(10) Rudolf-Eber-Straße. Rudolf Eber, am 14. April 1914 in Heiden­heim geboren, war Gründungs­mit­glied des CDU-Ortsver­bands und wurde am 16. Febru­ar 1946 zum Bürger­meis­ter gewählt. Die Phase des Wieder­auf­baus war sicher eine Herku­les-Aufga­be, wie Balle bei der Widmung sagte. “Rudolf Eber hat mit seinem Einsatz und seiner Hinga­be insbe­son­de­re die Flücht­lings­pro­ble­ma­tik gemeis­tert und Menschen zufrie­den gemacht und für eine neue Heimat gesorgt.” Eber war aller­dings nicht lange im Amt. Bei der ersten Volks­wahl des Bürger­meis­ters 1948 wurde er von Gustav Bosch abgelöst. Dafür entwi­ckel­te sich seine beruf­li­che Karrie­re bei der Werkzeug­fa­brik Jakob Schmid umso besser. Er wurde Geschäfts­füh­rer und Gesell­schaf­ter. 1999 im Alter von 85 Jahren starb Rudolf Eber und fand auf dem städti­schen Fried­hof seine letzte Ruhe.
(11) Saturn­weg. Der Saturn ist von der Sonne aus gesehen der sechs­te Planet unseres Sonnen­sys­tems und mit einem Äquator­durch­mes­ser von etwa 120.500 Kilome­tern (9,5‑facher Erddurch­mes­ser) nach Jupiter der zweit­größ­te. Wegen seines auffal­len­den und schon im kleinen Fernrohr sicht­ba­ren Ringsys­tems wird er oft auch der Ringpla­net genannt, obwohl auch bei den anderen drei Gaspla­ne­ten Ringsys­te­me gefun­den wurden. Bis 2019 wurden 82 Monde des Saturns entdeckt, mehr als bei Jupiter. Der mit Abstand größte Saturn­mond ist Titan mit 5150 Kilome­tern Durch­mes­ser. Benannt ist der Planet nach dem römischen Gott des Reich­tums und der Ernte.
(11) Schein­erstra­ße. Chris­toph Schei­ner SJ * 25. Juli 1573 in Markt Wald bei Mindel­heim in Bayerisch-Schwa­ben, damals Markgraf­schaft Burgau, Vorder­ös­ter­reich; † 18. Juli 1650 in Neisse war Mitglied der Gesell­schaft Jesu, Physi­ker, Optiker und Astro­nom sowie Berater von Persön­lich­kei­ten des öffent­li­chen Lebens. Der Erfin­der mehre­rer Instru­men­te wirkte auch als Profes­sor in Ingol­stadt und Rom. Er gilt neben Galilei, Thomas Harri­ot und Johann Fabri­ci­us als Mitent­de­cker der Sonnen-flecken.
(01) Schrei­ner­gäss­le. Obwohl dort reger Autover­kehr statt­fin­det und die Einmün­dung von der Katzen­bach­stra­ße her verkehrs­tech­nisch eine Problem­stel­le für Autos und Fußgän­ger darstellt, so ist es doch eine Gasse, und zwar die des Schrei­ners – in diesem beson­de­ren Fall, die Gasse des bekann­ten Schrei­ners Clemens Grupp, dessen Anwesen sich die gesam­te Gasse bis zur Schule hinauf­zieht. Im Grunde aber die richti­ge Schul­gas­se ????.
Natür­lich muss sich eine Schrei­ne­rei darum kümmern Geld zu verdie­nen wie z.B. mit Werkzeug­be­hält­nis­sen aus Holz für die Leitz GmbH & Co. KG. Aber jeder Schrei­ner hat auch seine Liebha­be­rei und die der Grupps (Clemens und Willi­bald) war das Skilang­lau­fen und Skisprin­gen. Und die Skier dazu wurden von Clemens in seiner Werkstatt herge­stellt. Auch die Gewin­ner-Ski des ehema­li­gen Deutschen Meisters Karl Lense im 50km-Ausdau­er­lauf wurden im Schrei­ner­gäss­le gefer­tigt.
Kleine Anmer­kung: Als einst­mals eine neue Maschi­ne gekauft wurde, hatte sie nicht den notwen­di­gen Platz – ob falsch gemes­sen oder geschätzt wurde, entzieht sich meiner Kennt­nis. Sicht­bar war das Malheur aber eine länge­re Zeit – es wurde einfach ein Loch in die Wand gehau­en und ein Stück der Maschi­ne ragte nun ins Freie – was nicht passte, wurde eben passend gemacht. So what ????.

Die Büste von Chris­ti­an Fried­rich Daniel Schub­art vor dem Bahnhof in Aalen (Archiv Müller)

(04) Schub­art­weg. Chris­ti­an Fried­rich Daniel Schub­art * 24. März 1739 in Obersont­heim; † 10. Oktober 1791 in Stutt­gart war ein deutscher Dichter, Organist, Kompo­nist und Journa­list. Histo­ri­sche Bedeu­tung erlang­te er insbe­son­de­re durch seine scharf formu­lier­ten sozial­kri­ti­schen Schrif­ten, mit denen er die absolu­tis­ti­sche Herrschaft und deren Dekadenz im damali­gen Herzog­tum Württem­berg öffent­lich anpran­ger­te. Als Sohn eines Pfarr­vi­kars und Lehrers wuchs Schub­art zunächst in Aalen auf. (Auf dem Bahnhofs­vor­platz in Aalen steht seine Büste, an der alle vorbei­ge­hen und ihn vermut­lich überse­hen; geschwei­ge, denn wissen, wer dieser Mann war). Er war dann Hausleh­rer bei Johann Georg Blezin­ger in Königs­bronn, mit dem ihn eine Freund­schaft verband. Von 1763 bis 1769 lebte er in Geislin­gen an der Steige. Weil er den Verkauf von württem­ber­gi­schen Landes­kin­dern für Englands Koloni­al­krie­ge anpran­ger­te und Carl Eugens Mätres­se Franzis­ka von Hohen­heim als „Licht­put­ze, die glimmt und stinkt“ verspot­te­te, lockte man ihn zwei Jahre später mit Hilfe eines Spitzels nach Blaubeu­ren, um ihn auf württem­ber­gi­schem Terri­to­ri­um verhaf­ten zu können. Als man ihn im Febru­ar 1777 auf die Bergfes­tung Asperg brach­te und in den Kerker warf, waren der Herzog und Franzis­ka zugegen, denn diese Genug­tu­ung wollten sich die beiden Gekränk­ten nicht entge­hen lassen. Zehn Jahre lang war Schub­art das Opfer absolu­tis­tisch motivier­ter Umerzie­hungs­maß­nah­men. Er durfte in seinem Turmver­lies keiner­lei Besuch empfan­gen, das Lesen und Schrei­ben war ihm in den ersten Jahren verbo­ten. Trotz zahlrei­cher Fürbit­ten vieler Freun­de in ganz Deutsch­land, die Gedich­te über ihn schrie­ben und ihn (wie z. B. Johann Gottfried Herder) als Freiheits­hel­den und Märty­rer feier­ten, wurde er von Carl Eugen erst im Mai 1787 wieder freige­las­sen – vor allem angesichts der Einmi­schung Preußens. Darüber hinaus wurde er sogar zum Musik- und Theater­di­rek­tor am Herzogs­hof zu Stutt­gart ernannt, wo er die Heraus­ga­be seiner Zeitschrift (unter neuen Titeln) fortführ­te. Mit dem Tod Schub­arts 1791 verbin­det sich die Sage, er sei leben­dig begra­ben worden, was Hölder­lin und andere sehr erschüt­tert haben soll. Gesam­melt und verbrei­tet wurden diese Gerüch­te 1849 von David Fried­rich Strauß, dem ersten Schub­art-Biogra­fen. Der Drama­ti­ker Heiner Müller wollte 1995 sogar eine „große Angst deutscher Dichter seit Schub­art“ festge­stellt haben, schein­tot beerdigt zu werden: „Als man sehr viel später den Fried­hof abgeräumt hat, hat man entdeckt, dass der Sarg von innen völlig zerkratzt war. Das ist schon makaber, nach zwölf Jahren Knast auch noch schein­tot begra­ben zu sein.“ Sein Grab befin­det sich auf dem Hoppen­lau-Fried­hof in Stutt­gart, aber inzwi­schen in einem Zustand, dass man es kaum findet.
Der Hoppen­lauf­ried­hof (Nähe Charlot­ten­kli­nik) ist der ältes­te noch erhal­te­ne Fried­hof im Herzen der Landes­haupt­stadt Stutt­gart. Gegrün­det wurde er im Jahr 1626, seine Auflas­sung erfolg­te 1880. Aktuell sind auf dem Hoppen­lauf­ried­hof mehr als 1.600 Grabma­le aus heimi­schem Sandstein, Marmor, Granit oder Gussei­sen erhal­ten, die von der Bestat­tungs­kul­tur des 18. und 19. Jahrhun­derts zeugen.
Der Fried­hof besitzt seit 1834 einen israe­li­ti­schen Teil, der bis heute seinen eigenen Charak­ter erhal­ten hat. Hier liegen neben Schub­art u.a. Gustav Schwab, Wilhelm Hauff und Karl Ludwig von Zahnt (Erbau­er der Wilhel­ma). Seit 1986 steht er als Gesamt­an­la­ge unter Denkmal­schutz. Heute wird er als Parkan­la­ge genutzt und wer mal bei einem Besuch unserer Haupt­stadt neben dem Shoppen mal ein wenig Zeit hat – hier lohnt es sich diese zu verbrin­gen. Aller­dings – die Sanie­rungs­fort­schrit­te lassen deutlich zu wünschen übrig. Ob es da wohl an Geld fehlt oder warum geht da nichts voran?
Der Schub­art-Litera­tur­preis wird seit 1955 zu Ehren des deutschen Dichters Chris­ti­an Fried­rich Daniel Schub­arts verlie­hen. Die Stadt Aalen zeich­net mit dem Liter­as­tur­preis deutsche Autoren aus, die „in der Tradi­ti­on des freiheit­li­chen und aufklä­re­ri­schen Denkens“ stehen. Der Preis ist mit 15 000 € dotiert und die Verga­be erfolgt in der Regel alle zwei Jahre. Seit 2011 wird zusätz­lich der mit 5000 € dotier­te Schub­art-Litera­tur­för­der­preis verge­ben. In den letzten Jahren wurden Schrift­stel­le­rIn­nen ausge­zeich­net, die ich sehr gerne lese: u.v.a. 2021 Monika Helfer „Die Bagage“, 2019 Daniel Kehlmann „Tyll“ und 2015 Jenny Erpen­beck „Gehen, ging, gegan­gen“.
(01) Schul­stra­ße. Die Sache sei einfach – so könnte man meinen – eine Straße, die zur Schule führt und jeder Schüler sie in jungen Jahren gegan­gen sein mag. Jedoch gefehlt, man sieht die Schule nur, wenn man die Straße betritt. Eine Sackgas­se (auf Deutsch) und eine Dead-End-Street (auf Englisch), in welcher u.a. der ortsbe­kann­te „Woidle“ ond sei Schwesch­ter wohnet.
(11) Schwarz­schild­stra­ße. Karl Schwarz­schild * 9. Oktober 1873 in Frank­furt am Main; † 11. Mai 1916 in Potsdam war ein deutscher Astro­nom und Physi­ker und gilt als einer der Wegbe­rei­ter der moder­nen Astro­phy­sik.
(02) Schwörz­weg. Die Schwörz ist ein Indus­trie­ge­biet unserer Gemein­de. In alten Plänen ist es zwischen dem Gebiet „Stahl­acker“ und dem „Stadi­on“ eingezeichnet.

Silcher­weg im Jahr 1964 (Archiv Rathaus)

(04) Silcher­weg. Philipp Fried­rich Silcher, * 27. Juni 1789 in Schnait; † 26. August 1860 in Tübin­gen war ein deutscher Kompo­nist und Musik­päd­ago­ge, der heute haupt­säch­lich aufgrund seiner Lieder bekannt ist. Daneben kompo­nier­te er aber auch Motet­ten, Kammer­mu­sik und zwei Ouver­tü­ren für großes Orches­ter.
Er hat Hunder­te von Liedern kompo­niert oder bearbei­tet und wir Kinder der 50er und 60er haben seine Lieder ständig gesun­gen wie z.B. „Der Mai ist gekom­men,“ „Am Brunnen vor dem Tore“, „Jetzt gang I ans Brünne­le“, „Muss I denn zum Städte­le hinaus“, “Lorelei“ u.v.a.m.
(05) Sonnen­berg­stra­ße. Ein Heimspiel, denn das ist meine Straße, in der ich 1952 als Hausge­burt im Haus Nr. 34 das Licht der Welt erblick­te. Ein schöner Name, der zum Ausdruck bringen soll, dass wir schon früh Sonne haben, wenn diese über dem Römer­kel­ler den Tag begrüßt. Ich habe das immer genos­sen. Das Bauge­biet hat aber durch eine nachträg­li­che Entschei­dung der Gemein­de und / oder des Ortsbau­meis­ters Weber gelit­ten und die Folgen spüren wir alle bis heute. Wir hatten ursprüng­lich das Grund­stück bis zum Waldrand hinauf angebo­ten bekom­men. Dann wurde aber entschie­den, dass anstatt einer Straße zwei gebaut werden sollen und so sind viele von uns grund­stück­tech­nisch zwischen beiden Straßen „einge­quetscht“ worden und die Fahrbahn­brei­te und Parkmög­lich­kei­ten sind im Grunde eine Bürde, die jeder tragen muss, der dort wohnt – beson­ders in schnee­rei­chen Wintern. Die Straße war in den 50ern im Winter Teil des „Karl-Lense-Gedächt­nis-Laufes“ mit dem Ziel in der Panoramastraße.

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Winter­li­che Sonnen­berg­stra­ße (Archiv Müller)

(06) Spatzen­gäss­le. Der Haussper­ling (Passer domesti­cus) – auch Spatz oder Hausspatz genannt – ist eine Vogel­art aus der Familie der Sperlin­ge und einer der bekann­tes­ten und am weites­ten verbrei­te­ten Singvö­gel. Man findet sie überall, sogar in Cafes auf Kuchen­tel­lern ???? und sie schei­nen dabei völlig angst­frei zu sein. Sie verzeh­ren, als angepass­ter Stadt­vo­gel auch Kuchen­res­te. Es wurden auch schon Spaget­ti-stehlen­de Spatzen gesich­tet. Ob das gesund ist, sei einmal dahin­ge­stellt, aber es zeugt sicher von einer großen Anpas­sungs­fä­hig­keit. Wenn aller­dings der Spatz in seinem Bestand auch gefähr­det ist, deutet das darauf hin, dass in unserer gesam­ten Umwelt etwas aus dem Gleich­ge­wicht geraten ist.
Zu erwäh­nen wäre da noch die Geschich­te des Ulmer Spatzen. Der Sage nach sollen die Ulmer beim Bau des Münsters einen beson­ders großen Balken angekarrt haben. Sie schaff­ten es aber nicht, ihn durch das Stadt­tor zu bringen. Als sie kurz davor waren, das Tor einzu­rei­ßen, sahen sie einen Spatzen, der einen Zweig im Schna­bel trug, um diesen in sein Nest einzu­bau­en. Und dieser Spatz flog mit dem Zweig längs durch das Tor. Da ging dann wohl auch den Ulmern ein Licht auf und sie legten den Balken der Länge nach auf ihren Karren und nicht quer, wie bisher. Manch­mal braucht es eben einen Anstoß von außen. Wir merken neben Schil­da gab es auch Ulm ????.
Die Kastel­ru­ther Spatzen hinge­gen sind keine Vögel, sondern eine Musik­grup­pe aus Südti­rol auf dem Gebiet des volks­tüm­li­chen Schlagers.

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Blick über Staren­weg auf Sperber­stra­ße (Archiv Rathaus)

(06) Sperber­stra­ße. Der Sperber (Accipi­ter nisus) ist eine Art „Mini-Habicht“. Diese beiden Greif­vö­gel gleichen sich sehr in Ausse­hen und Lebens­wei­se, wobei der Sperber sich bei der Jagd eher auf kleine­re Vögel spezia­li­siert hat. Er ist neben dem Mäuse­bus­sard der häufigs­te Greif­vo­gel Europas. Vor allem die Jungvö­gel der mittel­eu­ro­päi­schen Popula­ti­on überwin­tern in Frank­reich oder Spani­en. Seine waghal­si­gen und rasan­ten Jagdma­nö­ver verset­zen jeden Beobach­ter in Staunen. Die Weibchen sind fast doppelt so groß und schwer wie die Männchen. Sperber sind eng an den Wald gebun­den, brüten heute in vielen Teilen Europas aber auch in städti­schen Grünan­la­gen. Sie ernäh­ren sich überwie­gend von kleinen und mittel­gro­ßen Vögeln bis zur Größe einer Taube. Nach einem starken, durch das Insek­ti­zid DDT verur­sach­ten Rückgang in Europa nach 1950 hat sich der Bestand ab etwa 1975 wieder erholt und nimmt vieler­orts noch immer zu.

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Blick auf den Staren­weg (Archiv Rathaus)

(06) Staren­weg. Hier wohnen nicht unser Stars ????, sondern auch hier geht es um einen Vogel. Derzeit wohnt dort aber niemand, die Straße ist tot, die alten Häuser abgeris­sen und eine neue Ansied­lung ist nicht in Sicht. Es war, so möchte ich sagen, eine Straße des bezahl­ba­ren Wohnens auf sehr niedri­gem Niveau.
Der Star (Sturnus vulga­ris), auch als Gemei­ner Star bezeich­net, ist der in Eurasi­en am weites­ten verbrei­te­te und häufigs­te Vertre­ter der Familie der Stare. Durch zahlrei­che Einbür­ge­run­gen auf anderen Konti­nen­ten ist der Star heute einer der häufigs­ten Vögel.
Der „Vogel des Jahres 2018“ ist kein gewöhn­li­cher Aller­welts­vo­gel, denn er hat heraus­ra­gen­de Talen­te: Der Star kann andere Vögel und Umgebungs­ge­räu­sche perfekt nachah­men und in seinen Gesang einbau­en. Zu hören sind dann sogar Handy­klin­gel­tö­ne, Hunde­bel­len oder Alarm­an­la­gen.
(02) Tierstein­weg. Der Name wurde gewählt, weil das Gebiet, so heißt. Hier wurden das Gymna­si­um am Tierstein (heute EAG) und die Tierstein­schu­le gebaut. Das Gebiet sei eine Warnung für jeden Bauherrn, die zweite Silbe ist eindeu­tig! Diese ganze Steil­hal­de bis hinauf in den Wald bekam diesen Namen, nach dem im Wald versteck­tem Felsen – dem T(h)ierstein. Die Namen­s­her­kunft ist unbekannt.
(06) Tulpen­weg. Die Tulpen (Tulipa) bilden eine Pflan­zen­gat­tung in der Familie der Lilien­ge­wäch­se (Liliaceae). Die etwa 150 Arten sind in Nordafri­ka und über Europa bis Zentral­asi­en verbrei­tet. Zahlrei­che Hybri­den werden als Zierpflan­zen in Parks und Gärten sowie als Schnitt­blu­men verwen­det. In meiner Schul­zeit war die „Tulpe“ das erste bestim­men­de Wissens­ge­biet in der Biolo­gie im Bereich Pflan­zen­kun­de am Gymna­si­um. Neben der „Kuh“ aus dem Bereich Tierkun­de wurden wir hier in der Pflan­zen­kun­de geschult, als ginge es darum, dass wir alle Bauern und Gärtner werden sollten.
Da darf die Geschich­te der ersten Börsen­spe­ku­la­ti­on mit bösem Ausgang nicht fehlen:
„Im 16. Jahrhun­dert wurden erstmals Tulpen aus der Türkei nach Westeu­ro­pa impor­tiert. Einfar­bi­ge Tulpen wurden zu dieser Zeit auf den hollän­di­schen Märkten zu angemes­se­nen Preisen verkauft. Als aber neue Sorten gezüch­tet wurden, gingen die Preise nach oben, es entstand eine regel­rech­te Tulpen­ma­nie. Um das Jahr 1623 wurde mit der „Semper Augus­tus“ eine außer­ge­wöhn­lich selte­ne und beson­ders bewun­der­te Tulpen­art in die Nieder­lan­de impor­tiert. Eine einzi­ge Tulpen­zwie­bel wurde für 1.000 Gulden verkauft. Für diese Summe musste damals ein norma­ler Arbei­ter ungefähr sechs Jahre arbei­ten. Zehn Jahre später koste­te die Zwiebel der „Semper Aurora“ schon 5.000 Gulden. Bis zum Höhepunkt des Hypes verdop­pel­te sich der Tulpen­zwie­bel­preis auf 10.000 Gulden. Für diese Summe hätte man sich anstel­le der Tulpen­zwie­bel ein statt­li­ches Haus im Zentrum von Amster­dam kaufen können. Die Tulpe war in den Jahrzehn­ten vor dem Crash des Tulpen­mark­tes immer mehr zum Presti­ge­ob­jekt in reprä­sen­ta­ti­ven Pracht­gär­ten gewor­den, sie galt dort als die Königin unter den Blumen. Die reichen Gattin­nen der Kaufmän­ner trugen sie als Schmuck im Haar – die Tulpe war zum begehr­ten Status­sym­bol gewor­den. Bis heute ist es ratio­nal nicht erklär­bar, warum der Tulpen­markt ab 1633 ganz plötz­lich verrückt­spiel­te. Obwohl es inzwi­schen etwa 500 verschie­de­ne Tulpen­so­r­ten gab, verlang­ten die Vereh­rer der Blume nach immer neuen Züchtun­gen, und die Züchter liefer­ten sie. Schließ­lich war die Tulpe zu einem Objekt der Speku­la­ti­on gewor­den, da die Preise gerade­zu explo­diert waren. Die Speku­lan­ten hatten sogar Options­schei­ne auf Tulpen­zwie­bel­an­tei­le kaufen können. Immer mehr Leute inves­tier­ten in Tulpen­zwie­beln, da sie auch an den großen Preis­stei­ge­run­gen verdie­nen wollten. Der Zwiebel­markt hatte sich zu einem Tulpen-Termin­ge­schäft entwi­ckelt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Höhepunkt des Booms erreicht sein würde. 1637 war es dann so weit: die Zwiebel­b­la­se platz­te. Bei der jährli­chen Verstei­ge­rung der Tulpen­zwie­beln in der nieder­län­di­schen Stadt Alkmaar finden sich am 7. Febru­ar 1637 nicht genug Käufer. Dadurch fielen die Preise ins Boden­lo­se und nicht wenige Speku­lan­ten verlo­ren ihr gesam­tes Hab und Gut. Das plötz­li­che Ende der wahnsin­ni­gen Tulpen­ma­nie führte im Jahre 1637 zum ersten großen Absturz an einer Börse in der Weltge­schich­te. Am 27. April 1637 verfüg­te die Regie­rung der Nieder­lan­de, dass Tulpen eine ganz gewöhn­li­che Ware sind und als solche gehan­delt und deshalb bar bezahlt werden müssen“. (Aus Wirtschaft-Global von Hans Klumbi­es)
Und so möge uns die Tulpe eine symbo­li­sche Warnung vor finan­zi­el­ler Gier sein. Wohl eher ein frommer Wunsch.
(03) Turmweg. Der Ortsfrem­de denkt vielleicht, wo ist denn der Turm, wenn er die Steigung vom „Mucken­tha­ler“ aus geschafft hat. Zur Aufklä­rung: Mit Turm ist natür­lich der Volkmars­berg­turm gemeint. Und daher geht’s den Turmweg hinauf, an der ehema­li­gen Sonnen­berg­schu­le vorbei, den Fußweg von der Sonnen­berg­stra­ße in die Weingar­ten­stra­ße, die Treppe den Wald hinauf und über den Zickzack­weg hinauf auf den Hausberg. Anmer­kung: Der Turmweg hatte früher sogar Treppen, um das Gehen zu erleichtern.

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Turmweg mit Treppe (Archiv Rathaus)

(04) Uhland­weg. Johann Ludwig „Louis“ Uhland * 26. April 1787 in Tübin­gen; † 13. Novem­ber 1862 ebenda war ein deutscher Dichter, Litera­tur­wis­sen­schaft­ler, Jurist und Politi­ker. Er hat bedeu­ten­de Beiträ­ge zur Mediävis­tik geleis­tet, der Erfor­schung des Mittel­al­ters, und war Abgeord­ne­ter im ersten gesamt­deut­schen Parla­ment, der Frank­fur­ter Natio­nal­ver­samm­lung.
Bedeu­ten­de Werke sind: „Des Sängers Fluch“, „Einkehr“ und die „Schwä­bi­sche Kunde“, die wie folgt beginnt und mir meine Mutti immer noch bis ins hohe Alter aufge­sagt hat: „Als Kaiser Rotbart lobesam zum heil’gen Land gezogen kam…..“. Er erreich­te es aber nicht, sondern ertrank vorher im Jahr 1190 im Fluss Saleph, im heuti­gen Armeni­en. Vorher stahl er aber noch 1162 in Mailand die Reliqui­en der Hl. Drei Könige, die 1164 im Dom zu Köln eintra­fen, dort bis heute liegen, und seit damals unzäh­li­ge Touris­ten anzie­hen. Das war eine richti­ge Goldgru­be. Und irgend­wie ist das Bistum Köln bis heute in aller Munde – nicht immer mit guten Geschich­ten.
In letzter Zeit gab es hier Ausein­an­der­set­zun­gen zwischen Anrai­nern und Stadt­ver­wal­tung wegen eines Baupro­jek­tes und eines Spiel­plat­zes. (Bau einer Sozial­sta­ti­on mit Tages­pfle­ge und betreu­ten Wohnun­gen und eines integrier­ten Spiel­plat­zes. In Zusam­men­ar­beit mit der katho­li­schen Sozial­sta­ti­on Sankt Martin und der katho­li­schen Kirchen­ge­mein­de Sankt Peter und Paul soll auf zwei Grund­stü­cken im Uhland­weg ein Stütz­punkt für die mobile Pflege und insge­samt 44 Wohnun­gen entste­hen, von denen ein großer Teil für betreu­tes Wohnen vorge­se­hen ist.)

Und alsbald folgt der 8te und letzte Teil.

Wilfried „Billie Wichai“ Müller vom Sonnenberg

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