Wenden wir uns dem Band 2 zu. Nachstehend die Einträge pro Jahr:
1968 6
1969 4
1970 1
1971 3
1972 4
1973 3
1974 1
1975 3
1976 10
1977 7
1978 10
1979 8
1980 7
1981 7
1982 4
1983 7
1984 8
1985 4
1986 5
1987 10
1988 3
1989 4
1990 3
In Summe 122
1968
Am 29. Juni 1968, anlässlich der Stadterhebung wurde der zweite Band eröffnet und die ersten Einträge gebührten Innenminister und stellv. Ministerpräsident Walter Krause und Regierungspräsident NordWttbg. Friedrich Roemer.
Anlässlich des Todes von Walter Krause. (* 21. Dezember 1912 München † 04. Dezember 2000 Mannheim) lesen wir: „Als Dreizehnjähriger kam er mit seiner Familie nach Mannheim, wo er von 1926 bis 1931 die Oberrealschule absolvierte. Anschließend studierte er bis 1936 Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität Heidelberg und bestand 1936 das Staatsexamen für das höhere Lehramt. Wegen seiner politischen Tätigkeit vor 1933 bei der sozialistischen Studentenjugend, für die er zeitweise sogar als Kurier einer Widerstandsgruppe im Einsatz war, kam er bald mit den Nazis in Konflikt. Trotz bestandenen Staatsexamens konnte er die Lehrerlaufbahn nicht einschlagen. Stattdessen wandte er sich dem Studium der Meteorologie zu. Krause war einer der “großen Landespolitiker” gewesen, die den Aufbau von Baden-Württemberg mitgestaltet hätten. Seine Geradlinigkeit, sein unermüdlicher Fleiß und sein umfassendes Wissen haben ihm über die Partei- und Landesgrenzen hinaus Respekt und Bewunderung eingebracht. Krause war 1945 in die SPD eingetreten. 1952 wurde er Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung in Stuttgart und gehörte dann 28 Jahre lang bis 1980 als Abgeordneter dem Landtag an. Der SPD-Politiker war im Jahr 1966 maßgeblich an der Bildung der Großen Koalition mit der CDU in Baden-Württemberg beteiligt. Er war bis 1972 Innenminister und gleichzeitig stellvertretender Ministerpräsident. Der frühere Bürgermeister von Mannheim war zwischen 1966 und 1968 auch Landesvorsitzender der Sozialdemokraten im Südwesten.“
Friedrich Roemer
(* 2. Juni 1912 in Stuttgart; † 18. Mai 1996 in Esslingen am Neckar) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Regierungspräsident. „Friedrich Roemer war der Urenkel von Friedrich von Römer. Er begann 1934 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Eberhard Karls Universität Tübingen und gehörte der Akademischen Verbindung Igel Tübingen an. Roemer bestand 1938 seine erste juristische Staatsprüfung und 1943 die zweite Staatsprüfung. Von 1945 bis 1949 war Friedrich Roemer Leiter der Hauptabteilung 1 (Kanzleidirektor) beim Staatssekretariat für Innere Angelegenheiten in Württemberg-Hohenzollern. 1949 wurde er Landrat des Landkreises Balingen. In diesem Amt blieb er, bis er 1967 Regierungspräsident im Regierungsbezirk Nordwürttemberg wurde. Nach der Auflösung dieses Bezirks übernahm er dieselbe Aufgabe im nachfolgenden Regierungsbezirk Stuttgart, 1977 ging er in Pension. 1972 erhielt Roemer das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1977 das Große Bundesverdienstkreuz.
Im Juli trugen sich Geistliche, die aus Oberkochen stammten oder damals hier tätig waren, ein.

Oberkochner Geistliche trugen sich während eines gemeinsamen Treffens ebenfalls ein (Archiv Müller)
Es folgen Einträge des Württ. Gemeindetags. Er engagiert sich für seine Mitglieder – kreisangehörige Städte und Gemeinden. Er ist ein kompetenter Interessenvertreter, starker Repräsentant und unabhängiger Partner. Für die kommunalen Belange setzt er sich auf sämtlichen politischen Ebenen ein.
Des Weiteren finden wir den „Generaldirector of Technical Education Saudi-Arabien“
1969
Der Landkreistag gibt sich die Ehre, seine Sitzung bei uns abzuhalten. Heute nennen wir das Gremium „Kreistag“ und er ist die Vertretung der Einwohner und das Hauptorgan des Landkreises. Er legt die Grundsätze für die Verwaltung des Landkreises fest und entscheidet über alle Angelegenheiten des Landkreises, soweit nicht der Landrat kraft Gesetzes zuständig ist oder ihm der Kreistag bestimmte Angelegenheiten überträgt. Er besteht aus dem Landrat als Vorsitzendem und den von den wahlberechtigten Einwohnern gewählten Kreisräten. Der Kreistag wird auf Dauer von 5 Jahren gewählt.
Auch die Jagdbehörde besuchte uns in diesem Jahr. Jagdbehörden sind Verwaltungsbehörden, die örtlich und sachlich für den Vollzug der jagdrechtlichen Vorschriften, darunter Bundesgesetze, und die jeweiligen Landesjagdgesetze und der aufgrund dieser Gesetze erlassenen Rechtsverordnungen zuständig sind.

Erhard Eppler und BM Gustav Bosch mit großem Gefolge auf dem Weg ins Rathaus (Archiv Rathaus)
Es besuchte uns der damalige Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit Erhard Eppler. (* 9. Dezember 1926 in Ulm; † 19. Oktober 2019 in Schwäbisch Hall). Er war ein deutscher Politiker der SPD. Eppler hatte in den 1970er und 1980er Jahren diverse Führungsämter in der SPD inne und war von 1968 bis 1974 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Von 1961 bis 1976 war er Abgeordneter im Bundestag, danach bis 1982 des baden-württembergischen Landtags. Zudem war er nach seiner politischen Laufbahn im Umfeld der evangelischen Kirche tätig, unter anderem mehrfach als Kirchentagspräsident, und war eine der herausragenden Persönlichkeiten der Friedensbewegung der 1980er Jahre.“
Im gleichen Jahr schaute der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein vorbei. „Helmut Bernhard Julius Lemke genannt von Soltenitz. (* 29. September 1907 in Kiel; † 15. April 1990 in Lübeck). Er war ein deutscher Politiker (NSDAP und CDU). Er war von 1954 bis 1955 Kultusminister, von 1955 bis 1963 Innenminister und von 1963 bis 1971 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein. Von 1971 bis 1983 war er Präsident des Landtages von Schleswig-Holstein.
1971
Ein großes Fest wurde gefeiert. Aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Opt. Werke Carl Zeiss trafen sich die Familien „Zeiss“ in Oberkochen zu ihrem 10. Familientreffen und über 100 Teilnehmer haben sich eingetragen. Unter „Zeiss-Familienforschung“ finden wir dazu folgenden Text:
„Seit bereits mehr als 70 Jahren gibt es einen Sippen- oder Familienverband von Namensträgern des Namens “Zeiss” — auch mit den Schreibweisen Zeis, Zeiß, Zeihs, Zeyß u.a. -, die sich der Ahnenforschung verschrieben haben. Aus 26 Sippenzweigen (siehe Zeiss Sippenzweige) des Fränkischen Geschlechts, die ihre Wurzeln in “Unterfranken — Südthüringen” haben, sind heute ca. 200 Familien dieses Namens, oder deren direkte Nachkommen, aktiv bemüht, ihre Wurzeln und verwandtschaftlichen Verbindungen zu erforschen. Dabei sind Verbindungen nicht nur zu den verschiedensten Orten Deutschlands urkundlich belegt, in denen “Zeise” leben und lebten, sondern u.a. auch nach USA, Frankreich, Belgien, Holland, Schweiz und Österreich. Durch Treffen im dreijährigen Turnus werden die Familienbande gepflegt und neue Forschungsergebnisse ausgetauscht. Die Zeiss-Familienforschung geht auf erste Nachforschungen schon vor 1900 durch ERNST ZEIS zurück. Anfang der 30er Jahre brachte Dr. FRIEDRICH ZEIS seine eigenen Nachforschungen ein und fortan wurden die Ergebnisse zusammengeführt. Im Jahre 1934 fand das erste Familientreffen in Dresden statt, dem dann, nur unterbrochen von den Kriegs- und Nachkriegsjahren, im Turnus von 3 Jahren, bis in die heutige Zeit weitere Treffen mit stets hoher Beteiligung vieler Namensvettern folgten. Einem der 26 Sippenkreise — der “Thüringer Linie” — gehörte auch Carl Zeiss aus Jena an, der durch sein Werk den Namen Zeiss weltweit berühmt gemacht hat. Seine Urenkelinnen, Frau Dr. Kathrin Siebert und Dr. Anneliese Seeliger-Zeiss gehören heute natürlich auch dem Familienverband an. Der jetzige Sprecher des Sippenverbandes, Christian H. Zeiss — ein Namensträger aus der Familie von Carl Zeiss -, hat die Einbindung der sehr umfangreichen Forschungsergebnisse der Familie in das Firmenarchiv der Carl Zeiss Werke in Jena veranlasst. Zuvor war unser Familienarchivar Armin Hornburg viele Jahre lang unermüdlich für den Familienverband tätig gewesen. Wir sind sehr dankbar, dass diese wertvollen Schätze nun im Firmenarchiv der Carl Zeiss AG in Jena eine neue Heimat gefunden haben, wo sie fachlich hervorragend betreut und damit der Nachwelt und der Familienforschung erhalten bleiben. Kontakt: in**@*********************ng.de.“
Im gleichen Jahr war der BaWü Minister für Bundesangelegenheiten Adalbert Seifriz vor Ort.
(* 22. August 1902 in Neresheim; † 23. Februar 1990 in Stuttgart). Er war ein deutscher Politiker (CDU). Er besuchte die Schule in Ehingen (Donau), Blaubeuren und Ulm, wo er am humanistischen Humboldt-Gymnasium das Abitur machte. Dann studierte er ab 1922 Jura in Tübingen, Heidelberg und Kiel und schloss das Studium 1925 mit dem ersten Staatsexamen ab. In Tübingen wurde Seifriz Mitglied der katholischen Studentenverbindung AV Guestfalia im CV. Er promovierte 1926 mit der Arbeit Die staatsrechtliche Stellung des württembergischen Staatspräsidenten zum Dr. jur. 1930 wurde er Leiter des Arbeitsamts Schwäbisch Gmünd und 1939 des Arbeitsamts in Aussig. Nach dem Krieg war er zunächst Textilvertreter, dann Referent beim Wirtschaftsministerium in Württemberg-Baden (1946–1954), bevor er 1955 die Leitung des Landesgewerbeamts und zwei Jahre später des Landesarbeits-amts Baden-Württemberg übernahm. 1960 zog er als Abgeordneter in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Am 31. August 1963 legte er sein Mandat nieder. 1963 wurde er von Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger zum Staatssekretär und Bevollmächtigten des Landes Baden-Württemberg beim Bund berufen. Dieses Amt versah er ab 1966 auch unter Ministerpräsident Hans Filbinger, dann war er Minister im Staatsministerium für Bundesangelegenheiten. Nach der Landtagswahl 1972 zog sich Seifriz altershalber aus der aktiven Politik zurück, blieb aber noch politischer Berater von Filbinger und dann auch von Lothar Späth.
1972
Der BaWü-Finanzminister gab sich die Ehre – bei Carl Zeiss und der Stadt. Robert Gleichauf (* 4. April 1914 in Oberndorf am Neckar; † 25. Oktober 1992 ebenda) war ein deutscher Politiker (CDU) Er war Sohn einer Arbeiterfamilie. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine Mechanikerlehre. Er arbeitete seit 1928 als Mechaniker bei der Mauser-Werke AG in Oberndorf und war dort später als Werksmeister in der Versuchsabteilung tätig. Zwischenzeitlich leistete er zwei Jahre Wehrdienst. Gleichauf war seit 1946 Betriebsratsvorsitzender der Mauser-Werke AG. Nach der Demontage des Betriebes arbeitete er seit Oktober 1949 als Angestellter beim Arbeitsamt in Rottweil, Nebenstelle Oberndorf. Dort schloss er sich der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) an. Am 25. Oktober 1992 starb er in Oberndorf am Neckar. Robert Gleichauf war verheiratet und hatte elf Kinder. 1952 zog er als Abgeordneter in den baden-württembergischen Landtag ein, dem er für sieben Legislaturperioden ohne Unterbrechungen bis 1980 angehörte. Hier war er von 1956 bis 1968 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Der Landtag wählte ihn 1954 zum Mitglied der zweiten Bundesversammlung, die 1954 Theodor Heuss zum zweiten Bundesversammlung wählte. Gleichauf wurde am 12. Juni 1968 als Finanzminister in die von Ministerpräsident Hans Filbinger geführte Regierung des Landes Baden-Württemberg berufen und am 11. Mai 1978 zusätzlich zum Stellvertreter des Ministerpräsidenten ernannt. Er blieb auch unter der Regierung Lothar Späth im Amt, bis er am 4. Juni 1980 aus der Landesregierung ausschied. Anschließend zog er sich aus persönlichen Gründen aus der aktiven Politik zurück.

Der Regierende Bürgermeister aus Berlin Klaus Schütz beim Eintrag ins Buch (Archiv Rathaus)
Der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Schütz schaute vorbei. (* 17. September 1926 in Heidelberg ; † 29. November 2012 in Berlin). Er war ein deutscher Politiker (SPD). Vom 19. Oktober 1967 bis zum 2. Mai 1977 war er Regierender Bürgermeister von Berlin. Er war ein enger Vertrauter von Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) und hatte ihn vor seinem Amt in Berlin als Staatssekretär ins Auswärtige Amt begleitet. Später war er deutscher Botschafter in Israel und Intendant der Deutschen Welle. Die Berliner mochten ihn. Aber ein Volkstribun war er nie. Die APO-Rebellion gegen den Vietnam-Krieg der Schutzmacht Amerika (“Brecht dem Schütz die Gräten, alle Macht den Räten!”), die Ostpolitik kontra Antikommunismus, miese kleine Filzaffären, Selbstzerfleischung der SPD, kleinkarierter Streit in der SPD/FDP-Koalition — das kostete viele, viele Wählerstimmen. Er wollte den “Geist der Nörgelei” aus der Stadt vertreiben, er hielt das Kleine nicht für groß: “Und an einem bestimmten Punkt wollte ich nicht mehr kämpfen.” Sein “Tiefststand” war 1975 die Entführung des CDU-Chefs Peter Lorenz, mit dem er befreundet war. Schütz hatte entscheidenden Anteil daran, dass Lorenz gegen terroristische Häftlinge ausgetauscht wurde. Nicht alle in Bonn und Berlin waren dafür: “Ich wäre zurückgetreten, hätte man Lorenz ermordet“.
In diesem Jahr fand die erste Sportlerehrung der Stadt Oberkochen statt und daher fand dieses Event den Weg ins Buch.
1973
Die Boxer waren wieder zu Besuch, dieses Mal die Meisterstaffeln der Süddtsch. Jugendlichen und Junioren. Waldemar „Waldi“ Spindler sorgte schon immer dafür, dass seine Boxer in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden.
1974
Der Ba-Wü Minister für Bundesangelegenheiten Eduard Adorno war hier. (* 31. Oktober 1920 in München; † 28. Dezember 2000 in Bad Wörishofen). Er war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1961 bis 1972 Mitglied des Deutschen Bundestages, von 1967 bis 1969 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung und von 1972 bis 1980 Minister für Bundesangelegenheiten im Staatsministerium Baden-Württemberg und Bevollmächtigter des Landes Württemberg beim Bund. Nach seinem Abitur 1940 am Maristenkolleg in Mindelheim wurde er als Gebirgsjäger in die Wehrmacht eingezogen. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Unteroffizier (Reserveoffiziersanwärter) eines Artillerieverbandes an der West- und Ostfront und wurde 1944 in der Normandie schwer verwundet. Er geriet in Kriegsgefangenschaft, aus der er noch vor Kriegsende fliehen konnte. Ab 1946 studierte er Landwirtschaft an der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim und schloss 1950 als Diplomlandwirt ab. Dort wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Carolingia im CV. 1951 übernahm er die Leitung des elterlichen Obst- und Hopfengutes Kaltenberg bei Tettnang. Von 1959 bis 1963 war er Vorsitzender des Verbandes deutscher Hopfenpflanzer und anschließend bis 1967 Vizepräsident des Europäischen Hopfenbaubüros in Straßburg. Zudem war er von 1961 bis 1967 auch Präsident des Ausschusses der Hopfenerzeuger des Gemeinsamen Marktes und ab 1962 Vorsitzender des Arbeitskreises Bodenseeobst. Nach seinem Ausstieg aus der Politik 1980 wurde Adorno Weingutsbesitzer in Kalifornien.

Die erste Frau Minister, Annemarie Griesinger, from Schuagrt aus “The Länd” zu Besuch bei uns, wurde mit dem OKO-Buch beglückt (Archiv Rathaus)
1975
Die erste Ministerin war bei uns zu Besuch, Annemarie Griesinger, geborene Roemer.
(* 21. April 1924 in Markgröningen, Württemberg; † 20. Februar 2012 in Bad Urach, Baden-Württemberg). Sie war eine deutsche Sozialpolitikerin (CDU). Von 1964 bis 1972 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1972 bis 1980 baden-württembergische Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung. Annemarie Griesinger war ab 1972 als erste Frau im Kabinett des Landes Baden-Württemberg vertreten. Ministerpräsident Hans Filbinger berief sie nach der Landtagswahl als Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung in sein Kabinett. Dieses Amt hatte sie bis 1980 inne. Sie setzte sich in dieser Zeit unter anderem für ein flächendeckendes System von Sozialstationen und Behindertenwerkstätten ein. Danach war sie von 1980 bis 1984 Ministerin für Bundesangelegenheiten im Staatsministerium Baden-Württemberg und Bevollmächtigte des Landes in Bonn sowie Europabeauftragte der Landesregierung. Von 1981 bis 1990 war sie Landesvorsitzende der Europa-Union Baden-Württemberg und wurde aufgrund ihres Engagements für Europa und die Europa-Union zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Aufgrund ihrer Geselligkeit erhielt sie den Beinamen „Feschtles-Marie“ (schwäbische Betonung auf der ersten Silbe von Marie).
Der Minister für Forschung und Entwicklung gab sich die Ehre Hans Hermann Matthöfer.
(* 25. September 1925 in Bochum; † 14. November 2009 in Berlin). Er war ein deutscher Politiker (SPD). Er war von 1974 bis 1978 Bundesminister für Forschung und Technologie, von 1978 bis 1982 Bundesminister der Finanzen und 1982 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Matthöfer zunächst eine kaufmännische Lehre und nahm dann von 1943 bis 1945 als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. Nach dem Krieg bestand er 1946 die Dolmetscher-Prüfung für Englisch. 1948 begann er nach einer Zulassungsprüfung ein Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Frankfurt am Main und Madison (Wisconsin), USA, welches er 1953 als Diplom-Volkswirt beendete. Während seines Studiums in den USA war er durch seinen Lehrer Jack Barbash mit den Ideen und der Praxis der betriebsnahen Gewerkschaftsarbeit (workplace unionism) vertraut gemacht worden, die er bei seiner späteren Tätigkeit bei der IG Metall zu nutzen verstand.
1976
Es kam die Staatssekretärin im Kultusministerium Rheinland-Pfalz Hanna-Renate Laurien.
(* 15. April 1928 in Danzig; † 12. März 2010 in Berlin). Sie war eine deutsche Gymnasiallehrerin und Politikerin (CDU). Sie war von 1976 bis 1981 Kultusministerin in Rheinland-Pfalz, von 1981 bis 1989 Schulsenatorin von Berlin und von 1991 bis 1995 Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin. Als Oberstudiendirektorin der Königin-Luise-Schule in Köln von 1965 bis 1970 sorgte sie 1967 dafür, dass eine schwangere Schülerin entgegen damals geltenden Gesetzen zum Abitur zugelassen wurde. Ebenso setzte sie ein Jahr später durch, dass eine schwangere, unverheiratete Lehrerin keine Disziplinarstrafe erhielt und nicht versetzt wurde. Wegen ihres resoluten Auftretens als Berliner Schulsenatorin wurde Hanna-Renate Laurien in den 1980er Jahren auch mit dem Spitznamen „Hanna Granata“ bezeichnet.

Leitz feierte im Jahr 1976 sein 100jähriges Jubiläum und der Reden wurden gar viele gehalten (Archiv Rathaus)
Ein großes Jubiläum wurde in unserer Stadt gefeiert. „Meine“ Firma „LEITZ“ wurde 100 Jahre alt und ich war nicht dabei – ich war zu der Zeit im Auftrag der Bundesrepublik mit „meinem“ Schiff „Zerstörer Mölders“ auf Dienstfahrt, um in den USA in New York anlässlich der 200-Jahrfeier an der „Fritz-Steuben-Parade“ teilzunehmen. Im Jahre 1876 legte Zeugschmiedemeister Albert Leitz mit seiner Werkstatt für Handbohrer, Hobelmesser und Beile in Oberkochen den Grundstein zur heutigen Leitz GmbH & Co. KG. Aus diesen Anfängen ging 1884 die Württembergische Holzbohrer-Fabrik A. Leitz hervor, die um die folgende Jahrhundertwende als zweite Produktlinie maschinengetriebene Werkzeuge entwickelte. Am 28. Oktober wurde das Jubiläum groß im Bürgersaal gefeiert.
1977
Am 24. Juli wurde Schwester Aspedia mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Regierungspräsident Manfred Bulling, als solcher Vermittler zwischen Region und Regierung, beim Eintrag (Archiv Rathaus)
Der Regierungspräsident Manfred Bulling trug sich ebenfalls ein. (* 12. Januar 1930 in Erfurt; † 17. Juni 2015 in Schwieberdingen). Er war er ein Jurist und Erfinder und war von 1977 bis 1989 parteiloser Regierungspräsident des Regierungsbezirks Stuttgart. Manfred Bulling schloss sein 1949 in Tübingen begonnenes Studium der Rechtswissenschaft 1955 mit der Dissertation Die Entwicklung der Dienststrafgerichtsbarkeit nach 1945 im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ab. Von 1957 bis 1959 arbeitete er in den Landratsämtern Böblingen und Ludwigsburg, dann wechselte er für die Jahre 1959 bis 1961 ins Bundesministerium des Innern. Von dort führte ihn sein beruflicher Weg von 1961 bis 1962 ins Regierungspräsidium Freiburg, ehe er von 1962 bis 1969 im Innenministerium Baden-Württemberg beschäftigt wurde. Von 1969 bis 1977 war Bulling im Staatsministerium Baden-Württemberg bei Ministerpräsident Hans Filbinger Generalreferent für die Verwaltungsreform und später Abteilungsleiter „Landespolitik“. Von 1977 bis 1989 war er Regierungspräsident des Regierungsbezirks Stuttgart. Schwerpunkte: Natur- und Umweltschutz, Denkmalschutz, Verbraucher-schutz und Verkehr.
Bald geht’s weiter mit dem 3ten Teil.
Wilfried „Wichai“ Müller — Billie vom Sonnenberg