2007
Wer kam wieder mal in unser Städt­le? Richtig, der BM für Wirtschaft und Techno­lo­gie und damit auch etwas Nachhal­ti­ges von seinem Besuch blieb, pflanz­te er auf dem Gelän­de der Fa. Leitz einen Baum. Von wem ist die Rede? Richtig – Micha­el Glos sein Name.
(* 14. Dezem­ber 1944 in Brünn­au). Er war von 2005 bis 2009 Bundes­mi­nis­ter für Wirtschaft und Techno­lo­gie und von 1993 bis 2005 Vorsit­zen­der der CSU-Landes­grup­pe und Erster stell­ver­tre­ten­der Vorsit­zen­der der CDU/C­SU-Bundes­tags­frak­ti­on. Im Jahr 2011 äußer­te er in einem Inter­view rückbli­ckend, er sei von seiner Berufung zum Wirtschafts­mi­nis­ter im Herbst 2005 überrum­pelt worden und für die Aufga­be nicht vorbe­rei­tet gewesen: „Ich wusste damals nicht mal, wo dieses Wirtschafts­mi­nis­te­ri­um genau stand. Ich habe sogar in der Nähe gewohnt, aber es hat mich nie inter­es­siert. Ich hatte kaum eine Ahnung davon, was die Aufga­ben dieses Minis­te­ri­ums sind, um was es sich alles zu kümmern hat.
Und auch der Erfin­der der Riester-Rente gab sich ein Stell-dich-ein: Walter Riester.
(* 27. Septem­ber 1943 in Kaufbeu­ren) ist ein deutscher Politi­ker der SPD. Er war von 1998 bis 2002 Bundes­mi­nis­ter für Arbeit und Sozial­ord­nung. Nach dem Besuch der Volks­schu­le absol­vier­te Riester von 1957 bis 1960 eine Ausbil­dung zum Fliesen­le­ger. Danach leiste­te er seinen Wehrdienst bei der Pionier­trup­pe ab, stell­te aber einen Monat vor Ende seiner Dienst­zeit einen Antrag auf Kriegs-dienst­vr­wei­ge­rung. Als Fliesen­le­ger war er bis 1969 tätig und legte 1969 die Meister­prü­fung ab. Er besuch­te danach bis 1970 die Akade­mie der Arbeit in Frank­furt am Main und war anschlie­ßend bis 1977 als Jugend­se­kre­tär beim DGB-Landes­be­zirk Baden-Württem­berg tätig. Mit seinem Namen eng verknüpft ist die in seiner Amtszeit geschaf­fe­ne sogenann­te Riester-Rente, eine staat­lich bezuschuss­te priva­te Alters­vor­sor­ge, die er gegen den Rat von Wirtschafts­wis­sen­schaft­ler Winfried Schmähl einführ­te.
Für mich wieder ein Beispiel einer geschei­ter­ten Renten­re­form – ob ich noch in meinem Leben den notwen­di­gen großen Wurf, den komplet­ten Umbau unserer Renten­sys­tem erlebe? – Ich glaube nicht! Außer „länger arbei­ten“ fällt der Politik und dem Exper­ten Raffel­hü­schen nichts wesent­lich anderes ein.
2008

Karlheinz Böhm, befreun­det mit Dr. Dieter Bruck­la­cher, kam nach Oberko­chen (Wikipe­dia Manfred Werner — Tsui, Save The World Awards 2009 show11 — Karlheinz Böhm, CC BY-SA 3.0)

Eine beson­de­re Persön­lich­keit gab sich die Ehre – Karlheinz Böhm. Zwei 80. Geburts­ta­ge standen im Mittel­punkt der “Jazz Lights 2008” vom 24. Febru­ar bis 9. März. Der altge­dien­te Swing-Pianist Paul Kuhn eröff­net beim Inter­na­tio­na­len Festi­val in Oberko­chen seine Jubilä­ums­tour­nee, während ein “Special” mit Eva Mattes, Uwe Ochsen­knecht, Tango Five und dem German Pops Orches­tra dem Gründer und ersten Aktivis­ten der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on “Menschen für Menschen”, Karlheinz Böhm, gewid­met ist. Anschlie­ßend trugen sich Karlheinz Böhm und seine Frau Almaz ins Golde­ne Buch der Stadt ein.
(* 16. März 1928 in Darmstadt; † 29. Mai 2014 in Grödig). Er war ein öster­rei­chi­scher Schau­spie­ler, der vor allem durch seine Rolle in der Sissi-Trilo­gie als Kaiser Franz Joseph an der Seite von Romy Schnei­der bekannt wurde. Nach seiner Karrie­re als Schau­spie­ler gründe­te er, aufgrund einer Wette bei „Wetten Dass?“ die Stiftung Menschen für Menschen (in Deutsch­land und der Schweiz) sowie den gleich­na­mi­gen Verein in Öster­reich. Seine Organi­sa­ti­on, für die er sich bis ins hohe Alter engagier­te, hilft unter dem Motto „Hilfe zur Selbst­ent­wick­lung“ notlei­den­den Menschen in Äthio­pi­en. Er war das einzi­ge Kind des öster­rei­chi­schen Dirigen­ten Karl Böhm (1894–1981) und der deutschen Sopra­nis­tin Thea Linhard-Böhm (1903–1981), wurde 1928 in Darmstadt geboren, wo sein Vater als General-musik­di­rek­tor angestellt war. Sein Vater war gebür­ti­ger Grazer, seine Mutter Münch­ne­rin. Seine Kindheit verbrach­te er in Darmstadt, Hamburg und ab 1934 in Dresden. Böhm besuch­te die Volks­schu­le und die König-Georg-Schule. Ab 1940 war er in einem Inter­nat in Kufstein. 1942 verhalf ihm ein gefälsch­tes ärztli­ches Attest zur Ausrei­se in die Schweiz, wo er das Inter­nat Lyceum Alpinum Zuoz besuch­te.
Eine neue Städte­part­ner­schaft wurde einge­gan­gen, dieses Mal mit der ung. Stadt Mátés­zal­ka. Über die Stadt ist nicht viel zu finden, wenig zu erzäh­len und über Aktio­nen, außer eines Schüler­aus-tausches mit der Dreißen­tal­schu­le, inner­halb dieser Partner­schaft nicht viel zu berich­ten.
„The town was the birth­place of actor Tony Curtis’ father, Emanu­el Schwartz.“
Um unsere Partner­städ­te kümmert sich der „Verein für Städte­part­ner­schaf­ten“, der am 28. Juni 1984 als 54ter Oberko­che­ner Vereins gegrün­det wurde. Die damali­gen Verant­wort­li­chen waren als
Vorsit­zen­der: Rudolf Heite­le, als stell­ver­tre­ten­der Vorsit­zen­der: Dr. Hans Brennen­stuhl, als Schrift­füh­re­rin: Suse Bantel und als Schatz­meis­ter: Johan­nes Feil. Die damali­ge Mitglie­der­zahl belief sich auf 122. Das alles geht zurück auf das Jahr 1971, in welchem die Familie Karl-Maria Riede Urlaub im Sport­zen­trum Bomban­nes Maubuis­son an der Atlan­tik­küs­te machte und dort die Familie Jean-Pierre Boulan­ger aus Dives-sur-Mer an der Côte Fleurie in der Norman­die kennen­lern­te. Da Jean-Pierre in Dives als Lehrer am Collè­ge Paul Eluard seine Baguettes verdien­te, regte er an, einen Schüler­aus­tausch mit Oberko­chen in Erwägung zu ziehen.
2009

Ivo Gönner – der König von Ulm (Wikipe­dia -stk, 2024 Schwoer­mon­tag P1035373 (cropped), CC BY-SA 4.0

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Ein weit über seine Stadt­gren­zen hinaus bekann­ter OB besuch­te uns – Ivo Gönner aus Ulm, der uns als Präsi­dent des BaWü Städte­tags besuch­te. (* 18. Febru­ar 1952 in Laupheim) ist ein deutscher Kommu­nal­po­li­ti­ker (SPD) und war von 1992 bis 2016 Oberbür­ger­meis­ter von Ulm. Ivo Gönner wurde als Sohn eines Lauphei­mer Apothe­kers geboren und wuchs im oberschwä­bi­schen Laupheim auf. Er besuch­te das Kolleg St. Blasi­en im Schwarz­wald. Seinen Zivil­dienst leiste­te er in Ulm, bevor er sein Studi­um der Rechts­wis­sen­schaf­ten an der Univer­si­tät Heidel­berg aufnahm. 1978 kehrte Gönner nach Ulm zurück, als er Referen­dar am Landge­richt wurde und anschlie­ßend bis 1992 als selbstän­di­ger Rechts­an­walt arbei­te­te. Er war ein entschie­de­ner Verfech­ter des Projek­tes „Stutt­gart-21“. 2016 wurde ihm die Ehren­bür­ger­wür­de in Ulm verliehen.

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Oberko­chen bekam nachträg­lich eines von 1019 Klein­spiel­fel­dern – die Kinder erfreut es heute noch, die Nachbarn weniger (Archiv Müller)

Die nächs­ten Gäste kamen aus dem Bereich des Fußballs. Auf dem Gelän­de der Dreißen­tal­schu­le wurde ein DFB-Minispiel­feld gebaut und aus diesem Anlass ließen sich der „MV“ Gerhard Mayer-Vorfel­der und Renate Lingor bei uns blicken.
MV (* 3. März 1933 in Mannheim als Gerhard Mayer; † 17. August 2015 in Stutt­gart) war ein deutscher Sport­funk­tio­när und Politi­ker der CDU. Er war von 1980 bis 2001 Abgeord­ne­ter im Landtag von Baden-Württem­berg und von 1980 bis 1991 Kultus- sowie von 1991 bis 1998 Finanz­mi­nis­ter des Landes Baden-Württem­berg. Von 1975 bis 2000 beklei­de­te Mayer-Vorfel­der das Amt des Präsi­den­ten beim Fußball-Bundes­li­gis­ten VfB Stutt­gart. Anschlie­ßend fungier­te er von 2001 bis 2006 als Präsi­dent des Deutschen Fußball-Bundes. Er war der Sohn des badischen Oberre­gie­rungs­rats Eugen Mayer-Vorfel­der und dessen Frau Klara, geb. Probst. Sein Vater erwei­ter­te 1935 den ursprüng­lich nur „Mayer“ lauten­den Nachna­men um den Geburts­na­men der Großmutter väter­li­cher­seits hin zu „Mayer-Vorfel­der“, um eine Verwechs­lung mit gleich­na­mi­gen Famili­en im Ort auszu­schlie­ßen.
Renate Lingor (* 11. Oktober 1975 in Karls­ru­he) ist eine ehema­li­ge deutsche Fußball­spie­le­rin. Sie spiel­te von 1991 bis 2008 für den SC Klinge Seckach und den 1. FFC Frank­furt in der Bundes­li­ga und von 1995 bis 2008 für die Natio­nal­mann­schaft. 2006 beleg­te Lingor hinter der Brasi­la­n­e­rin Marta und der Brasi­lia­ne­rin Marta und der US-Ameri­ka­ne­rin Kristi­ne Lilly den dritten Platz bei der Wahl zur FIFA-Weltfuß­bal­le­rin des Jahres. Sie bestritt 149 Länder­spie­le.
DFB-Minispiel­feld. Von Flens­burg bis Freiburg, von Berlin bis Bocholt sind 1.019 Mini-Spiel­fel­der über das ganze Land verteilt. Eine einma­li­ge Infra­struk­tur für Kinder und Jugend­li­che, denn die Stand­or­te wurden so gewählt, dass sie möglichst gleich­mä­ßig inner­halb der Landes­ver­bän­de und auf lokaler Kreis­ebe­ne flächen­de­ckend verteilt sind.
Auch die katho­li­sche Kirche hatte in diesem Jahr ein High-Light. Der Bischof Gebhart Fürst kam, um eine Firmung durch­zu­füh­ren. (* 2. Dezem­ber 1948 in Bietigheim).Er ist Bischof der Diöze­se Rotten­burg-Stutt­gart. Er begann 1969 sein Studi­um nach dem Abitur, das er am Mathe­ma­tisch-natur­wis­sen­schaft­li­chen Gymna­si­um Bietig­heim ableg­te, mit der griechi­schen und hebräi­schen Sprache am Colle­gi­um Ambro­sia­num in Stutt­gart. Er setzte es fort mit dem Fach Katho­li­sche Theolo­gie an der Katho­lisch-Theolo­gi­schen Fakul­tät der Eberhard Karls Univer­si­tät Tübin­gen (1970) und an der Katho­lisch-Theolo­gi­schen Fakul­tät der Univer­si­tät Wien (1971 bis 1972). 1975 legte er die Theolo­gi­sche Haupt­prü­fung (Erste Dienst­prü­fung) ab; im gleichen Jahr trat er in das Pries­ter­se­mi­nar der Diöze­se Rotten­burg-Stutt­gart in Rotten­burg am Neckar ein.
Und noch ein Besuch aus der Welt des Fußballs – die Weißwei­ler-Elf aus Mönchen­glad­bach war wegen eines Benefiz­spiels zu Gast: „Die Tradi­ti­ons­mann­schaft von Borus­sia Mönchen­glad­bach vereint die Spieler von 4 Jahrzehn­ten erfolg­rei­cher Bundes­li­ga­zei­ten in einem Team. Zahlrei­che Titel wurden seit Gründung der Weiswei­ler Elf im Jahre 1991 schon gewon­nen. Aufgrund der vielen Erfol­ge und der Attrak­ti­vi­tät des mit vielen ehema­li­gen Natio­nal­spie­lern besetz­ten Teams ist die Weiswei­ler Elf zu einer der erfolg­reichs­ten und belieb­tes­ten Tradi­ti­ons­mann­schaf­ten in Deutsch­land gewor­den. Hennes Weiswei­ler wurde am 05.12.1919 geboren und verstarb am 05.07.1983. Mit seinen Verei­nen Borus­sia Mönchen­glad­bach, FC Barce­lo­na, 1.FC Köln, Cosmos New York und Grashop­pers Zürich wurde er 6 x Liga-Meister, 3 x Pokal­sie­ger und 1 x UEFA-Cup Gewin­ner.
Hennes Weiswei­ler wurde am 05.12.1919 geboren und verstarb am 05.07.1983. Mit seinen Verei­nen Borus­sia Mönchen­glad­bach, FC Barce­lo­na, 1.FC Köln, Cosmos New York und Grashop­pers Zürich wurde er 6 x Liga-Meister, 3 x Pokal­sie­ger und 1 x UEFA-Cup Gewin­ner.“
Letzter Besucher in diesem Jahr war der damali­ge BM für Umwelt, Natur­schutz und Reaktor­si­cher­heit Sigmar Hartmut Gabri­el. (* 12. Septem­ber 1959 in Goslar). Er ist ein ehema­li­ger deutscher Politi­ker (SPD) und heuti­ger Berater und Publi­zist. Er war von Novem­ber 2009 bis März 2017 Bundes­vor­sit­zen­der der SPD und von Dezem­ber 2013 bis März 2018 Vizekanz­ler. Seit 2019 ist er Vorsit­zen­der der Atlan­tik-Brücke. Gabri­el wurde als zweites Kind des Beamten Walter Gabri­el (1921–2012) und der Kranken­schwes­ter Antonie Gabri­el (1922–2014)[1] in Goslar geboren. Die Eltern trenn­ten sich, als er drei Jahre alt war. Gabri­els ältere Schwes­ter Gudrun Sabine blieb bei der Mutter, er selbst wuchs gegen seinen Willen in den ersten zehn Lebens­jah­ren bei seinem Vater und seiner Großmutter Lina Gabri­el in einer Wohnsied­lung in Goslar-Jürgen­ohl auf. 1969 erhielt seine Mutter nach mehrjäh­ri­gen juris­ti­schen Ausein­an­der-setzun­gen das allei­ni­ge Sorge­recht, und Gabri­el zog zu ihr. Ende der 1970er Jahre erfuhr Gabri­el, dass sein Vater (Kommu­nal­be­am­ter im mittle­ren Dienst bei der Verwal­tung des Kreises Stormarn) auch in der Nachkriegs­zeit überzeug­ter Natio­nal­so­zia­list geblie­ben war. Gabri­el brach darauf­hin den Kontakt zu seinem Vater völlig ab. Erst 25 Jahre später unter­nahm Sigmar Gabri­el einen Versuch, die gemein­sa­me Vergan­gen­heit mit seinem Vater aufzu­ar­bei­ten.
2010
Ein Besuch in diesem Jahr wurde von Teilen der Bevöl­ke­rung nicht gut aufge­nom­men, sprich „nicht jeder beson­de­re Besuch gehört ins Golde­ne Buch“. Wer war Stein des Ansto­ßes? Keine gerin­ge­re als Kathie Stam aus India­na, die „Miss German-Ameri­ca – Königin der Steuben­pa­ra­de“.
Dazu möchte ich aus persön­li­cher Erfah­rung einiges ergän­zen:
„Das ist nicht irgend­ei­ne Miss aus irgend­wel­chen Spelun­ken. Sie wird seit 1957 jedes Jahr gewählt und hatte über Jahrzehn­te (bis 2015), neben ihren lokalen US-Aufga­ben während der Steuben-Parade, die Aufga­be als ein sog. „Goodwill-Botschaf­ter Deutsch­land und Öster­reich zu besuchen“. Sie traf Bürger­meis­ter, pol. Reprä­sen­tan­ten, Germa­na Clubs und sozia­le Einrich­tun­gen, um über die „Steuben-Parade“ zu infor­mie­ren und einzu­la­den. Die German-Ameri­can Steuben Parade ist ein tradi­ti­ons-reicher Umzug, der jedes Jahr am dritten Samstag im Septem­ber auf der Fifth Avenue in New York City statt­fin­det. Die Parade ist eines der größten Ereig­nis­se im deutsch-ameri­ka­ni­schen Festka­len­der. Sie wurde 1957 von deutsch­stäm­mi­gen Ameri­ka­nern gegrün­det. Diese wollten die Tradi­tio­nen ihrer Heimat aufrecht­erhal­ten. Die Deutsch­ame­ri­ka­ner sind bis heute eine der größten Einwan­de­rer­grup­pen in den USA. Etwa 15 Prozent aller US-Ameri­ka­ner sind deutscher Herkunft oder Abstam­mung. Allein in New York City leben etwa 500.000 Deutsch­stäm­mi­ge. Die Steuben Parade ist eine der größten Festpa­ra­den an der Ostküs­te der Verei­nig­ten Staaten, sie wird jährlich von mehre­ren tausend Menschen besucht. Die erste Steuben­pa­ra­de wurde 1957 in der Nachbar­schaft Ridge­wood im New Yorker Stadt­teil Queens abgehal­ten. Dort lebten damals die meisten Deutsch­ame­ri­ka­ner der Stadt. Da sich über die Jahre immer mehr Teilneh­mer anmel­de­ten, wurde die Parade auf die Fifth Avenue in Manhat­tan verlegt, wo sie heute von der 64. aufwärts zur 86. Straße zieht. Die 86. Straße ist für die Deutsch­ame­ri­ka­ner wieder­um von beson­de­rer Bedeu­tung. Hier, in der Nachbar­schaft Yorkville, war bis in die 1970er das deutsch­ame­ri­ka­ni­sche Zentrum New Yorks. Die 86. Straße selbst trug den inoffi­zi­el­len Beina­men „Sauer­kraut Boule­vard“ und beher­berg­te deutsche Restau­rants, Vereins­häu­ser, Bäcke­rei­en und Metzge­rei­en.
Ich selbst durfte 1976, anläss­lich des 200jährigen Jubilä­ums der USA, als Besat­zungs­mit­glied des Zerstö­rers „Mölders“ an der Parade teilneh­men. Wir waren als offizi­el­le Delega­ti­on der Bundes­re­pu­blik das erste Marine­schiff, das den Hafen New York anlief. Bei vielen persön­li­chen Gesprä­chen und Besuchen bei den Deutsch-Amalri­ka­nern, war deutlich zu verneh­men, wie wichtig diese Parade (auch heute noch) ist. Viele von uns wurden nach dem Einlau­fen in den Hafen von wildfrem­den Menschen, die an der Pier auf uns warte­ten, über das Wochen­en­de in ihre Häuser einge­la­den und rund um die 86th Straße brauch­ten wir als deutsche Mariner an diesem Wochen­en­de kein Geld – Gastfreund­schaft ist eine Beson­der­heit in der US-Gesell­schaft, die seines Gleichen sucht. Also, das ist schon in Ordnung, wenn sie sich in unserem Golde­nen Buch einge­tra­gen hat.
Und was sagte Donald Trump 2002 zur Steuben­pa­ra­de: „Die Steuben-Parade ist die einzi­ge Parade New Yorks, bei der die Straßen anschlie­ßend saube­rer sind als vorher.“
2013
Der Bundes­in­nen­mi­nis­ter Hans-Peter Fried­rich war zu Gast. (* 10. März 1957 in Naila.) Er ist ein deutscher Politi­ker (CSU) und war von 2011 bis 2013 Bundes­mi­nis­ter des Innern und ab 17. Dezem­ber 2013 Chef des Bundes­mi­nis­te­ri­ums für Ernäh­rung und Landwirt­schaft. Am 14. Febru­ar 2014 trat Fried­rich wegen des Verdachts auf Geheim­nis­ver­rat im Zusam­men­hang mit dem Kinder­por­no­skan­dal um den indisch­stäm­mi­gen SPD-Politi­ker Sebas­ti­an Edathi­p­a­ram­bil von seinen Ämtern zurück. Von 2017 bis 2021 war er Vizeprä­si­dent des Deutschen Bundes­ta­ges.
Und dann, am Bahntag (25. Feb) kam der Bahnchef Dr. Rüdiger Grube zu uns, um u.a. unseren „Schorsch vom Kies“, den ehema­li­gen MdB Georg Brunn­hu­ber zum Ehren­bahn­hofs­vor­stand zu ernen­nen. Ebenso lobte er das Engage­ment von Frank Rank, der aus einem hässli­chen Entlein (dem alten Bahnhof) ein Schmuck­stück gemacht hat.
(* 2. August 1951 in Hamburg) ist ein deutscher Wirtschafts­ma­na­ger und Lobby­ist. Von Mai 2009 bis Januar 2017 war er Vorstands­vor­sit­zen­der der Deutschen Bahn AG. Bis August 2016 war er auch Vorstands­vor­sit­zen­der der (inzwi­schen aufge­lös­ten) DB Mobili­ty Logistics AG. Er ist Mitglied in Aufsichts­rä­ten, Kurato­ri­en, Stiftungs­vor­stän­den und Geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Rüdiger Grube Inter­na­tio­nal Business Leader­ship GmbH. Grubes Eltern waren Obstbau­ern in Moorburg, sie bewirt­schaf­te­ten einen Bauern­hof. Sie ließen sich schei­den, als Grube fünf Jahre alt war. Nach eigenen Angaben haben seine Mutter, sein Bruder und er den elter­li­chen Hof anschlie­ßend allei­ne bewirt­schaf­tet. Nach Besuch der Haupt­schu­le machte Grube – gegen den Willen seiner Mutter und trotz schlech­ter Noten – einen Realschul­ab­schluss. Für den Wechsel auf die Realschu­le wieder­hol­te er die neunte Klasse. Danach machte er 1970 eine gewerb­lich-techni­sche Ausbil­dung zum Metall­flug­zeug­bau­er bei dem zu Messer­schmitt-Bölkow-Blohm (MBB) gehören­den Hambur­ger Flugzeug­bau.
2015
Anläss­lich des 70ten Todes­ta­ges von Eugen Bolz kam der schei­den­de Landtags­prä­si­dent Guido Wolf, Es wurde eine Gedenk­ta­fel enthüllt. Damit ehre man den Staats­mann Bolz, der als Reichs­tags-abgeord­ne­ter den Wahlkreis Aalen, Neres­heim, Ellwan­gen und Gaildorf vertre­ten hat. Er skizzier­te das Leben und Wirken von Eugen Bolz.
(* 28. Septem­ber 1961 in Weingar­ten, Landkreis Ravens­burg). Er ist ein deutscher Jurist und Politi­ker der CDU. Er war von 2015 bis 2016 Landtags­frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der CDU Baden-Württem­berg und somit Opposi­ti­ons­füh­rer. Wolf wuchs in Weingar­ten auf und besuch­te dort die Grund­schu­le. Er bestand das Abitur am Spohn-Gymna­si­um in Ravens­burg. Anschlie­ßend studier­te er Rechts­wis­sen-schaft an der Univer­si­tät Konstanz.
2016
Anläss­lich er Einwei­hung des Windparks Oberko­chen gaben sich BaWÜ-Umwelt­mi­nis­ter Franz Unter­stel­ler und Tübin­gens OB Boris Erasmus Palmer die Ehre. Die vier Windan­la­gen sollen künftig jährlich 23,4 Millio­nen Kilowatt­stun­den Strom erzeu­gen und rund 6000 Vierper­so­nen­haus­hal­te mit Strom versor­gen. Es war viel von Wind und Windrä­dern die Rede, doch vor lauter Schnee­trei­ben war kein einzi­ges Windrad zu sehen. So fand die Einwei­hung im Rathaus statt, wo es trocken und warm war (und es in der Regel überwie­gend nicht stürmt). So haben wir zwar nun Windkraft, aber die Bürger Oberko­chens haben nichts davon – zukünf­ti­ge Energie­po­li­tik sollte anders ausse­hen.
Unter­stel­ler: (* 4. April 1957 in Ensheim bei Saarbrü­cken) ist ein deutscher Politi­ker (Bündnis 90/Die Grünen). Von 2006 bis 2021 war er Abgeord­ne­ter im Landtag von Baden-Württem­berg. Er war von 2011 bis 2021 Landes­mi­nis­ter für Umwelt, Klima und Energie­wirt­schaft von Baden-Württem­berg. Unter­stel­ler verbrach­te seine ersten zwanzig Lebens­jah­re im Saarland. Nach Abschluss seines Landschafts­ar­chi­tek­tur­stu­di­ums an der FH Nürtin­gen und einem länge­ren Studi­en­auf­ent­halt in Kolum­bi­en war er zunächst als Mitar­bei­ter des Öko-Insti­tuts in Freiburg tätig.

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Boris Palmer – ein toller OB in Tübin­gen, der es aber nicht sein lassen konnte, ordent­lich anzuecken (Wikipe­dia Super­bass, 2020–02-17-Boris Palmer-hart aber fair-8374, CC BY-SA 4.0

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Palmer: (* 28. Mai 1972 in Waiblin­gen) ist ein deutscher Politi­ker, dessen Mitglied­schaft bei Bündnis 90/Die Grünen bis Ende 2023 ruht und dann doch endete. Seit 2007 ist er Oberbür­ger­meis­ter der Stadt Tübin­gen. Er wuchs als Sohn des Obstbau­ern Helmut Palmer in Gerad­stet­ten auf. Sein Vater erlang­te als „Remstal-Rebell“ überre­gio­na­le Bekannt­heit, da er bei mehr als 250 Bürger­meis­ter­wah­len in Baden-Württem­berg als partei­lo­ser Kandi­dat antrat. Palmer beglei­te­te seinen Vater schon als Kind oft bei dessen Wahlkämp­fen. Er ist ein Cousin des CDU-Politi­kers Chris­toph Palmer, der früher Landtags­ab­ge­ord­ne­ter, Staats­mi­nis­ter, Vertrau­ter des Minis­ter­prä­si­den­ten Erwin Teufel und Kreis­vor­sit­zen­der der Stutt­gar­ter CDU war. Palmer wurde als hochbe­gabt einge­stuft und bestand sein Abitur an der Freien Waldorf­schu­le Engel­berg im Juni 1992 mit der Gesamt­no­te 1,0. Nach seinem Zivil­dienst beim DRK studier­te er von 1993 bis 2000 Geschich­te und Mathe­ma­tik für das Lehramt an der Eberhard-Karls-Univer­si­tät Tübin­gen und war 1997 für ein Auslands­se­mes­ter in Sydney. Dieses Studi­um schloss er mit dem Ersten Staats­examen ab.
Beim Neujahrs­emp­fang in Oberko­chen, im Januar 2023, hielt er eine launi­ge Rede, die beim Publi­kum bestens ankam. Ein paar Monate später, kam es bei einem öffent­li­chen Vortrag in Frank­furt zu einem Eklat, der ihm massiv schade­te. Inzwi­schen hat er die GRÜNEN verlas­sen.
Im Januar reiste der CDU-Frakti­ons­vor­sit­zen­de Thomas Ludwig Albert Opper­mann zu einem Besuch bei der Fa. Leitz an. Es war halt mal wieder Wahlkampf, da reisen Politi­ker gerne und die örtli­chen politi­schen Verei­ne, sorgen für das Rahmen­pro­gramm – bevor es, husch husch, weiter­geht.
(* 27. April 1954 in Frecken­horst; † 25. Oktober 2020 in Göttin­gen). Er war ein deutscher SPD-Politi­ker und Jurist. Vom 24. Oktober 2017 bis zu seinem Tod war er Vizeprä­si­dent des Deutschen Bundes­ta­ges. Opper­mann wurde 1954 als Sohn eines Molke­rei­meis­ters geboren. Er besuch­te die Goethe­schu­le Einbeck, an der er 1975 das Abitur ableg­te. Anschlie­ßend studier­te er ohne Abschluss Germa­nis­tik und Anglis­tik an der Univer­si­tät Tübin­gen. Er verwei­ger­te den Kriegs­dienst und war von 1976 bis 1978 als freiwil­li­ger Helfer bei der Aktion Sühne­zei­chen Friedens­diens­te (ASF) in den USA tätig.
2017

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Leni Breymai­er mit einem beson­de­ren Bezug zu Oberko­chen (Wikipe­dia

Wieder mal ein Wahljahr und es kam die SPD-Kandi­da­tin Leni Breymai­er. Im Gegen­satz zu vielen anderen, die einfach nur unter­schrie­ben, hinter­ließ sie etwas Persön­li­ches: „Rathaus Oberko­chen. Hier habe ich vor 25 Jahren (also 1992) gehei­ra­tet. Ehe hält (Herzchen). Danke für den netten Empfang“. Jetzt stellt sich die Leser­schaft vielleicht die Frage: Warum in Oberko­chen? Ganz oifach, ihr Ehemann ist der Oberkoch­ner Hans-Ulrich Weidmann, früher wohnhaft im Gerhard-Haupt­mann-Weg 9.
(* 26. April 1960 in Ulm; bis 2017 amtlich Magda­le­na Breymai­er ist eine deutsche Politi­ke­rin der SPD, Gewerk­schaf­te­rin und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundes­ta­ges. Sie absol­vier­te von 1976 bis 1982 eine Ausbil­dung zur Einzel­han­dels­kauf­frau und quali­fi­zier­te sich zur Substi­tu­tin. Sie gehör­te zunächst der Deutschen Angestell­ten-Gewerk­schaft an und war für diese ab 1982 als Gewerk­schafts- sekre­tä­rin haupt­amt­lich tätig. Von 2002 bis 2007 war sie stell­ver­tre­ten­de Landes­vor­sit­zen­de des Deutschen Gewerk­schafts­bun­des und von 2007 bis Novem­ber 2016 Landes­be­zirks­lei­te­rin der Verein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft in Baden-Württem­berg.
Abschlie­ßend bleibt zu sagen. Ein Golde­nes Buch ist ein in Gemein­den, Städten und Landkrei­sen verwen­de­tes Buch, in dem sich Ehren­gäs­te während eines Besuchs eintra­gen dürfen. Die Bezeich­nung ist sinnbild­lich, aber auch wörtlich in Bezug auf den Goldschnitt der Seiten und Vergol­dun­gen am Einband zu verste­hen.
Oftmals sind die Bücher schwe­re, in Leder gebun­de­ne Folian­ten. Die Einträ­ge der Gäste werden von Kalli­gra­phen vorge­stal­tet, indem diese Namen des Gastes, Datum und Umstand des Besuchs auf ein Vorblatt schrei­ben.
Wenn ich mir also die obige Beschrei­bung anschaue und mir die drei vorlie­gen­den Bücher anschaue – das ist noch reich­lich Luft nach oben. Als zeitwei­se äußerst wohlha­ben­de Gemein­de sollten wir uns etwas edlere Golde­ne Bücher leisten können, auch wenn die Zahl der Einträ­ge im Vergleich zu frühe­ren Jahren, aus verschie­de­nen Gründen, nachge­las­sen hat. Mögli­cher­wei­se wird es zukünf­tig auch eine Art „Loseblatt-Sammlung“ geben. Es bleibt aber anzumer­ken, dass die Quali­tät und die Anzahl der Einträ­ge nachlie­ßen: Zum einen, weil es weniger Menschen wie Diedrich Bantel und Kuno Gold gibt, die noch in schönen Kalli­graph-Schrif­ten schrei­ben konnten und zum anderen, weil den Besuchern schlicht und einfach, außer der Unter­schrift, nichts Beson­de­res einfiel.

Wilfried „Billie Wichai“ Müller — Billie vom Sonnenberg

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