Wenden wir uns dem Band 2 zu. Nachste­hend die Einträ­ge pro Jahr:
1968 6
1969 4
1970 1
1971 3
1972 4
1973 3
1974 1
1975 3
1976 10
1977 7
1978 10
1979 8
1980 7
1981 7
1982 4
1983 7
1984 8
1985 4
1986 5
1987 10
1988 3
1989 4
1990 3

In Summe 122

1968
Am 29. Juni 1968, anläss­lich der Stadt­er­he­bung wurde der zweite Band eröff­net und die ersten Einträ­ge gebühr­ten Innen­mi­nis­ter und stellv. Minis­ter­prä­si­dent Walter Krause und Regie­rungs­prä­si­dent NordWttbg. Fried­rich Roemer.

Anläss­lich des Todes von Walter Krause. (* 21. Dezem­ber 1912 München † 04. Dezem­ber 2000 Mannheim) lesen wir: „Als Dreizehn­jäh­ri­ger kam er mit seiner Familie nach Mannheim, wo er von 1926 bis 1931 die Oberre­al­schu­le absol­vier­te. Anschlie­ßend studier­te er bis 1936 Mathe­ma­tik und Natur­wis­sen­schaf­ten an der Univer­si­tät Heidel­berg und bestand 1936 das Staats­examen für das höhere Lehramt. Wegen seiner politi­schen Tätig­keit vor 1933 bei der sozia­lis­ti­schen Studen­ten­ju­gend, für die er zeitwei­se sogar als Kurier einer Wider­stands­grup­pe im Einsatz war, kam er bald mit den Nazis in Konflikt. Trotz bestan­de­nen Staats­examens konnte er die Lehrerlauf­bahn nicht einschla­gen. Statt­des­sen wandte er sich dem Studi­um der Meteo­ro­lo­gie zu. Krause war einer der “großen Landes­po­li­ti­ker” gewesen, die den Aufbau von Baden-Württem­berg mitge­stal­tet hätten. Seine Gerad­li­nig­keit, sein unermüd­li­cher Fleiß und sein umfas­sen­des Wissen haben ihm über die Partei- und Landes­gren­zen hinaus Respekt und Bewun­de­rung einge­bracht. Krause war 1945 in die SPD einge­tre­ten. 1952 wurde er Mitglied der Verfas­sungs­ge­ben­den Landes­ver­samm­lung in Stutt­gart und gehör­te dann 28 Jahre lang bis 1980 als Abgeord­ne­ter dem Landtag an. Der SPD-Politi­ker war im Jahr 1966 maßgeb­lich an der Bildung der Großen Koali­ti­on mit der CDU in Baden-Württem­berg betei­ligt. Er war bis 1972 Innen­mi­nis­ter und gleich­zei­tig stell­ver­tre­ten­der Minis­ter­prä­si­dent. Der frühe­re Bürger­meis­ter von Mannheim war zwischen 1966 und 1968 auch Landes­vor­sit­zen­der der Sozial­de­mo­kra­ten im Südwes­ten.“
Fried­rich Roemer
(* 2. Juni 1912 in Stutt­gart; † 18. Mai 1996 in Esslin­gen am Neckar) war ein deutscher Verwal­tungs­ju­rist und Regie­rungs­prä­si­dent. „Fried­rich Roemer war der Urenkel von Fried­rich von Römer. Er begann 1934 ein Studi­um der Rechts­wis­sen­schaf­ten an der Eberhard Karls Univer­si­tät Tübin­gen und gehör­te der Akade­mi­schen Verbin­dung Igel Tübin­gen an. Roemer bestand 1938 seine erste juris­ti­sche Staats­prü­fung und 1943 die zweite Staats­prü­fung. Von 1945 bis 1949 war Fried­rich Roemer Leiter der Haupt­ab­tei­lung 1 (Kanzlei­di­rek­tor) beim Staats­se­kre­ta­ri­at für Innere Angele­gen­hei­ten in Württem­berg-Hohen­zol­lern. 1949 wurde er Landrat des Landkrei­ses Balin­gen. In diesem Amt blieb er, bis er 1967 Regie­rungs­prä­si­dent im Regie­rungs­be­zirk Nordwürt­tem­berg wurde. Nach der Auflö­sung dieses Bezirks übernahm er diesel­be Aufga­be im nachfol­gen­den Regie­rungs­be­zirk Stutt­gart, 1977 ging er in Pensi­on. 1972 erhielt Roemer das Bundes­ver­dienst­kreuz 1. Klasse und 1977 das Große Bundes­ver­dienst­kreuz.
Im Juli trugen sich Geist­li­che, die aus Oberko­chen stamm­ten oder damals hier tätig waren, ein.

Oberkoch­ner Geist­li­che trugen sich während eines gemein­sa­men Treffens ebenfalls ein (Archiv Müller)

Es folgen Einträ­ge des Württ. Gemein­de­tags. Er engagiert sich für seine Mitglie­der – kreis­an­ge­hö­ri­ge Städte und Gemein­den. Er ist ein kompe­ten­ter Inter­es­sen­ver­tre­ter, starker Reprä­sen­tant und unabhän­gi­ger Partner. Für die kommu­na­len Belan­ge setzt er sich auf sämtli­chen politi­schen Ebenen ein.
Des Weite­ren finden wir den „General­di­rec­tor of Techni­cal Educa­ti­on Saudi-Arabi­en“
1969
Der Landkreis­tag gibt sich die Ehre, seine Sitzung bei uns abzuhal­ten. Heute nennen wir das Gremi­um „Kreis­tag“ und er ist die Vertre­tung der Einwoh­ner und das Haupt­or­gan des Landkrei­ses. Er legt die Grund­sät­ze für die Verwal­tung des Landkrei­ses fest und entschei­det über alle Angele­gen­hei­ten des Landkrei­ses, soweit nicht der Landrat kraft Geset­zes zustän­dig ist oder ihm der Kreis­tag bestimm­te Angele­gen­hei­ten überträgt. Er besteht aus dem Landrat als Vorsit­zen­dem und den von den wahlbe­rech­tig­ten Einwoh­nern gewähl­ten Kreis­rä­ten. Der Kreis­tag wird auf Dauer von 5 Jahren gewählt.
Auch die Jagdbe­hör­de besuch­te uns in diesem Jahr. Jagdbe­hör­den sind Verwal­tungs­be­hör­den, die örtlich und sachlich für den Vollzug der jagdrecht­li­chen Vorschrif­ten, darun­ter Bundes­ge­set­ze, und die jewei­li­gen Landes­jagd­ge­set­ze und der aufgrund dieser Geset­ze erlas­se­nen Rechts­ver­ord­nun­gen zustän­dig sind.

Erhard Eppler und BM Gustav Bosch mit großem Gefol­ge auf dem Weg ins Rathaus (Archiv Rathaus)

Es besuch­te uns der damali­ge Minis­ter für wirtschaft­li­che Zusam­men­ar­beit Erhard Eppler. (* 9. Dezem­ber 1926 in Ulm; † 19. Oktober 2019 in Schwä­bisch Hall). Er war ein deutscher Politi­ker der SPD. Eppler hatte in den 1970er und 1980er Jahren diver­se Führungs­äm­ter in der SPD inne und war von 1968 bis 1974 Bundes­mi­nis­ter für wirtschaft­li­che Zusam­men­ar­beit. Von 1961 bis 1976 war er Abgeord­ne­ter im Bundes­tag, danach bis 1982 des baden-württem­ber­gi­schen Landtags. Zudem war er nach seiner politi­schen Laufbahn im Umfeld der evange­li­schen Kirche tätig, unter anderem mehrfach als Kirchen­tags­prä­si­dent, und war eine der heraus­ra­gen­den Persön­lich­kei­ten der Friedens­be­we­gung der 1980er Jahre.“
Im gleichen Jahr schau­te der Minis­ter­prä­si­dent von Schles­wig-Holstein vorbei. „Helmut Bernhard Julius Lemke genannt von Solte­nitz. (* 29. Septem­ber 1907 in Kiel; † 15. April 1990 in Lübeck). Er war ein deutscher Politi­ker (NSDAP und CDU). Er war von 1954 bis 1955 Kultus­mi­nis­ter, von 1955 bis 1963 Innen­mi­nis­ter und von 1963 bis 1971 Minis­ter­prä­si­dent des Landes Schles­wig-Holstein. Von 1971 bis 1983 war er Präsi­dent des Landta­ges von Schles­wig-Holstein.
1971
Ein großes Fest wurde gefei­ert. Aus Anlass des 125-jähri­gen Jubilä­ums der Opt. Werke Carl Zeiss trafen sich die Famili­en „Zeiss“ in Oberko­chen zu ihrem 10. Famili­en­tref­fen und über 100 Teilneh­mer haben sich einge­tra­gen. Unter „Zeiss-Famili­en­for­schung“ finden wir dazu folgen­den Text:
„Seit bereits mehr als 70 Jahren gibt es einen Sippen- oder Famili­en­ver­band von Namens­trä­gern des Namens “Zeiss” — auch mit den Schreib­wei­sen Zeis, Zeiß, Zeihs, Zeyß u.a. -, die sich der Ahnen­for­schung verschrie­ben haben. Aus 26 Sippen­zwei­gen (siehe Zeiss Sippen­zwei­ge) des Fränki­schen Geschlechts, die ihre Wurzeln in “Unter­fran­ken — Südthü­rin­gen” haben, sind heute ca. 200 Famili­en dieses Namens, oder deren direk­te Nachkom­men, aktiv bemüht, ihre Wurzeln und verwandt­schaft­li­chen Verbin­dun­gen zu erfor­schen. Dabei sind Verbin­dun­gen nicht nur zu den verschie­dens­ten Orten Deutsch­lands urkund­lich belegt, in denen “Zeise” leben und lebten, sondern u.a. auch nach USA, Frank­reich, Belgi­en, Holland, Schweiz und Öster­reich. Durch Treffen im dreijäh­ri­gen Turnus werden die Famili­en­ban­de gepflegt und neue Forschungs­er­geb­nis­se ausge­tauscht. Die Zeiss-Famili­en­for­schung geht auf erste Nachfor­schun­gen schon vor 1900 durch ERNST ZEIS zurück. Anfang der 30er Jahre brach­te Dr. FRIEDRICH ZEIS seine eigenen Nachfor­schun­gen ein und fortan wurden die Ergeb­nis­se zusam­men­ge­führt. Im Jahre 1934 fand das erste Famili­en­tref­fen in Dresden statt, dem dann, nur unter­bro­chen von den Kriegs- und Nachkriegs­jah­ren, im Turnus von 3 Jahren, bis in die heuti­ge Zeit weite­re Treffen mit stets hoher Betei­li­gung vieler Namens­vet­tern folgten. Einem der 26 Sippen­krei­se — der “Thürin­ger Linie” — gehör­te auch Carl Zeiss aus Jena an, der durch sein Werk den Namen Zeiss weltweit berühmt gemacht hat. Seine Urenke­lin­nen, Frau Dr. Kathrin Siebert und Dr. Annelie­se Seeli­ger-Zeiss gehören heute natür­lich auch dem Famili­en­ver­band an. Der jetzi­ge Sprecher des Sippen­ver­ban­des, Chris­ti­an H. Zeiss — ein Namens­trä­ger aus der Familie von Carl Zeiss -, hat die Einbin­dung der sehr umfang­rei­chen Forschungs­er­geb­nis­se der Familie in das Firmen­ar­chiv der Carl Zeiss Werke in Jena veran­lasst. Zuvor war unser Famili­en­ar­chi­var Armin Hornburg viele Jahre lang unermüd­lich für den Famili­en­ver­band tätig gewesen. Wir sind sehr dankbar, dass diese wertvol­len Schät­ze nun im Firmen­ar­chiv der Carl Zeiss AG in Jena eine neue Heimat gefun­den haben, wo sie fachlich hervor­ra­gend betreut und damit der Nachwelt und der Famili­en­for­schung erhal­ten bleiben. Kontakt: in**@*********************ng.de.“
Im gleichen Jahr war der BaWü Minis­ter für Bundes­an­ge­le­gen­hei­ten Adalbert Seifriz vor Ort.
(* 22. August 1902 in Neres­heim; † 23. Febru­ar 1990 in Stutt­gart). Er war ein deutscher Politi­ker (CDU). Er besuch­te die Schule in Ehingen (Donau), Blaubeu­ren und Ulm, wo er am humanis­ti­schen Humboldt-Gymna­si­um das Abitur machte. Dann studier­te er ab 1922 Jura in Tübin­gen, Heidel­berg und Kiel und schloss das Studi­um 1925 mit dem ersten Staats­examen ab. In Tübin­gen wurde Seifriz Mitglied der katho­li­schen Studen­ten­ver­bin­dung AV Guest­fa­lia im CV. Er promo­vier­te 1926 mit der Arbeit Die staats­recht­li­che Stellung des württem­ber­gi­schen Staats­prä­si­den­ten zum Dr. jur. 1930 wurde er Leiter des Arbeits­amts Schwä­bisch Gmünd und 1939 des Arbeits­amts in Aussig. Nach dem Krieg war er zunächst Textil­ver­tre­ter, dann Referent beim Wirtschafts­mi­nis­te­ri­um in Württem­berg-Baden (1946–1954), bevor er 1955 die Leitung des Landes­ge­wer­be­amts und zwei Jahre später des Landes­ar­beits-amts Baden-Württem­berg übernahm. 1960 zog er als Abgeord­ne­ter in den Landtag von Baden-Württem­berg ein. Am 31. August 1963 legte er sein Mandat nieder. 1963 wurde er von Minis­ter­prä­si­dent Kurt Georg Kiesin­ger zum Staats­se­kre­tär und Bevoll­mäch­tig­ten des Landes Baden-Württem­berg beim Bund berufen. Dieses Amt versah er ab 1966 auch unter Minis­ter­prä­si­dent Hans Filbin­ger, dann war er Minis­ter im Staats­mi­nis­te­ri­um für Bundes­an­ge­le­gen­hei­ten. Nach der Landtags­wahl 1972 zog sich Seifriz alters­hal­ber aus der aktiven Politik zurück, blieb aber noch politi­scher Berater von Filbin­ger und dann auch von Lothar Späth.
1972
Der BaWü-Finanz­mi­nis­ter gab sich die Ehre – bei Carl Zeiss und der Stadt. Robert Gleich­auf (* 4. April 1914 in Obern­dorf am Neckar; † 25. Oktober 1992 ebenda) war ein deutscher Politi­ker (CDU) Er war Sohn einer Arbei­ter­fa­mi­lie. Nach dem Besuch der Volks­schu­le absol­vier­te er eine Mecha­ni­ker­leh­re. Er arbei­te­te seit 1928 als Mecha­ni­ker bei der Mauser-Werke AG in Obern­dorf und war dort später als Werks­meis­ter in der Versuchs­ab­tei­lung tätig. Zwischen­zeit­lich leiste­te er zwei Jahre Wehrdienst. Gleich­auf war seit 1946 Betriebs­rats­vor­sit­zen­der der Mauser-Werke AG. Nach der Demon­ta­ge des Betrie­bes arbei­te­te er seit Oktober 1949 als Angestell­ter beim Arbeits­amt in Rottweil, Neben­stel­le Obern­dorf. Dort schloss er sich der Deutschen Angestell­ten-Gewerk­schaft (DAG) an. Am 25. Oktober 1992 starb er in Obern­dorf am Neckar. Robert Gleich­auf war verhei­ra­tet und hatte elf Kinder. 1952 zog er als Abgeord­ne­ter in den baden-württem­ber­gi­schen Landtag ein, dem er für sieben Legis­la­tur­pe­ri­oden ohne Unter­bre­chun­gen bis 1980 angehör­te. Hier war er von 1956 bis 1968 Parla­men­ta­ri­scher Geschäfts­füh­rer der CDU-Frakti­on. Der Landtag wählte ihn 1954 zum Mitglied der zweiten Bundes­ver­samm­lung, die 1954 Theodor Heuss zum zweiten Bundes­ver­samm­lung wählte. Gleich­auf wurde am 12. Juni 1968 als Finanz­mi­nis­ter in die von Minis­ter­prä­si­dent Hans Filbin­ger geführ­te Regie­rung des Landes Baden-Württem­berg berufen und am 11. Mai 1978 zusätz­lich zum Stell­ver­tre­ter des Minis­ter­prä­si­den­ten ernannt. Er blieb auch unter der Regie­rung Lothar Späth im Amt, bis er am 4. Juni 1980 aus der Landes­re­gie­rung ausschied. Anschlie­ßend zog er sich aus persön­li­chen Gründen aus der aktiven Politik zurück.

blank

Der Regie­ren­de Bürger­meis­ter aus Berlin Klaus Schütz beim Eintrag ins Buch (Archiv Rathaus)

Der Regie­ren­de Bürger­meis­ter von Berlin Klaus Schütz schau­te vorbei. (* 17. Septem­ber 1926 in Heidel­berg ; † 29. Novem­ber 2012 in Berlin). Er war ein deutscher Politi­ker (SPD). Vom 19. Oktober 1967 bis zum 2. Mai 1977 war er Regie­ren­der Bürger­meis­ter von Berlin. Er war ein enger Vertrau­ter von Bundes­kanz­ler Willy Brandt (SPD) und hatte ihn vor seinem Amt in Berlin als Staats­se­kre­tär ins Auswär­ti­ge Amt beglei­tet. Später war er deutscher Botschaf­ter in Israel und Inten­dant der Deutschen Welle. Die Berli­ner mochten ihn. Aber ein Volks­tri­bun war er nie. Die APO-Rebel­li­on gegen den Vietnam-Krieg der Schutz­macht Ameri­ka (“Brecht dem Schütz die Gräten, alle Macht den Räten!”), die Ostpo­li­tik kontra Antikom­mu­nis­mus, miese kleine Filzaf­fä­ren, Selbst­zer­flei­schung der SPD, klein­ka­rier­ter Streit in der SPD/FDP-Koali­ti­on — das koste­te viele, viele Wähler­stim­men. Er wollte den “Geist der Nörge­lei” aus der Stadt vertrei­ben, er hielt das Kleine nicht für groß: “Und an einem bestimm­ten Punkt wollte ich nicht mehr kämpfen.” Sein “Tiefst­stand” war 1975 die Entfüh­rung des CDU-Chefs Peter Lorenz, mit dem er befreun­det war. Schütz hatte entschei­den­den Anteil daran, dass Lorenz gegen terro­ris­ti­sche Häftlin­ge ausge­tauscht wurde. Nicht alle in Bonn und Berlin waren dafür: “Ich wäre zurück­ge­tre­ten, hätte man Lorenz ermor­det“.
In diesem Jahr fand die erste Sport­ler­eh­rung der Stadt Oberko­chen statt und daher fand dieses Event den Weg ins Buch.
1973
Die Boxer waren wieder zu Besuch, dieses Mal die Meister­staf­feln der Süddtsch. Jugend­li­chen und Junio­ren. Walde­mar „Waldi“ Spind­ler sorgte schon immer dafür, dass seine Boxer in der Öffent­lich­keit wahrge­nom­men wurden.
1974
Der Ba-Wü Minis­ter für Bundes­an­ge­le­gen­hei­ten Eduard Adorno war hier. (* 31. Oktober 1920 in München; † 28. Dezem­ber 2000 in Bad Wöris­ho­fen). Er war ein deutscher Politi­ker (CDU). Er war von 1961 bis 1972 Mitglied des Deutschen Bundes­ta­ges, von 1967 bis 1969 Parla­men­ta­ri­scher Staats­se­kre­tär beim Bundes­mi­nis­ter der Vertei­di­gung und von 1972 bis 1980 Minis­ter für Bundes­an­ge­le­gen­hei­ten im Staats­mi­nis­te­ri­um Baden-Württem­berg und Bevoll­mäch­tig­ter des Landes Württem­berg beim Bund. Nach seinem Abitur 1940 am Maris­ten­kol­leg in Mindel­heim wurde er als Gebirgs­jä­ger in die Wehrmacht einge­zo­gen. Im Zweiten Weltkrieg kämpf­te er als Unter­of­fi­zier (Reser­ve­of­fi­ziers­an­wär­ter) eines Artil­le­rie­ver­ban­des an der West- und Ostfront und wurde 1944 in der Norman­die schwer verwun­det. Er geriet in Kriegs­ge­fan­gen­schaft, aus der er noch vor Kriegs­en­de fliehen konnte. Ab 1946 studier­te er Landwirt­schaft an der Landwirt­schaft­li­chen Hochschu­le Hohen­heim und schloss 1950 als Diplom­land­wirt ab. Dort wurde er Mitglied der katho­li­schen Studen­ten­ver­bin­dung KDStV Carolin­gia im CV. 1951 übernahm er die Leitung des elter­li­chen Obst- und Hopfen­gu­tes Kalten­berg bei Tettnang. Von 1959 bis 1963 war er Vorsit­zen­der des Verban­des deutscher Hopfen­pflan­zer und anschlie­ßend bis 1967 Vizeprä­si­dent des Europäi­schen Hopfen­bau­bü­ros in Straß­burg. Zudem war er von 1961 bis 1967 auch Präsi­dent des Ausschus­ses der Hopfen­er­zeu­ger des Gemein­sa­men Marktes und ab 1962 Vorsit­zen­der des Arbeits­krei­ses Boden­see­obst. Nach seinem Ausstieg aus der Politik 1980 wurde Adorno Weinguts­be­sit­zer in Kalifornien.

blank

Die erste Frau Minis­ter, Annema­rie Griesin­ger, from Schuagrt aus “The Länd” zu Besuch bei uns, wurde mit dem OKO-Buch beglückt (Archiv Rathaus)

1975
Die erste Minis­te­rin war bei uns zu Besuch, Annema­rie Griesin­ger, gebore­ne Roemer.
(* 21. April 1924 in Markgrö­nin­gen, Württem­berg; † 20. Febru­ar 2012 in Bad Urach, Baden-Württem­berg). Sie war eine deutsche Sozial­po­li­ti­ke­rin (CDU). Von 1964 bis 1972 war sie Mitglied des Deutschen Bundes­ta­ges und von 1972 bis 1980 baden-württem­ber­gi­sche Minis­te­rin für Arbeit, Gesund­heit und Sozial­ord­nung. Annema­rie Griesin­ger war ab 1972 als erste Frau im Kabinett des Landes Baden-Württem­berg vertre­ten. Minis­ter­prä­si­dent Hans Filbin­ger berief sie nach der Landtags­wahl als Minis­te­rin für Arbeit, Gesund­heit und Sozial­ord­nung in sein Kabinett. Dieses Amt hatte sie bis 1980 inne. Sie setzte sich in dieser Zeit unter anderem für ein flächen­de­cken­des System von Sozial­sta­tio­nen und Behin­der­ten­werk­stät­ten ein. Danach war sie von 1980 bis 1984 Minis­te­rin für Bundes­an­ge­le­gen­hei­ten im Staats­mi­nis­te­ri­um Baden-Württem­berg und Bevoll­mäch­tig­te des Landes in Bonn sowie Europa­be­auf­trag­te der Landes­re­gie­rung. Von 1981 bis 1990 war sie Landes­vor­sit­zen­de der Europa-Union Baden-Württem­berg und wurde aufgrund ihres Engage­ments für Europa und die Europa-Union zur Ehren­vor­sit­zen­den ernannt. Aufgrund ihrer Gesel­lig­keit erhielt sie den Beina­men „Fescht­les-Marie“ (schwä­bi­sche Betonung auf der ersten Silbe von Marie).
Der Minis­ter für Forschung und Entwick­lung gab sich die Ehre Hans Hermann Matthö­fer.
(* 25. Septem­ber 1925 in Bochum; † 14. Novem­ber 2009 in Berlin). Er war ein deutscher Politi­ker (SPD). Er war von 1974 bis 1978 Bundes­mi­nis­ter für Forschung und Techno­lo­gie, von 1978 bis 1982 Bundes­mi­nis­ter der Finan­zen und 1982 Bundes­mi­nis­ter für das Post- und Fernmel­de­we­sen. Nach dem Besuch der Volks­schu­le absol­vier­te Matthö­fer zunächst eine kaufmän­ni­sche Lehre und nahm dann von 1943 bis 1945 als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. Nach dem Krieg bestand er 1946 die Dolmet­scher-Prüfung für Englisch. 1948 begann er nach einer Zulas­sungs­prü­fung ein Studi­um der Wirtschafts- und Sozial­wis­sen­schaf­ten in Frank­furt am Main und Madison (Wiscon­sin), USA, welches er 1953 als Diplom-Volks­wirt beende­te. Während seines Studi­ums in den USA war er durch seinen Lehrer Jack Barbash mit den Ideen und der Praxis der betriebs­na­hen Gewerk­schafts­ar­beit (workplace unionism) vertraut gemacht worden, die er bei seiner späte­ren Tätig­keit bei der IG Metall zu nutzen verstand.
1976
Es kam die Staats­se­kre­tä­rin im Kultus­mi­nis­te­ri­um Rhein­land-Pfalz Hanna-Renate Lauri­en.
(* 15. April 1928 in Danzig; † 12. März 2010 in Berlin). Sie war eine deutsche Gymna­si­al­leh­re­rin und Politi­ke­rin (CDU). Sie war von 1976 bis 1981 Kultus­mi­nis­te­rin in Rhein­land-Pfalz, von 1981 bis 1989 Schul­se­na­to­rin von Berlin und von 1991 bis 1995 Präsi­den­tin des Abgeord­ne­ten­hau­ses von Berlin. Als Oberstu­di­en­di­rek­to­rin der Königin-Luise-Schule in Köln von 1965 bis 1970 sorgte sie 1967 dafür, dass eine schwan­ge­re Schüle­rin entge­gen damals gelten­den Geset­zen zum Abitur zugelas­sen wurde. Ebenso setzte sie ein Jahr später durch, dass eine schwan­ge­re, unver­hei­ra­te­te Lehre­rin keine Diszi­pli­nar­stra­fe erhielt und nicht versetzt wurde. Wegen ihres resolu­ten Auftre­tens als Berli­ner Schul­se­na­to­rin wurde Hanna-Renate Lauri­en in den 1980er Jahren auch mit dem Spitz­na­men „Hanna Granata“ bezeichnet.

blank

Leitz feier­te im Jahr 1976 sein 100jähriges Jubilä­um und der Reden wurden gar viele gehal­ten (Archiv Rathaus)

Ein großes Jubilä­um wurde in unserer Stadt gefei­ert. „Meine“ Firma „LEITZ“ wurde 100 Jahre alt und ich war nicht dabei – ich war zu der Zeit im Auftrag der Bundes­re­pu­blik mit „meinem“ Schiff „Zerstö­rer Mölders“ auf Dienst­fahrt, um in den USA in New York anläss­lich der 200-Jahrfei­er an der „Fritz-Steuben-Parade“ teilzu­neh­men. Im Jahre 1876 legte Zeugschmie­de­meis­ter Albert Leitz mit seiner Werkstatt für Handboh­rer, Hobel­mes­ser und Beile in Oberko­chen den Grund­stein zur heuti­gen Leitz GmbH & Co. KG. Aus diesen Anfän­gen ging 1884 die Württem­ber­gi­sche Holzboh­rer-Fabrik A. Leitz hervor, die um die folgen­de Jahrhun­dert­wen­de als zweite Produkt­li­nie maschi­nen­ge­trie­be­ne Werkzeu­ge entwi­ckel­te. Am 28. Oktober wurde das Jubilä­um groß im Bürger­saal gefei­ert.
1977
Am 24. Juli wurde Schwes­ter Aspedia mit dem Bundes­ver­dienst­kreuz ausgezeichnet.

blank

Regie­rungs­prä­si­dent Manfred Bulling, als solcher Vermitt­ler zwischen Region und Regie­rung, beim Eintrag (Archiv Rathaus)

Der Regie­rungs­prä­si­dent Manfred Bulling trug sich ebenfalls ein. (* 12. Januar 1930 in Erfurt; † 17. Juni 2015 in Schwie­ber­din­gen). Er war er ein Jurist und Erfin­der und war von 1977 bis 1989 partei­lo­ser Regie­rungs­prä­si­dent des Regie­rungs­be­zirks Stutt­gart. Manfred Bulling schloss sein 1949 in Tübin­gen begon­ne­nes Studi­um der Rechts­wis­sen­schaft 1955 mit der Disser­ta­ti­on Die Entwick­lung der Dienst­straf­ge­richts­bar­keit nach 1945 im Gebiet der Bundes­re­pu­blik Deutsch­land ab. Von 1957 bis 1959 arbei­te­te er in den Landrats­äm­tern Böblin­gen und Ludwigs­burg, dann wechsel­te er für die Jahre 1959 bis 1961 ins Bundes­mi­nis­te­ri­um des Innern. Von dort führte ihn sein beruf­li­cher Weg von 1961 bis 1962 ins Regie­rungs­prä­si­di­um Freiburg, ehe er von 1962 bis 1969 im Innen­mi­nis­te­ri­um Baden-Württem­berg beschäf­tigt wurde. Von 1969 bis 1977 war Bulling im Staats­mi­nis­te­ri­um Baden-Württem­berg bei Minis­ter­prä­si­dent Hans Filbin­ger General­re­fe­rent für die Verwal­tungs­re­form und später Abtei­lungs­lei­ter „Landes­po­li­tik“. Von 1977 bis 1989 war er Regie­rungs­prä­si­dent des Regie­rungs­be­zirks Stutt­gart. Schwer­punk­te: Natur- und Umwelt­schutz, Denkmal­schutz, Verbrau­cher-schutz und Verkehr.

Bald geht’s weiter mit dem 3ten Teil.

Wilfried „Wichai“ Müller — Billie vom Sonnenberg

Weitere Berichte aus dieser Kategorie

Weitere Berichte