kindern. 1935 machte er sein Abitur an der Oberrealschule in Aalen. Es folgte eine Lehre als Bankkaufmann. Es schloss sich der Arbeits- und Militärdienst (auch in Stalingrad) an. Nach dem Krieg ab 1945 bei der Kreissparkasse Aalen tätig. In Unterkochen war er bis zu seinem Ruhestand 1978 Zweigstellenleiter.
Die SchwäPo veröffentlichte anlässlich seines Todes im Jahr 2010 nachfolgende Zeilen: „Willibald Grupp, ein Oberkochener Original und Zeitzeuge, ist im Alter von fast 96 Jahren gestorben. Grupp, der auch im Oberkochener Heimatbuch mit knitzen Beiträgen über Altvordere und Zeitzeugen der Oberkochener Heimatgeschichte vertreten ist, war ein Mann mit Idealen, die er im Geist und Sinn der Vollkommenheit zu vereinigen suchte. „Einer, der das gesellschaftliche Miteinander gesucht und geprägt hat”, meinte Bruno Balle, Geschäftsführer der Realgenossenschaft, bei der Aussegnung im städtischen Friedhof. Hineingeboren in eine bäuerliche Großfamilie mit vielen Geschwistern sei Willibald Grupp zu einem Urgestein Alt-Oberkochener Prägung und Herkunft geworden. Besonders sei der Verstorbene der Natur verbunden gewesen, erklärte Balle in seinem Nachruf. Hohe Verdienste habe sich „der Mann des Waldes” um die Realgenossenschaft Oberkochen erworben. 37 Jahre lang, bis ins Jahr 2000, habe er als Rechner die Finanzgeschäfte der Waldgenossenschaft in einer äußerst exakten und pflichtbewussten Weise ausgeführt.“
1955 startete er, bereits 40jährig, beim Skispringen in Unterkochen. Seiner Frau Rosa war das a bissle peinlich, als die Zuschauer während seiner Sprungansage raunten: „Jetzt kommt dr Alt‘“.

1955 – Unser nordisches Skisport-As: Willibald „Bälde“ Grupp — zusammen mit Elli Brachmann beim Langlauf in Königsbronn (überlassen von meinem Schulfreund Arthur Grupp)
Besonders beeindruckend ist sein Kriegstagebuch, das er während des II. Weltkrieges geführt hat und am 20. Juni 1945 mit nachfolgenden Worten endet:
„Pferde und Wagen abgeben, Gepäck fertigmachen! Den Glücklichen schlägt die Stunde. Ich schnappe auf, dass unser Entlassungsort Aalen sei!!! 17. Juni einsteigen in den Güterzug. St. Veit leb wohl! Zerbombtes Villach, Spittal, dann LKW-Fahrt bis Mallnitz. 1200 m hoch,11 km langer Tauerntunnel, herrliche Bergwelt, Salzburger Land, der Ami übernimmt uns, Rosenheim, München, total zerbombtes Ulm. Inmitten der zertrümmerten Altstadt ragt fast unversehrt das Münster in den Himmel; vom Bahnhof sieht man nicht einmal die Grundmauern mehr. Hier wird schwäbisch gesprochen! Über die Alb nach Geislingen, Göppingen; aussteigen. In Plochingen-Stuttgart hausen die Franzosen, kassieren alle Männer, hören wir, auch, wenn sie vom Ami entlassen worden seien. Sakra, Sakra! Noch irgendwie ausrücken? In einem Obstgarten wird übernachtet. Daneben grell erleuchtete streng bewachte Zelte, SS-Gefangene sind es. Gegen 10 Uhr auf Lastwagen klettern, 50 Mann pro Lkw. Ich sitze vorne links auf dem Kotflügel. Domdorf, Rechberg, Gmünd, Aalen, Ahoi! Wasseralfingen, Werksgelände von Alfing. In der Gießerei des Hüttenwerks wird ein letztes Mal übernachtet. 11 Uhr Marsch zur Aalener Remonte bei Bratofenhitze und sauschwerem Rucksack, 2 Stunden Entlassungsformalitäten.
Frei! Entlassen!!
Heim zur Braut, zur Mutter! Von guten Bekannten kann ich mir ein Leiterwägele leihen, werfe Rucksack darauf, ziehe den Uniformkittel aus, kremple die Hemdsärmel hoch und marschiere, was die Füße hergeben, hinauf ins Kochertal, heim!“

Dr „Bälde“ im hohen Alter (überlassen von meinem Schulfreund Arthur Grupp)
„Balgadag“ – Johannes Wingert aus der Heidenheimer Straße 54
Die Erklärung von Paul Wingert höchstpersönlich: Sein Großvater habe seinerzeit im 19. Jahrhundert als Junge am Palmsonntag anstatt Palmentag (Balmadag) das Wort Balgadag verwendet, weil er mit Balmadag nichts anfangen konnte. Ihm ist dann dieser Name geblieben und somit auch der gesamten Wingert-Linie.
„Balleholz“ – Josef Holz aus der Aalener Straße 22
Die Mutter war eine „Ballere, also eine Balle“. Er war Untergänger beim Geometer und Feldschütz und besaß eine Wagnerei. Er hat die Zeugensteine unter die Marksteine gelegt.
Als Marksteinzeuge (auch Grenzsteinzeuge oder Grenzzeuge wird ein Gegenstand bezeichnet, mit dem eine Abmarkung (Grenzstein) gesichert wird. Dazu wird während des Abmarkens unter den Grenzstein ein zusätzlicher Gegenstand vergraben, um bei Grenzstreitigkeiten oder bei Verlust des Steins dessen genaue Lage bezeugen zu können. Dieser Brauch ist vor allem in Württemberg üblich. Früher wurden Ziegelbrocken oder Kohlestücke als Zeugen vergraben, seit dem 19. Jh. Tonplättchen in grauer oder roter Farbe (teilweise glasiert). Es gibt aber auch Zeugen in Form eines Horns. Die Zeugensteine tragen entweder den Namen der Gemeinde oder deren Anfangsbuchstaben oder deren Wappen. Für das Verlegen der Zeugen unter die Grenzsteine waren die Feldgeschworenen (lokal „Untergänger“) zuständig. Damit stellten die Feldgeschworenen einen gewichtigen kommunale Rechtsträger dar. Sie entschieden bei Grenzstreitigkeiten mit Hilfe ihres „Zeugengeheimnisses“ über den Standort eines Steins.
„Balloo“ – Jörg Funke aus der Schillerstraße 31
Ein guter Musiker aus dem Jahrgang 1952. Er war wohl aus unserer Klasse der erste, welcher der Rockmusik wegen nach Amerika flog. Früher spielte er in der Gruppe BLUES PILZ, die zum 10-jährigen Jubiläum 1978 im DISCO PUB aufspielten. Mitglieder der „Blues Pilz“ waren: Jörg „Balloo” Funke (vocals, harpsichord, flute), Siegfried „Siggi” Schwarz (guitar), Peter „Pit” Zaepernick (bass), Dieter Funke (drums, percussion), Romi Schickle (keyboards) und Harry Berger (alto saxophone).
Ob es sein Musikgeschäft „Musik Central“ in der Waldstetter Gasse 13 in Schwäbisch Gmünd mit einer breiten Auswahl an Musikinstrumenten und Zubehör noch gibt?

Die Gruppe „Blues Pilz“ vlnr: Jörg „Balloo“ Funke, Siegfried „Siggi“ Schwarz, Peter „Pit“ Zaepernick und Dieter Funke (Archiv Rathaus)
„Balu“ – Ludwig Bahmann aus der Gartenstraße 21
Das ist jetzt ganz einfach – Ba(hmann) Lu(dwig).
Bald folgt Teil 5 – „Billie vom Sonnenberg“