Intro. Gut, es gibt viele Bücher, sehr viele sogar, mehr als wir alle lesen können und vermut­lich werden auch mehr gekauft als gelesen. Es gibt gute und schlech­te, bemer­kens­wer­te und überflüs­si­ge, alte und neue, teure und billi­ge, solche zum Lesen und andere zum Besit­zen, Kultur und Schund, fürs Herz und den Kopf und es gibt ganz beson­de­re, die wir uns zuerst anschau­en wollen.
Das wertvolls­te Buch. Das ist das Diamant-Sutra, welches jahrhun­der­te­lang in den Mogao-Grotten in China lag und Exper­ten zufol­ge das ältes­te und wertvolls­te Buch der Welt ist. Es ist ungefähr 1145 Jahre alt und somit ganze 600 Jahre älter als die Guten­berg-Bibel. Entdeckt wurde das kostba­re Schrift­stück im Jahr 1907 von dem ungari­schen Archäo­lo­gen Aurel Stein (1862−1943).
Das „Große Buch“ ist kein Buch, sondern ein Preis, der mit insge­samt 5,5 Millio­nen Rubel (einst 135.000 Euro – jetzt wohl höchs­tens noch die Hälfte) Preis­geld verlie­hen wird. Er ist der größte russi­sche Litera­tur­preis und nach dem Litera­tur-Nobel­preis der zweit­größ­te Litera­tur­preis der Welt.
Das größte Buch. Hier ist ein regel­rech­ter Wettbe­werb im Gange. Als Rekord­hal­ter galt laut Presse­ar­ti­keln eine Weile lang ein Bildband des Autofa­bri­kan­ten Mazda aus dem Jahr 2004 (3,07 x 3,42 Meter). Doch mittler­wei­le ist dieser Rekord gerade­zu pulve­ri­siert – seit Febru­ar 2012 haben wir das Werk «This is Muham­med» (5,00 x 8,05 Meter), das zuletzt in einem Shopping-Center für Reiche in Dubai ausge­stellt wurde. Im August folgte ein weite­res religiö­ses Werk im indischen Jaipur, das auf Wunsch des Gurus Tarun Sagar gefer­tigt wurde: 9,14 x 7,31 Meter.
Das kleins­te Buch der Welt ist 5 × 5 Milli­me­ter groß. Es wurde als Aufla­gen­werk im Buchdruck herge­stellt. Erhält­lich ist es ausschließ­lich über die Guten­berg Stiftung mit Sitz in Mainz. Die Idee ist und war es, mit dem Verkauf des Buches das Guten­berg-Museum finan­zi­ell zu unter­stüt­zen.
Ein Schwarz­buch ist eine Sammlung von Negativ­bei­spie­len aus der Sicht des Autors oder Heraus­ge­bers, die in Buchform veröf­fent­licht wird, in jünge­rer Zeit auch als Dokument oder Website. Es gehört zur Gattung der Enthül­lungs­li­te­ra­tur. Bekann­te Schwarz­bü­cher sind u.a. „Franz Josef Strauß“, „Asyl“ und jenes vom „Bund der Steuer­zah­ler“.
Ein Weißbuch ist eine Sammlung mit Vorschlä­gen zum Vorge­hen in einem bestimm­ten Bereich. Oft dient ein Weißbuch der Recht­fer­ti­gung des eigenen politi­schen Handelns, insbe­son­de­re der Außen­po­li­tik. Bekannt ist jenes der Bundes­wehr.
Ein rotes Buch finden wir u.a. bei Mao, in Bern als „Stadt­buch und ältes­tes Buch von Basel aus dem Jahr 1357 sowie als Geset­zes­samm­lung der Stadt Bern aus der Zeit 1549–1798.
Das Golde­ne Buch – um das geht es hier. Aber auch hier gibt es verschie­de­ne. Es geht in diesem Fall nicht um jenes, welches der Nikolaus bei seinen Hausbe­su­chen benutzt. Vermut­lich hat der Weihnachts­mann auch eines. Auch nicht um jenen in Gold gehal­te­nen 34. Band der Asterix-Reihe „Asterix & Obelix feiern Geburts­tag“ – nein, es geht hier um
Das Golde­ne Buch der Stadt Oberko­chen. Es besteht aus drei Bänden und ich habe mir die Mühe gemacht im Frakti­ons­zim­mer auf dem Rathaus tagelang alle einmal durch­zu­ar­bei­ten, um zu sehen, wer sich da so alles verewigt hat.

Der erste Eintrag mit Unter­schrif­ten wichti­ger Perso­nen (Archiv Müller)

Der Band 1 umfasst den Zeitraum 31.12.1958 bis April 1968, Band 2 die Zeit vom 29.06.1968 bis zu, 03.10.1990 und der Band 3 die Periode vom 25.05.1991 bis heute.
Begin­nen wir mit Band 1. Nachste­hend die Einträ­ge pro Jahr:
1959 9
1960 6
1961 2
1962 2
1963 5
1964 3
1965 2
1966 3
1967 5
1968 6
In Summe 43

Die Einträ­ge waren bunt gemischt und es wurde reich­lich Text geschrie­ben, bevor unter­schrie­ben wurde. Ein Einfüh­rungs­text des damali­gen BM Gustav Bosch vom 31.12.1958 begrüßt uns. Die ersten Unter­schrif­ten wichti­ger örtli­cher Honora­tio­ren und des Gemein­de­rats vervoll­stän­di­gen diesen ersten Eintrag.

Die 3 Golde­nen Bücher der Stadt Oberko­chen (Archiv Müller)

Origi­na­ler Einfüh­rungs­text von Gustav Bosch (wie man damals eben so geschrie­ben hat)
„Mit GOTT, der die Monde lenkt und die Sonnen,
mit IHM, der die Leiden schenkt und die Wonnen.
An Sylves­ter des Jahres fünfzig und acht,
das uns den neuen Ratssaal bracht,
sei dies GOLDNE BUCH begonnen.

Und an manchem künfti­gen Feste
mögen unsere Ehren­gäs­te
mit gereim­tem Spruch markie­ren
oder zeich­ne­risch verzie­ren
was sie schwung­voll dann signieren.

GOLDENES BUCH nennt es sich stolz
Wenn gleich sein Papier aus Holz:
Golden strah­le, was in schönen
harmo­nie­er­füll­ten Tönen
und mit weihe­vol­lem Frieden,
was vom Schick­sal einst beschie­den,
was zum bleiben­den Gedächt­nis,
festge­hal­ten als Vermächt­nis.
Und woran man sich aufs Neue
noch in später Zeit erfreue.“

Im Laufe der Jahre finden wir eine bunte Mischung wie die nachfol­gen­de Liste zeigt:

• Die Kreis­bau­ge­nos­sen­schaft
• Der Finanz­aus­schuss
• Ein Minis­te­ri­al­di­ri­gent und ein Minis­te­ri­al­rat
• Die Abschieds­sit­zung des Gemein­de­rats am 5. Nov 1959
• Den Geschäfts­füh­rer der Fa. Gebr. Leitz Leonhard Stützel
• Den Kreis­rat
• Die Realge­nos­sen­schaft
• Verschie­de­ne Frater, die aus Oberko­chen stamm­ten
• Verlei­hun­gen des Bundes­ver­dienst­kreu­zes
• Blutspen­der­eh­run­gen
• Ein Regie­rungs­prä­si­dent
• Unsere jewei­li­gen Landrä­te
• Neujahrs­ge­dan­ken unseres Gustav Bosch
• Meister­schaft der Box-Junio­ren
• Länder­ver­gleichs­kampf im Mehrkampf Bayern – BaWü
• Der Abschied vom alten Rathaus in der Heiden­hei­mer Straße
• Erster Empfang im neuen Rathaus am Eugen-Bolz-Platz
• Experi­ment Inter­na­tio­nal Living

Ein weite­res Gedicht wurde von einem Mitglied des damali­gen Kreis­ra­tes, anläss­lich der ersten Sitzung im neuen Ratssaal des neuen Rathau­ses, auf einer Seite verewigt:
„Einst tagten wir am Waldes­rand
auf Oberko­chens Höh’n.
Wer hätte damals das gedacht,
dass wir uns wiederseh‘n
In einem Rathaus schön und neu,
darin man sein muss schwin­del­frei.
So hoch erhebt sich‘s überm Tal.
Der Kreis­rat heut ist allzu­mal
erstaunt, erfreut und sehr geehrt,
dass ihm der Zutritt nicht verwehrt.
Wir tagen heut im neuen Saal
und wünschen, dass noch manches Mal
der Weg uns führt hier her zurück.
Bis dahin wünschen wir viel Glück.
Der Landkreis sich stets herzlich freut,
wenn Oberko­chen froh gedeiht.“

Bald geht’s weiter mit dem 2ten Teil.

Wilfried „Wichai“ Müller — Billie vom Sonnenberg

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