Wenden wir uns dem Band 3 zu. Nachstehend die Einträge pro Jahr:
(Bemerkenswert: Keinerlei Einträge in den Jahren 2003 und 2004. Dass 2020 und 2021 ebenfalls keine Einträge zu finden sind, ist verständlich – Covid 19 regierte!)
1991 1
1992 2
1993 9
1994 5
1995 1
1996 4
1997 2
1998 1
1999 1
2000 1
2001 3
2002 3
2003 0
2004 0
2005 1
2006 3
2007 6
2008 5
2009 7
2010 2
2011 1
2012 2
2013 3
2014 8
2015 3
2016 4
2017 5
2018 1
2019 2
2020 0
2021 0
2022 1
In Summe 90
1991
Das neue Buch wurde von der Realgenossenschaft anlässlich ihres 125jährigem Jubiläum gestiftet und mit einem schönen Eintrag am 25. Mai 1991 begonnen.

Die Realgenossenschaft wurde 125 Jahre alt und schenkte der Stadt eine neues Goldenes Buch (Archiv Müller)
Prof. Christoph Schurr (Sohn von Karl und Bärbel Schurr) schrieb seinerzeit: „Die 93 Realrechte befinden sich heute im Eigentum von 154 Personen, die nach wie vor zum allergrößten Teil in Oberkochen und der näheren Umgebung leben. Mit Stolz dürfen die Mitglieder der Realgenossenschaft heute auf das in 125 Jahren Erreichte zurückblicken. Dieses Jubiläum ist für die Genossenschaft aber nicht nur mit einem Rückblick verbunden, sondern auch mit einem hoffnungsvollen Blick voraus. Denn 125 Jahre sind für Menschen ein sehr langer Zeitraum, für den Wald nicht einmal ein Baumalter. Hier gilt in besonderer Weise, dass Eigentum verpflichtet, und zwar nicht nur gegenüber den heute Lebenden, sondern auch gegenüber den nachkommenden Generationen, die einmal das ernten werden, was die heutige Generation sät.“
1992
Die Städtepartnerschaft mit Montebelluna wurde feierlich geschlossen. „Eine Stadt mit 31.459 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) im Nordosten Italiens, etwa 67 km nordwestlich von Venedig, in der Provinz Treviso und der Region Venetien. Montebelluna ist Hauptsitz der Schuhfirma Geox, Das Heuwagenrennen, der Palio, hat seinen Ursprung in Montebelluna und sich von dort verbreitet. Beim Europalio geht es darum, mit mehreren Leuten einen Leiterwagen am schnellsten ins Ziel zu ziehen und zu schieben.“

Der feierliche Text zur neuen Städtepartnerschaft (Archiv Müller)
1993
Zum 25jährigen Stadt-Jubiläum gab es einen Festakt. Eine Schülerdelegation mit Lehrerinnen aus Almaty (früher Alma Ata), in Kasachstan gelegen, besuchte uns und das hiesige Gymnasium. Die Kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul feierte ihre 650jähriges Bestehen unter Beteiligung des Studentenchores „Akademi Teologi“ aus Warschau. Auch Bischof Walter Kasper gab sich zu diesem Anlass die Ehre.
Walter Kardinal Kasper (* 5. März 1933 in Heidenheim an der Brenz) ist ein emeritierter Kurien- kardinal und ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Zuvor war er von 1989 bis 1999 Bischof von Rottenburg-Stuttgart. Kasper wuchs in Wangen im Allgäu auf und machte 1952 am Gymnasium Ehingen an der Donau das Abitur. Anschließend studierte er Katholische Theologie und Philosophie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, im Wilhelmsstift Tübingen und an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die katholische Kirchengemeinde wurde 650 Jahre alt und Bischof Dr. Walter Kasper besuchte uns (Archiv Müller)
1994
Bürgermeister Gentsch wurde nach 16 Amtsjahren verabschiedet. Die 10jährige Partnerschaft mit Dives-sur-Mer wurde gefeiert.
1995
Der BaWü-Finanzminister Thomas Schäuble kam vorbei – mit oder ohne Geld?
(* 23. Juli 1948 in Hornberg; † 3. Januar 2013 in Gaggenau). Er war ein deutscher Jurist, Politiker der CDU und Manager. Thomas Schäuble kam 1948 als jüngster von drei Söhnen des CDU-Politikers Karl Schäuble, der von 1947 bis 1952 Abgeordneter im badischen Landtag war, und dessen Frau Gertrud, geb. Göhring, zur Welt. Er war verheiratet und hatte drei Kinder. Seine Frau Brigitte war von 2007 bis 2015 Bürgermeisterin der Stadt Gaggenau. Sein Bruder ist der CDU-Politiker und ehemalige Bundes- finanzminister und ehem. Präsident des Deutschen Bundestages Wolfgang Schäuble.
1996

Manfed Rommel (Von Enslin in der Wikipedia auf Deutsch — Eigenes Werk, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=541148)
Ein Schwergewicht war zu Besuch bei uns. Manfred Rommel, OB der Stadt Stuttgart.
(* 24. Dezember 1928 in Stuttgart; † 7. November 2013 ebenda) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1974 bis 1996 Oberbürgermeister von Stuttgart. Sein Vater Erwin Rommel war Generalfeld-marschall im Zweiten Weltkrieg. Für alle, die es nicht oder nicht mehr wissen (wollen): Die Familie Rommel wohnte einst zeitweise in einem Haus an der Ecke Pahl-/Zapfstraße. (Nähe vom Bahnhof, heute Sanitätshaus Leicht). Erwins Vater hatte in Aalen eine Stelle als Realschulrektor angetreten.
Als OB war seine Maxime: Gegen Adam Riese, also gegen die Logik des Rechnens, kann man nicht Politik machen, ohne mit erheblichen Misserfolgen rechnen zu müssen.
Seine Sprüche – einfach grandios (davon hätte ich etwas im Buch lesen wollen – aber Fehlanzeige):
• Zwei Dinge sind in der Verwaltung zu lernen: Erstens: lerne zu unterschreiben, ohne zu lesen. Zweitens: lerne zu reden, ohne zu denken.
• Der Mensch hat eine besondere Begabung, das, was er in seinem Kopf vorfindet, wahrer anzusehen, als das, was er mit den Augen sehen könnte, wenn er sie aufmachte.
• Einer Gesellschaft, die man damit unterhalten kann, dass zwei Menschen einen Ball hin- und her schlagen, ist alles zuzutrauen.
• Um richtig dumm daherreden zu können, muss man schon akademisch gebildet sein.
• Lieber einmal voll heimkehren, als immer leer ausgehen.
Dr. Alfred Geisel verabschiedete sich als Landtagsvizepräsident und Mitglied des Landtags MdL.
(* 23. Juni 1931 in Tübingen) ist ein deutscher Politiker (SPD). Alfred Geisel Jr. ist der Sohn des Reutlinger Schneidermeisters Alfred Geisel sen. Geisel studierte Rechtswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, wo er 1960 zum Doktor der Rechte promoviert wurde, und war nach dem zweiten Staatsexamen als Staatsanwalt beim Landgericht Ellwangen tätig. Von 1996 bis 2008 war er Vorsitzender der Volkshochschule Aalen und von 1996 bis 2005 auch der örtlichen Arbeiterwohlfahrt. Geisels Sohn Thomas Geisel war von 2014 bis 2020 Oberbürgermeister von Düsseldorf. Seine Tochter Sofie trat als Kandidatin der SPD bei der OB-Wahl in Tübingen im Herbst 2022 an.
Und dann hatten wir in diese Jahr nach Prof. Dr. Martin Bangemann zu Gast.
(* 15. November 1934 in Wanzleben; † 28. Juni 2022 in Saint-Vincent-la-Châtre, Frankreich). Er wurde als Sohn eines Schlossermeisters geboren. Er besuchte die Volks- und Mittelschule, verlor bei Kriegsende beide Eltern und kam danach zu einer Pflegefamilie in Ostfriesland. Er lebte ab Dezember 1945 in Moordorf und ging zunächst zur Oberschule in Aurich. Seine Jugend verbrachte er in Emden, wo er ebenfalls die Oberschule besuchte. Er war von 1984 bis 1988 Bundesminister für Wirtschaft und von 1989 bis 1993 Europäischer Kommissar für den Binnenmarkt bzw. von 1993 bis 1999 für Industriepolitik, Informationstechnik und Telekommunikation.
1997
Minister gingen bei uns ein und aus – in diesem Jahr Dr. Anette Schavan (inzwischen ohne Dr.), damals BaWü-Minister für Kultur. Jugend und Sport – übrigens, früher hieß das Frau Minister.
(* 10. Juni 1955 in Jüchen, Kreis Grevenbroich) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Von 1995 bis 2005 war sie Ministerin für Kultur, Jugend und Sport in Baden-Württemberg. Sie war von 2005 bis 2014 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2005 bis 2013 war sie Bundesministerin für Bildung und Forschung. Von diesem Amt trat sie nach der Aberkennung ihres Doktorgrads zurück. Von Juli 2014 bis Ende Juni 2018 war sie deutsche Botschafterin beim „Heiligen Stuhl“ (eines meiner Lieblings-wörter).
1998
Bürgermeister Traub wurde Ehrenbürger von Montebelluna. Der Vors. Dir. Des Zentralrats der Juden in Deutschland. Ignaz Bubis, war zu Gast. (* 12. Januar 1927 in Breslau; †13. August 1999 in Frankfurt am Main). Bubis war das jüngste von sieben Kindern. Sein Vater Jehoshua Josef Bubis war Angestellter einer Schifffahrtsgesellschaft, die Mutter Hannah geb. Bronspiegel war Hausfrau. Bubis Eltern waren 1919 aus Russland nach Deutschland gekommen. Als mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten eine judenfeindliche Politik einsetzte und es auch zu Tätlichkeiten gegen die Familie Bubis kam, verließ diese 1935 Breslau und zog nach Dęblin in Polen. Nach der Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg war die Familie Bubis wieder deutscher antisemitischer Verfolgung ausgesetzt. Im Februar 1941 musste Bubis mit seinem Vater ins Dębliner Ghetto ziehen. Die Mutter war 1940 an Krebs gestorben. Vom Judenrat des Ghettos wurde Bubis als Postbote beschäftigt. 1942 wurde der Vater in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet. Auch Ignatz Bubis’ Bruder und eine Schwester wurden von den Nationalsozialisten umgebracht. Bubis selbst wurde Ende 1944 in das Zwangsarbeitslager bei Tschenstochau gebracht, wo er in einer Munitionsfabrik arbeitete. Am 16. Januar 1945 wurde das Lager von der Roten Armee befreit. Aufgrund seiner Verschleppung durch die Nationalsozialisten konnte Bubis nur sechs Jahre lang Schulen besuchen. Er eignete sich in Folge sein gesamtes Wissen selbst an.
2000
Ein Schwergewicht aus Stuttgart kam aus der Landeshauptstatt herüber – MP Erwin Teufel.
(* 4. September 1939 in Rottweil) ist ein deutscher Politiker der Christlich Demokratischen Union Deutschlands. Von 1991 bis 2005 war er Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg und Vorsitzender des CDU-Landesverbandes. Teufel wuchs als Sohn eines Landwirts in Zimmern ob Rottweil auf und besuchte das Albertus-Magnus-Gymnasium in Rottweil. Er verließ die Schule mit der Mittleren Reife. Danach absolvierte er eine Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst, die er 1961 mit der Staatsprüfung als Verwaltungswirt beendete. Mit der Umwandlung der Verwaltungsfachschule Haigerloch im Jahre 1971 in eine Verwaltungs-Fachhochschule wurde den Absolventen nachträglich der akademische Grad Diplom-Verwaltungswirt (FH) verliehen. Im Oktober 2005 begann Teufel ein Philosophiestudium an der kirchlichen Hochschule für Philosophie München, das er 2008 aufgab, als er in den Deutschen Ethikrat berufen wurde.
2001
Die Kolpingsfamilie feierte ihr 75jähriges Jubiläum mit einem Empfang von Ehrengästen.
2002
Was es alles so für Ehrenzeichen gibt. Der BaWü-Staatsminister und Min. für europäische Angelegenheiten überreichte die Ehrenfahne zum 50jährigen Jubiläum unseres Bundeslandes – heute „The Länd“ genannt. „Die Zimmerfahne trägt das große Landeswappen mit Greif und Hirsch und ist in den Farben schwarz und gelb des Landes Baden-Württemberg gehalten. Die Ehrengabe gilt als Auszeichnung für Kommunen und Einrichtungen, die sich um das Bundesland Baden-Württemberg, seine Tradition und Kultur verdient gemacht haben.
Besser als jede Marketingaktion ist es ein Lied zu schreiben:
Das Lied der Schwaben
Kennst Du das Land wo keiner lacht,
Wo man aus Weizen Spätzle macht.
Wo jeder zweite Karle heißt,
Wo man noch übern Balken sch…..,
Wo jede Bank ein Bänkle ist
Und jeder Zug ein Zügle,
Wo man den Zwiebelkuchen frisst
Und Moscht sauft aus dem Krügle,
Wo “daube Sau“, “Leck mich am Arsch“
In keinem Satz darf fehlen.
Wo sich die Menschen pausenlos
Mit Ihrer Arbeit quälen,
Wo jeder auf sein Häusle spart,
Hat er auch nichts zu kauen,
Und wenn er vierzig, fünfzig ist,
Dann fängt er an zu bauen !
Doch wenn er endlich fertig ist,
Schnappt ihm das A…..loch zu !
O Schwabenland, gelobtes Land,
Wie wunderbar bist du.
2005
Und wieder kam ein Ministerpräsident von Stuttgart auf die Ostalb Günther Hermann Oettinger.
(* 15. Oktober 1953 in Stuttgart). Er ist ein deutscher Politiker (CDU) und seit 2021 Präsident der EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Von 2010 bis 2019 gehörte er der EU-Kommission an, zunächst bis 2014 als Kommissar für Energie, von 2014 bis 2016 als Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft sowie zuletzt von 2017 bis 2019 als Kommissar für Haushalt und Personal. Von 2005 bis 2010 war er Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg. Oettinger ist evangelisch und wuchs in Ditzingen auf, wo sein Vater Hermann Oettinger eine Steuer- und Unternehmensberatungskanzlei betrieb und für die FDP dem Gemeinderat angehörte. Nach dem Abitur 1972 am Gymnasium Korntal-Münchingen studierte Oettinger Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Universität Tübingen.“
Natürlich gibt es über ihn auch einiges interessantes „Nebensächliches“ zu berichten:
„……Es stimmt, Paris ist ein Kopfbahnhof, Gare de l’Est. Warum? Weil es westlich von Paris keine Menschen mehr gibt, sondern (nur) Kühe und Atlantik……
……bei einem Neujahrsempfang der CDU in Markgröningen sagte er, dass das „Scheiß-Privatfernsehen“ eine Mitschuld an der zunehmenden Gewaltbereitschaft von Jugendlichen habe…..
…..unvergessen seine Rede aus dem Jahr 2009, die er in Berlin auf Englisch gehalten hat, und im Internet ein Renner wurde. Der Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider bezeichnete Oettingers Rede als „das Grausamste, was man jemals in englischer Sprache auf der nördlichen Erdhalbkugel hören musste“.
2006 erhielt er vom Verein Deutsche Sprache den Negativtitel „Sprachpanscher des Jahres“. Anlass waren seine Äußerungen in einem SWR-Interview vom November 2005: „Englisch wird die Arbeitssprache. Deutsch bleibt die Sprache der Familie und der Freizeit, die Sprache, in der man Privates liest.
2006

Bundestagswahl 2025 – Wahlabend der CDU (Wikipedia
Es kam ein Politiker zu uns, wie es heute leider nicht mehr viele gibt. Keiner der Studienabbrecher, die in der Politik ihr Heil suchen, sondern einer, der sich hochgearbeitet hat – NRW-Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales Karl-Josef Laumann. Mehr Menschen wie er wären eine Bereicherung des völlig überzogenen Bundestags: Wir haben, nach China, das größte Parlament der Welt! (Stand 2021: 1) 2.980 Abgeordnete – China 2) 735 Abgeordnete – Deutschland 3) 692 Abgeordnete – Indonesien 4) 687 Abgeordnete – Nordkorea 5) 650 Abgeordnete – Vereinigtes Königreich.
(* 11. Juli 1957 in Riesenbeck). Er ist ein Politiker der CDU. Laumann und seine zwei Brüder wuchsen in Birgte in einer konservativ-katholisch geprägten Landwirtsfamilie auf. Er besuchte von 1968 bis 1974 die Harkenberg-Hauptschule in Hörstel, die er mit dem Hauptschulabschluss (Typ 10 A) abschloss. Wie sein Vater wollte auch Laumann zunächst Landwirt werden. Als der ältere Bruder den Hof übernahm, entschied er sich für eine Berufsausbildung zum Maschinenschlosser. Schon während seiner Ausbildung, die er bis 1977 absolvierte, wurde Laumann Mitglied der IG Metall. Seinen Wehrdienst (letzter Dienstgrad Obergefreiter) leistete er bis 1978 ab. Von 1978 bis 1990 war Laumann als Maschinenschlosser bei der Niemeyer Agrartechnik GmbH in Hörstel-Riesenbeck tätig. In dieser Zeit war er auch als Betriebsrat im Unternehmen aktiv. Mit seiner Ehefrau Agnes Laumann wohnt er in Riesenbeck und ist Vater von drei erwachsenen Kindern. Laumann war der erste Spitzenbeamte in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, der mit einem Hauptschulabschluss und ohne akademische Qualifikation zum beamteten Staatssekretär auf Bundesebene ernannt wurde.
Nach vielen Jahrzehnten kam er wieder nach Oberkochen – Erhard Eppler. 1969, und das war damals ein richtiger demokratischer Eklat, durfte er bei seinem Besuch nicht im Bürgersaal sprechen, sondern musste es bei einem Eintrag im Goldenen Buch der Stadt belassen. Der Gemeinderat hatte Fracksausen vor Unruhen und Demonstrationen. Im Jahr 2006 gab es dann kein Problem mehr:
Unter dem Titel „Eine Welt im Wandel — was braucht ein zukunftsfähiges Grundsatzprogramm der SPD?“ stellte er am Samstag, 11. November, ab 17 Uhr im Bürgersaal die Leitgedanken des neuen Grundsatzprogrammes vor.
„Einst galt Erhard Eppler in seiner Partei als Unruhestifter. Doch manches von dem, was der Vordenker sagte, bewahrheitete sich später. Nun ist das Urgestein der SPD gestorben. Malu Dreyer nannte ihn einen brillanten Denker und messerscharfen Analysten. «Er war ein Gscheitle», sagte Baden-Württembergs MP Winfried Kretschmann. Gesine Schwan sagte, Eppler habe oft wie eine “Kassandra” gewirkt. Kassandra sieht in der griechischen Mythologie das Unheil voraus, aber sie wird nicht gehört. An ihm kann man sehen, dass man der Sache nach recht behalten kann, auch wenn man keine Mehrheiten bekommen hat.
Bald geht’s weiter mit dem 5ten und letzten Teil.
Wilfried „Billie Wichai“ Müller — Billie vom Sonnenberg