(10) Rudolf-Eber-Straße. Rudolf Eber, am 14. April 1914 in Heidenheim geboren, war Gründungsmitglied des CDU-Ortsverbands und wurde am 16. Februar 1946 zum Bürgermeister gewählt. Die Phase des Wiederaufbaus war sicher eine Herkules-Aufgabe, wie Balle bei der Widmung sagte. “Rudolf Eber hat mit seinem Einsatz und seiner Hingabe insbesondere die Flüchtlingsproblematik gemeistert und Menschen zufrieden gemacht und für eine neue Heimat gesorgt.” Eber war allerdings nicht lange im Amt. Bei der ersten Volkswahl des Bürgermeisters 1948 wurde er von Gustav Bosch abgelöst. Dafür entwickelte sich seine berufliche Karriere bei der Werkzeugfabrik Jakob Schmid umso besser. Er wurde Geschäftsführer und Gesellschafter. 1999 im Alter von 85 Jahren starb Rudolf Eber und fand auf dem städtischen Friedhof seine letzte Ruhe.
(11) Saturnweg. Der Saturn ist von der Sonne aus gesehen der sechste Planet unseres Sonnensystems und mit einem Äquatordurchmesser von etwa 120.500 Kilometern (9,5‑facher Erddurchmesser) nach Jupiter der zweitgrößte. Wegen seines auffallenden und schon im kleinen Fernrohr sichtbaren Ringsystems wird er oft auch der Ringplanet genannt, obwohl auch bei den anderen drei Gasplaneten Ringsysteme gefunden wurden. Bis 2019 wurden 82 Monde des Saturns entdeckt, mehr als bei Jupiter. Der mit Abstand größte Saturnmond ist Titan mit 5150 Kilometern Durchmesser. Benannt ist der Planet nach dem römischen Gott des Reichtums und der Ernte.
(11) Scheinerstraße. Christoph Scheiner SJ * 25. Juli 1573 in Markt Wald bei Mindelheim in Bayerisch-Schwaben, damals Markgrafschaft Burgau, Vorderösterreich; † 18. Juli 1650 in Neisse war Mitglied der Gesellschaft Jesu, Physiker, Optiker und Astronom sowie Berater von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Der Erfinder mehrerer Instrumente wirkte auch als Professor in Ingolstadt und Rom. Er gilt neben Galilei, Thomas Harriot und Johann Fabricius als Mitentdecker der Sonnen-flecken.
(01) Schreinergässle. Obwohl dort reger Autoverkehr stattfindet und die Einmündung von der Katzenbachstraße her verkehrstechnisch eine Problemstelle für Autos und Fußgänger darstellt, so ist es doch eine Gasse, und zwar die des Schreiners – in diesem besonderen Fall, die Gasse des bekannten Schreiners Clemens Grupp, dessen Anwesen sich die gesamte Gasse bis zur Schule hinaufzieht. Im Grunde aber die richtige Schulgasse ????.
Natürlich muss sich eine Schreinerei darum kümmern Geld zu verdienen wie z.B. mit Werkzeugbehältnissen aus Holz für die Leitz GmbH & Co. KG. Aber jeder Schreiner hat auch seine Liebhaberei und die der Grupps (Clemens und Willibald) war das Skilanglaufen und Skispringen. Und die Skier dazu wurden von Clemens in seiner Werkstatt hergestellt. Auch die Gewinner-Ski des ehemaligen Deutschen Meisters Karl Lense im 50km-Ausdauerlauf wurden im Schreinergässle gefertigt.
Kleine Anmerkung: Als einstmals eine neue Maschine gekauft wurde, hatte sie nicht den notwendigen Platz – ob falsch gemessen oder geschätzt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Sichtbar war das Malheur aber eine längere Zeit – es wurde einfach ein Loch in die Wand gehauen und ein Stück der Maschine ragte nun ins Freie – was nicht passte, wurde eben passend gemacht. So what ????.

Die Büste von Christian Friedrich Daniel Schubart vor dem Bahnhof in Aalen (Archiv Müller)
(04) Schubartweg. Christian Friedrich Daniel Schubart * 24. März 1739 in Obersontheim; † 10. Oktober 1791 in Stuttgart war ein deutscher Dichter, Organist, Komponist und Journalist. Historische Bedeutung erlangte er insbesondere durch seine scharf formulierten sozialkritischen Schriften, mit denen er die absolutistische Herrschaft und deren Dekadenz im damaligen Herzogtum Württemberg öffentlich anprangerte. Als Sohn eines Pfarrvikars und Lehrers wuchs Schubart zunächst in Aalen auf. (Auf dem Bahnhofsvorplatz in Aalen steht seine Büste, an der alle vorbeigehen und ihn vermutlich übersehen; geschweige, denn wissen, wer dieser Mann war). Er war dann Hauslehrer bei Johann Georg Blezinger in Königsbronn, mit dem ihn eine Freundschaft verband. Von 1763 bis 1769 lebte er in Geislingen an der Steige. Weil er den Verkauf von württembergischen Landeskindern für Englands Kolonialkriege anprangerte und Carl Eugens Mätresse Franziska von Hohenheim als „Lichtputze, die glimmt und stinkt“ verspottete, lockte man ihn zwei Jahre später mit Hilfe eines Spitzels nach Blaubeuren, um ihn auf württembergischem Territorium verhaften zu können. Als man ihn im Februar 1777 auf die Bergfestung Asperg brachte und in den Kerker warf, waren der Herzog und Franziska zugegen, denn diese Genugtuung wollten sich die beiden Gekränkten nicht entgehen lassen. Zehn Jahre lang war Schubart das Opfer absolutistisch motivierter Umerziehungsmaßnahmen. Er durfte in seinem Turmverlies keinerlei Besuch empfangen, das Lesen und Schreiben war ihm in den ersten Jahren verboten. Trotz zahlreicher Fürbitten vieler Freunde in ganz Deutschland, die Gedichte über ihn schrieben und ihn (wie z. B. Johann Gottfried Herder) als Freiheitshelden und Märtyrer feierten, wurde er von Carl Eugen erst im Mai 1787 wieder freigelassen – vor allem angesichts der Einmischung Preußens. Darüber hinaus wurde er sogar zum Musik- und Theaterdirektor am Herzogshof zu Stuttgart ernannt, wo er die Herausgabe seiner Zeitschrift (unter neuen Titeln) fortführte. Mit dem Tod Schubarts 1791 verbindet sich die Sage, er sei lebendig begraben worden, was Hölderlin und andere sehr erschüttert haben soll. Gesammelt und verbreitet wurden diese Gerüchte 1849 von David Friedrich Strauß, dem ersten Schubart-Biografen. Der Dramatiker Heiner Müller wollte 1995 sogar eine „große Angst deutscher Dichter seit Schubart“ festgestellt haben, scheintot beerdigt zu werden: „Als man sehr viel später den Friedhof abgeräumt hat, hat man entdeckt, dass der Sarg von innen völlig zerkratzt war. Das ist schon makaber, nach zwölf Jahren Knast auch noch scheintot begraben zu sein.“ Sein Grab befindet sich auf dem Hoppenlau-Friedhof in Stuttgart, aber inzwischen in einem Zustand, dass man es kaum findet.
Der Hoppenlaufriedhof (Nähe Charlottenklinik) ist der älteste noch erhaltene Friedhof im Herzen der Landeshauptstadt Stuttgart. Gegründet wurde er im Jahr 1626, seine Auflassung erfolgte 1880. Aktuell sind auf dem Hoppenlaufriedhof mehr als 1.600 Grabmale aus heimischem Sandstein, Marmor, Granit oder Gusseisen erhalten, die von der Bestattungskultur des 18. und 19. Jahrhunderts zeugen.
Der Friedhof besitzt seit 1834 einen israelitischen Teil, der bis heute seinen eigenen Charakter erhalten hat. Hier liegen neben Schubart u.a. Gustav Schwab, Wilhelm Hauff und Karl Ludwig von Zahnt (Erbauer der Wilhelma). Seit 1986 steht er als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Heute wird er als Parkanlage genutzt und wer mal bei einem Besuch unserer Hauptstadt neben dem Shoppen mal ein wenig Zeit hat – hier lohnt es sich diese zu verbringen. Allerdings – die Sanierungsfortschritte lassen deutlich zu wünschen übrig. Ob es da wohl an Geld fehlt oder warum geht da nichts voran?
Der Schubart-Literaturpreis wird seit 1955 zu Ehren des deutschen Dichters Christian Friedrich Daniel Schubarts verliehen. Die Stadt Aalen zeichnet mit dem Literasturpreis deutsche Autoren aus, die „in der Tradition des freiheitlichen und aufklärerischen Denkens“ stehen. Der Preis ist mit 15 000 € dotiert und die Vergabe erfolgt in der Regel alle zwei Jahre. Seit 2011 wird zusätzlich der mit 5000 € dotierte Schubart-Literaturförderpreis vergeben. In den letzten Jahren wurden SchriftstellerInnen ausgezeichnet, die ich sehr gerne lese: u.v.a. 2021 Monika Helfer „Die Bagage“, 2019 Daniel Kehlmann „Tyll“ und 2015 Jenny Erpenbeck „Gehen, ging, gegangen“.
(01) Schulstraße. Die Sache sei einfach – so könnte man meinen – eine Straße, die zur Schule führt und jeder Schüler sie in jungen Jahren gegangen sein mag. Jedoch gefehlt, man sieht die Schule nur, wenn man die Straße betritt. Eine Sackgasse (auf Deutsch) und eine Dead-End-Street (auf Englisch), in welcher u.a. der ortsbekannte „Woidle“ ond sei Schweschter wohnet.
(11) Schwarzschildstraße. Karl Schwarzschild * 9. Oktober 1873 in Frankfurt am Main; † 11. Mai 1916 in Potsdam war ein deutscher Astronom und Physiker und gilt als einer der Wegbereiter der modernen Astrophysik.
(02) Schwörzweg. Die Schwörz ist ein Industriegebiet unserer Gemeinde. In alten Plänen ist es zwischen dem Gebiet „Stahlacker“ und dem „Stadion“ eingezeichnet.

Silcherweg im Jahr 1964 (Archiv Rathaus)
(04) Silcherweg. Philipp Friedrich Silcher, * 27. Juni 1789 in Schnait; † 26. August 1860 in Tübingen war ein deutscher Komponist und Musikpädagoge, der heute hauptsächlich aufgrund seiner Lieder bekannt ist. Daneben komponierte er aber auch Motetten, Kammermusik und zwei Ouvertüren für großes Orchester.
Er hat Hunderte von Liedern komponiert oder bearbeitet und wir Kinder der 50er und 60er haben seine Lieder ständig gesungen wie z.B. „Der Mai ist gekommen,“ „Am Brunnen vor dem Tore“, „Jetzt gang I ans Brünnele“, „Muss I denn zum Städtele hinaus“, “Lorelei“ u.v.a.m.
(05) Sonnenbergstraße. Ein Heimspiel, denn das ist meine Straße, in der ich 1952 als Hausgeburt im Haus Nr. 34 das Licht der Welt erblickte. Ein schöner Name, der zum Ausdruck bringen soll, dass wir schon früh Sonne haben, wenn diese über dem Römerkeller den Tag begrüßt. Ich habe das immer genossen. Das Baugebiet hat aber durch eine nachträgliche Entscheidung der Gemeinde und / oder des Ortsbaumeisters Weber gelitten und die Folgen spüren wir alle bis heute. Wir hatten ursprünglich das Grundstück bis zum Waldrand hinauf angeboten bekommen. Dann wurde aber entschieden, dass anstatt einer Straße zwei gebaut werden sollen und so sind viele von uns grundstücktechnisch zwischen beiden Straßen „eingequetscht“ worden und die Fahrbahnbreite und Parkmöglichkeiten sind im Grunde eine Bürde, die jeder tragen muss, der dort wohnt – besonders in schneereichen Wintern. Die Straße war in den 50ern im Winter Teil des „Karl-Lense-Gedächtnis-Laufes“ mit dem Ziel in der Panoramastraße.

Winterliche Sonnenbergstraße (Archiv Müller)
(06) Spatzengässle. Der Haussperling (Passer domesticus) – auch Spatz oder Hausspatz genannt – ist eine Vogelart aus der Familie der Sperlinge und einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Singvögel. Man findet sie überall, sogar in Cafes auf Kuchentellern ???? und sie scheinen dabei völlig angstfrei zu sein. Sie verzehren, als angepasster Stadtvogel auch Kuchenreste. Es wurden auch schon Spagetti-stehlende Spatzen gesichtet. Ob das gesund ist, sei einmal dahingestellt, aber es zeugt sicher von einer großen Anpassungsfähigkeit. Wenn allerdings der Spatz in seinem Bestand auch gefährdet ist, deutet das darauf hin, dass in unserer gesamten Umwelt etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Zu erwähnen wäre da noch die Geschichte des Ulmer Spatzen. Der Sage nach sollen die Ulmer beim Bau des Münsters einen besonders großen Balken angekarrt haben. Sie schafften es aber nicht, ihn durch das Stadttor zu bringen. Als sie kurz davor waren, das Tor einzureißen, sahen sie einen Spatzen, der einen Zweig im Schnabel trug, um diesen in sein Nest einzubauen. Und dieser Spatz flog mit dem Zweig längs durch das Tor. Da ging dann wohl auch den Ulmern ein Licht auf und sie legten den Balken der Länge nach auf ihren Karren und nicht quer, wie bisher. Manchmal braucht es eben einen Anstoß von außen. Wir merken neben Schilda gab es auch Ulm ????.
Die Kastelruther Spatzen hingegen sind keine Vögel, sondern eine Musikgruppe aus Südtirol auf dem Gebiet des volkstümlichen Schlagers.

Blick über Starenweg auf Sperberstraße (Archiv Rathaus)
(06) Sperberstraße. Der Sperber (Accipiter nisus) ist eine Art „Mini-Habicht“. Diese beiden Greifvögel gleichen sich sehr in Aussehen und Lebensweise, wobei der Sperber sich bei der Jagd eher auf kleinere Vögel spezialisiert hat. Er ist neben dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel Europas. Vor allem die Jungvögel der mitteleuropäischen Population überwintern in Frankreich oder Spanien. Seine waghalsigen und rasanten Jagdmanöver versetzen jeden Beobachter in Staunen. Die Weibchen sind fast doppelt so groß und schwer wie die Männchen. Sperber sind eng an den Wald gebunden, brüten heute in vielen Teilen Europas aber auch in städtischen Grünanlagen. Sie ernähren sich überwiegend von kleinen und mittelgroßen Vögeln bis zur Größe einer Taube. Nach einem starken, durch das Insektizid DDT verursachten Rückgang in Europa nach 1950 hat sich der Bestand ab etwa 1975 wieder erholt und nimmt vielerorts noch immer zu.

Blick auf den Starenweg (Archiv Rathaus)
(06) Starenweg. Hier wohnen nicht unser Stars ????, sondern auch hier geht es um einen Vogel. Derzeit wohnt dort aber niemand, die Straße ist tot, die alten Häuser abgerissen und eine neue Ansiedlung ist nicht in Sicht. Es war, so möchte ich sagen, eine Straße des bezahlbaren Wohnens auf sehr niedrigem Niveau.
Der Star (Sturnus vulgaris), auch als Gemeiner Star bezeichnet, ist der in Eurasien am weitesten verbreitete und häufigste Vertreter der Familie der Stare. Durch zahlreiche Einbürgerungen auf anderen Kontinenten ist der Star heute einer der häufigsten Vögel.
Der „Vogel des Jahres 2018“ ist kein gewöhnlicher Allerweltsvogel, denn er hat herausragende Talente: Der Star kann andere Vögel und Umgebungsgeräusche perfekt nachahmen und in seinen Gesang einbauen. Zu hören sind dann sogar Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen.
(02) Tiersteinweg. Der Name wurde gewählt, weil das Gebiet, so heißt. Hier wurden das Gymnasium am Tierstein (heute EAG) und die Tiersteinschule gebaut. Das Gebiet sei eine Warnung für jeden Bauherrn, die zweite Silbe ist eindeutig! Diese ganze Steilhalde bis hinauf in den Wald bekam diesen Namen, nach dem im Wald verstecktem Felsen – dem T(h)ierstein. Die Namensherkunft ist unbekannt.
(06) Tulpenweg. Die Tulpen (Tulipa) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Die etwa 150 Arten sind in Nordafrika und über Europa bis Zentralasien verbreitet. Zahlreiche Hybriden werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten sowie als Schnittblumen verwendet. In meiner Schulzeit war die „Tulpe“ das erste bestimmende Wissensgebiet in der Biologie im Bereich Pflanzenkunde am Gymnasium. Neben der „Kuh“ aus dem Bereich Tierkunde wurden wir hier in der Pflanzenkunde geschult, als ginge es darum, dass wir alle Bauern und Gärtner werden sollten.
Da darf die Geschichte der ersten Börsenspekulation mit bösem Ausgang nicht fehlen:
„Im 16. Jahrhundert wurden erstmals Tulpen aus der Türkei nach Westeuropa importiert. Einfarbige Tulpen wurden zu dieser Zeit auf den holländischen Märkten zu angemessenen Preisen verkauft. Als aber neue Sorten gezüchtet wurden, gingen die Preise nach oben, es entstand eine regelrechte Tulpenmanie. Um das Jahr 1623 wurde mit der „Semper Augustus“ eine außergewöhnlich seltene und besonders bewunderte Tulpenart in die Niederlande importiert. Eine einzige Tulpenzwiebel wurde für 1.000 Gulden verkauft. Für diese Summe musste damals ein normaler Arbeiter ungefähr sechs Jahre arbeiten. Zehn Jahre später kostete die Zwiebel der „Semper Aurora“ schon 5.000 Gulden. Bis zum Höhepunkt des Hypes verdoppelte sich der Tulpenzwiebelpreis auf 10.000 Gulden. Für diese Summe hätte man sich anstelle der Tulpenzwiebel ein stattliches Haus im Zentrum von Amsterdam kaufen können. Die Tulpe war in den Jahrzehnten vor dem Crash des Tulpenmarktes immer mehr zum Prestigeobjekt in repräsentativen Prachtgärten geworden, sie galt dort als die Königin unter den Blumen. Die reichen Gattinnen der Kaufmänner trugen sie als Schmuck im Haar – die Tulpe war zum begehrten Statussymbol geworden. Bis heute ist es rational nicht erklärbar, warum der Tulpenmarkt ab 1633 ganz plötzlich verrücktspielte. Obwohl es inzwischen etwa 500 verschiedene Tulpensorten gab, verlangten die Verehrer der Blume nach immer neuen Züchtungen, und die Züchter lieferten sie. Schließlich war die Tulpe zu einem Objekt der Spekulation geworden, da die Preise geradezu explodiert waren. Die Spekulanten hatten sogar Optionsscheine auf Tulpenzwiebelanteile kaufen können. Immer mehr Leute investierten in Tulpenzwiebeln, da sie auch an den großen Preissteigerungen verdienen wollten. Der Zwiebelmarkt hatte sich zu einem Tulpen-Termingeschäft entwickelt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Höhepunkt des Booms erreicht sein würde. 1637 war es dann so weit: die Zwiebelblase platzte. Bei der jährlichen Versteigerung der Tulpenzwiebeln in der niederländischen Stadt Alkmaar finden sich am 7. Februar 1637 nicht genug Käufer. Dadurch fielen die Preise ins Bodenlose und nicht wenige Spekulanten verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Das plötzliche Ende der wahnsinnigen Tulpenmanie führte im Jahre 1637 zum ersten großen Absturz an einer Börse in der Weltgeschichte. Am 27. April 1637 verfügte die Regierung der Niederlande, dass Tulpen eine ganz gewöhnliche Ware sind und als solche gehandelt und deshalb bar bezahlt werden müssen“. (Aus Wirtschaft-Global von Hans Klumbies)
Und so möge uns die Tulpe eine symbolische Warnung vor finanzieller Gier sein. Wohl eher ein frommer Wunsch.
(03) Turmweg. Der Ortsfremde denkt vielleicht, wo ist denn der Turm, wenn er die Steigung vom „Muckenthaler“ aus geschafft hat. Zur Aufklärung: Mit Turm ist natürlich der Volkmarsbergturm gemeint. Und daher geht’s den Turmweg hinauf, an der ehemaligen Sonnenbergschule vorbei, den Fußweg von der Sonnenbergstraße in die Weingartenstraße, die Treppe den Wald hinauf und über den Zickzackweg hinauf auf den Hausberg. Anmerkung: Der Turmweg hatte früher sogar Treppen, um das Gehen zu erleichtern.

Turmweg mit Treppe (Archiv Rathaus)
(04) Uhlandweg. Johann Ludwig „Louis“ Uhland * 26. April 1787 in Tübingen; † 13. November 1862 ebenda war ein deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker. Er hat bedeutende Beiträge zur Mediävistik geleistet, der Erforschung des Mittelalters, und war Abgeordneter im ersten gesamtdeutschen Parlament, der Frankfurter Nationalversammlung.
Bedeutende Werke sind: „Des Sängers Fluch“, „Einkehr“ und die „Schwäbische Kunde“, die wie folgt beginnt und mir meine Mutti immer noch bis ins hohe Alter aufgesagt hat: „Als Kaiser Rotbart lobesam zum heil’gen Land gezogen kam…..“. Er erreichte es aber nicht, sondern ertrank vorher im Jahr 1190 im Fluss Saleph, im heutigen Armenien. Vorher stahl er aber noch 1162 in Mailand die Reliquien der Hl. Drei Könige, die 1164 im Dom zu Köln eintrafen, dort bis heute liegen, und seit damals unzählige Touristen anziehen. Das war eine richtige Goldgrube. Und irgendwie ist das Bistum Köln bis heute in aller Munde – nicht immer mit guten Geschichten.
In letzter Zeit gab es hier Auseinandersetzungen zwischen Anrainern und Stadtverwaltung wegen eines Bauprojektes und eines Spielplatzes. (Bau einer Sozialstation mit Tagespflege und betreuten Wohnungen und eines integrierten Spielplatzes. In Zusammenarbeit mit der katholischen Sozialstation Sankt Martin und der katholischen Kirchengemeinde Sankt Peter und Paul soll auf zwei Grundstücken im Uhlandweg ein Stützpunkt für die mobile Pflege und insgesamt 44 Wohnungen entstehen, von denen ein großer Teil für betreutes Wohnen vorgesehen ist.)
Und alsbald folgt der 8te und letzte Teil.
Wilfried „Billie Wichai“ Müller vom Sonnenberg