Einfüh­rung.

Schon in der Antike waren die Menschen bemüht beson­de­re Ort und Sehens­wür­dig­kei­ten in Reise­füh­rern aufzu­zei­gen, um die Reise und Entde­cker­lust der Menschen anzure­gen. So beschrieb Antipa­tros von Sidon im 2. Jh. vor Chr. die sieben Weltwun­der der Antike. Inzwi­schen bildet die UNESCO den bekann­tes­ten Rahmen unter dem Begriff Welterbe für von Menschen­hand oder der Natur geschaf­fe­ne Objek­te und Plätze.

In dem Artikel soll es sich, nach langer Zeit, wieder einmal um die Natur drehen, die uns in Oberko­chen doch reich­lich geseg­net hat.

Die UNESCO führt 213 Natur-Erbe-Stätten auf (Stand Novem­ber 2019), davon drei in Deutsch­land: „Grube Messel“ (Fossi­li­en­fund­stät­te) ernannt 1995; „Alte Buchen­wäl­der“ Deutsch­lands ernannt 2007 & 2011 (und nein, unsere heimi­schen Buchwäl­der gehören nicht dazu. Denn wir müssen schon zwischen einem gewach­se­nen urtüm­li­chen Wald und einer Baumplan­ta­ge unter­schei­den) und seit 2009 das „Deutsche Wattenmeer“.

Oberkochen

Übersichts­kar­te (Archiv Stefan Müller)

Oberkoch­ner Umgebung.

So bedeu­tend sind die Orte, welche ich heute Ihnen näher­brin­gen möchte, nun auch wieder nicht, dafür aber in unmit­tel­ba­rer Nähe. Da dieses Jahr Reisen nur beschränkt und unter Aufla­gen möglich sind, rücken die örtli­chen Beson­der­hei­ten wieder mehr in den Fokus. Lassen sie sich inspi­rie­ren, nicht nur von den großen bekann­ten, sondern auch von den kleine teilwei­se verste­cken Höhepunk­ten unserer Natur auf der Gemar­kung Oberkochen.

Welche Natur­er­schei­nun­gen sind in Oberko­chen schüt­zens­wert? Natür­lich das Natur­schutz­ge­biet „Volkmars­berg“ (seit 1938) oder das Landschafts­schutz­ge­biet „Tiefes Tal“ – im Volks­mund „Tiefen­tal“ genannt (seit 1973) mit der „Huber­tus­quel­le und Teich“.

Für kleine­re, natür­lich entstan­de­ne Landschafts­ele­men­te gibt es das Prädi­kat „Natur­denk­mal“. Im Laufe der Zeit wurden in Oberko­chen 14 Natur­denk­mä­ler durch untere Natur­schutz­be­hör­de ausgewiesen.

Bei Wikipe­dia wird folgen­de Defini­ti­on von Natur­denk­mal aufgeführt:

In Deutsch­land ist der Schutz von Natur­denk­mä­lern in § 28 Bundes­na­tur­schutz­ge­setz und den Länder-Natur­schutz­ge­set­zen veran­kert. Geschützt sind danach recht­ver­bind­lich festge­setz­te Einzel­schöp­fun­gen der Natur (Natur­ge­bil­de) oder entspre­chen­de Flächen bis zu 5 Hektar (Flächen­na­tur­denk­ma­le), sofern ihr Schutz wegen ihrer Selten­heit, Eigen­art oder Schön­heit oder aus wissen­schaft­li­chen, natur­ge­schicht­li­chen oder landes­kund­li­chen Gründen erfor­der­lich ist. Der Schutz bedeu­tet ein weitge­hen­des Verän­de­rungs­ver­bot, das wie der jewei­li­ge Schutz­ge­gen­stand und ‑zweck durch Rechts­ver­ord­nun­gen auf der Grund­la­ge jewei­li­gen Landes­rechts näher bestimmt wird.

Begin­nen wir mit den bekann­te­ren Orten unsere Oberko­che­ner Natur­rei­se an der Stelle, an der wohl jeder Oberko­che­ner mit Sicher­heit schon einmal war.

Schwar­zer Kocherursprung:

Ursprung des 168 km langen Kochers. Unsere größte Quelle in der Stadt und schon auf Karten im ersten Jahrtau­send erwähnt (damali­ger Name: Cocha­ne). Schon seit der damali­gen Zeit ist der Fluss prägend für seine Siedlun­gen am Fluss­lauf mit ihren Mühlen, der Schla­cken­wä­sche und ersten Indus­trie­be­trie­ben. Gerade an heißen Sommer­ta­gen ist es sehr erfri­schend hier einen kurzen Besuch abzustat­ten. Mehr Details in den Berich­ten des Heimat­ver­eins: 85, 249, 250, 307, 432, 435, 489, 568, 570 und 577.

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Schwar­zer Kocher (Archiv Stefan Müller)

Rodstein:

Hoch über Oberko­chen in südlicher/östlicher Richtung thronend, seit einiger Zeit sehr schön freige­schnit­ten von der Vegeta­ti­on. Mit einer kleinen Höhlen­grot­te und einem Kreuz seit 1861. Unter­halb finden wir die durch unseren ehema­li­gen nach Königs­bronn gezoge­nen Eugen Weber angeleg­te Marien­grot­te. Obwohl er in der Abend­däm­me­rung manch­mal wunder­schön rötlich leuch­tet, wird „Rodstein“ mit „d“ geschrie­ben – auch wenn das auf manchen alten Karten anders geschrie­ben wurde. Das leitet sich vom Altdeut­schen roden = urbar machen ab. Dort oben gibt es Gott sei Dank keine Restau­ra­ti­on und nicht wenige fahren oder laufen dort hinauf, um den wunder­ba­ren Rundblick über Oberko­chen und seine Landschaft zu genießen.

Kaum zu glauben, dass in der Ära Bürger­meis­ter Bosch einmal ernst­haft drüber nachge­dacht wurde, statt das Gebiet „Heide“, den Bereich hinterm Rodstein zu bebau­en. Aus heuti­ger Sicht wäre das eine nicht zu verste­hen­de Entschei­dung gewesen. Wir müssen heute bei allen Bebau­ungs­wün­schen und ‑plänen wirklich die Vor- und Nachtei­le gegen­über­stel­len und nicht nur dem Drang nach Bauplät­zen nachzu­ge­ben. Mehr Details siehe Berich­te des Heimat­ver­eins: 62, 383, 384, 390, 520 und 616.

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Rodstein (Archiv Stefan Müller)

Großes Wollen­loch:

Unsere tiefs­te Höhle in Oberko­chen auf einer Höhe von 690m, oben auf dem Wollen­berg an der Gemar­kungs­gren­ze zu Essin­gen. Er ist einer der tiefs­ten Natur­schäch­te der Schwä­bi­schen Alb mit einer Tiefe von ca. 54 Metern.

Es herrscht ein absolu­tes Betre­tungs­ver­bot, deshalb auch der hohe Draht­zaun außen rum. Nicht ohne Grund, so haben sich im Laufe der Zeit doch einige Tragö­di­en hier zugetra­gen. (Die Sage vom Schäfer am Wollen­berg, Unglück bei der Befah­rung usw…) Die Höhle wird bereits seit über 200 Jahren erforscht, u.a. durch den Schwä­bi­schen Albver­ein ab 1895, den Heiden­hei­mer Natur­freun­den, den „Wollen­loch-Club Oberko­chen“ ab 1949–1953 (aus dieser Zeit stammen auch die Grund­ris­se vom Haus, die heute noch vorhan­den sind). Später, aber nicht maßgeb­lich durch das „Wollen­loch“ geprägt, entstand Anfang der 1980er die Höhlen­in­ter­es­sen­ge­mein­schaft Oberko­chen (Höhlen InGO), die 33 Höhlen auf unserer Gemar­kung gefun­den und erforscht hat. Mehr Details siehe Berich­te des Heimat­ver­eins: 48, 58, 196, 248, 387 und 604.

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Schnitt­zeich­nung Wollen­loch (Archiv Müller)

Kurzer Einschub zum Unglück im Wollen­loch von Wilfried Müller

In den letzten Monaten habe ich viel Zeit im Schwä­po-Archiv verbracht, um mir die Oberko­che­ner Seiten ab 1948 näher anzuschau­en und zu dokumen­tie­ren. Dazu ist mir einiges zum Thema „Wollen­loch­club“ aufge­fal­len, dass ich bei dieser Gelegen­heit veran­schau­li­chen will:

Wie es die gesell­schaft­li­che Ordnung der damali­gen Zeit verlang­te ☺ stiegen 1949 zuerst die Männer und ein paar Wochen später die Frauen ins ca. 800.000 Jahre alte Wollen­loch hinab, wobei anzumer­ken ist, dass die Frauen mehr Zuschau­er hatten als die Männer. Nach der sagen­haf­ten „Schäfe­rin vom Wollen­loch“ war Toni Gentner, die Tochter des damali­gen Försters, somit die zweite Frau, welche die Höhle jemals von innen gesehen hat. Im gleichen Jahr kam es dann am 23. Oktober zu einem tödli­chen Absturz. Der ledige 18jährige Elektri­ker Karl Wolf (Mitglied im Club) fuhr mit der instal­lier­ten Einstiegs-/Ausstiegs­hil­fe problem­los ein, aber beim Ausfah­ren (mit vermut­lich zu hohem Tempo) prall­te er an die obere Abgren­zung, der Haken löste sich und der Stuhl mit dem Herrn Karl stürz­te er in die Tiefe. Noch am gleichen Tag verstarb er im Kranken­haus Aalen. Die Krimi­nal­po­li­zei schloss die Höhle und nahm die Ermitt­lun­gen auf. Im folgen­den Jahr 1950 fand vor dem Schöf­fen­ge­richt Aalen ein Prozess statt, bei dem sieben Mitglie­der des Wollen­loch-Clubs angeklagt wurden. Es erfolg­ten sechs Freisprü­che und eine Verurteilung.

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Großes Wollen­loch (Archiv Stefan Müller)

Kommen wir nun zu den weniger bekann­ten Natur­denk­mä­lern und begin­nen hier mit dem Kanzel­fel­sen: Gelegen zwischen den Flurbe­rei­chen „Lache und Berghäu­le“ am Weges­rand, lädt eine Bank/­Tisch-Gruppe zum Verwei­len am Fuße des Felsen­ge­bil­des ein.

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Kanzel­fel­sen (Archiv Stefan Müller)

Eichen­al­lee im Langes oder Langen Teich:

(das Teich = mulden­ar­ti­ge, meist wasser­lo­se Vertie­fung). Letztes Jahr fiel auf, dass das Gebiet wegen dem Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ner durch Absperr­bän­der markiert wurde. Von einigen Bäumen ist leider nicht mehr viel übrig. Wie wäre es, wenn man den Bestand hier ergän­zen würde? Es ist grund­sätz­lich schade, wenn Alleen verschwinden.

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Eichen­al­lee (Archiv Stefan Müller)

Brunnen­höh­le:

Am Fuße des Brunnen­steins mit 145 Metern ist sie eine der längs­ten Höhlen der Ostalb. Ab 1967 wurde sie durch junge Zeiss-Mitar­bei­ter erforscht. 1977/1978 wurde die Höhle durch die „Arge BERG“ in einer Länge von 123 Meter, einschließ­lich des Höhlen­bachs, der Höhlen­seen und der Tropf­stein­vor­kom­men, erkun­det. Oberko­che­ner Schüler mit ihren Eltern machten 1979 weite­re Entde­ckun­gen, so dass das Höhlen­sys­tem auf derzeit bekann­te 145 Meter anwuchs.

Mehr Infor­ma­tio­nen und Berich­te finden sich vor allem im blauen Heimat­buch (auch über die Homepage des Heimat­ver­eins einsehbar).

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Brunnen­höh­le (Archiv Stefan Müller)

Griebi­gen­stein­höh­le:

Rechts oberhalb der alten Kuhstei­ge gelege­ne sagen­um­wo­be­ne Höhle. Sie diente immer wieder als Unter­schlupf und Schutz­höh­le in Kriegs­zei­ten (während des 30jährigen Krieges und der Franzo­sen­furcht 1848 sowie während des 2. Weltkriegs). Bei Grabungs­ak­tio­nen im Jahre 1979 wurde die Höhle von 15 Meter auf 50 Meter erwei­tert, nachdem ein Einstiegs­schacht entdeckt und freige­legt werden konnte. Die Sage zu einer unter­ir­di­schen Verbin­dung zum Pulver­turm konnte aber noch nicht nachge­wie­sen werden. (Höhlen­d­ackel). Mehr Details siehe Berich­te des Heimat­ver­eins: 221, 248, 688 und im alten blauem Heimatbuch.

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Griebi­gen­stein­höh­le (Archiv Stefan Müller)

Kuckuck­stein:

Hinten im Wolfert­s­tal im nordöst­li­chen Seiten­tal „Finster­tä­le“ liegt auf der Gemar­kungs­gren­ze zu Aalen der „Kuckuck­stein“, ca. 15 Meter hoch und mit einer burgar­ti­gen Gestalt. Stark einge­wach­sen bietet er nur noch einen spärli­chen Blick ins Tal. Erklom­men werden kann der Felsen über einen steilen Zickzack-Weg vom Tal aus oder bequem von der Rücksei­te über die Aalener Gemar­kung. Mehr Details siehe Bericht des Heimat­ver­eins: 421.

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Kuckuck­stein (Archiv Stefan Müller)

Deutlich weniger bekannt sind die folgen­den Naturschönheiten.

Kleines Wollen­loch:

Einige hundert Meter nordöst­lich vom „Großen Wollen­loch“ entfernt, direkt am Fußweg vom Tal hinauf gelegen. Es ist ca. 9 Meter tief und hat einen Durch­mes­ser von ca. 3 Meter und ist mit einem Holzzaun umgeben. Eine erste Beschrei­bung dazu gab es bereits im Jahre 1898. Mehr Details siehe Bericht des Heimat­ver­eins: 196.

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Kleines Wollen­loch (Archiv Stefan Müller)

Borzel­loch:

Es liegt direkt am Rande des „Mecken­schlag­weg“ am nördli­chen Hang des „Tiefen­tals“ in einer Höhe von 660 Meter. Der Einstiegs­schacht ist umzäunt und hat einen Durch­mes­ser von ca. 1,5 Meter und eine Tiefe von ca. 3,5 Meter. Durch Versturz verrin­gert sich die Tiefe des Schachts zusehends (und bestimmt auch durch Steine­wer­fer). Erst während des Baus des Forst­we­ges wurde diese Höhle geöffnet.

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Borzel­loch (Archiv Stefan Müller)

Feuer­kno­chen­schacht:

Oberhalb einer markan­ten Wegga­be­lung im Gewann „Hohes Mahd / Großteich“ liegt der „Feuer­kno­chen­schacht“. Auch er ist mit einem Holzzaun umgeben und beher­bergt Fleder­mäu­se. Erstmals befah­ren wurde der Schacht im Jahr 1979. Ein Einstiegs­trich­ter von 4 Meter Durch­mes­ser führt schräg 10 Meter tief hinab.

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Feuer­kno­chen­schacht (Archiv Stefan Müller)

Kommen wir nun zu den wahrschein­lich unbekann­te­ren und versteck­ten Schönheiten:

Borzel­gru­be:

Das ist der größte Einsturz­t­rich­ter auf unserer Gemar­kung am nördli­chen Rand des „Tiefen­tals“ mit einem Durch­mes­ser von gut 30 Meter und einer Tiefe von 7–9 Meter. Bereits 1871 erfolg­te eine erste geolo­gi­sche Beschrei­bung (Geolo­gi­sche Spezi­al­kar­te von Württem­berg). Am Südhang der „Borzel­gru­be“ befand sich früher einmal ein kleiner Stein­bau­be­trieb. Inzwi­schen ist der Ort komplett einge­wach­sen und, wie am Foto zu sehen, vom Boden aus nur schlecht zu dokumentieren.

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Borzel­gru­be (Archiv Stefan Müller)

Hülbe im Riesenhau:

Ein vom frühe­ren Forst­di­rek­tor Karl Schurr 1981 wieder­her­ge­stell­tes Relikt der Oberko­che­ner Waldwei­den­wirt­schaft. Die Größe im unregel­mä­ßi­gen Oval beträgt ca. 24 Meter x 14 Meter. Für die Hirten der Riesen­hau, die das ganze Jahr, Tag und Nacht in der Einsam­keit der Weide­plät­ze verbrach­ten, ein wichti­ger Ort zum Überle­ben von Mensch und Vieh.

Alte Unter­la­gen deuten darauf hin, dass hier am Haupt­wei­de­platz der Gemein­de sogar eine kleine Siedlung existier­te, da im Jahre 1337 der Name „Risun“ erwähnt wurde. Vermut­lich wurde während der Türken­krie­ge der Hof verbrannt. Mehr Details siehe Bericht des Heimat­ver­eins: 161.

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Hülbe im Riesen­hau (Archiv Stefan Müller)

Kahlen­bühl­höh­le:

Diese Höhle zu finden hat mich drei Anläu­fe gekos­tet. Ist sie doch seit Jahrzehn­ten abgedeckt. Die Positi­ons­an­ga­be u.a. auch von den Landes­äm­tern ist sehr ungenau und an der ursprüng­lich bei Wikipe­dia angege­ben GPX Positi­on fand sich nichts außer viele Tannen­bäu­me. Und wie sieht so eine Abdeckung überhaupt aus? Zudem ist das GPX Signal so tief im Wald nicht ganz so genau.

Die Höhle ist ca. 15 Meter lang und 10 Meter tief und ist oben auf dem „Kahlen­bühl“ gelegen. Sie beher­bergt u.a. eine präch­ti­ge versin­ter­te Halle. Ihr schma­ler Einstiegs­schacht ist abgedeckt, da vor vielen Jahrzehn­ten dort Wildka­da­ver versenkt wurden. Zwar wurde 1980 eine Reini­gungs­ak­ti­on durch­ge­führt, dennoch liegt sie weiter tief im Wald gut versteckt. Sie ist verschlos­sen und nur durch ein paar Farbmar­kie­run­gen umste­hen­der Bäume erkennbar.

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Kahlen­bühl­höh­le (Archiv Stefan Müller)

Hinweis:

Unter diesem Link von Wikipe­dia findet man noch genaue­re GPX Positi­on.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Naturdenkmale_in_Oberkochen

Natür­lich gibt es neben diesen 14 Landschafts­ele­men­ten noch weite­re inter­es­san­te Berge, Quellen und Felsen (schon ehema­li­ge Lehrer zu Beginn des 20. Jahrhun­derts wie die Lehrer Mager und Günter widme­ten sich einer Erfas­sung). Mindes­tens 33 Höhlen wurden dokumen­tiert durch die Höhlen Inter­es­sen­ge­mein­schaft Oberko­chen, kurz „IngO“ genannt, später Ostalb. Es gibt viele Hülben (ca. 21 auf Härts­feld­sei­te ca. 7 auf Albuch­sei­te) und alte exponier­te Bäume, wie z.B. die „Schnei­der Linde“ in der Bilz, Reste der „Mutter­bu­che“ oder die „Bertha Buche“ u.a.m. Die untere Natur­schutz­be­hör­de weist hier als niedrigs­te Katego­rie „Waldbio­to­pe“ und „Offen­land­schaft­bio­to­pe“ aus. Allein im Ostalb­kreis gibt es davon mehr als 7.500.

Jetzt ist an Ihnen die Heraus­for­de­rung anzuneh­men und alle 14 Natur­denk­mä­ler in Oberko­chen selbst zu entde­cken und erkun­den. Bitte keine Höhle zum Schutz der Fleder­mäu­se betreten!

Wer Lust bekom­men hat, das genann­te zu besuchen und zu dokumen­tie­ren, aber auch den Vergleich zu früher aufzu­stel­len, den möchte ich gerne dazu aufru­fen, sich uns anzuschließen.

Beispiels­wei­se stellen sich noch folgen­de Aufga­ben: Wo lassen sich noch Hülben auffin­den, wo sind die beiden Hunger­brun­nen aus der Beschrei­bung von Alfons Mager, die heute nicht mehr bekannt sind (Trink­quel­le in der „Loh“ und im „Kleeb“).

Was können wir noch tun?

Openstreet­map, GPS-Erfas­sung, digita­le Fotogra­fie, auch mittels Drohnen, der Austausch über das Inter­net sowie digita­le Infor­ma­ti­ons­sys­te­me der Landes­an­stal­ten geben uns heute ganz andere Möglich­kei­ten der Dokumen­ta­ti­on, Erfas­sung und Recher­che als früher in den 80iger Jahren oder in den ganz frühen Zeiten.

Schluss­be­mer­kung.

Ein großes Danke­schön an Stefan Müller, mit dem ich schon einen anderen Bericht zusam­men machen durfte und der seit einiger Zeit aktiv im Heimat­ver­ein tätig ist. Also, wen das Thema inter­es­siert, der möge mit Stefan in Kontakt treten.

Bitte.

Es ist schön, wenn Mitbür­ge­rIn­nen bereit sind, sich dem Thema Natur, auch im weites­ten Sinnen, zu widmen und auch Texte dazu zu veröf­fent­li­chen. Früher hat das der Gottlob Braun gemacht, da wäre es doch auch mal inter­es­sant einen Vergleich zu erstel­len, nach dem Motto „was hat früher bei uns gewach­sen und welche Pflan­zen lassen sich heute beobach­ten“. Im Laufe der Jahrzehn­te haben sich natür­lich Verän­de­run­gen ergeben (die auch nicht aufhö­ren werden), bedingt durch Klima­wech­sel und Verrin­ge­rung der Arten­viel­falt und durch das was uns noch alles bevor­ste­hen wird.

In diesem Sinne, gehen Sie mal mit einer anderen Inten­si­on hinaus in die Natur, als Sie es bisher gewohnt waren.

Stefan Müller

Wilfried „Billie Wichai“ Müller

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